Rückschau: „Europa in Schutt und Asche“ – Andacht zum 70. Jahrestag des Kriegsendes in Berlin

Presse-Information der Evangelischen Seelsorge in der Bundeswehr:

„Christen des Berliner Rogate-Klosters St. Michael erinnern an Weltkriegsende vor 70 Jahren“

Ansprache des Militärbischofs Dr. Rink (Bild: Militärseelsorge/Roger Töpelmann)

Mit einer Andacht zum Gedenken an das Weltkriegsende in Europa haben am Vorabend des 8. Mai Christen des Berliner Rogate-Klosters St. Michael auf die Befreiung Deutschlands vor 70 Jahren aufmerksam gemacht.

In die Zwölf-Apostel-Kirche des Klosters im Bezirk Schöneberg hatten sie Militärbischof Dr. Sigurd Rink eingeladen, der sagte, bei jeder Erinnerung gehe es geistlich ums Beten, das sich die Gottesdienstgemeinschaft mit dem Namen Rogate („Betet“) zur Aufgabe gemacht habe. Seine eigene Familie habe Wurzeln in Schöneberg, wo sein Großvater bis 1945 Pfarrer gewesen sei. Immerhin neun Kinder hätten die Großeltern in den 20er und 30er Jahren großgezogen. Doch der 2. Weltkrieg habe die Familie schwer gezeichnet: Zwei der Söhne seien gefallen, ein anderer emigrierte nach Amerika, wo er sich das Leben nahm. Ein Vierter kam schwer verwundet zurück. Die Mutter sei durch die Kriegsfolgen völlig entkräftet auf der Flucht gestorben. Diese Miniatur der Kriegsereignisse mache verstehbar, welche existentielle Not im Leben der Menschen damals geherrscht habe. 70 Jahre nach der Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem europäischen Kontinent lasse sich der Tag als Befreiung und Erlösung verstehen. Die Schicksale seiner Familie machten zugleich deutlich, wie schwer Menschen durch die düsteren Ereignisse gezeichnet gewesen seien. Hass, Verfolgung und Rassenwahn hätten Millionen von Menschen das Leben gekostet. „Am Ende lagen Europa, auch die eigene Heimat in Schutt und Asche“, erinnerte der Bischof seine Zuhörer. Bei aller schweren Erinnerung wolle er aber zugleich auf den Neuaufbruch aufmerksam machen, den die Kirchen in ökumenischer Gemeinschaft hätten seitdem gestalten können. Das Gebet sei dabei ein verbindendes Zeichen der Hoffnung für eine Zukunft in Frieden.

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Fürbittengebet (Bild: Militärseelsorge/Roger Töpelmann)

Im Ablauf der Liturgie hatten die schwedische Geistliche Ann Kathrin Bosbach, die Brüder des Rogate-Klosters Willehad und Franziskus sowie der Schöneberger Bezirksverordnete Matthias Steuckardt Gebete und Lesungen gesprochen, die Klagen und Bitten, aber auch das Vertrauen in einen friedensstiftenden Gott zum Ausdruck brachten.

Text und Fotos: Roger Töpelmann

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