Fünf Fragen an: Christian Gaebler, Christen in der SPD Berlin

Fünf Freitagsfragen an Christian Gaebler, Christen in der SPD Berlin, über das Entdecken der Gemeinsamkeiten von Kirche und den Sozialdemokraten in der Hauptstadt und religiöse Symbole in der Öffentlichkeit.

Staatssekretär Christian Gaebler (Bild: SPD Berlin)

Christian Gaebler ist in Berlin geboren und aufgewachsen, evangelisch getauft und konfirmiert und ist seit seinem sechsten Lebensjahr ist er in der kirchlichen Chormusik engagiert. Er hat an der Technischen Universität Berlin Verkehrswesen studiert. In der SPD ist er seit 1981 aktiv und war sechzehn Jahre Abgeordneter im Berliner Landesparlament, seit 2010 ist er vom Landesvorstand beauftragter Ansprechpartner für die christlichen Kirchen. Seit 2011 ist er Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.

Rogate-Frage: Herr Gaebler, das Verhältnis von Kirche und Berliner SPD nehmen manche als nicht ganz spannungsfrei wahr. Wie erleben Sie es?

Christian Gaebler: Die SPD und die Kirchen sind eigenständige Organisationen mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Mitgliedern. Insofern sind Spannungsfelder vorhanden, aber auch viele Schnittmengen. Wichtig ist, sich nicht von ideologischen Vorbehalten oder negativen Erfahrungen im Detail vom Dialog in der Sache und der Kooperation in konkreten Projekten abhalten zu lassen. Das führt dann auch zu einem besseren Verständnis füreinander und dem (Wieder-)Entdecken der Gemeinsamkeiten. Damit habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Insgesamt sehe ich auch eine zunehmende Entkrampfung des Verhältnisses von SPD und Kirchen.

Rogate-Frage: Die „Christen in der SPD“ sind traditionell mit einem eigenen Stand auf dem Kirchentag vertreten. Was tut die Gruppe zwischen den großen Christentreffen?

Christian Gaebler: Es gibt ein Jahrestreffen mit einem Schwerpunktthema und den Austausch und die Aktivitäten der regionalen Gruppen in den Bundesländern. Zudem bringt sich der Arbeitskreis in programmatische Diskussionen der SPD ein und unterstützt den Parteivorstand beim Dialog mit den christlichen Kirchen. Die Aktiven im Arbeitskreis tragen auch zur Kommunikation zwischen kirchlichen Einrichtungen und Gremien und SPD-Gliederungen bei.

Rogate-Frage: Inwiefern spielt das Christ sein in der SPD eine Rolle?

Christian Gaebler: Aktive Christinnen und Christen sehen sich zu gesellschaftlichem Engagement aufgerufen und dies ist auch Teil des Engagements in der SPD. Uns eint der Wille, niemanden aufzugeben oder zurückzulassen, und das Ziel, eine solidarische und menschenorientierte Gesellschaft zu gestalten.

Rogate-Frage: Ticken politische Christen oder christliche Politiker anders als nichtreligiöse Engagierte?

Christian Gaebler: Für politisches Engagement braucht es Kraft und Ansporn und auch Mut, das alles können Christinnen und Christen aus ihrem Glauben ziehen. Auch die Zuwendung zu den Mitmenschen und der Wille zur Bewahrung der Schöpfung ist für Christinnen und Christen nicht nur ein abstraktes Ziel, sondern Teil ihres Glaubens und ihres Auftrags in der Welt.

Rogate-Frage: Der SPD-Politiker und Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, hat sich sich im Wahlkampf zum Europa-Parlament für einen von Religion neutralen öffentlichen Raum ausgesprochen. Sind Kreuze und andere religiöse Symbole nicht auch Ausdruck der kulturellen und spirituellen Identität einer Nation und damit schützenswert?

Christian Gaebler: Da gibt es ein Spannungsfeld in der Frage, ob ein neutraler Raum ein religionsfreier Raum ist. Hier ist der Zielkonflikt zwischen positiver und negativer Religionsfreiheit nicht abschließend aufzulösen. Daher halte ich im Privatleben religiöse Symbole für ganz selbstverständlich, im öffentlichen Raum muss in Bereichen, wo Menschen sich ihnen nicht entziehen können, aber auch gegebenenfalls auf sie verzichtet werden.

Rogate: Vielen Dank, Herr Gaebler, für das Gespräch.

Mehr Infos finden Sie hier: spd.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Sonntag Rogate, 1. Mai 16 | 10:00 Uhr, Eucharistie, Predigt: Prof. Dr. Dres. h.c. Christoph Markschies, Theologische Fakultät an der Humboldt-Universität
  • Rogate Kl_Aushang_Rogate Sonntag_090316-2 KopieDienstag, 3. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER am Tag der Apostel Philippus und Jakobus das Abendgebet, in der Kirche
  • Donnerstag, 5. Mai 16|19:30 Uhr, EUCHARISTIE an Christi Himmelfahrt
  • Dienstag, 10. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 12. Mai 16|19:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 17. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER zu Pfingsten, das Abendgebet
  • Donnerstag, 19. Mai 16|19:30 Uhr, BITT-ANDACHT um den Heiligen Geist
  • Dienstag, 24. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
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