Gebet: Fürbitte aus dem Gottesdienst zur Eröffnung des 25. Stadtfestes Berlin 2017

Großer Gott, wir danken Dir, dass wir geladen sind zum Fest des Lebens. Du hast uns gemacht, gestaltet wunderbar und rufst uns bei unserem Namen. Wir sagen Dank für alles Gute und das Gelingende in unserem Leben.

Gemeindevers: Nun lasst uns gehen und treten / mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben / bis hierher Kraft gegeben. (Evangelisches Gesangbuch Nr. 58, 1)

20046763_1772848566065337_5335927618255808222_nJesus Christus, unsere Wege kennen Höhen und Tiefen. Du weißt um unsere Schwächen und Stärken. Sei uns gnädig, Du Freund des Lebens.

Wir bitten für alle, die verheiratet oder verpartnert sind – und für die, die nun endlich heiraten dürfen, für die Frauen- und Männerpaare. Segne sie.

Gemeindevers: Wir gehen dahin und wandern / von einem Jahr zum Andern, wir leben und gedeihen / vom Alten bis zum Neuen (Evangelisches Gesangbuch Nr. 58, 2)

Heiliger Geist, Du Tröster. Wir bitten Dich für alle, sich wegen ihrer Homosexualität verstecken müssen: ….in Russland, Uganda, im Iran, Sudan, Somalia, Mauretanien, Nigeria, Libyen, Ägypten – und Tschetschenien.

Du weißt wo geweint und gelitten wird. Erbarme Dich! Schenke Mut und Trost. Werde Anwalt des Lebens – für die Gefolterten.

Gemeindevers: durch so viel Angst und Plagen, / durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, / die alle Welt bedecken. (Evangelisches Gesangbuch Nr. 58, 3)

Dreieiniger Gott, wir danken Dir für gute Eltern, die ihre Kinder gut durch das Coming Out bringen und sie vorbehaltlos lieben. Wir danken für unsere Freunde, die mit uns durch Leben gehen und uns vertraut und nahe sind.

Gemeindevers: Denn wie von treuen Müttern / in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden / mit Fleiß bewahret werden, (Evangelisches Gesangbuch Nr. 58, 4)

20106769_1777153038968223_7203493836030336510_nGroßer Gott, Du schenkst uns Freiheit. Wir bitten für alle, die in Unfreiheit und in Ausgrenzung leben, weil ihre Identität oder ihr Glaube nicht akzeptiert wird und sie Ausgrenzung, Gewalt und Hass erfahren.

Gemeindevers: also auch und nicht minder / lässt Gott uns, seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, / in seinem Schoße sitzen. (Evangelisches Gesangbuch Nr. 58, 5)

Jesus Christus, schenke unserer Stadt ein sicheres Stadtfest. Schenke Du fröhliche Begegnungen, gesegnete Freundlichkeit und viel gemeinsames Lachen an diesem Wochenende. Lass es zum Fest des Lebens werden. Ein Fest für alle.

Gemeindevers: Ach Hüter unsres Lebens, / fürwahr, es ist vergebens mit unserm Tun und Machen, / wo nicht dein Augen wachen. (Evangelisches Gesangbuch Nr. 58, 6)

Heiliger Geist, wir danken Dir für das Engagement vieler für eine gerechte, solidarische und lebenswerte Welt. Segne Du die Arbeit der Einrichtungen und Gruppen, die sich für Menschen im Coming Out, für Jugendliche und für Ausgegrenzte einsetzen. Und segne unser Stadtfest an diesem Wochenende, dass es für viele zum Aufbruch in gelingendes Leben und eine bessere Welt werde. Amen.

Gemeindevers: Gelobet sei deine Treue, / die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, / die alles Herzleid wenden. (Evangelisches Gesangbuch Nr. 58, 7)

Stadtfest: Feiern gegen Gewalt. Tanzen gegen Hass.

IMG_9259„Gleiche Rechte für Ungleiche?“ So lautete vergangenes Wochenende das Motto des großen Straßenfestes in der Hauptstadt: Das Motzstraßenfest. Offizieller Titel: Lesbisch-schwules Stadtfest Berlin. Mit über 350.000 Besuchern aus der ganzen Welt ist es unangefochten das größte Event seiner Art. Ein ganzer Kiez feiert Vielfalt, bunt und ausgelassen.

Der Ursprung des Festes vor 25 Jahren ist ernst: Gewalttätige Übergriffe in den Straßen auf homosexuelle Frauen und Männer. Die Anwohner wollten das nicht mehr hinnehmen und luden ein: Information gegen Unwissenheit, Feiern gegen Gewalt, Tanzen gegen Hass. Eine ungewöhnliche Reaktion, doch Fröhlichkeit, Wissen und Gemeinschaft machen stark gegen Ausgrenzung.

DSC08983Die Kirche feiert mit: Wir, das Rogate-Kloster, richten seit bald zehn Jahren den Eröffnungsgottesdienst aus. Wie vergangenen Freitag: Eine volle Kirche, Pastorin und Priester, Ordensfrauen und Bischof, Lektoren und ein Kiezorchester gestalteten einen Festgottesdienst. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sprach ein Grußwort und sagte von der Kanzel: „Erst, wenn wir alle die gleichen Rechte haben, sind wir alle frei.“

Mich erinnert es an folgende Liedverse („Wenn das Rote Meer grüne Wellen hat“): „Wenn unsre Tränen rückwärts fließen, dann bleiben wir hier, dann bleiben wir hier, weil sich das Land gewandelt hat. Wenn es dreizehn schlägt und die Zeit zerbricht, dann bleiben wir hier…“

Br. Franziskus

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten:

  • Montag, 24. Juli 2017 | 19:00 Uhr, Gebet für Stadt und Land. Anschließend: „Warum wählen?“, im Gespräch mit Alexander von Fintel, Bündnis 90/Die Grünen. Ort: Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven.
  • Montag, 31. Juli 2017, 19:00 Uhr, Gebet für Stadt und Land. Anschließend: „Warum wählen?“, im Gespräch mit Dr. Holger Onken, Die Linken. Ort: Christus- und Garnisonkirche, Gemeindehaus, Wilhelmshaven.
  • Montag, 31. Juli 2017, 21:00 Uhr, Mondandacht zu „Der Mond ist aufgegangen”. Orgel: Stadtkantor Markus Nitt. Ort: Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven.
  • Montag, 6. August 2017, 19:00 Uhr, Gebet für Stadt und Land. Anschließend: „Warum wählen?“, im Gespräch mit Udo Striess-Grubert, Freie Wähler. Ort: Christus- und Garnisonkirche, Gemeindehaus, Wilhelmshaven.
  • Montag, 6. August 2017 | 21:00 Uhr, Mondandacht zu „Wie ist die Welt so stille”, mit Prof. Dr. Jörg Schneider, Jade Hochschule. Ort: Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven.
  • Montag, 14. August 2017, 19:00 Uhr, Gebet für Stadt und Land. Anschließend: „Warum wählen?“, im Gespräch mit Andreas Tönjes, Die Partei. Ort: Christus- und Garnisonkirche, Gemeindehaus, Wilhelmshaven.

Stadtfest-Eröffnung: Grußwort von Margit Gottstein, Staatssekretärin für Verbraucherschutz und Antidiskriminierung

Berlin ist eine Regenbogenstadt – eine Regenbogenhauptstadt, wie wir es als Berliner Landesregierung in unserer Koalitionsvereinbarung 2016 genannt haben. Die Menschen in Berlin sind so wunderbar verschieden: Jung und alt, unterschiedlicher Hautfarbe, ethnischer und sozialer Herkunft. Sie fühlen sich verschiedenen Religionen oder keiner Religion zugehörig, leben mit oder ohne Behinderung. Es sind Frauen, Männer, trans- und intergeschlechtliche Menschen, Lesben, Schwule, Bi- und Heterosexuelle. Sie leben in Partnerschaften, Familien, als Single oder in anderen Lebensformen. Das Zusammenleben in dieser Stadt gelingt, wenn die Menschen aufeinander zugehen, sich gegenseitig respektieren und den Alltag gemeinsam erleben und gestalten.

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Grußwort von Staatssekretärin Margitt Gottstein

Besondere Höhepunkte unseres Zusammenlebens sind Feste, wie das Lesbisch-Schwule Stadtfest, das in diesem Jahr zum 25. Mal stattfindet, und schon zum 8. Mal wird es durch einen Gottesdienst in der Zwölf-Apostel-Kirche eröffnet.

Ich begrüße es sehr, dass die Alt-katholische Kirche signalisiert: Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen sind in Ihrer Gemeinde willkommen und ihre Liebe wird als Gabe Gottes Wert geschätzt. Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare praktizieren Sie seit 2014 und Sie ringen darum, dass sie auch das Sakrament der kirchlichen Trauung erhalten können.

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften rufen Sie in diesem Jahr mit einer Kampagne des Bündnisses gegen Homophobie alle Religionen und Kirchen unter dem Motto „Traut euch! Traut uns“ dazu auf, mutig zu sein, die lang gehegten Überzeugungen in Bezug auf die heterosexuelle Exklusivität der Ehe endlich den gelebten Realitäten der Menschen anzupassen und die „Trauung für alle“ zu ermöglichen. Die Liebe der einen darf nicht weniger wert angesehen werden als die Liebe der anderen.

Auch auf politischer Ebene haben wir intensiv daran gearbeitet, durch die Öffnung der Ehe alle Paare rechtlich gleich zu stellen – unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit und -identität der Beteiligten. Am 30. Juni hat der Bundestag endlich für die Ehe für Alle gestimmt. Gleiche Rechte und damit verbundene Rituale sind unverzichtbar und unerlässlich. Sie gewährleisten nicht nur die unteilbaren Menschenrechte, sie sind auch von hoher symbolischer Kraft. Selbst wenn sich zum Beispiel ein lesbisches Paar nicht verheiraten möchte, wüssten diese beiden Frauen, sie wären dem Staat und den Kirchen genauso willkommen wie die heterosexuellen Eltern der Schulfreund*innen ihrer Kinder. Ganz bestimmt eine gute Gewissheit für die ganze Familie.

Für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz brauchen wir deshalb weiterhin viele Menschen, die sich dafür einsetzen, dass jede und jeder Einzelne ohne Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung und in frei gewählter Lebensform leben kann, in Berlin, der Regenbogenstadt, und ebenso europa- und weltweit. Mit dem Eröffnungsgottesdienst zum Lesbisch-Schwulen Straßenfest tragen Sie die Botschaft weiter: „Religion und Homosexualität schließen sich nicht aus!“ Sie zeigen: Die christliche Liebesbotschaft gilt für alle. Dafür danke ich Ihnen!

Margit Gottstein, Staatssekretärin für Verbraucherschutz und Antidiskriminierung

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Das Grußwort der Staatssekretärin richtet sich an die Teilnehmenden des folgenden Gottesdienstes:

Freitag, 14. Juli 2017 | 19:30 Uhr, Eröffnungsgottesdienst zum 25. Lesbisch-RogateKl_Aushang A4_Stadtfest2017_111116schwulen Stadtfest Berlin. Predigt: Bischof Dr. Matthias Ring (Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland). Predigttext: 1. Petrus 4, 7-10. Weitere Mitwirkende: Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit), Die Schwestern des Hospizdienstes Tauwerk, Dekan Ulf-Martin Schmidt (Alt-Katholische Gemeinde Berlin), Pastorin Dagmar Wegener (Baptistische Gemeinde Schöneberg), Geschäftsführer Jörg Steinert (Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg, LSVD) und Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert (SPD).  Ort: Zwölf-Apostel-Kirche. Orgel: Malte Mevissen. Kirchdienst: Christopher Chandler (Zwölf-Apostel-Gemeinde) und Melanie Hochwald (Rogate-Kloster). Ministranten: Andrea Fleischer, Uta Willers-Urban und Markus Beckmann (alle Rogate-Kloster) sowie Joachim Debes (Alt-katholische Gemeinde Sachsen). Ort: Zwölf-Apostel-Kirche.

Das Rogate-Kloster im Mai: Nachtgebete, Eucharistiefeiern und Workshops

Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten und Veranstaltungen:

  • rogatekl_aushang-a4_lichtvesper2017_111116Sonnabend, 13. Mai 2017 |16:00 Uhr, Taufe. Ort: Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg. Orgel: Timo Hoth.
  • Sonnabend, 20. Mai 2017 |18:00 Uhr, Lichtvesper, mit der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin. Ort: Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg.
  • Sonntag Rogate, 21. Mai 2017 | 10:00 Uhr, Eucharistie, mit der Zwölf-Apostel-Gemeinde. Predigt: Bruder Franziskus. Predigttext: 1. Petrus 4, 7-10. Orgel: Kreiskantor Christoph Hagemann. Lektorin: Mechthild Rawert, MdB. Ort: Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg.
  • RogateKl_Aushang A4_Eucharistie RogateSo 210517_111116 Kopie.jpgHimmelfahrt, Donnerstag, 25. Mai 2017 | 11:00 – 13:00 Uhr, Workshop „Am Anfang war die Sehnsucht. Erfahrungen bei der Suche nach einer Geistlichen Gemeinschaft„, Ort: Deutscher Evangelischer Kirchentag, Halle 5.2b, Raum Kassel 1, Workshopraum, Messe Berlin, Charlottenburg (594 | E1) .
  • Himmelfahrt, Donnerstag, 25. Mai 2017 | 22:30 Uhr, Komplet, das Nachtgebet. Ort: Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg.
  • Freitag, 26. Mai 2017 | 14:00 Uhr – 15:00 Uhr, Veranstaltung „Miteinander leben in der Großstadt Berlin: liturgische und praktische Beispiele für verbindliches Einstehen und Engagement füreinander„. Ort: Deutscher Evangelischer Kirchentag, Zelt der Begegnung, Messegelände.
  • Freitag, 26. Mai 2017 | 19:00 Uhr, Feierabendmahl. Orgel: Kreiskantor Christoph Hagemann.
  • Freitag, 26. Mai 2017 | 22:30 Uhr, Komplet, das Nachtgebet. Ort: Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg.
  • Sonnabend, 27. Mai 2017 | 22:30 Uhr, Komplet, das Nachtgebet. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg.
  • Sonntag, 28. Mai 2017 | 12:00 Uhr, Eucharistie, Kleiner Saal der Zwölf-Apostel-Gemeinde. An der Apostel-Kirche 3. Predigt: Pfarrerin Andrea Richter, Beauftragte für Spiritualität in der EKBO

Die Übersicht für den Mai finden Sie hier.

Vorschau:

Unseren Fördervereinsflyer finden Sie hier.

 

Gebet: Fürbitten im Allerheiligen-Gottesdienst

Das Fürbittengebet (Text Pfarrerin Andrea Richter) aus dem Gottesdienst an Allerheiligen 2016 zur Anerkennung des Rogate-Klosters durch das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland:

Du, Heiliger Gott. An diesem Festtag danken wir Dir für das Leben aller heiligen Frauen und Männer, die sich aus Liebe zu Dir in diese zerbrechliche Welt haben rufen lassen. Mit ihrem Leben haben sie dich bezeugt. Mit ihrem Engagement haben sie Deiner Güte eine Gestalt gegeben. Mit ihrer Hingabe im Leben und im Sterben haben die Heiligen ein Zeichen dafür gesetzt, dass Du diese Welt nicht aufgegeben hast.

Wir bitten dich: Lass uns ihr Vorbild achten und ihnen nacheifern. Hilf uns zum achtsamen Hinhören, wenn Du uns rufst und sagst: „Ich bin heilig und auch Ihr sollt heilig sein!“ (Levitikus)

Du, Vater aller Menschen. Wir danken Dir auch für das Fest der Gemeinschaft, das wir heute feiern. Unsere Ökumene – Dein Haus mit den vielen Wohnungen!

Du sehnst Dich danach, bei uns zu wohnen und mit uns zusammen zu sein. Es ist Dein Wunsch, dass wir untereinander einig sind.

Wir bitten Dich: hilf uns und allen Menschen in den Konfessionen und Religionen zu mehr Wertschätzung und Anerkennung. Schenk uns Freude an unserer Unterschiedlichkeit. Lehre uns das Schmunzeln anstatt das Stirnrunzeln. Lass uns sinnlos Trennendes geduldig überwinden und hilf uns zu befreiten miteinander Lachen, Beten und Dich loben.

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Vereinbarug zur Anerkennung durch das Bistum

Du, Dreieiner Gott! Geistliches Leben bildet Gemeinschaft! Wir freuen uns über die Anerkennung des Rogate-Klosters Sankt Michael als einer ökumenischen-geistlichen Gemeinschaft.

Wir bitten Dich für alle, die zu „Rogate“ gehören, für ihr Miteinander und für ihren Dienst. Bestärke sie in ihrem Tun. Schenke ihnen ein hörendes Herz. Lass sie miteinander und aneinander wachsen und sich nicht überfordern.

Und halte in ihnen und in uns allen das Bewusstsein dafür wach, dass vor all unserem richtigen Tun deine Nähe und deine Liebe stehen.

Lebendiger Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! In diesen Tagen besuchen wir die Friedhöfe und bedecken die Gräber mit Tannengrün. Wir entzünden Lichter und erinnern uns an Menschen, die nicht mehr unter uns sind.

Für unsere Verstorbenen bitten wir dich nicht. Sie sind ja längst schon bei Dir: in deiner Nähe und in deinem Licht – geborgen wie Kinder im Schoß ihrer Mutter.

Wir bitten aber für uns und für alle Menschen, die sich vor dem Abschiednehmen und dem Sterben eines nahen Menschen fürchten. Wir bitten auch für die, die sich selbst vor Krankheit und Tod fürchten.

Steh uns bei! Du bist uns ja zur Seite! Lass und das spüren! Lehre uns schon im Leben, dir aus tiefster Seele zu vertrauen und uns dir zu überlassen.

Alle unsere unausgesprochenen Gedanken, unsere Freuden, unsere Sorgen und Sehnsüchte sagen wir dir in der Stille….

Gemeinsam beten wir: Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Landesbischof Christoph Meyns: „Wichtig ist die gelebte Ökumene vor Ort“

Grußwort von Landesbischof Dr. Christoph Meyns, Braunschweig, zur Anerkennung des Rogate-Klosters durch das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland:

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Landesbischof Dr. Meyns (Bild: Landeskirche Braunschweig)

Liebe Schwestern und Brüder!

„Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe.“ (Eph. 4,5)

Dieser Zuspruch gilt der Christenheit seit ihrer Entstehung vor 2.000 Jahren. In Jesus Christus sind wir untrennbar miteinander verbunden. Zugleich erwächst daraus der Anspruch, das kirchliche Leben so zu gestalten, dass Unterschiede in Sprache, Kultur, dogmatischen Überzeugungen, ethischen Praktiken oder politischen Positionierungen nicht zur Quelle von Abwertung oder Ausgrenzung missbraucht werden. Die Gleichzeitigkeit von Einheit und Vielfalt zu leben, stellt eine der Herausforderungen dar, an denen sich die Kirche seit ihrer Gründung abarbeitet. Im Laufe der Geschichte hat es immer beides gegeben: Dynamiken des Auseinanderdriftens, der Selbstabschließung und der Spaltung auf der einen Seite, Schritte der Versöhnung und Wege des gemeinsamen Lebens auf der anderen Seite.

Die Arbeit an der Einheit der Kirche geschieht mit hoher öffentlicher Aufmerksamkeit auf der Ebene kirchenleitenden Handelns, etwa in Form theologischer Grundsatzpapiere oder der Feier internationaler ökumenischer Gottesdienste. Ebenso wichtig ist jedoch die gelebte Ökumene vor Ort, das tägliche Leben in ökumenischer Gemeinschaft.

Dabei gilt es, viele kleine Schritte zu gehen, die jeder für sich unscheinbar sind, in ihrer Summe jedoch langfristig weiterführen. Die Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen dem Rogate-Kloster St. Michael und dem Bistum der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland ist einer dieser Schritte auf dem Weg zur Vertiefung der Gemeinschaft zwischen Christinnen und Christen unterschiedlicher konfessioneller Traditionen in Deutschland. Darüber freue ich mich.

Ob und wie sich auswirkt, was wir tun, liegt nicht in unserer Hand. Ich wünsche deshalb dem ökumenischen Kloster St. Michael und seinen ökumenischen Partnern von Herzen Gottes Segen und Geleit.

„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.“ (Kol. 3,16)

Landesbischof Dr. Christoph Meyns

Beauftragter der EKD für den Kontakt zu den evangelischen Kommunitäten

Willkommen zur Unterzeichnung der VereinbarungAllerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, Evangelische Kirche Berlin – Brandenburg – schlesische Oberlausitz (EKBO), Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Tempelhof-Schöneberg, Rogate Kl_Aushang_Eucharistie Allerheiligen_090316 Kopie.jpgPfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert, Tempelhof-Schöneberg, und Bundestagsabgeordnerter Volker Beck, Köln. Chor: „Mixed Martinis – Gospel & more“, Tegel. Orgel: Manuel Rösler.

Angelika Schöttler: „Offenheit für Vielfalt ist Teil der gelebten Rogate-Arbeit“

Grußwort von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Tempelhof-Schöneberg, zur Anerkennung des Rogate-Klosters durch das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland:

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Angelika Schöttler (Bild: Joachim Gern)

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Rogate-Kloster ist eine weltoffene Gemeinschaft und bereichert mit seiner besonderen Arbeit unseren Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Schon seit mehreren Jahren begleite ich die seit 2013 von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz anerkannte Rogate-Gemeinschaft und freue mich nun über die Anerkennung durch das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland.

Ökumene, Offenheit für Vielfalt, auch für jene, die nicht im Fokus von Kirche und Gesellschaft stehen, ist Teil der gelebten Rogate-Arbeit.

Verdient gemacht hat sich die Gemeinschaft mit ihrem Engagement für intersexuelle und transsexuelle Menschen. Sichtbares Engagement ist auch der jährliche Gottesdienst anlässlich des Lesbisch-schwulen Stadtfestes bei uns im Bezirk. Ein Termin im Kalender, den ich sehr gerne wahrnehme.

Rogate ist kein Kloster wie man es sich normalerweise vorstellt. Die kleine Gemeinschaft von Christen lebt nicht hinter Klostermauern, sondern versteht sich als Teil des Gemeinwesens unserer Stadt und ist in ihrem Wirken überaus aktiv.

So wurden in der Vergangenheit Ausstellungen, interessante Lesungen und natürlich Gottesdienste organisiert. Die Unterstützung trauernder Menschen, die ansonsten keine Trauerfeier besuchen konnten, stand ebenso im Fokus der Arbeit wie die gemeinsame Initiierung einer Suppenküche mit der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde.

Das Bindeglied der modernen Klostergemeinschaft ist der gemeinsame Gottesdienst, der mit seiner Rogate-Spiritualität den Mitgliedern und Besucher_innen ein Gefühl des „zuhause Seins“ vermittelt. Ich wünsche allen Mitgliedern des Rogate-Klosters und Gästen eine schöne Anerkennungsfeier und Kraft für die weitere Arbeit.

Herzlichst

Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin

Berlin, den 28. Oktober 2016

Rogate Kl_Aushang_Eucharistie Allerheiligen_090316 Kopie 2.jpgWillkommen zur Unterzeichnung der VereinbarungAllerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, Evangelische Kirche Berlin – Brandenburg – schlesische Oberlausitz (EKBO), Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Tempelhof-Schöneberg, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert, Tempelhof-Schöneberg, und Bundestagsabgeordnerter Volker Beck, Köln. Chor: „Mixed Martinis – Gospel & more“, Tegel. Orgel: Manuel Rösler.