Fünf Fragen an: Siemtje Möller, SPD-Bundestagskandidatin Wahlkreis 26

Fünf Freitagsfragen an Siemtje Möller, SPD-Direktkandidatin im Wahlkreis 26 (Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund), über die Wichtigkeit Europas, die Bedeutung guter Bildung und Kirchen als wichtige Pfeiler.

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Bild: Siemtje Möller

Siemtje Möller stammt aus Emden (Ostfriesland). Die Abiturprüfung legte sie in Oldenburg an der Liebfrauenschule ab. In Göttingen studierte sie Politik, Französisch und Spanisch für das Lehramt am Gymnasium. Zuletzt arbeitete sie als Studienrätin in Wilhelmshaven. Sie lebt mit ihrer Familie in Varel. Sie engagiert sich als Mitglied in der SPD, für eine gerechtere Welt und ein besseres Miteinander.

Rogate-Frage: Frau Möller, was treibt Sie in die Politik und warum haben Sie sich entschieden, für den Deutschen Bundestag zu kandidieren?

Siemtje Möller: Ich bin ein durch und durch politischer Mensch. Schon als kleines Kind habe ich mich für die Welt um mich herum interessiert und gefragt, warum Müll in den Gräben und auf der Straße herum liegt. Später hat mich vor allem die Frage beschäftigt, warum Länder miteinander Krieg führen, welche Folgen für die Bevölkerung und die Staatlichkeit daraus resultieren und wie man versuchen kann, im besten Falle bereits präventiv, diplomatisch zu intervenieren. Willkür, das sich Erheben von Gruppierungen oder auch Einzelpersonen über andere treibt mich nach wie vor um und umso wichtiger ist für mich das europäische Projekt, welches hier bei uns den Frieden und die Demokratie sichert.

Obwohl ich lange außerhalb von Parteien politisch aktiv war, wurde mir während meines Studiums bewusst, dass in Deutschland die politischen Leitlinien und Entscheidungen in den Parteien vorbereitet und diskutiert werden. Deshalb bin ich damals ganz bewusst eingetreten, weil ich aktiv die Politik über meine Mitarbeit in einer Partei mitbestimmen wollte. Für mich als junger Mensch ist es wichtig, nicht immer nur Kritik zu üben, sondern tatsächlich auch Position zu ergreifen und mitzuarbeiten, denn so kann ich an politischen Entscheidungen mitwirken. Ich glaube, dass wir jungen Menschen klar formulieren sollten, wie wir uns die Zukunft vorstellen, denn es ist unsere Zukunft. Das geht nur über Politik und für mich persönlich nur im Dialog mit den anderen Bevölkerungsgruppen. Die Bundestagskandidatur ist die Konsequenz dieser Gedanken: ich möchte aktiv die Zukunft dieser Region und unseres Landes mitgestalten, damit unser gutes Leben hier weiterhin möglich ist.

Rogate-Frage: In was für einer Gesellschaft möchten Sie leben?

Siemtje Möller: Ich möchte in einer Gesellschaft leben, die allen dieselben Chancen bietet und den Menschen an sich nicht aus dem Blick verliert. Für mich ist wichtig, dass wir allen ermöglichen, ihre Fähigkeiten voll auszuschöpfen. Das geht nur mit guter Bildung, aber auch nur mit einer Herangehensweise an jedes Individuum, die die Stärken eines jeden Einzelnen sieht, und nicht die Schwächen.

Unsere Gesellschaft ist zum Glück offener geworden, dennoch gibt es Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft oder auch sexuellen Orientierung Diskriminierung erfahren, ich wünsche mir, dass wir gemeinsam dafür sorgen, dass diese Diskriminierungen weniger werden und ganz verschwinden. Mir ist es wichtig, dass wir zusammen halten und auch denen Schutz bieten, die zu uns vor Krieg und Gewalt fliehen. Der Frieden in dem wir hier leben, ist die Grundlage für unseren wirtschaftlichen und sozialen Reichtum, ihn gilt es zu erhalten!

Rogate-Frage: Welche fünf Themenfelder auf Bundesebene und welche auf regionaler Ebene haben für Ihr politisches Handeln Priorität, wenn Sie gewählt werden?

Siemtje Möller: Auf regionaler Ebene stehen für mich neben der Stärkung regionalen Wirtschaft, Ausbau der (digitalen) Infrastruktur, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Wilhelmshaven und die Sicherheit der öffentlichen Daseinsvorsorge, wozu für mich auch beispielsweise die Verbesserung der Kinderbetreuung zählt, die Versorgung und Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten im Fokus. Für mich geht es darum weiterhin für das gute Leben, was hier in der Region möglich ist, zu streiten und zu sorgen.

Die Themen auf Bundesebene sind für mich eng mit den Themen des Wahlkreises verbunden: Verteidigung – die Bundeswehr ist der größte Arbeitgeber hier bei uns und prägt die Region, wirtschaftliche Entwicklung und Zukunft der Arbeit, Entlastung für Familien insbesondere der kleinen und mittleren Einkommen beispielsweise über Besteuerung, Gesundheit im Hinblick auf den demografischen Wandel und den ländlichen Raum und (digitale) Infrastruktur.

Rogate-Frage: Was bedeuten Ihnen Religion, Gott, Glaube und Kirche?

Siemtje Möller: Ich bin ein neugieriger aber auch nachfragender Mensch. Die Frage nach Gott beziehungsweise nach dem höheren Sinn des Lebens hat mich schon während der Schulzeit beschäftigt. Religion, der Glaube an Gott bietet die Gewissheit, dass das eigene Sein nicht ohne Zweck ist. In die christliche Religion fest eingeschrieben ist das Prinzip der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe, Prinzipien, die das Fundament unserer Gesellschaft bilden. Fundamentalismus in jeder Hinsicht lehne ich zutiefst ab, für mich muss sich Religion auch fortentwickeln und mit den gesellschaftlichen Entwicklungen gehen, ohne die Wurzeln zu verlieren, die für mich in den Zehn Geboten, in Vergebung und Nächstenliebe und der in den Jesus-Gleichnissen begründeten Gleichheit der Menschen liegen.

Die Kirchen sind wichtige Pfeiler unserer Gesellschaft, die auch für Zusammenhalt und Solidarität in schwierigen Zeiten sorgen müssen.

Rogate-Frage: Welche Erwartung haben Sie an das Sommer-Interview „Warum wählen?“ am Montag, 26. Juni?

Siemtje Möller: Ich hoffe auf ein reges Publikum, dass viele Fragen stellt! Ich bin gespannt, wie es werden wird und freue mich auf die Veranstaltung.

Rogate: Vielen Dank, Frau Möller, für das Gespräch. Und bis Montag in der Citykirche Wilhelmshaven!

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten:

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