Landesbischof Christoph Meyns: „Wichtig ist die gelebte Ökumene vor Ort“

Grußwort von Landesbischof Dr. Christoph Meyns, Braunschweig, zur Anerkennung des Rogate-Klosters durch das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland:

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Landesbischof Dr. Meyns (Bild: Landeskirche Braunschweig)

Liebe Schwestern und Brüder!

„Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe.“ (Eph. 4,5)

Dieser Zuspruch gilt der Christenheit seit ihrer Entstehung vor 2.000 Jahren. In Jesus Christus sind wir untrennbar miteinander verbunden. Zugleich erwächst daraus der Anspruch, das kirchliche Leben so zu gestalten, dass Unterschiede in Sprache, Kultur, dogmatischen Überzeugungen, ethischen Praktiken oder politischen Positionierungen nicht zur Quelle von Abwertung oder Ausgrenzung missbraucht werden. Die Gleichzeitigkeit von Einheit und Vielfalt zu leben, stellt eine der Herausforderungen dar, an denen sich die Kirche seit ihrer Gründung abarbeitet. Im Laufe der Geschichte hat es immer beides gegeben: Dynamiken des Auseinanderdriftens, der Selbstabschließung und der Spaltung auf der einen Seite, Schritte der Versöhnung und Wege des gemeinsamen Lebens auf der anderen Seite.

Die Arbeit an der Einheit der Kirche geschieht mit hoher öffentlicher Aufmerksamkeit auf der Ebene kirchenleitenden Handelns, etwa in Form theologischer Grundsatzpapiere oder der Feier internationaler ökumenischer Gottesdienste. Ebenso wichtig ist jedoch die gelebte Ökumene vor Ort, das tägliche Leben in ökumenischer Gemeinschaft.

Dabei gilt es, viele kleine Schritte zu gehen, die jeder für sich unscheinbar sind, in ihrer Summe jedoch langfristig weiterführen. Die Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen dem Rogate-Kloster St. Michael und dem Bistum der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland ist einer dieser Schritte auf dem Weg zur Vertiefung der Gemeinschaft zwischen Christinnen und Christen unterschiedlicher konfessioneller Traditionen in Deutschland. Darüber freue ich mich.

Ob und wie sich auswirkt, was wir tun, liegt nicht in unserer Hand. Ich wünsche deshalb dem ökumenischen Kloster St. Michael und seinen ökumenischen Partnern von Herzen Gottes Segen und Geleit.

„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.“ (Kol. 3,16)

Landesbischof Dr. Christoph Meyns

Beauftragter der EKD für den Kontakt zu den evangelischen Kommunitäten

Willkommen zur Unterzeichnung der VereinbarungAllerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, Evangelische Kirche Berlin – Brandenburg – schlesische Oberlausitz (EKBO), Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Tempelhof-Schöneberg, Rogate Kl_Aushang_Eucharistie Allerheiligen_090316 Kopie.jpgPfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert, Tempelhof-Schöneberg, und Bundestagsabgeordnerter Volker Beck, Köln. Chor: „Mixed Martinis – Gospel & more“, Tegel. Orgel: Manuel Rösler.

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