Fünf Fragen an: Anne Janssen, CDU-Kandidatin im Bundestagswahlkreis 26

Fünf Freitagsfragen an Anne Janssen, CDU-Kandidatin im Wahlkreis 26 für die Bundestagswahl 2021, über ihren eigenen Weg in die Politik, den Wahrheitsgehalt in sozialen Medien und die Bedeutung gemeinsamen Singens. Ein Interview im Rahmen des Rogate-Demokratieprojekts „FrieslandVisionen: Wie wollen wir morgen leben?“.

Anne Janssen (Bild: privat)

Anne Janssen wurde 1982 in Jever geboren. Sie lebt mit ihrem Mann, der eine Druckerei führt, und ihren drei Kindern in Wittmund. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Wittmunder Krankenhaus, hat sie in Oldenburg Lehramt studiert und ist nun Lehrerin an der Finkenburgschule in Wittmund. Besonders liegen ihr die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, die Perspektiven der Landwirtschaft, die regionale Wirtschaft, die örtlichen Bundeswehrstandorte, der Tourismus und die Situation von Familien am Herzen.

Rogate-Frage: Frau Janssen, was hat Sie motiviert, sich politisch zu engagieren und für den Deutschen Bundestag zu kandidieren?

Anne Janssen: Ich war schon immer politisch interessiert und habe meinem Mann in den letzten zehn Jahren den Rücken für seine politische Arbeit in der Kommunalpolitik freigehalten. Als dann im vergangenen Jahr die Corona-Pandemie aufkam und grade der Gesundheitsbereich und der Bereich der Bildung sehr stark in den Fokus rückten und wir alle miteinander feststellen mussten, dass es in unserem Land noch erhebliche Defizite gibt, habe ich gemeinsam mit meiner Familie entschieden, diesen Schritt zu gehen, da ich als Lehrerin und Krankenschwester für diese Bereiche auf Bundesebene aktiv werden möchte.

Rogate-Frage: Warum haben Sie sich für die CDU als Ihre Partei entschieden?

Anne Janssen: Weil die CDU als Volkspartei der Mitte für das steht, was mir wichtig ist: Christliche und demokratische Werte. Aber auch das Prinzip Fördern und Fordern ist mir als Lehrerin nicht unbekannt. Diejenigen weiterbringen und fordern, die Ideen für unser Land haben und uns mit ihrem Know-how nach vorne bringen. Auf der anderen Seite aber auch die nicht vergessen, die auf Hilfe und Unterstützung in bestimmten Lebenssituationen angewiesen sind.

Rogate-Frage: Sie nahmen als Interviewpartnerin einer Veranstaltung der „FrieslandVisionen“ teil. Wir nehmen die Frage auf: Wie wollen Sie, Frau Janssen, morgen leben?

Anne Janssen: In einer Welt, die jeden so annimmt, wie man ist. Völlig egal, welche politische Ausrichtung, welchen Glauben, welche schulische Bildung oder welche Definition von Familie man für sich wählt, so lange es mit unserem Demokratieverständnis in Einklang zu bringen ist. In einer Welt, die auf konstruktiven Dialog setzt und gemeinsame Ziele für die Zukunft unserer Erde verfolgt.

Wir können die Augen vor dem Klimawandel nicht verschließen, müssen aber auch die Wirtschaft handlungsfähig bleiben lassen. Jedem müssen alle Wege und Chancen offenstehen.

Rogate-Frage: Welche politischen Vorbilder haben Sie und wie bilden Sie sich Ihre Meinung?

Anne Janssen: Ein richtiges politisches Vorbild in dem Sinne habe ich nicht. Meine Kindheit und Jugend wurden aber maßgeblich durch Helmut Kohl geprägt. Er wurde 1982 Bundeskanzler, in dem Jahr wurde ich geboren und er begleitete mich damit die ersten 16 Jahre meines Lebens. Rückblickend hat Angela Merkel die letzten 16 Jahre meines Lebens begleitet. Dies zeigt auch welche Stabilität unsere Partei mit sich bringt. Ich informiere mich und bilde mir meine Meinung über die üblichen Kanäle, Printmedien oder Fernsehen.

Bei Socialmedia bin ich immer etwas vorsichtig, da oft nur schwer nachzuvollziehen ist, woher die Informationen stammen und welchen Wahrheitsgehalt sie haben. Da muss man immer sehr differenziert schauen. Ich diskutiere aber auch gern mit anderen und versuche andere Meinungen und Sichtweisen zu hören, einzuordnen und mit meinen Ansichten zu vergleichen.

Rogate-Frage: Was bedeuten Ihnen Religion, Glaube, Spiritualität und die Kirche?

Anne Janssen: Im Laufe meines Lebens haben diese Dinge immer mehr an Bedeutung gewonnen. Ich gehe inzwischen regelmäßig in die Kirche. Gerade das gemeinsame Singen und in der Stille bei sich sein zu können, geben mir Kraft für neue Aufgaben. Als Krankenschwester, aber auch im privaten Umfeld kam und komme ich in Situationen, in denen man Abschied nehmen muss und gerade hier hilft mir der Gedanke, dass die Menschen, die uns verlassen müssen, nicht allein „im Himmel“ sind.

In Gesprächen mit Kindern wird mir immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, seine Werte und seinen Glauben so in Worte zu fassen, das Kinder die Inhalte begreifen können. Das hilft auch mir, mir immer bewusst zu machen, was Religion und Glaube für mich sind und welche Bedeutung sie für mich haben.

Rogate: Vielen Dank, Frau Janssen, für das Gespräch!

Weitere Interviews in der Reihe Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de.


Mehr Informationen zum Demokratieprojekt „FrieslandVisionen: Wie wollen wir morgen leben?“ finden Sie hier.

Informationen zur Reihe „Wen wählen? Fünf Interviews zur Bundestagswahl 2021“ in der Lutherkirchengemeinde Wilhelmshaven (Juli/August 2021):

Mit der CDU-Wahlkreiskandidatin Anne Janssen startete am Donnerstag, 29. Juli, die Reihe „Wen wählen? Fünf Interviews zur Bundestagswahl 2021“ in der Lutherkirchengemeinde Wilhelmshaven. Veranstalter ist das Rogate-Kloster Sankt Michael mit seinem Demokratie-Programm „FrieslandVisionen: Wie wollen wir morgen leben?“.

Die Kandidierenden der im Bundestag vertretenden demokratischen Parteien aus dem Wahlkreis 26 sind zu einzelnen Rogate-Abenden eingeladen. Bis zum 26. August werden die jeweiligen Gäste durch Br. Franziskus in Form von Interviews über ihren Weg in die Politik, gesellschaftliche Vorstellungen und ethische Maßstäbe befragt.

Vor der Veranstaltung wird jeweils um 19:00 Uhr zu einem „Gebet für die Stadt“ in der Lutherkirche eingeladen.

Die noch folgenden Termine der Reihe:

Die „FrieslandVisionen“ werden bis Ende 2023 durch das Förder- und Qualifizierungsprogramm „MITEINANDER REDEN – Gespräche gestalten – Gemeinsam handeln“ für Akteur*innen in ländlichen Räumen durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.