Ausstellung: Grußwort von Stefan Evers, MdA, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter…”

Seit Anfang August zeigt das Rogate-Kloster in der Zwölf-Apostel-Kirche die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl über und für transidente Menschen. Die Ausstellung ist bis zum 13. September 2015 sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der „Offenen Kirche“ (Öffnungszeit in Verantwortung der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde) sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen. Zur Ausstellung erreichte uns das folgende Grußwort:

Grußwort von Stefan Evers, MdA, CDU Berlin

Stefan Evers, MdA (Foto: Marko Bußmann)

Ich freue mich sehr, für Ihre Ausstellung zu einem so wichtigen wie facettenreichen Thema ein persönliches Grußwort beitragen zu dürfen.

Trotz aller Emanzipation, Gleichstellungspolitik und kritischer Reflexion traditioneller Geschlechterrollen sind Transsexualität bzw. Transidentität für viele noch immer ein Gebiet der Unklarheit und leider auch der Vorurteile.

Es ist ein schwieriges, ein ausgesprochen sensibles Thema, das viele Menschen von Kindesbeinen an begleitet. Das Empfinden im „falschen Körper“ zu leben, kann bereits im frühesten Kindesalter auftreten. Transidente Menschen begegnen uns nicht erst als Erwachsene. Sie bereits in jungen Jahren wahr- und ernst zu nehmen ist allerdings eine besondere Herausforderung für unsere Gesellschaft.

Alle Kinder verleihen ihrem Geschlechtsempfinden Ausdruck. Doch wenn dies nicht mit den Rollenzuschreibungen der Umwelt überein stimmt, kann es zu Konflikten und nicht selten zu beträchtlichen Belastungen für die Kinder und deren Familien kommen. Jugendliche, für die ihr biologisches Geschlecht nicht mit ihrem inneren Empfinden überein stimmt, geraten in Situationen, die problematisch bis kritisch sein können. Ausgrenzungen wegen der Geschlechtsidentität oder Diskriminierungen wegen des Geschlechtsausdrucks sind dann für sie alltägliche Erfahrungen. Den Kindern und Jugendlichen werden „Steine in den Weg gelegt“, die sie in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit einschränken und durch damit verbundene negative Erfahrungen ihr weiteres Leben immer wieder erheblich erschweren können.

Es ist meine feste Überzeugung: Alle Kinder und Jugendlichen sollen so aufwachsen, dass sie wissen und selbstbewusst sagen können, dass sie so in Ordnung sind wie sie sind und empfinden. Es ist die Aufgabe von Eltern, von Jugendhilfe und Schule, Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten und zu unterstützen.

Die gesellschaftliche Debatte über Trans- und Intergeschlechtlichkeit, die von der politischen Emanzipationsbewegung angestoßen wurde, hat in den letzten Jahren eine breite Öffentlichkeit erreicht. Und diese Debatte hat erst die Möglichkeit eröffnet, dass das, was Kinder über ihr Geschlechtsempfinden äußern, gehört wird. Die Meinungen über den richtigen Umgang mit diesen Fragen sind sehr unterschiedlich.

Deshalb ist es so wichtig, dass die Menschen informiert sind, genau hinschauen und kompetent mit Fragen der Geschlechtsidentität umgehen. Für uns politische Entscheidungsträger gilt das in ganz besonderer Weise.

Umso mehr freue ich mich, wenn diese Ausstellung zu mehr Verständnis, Toleranz und gesellschaftlicher Akzeptanz für die Lebenswirklichkeit transidenter Menschen beitragen wird. Mein Dank gilt allen, die dieses Projekt zu verwirklichen geholfen haben!

Stefan Evers

Mitglied des Abgeordnetenhauses, Stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion, Sprecher für Stadtentwicklungspolitik, Sprecher im Untersuchungsausschuss Flughafen BER

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Heute, Donnerstag, 13. August | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Renate Künast, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, zu „Und lass uns ruhig schlafen“.
  • Dienstag, 18. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 20. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 25. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 27. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 1. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Rogate-Abend zum Monat der Diakonie “Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben” zum Thema der Behandlung transidenter Menschen, mit Dr. Sascha Bull, leitender Oberarzt der Abteilung Plastische und Handchirurgie in der Evangelischen Elisabeth Klinik der Paul-Gerhardt-Diakonie.
  • Sonnabend, 5. September 15 | 14:00 Uhr, Führung mit der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement über und für transidente Menschen. Eine Veranstaltung zum Monat der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz​.
  • Den Fördervereinsflyer finden Sie hier. Unseren August-Plan finden Sie hier.
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