Fünf Fragen an: P. Franz-Michael Mohrenweiser OSB, Wallfahrtspriester in Maria Plain

Fünf Freitagsfragen an Pater Franz-Michael Mohrenweiser OSB, Wallfahrtspriester an der Basilika Maria Plain, über den Zugang zur Bibel, den Sitz von Gottes Wort im Leben und das Abenteuer der Begegnung mit Gott.

Pater Franz-Michael Mohrenweiser OSB P. Franz-Michael Mohrenweiser OSB wurde 1943 in Berlin geboren, verlor seine Eltern im Zweiten Weltkrieg und wuchs in einem Kinderheim in Lichterfelde-Süd auf. Er erlernte die große Krankenpflege an der Uni-Klinik in Düsseldorf. Das 2war nur ein Durchgang, da er auf dem zweiten Bildungsweg Priester werden wollte. Später Studium der Religionspädagogik und der Theologie. Priesterweihe am 18. März 1978. Danach u.a. als Jugend-, Alten- und Krankenhaus-Seelsorger tätig bis 1997 zur Übertragung dreier Pfarrgemeinden als Pfarrer. 2002 Wechsel zu den Benediktinern nach Salzburg. Seit 2009 Jahren als Wallfahrtspriester in Maria Plain eingesetzt, dem Wallfahrtsort des Salzburger Landes.

Rogate-Frage: Pater Franz-Michael, was raten Sie jemandem, der gern die Bibel entdecken und sie besser kennenlernen will?

Franz-Michael Mohrenweiser: Ich denke, dass man einem Interessierten an der Bibel, nicht mit zuvielen theoretischen Kram kommen sollte. Es ist ein Abenteuer, sich auf die Texte der Bibel einzulassen, egal, ob es das Alte oder Neue Testament ist. Um die Bibel besser kennenzulernen, muss ich nicht studiert haben oder eine besondere Ausbildung genossen haben. Die Texte und der Inhalt der Bibel hat Jedem etwas zu sagen. Gott teilt sich dem Leser mit, wie dieser es aufnehmen und verstehen kann. Dem Interessierten muss ich klar sagen, das er sich in eine Zeit einläßt beim Lesen der Texte, die ein anderes Gottes- und Menschenbild hatte, als es heute der Fall ist. Ich würde den Interessierten einladen, sich einfach mal einen Text zu suchen und ihn zu lesen. Er sollte den Text auf sich wirken lassen und ich würde ihn fragen,  w a s  ihm dieser Text gesagt hat. W i e  hat dieser Text auf ihn gewirkt oder gar ausgelöst an Fragen.

Rogate-Frage: Manche an der Bibel-Interesierte erzählen, dass sie versuchten, die Bibel von Anfang an bis zum Ende durchzulesen. Ist dieser Weg sinnvoll?

Franz-Michael Mohrenweiser: Die Bibel ist kein Lesebuch im herkömmlichen Sinne. In der Exegese sagt man, dass sie inspiriert sei, also nicht nur Menschenwerk ist und von ihm erdacht als eine schöne Lektüre, sondern der Heilige Geist habe – möchte es so mal ausdrücken -, mit dem Schreiber mitgeschrieben und eingegeben. Deshalb ist es letztlich Gottes Wort. Gott bedient sich des Menschen, um sich ihm verstandesmäßig mitzuteilen. Deshalb halte ich es nicht für ratsam, es von Anfang an bis zum Ende zu lesen, weil jeder einzelne Abschnitt und Text schon eine ganz persönliche Aussage und auch Mitteilung Gottes an den Leser ist.

Rogate-Frage: Welche Brille setzen Sie auf, wenn Sie privat in der Bibel lesen und wie sprechen die Inhalte dann zu Ihnen?

Franz-Michael Mohrenweiser: Nicht anders, als ich es in der zweiten Frage gesagt habe. Auch im Lesen der Bibeltexte ganz privat, spricht Gott zu mir, der mir dadurch was sagen will, was für mein Leben wichtig ist! Dabei habe ich natürlich auch immer im Hinterkopf – wie die Exegesen sagen – , den Sitz im Leben des jeweiligen Textes und seiner Aussage, die
an mich ganz persönlich gerichtet ist. Ich muss den Text übersetzen in unsere Zeit und Verständnis, umzusetzen im meine derzeitige Lebenssituation und den Bezug zu meinem jetzigen Leben herzustellen.

Rogate-Frage: Es gibt Fragende, die gerne beten möchten und nicht wissen wie. Ihr Tipp?

Franz-Michael Mohrenweiser: Ich versuche demjenigen klarzumachen, das Beten sprechen ist wie mit einem guten Freund, also auch hier im Gebet ich mit Gott reden kann, ganz normal ohne Floskeln und großartigen Worten oder gar festgelegten Texten. Wie redest Du mit Deinem Freund? Genauso rede mit Gott, wenn Du betest!

Rogate-Frage: Welche Rituale können für die Bibellese und das Beten hilfreich sein?

Franz-Michael Mohrenweiser:  Es braucht keine Rituale, zumal wir von Menschen ausgehen, die keine Profis sind in dieser Richtung. Jeder muss für sich herausfinden, wie er sich die Schrift erschließt, um daraus Nutzen für sein persönliches Leben zu ziehen. Die Methode kann ganz verschieden sein, sie muss dem einzelnen Leser und Beter angemessen sein; denn jeder ist in der Schrift der Bibel und im Gebet ganz persönlich gemeint und angesprochen. Es ist und bleibt letztlich ein Abenteuer und eine ganz persönlich Begegnung mit Gott im Lesen der Bibel und im Gebet!

Weitere Informationen über die Wallfahrtskirche Maria Plain hier: mariaplain.at

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg, Lageplan:

  • Einladung LichtvesperDienstag, 25. November 14 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, in der Kapelle der Kirche
  • Donnerstag, 27. November | 19:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet, in der Kapelle der Kirche
  • Sonnabend, 29. November 2014 | 18:00 Uhr, Lichtvesper, Kapelle Zwölf-Apostel-Kirche (mit der Alt-katholischen Gemeinde)
  • Dienstag, 2. Dezember 2014 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, in der Kapelle der Kirche
  • Donnerstag, 4. Dezember 2014 | 19:30 Uhr, Adventsandacht, Zwölf-Apostel-Kirche. Orgel: Malte Mevissen.

 

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