Rückblick: Ansprache von Bezirksbürgermeisterin Schöttler zum Gedenken an die Weltkriegsopfer

Gedenken auf dem Neuen -Zwölf-Apostel-Kirchhof

Gedenken auf dem Neuen -Zwölf-Apostel-Kirchhof

Die Kirchhöfe der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Schöneberg und das Rogate-Kloster hatten am 11. Oktober 2014 zu einem Gedenkgottesdienst für die Schöneberger Opfer des 1. Weltkrieges eingeladen. Die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler, nahm während der Feier eine Totenehrung vor. Anschließend gab es einen Gang zu den Gräbern der Weltkriegsopfer auf dem Neuen-Zwölf-Apostel-Kirchhof. In der Andacht wurde zudem für die Menschen gebetet, die heute von Kriegen, Terror und Gewalt betroffen sind und der Toten gedacht, für die keine Trauerfeier stattgefunden hat. Anlässlich des Volkstrauertages 2014 dokumentieren wir hier die Rede. Ansprache von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler in der Kapelle des Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhofs:

„So wie dieser Krieg schrecklicher war als jeder Krieg der Geschichte, würde der nächste noch schrecklicher werden als dieser,“ so der britische Ex-Außen- und -Kriegsminister Lord Lansdowne im November 1917. Der weitere Verlauf der Geschichte sollte ihm Recht geben. Leider! Zu Hunderttausenden zogen 1914 junge Männer ins Feld, im Kopf den Krieg, wie ihre Väter und Großväter ihn erlebt hatten. Welche Gewalt dieser neue Krieg entfesseln würde, war ihnen nicht bewusst. Millionen von Opfern und verwüstete Länder waren sein schreckliches Ergebnis. Wir sind die Enkel und Urenkel derjenigen, die vor 100 Jahren in den Krieg zogen, in dem Glauben, ihn binnen weniger Wochen für sich zu entscheiden – voller Übermut und Verblendung. Wir sind die Enkel und Urenkel derjenigen, die auf den Schlachtfeldern dieses furchtbaren Krieges fielen oder schwer verwundet in die Heimat zurückkehrten. Ihrer aller erinnern wir heute im stillen Gedenken. Wir – in Deutschland – leben nun schon seit über 69 Jahren in Frieden. Angesichts der vielen aktuellen Konflikte erscheint die Hoffnung auf einen Frieden in der gesamten Welt jedoch wie ein frommer Wunsch, der niemals in Erfüllung gehen wird. Das Ausmaß an Elend und Leid auf der Welt ist unvorstellbar und die Nachrichten, die uns jeden Tag erreichen sind beängstigend. Die aktuellen Bilder aus Syrien brennen in unserer Seele, der Nahostkonflikt, für den es scheinbar keine Lösung gibt, macht uns ratlos.

Gedenken auf dem Neuen -Zwölf-Apostel-Kirchhof

Gedenken des Rogate-Klosters am 11. Oktober auf dem Neuen -Zwölf-Apostel-Kirchhof

Immer mehr Menschen strömen in unser Land, die dem Krieg und der Verfolgung entronnen sind. Mit anderen Worten: Auch bei uns, die wir die längste Friedensphase unserer Geschichte erleben dürften, ist der Krieg allgegenwärtig. Doch auch wenn wir von einem Weltfrieden noch so weit entfernt sind, dürfen wir die Hoffnung nicht aufgeben, dass Krieg überwunden werden kann und die Menschen lernen, in Frieden miteinander zu leben. Wohlstand, Bildung und Freiheit können hierfür die Schlüssel sein. Ein jeder von uns kann seinen Beitrag hierfür leisten, wenn vielleicht auch nur in kleinem Rahmen. Wir dürfen nicht weghören, wenn gehetzt wird. Wir dürfen nicht wegschauen, wenn Unrecht geschieht. Wir brauchen tolerante Gesellschaften – hier und überall in der Welt. Es geht um ein eindeutiges Bekenntnis zum Frieden! Abstrakt kann man dieses Bekenntnis in der Präambel zum Grundgesetz nachlesen. Konkret setzen wir heute Zeichen der Solidarität mit den Hinterbliebenen durch

  • Abscheu vor Krieg und Gewalt
  • Achtung vor den Opfern und ihren Angehörigen
  • Aufmerksamkeit in Gegenwart und Zukunft gegenüber kriegerischen Konfliktlösungen und Gewaltbereitschaft.

Lassen Sie uns deshalb gemeinsam an die Toten der Kriege und Gewaltherrschaft denken. und ein Bekenntnis zum Frieden ablegen.“

_________________________________________________ Terminhinweise für die öffentlichen Gottesdienste des Rogate-Klosters in der gastgebenen Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg, Lageplan:

  • Einladung LichtvesperDienstag, 18. November 2014 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, in der Kapelle der Kirche
  • Donnerstag, 20. November 2014 | 19:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet, in der Kapelle der Kirche
  • Dienstag, 25. November 14 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, in der Kapelle der Kirche
  • Donnerstag, 27. November | 19:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet, in der Kapelle der Kirche
  • Sonnabend, 29. November 2014 | 18:00 Uhr, Lichtvesper, Kapelle Zwölf-Apostel-Kirche (mit der Alt-katholischen Gemeinde)
  • Dienstag, 2. Dezember 2014 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, in der Kapelle der Kirche
  • Donnerstag, 4. Dezember 2014 | 19:30 Uhr, Adventsandacht, Zwölf-Apostel-Kirche. Orgel: Malte Mevissen.
  • Den Monatsplan Dezember finden Sie hier.
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