Meinung: Die Tötung eines Menschen ist kein Grund zum Jubel.

Von Frater Franziskus.

Als Mensch bin ich irritiert: Muss man so jubeln über die Tötung eines Menschen, auch wenn der offenbar hinter furchtbaren Verbrechen steht? Wären nicht Trauer über die Verbrechen wie am 11. September, die Kriege und alle Folgen daraus angebrachter? Die Verbrechen der Terroristen machen betroffen, aber der Jubel der Massen und der politisch Verantwortlichen in den westlichen Regierungen auch.

Und ich gestehe zudem: Mir fällt es heute sehr schwer in der Fürbitte Gott um sein Erbarmen für ihn, den getöteten Osama Bin Laden, zu bitten. Da bin ich ein so schwacher und sündiger Christ. Da stehen mir vor Augen meine Erinnerungen an meine Besuche in New York City vor 2001 und danach, im World Trade Center und später am Ground Zero. Da ist noch der Schmerz zu spüren und die Bilder, die nicht verschwinden wollen. Auch nicht zehn Jahre danach. Da brauche ich nun keinen weiteren „entscheidenden Schlag“, sondern den Willen zu Gerechtigkeit und Frieden. Verbrecher gegen die Menschlichkeit sehe ich lieber vor Gericht und nicht deren Bilder nach der Tötung.

Wie sollte ich mich über einen weiteren Toten freuen? Es sind zu viele Menschen durch den Terror gestorben, Muslime, Juden, Buddhisten, Christen, Angehöriger so vieler Nationen, Männer, Frauen und Kinder… Über die Schuld und die Sühne entscheide nicht ich, sondern allein Gott. Vielmehr müssen wir über die große Verantwortung eines jeden vor Gott und den Mitmenschen nachdenken.

Es ist überall von Erleichterung wegen Tötung von heute Morgen in Parkistan zu hören. Erleichtert und frei gemacht hat mich nur der Tod eines einzigen Menschen und zwar am Karfreitag, es war der Erlösungstod von Jesus Christus für die Menschheit. Jede Tötung danach ist ein Mord zuviel. Jeder Mensch hat das Recht auf ein Verfahren, egal wie schlimm seine Verbrechen sind. Jedem stehen Menschenrechte zu. Der Hass ist kein guter Ratgeber. Und der Mord auch kein Instrument auf dem Weg zu einer besseren Welt.

Darum bete ich heute um so entschiedener zum barmherzigen Gott:

Verleih‘ uns Frieden gnädiglich,
Herr Gott, zu unser’n Zeiten,
es ist doch ja kein Ander‘ nicht,
der für uns könnte streiten,
…denn du, unser Gott alleine.

In these our days so perilous,
Lord, peace in mercy send us;
no God but thee can fight for us,
no God but thee defend us;
thou our only God and Saviour.

O God of all, with wonderful diversity of languages and cultures you created all people in your image. Free us from prejudice and fear that we may see your face in the faces of people around the world, through Jesus Christ, our Savior and Lord. Amen. (Evangelical Lutheran Worship, p. 79)

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