Ausstellung: Grußwort von Harald Petzold, MdB, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter…”

Harald Petzold, MdB, spricht im Eröffnungsgottesdienst der Ausstellung „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“ im Rogate-Kloster. (Bild: Rogate-Kloster)

Seit Anfang August zeigt das Rogate-Kloster in der Zwölf-Apostel-Kirche die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”. Es handelt sich dabei um ein Foto- und Textprojekt-Engagement der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl über und für transidente Menschen.

Die Ausstellung ist bis zum 13. September 2015 sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der „Offenen Kirche“ (Öffnungszeit in Verantwortung der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde) sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen.

Zur Ausstellungseröffnung sprach der Bundestagsabgeordnete Harald Petzold (siehe Bild), Fraktion Die Linken. Wir dokumentieren hier sein Grußwort:

„Beginnen möchte ich mit zwei Danksagungen: Ich danke zum einen Bruder Franziskus für die heutige Veranstaltung, seine Einladung an mich und den damit verbundenen Mut, einen Politiker, Atheisten und auch noch LINKEN hier zu Wort kommen zu lassen. Und ich danke zum anderen allen, die bisher und heute dem Thema „Transidentität“ ein Gesicht gegeben haben. Sie waren und sind es, die damit die Trans*Thematik für alle Menschen greifbar, verständlich und sichtbar machten und machen, vor allem für solche, die sich vorher nicht damit beschäftigt haben.

Denn das ist gar nicht so `ohne´! Sicher haben die meisten von Ihnen vor kurzem den Film „Mein Sohn Helen“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesehen. Für mich war es wie ein déjà-vu: Ich erinnerte mich schlagartig sehr gut daran, wie mir selbst – ähnlich der Filmfigur Tobias – der Mund offen stehen blieb und ich kein Wort heraus brachte, als ich plötzlich und unvorbereitet einem langjährigen Freund gegenüberstand, von dem ich meinte, ihn eigentlich recht gut zu kennen. Der Mensch, dem ich in dem Moment wiederbegegnete, war nicht nur äußerlich und mit Namen inzwischen jemand anderes geworden. Und im ersten Moment war wohl eher ich es, der in dieser Situation Hilfe und Unterstützung brauchte, um meine Verunsicherung zu verarbeiten.

Im Film „Mein Sohn Helen“ geht die Geschichte am Ende gut aus. Wie so oft im Film. Und das ist auch gut so. Aber jede/r von uns hier heute Abend wird wissen, dass das eben `nur´ die Filmwirklichkeit ist. Viel zu häufig sind die tatsächlichen Szenen, die das Leben für transidente Menschen (und ihre Angehörigen und FreundInnen) bereithält, auch in der heutigen Zeit von Diskriminierung und Unverständnis für das sogenannte „Anderssein“, das doch so normal ist, geschrieben. Die Handlungen reichen über

  • ein jahrelanges „Sich-verstellen“ müssen, das `gefangen-sein im falschen Körper´ und das tägliche Schauspielern, um sich anzupassen, das unbeschreiblich viel Kraft kostet und auf Dauer unglücklich macht;
  • die oft peinlichen und mitunter entwürdigenden Begutachtungen;
  • der Weigerung von Krankenkassen, für Behandlungs- und Therapiekosten aufzukommen;
  • den Verlust von Sozialkontakten und sicher geglaubten Familien- oder Freundschaftsbindungen
  • bis hin zum dauerhaften Verlust des Arbeitsplatzes, der gesellschaftlichen Anerkennung und Inklusion.

Ein selbstbestimmtes Leben in Würde wird für transidente Menschen so zu einem schwierigen und kaum erreichbaren Unterfangen. Oft fehlt es an Wissen, dass transidente Menschen sich `ihren Weg´ nicht ausgesucht haben, weil sie das `schick´ oder `trendy´ oder `in´ finden oder etwas Besonderes sein wollen. Hier kann nur Aufklärung helfen,  um die gesellschaftliche Akzeptanz durch Verständnis zu erhöhen.

Die Aufgabe der Politik ist es, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Grundrechte von Transsexuellen, Transgendern und Intersexuellen gewahrt werden, anstatt ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu erschweren. Diese Rahmenbedingungen ist der Gesetzgeber, ist Politik in Deutschland bisher schuldig geblieben – und das, obwohl das Bundesverfassungsgericht inzwischen das Transsexuellengesetz mehrfach in wesentlichen Teilen für nicht verfassungskonform erklärt hat.

Aber der Kreis derjenigen, die sich für Änderungen einsetzen, wird größer. So ist beispielsweise die Zahl der Menschen vor allen Dingen in den letzten Wochen erfreulich gestiegen, die die „Stuttgarter Erklärung: Geschlecht. Selbst. Bestimmt. Menschenrechtskonforme Behandlung Trans-/Intersexualität“ inzwischen unterschrieben haben. Als ich sie unterschrieben habe, war ich erst der dritte Bundestagsabgeordnete und mit meinen LINKEN KollegInnen Ulla Jelpke und Andrej Hunko politisch `allein´. Inzwischen gehören Abgeordnete aller politischen Ebenen (von Kommunal bis Europa) und aller demokratischen politischen Parteien zu den UnterzeichnerInnen und verstehen sind damit als PartnerInnen transidenter, transsexueller und intersexueller sowie aller von der geschlechtlichen Norm abweichenden Menschen und ihrer Organisationen. Wir unterstützen die Forderung,

  • dass Namenwahl, Personenstand und geschlechtsangleichende Maßnahmen zum Gegenstand selbstbestimmter Entscheidungen der Einzelnen gemacht werden;
  • das Transsexuellengesetz aufzuheben ist;
  • dass rechtliche Anerkennung nicht mehr von medizinischen Bedingungen abhängig gemacht wird und
  • für eine medizinische Behandlung, die ohne geschlechtliche Deutung auskommt und in der alle Menschen in ihrem eigenen Geschlecht von Anfang an respektiert werden;

Nur so ist ein selbstbestimmtes Leben in Würde und Vielfalt und respektvoller Umgang miteinander möglich.

Die Ausstellung „Max ist Marie – mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“, die heute Abend hier eröffnet wird, zeigt beeindruckende, aber auch nachdenklich machende schwarz-weiß-Portraits transidenter Menschen, die eine Geschichte zu erzählen haben. Der Fotografin Kathrin Stahl ist mit dem Projekt eine bewegende Dokumentation über die Situation transidenter Menschen in Deutschland gelungen. Auch ihr ein herzliches Dankeschön!

Ich bin sicher, dass die heute hier gezeigte Ausstellung dazu beitragen wird,

  • sowohl weiter über Transidentität aufzuklären, um mehr Akzeptanz gegenüber transidenten Menschen zu erreichen
  • als auch transidente, transsexuelle und alle von der geschlechtlichen Norm abweichende Menschen dazu ermutigt, ihren eigenen Lebensweg zu gehen und ihren Familien, Angehörigen und FreundInnen zu signalisieren: Ihr seid nicht allein! Haltet zueinander! Kommt in´s Offene!

Im Film „Mein Sohn Helen“ feiert Helen am Ende nicht nur ihren 18. Geburtstag, sondern vor allem ihren ersten als Helen. Ein wunderbares Fest mit einer berührenden und bezaubernden Bildlösung: Helen läuft auf einer slack-line – freihändig und sicher, und als sie am Zielpunkt ankommt und herunterspringt, wird sie von ihrem Vater Tobias inmitten ihrer Familie und FreundInnen aufgefangen. Mögen solche Bilder, solche Szenen schnell zur Lebenswirklichkeit für uns alle werden. Ich wünsche Ihnen allen in diesem Sinne einen anregenden Ausstellungsrundgang und weiterhin persönlich alles Gute und bedanke mich für die Ausstellung, Ihre Einladung und Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank.“

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Heute, Dienstag, 1. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Rogate-Abend zum Monat der Diakonie “Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben” zum Thema der Behandlung transidenter Menschen, mit Dr. Sascha Bull, leitender Oberarzt der Abteilung Plastische und Handchirurgie in der Evangelischen Elisabeth Klinik der Paul-Gerhardt-Diakonie.
  • Donnerstag, 3. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Sonnabend, 5. September 15 | 14:00 Uhr, Führung mit der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement über und für transidente Menschen. Eine Veranstaltung zum Monat der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz​. Die Ausstellung ist bis zum 13. September sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der “Offenen Kirche” sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen.
  • Dienstag, 8. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, anschließend (ca. 19:45 Uhr) Rogate-Abend zum Monat der Diakonie: “Alkohol– und Medikamentenabhängigkeit erkennen und Angehörigen helfen“. Mit Dipl.-Sozialpädagogin Anja Wenzel-Otto, Notdienst Berlin e.V.
  • Donnerstag, 10. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Den Fördervereinsflyer finden Sie hier. Unseren September-Flyer finden Sie hier.

Ausstellung: Grußwort von Johannes Kahrs, MdB, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter…”

Seit Anfang August zeigt das Rogate-Kloster in der Zwölf-Apostel-Kirche die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl über und für transidente Menschen. Die Ausstellung ist bis zum 13. September 2015 sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der „Offenen Kirche“ (Öffnungszeit in Verantwortung der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde) sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen. Zur Ausstellung erreichte uns das folgende

Grußwort von Johannes Kahrs, MdB, SPD, Hamburg, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter…”

MdB Johannes Kahrs (Bild: Team Johannes Kahrs)

Die Ausstellung ‚Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind‘ im Berliner Rogate-Kloster wirft auf künstlerisch-dokumentarische Weise Licht auf ein Randthema im Spektrum des Regenbogens, das wegen seiner besonderen Auswirkung auf die Betroffenen verstärkt in den Fokus politischen Handelns gehört. Transidentitäres Leben erfährt zwar durch öffentlichkeitswirksame Outings wie von Caitlyn Jenner vermehrt Aufmerksamkeit, dennoch herrscht sowohl in vielen Familien von Trans*-Menschen als auch in weiten Teilen der Gesellschaft Aufklärungsbedarf.

Kunstprojekte wie das nun gezeigte der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl, die selbst ein transidentes Kind hat, helfen dabei, den Schleier behutsam zu heben und unaufgeregt Einblicke in Erfahrungswelten von Trans- und Intersexuellen zu erlauben. Politisch sind bisher leider nur wenige Maßnahmen ergriffen worden, um den Leidensdruck bei der gesellschaftlichen Anerkennung des eigenen Geschlechts zu vermindern. Hier sind weitere Schritte unter anderem im Personenstandsrecht und bei der medizinischen Versorgung erforderlich. Für diese Legislatur haben wir im Koalitionsvertrag vereinbart, den „Nationalen Aktionsplan der Bundesrepublik Deutschland zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und darauf bezogene Intoleranz“ um das Thema „Homo- und Transphobie“ zu erweitern, um Hasskriminalität in diesen Bereichen wirksamer bekämpfen und verhindern zu können. Eine interministerielle Arbeitsgruppe im Familienministerium entwickelt darüber hinaus bereits Konzepte für die Gruppe der intersexuellen Kinder und Jugendlichen, um ihr Recht auf Selbstbestimmung und freie Entfaltung ihrer Geschlechtsidentität sicherzustellen.

Ich wünsche dem Team des Rogate-Klosters und der Künstlerin eine erfolgreiche Ausstellung mit vielen Besuchern, die so auf eindrucksvolle Weise Notiz von einer Lebenswirklichkeit unserer Gesellschaft nehmen können, die zu oft und völlig unnötig mit viel Leid für Betroffene und Angehörige verbunden ist.

Johannes Kahrs

Haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Donnerstag, 27. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 1. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Rogate-Abend zum Monat der Diakonie “Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben” zum Thema der Behandlung transidenter Menschen, mit Dr. Sascha Bull, leitender Oberarzt der Abteilung Plastische und Handchirurgie in der Evangelischen Elisabeth Klinik der Paul-Gerhardt-Diakonie.
  • Donnerstag, 3. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Sonnabend, 5. September 15 | 14:00 Uhr, Führung mit der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement über und für transidente Menschen. Eine Veranstaltung zum Monat der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz​. Die Ausstellung ist bis zum 13. September sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der “Offenen Kirche” sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen.
  • Dienstag, 8. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, anschließend (ca. 19:45 Uhr) Rogate-Abend zum Monat der Diakonie: “Alkohol– und Medikamentenabhängigkeit erkennen und Angehörigen helfen“. Mit Dipl.-Sozialpädagogin Anja Wenzel-Otto, Notdienst Berlin e.V.
  • Donnerstag, 10. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Sonnabend, 12. September, Teilnahme mit einem Info-Stand auf dem “Fest der Kirchen“, Alexanderplatz
  • Den Fördervereinsflyer finden Sie hier. Unseren September-Flyer finden Sie hier.

Ausstellung: Grußwort von Volker Beck, MdB, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter…”

Seit Anfang August zeigt das Rogate-Kloster in der Zwölf-Apostel-Kirche die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl über und für transidente Menschen. Die Ausstellung ist bis zum 13. September 2015 sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der „Offenen Kirche“ (Öffnungszeit in Verantwortung der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde) sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen. Zur Ausstellung erreichte uns das folgende Grußwort:

MdB Volker Beck (FotoAngelika Kohlmeier)

Grußwort von Volker Beck, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter…”

Liebe Gäste,

in der Genesis lesen wir, dass Gott die Vielfalt seiner Schöpfung sah, und erkannte, dass sie sehr gut sei. Zur Vielfalt der göttlichen Schöpfung gehört auch, dass wir Menschen in unserer  Unterschiedlichkeit gleich an Würde und Rechten sind.

Es freut mich sehr, dass die Fotoausstellung „Max ist Marie“ hier, im Rogate-Kloster zu sehen ist. Diese Ausstellung gehört genau hier hin, denn sie zeigt, was Kirche sein soll: ein Ort für alle Menschen, ein Ort für alle Menschen, Männer wie Frauen, für Homo-, Bi- und Heterosexuelle genau wie für Transidente und Transsexuelle. Ein Ort, an dem man oder frau sich mit Respekt begegnet.

Nicht nur der Fotografin Kathrin Stahl gilt mein Dank und meine Anerkennung für dieses Projekt. Auch und gerade den Teilnehmenden, die sich fotografieren ließen und ein Teil
ihres Lebens damit sichtbar, greifbar und verstehbar machten, gilt Dank. Dazu gehört Mut, denn immer noch wird transidenten und transsexuellen Menschen vielerorts noch mit Vorurteilen, Ablehnung und Transphobie begegnet. Die herrschende Rechtslage macht es nicht einfacher: Für transidente Menschen ist die neue Möglichkeit des Personenstandsrechts ein erster Schritt. Aber Gesellschaft und Staat müssen sich fragen: Ist das Recht für die
Menschen oder sind die Menschen  für das Recht da? Was muss woran angeglichen werden?

Das Transsexuellengesetz (TSG) ist über 30 Jahre alt. Es baut unbegründete Hürden für die Änderung des Vornamens und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit auf. Ein
modernes Transsexuellengesetz muss die Selbstbestimmung und Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellen und die Betroffenen selbst über ihre Geschlechtszugehörigkeit
bestimmen lassen. Für uns ist klar, dass nur Betroffene über ihre geschlechtliche Identität Auskunft geben können. Entwürdigende Diagnoseverfahren zur Änderung des Namens oder der Geschlechtseintragung gehören abgeschafft.

Zum Mut und Engagement diese Themen hier sichtbar zu machen und Ort der Begegnung im Sinne der Nächstenliebe zu schaffen, gratuliere ich herzlich und wünsche viel Erfolg.

Volker Beck

Mitglied des Deutschen Bundestags. Innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages und Sprecher für Religionspolitik seiner Fraktion.

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Donnerstag, 20. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 25. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 27. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 1. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Rogate-Abend zum Monat der Diakonie “Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben” zum Thema der Behandlung transidenter Menschen, mit Dr. Sascha Bull, leitender Oberarzt der Abteilung Plastische und Handchirurgie in der Evangelischen Elisabeth Klinik der Paul-Gerhardt-Diakonie.
  • Donnerstag, 3. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Sonnabend, 5. September 15 | 14:00 Uhr, Führung mit der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement über und für transidente Menschen. Eine Veranstaltung zum Monat der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz​. Die Ausstellung ist bis zum 13. September sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der “Offenen Kirche” sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen.
  • Dienstag, 8. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, anschließend (ca. 19:45 Uhr) Rogate-Abend zum Monat der Diakonie: “Alkohol– und Medikamentenabhängigkeit erkennen und Angehörigen helfen“. Mit Dipl.-Sozialpädagogin Anja Wenzel-Otto, Notdienst Berlin e.V.
  • Donnerstag, 10. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Den Fördervereinsflyer finden Sie hier. Unseren August-Plan finden Sie hier. Unseren September-Flyer finden Sie hier.

Ausstellung: Grußwort von Stefan Evers, MdA, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter…”

Seit Anfang August zeigt das Rogate-Kloster in der Zwölf-Apostel-Kirche die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl über und für transidente Menschen. Die Ausstellung ist bis zum 13. September 2015 sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der „Offenen Kirche“ (Öffnungszeit in Verantwortung der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde) sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen. Zur Ausstellung erreichte uns das folgende Grußwort:

Grußwort von Stefan Evers, MdA, CDU Berlin

Stefan Evers, MdA (Foto: Marko Bußmann)

Ich freue mich sehr, für Ihre Ausstellung zu einem so wichtigen wie facettenreichen Thema ein persönliches Grußwort beitragen zu dürfen.

Trotz aller Emanzipation, Gleichstellungspolitik und kritischer Reflexion traditioneller Geschlechterrollen sind Transsexualität bzw. Transidentität für viele noch immer ein Gebiet der Unklarheit und leider auch der Vorurteile.

Es ist ein schwieriges, ein ausgesprochen sensibles Thema, das viele Menschen von Kindesbeinen an begleitet. Das Empfinden im „falschen Körper“ zu leben, kann bereits im frühesten Kindesalter auftreten. Transidente Menschen begegnen uns nicht erst als Erwachsene. Sie bereits in jungen Jahren wahr- und ernst zu nehmen ist allerdings eine besondere Herausforderung für unsere Gesellschaft.

Alle Kinder verleihen ihrem Geschlechtsempfinden Ausdruck. Doch wenn dies nicht mit den Rollenzuschreibungen der Umwelt überein stimmt, kann es zu Konflikten und nicht selten zu beträchtlichen Belastungen für die Kinder und deren Familien kommen. Jugendliche, für die ihr biologisches Geschlecht nicht mit ihrem inneren Empfinden überein stimmt, geraten in Situationen, die problematisch bis kritisch sein können. Ausgrenzungen wegen der Geschlechtsidentität oder Diskriminierungen wegen des Geschlechtsausdrucks sind dann für sie alltägliche Erfahrungen. Den Kindern und Jugendlichen werden „Steine in den Weg gelegt“, die sie in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit einschränken und durch damit verbundene negative Erfahrungen ihr weiteres Leben immer wieder erheblich erschweren können.

Es ist meine feste Überzeugung: Alle Kinder und Jugendlichen sollen so aufwachsen, dass sie wissen und selbstbewusst sagen können, dass sie so in Ordnung sind wie sie sind und empfinden. Es ist die Aufgabe von Eltern, von Jugendhilfe und Schule, Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten und zu unterstützen.

Die gesellschaftliche Debatte über Trans- und Intergeschlechtlichkeit, die von der politischen Emanzipationsbewegung angestoßen wurde, hat in den letzten Jahren eine breite Öffentlichkeit erreicht. Und diese Debatte hat erst die Möglichkeit eröffnet, dass das, was Kinder über ihr Geschlechtsempfinden äußern, gehört wird. Die Meinungen über den richtigen Umgang mit diesen Fragen sind sehr unterschiedlich.

Deshalb ist es so wichtig, dass die Menschen informiert sind, genau hinschauen und kompetent mit Fragen der Geschlechtsidentität umgehen. Für uns politische Entscheidungsträger gilt das in ganz besonderer Weise.

Umso mehr freue ich mich, wenn diese Ausstellung zu mehr Verständnis, Toleranz und gesellschaftlicher Akzeptanz für die Lebenswirklichkeit transidenter Menschen beitragen wird. Mein Dank gilt allen, die dieses Projekt zu verwirklichen geholfen haben!

Stefan Evers

Mitglied des Abgeordnetenhauses, Stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion, Sprecher für Stadtentwicklungspolitik, Sprecher im Untersuchungsausschuss Flughafen BER

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Heute, Donnerstag, 13. August | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Renate Künast, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, zu „Und lass uns ruhig schlafen“.
  • Dienstag, 18. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 20. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 25. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 27. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 1. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Rogate-Abend zum Monat der Diakonie “Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben” zum Thema der Behandlung transidenter Menschen, mit Dr. Sascha Bull, leitender Oberarzt der Abteilung Plastische und Handchirurgie in der Evangelischen Elisabeth Klinik der Paul-Gerhardt-Diakonie.
  • Sonnabend, 5. September 15 | 14:00 Uhr, Führung mit der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement über und für transidente Menschen. Eine Veranstaltung zum Monat der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz​.
  • Den Fördervereinsflyer finden Sie hier. Unseren August-Plan finden Sie hier.

Ausstellung: Grußwort von Carsten Schatz, MdA, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter…”

Seit Dienstag zeigt das Rogate-Kloster in der Zwölf-Apostel-Kirche die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl über und für transidente Menschen. Die Ausstellung ist bis zum 13. September 2015 sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der „Offenen Kirche“ sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen. Zur Ausstellung erreichte uns das folgende Grußwort:

„Mut gehört dazu!“ von Carsten Schatz, MdA, Die Linke Berlin.

Carsten Schatz, MdA (Foto: Die Linke Berlin)

Das ist mein erster Gedanke, als ich die Anfrage erhalte, ein Grußwort für die Ausstellung „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“ zu schreiben. Der Mut, in den Räumen der Kirche eine Ausstellung über transidente Menschen, ihr Leben, ihre Träume, Hoffnungen und Wünsche zu machen. Aber hier in Berlin, werden einige einwenden?

Ja, auch hier in Berlin. Denn obwohl Berlin ein Zufluchtsort für viele Menschen geworden ist, die in ihren vertrauten Umgebungen auf der Suche nach ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität ausgegrenzt, verspottet oder gar misshandelt werden, leben auch in unserer Stadt Vorurteile und Ignoranz.

Erst unlängst wurde ich wieder darauf gestoßen, als im Juni im Berliner Parlament über einen Antrag diskutiert wurde, die Ehe für Alle zu unterstützen. Von konservativer Seite wurde argumentiert, eine Frau könne ja kein Mann sein. Siehe auch Link.

Und da war es wieder. Dieses biologistische Denken, gegründet auf einer Ideologie der strikten Zweigeschlechtlichkeit der Welt, die unveränderbar ist. Es ist im „Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen (Transsexuellengesetz – TSG)“ von 1980 zu Recht geworden und schikaniert transidente Menschen bis heute, auch wenn das Bundesverfassungsgericht seit Jahren eine Neufassung des Gesetzes fordert und wesentliche Teile für verfassungswidrig erklärt hat. Geschehen ist bis heute nichts. LINKE und Grüne haben eigene Gesetzentwürfe eingebracht, zivilgesellschaftliche Initiativen (Link) wurden auf den Weg gebracht. Die Bundesregierung und die sie tragenden Parteien ignorieren das hartnäckig. Dennoch bleiben unsere Forderungen klar und deutlich:

– Das TSG muss aufgehoben und rechtliche Möglichkeiten im Vornamens- und Personenstandsrecht müssen geschaffen, die Betroffenen umfassend unterstützt werden.

– Diskriminierungen müssen aufgehoben (insbesondere das langwierige und entwürdigende Begutachtungsverfahren)

und die medizinischen und psychologischen Leistungen für die Betroffenen sichergestellt werden.

Im Schatten der Ignoranz der verschiedenen Bundesregierungen gedeihen Ausgrenzung, Unverständnis und Diskriminierung weiter. Was für Beispiel geben denn die Regierenden an die Sachbearbeiter*innen in Krankenkassen und Ämtern.

Doch Gesetze sind das eine, unser tägliches Leben, unser Umgang miteinander und unsere selbstgestaltete Realität sind die andere Seite der Medaille. Das Land Berlin hat sich 2009, als SPD und LINKE gemeinsam regierten, mit der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt (ISV)“. Siehe auch Link.

auf den Weg gemacht, mitten im Leben, in der Schule, in Vereinen und Betrieben, in der Verwaltung und im Sport für die Akzeptanz unterschiedlicher sexueller und geschlechtlicher Identitäten zu kämpfen. Auch wenn der Prozess momentan stockt: Wichtige Grundsteine sind gelegt worden.

Wichtigste Grundlage ist immer die Schaffung von Sichtbarkeit. Und dazu trägt Ihre Ausstellung bei. Ich möchte Ihnen, der Fotografin und allen Beteiligten, die sich freiwillig an dem Projekt beteiligt haben, danken. Ihr Mut macht anderen Mut, und nur so werden wir gemeinsam Stück für Stück die Veränderungen erreichen, die wir erträumen.

Der Ausstellung alles Gute und viele neugierige Besucher*innen wünscht sehr herzlich

Ihr

Carsten Schatz

Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, Sprecher für Bund, Europa, Berlin, Brandenburg der Fraktion Die Linke

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Donnerstag, 6. August | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Prälat Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union zu „. . . aus dieser Welt uns nehmen“. Orgel: Manuel Rösler.
  • Dienstag, 11. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 13. August | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Renate Künast, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, zu „Und lass uns ruhig schlafen“.
  • Dienstag, 18. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 20. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 25. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 27. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 1. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Rogate-Abend zum Monat der Diakonie “Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben” zum Thema der Behandlung transidenter Menschen, mit Dr. Sascha Bull, leitender Oberarzt der Abteilung Plastische und Handchirurgie, Evangelische Elisabeth Klinik der Paul-Gerhardt-Diakonie.
  • Sonnabend, 5. September 15 | 14:00 Uhr, Führung mit der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement über und für transidente Menschen. Eine Veranstaltung zum Monat der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz​.
  • Den Fördervereinsflyer finden Sie hier. Unseren August-Plan finden Sie hier.

Ausstellung: Grußwort von Tom Schreiber, MdA, zu “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”

Am Dienstag, 4. August 15 | 19:00 Uhr, feiern wir einen Eröffnungsgottesdienst zur Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”,  ein Foto- und Textprojekt-Engagement von Kathrin Stahl über und für transidente Menschen. Dazu erreichte uns das folgende Grußwort:

„Das Leben leben“ von Tom Schreiber, MdA, SPD Berlin

Tom Schreiber (SPD), Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (Bild: John Aigner)
Tom Schreiber (SPD), Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (Bild: John Aigner)

Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, eine Fotoausstellung mit dem wundervollen Titel „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“ zu verwirklichen. Oft sagen Bilder mehr als tausend Worte. Was ist im Jahr 2015 schon Normalität? Die Begegnung mit dem Anders-Sein, das Akzeptieren von verschiedenen Lebensentwürfen und vor allem die gesellschaftliche Unterstützung in schwierigen Lebenslagen? Heute muss jede und jeder dafür kämpfen, in unserer Gesellschaft seinen oder ihren Platz zu finden.

Beim Thema Transsexualität und transidente Menschen zeigt sich leider, wie die Lebenswirklichkeit in unserer Gesellschaft immer noch ist. Besonders den Menschen gegenüber, die in diesem Zusammenhang ihren eigenen Weg gehen können, werden viele Steine in den Weg gelegt. Es fängt im öffentlichen Raum etwa damit an, dass Passanten transsexuelle Menschen begaffen oder sich homophob äußern. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu körperlichen Übergriffen. Die Diskriminierung hört bei Behördengängen, etwa im Kontakt mit Krankenkassen nicht auf. Die psychischen und physischen Belastungen sind enorm. Diesen Weg von Anfang bis Ende zu beschreiten, verdient Respekt und Anerkennung – und vor allem jede mögliche Unterstützung.

Niemand kann sich aussuchen, wo er oder sie aufwächst bzw. in welchem sozialen Umfeld er oder sie groß wird. Die Ausstellung “Max ist Marie” thematisiert im Kern das Leben von transidenten Menschen in Deutschland und auch im Ausland. Seit Mai 2014 ist die Fotografin Kathrin Stahl unterwegs um hierzu Menschen zu porträtieren. Dafür gilt ihr mein Dank und meine Anerkennung.

Im politischen Raum können wir im Rahmen der Initiative Sexuelle Vielfalt (ISV) die Leitplanken zur Unterstützung setzen und die Debatte befördern. Wir sagen beispielsweise, dass im Mittelpunkt für uns der Schutz vor Verletzung der Grundrechte und die Stärkung der Selbstbestimmung im Zusammenhang mit der Geschlechtsidentität steht. Zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit intergeschlechtlicher Neugeborener und Kleinkinder wirkt der Senat darauf hin, die Sensibilisierung und Information von medizinischem Fachpersonal zu intensivieren und die interdisziplinär ausgerichtete Begleitung und Beratung von Eltern in notwendigen Entscheidungsprozessen voranzubringen. Die Anerkennung des Rechts auf ein Leben in Einklang mit der selbstbestimmten Geschlechtsidentität ist für uns ein hohes Gut.

Diese Fotoausstellung kann ein Impulsgeber sein, um die Blickwinkel der Gesellschaft zu öffnen – Hin zu der Selbstverständlichkeit, dass „Leben zu leben“.

Ihr Tom Schreiber

Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, Queerpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“, ein Foto- und Textprojekt-Engagement von Kathrin Stahl

    Dienstag, 4. August 15 | 19:00 Uhr, Eröffnungsgottesdienst zur Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”,  ein Foto- und Textprojekt-Engagement von Kathrin Stahl über und für transidente Menschen. Grußwort von MdB Harald Petzold, Oranienburg. Die Ausstellung ist bis zum 13. September sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der “Offenen Kirche” sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen.

  • Donnerstag, 6. August | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Prälat Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter
    „Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen“.

    des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union zu „. . . aus dieser Welt uns nehmen“. Orgel: Manuel Rösler.

  • Dienstag, 11. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 13. August | 20:30 Uhr, Andacht „Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen“. Impuls: Renate Künast, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, zu „Und lass uns ruhig schlafen„. Orgel: N.N.
  • Dienstag, 18. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 20. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 25. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 27. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 1. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Rogate-Abend zum Monat der Diakonie “Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben” zum Thema der Behandlung transidenter Menschen, mit Dr. Sascha Bull, leitender Oberarzt der Abteilung Plastische und Handchirurgie in der Elisabeth Klinik der Paul-Gerhardt-Diakonie
  • Sonnabend, 5. September 15 | 14:00 Uhr, Führung mit der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”, ein Foto- und Textprojekt-Engagement über und für transidente Menschen. Eine Veranstaltung zum Monat der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz​.
  • Den Fördervereinsflyer finden Sie hier. Unseren August-Plan finden Sie hier.

Das Rogate-Kloster im August: Sommerabendsegen, Ausstellungseröffnung und Stundengebete

Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Einladung: Eröffnungsgottesdienst zur Ausstellung: „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“

    Dienstag, 4. August 15 | 19:00 Uhr, Eröffnungsgottesdienst zur Ausstellung “Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind”,  ein Foto- und Textprojekt-Engagement der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl über und für transidente Menschen. Mit einem Grußwort von MdB Harald Petzold, Oranienburg. Die Ausstellung ist bis zum 13. September sonnabends, zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der “Offenen Kirche” sowie vor und nach den Gottesdiensten zu sehen.

  • Donnerstag, 6. August | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Prälat Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union zu „. . . aus dieser Welt uns nehmen“. Orgel: Manuel Rösler.
  • Die Einladung zur Mondreihe 2015

    Dienstag, 11. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet

  • Donnerstag, 13. August | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Renate Künast, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, zu „Und lass uns ruhig schlafen“. Orgel: N.N.
  • Dienstag, 18. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 20. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Dienstag, 25. August 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 27. August 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet

Unseren August-Plan finden Sie hier. Den Fördervereinsflyer finden Sie hier.

Erreichbar ist die Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln und über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße.