Pressespiegel: „Berliner Klöster – Diesseits von Eden“, rbb-Fernsehen

Am Sonnabend, 28. Mai 2016, sendete der Rundfunk Berlin-Brandenburg um 18:32 Uhr in seinem Fernseh-Programm:

Die rbb Reporter – Berliner Klöster – Diesseits von Eden
Ein Film von Dagmar Bednarek und Antje Tiemeyer

Bildschirmfoto 2016-05-28 um 22.01.26In der Hauptstadt gibt es neben den traditionellen, katholischen Ordensgemeinschaften der Franziskaner und Dominikaner auch evangelische und sogar ökumenische Klöster, in denen Familien, Singles, Studenten und zölibatäre Patres und Schwestern zusammen wohnen. Die rbb Reporter der Abendschau stellen verschiedene Klostergemeinschaften vor, wie das Stadtkloster Segen im Prenzlauer Berg sowie das Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin in Schöneberg.
Das Wort „Kloster“ kommt von „claustrum“ – einem verschlossenen Raum. Diese Art Kloster gibt es in Berlin nur vereinzelt. Die Steyler Anbetungsschwestern gehören dazu. Die Ordensgemeinschaft lebt gänzlich abgeschieden von der Welt in ihrem Kloster in Westend.

Den Film finden Sie in voller Länge hier.

Fünf Fragen an: Daniel Bröckerhoff, Journalist und „heuteplus“-Moderator

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Daniel A. Bröckerhoff (Foto: danielbroeckerhoff.de)

Fünf Freitagsfragen an Daniel Bröckerhoff, ZDF-Moderator, über die Berufung zum Journalismus, eine Nachrichtensendung als Lebenstraum und die Distanz zu organisierter Religion.

Daniel Bröckerhoff ist gebürtiger Duisburger und Wahl-Hamburger, pendelt aber seit einem Jahr regelmäßig nach Mainz, um dort die neue Nachrichtensendung heuteplus zu moderieren. Der Vater von zwei Töchtern ist bekennender Sambista und hat sich jahrelang in der Naturschutzjugend engagiert.

Rogate-Frage: Herr Bröckerhoff, was hat Sie in den Journalismus getrieben? Eine Berufung?

Daniel Bröckerhoff: Journalismus ist sicher eine Art Berufung für mich. Ich war immer sehr neugierig, wollte verstehen, was die Welt im Innersten zusammen hält, war für Physik aber zu rechenfaul. Und ich wollte Menschen immer erklären, was ich herausgefunden habe. Außerdem stehe ich seit meiner frühen Kindheit gern auf Bühnen, wäre ich nicht Journalist geworden, hätte es mich zu einer Musikerkarriere gezogen. Als Moderator kann ich jetzt beides gut miteinander vereinen.

Rogate-Frage: Sie moderieren „heuteplus“. Was ist für Sie das Besondere an diesem Format?

Daniel Bröckerhoff: heuteplus ist die erste Nachrichtensendung, die sich an ein jüngeres oder jung gebliebenes Publikum richtet und vor allem im Internet stattfindet. Wir senden zwar auch im „großen“ ZDF,  aber unsere Internetpräsenz hat eigentlich Vorrang. Das heisst, dass wir unsere Beiträge immer zuerst in die sozialen Medien hochladen und uns dort an den Diskussionen beteiligen. Wir senden auch zuerst im Internet, jeden Abend um 23:00 Uhr auf heute.de und auf Facebook, die TV-Sendung ist quasi der letzte Arbeitsschritt. Auch wenn wir dort immer noch das größere Publikum erreichen.

Für mich ist diese Sendung ein Stück weit wahr gewordener Lebenstraum. Denn sie nimmt das Internet wirklich ernst, aber sich selber nicht immer so sehr. Wir können Dinge machen, die andere Nachrichtensendungen nicht machen würden, wir dürfen flappsiger und unterhaltsamer, aber auch kantiger sein und Haltung zeigen. Als Moderator bin ich nicht der klassische Nachrichtenmann, sondern zeige auch ein Stück meiner Persönlichkeit. Das ist natürlich auch anspruchsvoller und anstrengender als „nur“ die News zu verkünden, aber es macht mir unheimlich großen Spaß.

Rogate-Frage: Der Bayerische Rundfunk hat in einer Studie zum Thema „Vertrauen in die Medien“ festgestellt, 65 Prozent der Befragten der Ansicht sind, dass Journalisten nicht immer das sagen dürfen, was sie wirklich denken. Wie frei sind Sie in Ihrer Arbeit? Wo halten Sie Ihre Meinung hinter dem Berg, wo nicht?

Daniel Bröckerhoff: Wir sind so frei, wie man es in einem Land mit Pressefreiheit nur sein kann. Tabuthemen gibt es für uns nicht und wir zeigen auch mal sehr klar unsere Haltung zu bestimmten Themen. Das kommt nicht immer gut an, uns wird deswegen auch Progaganda und Manipulation vorgeworfen. Von daher finde ich die Ergebnisse auch ein Stück weit erstaunlich.

Aber auf der anderen Seite finde ich es so ehrlich und demokratischer, weil wir immer auch zum Dialog einladen. Den wirklich objektiven Journalismus kann es ja gar nicht geben, weil er immer von Menschen gemacht wird.

Ich halte mich allerdings mit einer zu starken Bewertung von Themen zurück. Dafür ist die Welt zu komplex und zu vielschichtig, als dass ich mit simple Urteile fällen möchte.

Rogate-Frage: Klaus Kleber stockte in seinen Moderationen angesichts des aktuellen Flüchtlingselends manchmal die Stimme. Wann gehen Ihnen Meldungen so nah, dass Sie Mühe in der Präsentationen von Live-Sendungen haben? Wo und wann möchten Sie öffentlich schreien, Wut zeigen oder weinen?

Daniel Bröckerhoff: Es ist immer schwierig, das Elend anzumoderieren. Bislang konnte ich immer die professionelle Distanz wahren, aber viele Themen berühren mich so sehr, dass ich es manchmal schwer zu etragen finde darüber nüchtern zu berichten. Sei es das Thema „sexueller Missbrauch“, Armut, Umweltverschmutzung und die generelle Ungerechtigkeit auf der Welt, von der wir in Deutschland auch noch profitieren. Wir versuchen in unserer Sendung immer wieder auf diese Themen hinzuweisen und auch Lösungen zu zeigen, wohlwissen, dass das immer nur ein Tröpfchen sein kann.

Rogate-Frage: Gott, Glaube, Spiritualität und Kirche, wie nah oder fern sind Ihnen diese Themen? Und was ist Ihnen heilig?

Daniel Bröckerhoff: Es sind ehrlich gesagt schwierige Themen für mich, weil ich in einer Familie groß geworden bin, die nach schlechten Erfahrungen sehr bewusst mit der katholischen Kirche gebrochen hatte und mich konfessionslos erzogen hat. Im Laufe meines Lebens habe ich mich immer wieder versucht, mich mit Kirche und organisierter Religion anzufreunden, aber es blieb mir fremd. Gerade die sehr in sich gekehrte, ja fast bedrückende Atmosphäre in der westlichen christlichen Kirche hat mich immer mit einem Kloß im Hals aus den Feiern gehen lassen. Erst in den letzten Jahren bin ich durch meine Lebensgefährtin wieder an Gottesdienste heran geführt worden. Vor allem die internationalen Gospel-Gottesdienste in der Hamburger Hl. Dreieinigkeitskirche Borgfelde gefallen mir sehr. Denn sie sind lebendiger, bunter und lauter als die, die ich bislang kennen gelernt habe. Ich nenne sie aber lieber „Lebensfeiern“, denn an eine göttliche Entität zu glauben fällt meinem Ratio schwer. Sie gänzlich zu verleugnen hielte ich dagegen für anmaßend. Ich weiss, dass ich nichts weiss. Ich würde mich daher im besten Sinne als Agnostiker bezeichnen, der jeden etwas beneidet, der sich in seinem Glauben so sicher ist, dass er ein Bekenntnis ablegen kann.

Rogate: Vielen Dank, Herr Bröckerhoff, für das Gespräch!

Weitere Informationen finden über und von Daniel Bröckerhoff finden Sie hier.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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TV-Tipp: „Berliner Klöster – Diesseits von Eden“, rbb, 28. Mai, 18:30 Uhr

Am Sonnabend, 28. Mai 2016, sendet der Rundfunk Berlin-Brandenburg um 18:32 Uhr in seinem Fernseh-Programm:

„Die rbb Reporter – Berliner Klöster – Diesseits von Eden
Ein Film von Dagmar Bednarek und Antje Tiemeyer

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Teile des Films zeigte der rbb bereits zu Ostern

In der Hauptstadt gibt es neben den traditionellen, katholischen Ordensgemeinschaften der Franziskaner und Dominikaner auch evangelische und sogar ökumenische Klöster, in denen Familien, Singles, Studenten und zölibatäre Patres und Schwestern zusammen wohnen. Die rbb Reporter der Abendschau stellen verschiedene Klostergemeinschaften vor, wie das Stadtkloster Segen im Prenzlauer Berg sowie das Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin in Schöneberg.
Das Wort „Kloster“ kommt von „claustrum“ – einem verschlossenen Raum. Diese Art Kloster gibt es in Berlin nur vereinzelt. Die Steyler Anbetungsschwestern gehören dazu. Die Ordensgemeinschaft lebt gänzlich abgeschieden von der Welt in ihrem Kloster in Westend.

Weitere Informationen hier.

Fünf Fragen an: Pfrn. Marion Gardei, Beauftragte für Erinnerungskultur der EKBO

Fünf Freitagsfragen an Marion Gardei, Pfarrerin der EKBO, über vergegenwärtigende Erinnerung als konstitutiver Bestandteil jüdischen und christlichen Glaubens sowie jüngste Schändungen der Gedenkstätte im ehemaligen KZ-Außenlagers Jamlitz-Lieberose.

Bildschirmfoto 2016-05-18 um 18.27.22Marion Gardei ist Beauftragte für Erinnerungskultur der Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Sie studierte evangelische Theologie in Berlin und Judaistik an der Hebräischen Universität in Jerusalem mit dem EKD-Projekt „Studium in Israel“. Sie war Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Dahlem. Sie ist Mitherausgeberin der „Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Dialog“.

Rogate-Frage: Frau Pfarrerin Gardei, was ist Erinnerungskultur und warum ist sie Aufgabe der Landeskirche?

Marion Gardei: Erinnerungskultur ist die Art und Weise, wie wir uns an Ereignisse der Vergangenheit öffentlich erinnern. Dabei treffen wir als Einzelne oder als Gemeinschaft Entscheidungen – bewußt oder unbewußt -: Was ist uns wichtig und was nicht? In welcher Form wollen wir erinnern? Manches verschwindet aus dem kollektiven Gedächtnis, manches ist ganz präsent.

Kirchliche Erinnerungskultur ist kein Selbstzweck, sondern will der Schuld und Versäumnisse gedenken und die Verantwortung der Kirche benennen, wo sie geschwiegen oder mitgemacht hat, statt sich dem Unrecht entgegen zu stellen. Das geschieht, damit sich solches nicht wiederholt. Den Opfern, die namenlos gemacht wurden, soll eine Stimme gegeben werden. Erinnert werden soll aber auch an Menschen, die protestiert haben gegen Unrecht und Unmenschlichkeit und dafür mit der Freiheit oder mit dem Leben bezahlen mussten.

Auch säkulare Formen des Gedenkens haben ihren Ursprung in der religiösen Praxis: Die jüdisch-christliche Religion ist eigentlich der „Erfinder“ der Erinnerungskultur. In der Bibel gibt es die Weisung „Gedenke“ in vielen Zusammenhängen. In der Bibel werden auch bestimmte Orte zur Erinnerung markiert, Gedächtnisfeste eingesetzt.

In der EKBO ist in den letzten Jahren eine beachtliche Erinnerungs- und Gedenkkultur gewachsen, die nach zeitgemäßen Formen fragt, auch um junge Menschen einzubeziehen. Sie beruft sich bewusst auf ihre biblischen Wurzeln und ist Teil der Glaubenspraxis und des kirchlichen Handeln: Gedenktage wie zum Beispiel der 9. November werden ins Kirchenjahr integriert und liturgisch begangen, Menschen, die aus ihrem christlichen Glauben heraus Widerstand gegen Diktatur und Unrecht leisteten werden als Glaubenszeugen wahrgenommen.

Rogate-Frage: Womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Arbeit?

Marion Gardei: Es sind vor allem die beiden großen Diktaturen des vorigen Jahrhunderts, die die kirchliche Erinnerungsarbeit beschäftigen, aber immer bezogen auf die Gegenwart. In einer Zeit, wo es immer weniger Zeitzeugen gibt, gilt es, die Arbeit der kirchlichen Erinnerungsorte in unserer Landeskirche zu stärken und zu koordinieren. Hier wird Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes be-greifbar. Wir entwickeln hier Profile und Lernprogramme für außerschulisches Lernen, aber auch für Erwachsene. Lern- und Erinnerungsorte werden auch durch kirchliches Handeln zu Gedenkorten, an denen auch spirituelle Erfahrungen gemacht werden können. Für die vielen Ehrenamtlichen, die an kirchlichen Gedenkorten arbeiten, biete ich zum Beispiel theologische, pädagogische und historische Aus- und Fortbildungen an.

Mich beschäftigt sehr die Frage, wie wir Jugendlichen zeigen können: „Das was da früher passiert ist, hat auch mit Deinem Leben zu tun“. Ich suche mit anderen zusammen nach neuen Formen der Erinnerungskultur, die Jugendliche nicht als Bildungsobjekte betrachtet, sondern als Gesprächspartner ernst nimmt. Dazu müssen wir bei der Lebenswelt der Jugendlichen heute ansetzen: Wo erleben sie Unterdrückung, Ausgrenzung und Gruppenzwang? Wie schafft man es, auch gegen den Trend zu seinen Überzeugungen zu stehen?

Ein weiterer Teil meiner Arbeit besteht in der Zusammenarbeit mit staatlichen Gedenkstätten, wir entwickeln gemeinsam Vorträge, Bildungsprogramm und Ausstellungen. Auch ökumenische oder interreligiöse Erinnerungsgottesdienste bezogen auf bestimmte Gedenktage, Personen oder Orte gehören zu meinen Aufgaben, hier gilt es liturgische Formen zu entwickeln.

Rogate-Frage: Ist nicht jeder Gottesdienst Erinnerung?

Marion Gardei: Vergegenwärtigende Erinnerung ist konstitutiver Bestandteil jüdischen und christlichen Glaubens. Der Gottesdienst birgt liturgische Elemente des vergegenwärtigenden Erinnerns: Jüdische Menschen feiern das Passahfest, als seien sie persönlich aus Ägypten befreit worden. Christen erfahren beim Abendmahl Jesu Gegenwart, als sei er lebendig unter ihnen. („Das tut zu meinem Gedächtnis“ ) Die Evangelien überliefern die Erinnerung an Jesu Leben, an sein Sterben und seine Auferstehung zu bewahren und damit die Gemeinde daran teil haben kann.

Alle kirchliche Erinnerungskultur hat die Grundlage, dass Gott selbst sich an sein Volk erinnert. Gott erinnert sich zum Beispiel der Not des Volkes in Ägypten: Er hört sein Klagen (2. Mose 3,7 ff), sein Leiden ist ihm nicht gleichgültig, er kennt die Menschen mit Namen, er gibt keines seiner Geschöpfe dem Vergessen preis. „Siehe, in meine Hände habe ich dich gezeichnet“, sagt Gott dem im Exil zweifelnden und leidenden Volk (Jes 49,16). Dass Gott des Menschen gedenkt, erkennen Christen in besonderer Weise in Jesus Christus.

Der Gottesdienst regt zur „Nachahmung Gottes“ an, Menschen sollen in Empathie ihr Engagement für die Entrechteten wahrnehmen… Jeder Gottesdienst erinnert an die Nächstenliebe als höchstes Gebot.

Rogate-Frage: Sie haben die Schändung des Erinnerungsortes KZ-Außenlager Jamlitz-Lieberose in einer Presse-Information verurteilt. Was ist dort passiert? 

Marion Gardei: Zwei Ausstellungstafeln wurden am 10. Mai zerstört, davor wurde der jüdische Friedhof geschändet. Heute, am 18. Mai 2016, haben erneut Unbekannte einen Anschlag auf den Standort des ehemaligen KZ-Außenlagers verübt. Der Anschlag ist also der zweite innerhalb einer Woche. Diesmal wurde die Eingangstafel der Freiluftausstellung des Gedenkortes vollständig zerstört. Die Tafel enthielt grundlegende Informationen über den Holocaust und die Geschichte des ehemaligen KZ-Außenlagers. Der erneute Anschlag hat bei der Evangelischen Kirchengemeinde und bei der Landeskirche Entsetzen und tiefe Abscheu hervorgerufen. Ich finde, die Tat zeigt eine neue Stufe des Hasses und der Gewalt. Wir lassen uns aber davon in unserer kirchlichen Erinnerungsarbeit nicht beirren oder einschüchtern.

Rogate-Frage: Erfahren die Täter durch die Proteste gegen ihr Treiben und die Berichterstattungen über Schändungen von Gedenkstätten nicht Anerkennung und Bestätigung?

Marion Gardei: Ja, das ist eine zweischneidige Sache. Im Fall Jamlitz war es sicher so, dass die Täter durch die Berichterstattung „animiert“ wurden, ohne dass diese natürlich Schuld daran hätte. Wir können doch auch nicht verschweigen, was da geschieht. Wir leben offenbar in einer Zeit, in der rechtsextreme und rechtspopulistische Kräfte wieder erstarken. Unsere kirchliche Erinnerungsarbeit zielt darauf, das zu verhindern, Mut zu machen, gegen den Trend zu leben, gegen Antisemitismus und Intoleranz aufzustehen. Die Anschläge zeigen: Wir müssen noch viel mehr tun. Jetzt erst recht.

Rogate: Vielen Dank, Frau Pfarrerin Gardei, für das Gespräch.

Weitere Informationen über Marion Gardei finden Sie hier.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de.

ISSN 2367-3710, Nationales ISSN-Zentrum für Deutschland, Deutsche Nationalbibliothek.

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

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Presseschau: „Bei diesen Berliner Geistlichen ist Gott schon online“

Sonnabend, 14. Mai 2016 | B.Z.

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Ausschnitt aus der B.Z.

„..Im Internet wird er häufig mit Schicksalsschlägen konfrontiert, etwa einer plötzlichen Krebsdiagnose, aber auch Gefühlen von Angst und Bedrohung. Oder mit Fragen wie: „Was ist eigentlich Pfingsten?“ Auch fundamentale Kritik an der Kirche wird gern geäußert.…“

Den kompleten Artikel finden Sie hier.

Presseschau: „Glaubensfragen im Internet: Mit uns geht Gott online“

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Ausschnitt aus dem Bild-Artikel vom 14. Mai 2016

Sonnabend, 14. Mai 2016 | Bild-Zeitung Berlin

BILD stellt drei Kirchenmänner vor, die via Facebook, Twitter, Blog Kirchenarbeit ins 21. Jahrhundert tragen. Bruder Franziskus ist einer von zehn Glaubensbrüdern des Rogate-Klosters St. Michael in Schöneberg. Der 48-Jährige hat bei Facebook 1043 Freunde und bei Twitter 819 Follower (zu erreichen über „RogateKloster“)…“

Den kompleten Artikel von Kai Ritzmann finden Sie hier.

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten:

 

Fünf Fragen an: Dr. Konrad Merzyn, Oberkirchenrat im Kirchenamt der EKD

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Oberkirchenrat Dr. Konrad Merzyn (Bild: privat)

Fünf Freitagsfragen an Dr. Konrad Merzyn, Oberkirchenrat im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), über vielfältige Zugänge zur evangelischen Kirche und die Reformbereitschaft als Markenzeichen der Kirchen der Reformation.

Oberkirchenrat Dr. Konrad Merzyn leitet im Kirchenamt der EKD das Referat Studien- und Reformfragen und das Projektbüro Reformprozess. Zuvor war er Gemeindepfarrer und wissenschaftlicher Assistent im Bereich der Praktischen Theologie. Ihm liegt der gelungene Austausch zwischen Kirchenleitung und wissenschaftlicher Theologie am Herzen.

Rogate-Frage: Herr Oberkirchenrat Dr. Merzyn, mit welchen Ziel untersucht die EKD ihre Mitgliedschaft, wie und was wird erfragt? 

Konrad Merzyn: Die EKD führt die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchungen (KMU) seit 1972 alle zehn Jahre durch. Das übergreifende Anliegen der Erhebungen besteht darin, die Lebens- und Glaubenswirklichkeit von Kirchenmitgliedern und Konfessionslosen aufmerksam wahrzunehmen. Es geht also um einen Perspektivenwechsel, der den Kirchenleitungen ein tieferes Verständnis ermöglicht. Auf dieser Basis lässt sich das eigene kirchliche Handeln hinterfragen, um so empirische Sorgfalt und kirchenleitende Verantwortung miteinander zu verbinden.

Rogate-Frage: Welche Auswirkungen hatten die Ergebnisse in der Vergangenheit auf kirchliches Handeln?

Konrad Merzyn: Das Überdenken der Positionen und auch der Strukturen kirchlicher Arbeit gehört zur evangelischen Kirche stets dazu, Reformfähigkeit und Reformbereitschaft ist ein Markenzeichen der Kirchen der Reformation. Die Kirche ändert sich stets und sucht nach Antworten des Evangeliums für die Herausforderungen der Zeit. Zu diesen Herausforderungen zählt es auch, die Entwicklung der Mitgliedszahlen und die demographische Entwicklung im Blick zu haben.

Die Auswirkungen auf das kirchliche Handeln sind immer Ergebnisse von Interpretationsbemühungen. Die Daten an sich liefern ja noch keine Handlungsempfehlungen mit. In dieser Weise haben die KMUs in den vergangenen Jahren beigetragen zum Verständnis und zur Würdigung der „treuen Kirchenfernen“ ebenso wie zur breiten Etablierung unterschiedlichster Glaubenskurse. Denn deutlich ist, dass Glaubensinhalte und Glaubenspraxis nicht (mehr) selbstverständlich von einer Generation an die nächste weitergegeben werden.

Rogate-Frage: Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, sagte über die aktuelle Untersuchung: „Unübersehbar ist jedoch, dass wir unterschiedliche Zugänge und Mitgliedschaftspraxen künftig nicht nur zulassen, sondern bewusst fördern müssen.“ Welche Zugänge könnten gemeint sein und wie kann eine Förderung aussehen?

Konrad Merzyn: Die Einladung zum Glauben gilt Menschen, die in unterschiedlichen Lebenswelten und unterschiedlicher Distanz und Nähe zur Kirche leben. Wenn man nun die Kirche insgesamt versteht als Hybrid aus Institution, Organisation und Bewegung, dann sind die kirchlichen Aufgaben der Gegenwart im Blick auf die Förderung von Zugängen und Mitgliedschaftspraxen entsprechend vielfältig:

  • Vergewisserung angesichts interner Verunsicherung mit dem Ziel der geistlichen Bildung und Stärkung der kirchlich Engagierten und Hochverbundenen
  • Stabilisierung der mittleren Verbundenheit der Mehrheit der Kirchenmitglieder mit dem Ziel der Stärkung der Verbundenheit durch Qualifizierung und Professionalisierung von Kontaktflächen und durch die dezidierte Würdigung distanzierter Kirchenmitgliedschaft
  • Begeisterung von Fernstehenden mit dem Ziel der bewussten Profilierung von kirchlichen Angeboten

Deutlich ist dabei: Alle kirchenleitende Förderung richtet nichts aus ohne Menschen, die überzeugt und überzeugend das Evangelium verkünden, ob durch Worte oder Taten, ob öffentlich oder im privaten Umkreis, ob beruflich oder ehrenamtlich.

Rogate-Frage: Wie kann es sein, dass Erwartungen und Ansprüche an die Kirche vor Ort trotz sinkender Mitgliedszahlen wachsen?

Konrad Merzyn: Die Erwartungen sind natürlich sehr vielfältige, je nach dem, wen und in welchem Kontext man fragt. In ländlich-peripheren Gebieten ist die Erwartung an die kirchliche Präsenz (nachdem Post, Arztpraxis und Lebensmittelgeschäft geschlossen wurden) eine andere als in urbanen Ballungsräumen. Unterschiedliche Erwartungen korrelieren zudem auch oft mit der unterschiedlichen Verbundenheit zur Kirche. In der Regel gilt: Je weniger sich jemand der Kirche verbunden fühlt, desto weniger erwartet er oder sie auch kirchliches Engagement. Ausgenommen davon ist nur ein Feld, nämlich das diakonische Handeln der Kirche. Darin sind sich hochverbundene Kirchenmitglieder, Distanzierte und Konfessionslose einig: Die Kirche soll sich um Arme, Kranke und Bedürftige kümmern.

Rogate-Frage: Welche Rolle kommt dabei den geistlichen Gemeinschaften und Klöstern unter dem Dach der EKD zu? 

Konrad Merzyn: Das sind in der Regel Orte mit einer besonderen Strahlkraft. Häufig bilden sie eigene Anziehungspunkte, an denen Menschen den Geist Gottes neu erfahren und entdecken können. Als Orte der spirituellen Konzentration sind die geistlichen Gemeinschaften und Klöster eine gute Ergänzung volkskirchlicher Strukturen und bilden eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Kirche zukünftig weiter eine Kirche für andere und mit anderen bleibt.

Rogate: Vielen Dank, Herr Oberkirchenrat Dr. Konrad Merzyn, für das Gespräch!

Weitere Informationen zur aktuellen Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung finden Sie hier.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg: