Fünf Fragen an: Sigrun Neuwerth, Präses der Synode der EKBO

Fünf Freitagsfragen an Sigrun Neuwerth, Präses der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), über Wege zum Ziel in der Sitzungsleitung, die Frage um die kirchenrechtliche Gleichstellung homosexueller Paare und das Interesse am Zusammenwirken von ehrenamtlichen und beruflichen Kräften. Ein Beitrag zur heute beginnenden Frühjahrstagung der Landessynode in Berlin.

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Präses Sigrun Neuwerth (Foto Thorsten Wittge, EKBO)

Sigrun Neuwerth ist Referatsleiterin im Bundeslandwirtschaftsministerium. Sie wurde in Unna in Westfalen geboren, studierte Agrarwissenschaften in München und arbeitete als Wirtschaftsjournalistin unter anderem in Brüssel und Hamburg. 1998 wechselte sie als Pressesprecherin in das Bundeslandwirtschaftsministerium. 2002 übernahm Sigrun Neuwerth dort andere Aufgaben. Von 2004 bis 20014 war sie Präses des Kirchenkreises Pankow, später des neu entstandenen Berliner Kirchenkreises Berlin-Nordost. Auf der konstituierenden Tagung der Vierten Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz 2015 wurde sie zur neuen Präses gewählt.

Rogate-Frage: Frau Präses Neuwerth, was genau ist Ihre Aufgabe in der Synode?

Sigrun Neuwerth: Der Synodenvorsitz bedeutet Sitzungsleitung. Die Synode richtet sich nach den Ordnungen unserer Kirche und ihrer eigenen Geschäftsordnung, hier muss eine gute und faire Debatte möglich sein. Dafür muss der Vorsitz sorgen und auf das Ziel, nämlich den Beschluss hinleiten.

Rogate-Frage: Wie haben Sie zum Glauben und zum Engagement in der evangelischen Kirche gefunden?

Sigrun Neuwerth: Ich bin als Säugling getauft und von Kindesbeinen an christlich erzogen und evangelisch sozialisiert. Besondere Faszination habe ich im Kindergottesdienst und Konfirmandenunterricht entwickelt, nicht weil der so toll war, sondern weil ich mit den Texten und Liedern „ins Gespräch“ kam.

Rogate-Frage: In der heute beginnenden Tagung der Landessynode soll es auch um die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften bei Traugottesdiensten gehen. Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen und wie beurteilen Sie die Diskussion um diese Frage innerhalb der Kirche?

Sigrun Neuwerth: Die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften in Traugottesdiensten kam vor einem Jahr durch einen gemeinsamen Antrag mehrerer Kirchenkreise und der kirchlichen Jugend auf die Tagesordnung. Die Synode hat sich dafür ausgesprochen, jetzt eine Entscheidung zu treffen. Die Zeit seither wurde intensiv genutzt für theologische Arbeit und offene Gespräche in allen drei Sprengeln. Beides, die theologische Auseinandersetzung wie auch die Gespräche vor Ort, bedeuten einen großen Gewinn. Jeder konnte hier alles sagen und sich theologisch fortbilden oder weiterentwickeln.

Rogate-Frage: Manche fordern ein Schuldbekenntnis der evangelischen gegenüber Kirche gegenüber Lesben, Schwulen und Transmenschen. Wie sinnvoll wäre ein solcher Schritt und welche Folgen hätte er?

Sigrun Neuwerth: Die Frage müsste auch zunächst diskutiert werden. Pauschale Schuldbekenntnisse sind nicht grundsätzlich heilsam oder die wirklich versöhnungswirksame Form. Die Frage ist, wie die Verletzungen der Vergangenheit heute zu behandeln und künftig zu vermeiden sind. Genauer kann ich das jetzt nicht sagen.

Rogate-Frage: Welche Themen beschäftigen Sie darüber hinaus in Ihrem ehrenamtlichen Engagement für die Kirche?

Sigrun Neuwerth: In der Kirche beschäftigt mich die Frage, wie wir in unserer Zeit die christliche Deutung von Ereignissen und Botschaft vom Leben wach und erkennbar halten. In diesem Zusammenhang interessiert mich besonders die ehrenamtliche Arbeit und das Zusammenwirken von ehrenamtlichen und beruflichen Kräften.

Rogate: Vielen Dank, Frau Präses Neuwerth, für das Gespräch.

Weitere Informationen zur Synodentagung finden Sie hier:

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Dienstag, 12. April 16|19:00 Uhr, VESPER “Nächstenliebe“
  • Rogate Kl_Aushang_Rogate Sonntag_090316-2 KopieDonnerstag, 14. April 16|19:30 Uhr, EUCHARISTIE, mit Prozessionsgang durch die Kirche
  • Dienstag, 19. April 16|19:00 Uhr, VESPER “Liebeskummer“, das Abendgebet
  • Donnerstag, 21. April 16|19:30 Uhr, KOMPLET „Vergeben“
  • Dienstag, 26. April 16|19:00 Uhr, VESPER „Hochzeit“, das Abendgebet
  • Donnerstag, 28. April 16|19:30 Uhr, KOMPLET, Nachtgebet
  • Hier unser Aushang April 2016.
  • Sonntag Rogate, 1. Mai 16 | 10:00 Uhr, Eucharistie, Predigt: Prof. Dr. Dres. h.c. Christoph Markschies, Theologische Fakultät an der Humboldt-Universität
  • Dienstag, 3. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER am Tag der Apostel Philippus und Jakobus das Abendgebet, in der Kirche
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2 Antworten zu Fünf Fragen an: Sigrun Neuwerth, Präses der Synode der EKBO

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