Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Dr. Katharina Schneider

Sehr gern hätte ich vergangenen Freitag am Eröffnungsgottesdienst zum Lesbisch-schwulen Stadtfest teilgenommen. Dieses Fest der LGBTQ-Szene ist ein ganz besonderes, mit der Mischung aus Politik und Musik, wildem Sofa und Gesprächen, und mit seinem Eröffnungsgottesdienst.

Zugleich ist das Stadtfest ein Fixpunkt. Zwei volle festliche Tage mitten im Sommer und mitten im queeren Kiez. Familien verlegen ihren Sonntagsspaziergang hierhin. Gäste kommen, allein, zu zweit oder zu mehreren. Sie genießen ein Wochenende lang gute Stimmung, eingeleitet durch den Gottesdienst am Freitagabend.

Siebenundzwanzig Mal hat das Stadtfest ein Zeichen gesetzt, sichtbar, deutlich und fröhlich, für Vielfalt, gegen Homo- und Transphobie. Es ist wichtig, dass es dieses Zeichen gibt. Denn auch in Berlin gibt es Homo- und Transphobie, mal offen, mal subtil. Für Kirchen, Gemeinden und Gottesdienste gilt dasselbe. Dagegen setzt der Eröffnungsgottesdienst des Rogate-Klosters ein Zeichen, neun Mal schon, und das ist wichtig.

Diesen Sommer fehlen uns der Gottesdienst und das Stadtfest. Neben der guten Stimmung und dem Zeichen für Vielfalt wird den Organisator*innen das Einkommen fehlen, mit dem sie von Jahr zu Jahr planen. Für die schwulen Wirte im Kiez, treibende Kraft hinter dem ursprünglichen Fest, ist das Jahr ohnehin schon schwierig. Corona verringert Einkommen und verhindert Großveranstaltungen. Ausgaben, Homo- und Transphobie laufen leider weiter.

Deshalb freue ich mich, dass das Rogate-Kloster schon jetzt den Eröffnungsgottesdienst zum Stadtfest im nächsten Jahr ankündigt. Ich freue mich auf den 16. Juli 2021, um 19.30 in der Zwölf-Apostel-Kirche. 

Studienleiterin Dr. Katharina Schneider, Projekt Leben in Vielfalt, AKD-EKBO

Angesichts der Corona-Pandemie können wir leider keine verlässlichen Angaben machen, wann wir wieder zu Rogate-Gottesdiensten und Veranstaltungen einladen können.

Eine Auswahl der geplanten Rogate-Termine: