Fünf Fragen an: Pastorin Pamela Hansen, Helgoland

Fünf Freitagsfragen an Pamela Hansen, Pastorin auf Helgoland, über die Veränderungen durch die Pandemie, ein ruhigeres Inselleben und die theologische Dimension von Covid-19.

Pastorin Pamela Hansen (Bild: Jens Kohaupt)

Pamela Hansen stammt aus der Nähe von Plön, studierte in Kiel Theologie, war fünf Jahre lang in den USA als Pastorin tätig, bevor sie auf Helgoland ihre Stelle als Inselpastorin antrat, wo sie auch aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist.
 
Rogate-Frage: Frau Pastorin Hansen, wie hat sich das Leben auf Helgoland seit März 2020 durch die Corona-Pandemie verändert?

Pamela Hansen: Es ist viel ruhiger geworden, da während der Lockdown Phasen keine Feriengäste oder Tagestourist*innen nach Helgoland kommen dürfen. Der Vorteil ist, dass wir durch unsere Abgeschiedenheit, Einreisebeschränkungen und intensives Testen bisher sehr wenige Ansteckungen hatten.

Rogate-Frage: Und wie sieht das Leben Ihrer Kirchengemeinde angesichts der Pandemie aus?

Pamela Hansen: Leider sind die Gottesdienstbesucherzahlen bei den Präsenzgottesdiensten eingebrochen. Dafür gibt es ein größeres digitales Angebot, was den Vorteil hat, dass dies auch von denen genutzt werden kann, die sonst ihren Urlaub hier verbringen. Mit vielen Ortsansässigen versuche ich, telefonisch Kontakt zu halten. Open Air Angebote gestalten sich schwierig, da hier das Wetter dafür oft nicht optimal ist.

Rogate-Frage: Wie geht es Ihnen in dieser Situation?

Pamela Hansen: Es geht mir soweit ganz gut. Natürlich belastet auch mich die Pandemie und es ist mitunter anstrengend, all die menschlichen Abgründe auszuhalten, die sich durch die Pandemie auftun, aber zum größten Teil kann ich gelassen damit umgehen.

Es motiviert mich, dass neue Ideen wie der „Segen To Go“ so guten Anklang finden. Ich habe mich darauf verlegt, Tüten mit Segenssprüchen und einer kleinen Überraschung in der Kirche auszulegen bzw. diese Tüten im Strauch vor dem Pfarramt aufzuhängen. Die werden gerne im Vorbeigehen mitgenommen. Und es motiviert mich, dass plötzlich auch ganz viel gegenseitige Hilfsbereitschaft da ist.

Rogate-Frage: Hat das Virus beziehungsweise die weltweite Situation für Sie eine theologische Dimension?

Pamela Hansen: Ein bisschen: Das Gebot „Liebe deinen Nächsten“ ist für mich zu „Schütze deinen Nächsten“ und damit einfach konkreter geworden. Ich halte die Pandemie aber nicht für eine Strafe Gottes. Nichtsdestotrotz bietet sie die Chance, dass wir uns wieder über die wirklichen Werte bewusst werden und aufhören, falsche Götter wie den Konsum anzubeten.

Rogate-Frage: Wie werden Sie das zweite Corona-Ostern in diesem Jahr begehen?

Pamela Hansen: Ich habe mich dabei ertappt, dass ich es gerne so ruhig wie möglich feiern möchte: mit drei kleinen Präsenzgottesdiensten an Gründonnerstag, Karfreitag, und Ostersonntag sowie einer Osterandacht auf Facebook. Predigtvideos zu Gründonnerstag und Ostersonntag werden über unsere Internetseite verfügbar sein.

Privat hoffe ich, dass das Wetter es zulässt, dass mein Mann und ich den Garten ein bisschen genießen und „angrillen“ können. Die Grillkohle steht schon bereit.

Rogate: Vielen Dank, Frau Pastorin Hansen, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de.

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