Fünf Fragen an: Ulrike Kostka, Direktorin der Caritas im Erzbistum Berlin

Fünf Freitagsfragen an Prof. Dr. Ulrike Kostka, Direktorin der Caritas im Erzbistum Berlin, über die Spiritualität ihres Verbandes, eine christlich geprägte Umgangs- und Führungskultur und verunsicherte Spender.

Prof. KostkaProf. Dr. Ulrike Kostka stammt aus Niedersachen, studierte Katholische Theologie in Münster und Gesundheitswissenschaften in Bielefeld und engagiert sich für Bildungschancen für benachteiligte Kinder und eine zukunftsfähige Flüchtlingspolitik.

Rogate-Frage: Frau Professorin Kostka, gibt es eine Spiritualität der Caritas? Und wenn ja, wie würden Sie sie beschreiben?

Ulrike Kostka: Es gibt eine Spiritualität der Caritas. Uns trägt das Beispiel Jesu, der nicht nur gepredigt hat, sondern auch Kranke geheilt hat. Durch ihn sind Menschen am Rande wieder zu Menschen im Sinne des Reiches Gottes geworden. Das fasziniert uns. Unsere Arbeit wäre ohne den Glauben nicht denkbar.

Rogate-Frage: Sogar die Weltgesundheitsorganisation sagt, dass zur Gesundheit Spiritualität dazu gehöre. Wie können die konfessionellen Wohlfahrtsverbände in ihrer Arbeit diesem Anspruch gerecht werden?

Ulrike Kostka: Es geht darum, dass die biblische Botschaft mitten in die Organisation kommt. Der Glaube sollte für die ehrenamtlichen und beruflichen Mitarbeitende erfahrbar sein durch entsprechende vielfältige spirituelle Angebote, eine christlich geprägte Umgangs- und Führungskultur und eine sozialethische Reflexion bei Entscheidungen. Wir verstehen uns als Kirche und fühlen uns eng verbunden mit dem Erzbistum, den Pfarrgemeinden und allen, die Kirche mit uns sind.

Rogate-Frage: Die professionelle Arbeit eines Wohlfahrtsverbands wie der Caritas ist beispielsweise in der ambulanten Pflege stark dem Markt und dem Kostendruck unterworfen. Zeit ist Geld und mehr Zuwendung wird nicht durch die Kostenträger refinanziert. Wie gehen Ihre Mitarbeitenden in der Caritas und Sie damit um?

Ulrike Kostka: Das ist ein großes Problem. Die Kirchensteuermittel und Spenden helfen uns sehr, dass wir viele Projekte machen können, die sonst nur wenige machen wie zum Beispiel die Ambulanz für Wohnungslose am Bahnhof Zoo oder auch Hospizarbeit. Der finanzielle Druck ist sehr hoch und wirkt sich auch auf die Arbeit aus. Wir spüren ihn täglich und geraten dadurch in Dilemmata, wenn zum Beispiel Pflegebedürftige einsam sind und viel mehr Unterstützung bräuchten als zeitlich und finanziell möglich ist. Hier helfen uns viele Ehrenamtliche.

Rogate-Frage: Das Engagement von Ordensfrauen und -männern ist für die Ausgestaltung der Caritas wichtig. Was bringen Schwestern und Brüder im Ordensstand in die Caritas ein? Was ist an ihrer Arbeit anders im Vergleich zum Dienst von zivilen Mitarbeitern?

Ulrike Kostka: Es gibt nicht mehr viele Ordensleute im aktiven Dienst der Caritas. Aber die Präsenz jeder auch älteren Ordensschwester zum Beispiel im Krankenhaus ist ein Segen. Wir haben einen engen Kontakt zu vielen Ordensgemeinschaften aufgebaut und ich habe im Frühjahr alle Ordensschwestern zu uns eingeladen. Ordensleute sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Caritas. Sie sind sichtbare Zeugen Christi. Ich freue mich sehr, dass wir eine junge Ordensschwester jetzt für unsere Wohnungslosenambulanz gewinnen konnten.

Rogate-Frage: Die Ereignisse in Limburg und die Berichterstattung über den Bischofssitz von Tebartz-van Elst haben in einigen kirchlichen Organisationen zu einem geringerem Spendeneingang geführt. Welche Auswirkungen hatte es für die Caritas im Erzbistum Berlin?

Ulrike Kostka: Noch spüren wir keine großen Auswirkungen, aber es hat dem Image der Kirche schwer geschadet. Und die Spender sind verunsichert. Aber Gott sei Dank erhalten wir sehr viel Unterstützung durch Zeitspenden, Sach- und Geldspenden.

Rogate: Vielen Dank, Frau Professorin Kostka für das Gespräch!

Mehr Infos finden Sie hier: dicvberlin.caritas.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg, Lageplan:

  • Dienstag, 10. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 17. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche, anschließend Rogate-Bibelgespräch
  • Donnerstag, 19. Februar 2015 | 20:30 Uhr, Komplet in der Kapelle der Kirche mit Austeilung des Aschekreuzes zu Beginn der Passionszeit.
  • Dienstag, 24. Februar 15 | 19:00 Uhr, Eucharistie, in der Kapelle der Kirche.
  • Donnerstag, 26. Februar 2015 | 20:30 Uhr, Passionsandacht in der Kapelle der Kirche.
  • Unseren Februar-Plan finden Sie hier.

 

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