Fünf Fragen an: Frank Henkel, Senator für Inneres und Sport, Berlin

Fünf Freitagsfragen an Frank Henkel, Senator, über seine Spiritualität, seine Sicht auf das Kirchenasyl und die Bedeutung des „C“ im Namen seiner Partei.

Frank Henkel (Bildrechte: Tobias Schulte)Frank Henkel wurde am 16. November 1963 in Berlin geboren. Seit Dezember 2011 ist er Senator für Inneres und Sport und Bürgermeister von Berlin. Henkel ist zudem Landesvorsitzender der Hauptstadt-CDU und Vater eines zweijährigen Sohnes.

Rogate-Frage: Herr Senator Henkel, wie ist Ihr Verhältnis zur Kirche? Was schätzen Sie an Ihr?

Frank Henkel: Ich bin überzeugter katholischer Christ und verfolge die Entwicklungen und das Leben meiner Kirche mit großem Interesse. Nicht zuletzt durch den jetzigen Papst nehme ich eine Aufbruchsstimmung wahr, die deutlich macht, dass die Kirche Teil der Welt und kein weltfernes Konstrukt ist. Wenn es mir möglich ist, versuche ich, Gottesdienste zu besuchen. Das ist mir wichtig. Ich freue mich für jede und jeden, die einen solchen Anker haben – unabhängig von der Frage, ob oder welcher Kirche sie angehören.

Rogate-Frage: Zur Gesundheit gehört nach der WHO-Definition die Spiritualität. Wie würden Sie Ihre eigene persönliche Form beschreiben?

Frank Henkel: Ich versuche, so gut es geht auf mich zu achten. Als Politiker hat man es dabei nicht ganz so einfach. Ich habe einen sehr vollen Terminkalender und esse oft unregelmäßig. Vieles ist fremdbestimmt. Meine knapp bemessene Freizeit gehört der Familie. Ich bin Vater eines zweijährigen Sohnes und verbringe so viel Zeit wie nur möglich mit ihm. Wichtig ist ein angemessener Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben, der auch nicht immer gelingt. Ich schätze auch die Augenblicke, in denen ich allein bin und dann Zeit zum Nachdenken finde. In diesen Momenten versuche ich zur Ruhe zu kommen und auch mental aufzutanken.

Rogate-Frage: Wie erleben Sie kirchliches Engagement in Berlin und wo kommen Sie als Politiker damit in Berührung?

Frank Henkel: Die Berührungsmöglichkeiten mit Religionsgemeinschaften in unserer Stadt sind für mich vielfältig. Bei vielen Terminen und Begegnungen habe ich Kontakt zu den verschiedenen christlichen Kirchen, der jüdischen Gemeinde und Muslimen. Die katholische und evangelische Kirche erlebe ich sehr engagiert, etwa in sozial-caritativen Fragen. Ich denke auch an Krankenhäuser und Kindertagesstätten in kirchlicher Trägerschaft. Die konfessionellen Schulen gehören für mich und meine Partei unverzichtbar zum Bildungsangebot in unserer Stadt.

Rogate-Frage: Das Kirchenasyl hat eine lange Tradition und Bedeutung auch in unserer Zeit. Was denken Sie als Innensenator über diese besondere Form der Zuflucht?

Frank Henkel: Es stimmt, dass das Kirchenasyl eine lange Tradition hat und vor Willkür schützen soll. So konnten sich etwa Frauen vor Zwangsverheiratung schützen. In Deutschland wird das Kirchenasyl derzeit gelegentlich im Zusammenhang mit Flüchtlingen thematisiert. Der entscheidende Unterschied zu früheren Zeiten liegt darin, dass die Ausländerbehörden keine willkürlichen Entscheidungen treffen, sondern rechtlich begründete, gegen die wiederum der Rechtsweg offensteht. Es ist beileibe nicht so, dass ein Asylbewerber hilf- und rechtlos ein Verfahren über sich ergehen lassen muss. Hinzu kommt, dass über Härtefälle im Asylrecht auch eine besondere Kommission entscheidet. Ich denke also, dass die Instrumente abseits des Kirchenasyls ausreichend sind.

Rogate-Frage: Im vergangenen Europa-Wahlkampf sagte wieder mancher Kandidat: „Religion ist Privatsache“. Wie stehen Sie als Mitglied einer Partei mit dem „C“ im Namen zu dieser Aussage?

Frank Henkel: Der Glaube kann Maß und Richtschnur politischen Handelns sein. Ich verstehe das so, dass ich als Christ in dieser Welt stehe und in meinen politischen Ämtern für sie Verantwortung trage. Bei meiner Vereidigung zum Senator habe ich den Zusatz „so wahr mir Gott helfe“ verwandt. Ich habe meinen Glauben, aber auch ich bin mit meiner Gottsuche nicht am Ende. Papst Benedikt XVI hat auf die Frage, wie viele Wege es zu Gott gibt, geantwortet: so viele wie es Menschen gibt.

Rogate: Vielen Dank, Herr Senator Henkel, für das Gespräch!

Weitere Informationen: berlin.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg, Lageplan:

Zwischen dem 27. Dezember und dem 13. Januar 2015 halten wir eine gottesdienstliche Winterpause.

  • Dienstag, 13. Januar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 20. Januar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 27. Januar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 3. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 10. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 17. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Unseren Aushang mit den Gottesdienstterminen im Januar finden Sie hier.
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