Seitenblick: Wer wird neuer Erzbischof in Berlin?

Diözesanadministrator Dr. Matthias Heinrich berichtet in einem Statement über das Prozedere der Bischofsernennung nach dem vom Papst angenommenen Rücktritt von Erzbischof Sterzinsky.

Ein Diözesanadministrator ist ein nach dem Kanonischen Recht ein Geistlicher, der während der Sedisvakanz eines bischöflichen Stuhles die Diözese bis zur Wiederbesetzung des Amtes verwaltet. Das Bistum Berlin hofft bis zum Sommer auf eine Nachfolge-Ernennung.

Die Befugnisse des Diözesanadministrators sind denen eines Diözesanbischofs gleich. Er darf nach den Bestimmungen des Kirchenrechts jedoch keine Grundsatzentscheidungen treffen, die den künftigen Bischof binden oder in seinen bischöflichen Rechten beeinträchtigen. Während der Sedisvakanz darf darum nichts verändert werden, heißt es dazu ausdrücklich im Kirchenrecht. Zu seiner Entlastung kann der Diözesanadministrator im Bereich der Verwaltung einen Stellvertreter benennen. Das Amt des Diözesanadministrators endet mit der  Besitzergreifung der Diözese durch den neuen Bischof. Hat der Diözesanadministrator die Bischofsweihe empfangen, so wird sein Name im Hochgebet der Messfeier erwähnt.

Wie wird der Berliner Erzbischof gewählt? Wahl und Ernennung des Erzbischofs von Berlin sind durch das Kirchenrecht, das Preußische Konkordat von 1929 und die Statuten des Berliner Kathedralkapitels von 1988 geregelt.

Das Domkapitel stellt nach Diskussion und Wahl eine vom Umfang her nicht festgelegte Kandidatenliste auf, die über die Apostolische Nuntiatur beim Heiligen Stuhl eingereicht wird. Ebenso können die Bischöfe des ehemaligen Freistaates Preußen Kandidaten präsentieren.

Unter Würdigung dieser Vorschläge erstellt der Heilige Stuhl eine Liste mit drei Kandidaten, die sog. „Terna“, aus denen das Kapitel einen zu wählen hat. Wahlberechtigt sind die sechs residierenden und der nichtresidierende Domkapitular.

Nach erfolgter Wahl fragt das Domkapitel gemäß Preußen-Konkordat bei der Regierung an, ob Bedenken politischer Art gegen den Gewählten bestehen.

Erheben die Landesregierungen keinen Widerspruch, teilt das Domkapitel über die Apostolische Nuntiatur dem Heiligen Stuhl die Wahl, den Namen des Gewählten und die Antwort der Landesregierungen mit. Darauf erfolgt die päpstliche Ernennung des Gewählten zum Erzbischof von Berlin. Erst dann kann der Name des Gewählten öffentlich bekanntgegeben werden.

Weitere Informtionen zur Wahl des Erzbischofs von Berlin finden Sie hier.

Nachtrag: Am Fest Mariä Heimsuchung, 2. Juli 2011, wurde vom Vatikan der Kölner Weihbischof Dr. Rainer Maria Woelki zum Erzbischof von Berlin ernannt. Hier die Pressemitteilung des Erzbistums Berlin, ein Interview mit dem Domradio vom 2. Juli sowie die Presseerklärung des Erzbistums Köln.

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