Die Geschichte von Jesu Geburt zum Heiligen Abend.

RogateKl_Postkarte A6_Weihnachten_hoch_211217_1Es begab sich aber zur der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden
bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Und als die Engel von ihnen in den Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in einer Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Aus dem Evangelium des Lukas 2,1 – 20

Jahreswechsel: Allen ein segensreihes, fröhliches und friedliches Jahr 2018!

2018 Jahrelosung Rogate

Gottes Segen wünschen wir allen mit der Jahreslosung 2018, damit das neue Jahr friedlich, gnadenreich und gut wird!

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Offenbarung 21,6

Herzliche Grüße vom Rogate-Kloster

Die Weihnachtsgeschichte von Christi Geburt zum Heiligen Abend

RogateKl_Postkarte A6_Weihnachten_hoch_211217_1Es begab sich aber zur der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden
bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Und als die Engel von ihnen in den Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in einer Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Aus dem Evangelium des Lukas 2,1 – 20

Fünf Fragen an: Petra Weitzel, Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.

Fünf Fragen an Petra Weitzel, 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V., über die Trans*-Definition, das Geschlecht als Kontinuum und warum dies ein Thema für Kirche und Gemeinden sein sollte.

2017 Petra Weitzel

Petra Weitzel (Bild: privat)

Petra Weitzel, 57, Dipl. Ing (FH), verheiratet (Lebenspartnerschaft), engagiert sich in der „Projektgemeinde nicht nur für Schwule und Lesben“ in Frankfurt am Main seit 2004. In der Trans*Beratung ist sie seit 2009 tätig. Seit Juli 2017 ist sie 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.

Rogate-Frage: Frau Weitzel, was ist Transidentität und was Transsexualität?

Petra Weitzel: Transsexualität und Transidentität bedeutet für die Träger_innen dieser Eigenschaften das Wissen, nicht oder nicht ganz dem ihnen bei der Geburt zugewiesenem Geschlecht anzugehören.

Der Begriff Transsexualität wurde von Magnus Hirschfeld, Deutschlands bekanntestem Sexualwissenschaftler um 1920 geprägt und meint, dass Psyche und Körper geschlechtlich verschieden sind, eines davon „trans“ also jenseits vom anderen liegt. Es geht also um das Sein und nicht um das Tun.

Transidentität wurde Mitte der 1980er Jahre von Transidentitas e.V., unserem Vorgängerverein, und Medizinern im Rhein-Main Gebiet geprägt und betont eben genau einen Zustand und nicht sexuelles Handeln, woran bei „transsexuell“ uninformierte Menschen gewöhnlich zuerst denken.

Heute wird Transidentität tendenziell von Fachkräften, die up-to-date sind, häufiger benutzt als Transsexualität. Beispiele sind die Institutsambulanz der Universitätsklinik Frankfurt mit der „Transidenten Sprechstunde“ und zahlreiche Veröffentlichungen von Dr. Udo Rauchfleisch, Dr. Meyenburg und vielen anderen.

Es gibt Menschen, die beide oder einen der Begriffe als Bezeichnung für sich aus sehr unterschiedlichen Gründen ablehnen und deshalb neue Begriffe kreieren oder einfach nur als Mann oder Frau bezeichnet werden wollen. Auf der anderen Seite ist „transident“ nicht exklusiv Menschen vorbehalten, die zum Beispiel eine geschlechtsangleichende Operation wünschen.

Rogate-Frage: Welche Aufgaben hat die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualiät dgti e.V. und wer engagiert sich in ihr?

Petra Weitzel: Die dgti e.V. widmet sich seit 20 Jahren der Beratung transidenter/transsexueller Menschen, der Aufklärung von Pädagogen und Erziehern sowie medizinischem und betreuendem Personal.

Diese Beratung von gleich zu gleich ist eine sozialrechtliche- und Antidiskriminierungsberatung. Hier geht es um alles von A wie „Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz“ bis Z wie „Zuspruch“.

Neu hinzugekommen sind eine umfangreiche Aus- und Fortbildungsreihe für unsere Beratenden sowie Ärzte und Therapeuten und Publikationen und Filmprojekte wie „Reformation für Alle*„, die bestimmte gesellschaftspolitisch relevante Aspekte behandeln, mit dem Ziel, die Akzeptanz transidenter Menschen zu steigern.

Rogate-Frage: Von wie vielen Geschlechtern gehen Sie aus?

Petra Weitzel: Das Geschlecht eines Menschen ist genetisch betrachtet ein Kontinuum. Nicht nur dass das Gehirn unser wichtigstes Geschlechtsorgan ist (nach Prof. Milton Diamond) und zu einem unterschiedlichem Zeitpunkt wie der Rest des Körpers während der Schwangerschaft durch Sexualhormone geprägt wird, sondern auch viele andere Merkmale wie Größe, Körperform und so weiter, sind einer großen Bandbreite unterworfen, die vielen nicht bewusst ist. Das Vorhandensein einer bestimmten statistischen Durchschnittsgröße entsprechenden primärer Geschlechtsmerkmale bei der Geburt, sagt ohne Gentest und ohne dass der betreffende Mensch sich schon äußern könnte, nichts über das Geschlecht dieses Menschen aus.

Schon im Alter von drei Jahren können transidente Kinder merken, dass sie mit der Zuweisung und/oder dem Körper nicht übereinstimmen. In der Pubertät können intergeschlechtliche Menschen sekundäre Geschlechtsmerkmale entwickeln, die sich entgegengesetzt den primären Geschlechtsmerkmalen entwickeln oder sie kommen schon mit nicht eindeutigen Merkmalen auf die Welt.

Wir können daher nur von den Polen männlich und weiblich und jeder möglichen Zwischenstufe mit Bezeichnungen wie zum Beispiel nicht-binär sprechen. Folgerichtig, wenn beide rechtlich vorhandenen Geschlechter tatsächlich auch rechtlich überall gleichgestellt wären, könnten man im Idealfall auf eine „amtliche“ Sortierung des Geschlechts verzichten und damit jeder Person die Freiheit lassen, sich in einer Kategorie wohl zu fühlen oder nicht.

Rogate-Frage: Warum ist Transidentität und Transsexualität Thema für die Kirche?

Petra Weitzel: Kirche, dass sind im Falle der römisch-katholischen und evangelischen Landeskirchen in Deutschland in weltlicher Hinsicht Institutionen, die derzeit circa 60 Prozent der deutschen Bevölkerung auf sich vereinen. Das hat uns veranlasst uns mit der evangelischen Kirche zu beschäftigen, da wir hier schon viele Samenkörner sehen, aus denen etwas gutes wachsen kann.

Kirche ist für alle da. In dem Moment wo sie das nicht ist, hört sie auf Kirche zu sein.

In jeder Kirchengemeinde gibt es welche, die bei Abneigung gegen eine bestimmte Personengruppe, das passende Bibelzitat finden und wenn das nicht klappt, darauf vertrauen, dass ein wörtliches Zitat aus der Bibel, die Unkenntnis des hebräischen Urtextes vorausgesetzt, schon die gewünschte Wirkung hat.

So kommt es, dass uns „Gott schuf Mann und Frau, nach seinem Bilde“, vorgehalten wird. Der zweite Halbsatz wird weggelassen sowie die Tatsache, dass im hebräischen Adam, Mensch bedeutet und es dort männlich UND weiblich heißt. Als männlich und weiblich schuf er sie (die Menschen). Aus dem Urtext ist klar erkennbar: Am Anfang waren die Menschen beides. Etwas später gab Gott diesem Menschen eine Gefährtin. Aber heißt das nun, dass diese beiden Geschöpfe keine Anteile vom jeweils anderen haben dürfen?

reformation-fuer-alle---transidentitaet---transsexualitaet-und-kirche-data (verschoben) Kopie

Cover der Broschüre „Reformation für Alle*“

Hat Gott nur Tag und Nacht geschaffen und Abendrot, Morgendämmerung sowie den Übergang nicht?

Wie könnten diese Geschöpfe zusammenkommen, wäre da keine Seelenverwandtschaft?

Über die Jahrhunderte hat sich die Kirche, seit der Reformation, immer wieder darauf besonnen, dass sie für alle da ist.

Ohne Luther, wo wären da Frauen in der Kirche heute? Die Ordination von Frauen, Segnung und Trauung gleichgeschlechtlicher Paare sind Errungenschaften der letzten 70 Jahre. Mit der Aufklärung nimmt die Inklusion zu. Die Kirche reformiert sich weiter, ecclesia semper reformanda, und dass muss sie auch.

Menschen als krank zu bezeichnen, die eine Eigenschaft haben, die man nicht verstehen kann, das hat in der Geschichte der Menschheit Tradition. Fugitivismus nannte man einst im 19. Jahrhundert die Tendenz von Sklaven, fliehen zu wollen. Es gab bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts christliche Glaubensgemeinschaften, die die Messlatte, wer in der Gemeinde akzeptiert ist, auf der Höhe der Hautfarbe angesiedelt haben. Auch dafür hatte man eine theologisch überzeugende Begründung. Darüber sind wir inzwischen weitestgehend hinweg und dies weist uns Weg.

Niemand hat es sich ausgesucht, transident zu sein. Es wurde uns mitgegeben und wir haben als transidente Menschen die Aufgabe verantwortungsvoll aber eigenverantwortlich damit umzugehen. Gott hat den Menschen die Fähigkeiten verliehen, hier etwas hinzuzulernen und das kann auch dazu benutzt werden den Körper der Seele anzupassen. Gott kann in die Herzen der Menschen hineinsehen und wird es verstehen.

Rogate-Frage: Was wünschen Sie sich von den Kirchen und den Kirchengemeinden?

Petra Weitzel: Das Annehmen des Anderseins als etwas Schönes und Gottgegebenes, dass wäre meine Definition von Reformation im 21. Jahrhundert. Jeder Mensch, gleich welcher Herkunft, Alter, Leistungsfähigkeit, sozialem Status, geschlechtlichem Zustand oder sexueller Orientierung sollte gleich in den Kirchengemeinden willkommen sein. Jeder Mensch ist anders, mal mehr oder weniger offensichtlich. Das zu Begreifen ist eine Herausforderung, aber es gibt einen Lohn dafür, der sich nicht berechnen lässt und sich in Frieden, Freiheit und Glück ausdrückt.

Rogate: Vielen Dank, Frau Weitzel, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

In folgenden Youtube-Video kommen Menschen, die mit der Kirche verbunden sind, zum Thema „Kirche und Transsexualität“ zu Wort.  Er wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Reformationsjubiläums gefördert.

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten und Veranstaltungen:

Das Rogate-Kloster im Mai: Gastprediger Prof. Markschies, Christi Himmelfahrt und Andachten.

Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg, U Nollendorfplatz:

  • Rogate Kl_Aushang_Rogate Sonntag_090316-2 KopieUnser Monatsplan Mai – Juli.
  • Sonntag Rogate, 1. Mai 16 | 10:00 Uhr, Eucharistie, Predigt: Prof. Dr. Dres. h.c. Christoph Markschies, Theologische Fakultät an der Humboldt-Universität. Mit Posaunenmusik. Orgel: Kreiskantor Christoph Hagemann.
  • Dienstag, 3. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER am Tag der Apostel Philippus und Jakobus, das Abendgebet, in der Kirche
  • Donnerstag, 5. Mai 16|19:30 Uhr, EUCHARISTIE an Christi Himmelfahrt. Orgel: Manuel Rösler.
  • Dienstag, 10. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 12. Mai 16|19:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 17. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER zu Pfingsten, das Abendgebet

Vorschau Juni:

Erreichbar ist die Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln und über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße. Adresse: An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Fünf Fragen an: Claudia Goede, Pfarrerin Weihnachtskirche zu Spandau

Fünf Freitagsfragen an Claudia Goede, Pfarrerin an der Weihnachtskirche zu Berlin-Spandau, über den gestrigen Heiligen Abend, das Leben als „Weihnachtsfrau“ und Gott, der mitten in der Nacht zu uns kommt.

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Claudia Goede (Bild: Weihnachtskirchengemeinde)

Claudia Goede, 1962 geboren, studierte Theologie zuerst an der Kirchlichen Hochschule in Berlin (KIHO) und wechselte dann zur Ruprechts-Karls Universität in Heidelberg. 1. Theologisches Examen im Herbst 1989 in Berlin, 2. Theologisches Examen Herbst 1992 in Berlin. Ordination am 20.12.1992 in der St. Marienkirche. Seit Dezember 1992 Pastorin im Hilfsdienst und seit April 1996 Pfarrerin in der evangelischen Weihnachtskirchengemeinde in Berlin-Haselhorst. 2006 folgte eine Ausbildung zur Mediatorin am Amt für Kirchliche Dienste in Berlin.

Rogate-Frage: Frau Pfarrerin Goede, frohe und gesegnete Weihnachten Ihnen! Wie haben Sie den Heiligen Abend verbracht und was kommt an den Weihnachtstagen auf Sie zu?

Claudia Goede: Vor allem in der Kirche. Um 14.30 Uhr begann der erste Gottesdienst mit einem Krippenspiel, das unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden gestaltet haben. Das musste ich natürlich sehen. Diesen Gottesdienst hat mein Kollege gehalten. Dann habe ich zwei Gottesdienste gehalten, den einen mit einem Krippenspiel, in dem Kinder und Eltern mitgespielt haben, und in dem anderen hat unser Chor mitgewirkt. Beide Gottesdienste waren auf ihre Art schön – der eine, in dem sich Kinder in Engel verwandeln und der andere mit viel Musik.

Ich habe mich gefreut, in den Gottesdiensten viele bekannte Gesichter zu sehen, darunter auch viele ehemalige Konfirmanden und Konfirmanden. Das ist immer schön zu hören, was sie gerade machen und wie es ihnen geht. Nach den drei Gottesdiensten haben wir gegessen und um 22.00 Uhr war ich wieder in der Kirche, diesmal zu einem besinnlichen Gottesdienst, den mein Kollege gehalten hat. Ich genieße diese Gottesdienste mit ihrer besonderen Atmosphäre.

Heute werde ich noch einen Gottesdienst halten, in dem wir viele Weihnachtslieder singen und in dem es auch um ein Weihnachtslied geht: „Es ist ein Ros entsprungen„.

Rogate-Frage: Was ist Weihnachten theologisch, kirchlich und persönlich für Sie?

Claudia Goede: Theologisch ist mir wichtig, dass Gott im Kleinen zu uns kommt, im Alltäglichen. Gott kommt zu Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Mitten in der Nacht, im Dunkeln entsteht Neues. Auch in der Schöpfung entsteht neues Leben im Dunkeln, auch in der hebräischen Bibel beginnt der neue Tag mit dem Abend, da wurde aus Abend und Morgen der erste Tag, heißt es da. „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsere Nacht nicht dunkel sein“, wird in einem modernen Lied gesungen. In einem Taize-Lied heißt es: „Inmitten unsrer Nacht entzünde ein Feuer, das nie mehr erlischt.“ Das hat für mich eine große symbolische Bedeutung.

Und drittens waren Joseph und Maria mit ihrem Kind darauf angewiesen, aufgenommen zu werden sowohl in Bethlehem als auch in auf ihrer Flucht nach Ägypten. Darum wird es in den Gottesdiensten, die ich halte, auch gehen – um Mitmenschlichkeit in Notsituationen und darauf, dass Jesus gleich zu Beginn seines Lebens mit auf die Flucht musste.

Rogate-Frage: Wie kam es zu dem Namen Ihrer Gemeinde beziehungsweise der Weihnachtskirche und wie lebt es sich damit? 

Claudia Goede: Die Weihnachtskirche sollte zu Weihnachten 1935 eröffnet werden. Sie wurde am Epiphaniastag 1936 eingeweiht – mit einer kleinen Verspätung- beim Namen blieb es trotzdem. Der Name ist ziemlich einmalig, es gibt nur noch eine Weihnachtskirche und die befindet sich in Bethlehem. Einmalig zu sein, ist doch nett.

Bis Anfang der 90er Jahre arbeiteten drei Pfarrer in der Weihnachtskirche. Dass sie auch als „Weihnachtsmänner“ tituliert wurden, gefiel ihnen allerdings wenig. Ich finde es dagegen nett, „Weihnachtsfrau“ genannt zu werden.

Manchmal frage ich Kinder nach ihren Ideen, warum wir Weihnachtskirche genannt werden. Sie meinen, dass unsere Kirche nur zu Weihnachten geöffnet hat. Doch das wäre recht wenig.

Rogate-Frage: Jede Woche gibt es bei Ihnen ein Weihnachtscafé. Erinnert irgendwie an die Erzählung „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ von Heinrich Böll, oder?

Claudia Goede: Ein Techniker fragte neulich, ob bei uns wohl ständig Weihnachten sei. Nein, auch im Weihnachtscafé, das jeden Mittwoch stattfindet, gibt es nicht dauernd Stollen. Ehrenamtliche Frauen backen jede Woche andern Kuchen. In der Sommerzeit sitzen wir gerne im Garten und genießen die Sonne. Nein, auch in der Weihnachtskirche wird Weihnachten nur in der Weihnachtszeit gefeiert.

Rogate-Frage: Welche Themen haben Ihre Gemeinde und Sie in diesem Jahr besonders beschäftigt und worauf freuen Sie sich im kommenden Jahr?

Claudia Goede: Anfang des Jahres haben wir einen Imam in die Gemeinde eingeladen, um von ihm einen Vortrag über den Islam zu hören. Eigentlich wollten wir in den folgenden Monaten eine Moschee besuchen, aber das haben wir immer wieder verschoben.

Natürlich hat uns auch die Flüchtlingsthematik beschäftigt. Wir haben im Stadtteil gemeinsam mit dem Gemeinwesenverein Kleidung wie auch Spielzeug, Schulsachen, Schuhe und vieles andere mehr gesammelt, was jede Woche in ein Heim gefahren wurde. In Haselhorst soll im nächsten Jahr ein Flüchtlingsheim aufgebaut werden. Da werden wir auch Kontakte knüpfen.

Eine weitere Thematik war der Prozess Spandau 2020. Hier sollen mehrere Gemeinden in unserem Kirchenkreis eine Region bilden mit circa 10 000 Gemeindegliedern. Da Gemeinden nur noch in der Lage sind, Teilzeitstellen zu besetzen, können Gemeinden, die sich zusammentun, ganze Stellen besetzen. Damit kann verhindert werden, dass prekäre Arbeitsverhältnisse geschlossen werden. Der Prozess der Regionenbildung ist für unsere Gemeinde noch nicht abgeschlossen. Wir haben aber schon viele Gespräche mit unseren Nachbargemeinden geführt. Mit dem neuen Sollstellen 2016-2020 gehen Personal-Einsparungen einher. Keiner unserer Mitarbeitenden hat eine ganze Stelle bei uns. Unsere Sozialpädagogin mussten wir mit 50 Prozent abordnen. Sie arbeitet nun mit 50 Prozent in einem Beratungsladen für ausländische Frauen. Unser Haus- und Kirchwart hat auch nur noch eine halbe Stelle. Diese Einschnitte mussten wir erst einmal verkraften.

In diesem und im nächsten Jahr arbeitet ein Pfarrer in der Entsendung bei uns. Er hat viele neue Ideen eingebracht. Abendgebete, Bibelgesprächskreis, Abendgottesdienste kamen dazu. Das hat viel Spaß gemacht. Eine unserer Kitas wurde umgebaut, im Januar ist das hoffentlich überstanden und die Kita sieht hell und ansprechend aus.

Ich freue mich, im nächsten Jahr interreligiöse Gespräche weiter zu führen und mit meinem Kollegen zusammenzuarbeiten. Ich freue mich, die Weihnachtskirchengemeinde mit unserem kleinen Team der Weihnachtskirche, mit unserem Gemeindekirchenrat und mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch die Zeiten zu schippern. Ich freue mich auf viele Begegnungen und auf Gespräche über den Glauben.

Das ist ja das Schöne am Pfarrberuf, dass man vielen Menschen begegnet, etwas von ihrer Lebensgeschichte oder Lebensweise erfährt und gemeinsam mit anderen Gemeinde gestalten kann.

Rogate: Vielen Dank, Frau Pfarrerin Goede, für das Gespräch und Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit!

Mehr über die Weihnachtskirchengemeinde Spandau finden Sie hier: ev-weihnachtskirche.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Kapelle der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Gottesdienstliche Winterpause bis zum 12. Januar
  • Dienstag, 12. Januar 16 | 19:00 Uhr, Eucharistie, in der Kapelle, ohne Gesang/Musik
  • Dienstag, 19. Januar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 26. Januar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Sonntag, 31. Januar 16 | 10:00 Uhr, Predigtgottesdienst, in der Zwölf-Apostel-Kirche. Liturgie: Bruder Willehad Kaleb RGSM
  • Dienstag, 2. Februar 16 | 19:00 Uhr, Eucharistie, in der Kapelle, mit Posaunenmusik
  • Dienstag, 9. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 16. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 23. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Unseren Fördervereinsflyer finden Sie hier.
  • Hier unser Monatsplan Dezember 15/Januar 16.

Das Rogate-Kloster im Mai: Weltkriegsgedenken, Politik und eine Fotoausstellung

Willkommen zu unseren Gottesdiensten im Mai 2015 in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Donnerstag, 7. Mai 15 | 20:30 Uhr, Andacht mit Gedenken des Kriegsendes vor 70. Jahren und der Befreiung Deutschlands. Ansprache: Militärbischof Dr. Sigurd Rink.

    Donnerstag, 7. Mai 15 | 20:30 Uhr, Andacht mit Gedenken des Kriegsendes vor 70. Jahren und der Befreiung Deutschlands. Ansprache: Militärbischof Dr. Sigurd Rink.

    Dienstag, 5. Mai 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche

  • Donnerstag, 7. Mai 15 | 20:30 Uhr, Andacht mit Gedenken des Kriegsendes vor 70. Jahren und der Befreiung Deutschlands. Ansprache: Militärbischof Dr. Sigurd Rink. Mit Pastorin Ann-Katrin Bosbach, Victoria-Gemeinde. Orgel: Malte Mevissen.
  • Sonntag, 10. Mai 15 | 10:00 Uhr, Eucharistie am Sonntag Rogate, Thema des Gottesdienstes „Spiritualität in der Pflege„, Predigt: Pastorin Dr. Astrid Giebel, Diakonie Deutschland. Anschließend Eröffnung der Fotoausstellung „Gepflegt in der Gegenwart“ des Paritätischen Berlin in den Seitenschiffen der Kirche. Sie läuft bis zum 2. Juni 2015. Öffnungszeiten: Offene Kirche, Sonnabends, 11:00 bis 15.00 Uhr und vor und nach den Gottesdiensten.
  • Dienstag, 12. Mai 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, danach Bibelgespräch
  • Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai 15 | 20:30 Uhr, EUCHARISTIE AN HIMMELFAHRT, Abendmahlsgottesdienst, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Eröffnung der Fotoausstellung „Gepflegt in der Gegenwart“ am 10. Mai 2015

    Dienstag, 19. Mai 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche, anschließend Mitgliederversammlung des Fördervereins

  • Donnerstag, 21. Mai 15 | 20:30 Uhr, Fürbitt-Andacht, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Dienstag, 26. Mai 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Donnerstag, 28. Mai 15 | 19:00 Uhr, Rundgang Ausstellung „Gepflegt in der Gegenwart“ mit MdB Mechthild Rawert, Gespräch zu den Herausforderungen und Bedingungen der ambulanten Pflege heute, anschließend Andacht:
  • Donnerstag, 28. Mai 15 | 20:30 Uhr, Andacht, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Unseren Mai-Plan finden Sie hier.

Vorschau Juni 2015:

  • Freitag, 19. Juni 15 | 19:30 Uhr, Eröffnungsgottesdienst des 23. lesbisch-schwulen Stadtfestes des Regenbogenfonds e.V., Predigt: Pfarrer Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent im Kirchenkreis Schöneberg. Mit dem Friedenauer Posaunenchor,  Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Dekan Ulf-Martin Schmidt. Orgel: Malte Mevissen.
  • Sonnabend & Sonntag, 20. und 21. Juni 15, Teilnahme mit einem Info-Stand auf dem „23. Stadtfest des Regenbogenfonds„, Schöneberg
  • St. Johannistag, Mittwoch, 24. Juni | 18:00 Uhr, Eucharistie, Hauskirche Maria von Magdala, Alt-katholische Gemeinde Berlin, Detmolder Straße 4, 10715 Berlin-Wilmersdorf
  • Donnerstag, 25. Juni | 20:30 Uhr, Andacht „Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen“. Impuls: Pater Engelbert Petsch, Aktion „Die Flamme der Hoffnung – The Flame Of Hope“, zu „Der Mond ist aufgegangen“. Orgel: Christoph Hagemann, Kreiskantor Schöneberg.

Ostern 2015: Der Herr ist auferstanden!

Osterkerze in der Zwölf-Apostel-Kirche

Osterkerze in der Zwölf-Apostel-Kirche

Der Herr ist auferstanden!
Er ist wahrhaftig auferstanden!

Willkommen in der Osterwoche:

  • Morgen, Ostermontag, 6. April 2015 | 10:00 Uhr, ökumenische Eucharistie, mit der Alt-katholischen Gemeinde
  • Dienstag, 7. April 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Donnerstag, 9. April 15 | 20:30 Uhr, Komplet, das Nachtgebet, Zwölf-Apostel-Kirche