Ausstellung: Grußwort von Volker Beck, MdB, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter…”

Seit Anfang August zeigt das Rogate-Kloster in der Zwölf-Apostel-Kirche die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl über und für transidente Menschen. Die Ausstellung ist bis zum 13. September 2015 sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der „Offenen Kirche“ (Öffnungszeit in Verantwortung der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde) sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen. Zur Ausstellung erreichte uns das folgende Grußwort:

MdB Volker Beck (FotoAngelika Kohlmeier)

Grußwort von Volker Beck, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter…”

Liebe Gäste,

in der Genesis lesen wir, dass Gott die Vielfalt seiner Schöpfung sah, und erkannte, dass sie sehr gut sei. Zur Vielfalt der göttlichen Schöpfung gehört auch, dass wir Menschen in unserer  Unterschiedlichkeit gleich an Würde und Rechten sind.

Es freut mich sehr, dass die Fotoausstellung „Max ist Marie“ hier, im Rogate-Kloster zu sehen ist. Diese Ausstellung gehört genau hier hin, denn sie zeigt, was Kirche sein soll: ein Ort für alle Menschen, ein Ort für alle Menschen, Männer wie Frauen, für Homo-, Bi- und Heterosexuelle genau wie für Transidente und Transsexuelle. Ein Ort, an dem man oder frau sich mit Respekt begegnet.

Nicht nur der Fotografin Kathrin Stahl gilt mein Dank und meine Anerkennung für dieses Projekt. Auch und gerade den Teilnehmenden, die sich fotografieren ließen und ein Teil
ihres Lebens damit sichtbar, greifbar und verstehbar machten, gilt Dank. Dazu gehört Mut, denn immer noch wird transidenten und transsexuellen Menschen vielerorts noch mit Vorurteilen, Ablehnung und Transphobie begegnet. Die herrschende Rechtslage macht es nicht einfacher: Für transidente Menschen ist die neue Möglichkeit des Personenstandsrechts ein erster Schritt. Aber Gesellschaft und Staat müssen sich fragen: Ist das Recht für die
Menschen oder sind die Menschen  für das Recht da? Was muss woran angeglichen werden?

Das Transsexuellengesetz (TSG) ist über 30 Jahre alt. Es baut unbegründete Hürden für die Änderung des Vornamens und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit auf. Ein
modernes Transsexuellengesetz muss die Selbstbestimmung und Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellen und die Betroffenen selbst über ihre Geschlechtszugehörigkeit
bestimmen lassen. Für uns ist klar, dass nur Betroffene über ihre geschlechtliche Identität Auskunft geben können. Entwürdigende Diagnoseverfahren zur Änderung des Namens oder der Geschlechtseintragung gehören abgeschafft.

Zum Mut und Engagement diese Themen hier sichtbar zu machen und Ort der Begegnung im Sinne der Nächstenliebe zu schaffen, gratuliere ich herzlich und wünsche viel Erfolg.

Volker Beck

Mitglied des Deutschen Bundestags. Innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages und Sprecher für Religionspolitik seiner Fraktion.

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Donnerstag, 20. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 25. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 27. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 1. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Rogate-Abend zum Monat der Diakonie “Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben” zum Thema der Behandlung transidenter Menschen, mit Dr. Sascha Bull, leitender Oberarzt der Abteilung Plastische und Handchirurgie in der Evangelischen Elisabeth Klinik der Paul-Gerhardt-Diakonie.
  • Donnerstag, 3. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Sonnabend, 5. September 15 | 14:00 Uhr, Führung mit der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement über und für transidente Menschen. Eine Veranstaltung zum Monat der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz​. Die Ausstellung ist bis zum 13. September sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der “Offenen Kirche” sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen.
  • Dienstag, 8. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, anschließend (ca. 19:45 Uhr) Rogate-Abend zum Monat der Diakonie: “Alkohol– und Medikamentenabhängigkeit erkennen und Angehörigen helfen“. Mit Dipl.-Sozialpädagogin Anja Wenzel-Otto, Notdienst Berlin e.V.
  • Donnerstag, 10. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Den Fördervereinsflyer finden Sie hier. Unseren August-Plan finden Sie hier. Unseren September-Flyer finden Sie hier.
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