Läuteordnung: Totenglocken heute während der „Tagesschau“ für gestorbene Flüchtlinge

Von Frank Morgenstern.

Frank Morgenstern, Pastor der Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven. Bild: Christusnews.de

Es gibt Dinge, von denen hat man noch nie gehört.

Wussten Sie, dass es eine Läuteordnung gibt? Die bestimmt in einer Gemeinde, wann und wie die Glocken geläutet werden. Manche sagen dass die Glocken nur zum Gottesdienst läuten. Andere haben die Tradition, dass am Samstagabend der Sonntag eingeläutet wird. Früher wussten manche noch, dass in Notsituationen, wenn das Wasser über die Ufer trat, wenn Feuer ausbrach, die Menschen über die Glocken gewarnt wurden. Und vielen ist noch bekannt, dass in den meisten Kirchen eine Glocke geläutet wird, wenn ein Trauergottesdienst zu Ende geht oder ein Sarg auf den Friedhof getragen wird.

Heute Abend werden viele Glocken in Wilhelshaven und rundherum läuten. Sie werden für die vielen tausend Menschen geläutet, die in den vergangenen Monaten und Jahren auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind. Von 20 bis 20.15 Uhr erinnern und mahnen die  jeweiligen Totenglocken der Kirchen, an die Toten zu erinnern und rufen zum Gebet für Tote und Lebende auf. Gut so!

Hören Sie diesen Beitrag bei Radio Jade hier.

Hintergrund
Rund 750 Kirchengemeinden in Österreich und in Deutschland werden nach Schätzungen der Initiatoren heute (2. Oktober 2015) während der “Tagesschau” (20:00 bis 20:15 Uhr), die jeweilige Totenglocke ihrer Kirche zu läuten, um an die auf der Flucht gestorbenen Menschen zu erinnern, zu mahnen und um damit zum Gebet für Tote und Lebende sowie zur Erinnerung an die Flüchtlinge aufzurufen. Das Gedenkläuten in Österreich war heute bereits um 15:00 Uhr. Wir gehen nach Rückmeldungen aus den Regionen von rund 400 beteiligten Kirchen bundesweit aus, für Österreich liegen die Schätzungen bei 350 Gemeinden. Eine aktuelle Übersicht uns gemeldeter geplanter Gedenkgeläute finden Sie hier.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zum Läuten der Freiheitsglocke am Abend​: „Tempelhof-Schöneberg steht für Vielfalt, Toleranz und einer großen Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen. Viele von ihnen tragen aber das Trauma in sich, einen Freund oder Angehörigen auf der Flucht verloren zu haben. Wir gedenken mit dem Läuten der Glocken gemeinsam den Toten und helfen den hier Lebenden. Beides gehört zusammen!“

Wir laden heute ein: Freitag, 2. Oktober 2015 | 20:15 Uhr, Ökumenischer Gedenkgottesdienst für auf der Flucht gestorbene Menschen.

Mitwirkende: Propst Dr. Christian Stäblein, EKBO, Pfarrer Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent im Kirchenkreis Schöneberg, Pfarrerin Beate Dirschauer, Flüchtlingskirche Kreuzberg, Erzpriester Girgis El Moharaki, koptisch-othodoxe Gemeinde Berlin, und Br. Franziskus, Rogate-Kloster. Orgel: Manuel Rösler.

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