Fünf Fragen an: Prälat Tobias Przytarski, Diözesanadministrator im Erzbistum Berlin

Fünf Freitagsfragen an Prälat Tobias Przytarski, Diözesanadministrator des Erzbistums Berlin, über die zeitweise Leitung einer Ortskirche, bereits begonnene Dinge und die gewünschte Offenheit eines neuen Erzbischofs.

Prälat Tobias Przytarski (Bild: Erzbistum Berlin)Prälat Tobias Przytarski leitet als Diözesanadministrator seit Ende September das Erzbistum Berlin in der Zeit der Vakanz bis zur Ernennung und Einführung eines neuen Erzbischofs. Przytarski ist gebürtiger Berliner, Theologie und Kirchenrecht studierte er in Paderborn und Rom. Er vertritt die katholische Kirche auch im Rundfunkrat des rbb, zuletzt war er als Generalvikar von Kardinal Woelki gewissermaßen der Leiter der Verwaltung des Erzbistums Berlin.

Rogate-Frage: Herr Diözesanadministrator Przytarski, Sie leiten übergangsweise das Erzbistum Berlin. Wie kommt man zu so einem besonderen Amt und welche Aufgaben sind von Ihnen zu erfüllen?

Tobias Przytarski: Das Metropolitankapitel wählt – in der Regel aus seinen Reihen – einen Diözesanadministrator für die Zeit der Vakanz, also solange wir keinen Erzbischof haben. Da ich schon vorher als Generalvikar unter Kardinal Woelki in allen Fragen der Verwaltung und Leitung beteiligt war, lag dies auch nahe. Als Diözesanadministrator habe ich die Aufgabe, das Erzbistum Berlin so zu leiten, dass kein Stillstand eintritt, dass aber auch keine Entscheidungen getroffen werden, die den künftigen Bischof unnötig festlegen würden.

Rogate-Frage: Vor welchen Herausforderungen steht das Bistum und welche Aufgaben sind in den nächsten Jahren vom neuen Erzbischof zu bearbeiten?

Tobias Przytarski: Ich werde dem neuen Bischof keine „To-do-Liste“ vorlegen, wenn er in Berlin sein Amt antritt, aber bestimmte Aufgaben wurden bereits in Angriff genommen und müssen fortgeführt werden. Wir haben den Prozess „Wo Glauben Raum gewinnt“ begonnen, an der damit verbundenen Frage „Wie können wir auch morgen noch eine Kirche für die Menschen sein?“ kommt niemand vorbei. Und dann muss dringend an der St. Hedwigs-Kathedrale etwas gemacht werden, auch das ist unstrittig. Was und in welchem Umfang, diese Entscheidung wird der neue Erzbischof von Berlin fällen müssen. Ich sehe meine Aufgabe darin, Vorbereitungen zu treffen, dass er eine gute Entscheidung fällen kann.

Rogate-Frage: Welche Talenten muss ein leitender Geistlicher in Berlin haben? Welche Fähigkeiten sollten bei der Auswahl eines römisch-katholischen Hauptstadtbischofs eine Rolle spielen?

Tobias Przytarski: Weder Kardinal Sterzinsky noch Kardinal Woelki hat der Titel „Hauptstadtbischof“ gut gefallen. Das Erzbistum Berlin ist viel größer als die Hauptstadt, es gehören große Teile Brandenburgs und Vorpommern mit dazu. Das Erzbistum Berlin ist – wie die ganze Region – geprägt von Zuzügen und starken demographischen Veränderungen. Jeder fünfte Katholik im Erzbistum Berlin und sogar jeder vierte im Land Berlin ist nicht-deutscher Muttersprache. Wir haben die Weltkirche vor der Haustür. Wer in Berlin Bischof sein wird, sollte daher von einer großen Offenheit und Gastfreundschaft geprägt sein. Das Metropolitankapitel, dem ich angehöre und das den neuen Bischof aus einer Liste mit drei Namen wählen wird, hat sich bereits mit vielen verschiedenen Menschen und Gruppen getroffen, um auch deren „Anforderungsprofile“ kennenzulernen.

Rogate-Frage: Warum sind Sie Priester selbst geworden? Und welches Verständnis haben Sie persönlich vom Priesteramt und seiner Gestaltung?

Tobias Przytarski: Ich sehe meine Aufgabe als Priester darin, Menschen zusammen zu bringen. Sie zu versammeln zur Feier der Eucharistie, sie zu sammeln um den Altar. Ich leite und diene zugleich. Denn letztlich ist es Christus selbst, der uns um den Altar versammelt, dessen Auftrag „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ wir erfüllen.

Rogate-Frage: Wie würden Sie Ihre eigene Spiritualität beschreiben? Wann haben Sie Zeit für Gott und das Gebet? Welche Frömmigkeit leben Sie?

Tobias Przytarski: Schon bei der Diakonenweihe habe ich mich – wie es für katholische Geistliche üblich ist – verpflichtet, das Stundengebet zu beten. Das prägt – von der Laudes bis zu Komplet – meinen Tag und gibt mir Orientierung, Halt und oft auch Trost. Ansonsten kann und soll man Gott ja in allen Dingen dienen – auch in solchen, die man nicht automatisch mit dem priesterlichen Dienst verbindet. Ich versuche, dies alles, vor allem aber die Menschen, mit denen ich zu tun habe, in die tägliche Feier der Heiligen Messe hineinzunehmen.

Rogate: Herr Prälat Przytarski, vielen Dank für das Gespräch!

Mehr über das Erzbistum erfahren Sie hier: Erzbistumberlin.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg, Lageplan:

  • Dienstag, 9. Dezember 2014 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, in der Kapelle der Kirche
  • Donnerstag, 11. Dezember 2014 |19:30 Uhr, Adventsandacht, Zwölf-Apostel-Kirche. Orgel: Malte Mevissen.
  • Sonnabend, 13. Dezember 2014 | 12:00 Uhr, Mittagsgebet und Andacht für Trauernde, Andacht für TrauerndeNeuer-Zwölf-Apostel-Kirchhof, Werdauer Weg 5, S Schöneberg. Mit Pastor Michael Noss, Baptistische Gemeinde Schöneberg
  • Donnerstag, 18. Dezember 2014 | 19:30 Uhr, Adventsandacht, Zwölf-Apostel-Kirche. Orgel: Malte Mevissen.
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