Meinung: #dazusteheich – ein Wort der Kirche in Köln

„Dazu stehe ich“ #dazusteheich – das sagen die Superintendentin und die Superintendenten des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region zu Rechtspopulismus und anderen Themen unserer Zeit.
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ – „Ihr sollt die Fremdlinge lieben“ – mit diesen beiden Bibelworten aus dem Ersten und dem Zweiten Testament beginnen die Statements der Superintendenten und Superintendentin des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Die Aussagen zu den Themen „Nächstenliebe“, „Schöpfung“, Luthers „Goldener Regel“ und „Europa“ setzen ein Zeichen unter dem Motto #dazusteheich.

Fünf Fragen an: Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin

Fünf Freitagsfragen an Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, über Kinder in Regenbogenfamilien, die Gleichheit vor dem Gesetz und die geplante Rehabilitierung von Opfern der Nachkriegs-Schwulenverfolgung.

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Brigitte Zypries (Foto: Studio Kohlmeier)

Brigitte Zypries ist die direkt gewählte SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Darmstadt-Dieburg (WK 186). Sie ist in Kassel geboren und aufgewachsen, studierte in Gießen Jura und arbeitete u.a. beim Bundesverfassungsgericht drei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Unter der Regierung Gerhard Schröders und Angela Merkels war sie von Oktober 2002 bis Oktober 2009 Bundesministerin der Justiz.

Rogate-Frage: Frau Staatssekretärin Zypries, Sie haben sich bereits als Bundesministerin für Justiz mit der Situation von Regenbogenfamilien beschäftigt. Warum?

Brigitte Zypries: Ich trete für Gleichheit vor dem Gesetz und durch das Gesetz ein. Für den Gesetzgeber gibt es keinen Grund, homosexuelle Lebenspartner und heterosexuelle Beziehungen unterschiedlich zu behandeln.

Rogate-Frage: 2009 gaben Sie die Untersuchung „Die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ in Auftrag. Was ist – kurz gefasst – dabei rausgekommen?

Brigitte Zypries: Ich wollte – wissenschaftlich belegt – der Meinung entgegentreten, dass Lesben und Schwule Kinder nicht so gut erziehen könnten wie heterosexuelle Väter und Mütter. Die Studie hat bewiesen: Kinder, die von gleichgeschlechtlichen Paaren aufgezogen werden, entwickeln sich genauso gut wie Kinder von heterosexuellen Paaren. Denn Kinder brauchen vor allem Eltern, die sie lieben und die sich um sie kümmern. Das können gleichgeschlechtliche Paare genauso gut oder schlecht wie andere auch. Ich sage:  Familie ist dort, wo Kinder sind.

Rogate-Frage: Was brauchen Regenbogenfamilien rechtlich, sozial, gesellschaftlich, um ein guter Ort für Kinder zu sein?

Brigitte Zypries: Rechtlich benötigen Regenbogenfamilien vor allem die echte Gleichstellung mit anderen Familien. Deshalb sollten gleichgeschlechtliche Partnerschaften auch den Schutz des Artikels 6 des Grundgesetzes genießen. Beide Partner sollten Kinder adoptieren dürfen. Steuerrechtlich sollte kein Unterschied zwischen heterosexuellen und homosexuellen Eltern gemacht werden.

Sozial brauchen Kinder auch bei Regenbogenfamilien das, was alle Kinder brauche: Liebe, Fürsorge, Geborgenheit und Vertrauen.

Für die gesellschaftliche Anerkennung der Kinder aus Regenbogenfamilien ist es wichtig, dass es im Alltag keine Diskriminierung gibt.

Und natürlich stehen diese Familien vor genau den gleichen Herausforderungen wie andere: Sie brauchen gute Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten mit Zeit für die Familie, Chancen auf Bildung für ihre Kinder et cetera.

Rogate-Frage: Nach dem Anschlag von Orlando ist in den Medien neu die Situation und Lebenslage von LGBTIQ in Deutschland als Thema aufgetaucht. Organisationen kritisieren Diskriminierungen, Benachteiligungen und Gewalterfahrungen auch hierzulande. Was muss passieren, um Verbesserungen und gleiche Rechte zu erreichen?

Brigitte Zypries: Wir müssen (leider) immer wieder auf die Rechte von Homosexuellen aufmerksam machen und sie auch verteidigen. Veranstaltungen wie der „Christopher Street Day“ helfen, die Öffentlichkeit für die Benachteiligungen zu sensibilisieren, ein breiteres Interesse zu wecken und Initiativen für Gesetzesänderungen zu fördern. Gleiche Rechte kann man nur mit Hilfe von gesetzlichen Änderungen erreichen – die Politik muss die rechtliche Gleichstellung vollenden.

Rogate-Frage: Papst Franziskus sagte jüngst: „Ich glaube, die Kirche sollte die Homosexuellen um Entschuldigung bitten, wie sie behandelt worden sind..“ Ist so eine Entschuldigung auch von Seiten des Staates denkbar und sinnvoll?

Brigitte Zypries: Erstmal finde ich es gut, dass Papst Franziskus das gesagt hat. Auch der Staat hat Homosexuelle früher kriminalisiert – bis 1994 war männliche Homosexualität unter Strafe gestellt. Dafür haben sich staatliche Stellen schon entschuldigt.

Jetzt gibt es einen Gesetzentwurf des Bundesjustizministers zur Rehabilitierung von Opfern der Nachkriegs-Schwulenverfolgung. Nach wie vor bestehen zehntausende Verurteilungen nach Paragraf 175 weiter und die Betroffenen müssen bis heute mit diesem Strafmakel leben. Das werden wir ändern.

Rogate: Vielen Dank, Frau Staatssekretärin Zypries, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • st-michaelis-donnerstag-29-september-2016St. Michaelis, Donnerstag, 29. September 2016 | 19:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie, mit der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin
  • Montag, 3. Oktober 2016 | 15:00 Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier. Predigt: Pfarrerin Andrea Richter
  • Sonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Gottesdienst mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde
  • Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche

Fünf Fragen an: Pater Karl Hoffmann SDS, Salvatorianer

Fünf Freitagsfragen an Pater Karl Hoffmann SDS, Salvatorianer, über seine Berufung zum Priester, wie die Seele gesunden kann und die Barmherzigkeit im Glauben.

Pater Karl Hoffmann SDS im Rogate-Kloster (Bild: Rogate-Kloster)

Pater Karl Hoffmann wurde in Berlin 1940 geboren und ist in der zerstörten Heimatstadt zur Schule gegangen. Er absolvierte eine Ausbildung bei einer Bank in Berlin-Schöneberg. Danach trat er in die Ordensgemeinschaft der Salvatorianer ein. Es folgte ein Theologiestudium in Passau in Bayern, schließlich die Priesterweihe 1971. Als Seelsorger eingesetzt war er in Münster und anderen Niederlassungen der Salvatorianer. 2002 erfolgte die Rückkehr nach Berlin. Er ist tätig auf Bistumsebene als geistlicher Begleiter sowie in seinem Kloster in Berlin.

Rogate-Frage: Was hat Sie dazu bewogen Priester zu werden?

Karl Hoffmann: Das Motto des 78. Katholikentages 1958 in Berlin, an dem ich teilgenommen habe, hat mich sehr motiviert. Es lautete: Unsere Sorge der Mensch, Unser Heil der Herr. Dieses Motto hat mich bestärkt, Priester zu werden.

Rogate-Frage: Warum haben Sie sich für die „Gesellschaft des Göttlichen Heilandes“ als Ordensgemeinschaft entschieden?

Karl Hoffmann: Mir war es wichtig, in einer Gemeinschaft zu leben. Die Salvatorianer meiner Heimatgemeinde haben ein gutes Beispiel gegeben.

Rogate-Frage: Wie sieht die Ordensspiritualität der Salvatorianer konkret aus?

Karl Hoffmann: In einer unserer Ordensregeln heißt es: Wie unser Gründer, Pater Franziskus Jordan, suchen wir den Willen Gottes zu erfüllen, indem wir in der Treue zur Kirche leben und arbeiten und den Menschen dienen in Einfachheit und Bescheidenheit. Dadurch bezeugen wir der Welt die Güte und Liebe Gottes, unseres Heilandes.

Rogate-Frage: In der Liturgie sprechen wir ein Wort aus einem Dialog mit Jesus: „Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund!“ Was macht die Seele gesund?

Karl Hoffmann: Verlassen wir uns auf Jesus, der einmal die Worte sprach, die für uns sehr bedeutsam geworden sind: „Kommt alle zur mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Matthäus-Evangelium 11,28). Seine Nähe zu suchen sowie mit ihm im Gebet und Gespräch zu sein, stärkt unsere Seele, unsere Psyche.

Rogate-Frage: Papst Franziskus hat ein „Jahr der Barmherzigkeit“ für 2016 ausgerufen. Was ist Barmherzigkeit? Und wo kann die Kirche barmherzig sein?

Karl Hoffmann: Das Beispiel vom barmherzigen Samariter ist uns ein gutes Vorbild (Lukas-Evangelium 10,25-37). Das betont auch Papst Franziskus immer wieder und setzt auch Beispiele in seinem Handeln. In unserer Großstadt Berlin gibt es viele Schwierigkeiten und Nöte. Da sind wir alle gefragt in den Ordensgemeinschaften, in den Kirchengemeinden und jeder Einzelne von uns.

Rogate: Vielen Dank, Pater Hoffmann, für das Gespräch.

Weitere Informationen über den Orden hier: salvatorianer.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten:

  • Rogate Kl_Aushang_Kreuzweg_090316-2 KopieKarfreitag, 25. März 16 | 15:00 Uhr, Kreuzweg, Michaelskirche, Bessemer Straße 97/101, 12103 Berlin-Schöneberg, Bus 106 (Richtung Lindenhof)
  • Ostermontag, 28. März 16 | 11:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie, mit der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin, Zwölf-Apostel-Kirche, U Nollendorfplatz
  • Dienstag, 29. März 16 | 19:00 Uhr, Vesper, Zwölf-Apostel-Kirche

 

Fünf Fragen an: Eberhard Amon, Deutsches Liturgisches Institut Trier

Fünf Freitagsfragen an Dr. Eberhard Amon, Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts, über biblische Liturgie, die Definition eines guten Gottesdienstes und die vielfältige Zukunft römisch-katholischer Messfeiern. Ein Beitrag zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit 2016.

Dr. Eberhard Amon (Bild: Deutsches Liturgisches Institut)

Dr. Eberhard Amon wurde 1948 geboren in Neckarsulm/Baden-Württemberg. Im Jahr 1967 gegann er das Studium der katholischen Theologie in Tübingen und Innsbruck. Es folgte 1974 die Priesterweihe. Er war zuerst Seelsorger in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. 1983 promovierte er. 1998 wurde er Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts. Die Ernennung zum Päpstlichen Ehrenprälaten folgte 2002.

Rogate-Frage: Herr Dr. Amon, wie biblisch ist Liturgie oder wie liturgisch ist die Bibel aus Ihrer Sicht?

Eberhard Amon: „Von größtem Gewicht für die Liturgiefeier ist die Heilige Schrift.“ Dieser Satz aus der Liturgiekonstitution (Art. 24) des Zweiten Vatikanischen Konzils beschreibt den Stellenwert der Bibel für die Liturgie. Zugespitzt könnte man formulieren: Das einzige wirklich notwendige liturgische Buch ist die Bibel!

In der Bibel selbst wird von vielfältigen Gottesdiensten berichtet: Vom Opfer des Melchisedek (Genesis 14) über Kult und Gottesdienst in Tempel und Synagoge bis zu den Feiern der ersten christlichen Gemeinden (Apostelgeschichte 2; 1. Korinther 11).

Rogate-Frage: Was ist das Deutsche Liturgische Institut und wie arbeiten Sie?

Eberhard Amon: Das Deutsche Liturgische Institut (DLI), gegründet 1947, ist eine Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz und eine Studienstätte zur Förderung des Gottesdienstes der katholischen Kirche in Deutschland und im deutschen Sprachgebiet. Es versteht sich als Schnittstelle von wissenschaftlicher Theologie und liturgischer Praxis, von kirchlichen Institutionen und Gemeinden. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen und pastoralen Arbeit steht die Sorge um Formen des Gottesdienstes, in denen Menschen von heute ihren Glauben in der Gemeinschaft der Kirche ausdrücken und feiern können. Das DLI verfügt über eine liturgiewissenschaftliche Spezialbibliothek mit 75.000 Bänden, gibt die Zeitschriften „Liturgisches Jahrbuch“, „Gottesdienst“ und „praxis-gottesdienst“ heraus, bietet mit „Liturgie im Fernkurs“ ein Fernstudium an, veröffentlicht Handreichungen für die liturgische Praxis und koordiniert die Herausgabe der liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet.

Rogate-Frage: Was macht einen guten Gottesdienst aus?

Eberhard Amon: Ein „guter Gottesdienst“ lässt die Menschen die Nähe und Gegenwart Gottes und die Gemeinschaft der Kirche erfahren. Er befähigt sie zu einem Leben aus dem Glauben und zum Dienst am Nächsten.

Rogate-Frage: Wie sieht die Zukunft des römisch-katholischen Gottesdienstes aus? Welche Rollen nehmen die Laien künftig ein, welche die der Geistlichen?

Eberhard Amon: Die Zukunft des römisch-katholischen Gottesdienstes wird vielfältiger sein. Nach einer gewissen Konzentration auf die Feier der Eucharistie werden andere Gottesdienstformen mehr Gewicht bekommen: Wort-Gottes-Feiern, Wortgottes­dienste, Tagzeitenliturgie, Andachten, niederschwellige gottesdienstliche Feiern. Grund dafür sind der Priestermangel und damit zusammenhängend die Veränderung der pastoralen Strukturen sowie die wachsende Zahl der kirchlich Distanzierten. Haupt- und ehrenamtlich tätige Laien werden auch im Bereich des gottesdienstlichen Lebens mehr Verantwortung übernehmen (müssen). Aufgabe der Geistlichen wird es zunehmend werden, die Laien für ihre Dienste zu befähigen und sie zu begleiten.

Rogate-Frage: Der Papst hat für dieses Jahr 2016 ein Heiliges Jahr ausgerufen. Welche Auswirkungen hat eine solche Ausrichtung auf die Liturgie? Wie wird Barmherzigkeit erfahrbar?

Eberhard Amon: Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit dürfte vergleichsweise wenig Auswirkungen auf das gottesdienstliche Leben einer Pfarrei haben, da weder Veränderungen des Liturgischen Jahres noch der Leseordnung und der Tagzeitenliturgie zu erwarten sind. Üblicherweise stellen die zuständigen römischen Dikasterien Arbeitshilfen zur Verfügung, die auch liturgische Anregungen und Impulse enthalten. Das Thema Barmherzigkeit wird wohl häufiger in Predigten, Wortgottesdiensten und Andachten angesprochen werden.

Erfahrbar wird die Barmherzigkeit Gottes vor allem in den Texten der Heiligen Schrift, im Beispiel Jesu, in den Sakramenten und Segnungen und im Umgang miteinander.

Rogate: Vielen Dank, Herr Pfarrer Dr. Amon, für das Gespräch und Ihnen Gottes Segen für das neue Jahr!

Weitere Informationen finden Sie hier: Liturgie.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Gottesdienstliche Winterpause bis zum 12. Januar
  • Dienstag, 12. Januar 16 | 19:00 Uhr, Eucharistie, in der Kapelle, ohne Gesang/Musik
  • Dienstag, 19. Januar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 26. Januar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Sonntag, 31. Januar 16 | 10:00 Uhr, Predigtgottesdienst, in der Zwölf-Apostel-Kirche. Liturgie: Bruder Willehad Kaleb RGSM
  • Dienstag, 2. Februar 16 | 19:00 Uhr, Eucharistie, in der Kapelle, mit Posaunenmusik
  • Dienstag, 9. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 16. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 23. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Unseren Fördervereinsflyer finden Sie hier.
  • Hier unser Monatsplan Dezember 15/Januar 16.

Fünf Fragen an: Gregor Gysi, Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag

Fünf Freitagsfragen an Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender Die Linke, über die Heiligkeit des Lebens, Barmherzigkeit und die Rolle der Kirche heute.

Dr. Gregor Gysi (Bild: Fraktion Die LINKE im Deutschen Bundestag)

Gregor Gysi wurde in Berlin geboren und hat an der Humboldt Universität zu Berlin Jura studiert. 2002 war er Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen des Landes Berlin. Er ist seit 2005 Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Bundestag. Mit dem Amtsantritt des dritten Kabinetts Merkel am 17. Dezember 2013 ist Gysi Oppositionsführer im Deutschen Bundestag. Am 7. Juni 2015 gab er bekannt, dass er nicht erneut für den Fraktionsvorsitz der Linken kandidieren wird. Am 13. Oktober finden die Neuwahlen für den neuen Vorsitz statt. Gysi engagiert sich als Politiker, Rechtsanwalt und Publizist und Moderator, insbesondere für Frieden, für Chancengleichheit in Bildung und für soziale Gerechtigkeit.

Rogate-Frage: Herr Dr. Gysi, was ist Ihnen heilig?

Gregor Gysi: Heilig sind mir die Würde und das Leben der Menschen.

Rogate-Frage: Elendiges Sterben im Mittelmeer, neue Grenzzäune werden mit Stacheldraht an den EU-Außengrenzen errichtet, Staaten wie Polen die flüchtende Menschen nicht aufnehmen… Was wird aus der europäischen Idee?

Gregor Gysi: In der gesamten Europäischen Union muss jedes Land bereit sein, Flüchtlingen wirksam zu helfen. Sie müssen anständig behandelt und untergebracht werden. Niemand, der versucht, zu uns zu fliehen, darf künftig im Mittelmeer sterben. Die Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge sind im Rahmen der Europäischen Union gerecht zu verteilen. Alle Industriestaaten müssen sich endlich verpflichtet fühlen, wirksam gegen die Ursachen der Flucht, gegen Krieg, Hunger, Elend und Rassismus etwas zu unternehmen.

Rogate-Frage: Wie sieht eine gerechte, ethisch gestaltete Politik aus und woran scheitert sie derzeit?

Gregor Gysi: Eine gerechte und ethisch gestaltete Politik, würde mit deutlichen Schritten versuchen, die Armut zu überwinden und Chancengleichheit für die Kinder, vor allem in Kultur und Bildung herzustellen. Davon sind wir meilenweit entfernt, weil die Reichen in unserer Gesellschaft eine zu starke Lobby im Verhältnis zu den regierenden Politikerinnen und Politikern bilden.

Rogate-Frage: Papst Franziskus hat ein Jahr der Barmherzigkeit für das kommende Jahr ausgerufen. Was ist Barmherzigkeit für Sie? Und wie zeigt sie sich in der Kirche?

Gregor Gysi: Zur Barmherzigkeit gehört wirkliche Nächstenliebe, gehört die Bereitschaft, etwas für andere, denen es schlechter geht, abzugeben, gehört die Fähigkeit, nicht wegzuschauen, sondern die gravierenden Probleme vieler Menschen auf der Erde zur Kenntnis zu nehmen. Die Kirche muss versuchen, eigene Wege zu gehen. Sie muss versuchen, ein Beispiel zu sein. So finde ich Kirchenasyl ebenso richtig wie die Hilfe für jene Menschen, die ansonsten keine Hilfe bekämen. Die Kirche muss immer wieder an das Gewissen der Gläubigen appellieren, sich anders als bisher zu verhalten.

Rogate-Frage: Wie ist Ihr Verhältnis zu Gott, dem religiösen Glauben und der Kirche?

Gregor Gysi: Ich bin nicht religiös, aber ich habe ein gutes Verhältnis zu religiösem Glauben und zur Kirche. Kirchen wird es solange geben, solange die Menschen religiös glauben und ich kann mir keine Zeit vorstellen, in der die Menschen aufhörten, dies zu tun. Nur durch die Religionsgemeinschaften haben wir zum Beispiel in Deutschland allgemein verbindliche Moralvorstellungen. Dabei spielt die Bergpredigt eine besondere Rolle. Der Kapitalismus setzt auf Konkurrenz und Wettbewerb, erzeugt also keine Moral. Die Linken sind im letzten Jahrhundert so gescheitert, dass auch sie zur Zeit nicht fähig sind, allgemein verbindliche Moralformen aufzustellen. Nur dank der Religionsgemeinschaften verfügt unsere Gesellschaft noch über solche.

Rogate: Vielen Dank, Herr Dr. Gysi, für das Gespräch!

Mehr Infos finden Sie hier: gregorgysi.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • 2015 12 13 Sternenkinder-GottesdienstDienstag, 20. Oktober 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 27. Oktober 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 3. November 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 10. November 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 17. November 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 24. November 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 1. Dezember 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 8. Dezember 15 | 19:00 Uhr, Vesper