Aktuell: Bußgang der Berliner Katholiken am Samstag, 2. April 2011.

Diözesanadministrator Dr. Matthias Heinrich lädt ein zum traditionellen Bußgang der Berliner Katholiken am Samstag, dem 2. April 2011.

Das Leitwort ist der Zachäus-Erzählung aus dem Lukasevangelium entnommen: „Heute will ich in deinem Haus zu Gast sein.“ (Lk 19,5). Es wurde gewählt als Einstimmung auf dieses Jahr, in dem das Erzbistum Berlin nicht nur für den Papst, sondern auch für das ökumenische Jugendtreffen der Brüder von Taizé Gastgeber sein wird. Damit ist auch die grundsätzliche Frage verbunden, inwieweit die Kirche von Berlin eine einladende Kirche ist.

Der Bußgang beginnt mit Gottesdiensten um 16:30 Uhr in St. Elisabeth (Kolonnenstr. 39, 10829 Schöneberg) und um 17:00 Uhr in St. Bonifatius (Yorckstr. 88, 10965 Kreuzberg). Vor den Gottesdiensten besteht Gelegenheit zur Beichte.
Er führt von dort zur St. Johannes-Basilika (Lilienthalstr. 5, 10965 Kreuzberg, am Südstern). Dort wird um 18:00 Uhr der Abschlussgottesdienst gefeiert.

Berliner Katholiken verschiedener Herkunft und Sprache gehen mit ihren Anliegen in der österlichen Bußzeit durch Straßen unserer Stadt. In ihrer Mitte tragen sie das Kreuz.
Berliner Katholiken bekennen ihr Versagen vor Gott und den Menschen, bitten Gott und den Menschen um Vergebung von Schuld, bezeugen ihren Glauben an Gott und rühmen gemeinsam seinen Namen.

Quelle: Pressemitteilung des Erzbistums Berlin.

Der Bußgang beginnt mit Gottesdiensten um 16:30 Uhr in St. Elisabeth (Kolonnenstr. 39, 10829 Schöneberg):

Um 17:00 Uhr in St. Bonifatius (Yorckstr. 88, 10965 Kreuzberg):

St. Johannes-Basilika (Lilienthalstr. 5, 10965 Kreuzberg, am Südstern). Dort wird um 18:00 Uhr der Abschlussgottesdienst gefeiert:

Aktuell: Brief 13 der Gemeinde Deutscher Sprache Tokyo – Yokohama.

Brief 13 von Pfarrerin Elisabeth Hübler-Umemoto von der evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache Tokyo – Yokohama, den wir soeben erhalten haben:

„Und immer wieder kleben wir an den Bildschirmen, um die neuesten Nachrichten von Fukushima 1 zu bekommen. Leider nicht ermutigend.

Ich hoffe nur, dass dieses Desaster zum Anlass genommen wird, Strukturen zu verändern, Sicherheitsstandards wirklich zu kontrollieren und sich nach und nach alternativen Energieträgern zuzuwenden.

Im Erdbebengebiet sind viele Kirchen zerstört. Z.Z. sichten wir im Gemeindekirchenrat die vielen Berichte aus den verschiedenen Kirchen, um dann zu entscheiden, ob wir über die allgemeine Spendenweiterleitung hinaus auch ein bestimmtes Projekt in unsere Verantwortung nehmen können.

Gestern sah man endlich auch in den japanischen Medien Protestaktionen, Antiatomkraft-Demonstrationen, wie sie hier lange Tradition haben, aber in den Medien kaum sichtbar gemacht werden.“

Den Brief finden Sie in ganzer Länge hier. Einen Spendenaufruf des Gemeindekirchenrates der ev. Kirchengemeinde in Tokio für die Kirchengemeinde Kamaishi finden Sie hier.

Gebet: Wir denken vor Dir, Gott, an die Menschen. Fürbitten für Japan.

Fürbitten von Bischöfin Ilse Junkermann, Magdeburg,  Evangelische Kirche in Mitteldeutschland.

Guter Gott, der du uns so annimmst, wie wir sind. Guter Gott, der du uns zeigst, wie Liebe in dieser Welt lebbar ist. Guter Gott, der du uns immer wieder bewegst, aufeinander zuzugehen. Lob sei Dir, der Du uns in guten und schweren Zeiten nah sein willst. Dein ist die Welt und alles, was da ist. Hab Dank für dieses Geschenk und Deine Begleitung durch alle Zeiten.

Wir denken vor Dir, Gott, an die Menschen, denen unsere Selbstüberschätzung und unser Verlangen nach immer mehr alles genommen hat.

An die Männer, Frauen und Kinder, sowie an alle Geschöpfe – an den Orten, die unter den Atomkatastrophen leiden und die die Folgen eines Klimawandels tragen müssen. – an den Orten, die von Krieg und Streit heimgesucht werden.

Wir denken vor Dir, Gott, an die Menschen, die Verantwortung tragen und die durch ihr Handeln Schuld auf sich geladen haben.

An die Männer und Frauen – in den Regierungen und an den Stellen, an denen Entscheidungen im Großen und im Kleinen zu treffen sind.

Wir wenden uns an Dich, Gott, in unserer Angst und Verzweiflung, in unserer Enttäuschung und Mutlosigkeit. Gebe Du uns die Hoffnung in unsere Herzen, die uns Kraft schenkt, getrost in die Zukunft zu schauen. Wir vertrauen uns Dir an und hoffen auf Dein Geleit.

Deshalb: Bewahre uns, wenn wir glauben, alles tun zu dürfen, was möglich ist.
Ermahne uns, wenn wir nicht auf unser Gewissen hören. Stärke uns, dass wir uns an Deinem Wort orientieren und uns davon leiten lassen.

Du machst alles neu, jeden Tag und immer wieder. In dir, guter Gott sind wir aufgehoben. Das bleibt unsere Tröstung. Amen.

Sie finden das Gebet von Bischöfin Junkermann zum Ausdrucken hier. Ein Gebet der Tokyoter ev. Gemeinde hier. Ein Gebet des Rogate-Klosters für die Opfer des Erdbebens in Japan finden Sie zum Ausdrucken hier. Das Gebet „Notstand in Japan nach Erdbeben, Tsunami und AKW-Gau“ von „Brot für die Welt“ finden Sie hier.

Aktuell: 200 Jahre Talar. Ein Textil feiert Jubiläum. Teil 6.

Der schwarze Talar wurde vor 200 Jahren eingeführt. Wir würdigen dies mit einer kleinen Reihe und haben Frauen und Männer, Katholiken und Protestanten, Geistliche und Laien um ihre Meinung gefragt. Hier Teil 6 mit Beiträgen aus Hannover, Bad Überkingen, Berlin und Bolivien.

Hans-Martin Heinemann, Jahrgang 1953, Hannover, Pastor und Stadtsuperintendent im Ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover, evangelisch-lutherisch. „Der schwarze Talar ist der Gelehrtenrock. Evangelische Geistliche sind keine geweihten Männer. Sie gehören keinem Klerus an, der den Laien, dem Volk enthoben wäre. Sie tragen deshalb auch kein „priesterlich Gewand“.

Evangelische Geistliche sind studierte Leute, die mit Klugheit und Geschick ihren Gemeinden in deren Mitte als Pastoren dienen sollen.

Mit dem schwarzen Talar tragen sie den Stolz ihres Berufes und markieren ihre Berufung: Sie sind von der Gemeinde ausersehen und ordiniert – nachdem man sie ausgebildet hatte „an Verstand und Herz“ –, der ganzen Versammlung ihres Dorfes oder ihrer Stadt das Wort Gottes auszulegen und die Welt im Licht dieses Gotteswortes zu deuten.

Mit dem Tag der Ordination wird ihnen das Recht zugesprochen, ein Leben lang, auch über den aktiven Dienst hinaus, den Talar zu tragen als Zeichen dieser Berufung. Sie sind nicht größer oder wichtiger als der Müllmann, den man an seiner orangen Schutzkleidung erkennen kann, oder die Krankenschwester im weißen Kittel.

Sie haben wie andere einen Beruf „zum Besten der Gemeinde“ – und der schwarze Talar weist sie als Lehrer des Gotteswortes aus, als Seelsorger der Menschen und als Prediger des Evangeliums. Als Frauen und Männer erinnern sie daran, dass alle gleichermaßen berufen sind, an der kommenden Welt Gottes orientiert zu sein. Sie haben ihren Teil am apostolischen Dienst der ganzen Gemeinde. Deshalb tragen sie den schwarzen Talar. Bis heute ist das eine wunderbare „Vorstellung“.

Kathinka Kaden, 48 Jahre, Bad Überkingen (Baden-Württemberg), Pfarrerin, evangelisch.“Die Klarheit, mit der er mich zum Beispiel auf dem Friedhof von weitem bereits als Pfarrerin erkennbar macht, schätze ich am Talar. Dass ich mich darunter im Winter warm anziehen muss, zeigt mir, dass er kein Mantel ist. Schutzfunktion hat das weite Gewand dennoch. Es schützt mich nicht nur vor Blicken auf Figur und Garderobe während des Gottesdienstes. (Schuhe und Strümpfe müssen natürlich passen. Ich weiß von Kollegen, dass Diskussionen anstehen, wenn sie barfüßig in Sandalen Gottesdienst feiern.) Der Talar verschafft mir vor allem eine gewisse Autorität im öffentlichen Raum. (Seine Eignung als Umstandskleid, das für keinen schwangeren Bauch zu eng wird, sei deshalb auch nur nebenbei erwähnt.)

Ich mag besonders den weißen Talar, die Albe besser gesagt. Ich verbinde  damit vor allem Ostern. Ziehe ich ihn an, komme ich bereits in eine festliche Stimmung. Und erhalte auch die Rückmeldung, dass sich das auf die Gemeinde überträgt.

Noch mehr mag ich die violette, weiße, grüne oder rote Stola je nach Kirchenjahreszeit, ob über dem schwarzen Talar oder über der Albe, und bewundere diese auch bei Kolleginnen und Kollegen. Stolen können so verschieden sein.

Zu viel darf ich über den Talar aber nicht nachdenken. Prädikantinnen und Prädikanten, Diakoninnen und Diakone, die doch auch Gottesdienste leiten, tragen keine solche „Ganzkörper-Amtstracht“. Das Wissen darum, dass er vor 200 Jahren als königliche Beamtentracht eingeführt wurde, hilft mir nicht wirklich weiter: Wie lange leben wir jetzt schon in einer Demokratie? Noch mehr bringt mich das Beffchen ins Zweifeln. Als Frau muss ich es zwar nicht in jeder Landeskirche tragen. Doch lasse ich es weg, denken manche, ich hätte es aus Versehen vergessen. Wie viele wissen, dass es ursprünglich der Bartschutz für den Talar war?

Manchmal ertappe ich mich bei der Überlegung, ob eine Stola heutzutage nicht ausreichen würde.“

Christoph Lehmann, 49 Jahre, Berlin, Rechtsanwalt und Notar, römisch-katholisch. „Als Rechtsanwalt trage ich selbst bei Gericht gelegentlich eine Robe. Und ich finde das wichtig. Die  Robe macht dem Rechtsanwalt und seinem Mandanten deutlich, dass er nicht bedingungsloser Vertreter von Parteiinteressen ist, sondern unabhängiges Organ der Rechtspflege. Er hat etwas Höherem zu dienen, nämlich der Suche nach Gerechtigkeit. Durch das Überstreifen dieses außergewöhnlichen Kleidungsstückes macht er deutlich, dass er nicht nur als eine bestimmte Person, sondern vor allem in einer bestimmten Funktion handelt. Ich selbst empfinde es immer wieder als hilfreich, dies auch durch solche Symbole zu verdeutlichen.

Ähnlich ist es mit dem Talar in der Kirche. Er unterstreicht, dass der Pastor nicht in erster Linie als Herr Meier oder Schulze am Altar steht und predigt, sondern dass er in einer bestimmten Funktion handelt. Er ist Diener seiner Gemeinde und dem Wort und der Botschaft Christi verpflichtet. Der Talar macht deutlich, dass er den Alltag hinter sich lässt und seine Rolle und Funktion voll angenommen hat. Im vielen Taufriten wird dem Täufling  ein Taufkleid angezogen. Damit wird symbolisch ausgedrückt, dass wir als Christen Christus gewissermaßen angezogen haben. Ähnliches gilt symbolisch  für den Talar im Gottesdienst. Der Pastor oder Liturg zieht seine Rolle gewissermaßen an, er akzeptiert damit die ihm übertragene Aufgabe der Verkündigung des Wortes des Herrn.“ Den Beitrag finden Sie in ganzer Länge hier.

Claus von Criegern, La Paz (Bolivien), Pfarrer, evangelisch. „Als wir im Predigerseminar unsere neuen Taläre erhielten, sind wir damit herumgesprungen wie Krähen auf dem Feld. Der Prof stand dabei und grinste – er kannte das schon. Später, beim ersten Gottesdienst, waren wir äußerst würdevoll. Dass wir jungen Vikare die ganze Tradition der evangelischen Kirche repräsentierten, machte uns beklommen. Da waren wir froh über die Dienstkleidung. Später entwickelte ich ein recht ambivalentes Verhältnis zum Talar. Einerseits erinnert er mich und die Gemeinde daran, dass wir in einer Kette von Erfahrungen mit dem Glauben und der kirchlichen Gemeinschaft stehen; das ist besonders dann wichtig, wenn wir existentiell gefordert sind, etwa bei schwierigen Beerdigungen oder in Krisensituationen der Gemeinde oder der Gesellschaft. Andererseits stört mich, dass persönliche Überzeugungen und Zweifel nicht vorkommen sollen – ein praktischer Theologe hat einmal gesagt: In der Predigt darf das Wort „Ich“ nicht vorkommen. Muß ich nicht, mit meinen Zweifeln und meinen Gedanken, mit meiner Persönlichkeit und meinen Fehlern, dastehen, einstehen für das Evangelium? Bildhaft gesprochen: Der Talar, der persönliche Unzulänglichkeiten – Bierbauch und dünne Beine – der preußischen Pfarrer überdecken sollte, mit dem geschrumpften Bartschoner, der kaum noch aufhellen kann, weil er vom Hautspeck des Halses und den Barthaaren schon isabellfarben nachgedunkelt ist, versteckt mich. Darf er das? Wir haben ja eine neue Mode: Priesterliche Stola über das düstere Gelehrtengewand, zum Aufhellen – oder eine Albe, einen weißen Talar ohne – schwarzen – Bartschoner. Passt das? Ist nicht einer der großen Unterschiede zwischen evangelischem Pfarrer und katholischem Priester gerade die priesterliche Funktion, die der eine bewußt nicht hat und die die Existenz des anderen ausfüllt? Ist es denn dann fair, wenn sich evangelische Pfarrer mit den fröhlichen Gewändern und Stolen der Priester schmücken? Wäre es dann nicht konsequenter, im Anzug ohne Talar und bunten Stolen aufzutreten? Andererseits: So ein Talar kann auch Rückhalt und Autorität geben – ach, was sind diese Adiaphora doch kompliziert!“

Den 1. Teil der Reihe „200 Jahre Talar. Ein Textil feiert Jubiläum“ mit Beiträgen u.a. von Maria Jepsen und Hans-Jochen Jaschke finden Sie hier. 2. Teil mit Statements Monika Grütters und Ulrich Fischer finden Sie hier. Einen Teil 3, mit Beiträgen von Wolfgang Gern und Ulrich Rüß ist hier zu finden. Teil 4 hier und Teil 5 hier.

Schwarz ging es nicht immer in evangelischen Gottesdiensten zu. Die Dokumentation „Historische Bilder zum Evangelisch-lutherischen Gottesdienst“ von Helmut Schatz zeigt es. Sie finden sie hier zum kostenlosen Download. 

Eine Zusammenstellung von Hinweisen zu liturgischen Gewändern in evangelischen Kirchen in Brandenburg (Autor: Helmut Schatz) finden Sie hier.

In der St. Marienkirche in Berlin-Mitte findet am 2. April 2011 eine kleine Ausstellung zu liturgischen Gewändern statt. Den Einladungsflyer finden Sie hier.

Gebet: Die Fürbitten der Gemeinde Tokio für den Sonntag Okuli.

Die Fürbitten der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache Tokyo – Yokohama für den Sonntag Okuli, 27. März 2011

Herr, unser Gott, unser Vertrauen ins Leben ist stark erschüttert worden in den vergangen zwei Wochen. Können wir unseren eigenen menschlichen Kräften noch trauen? Wir haben uns bisher darauf verlassen, dass du letztgültig die Geschicke deiner Welt und deiner Menschen lenkst. Gilt das auch weiterhin? Mit unseren Zweifeln und Ängsten kommen wir zu dir.

Du, Gott, bist die einige Instanz, die höher ist als unsere menschliche Vernunft und unser Vermögen. An dir halten wir fest, an dir klammern wir uns fest. Verlass uns nicht. Hilf uns, all unsere Kräfte zu sammeln, damit diese Erde ein Wohnort für alle bleibt.

Lied: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.

Wir denken vor dir an die kleinen Kinder, deren Gesundheit durch Jod-Belastungen im Trinkwasser gefährdet ist. Wir denken vor dir an die Menschen, die ihr Land nicht bestellen können, vielleicht auf Jahre hinaus, die ihr belastetes Gemüse nicht verkaufen können, die die Milch ihrer Kühe wegwerfen müssen, die ihre Arbeitsmöglichkeiten als Fischer, als Schiffbauer verloren haben. Wir denken vor dir an die Kinder und Jugendlichen, die ihre Eltern und Geschwister in dieser Katastrophe verloren haben.

Lied: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.

Wir denken vor dir an die Menschen, die einige Monate, vielleicht auch Jahre in Behelfsunterkünften wohnen müssen. Wir denken vor dir an all die Menschen, die verunsichert sind, weil ihre Heimat strahlenbelastet ist. Wir denken an die Menschen, die in ihren erschütterten Seelen noch so gar keine Gedanken an irgendeine Zukunft denken können. Wir denken vor dir an die Männer, die ihr Gesundheit opfern, um Fukushima 1 in den Griff zu bekommen.

Lied: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.

Wir danken für den Zusammenhalt unter den Menschen, der jetzt im Katastrophengebiet spürbar ist. Wir danken für die große Bereitschaft zu helfen. Für die Kommunen, die Wohnraum zur Verfügung stellen.  Für die Städte, die Menschen aus der mit Strahlen belasteten Zone evakuieren und bei sich aufnehmen. Für die vielfältige Hilfe, die so viele Firmen, Organisationen und auch Privatpersonen leisten.

Wir bitten um gute Ideen, Phantasie und Mut zu selbstloser Hilfe für den Aufbau neuer Existenzen.

Lied: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.

Wir bitten für die Menschen, die die Energiekonzerne leiten, bringe ihre Gedanken in neue Bahnen, dass sie die Gefahren für Menschen und Umwelt nah im Blick behalten. Lass uns alle Verantwortung übernehmen, wo wir uns dazu imstande sehen und nicht ausweichen.

Wir bitten dich für die Menschen der deutschen Community in Japan: Hilf uns, wieder zusammen zu kommen, sobald es uns erlaubt wird. Hilf uns, unser Gastland zu unterstützen.

Lied: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.

Wir bitten dich für unsere beiden deutschsprachigen Gemeinden hier in Tokyo, die jetzt in alle Winde zerstreut scheinen: Führe uns wieder zusammen, damit wir wieder für die Menschen in Tokyo und Yokohama da sein können. Amen.

Das Gebet finden Sie zum Ausdrucken hier.

Der Choral „Du schöner Lebensbaum des Paradieses“ ist das Wochenlied für den Sonntag Okuli:

Psalm 25,15

我 的 眼 目 时 常 仰 望 耶 和 华 , 因 为 他 必 将 我 的 脚 从 网 里 拉 出 来 。

Meine Augen sehen stets auf den HERRN; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

Mine eyes are ever toward the LORD; for he shall pluck my feet out of the net.

Gözlerim hep RAB’dedir, Çünkü ayaklarımı ağdan O çıkarır.

Stále upírám své oči k Hospodinu, on vyprostí ze sítě mé nohy.

Ik kijk voortdurend op naar de HERE om Zijn hulp te vragen; want alleen Hij kan mij redden.

Aktuell: Einladung zum Essen. Für alle. In unsere Suppenküche.

Die Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde versorgt über die Mittwochs-Initiative e.V. seit zwanzig Jahren Drogenabhängige und Prostituierte mit Material zur Aidsprävention. Seit vielen Jahren werden zudem jeden Mittwoch im Gemeindehaus an der Kurfürstenstraße ein frisch zubereitetes Essen und eine Kleiderkammer angeboten.

Der Andrang zum Essen ist über den ursprünglich angesprochenen Personenkreis immer größer geworden. Daher wollen wir, das Ökumenische Rogate-Kloster St. Michael und die Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, an einem zweiten Abend in der Woche – donnerstags – für Menschen mit geringem bzw. ohne Einkommen ein zusätzliches Essenangebot im Rahmen einer Suppenküche anbieten.

Dafür suchen wir Freiwillige, um die Speisen frisch vorzubereiten und zu verteilen. Es existiert schon ein Kreis von Interessierten, doch werden noch weitere Mitarbeitende gesucht. Die Projektleitung liegt bei Ulrich Pretzsch.

Je mehr Personen sich zur Mitarbeit bereit finden, um so geringer ist der Arbeitsaufwand für alle. Jede und jeder kann innerhalb des eigenen persönlichen Zeitrahmens helfen. Zum Beispiel einen Nachmittag alle sechs Wochen die Hilfe zusagen. Vorkenntnisse werden keine benötigt.

Wie die Suppenküche für Bedürftige Wirklichkeit und damit zur Hilfe werden kann besprechen wir in einem zweitem Treffen mit gemeinsamem Essen am:

Donnerstag, 31. März 2011, 17.00 Uhr, Gemeindehaus, An der Apostelkirche 3, 10785 Berlin, U Nollendorfplatz, Lageplan.

Aktuell: Brief 11 der Gemeinde Deutscher Sprache Tokyo – Yokohama.

Der elfte Brief von Pfarrerin Elisabeth Hübler-Umemoto von der evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache Tokyo – Yokohama, den wir soeben erhalten haben:

„Die Hilfsmaßnahmen greifen jetzt nach und nach. Leider noch nicht an allen Orten, aber vielerorts sind die Straßen frei geräumt, so dass die Hilfsgüter durchkommen.

Heute früh wurde die Autobahn nach Norden wieder für den allgemeinen Verkehr freigegeben. Jetzt können auch privat organisierte Hilfen ins Erdbebengebiet gebracht werden. Aber auch die Menschen im Erdbebengebiet helfen sich gegenseitig.

Dieser Link enthält einen Bericht, wie in den zerstörten Kommunen die Menschen zusammenstehen und geben, was sie können.

Die deutsche Schule hat noch eine weitere Woche geschlossen. Noch sind von der Deutschen Botschaft nur tageweise Reisen nach Tokyo empfohlen.

Das zwischenzeitlich mit Jod 131 belastete Trinkwasser ist seit heute – das Wetter ist heute schön –  wieder unterhalb des Grenzwertes für Kleinkinder. Diese Sorge wird uns, wenn es regnet, wohl noch einige Zeit begleiten. Auch erhöhte Caesiumwerte in Gemüse aus der Region beschäftigen uns.

Gestern hörte ich den Bericht eines Experten für Katastrophenhilfe, der sagte: Langfristig scheint mir das chinesische Modell, entstanden aus den Erfahrungen mit dem verheerenden Erdbeben in der Provinz Sichuan 2008, sehr nachahmenswert. Und zwar, dass jeder Stadt in Japan, die nicht betroffen ist, eine Stadt, ein Ort zugeordnet wird, der vom Erdbeben zerstört ist. So entstehen Hilfepartnerschaften, die dann auch die Weitergabe von Spenden und Hilfsmaßnahmen besser überschaubar machen. Wo Menschen einander Begegnen und aus den persönlichen Beziehungen heraus gute Hilfen leisten.

Heute hat sich das Grand Prinz Hotel in Tokyo-Akasaka gemeldet: Wir verschieben unsere Renovierung und stellen unser Haus Erdbebenopfern zur Verfügung, ebenso kam ein Kreuzfahrtschiff mit dem gleichen Angebot.

Die Aufräumarbeiten stehen immer wieder vor ungeahnten neuen Problemen. Tausende von Autos haben die Tsunamiwellen weggespült. Aber sie sind ja nach wie vor im Privatbesitz und können nicht einfach abgewrackt und weggeräumt werden. Ebenso die vielen Dinge, die aus den Häusern gespült wurden und völlig durcheinander in der Gegend herumliegen. Die Regierung überlegt jetzt, ein Ausnahmegesetz für den Katastrophenfall zu erlassen, das das Eigentumsrecht einschränkt. Es ist einfach unmöglich, jeden Besitzer ausfindig zu machen, bevor man ein Fahrzeug, eine Maschine, ein Schiff wegräumen kann. Dass die Gegend frei und nach und nach wieder begehbar bzw. bewohnbar wird, hat Priorität.

Uns geht es weiterhin gut. Wir sind jetzt als Gemeinde fast in alle Winde zerstreut. Aber über die Mail und über das Telefon halten wir so gut es geht Verbindung.

Heute kam der erste Kontoauszug. Herzlichen Dank allen, die Spenden gesammelt haben. Sobald wir genau abgestimmt haben, wohin konkret Ihre Spenden weitergereicht werden, schreiben wir einen Bericht.“

Elisabeth Hübler-Umemoto

Brief 10 finden Sie hier und Brief 9 hier. Die Kirchengemeinde Berlin-Mariendorf lädt zu einem Benefizkonzert am Samstag, 26. März 2011, ein. Sie finden die Einladung hier. Einen Spendenaufruf des Gemeindekirchenrates der ev. Kirchengemeinde in Tokio für die Kirchengemeinde Kamaishi finden Sie hier.