Ausstellung: Grußwort von Tom Schreiber, MdA, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”

Am Dienstag, 4. August 15 | 19:00 Uhr, feiern wir einen Eröffnungsgottesdienst zur Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”,  ein Foto- und Textprojekt-Engagement von Kathrin Stahl über und für transidente Menschen. Dazu erreichte uns das folgende Grußwort:

„Das Leben leben“ von Tom Schreiber, MdA, SPD Berlin

Tom Schreiber (SPD), Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (Bild: John Aigner)

Tom Schreiber (SPD), Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (Bild: John Aigner)

Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, eine Fotoausstellung mit dem wundervollen Titel „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“ zu verwirklichen. Oft sagen Bilder mehr als tausend Worte. Was ist im Jahr 2015 schon Normalität? Die Begegnung mit dem Anders-Sein, das Akzeptieren von verschiedenen Lebensentwürfen und vor allem die gesellschaftliche Unterstützung in schwierigen Lebenslagen? Heute muss jede und jeder dafür kämpfen, in unserer Gesellschaft seinen oder ihren Platz zu finden.

Beim Thema Transsexualität und transidente Menschen zeigt sich leider, wie die Lebenswirklichkeit in unserer Gesellschaft immer noch ist. Besonders den Menschen gegenüber, die in diesem Zusammenhang ihren eigenen Weg gehen können, werden viele Steine in den Weg gelegt. Es fängt im öffentlichen Raum etwa damit an, dass Passanten transsexuelle Menschen begaffen oder sich homophob äußern. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu körperlichen Übergriffen. Die Diskriminierung hört bei Behördengängen, etwa im Kontakt mit Krankenkassen nicht auf. Die psychischen und physischen Belastungen sind enorm. Diesen Weg von Anfang bis Ende zu beschreiten, verdient Respekt und Anerkennung – und vor allem jede mögliche Unterstützung.

Niemand kann sich aussuchen, wo er oder sie aufwächst bzw. in welchem sozialen Umfeld er oder sie groß wird. Die Ausstellung “Max ist Marie” thematisiert im Kern das Leben von transidenten Menschen in Deutschland und auch im Ausland. Seit Mai 2014 ist die Fotografin Kathrin Stahl unterwegs um hierzu Menschen zu porträtieren. Dafür gilt ihr mein Dank und meine Anerkennung.

Im politischen Raum können wir im Rahmen der Initiative Sexuelle Vielfalt (ISV) die Leitplanken zur Unterstützung setzen und die Debatte befördern. Wir sagen beispielsweise, dass im Mittelpunkt für uns der Schutz vor Verletzung der Grundrechte und die Stärkung der Selbstbestimmung im Zusammenhang mit der Geschlechtsidentität steht. Zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit intergeschlechtlicher Neugeborener und Kleinkinder wirkt der Senat darauf hin, die Sensibilisierung und Information von medizinischem Fachpersonal zu intensivieren und die interdisziplinär ausgerichtete Begleitung und Beratung von Eltern in notwendigen Entscheidungsprozessen voranzubringen. Die Anerkennung des Rechts auf ein Leben in Einklang mit der selbstbestimmten Geschlechtsidentität ist für uns ein hohes Gut.

Diese Fotoausstellung kann ein Impulsgeber sein, um die Blickwinkel der Gesellschaft zu öffnen – Hin zu der Selbstverständlichkeit, dass „Leben zu leben“.

Ihr Tom Schreiber

Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, Queerpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“, ein Foto- und Textprojekt-Engagement von Kathrin Stahl

    Dienstag, 4. August 15 | 19:00 Uhr, Eröffnungsgottesdienst zur Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”,  ein Foto- und Textprojekt-Engagement von Kathrin Stahl über und für transidente Menschen. Grußwort von MdB Harald Petzold, Oranienburg. Die Ausstellung ist bis zum 13. September sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der “Offenen Kirche” sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen.

  • Donnerstag, 6. August | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Prälat Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter

    „Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen“.

    des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union zu „. . . aus dieser Welt uns nehmen“. Orgel: Manuel Rösler.

  • Dienstag, 11. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 13. August | 20:30 Uhr, Andacht „Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen“. Impuls: Renate Künast, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, zu „Und lass uns ruhig schlafen„. Orgel: N.N.
  • Dienstag, 18. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 20. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 25. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 27. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 1. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Rogate-Abend zum Monat der Diakonie “Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben” zum Thema der Behandlung transidenter Menschen, mit Dr. Sascha Bull, leitender Oberarzt der Abteilung Plastische und Handchirurgie in der Elisabeth Klinik der Paul-Gerhardt-Diakonie
  • Sonnabend, 5. September 15 | 14:00 Uhr, Führung mit der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement über und für transidente Menschen. Eine Veranstaltung zum Monat der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz​.
  • Den Fördervereinsflyer finden Sie hier. Unseren August-Plan finden Sie hier.
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