Fünf Fragen an: Pfarrer Oliver Fischer, Ev.-luth. Kirche Cambridge

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Pfarrer Oliver Fischer (Bild: privat)

Fünf Freitagsfragen an Pfarrer Oliver Fischer, Evangelische-Lutherische Kirche deutscher Sprache in Ostengland, über Unsicherheiten angesichts des anstehenden Brexits, die Auswirkungen auf die eigene Kirchengemeinde und die Suche nach Frieden in einem gespaltenen Land.

Oliver Fischer lebt in Cambridge, Vereinigtes Königreich. Er stammt aus Berlin, studierte Evangelische Theologie in Berlin, Rom und Heidelberg und engagiert sich dafür, dass fremde Menschen einander begegnen und wahr nehmen – damit lebendige Brücken entstehen können, über Grenzen hinweg, die längst nicht immer nur territoriale sind.

Rogate-Frage: Herr Pfarrer Fischer, seit wann sind Sie in Großbritannien und worin unterscheidet sich das Pfarrerleben dort im Vergleich zu dem in Deutschland?

Oliver Fischer: Seit sechseinhalb Jahren lebt unsere Familie im schönen Cambridge, der traditionsreichen Universitätsstadt, die sehr international geprägt ist. Hier teilen meine Frau und ich uns den Dienst im Pfarramt der „Evangelisch-Lutherischen Kirche deutscher Sprache in Ostengland.“ Auf dem Gebiet von East Anglia, Bedfordshire und Essex betreuen wir eine Gemeinde deutschsprachiger Christinnen und Christen. Die Arbeit ist geprägt von intensiver persönlicher Kontaktpflege und Betreuung in den kleinen Gruppen, die sich an den verschiedenen Orten des Pfarrbereichs treffen. Zum Pfarrdienst gehört hier neben der Übernahme aller Aufgaben, die im Büro und dem Haus einer Gemeinde anfallen, auch viel Autofahren dazu.

Rogate-Frage: Welche Auswirkungen des nahenden Brexit nehmen Sie in Ihrer eigenen Gemeinde wahr?

Oliver Fischer: Die Unsicherheit im Blick auf die Zukunft wird spürbar stärker. Viele der berufstätigen Gemeindemitglieder haben im letzten Jahr die Einbürgerung in Großbritannien beantragt, aus Sorge vor den Folgen eines Austritts aus der Europäischen Union. Es gab auch schon einige, die aufgrund der steigenden Unsicherheit zurück nach Deutschland gezogen sind oder das immer stärker in Erwägung ziehen, weil sie entweder ganz persönlich Befürchtungen haben oder weil ihre Arbeitsverträge in international ausgerichteten Bereichen voraussichtlich nicht verlängert werden. Das ist zum Beispiel ein Riesenproblem für die internationalen Programme, in denen die Universität beteiligt ist.

Bei vielen älteren Gemeindemitgliedern, die oft schon seit Jahrzehnten im Lande leben, überwiegt eine eher abwartende Haltung: „Die werden mich schon nicht raus werfen“, hört man immer wieder.

Es gab seit dem Referendum leider auch vermehrt die Erfahrung fremdenfeindlicher Begegnungen. Auch wenn das im Fall von Deutschen bislang zwar meistens bei verbalen Äußerungen blieb, weckt das bei manchen Älteren ungute Erinnerungen an die Jahre nach dem Krieg, in denen eine feindselige Stimmung gegen Deutsche sehr verbreitet war.

Aber es gibt auch sehr deutliche und starke Gegenstimmen gegen diese Tendenzen. So haben wir als deutsche Gemeinde kurz nach dem Referendum gleich mehrere Solidaritätsbriefe von anderen Kirchen erhalten. Und ich höre sehr oft die Aussage: „Gottseidank, dass Ihr da seid! Es tut mir so leid, was in unserem Land geschieht.“

Rogate-Frage: Was hat sich nach Ihren Beobachtungen gesellschaftlich durch den Brexit in Ostengland verändert?

Oliver Fischer: Der Brexit hat ja vor allem gezeigt, dass eine tiefe Spaltung durch das gesamte Land geht, nicht selten mitten durch Familien hindurch. Das anfangs große Erschrecken darüber, zum Beispiel in der Anglikanischen Kirche, hat bislang allerdings noch nicht zu wahrnehmbaren Ansätzen geführt, wie sie überwunden werden können. Nach den kontroversen Abstimmungen dieser Woche im Parlament hat „Churches Together in Britain and Ireland“ (CTBI), eine Art ökumenischer Dachorganisation für das Vereinigte Königreich und Irland, alle Kirchen dazu aufgerufen, für dieses Land und vor allem seine Politiker zu beten, vor allem um Einheit. Auch das zeigt, wie zugespitzt der Streit ist, und die öffentliche Stimmung ist zunehmend gereizt.
Wie schon im Vorfeld des Referendums selbst liegt das absolute Übergewicht der Argumentationen bei finanziellen Fragen oder besser: den Fragen nach größerem finanziellen Gewinn. Andere, wie zum Beispiel die Rolle Europas für den Frieden oder manche sozialen Fragen, traten dagegen – jedenfalls in der öffentlichen Berichterstattung – stark zurück. Das geht Hand in Hand mit der Tendenz, alle Gesellschaftsbereiche marktförmig geschmeidig zu machen und möglichst gewinnbringend beziehungsweise verlustvermeidend umzubauen. Auch wenn Ostengland landesweit zu den eher besser gestellten Regionen zählt, ist diese Entwicklung auch hier zum Beispiel in Krankenhäusern und Schulen schon an vielen Stellen zu spüren. Das reiche Cambridge etwa wurde letztens sogar als „the most unequal city“, die Stadt mit der größten (sozialen) Ungleichheit identifiziert, in der für wenige der Reichtum stark wächst, aber immer mehr unter die Armutsgrenze fallen. So hat sich die Zahl derer vervielfältigt, die tägliche Mahlzeiten oder ihre Heizkosten nicht bezahlen können und darum auf gemeinnützige Initiativen wie die ehrenamtlich organisierte „foodbank“ angewiesen sind.Auch Notunterkünfte für Obdachlose sind durchgehend ausgelastet.

Rogate-Frage: Wie bereiten sich die Menschen in Ihrer Gemeinde auf die Auswirkungen vor? Und wie Ihre Kirchengemeinde?

Oliver Fischer: Manche erwägen tatsächlich einen Umzug nach Deutschland. Nicht wenige beantragen einen britischen Pass. Die meisten werden wohl eine permanente Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Hier hat die Regierung ein neues, schnelleres Verfahren zugänglich gemacht, das allerdings bislang nur (!) über ein Android Smartphone funktioniert! Für uns als Kirchengemeinde kann das bedeuten, dass wir zum Beispiel älteren Mitgliedern, die kein Smartphone besitzen, hier weiter helfen. Und natürlich ein Forum für Betroffene bieten, die sich hier unkompliziert austauschen können.

Als Kirchengemeinde selbst sind wir eine Organisation nach britischem Recht und rechnen daher erstmal nicht mit Veränderungen. Was die aus Deutschland entsendeten Pfarrpersonen angeht, werden natürlich neue Regeln zu berücksichtigen sein.

Rogate-Frage: Wie gehen Sie in den von Ihnen gehaltenen Gottesdiensten, Predigten und Gebeten mit der Lage um?

Oliver Fischer: Ich versuche wahrzunehmen, was die Menschen tatsächlich bewegt und darauf einzugehen. Ich versuche sicher nicht, Ängste zu schüren, aber ich denke, wir brauchen uns auch nicht zu scheuen anzusprechen, was Menschen verunsichert. Schon das Mit-teilen führt ja manchmal zum Mittragen.

Als Kirche können wir keine falschen Sicherheiten propagieren, die ja doch niemanden überzeugen oder gar trösten. Aber wir haben die wichtige Aufgabe, auch in verunsichernden Zeiten sozusagen den festen Boden zu finden, auf dem wir stehen können. Das ist nicht einfach ein Fleckchen Erde, gut abgeschirmt vom Rest der Welt, auf dem scheinbar alles bleibt, wie es immer war. Und wir können nicht aufhören danach zu suchen, was dem Frieden und der Gerechtigkeit dient.

Rogate: Vielen Dank, Herr Pfarrer Fischer, für das Gespräch!

Mehr über die Evangelische-Lutherische Kirche deutscher Sprache in Ostengland finden Sie hier: german-church.org/cambridge

Weitere Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten: Alle Termine hier.

Freitag: Eröffnungsgottesdienst 24. Stadtfest Berlin

Die Glocken der Zwölf-Apostel-Kirche in Berlin-Schöneberg läuten morgen, Freitag, 15. Juli 2016, das 24. Lesbisch-schwule Stadtfest Berlin ein. Es findet seit 1993 jährlich statt und erstreckt sich über die Motzstraße, Eisenacher Straße, Fuggerstraße und die Kalckreuthstraße. Mit etwa 420.000 Besuchern ist es heute das größte homosexuelle Straßenfest in Europa.

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Stadtfest-Gottesdienst 2015

Das Rogate-Kloster St. Michael lädt bereits zum siebten Mal zu einem ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung des großen Schöneberger Bürgerfestes in die nah gelegene Zwölf-Apostel-Kirche ein. Die liturgische Feier gehört seit 2010 zum offiziellen Rahmenprogramm des Festes. In diesem Jahr wird besonders der Toten des Anschläge von Nizza und Orlando gedacht.

Thema des Gottesdienstes: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“. Der Predigttext steht im Matthäus-Evangelium (Mt 12, 1-8). Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hatte im Vorfeld den Gottesdienst begrüßt: „Der Eröffnungsgottesdienst zum Stadtfest im Rogate-Kloster St. Michael ist ein wichtiges Zeichen. Die Kirchen sind ein unverzichtbarer Teil unserer Zivilgesellschaft, mit Herz und Ohr für alle, die Ausgrenzung und Ablehnung erleben. Praktizierte Nächstenliebe ist und bleibt in unserer Gesellschaft das Fundament für mehr Toleranz und Gleichberechtigung.“

Nach Pfarrer Manfred Moll (2010), Superintendentin Dr. Birgit Klostermeier (2011) und Dekan Ulf-Martin Schmidt (2012), Pfarrerin Andrea Richter (2013), Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein (2014) und Pfarrer Burkhard Bornemann als amtierender Superintendent (2015) predigt in diesem Jahr Oberkonsistorialrätin Dr.  Christina-Maria Bammel von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).

An der Gestaltung des Gottesdienstes sind weiterhin beteiligt: Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin Tempelhof-Schöneberg, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Pfarrer der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin, Christoph Hagemann, Kreiskantor Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg, Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche, MdB Volker Beck, Bündnis 90/Die Grünen, Pfarrerin Anna Trapp, Wunderblutkirche Bad Wilsnack, Geschäftsführer Jörg Steinert, Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg, und Bruder Franziskus Aaron RGSM, Rogate-Kloster, als verantwortlicher Liturg.

Rogate Kl_Postkarte_Messe Stadtfest 2016_090316 Kopie 2Erreichbar ist die Gottesdienststätte des Rogate-Klosters in der Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4) und per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187, 106) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-und Fahrradstellplätzestellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße. Adresse: An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Das Kloster ist zudem beim Straßenfest am Sonnabend und Sonntag mit einem eigenen Infornationsstand vor der Fuggerstraße 10 vertreten.

Link zur Facebook-Einladung hier.

Fünf Fragen an: Frank Henkel, Senator für Inneres und Sport, Berlin

Fünf Freitagsfragen an Frank Henkel, Senator, über seine Spiritualität, seine Sicht auf das Kirchenasyl und die Bedeutung des „C“ im Namen seiner Partei.

Frank Henkel (Bildrechte: Tobias Schulte)Frank Henkel wurde am 16. November 1963 in Berlin geboren. Seit Dezember 2011 ist er Senator für Inneres und Sport und Bürgermeister von Berlin. Henkel ist zudem Landesvorsitzender der Hauptstadt-CDU und Vater eines zweijährigen Sohnes.

Rogate-Frage: Herr Senator Henkel, wie ist Ihr Verhältnis zur Kirche? Was schätzen Sie an Ihr?

Frank Henkel: Ich bin überzeugter katholischer Christ und verfolge die Entwicklungen und das Leben meiner Kirche mit großem Interesse. Nicht zuletzt durch den jetzigen Papst nehme ich eine Aufbruchsstimmung wahr, die deutlich macht, dass die Kirche Teil der Welt und kein weltfernes Konstrukt ist. Wenn es mir möglich ist, versuche ich, Gottesdienste zu besuchen. Das ist mir wichtig. Ich freue mich für jede und jeden, die einen solchen Anker haben – unabhängig von der Frage, ob oder welcher Kirche sie angehören.

Rogate-Frage: Zur Gesundheit gehört nach der WHO-Definition die Spiritualität. Wie würden Sie Ihre eigene persönliche Form beschreiben?

Frank Henkel: Ich versuche, so gut es geht auf mich zu achten. Als Politiker hat man es dabei nicht ganz so einfach. Ich habe einen sehr vollen Terminkalender und esse oft unregelmäßig. Vieles ist fremdbestimmt. Meine knapp bemessene Freizeit gehört der Familie. Ich bin Vater eines zweijährigen Sohnes und verbringe so viel Zeit wie nur möglich mit ihm. Wichtig ist ein angemessener Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben, der auch nicht immer gelingt. Ich schätze auch die Augenblicke, in denen ich allein bin und dann Zeit zum Nachdenken finde. In diesen Momenten versuche ich zur Ruhe zu kommen und auch mental aufzutanken.

Rogate-Frage: Wie erleben Sie kirchliches Engagement in Berlin und wo kommen Sie als Politiker damit in Berührung?

Frank Henkel: Die Berührungsmöglichkeiten mit Religionsgemeinschaften in unserer Stadt sind für mich vielfältig. Bei vielen Terminen und Begegnungen habe ich Kontakt zu den verschiedenen christlichen Kirchen, der jüdischen Gemeinde und Muslimen. Die katholische und evangelische Kirche erlebe ich sehr engagiert, etwa in sozial-caritativen Fragen. Ich denke auch an Krankenhäuser und Kindertagesstätten in kirchlicher Trägerschaft. Die konfessionellen Schulen gehören für mich und meine Partei unverzichtbar zum Bildungsangebot in unserer Stadt.

Rogate-Frage: Das Kirchenasyl hat eine lange Tradition und Bedeutung auch in unserer Zeit. Was denken Sie als Innensenator über diese besondere Form der Zuflucht?

Frank Henkel: Es stimmt, dass das Kirchenasyl eine lange Tradition hat und vor Willkür schützen soll. So konnten sich etwa Frauen vor Zwangsverheiratung schützen. In Deutschland wird das Kirchenasyl derzeit gelegentlich im Zusammenhang mit Flüchtlingen thematisiert. Der entscheidende Unterschied zu früheren Zeiten liegt darin, dass die Ausländerbehörden keine willkürlichen Entscheidungen treffen, sondern rechtlich begründete, gegen die wiederum der Rechtsweg offensteht. Es ist beileibe nicht so, dass ein Asylbewerber hilf- und rechtlos ein Verfahren über sich ergehen lassen muss. Hinzu kommt, dass über Härtefälle im Asylrecht auch eine besondere Kommission entscheidet. Ich denke also, dass die Instrumente abseits des Kirchenasyls ausreichend sind.

Rogate-Frage: Im vergangenen Europa-Wahlkampf sagte wieder mancher Kandidat: „Religion ist Privatsache“. Wie stehen Sie als Mitglied einer Partei mit dem „C“ im Namen zu dieser Aussage?

Frank Henkel: Der Glaube kann Maß und Richtschnur politischen Handelns sein. Ich verstehe das so, dass ich als Christ in dieser Welt stehe und in meinen politischen Ämtern für sie Verantwortung trage. Bei meiner Vereidigung zum Senator habe ich den Zusatz „so wahr mir Gott helfe“ verwandt. Ich habe meinen Glauben, aber auch ich bin mit meiner Gottsuche nicht am Ende. Papst Benedikt XVI hat auf die Frage, wie viele Wege es zu Gott gibt, geantwortet: so viele wie es Menschen gibt.

Rogate: Vielen Dank, Herr Senator Henkel, für das Gespräch!

Weitere Informationen: berlin.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg, Lageplan:

Zwischen dem 27. Dezember und dem 13. Januar 2015 halten wir eine gottesdienstliche Winterpause.

  • Dienstag, 13. Januar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 20. Januar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 27. Januar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 3. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 10. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 17. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Unseren Aushang mit den Gottesdienstterminen im Januar finden Sie hier.

Weihbischof Dr. Heinrich: “Ich bin ein Berliner” – Fünfte Rede der Reihe.

Rogate-Gottesdienst mit Weihbischof HeinrichAm Donnerstag, 20. Juni 13, erwarten wir im Rogate-Kloster Weihbischof Dr. Matthias Heinrich vom Erzbistum Berlin. Der Geistliche spricht im Rahmen der diesjährigen Andachtsreihe “Ich bin ein Berliner – Fünf Reden für die Hauptstadt”.

Der Gottesdienst des Klosters beginnt um 19:30 Uhr und wird musikalisch gestaltet vom Chor der St. Matthias-Kirchengemeinde unter Leitung von Ulrich Gembazcka.

Am 18. Februar 2009 ernannte Papst Benedikt XVI. Matthias Heinrich zum Titularbischof von Thibaris und zum Weihbischof in Berlin. Die Bischofsweihe spendete Georg Kardinal Sterzinsky am 19. April desselben Jahres in der St. Hedwigs-Kathedrale; Mitkonsekratoren waren der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, und der emeritierte Berliner Weihbischof Wolfgang Weider. Aus Anlass seiner Ernennung wählte sich Matthias Heinrich den bischöflichen Wahlspruch Illum oportet crescere („Er muss wachsen“), der dem Johannesevangelium (Joh 3,30) entstammt.

Weihbischof Dr. Heinrich im Rogate-KlosterVom 24. Februar 2011 bis zur Amtseinführung des neuen Berliner Erzbischofs Rainer Maria Woelki am 27. August 2011 leitete Heinrich gemäß den Bestimmungen des Kirchenrechts als Diözesanadministrator die Amtsgeschäfte des Erzbistums Berlins.

Erreichbar ist die gastgebende Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße.

Wolfgang Thierse am Donnerstag: „Ich bin ein Berliner!“

Wolfgang Thierse: Ich bin ein BerlinerWillkommen am Donnerstag, 6. Juni 13, 19.30 Uhr, zur Reihe “Ich bin ein Berliner” mit Dr. h.c. Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages und Schirmherr von Kirche positHIV

Die weiteren Andachten der “Ich bin ein Berliner”-Reihe:

Wolfgang Thierse zu Gast im Rogate-Kloster
Wolfgang Thierse zu Gast im Rogate-Kloster

Erreichbar ist die für die Reihe gastgebende Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln und über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße.

Den Wortlaut der „Ich bin ein Berliner“-Rede von Markus Meckel vom 23. Mai 13 finden Sie hier. Ein Grußwort des Regierenden Bürgermeisters, Klaus Wowereit, finden Sie hier.  Ein Wort der Bezirksbürgermeisterin, Angelika Schöttler, finden Sie hier.

Meckel: Kennedys Worte machten “neue Ostpolitik” zu einer realistischen Option

Zum 50. Jahrestag der Rede John F. Kennedys „Ich bin ein Berliner!“ sprach am 23. Mai 2013 der frühere Außenminister der DDR, Markus Meckel, im Rogate-Kloster:

Zwölf-Apostel-Turm„Für diese Neuorientierung der „Politik für Berlin, für Deutschland und Europa“ war der Besuch John F. Kennedys von immenser Bedeutung. Willy Brandt fand in John F. Kennedy  den amerikanischen Präsidenten, der seinem Lebensgefühl nahe war und der die  Suchbewegung nach einem neuen Umgang mit der sowjetisch geprägten Welt unterstützte. Er knüpfte damit in einer neuen Weise an das Versprechen an, das Amerikaner und Briten 15 Jahre früher mit der Luftbrücke dieser Stadt gaben. Die klaren Worte und Signale Kennedys haben die spätere „neue Ostpolitik“ zu einer realistischen Option gemacht. Der legendäre Satz – „Ich bin ein Berliner!“ – hat der künftigen Politik Willy Brandts Raum gegeben, auf dass wir Berliner in Ost und West uns wieder begegnen konnten und das Gefühl der Zusammengehörigkeit lebendig blieb. Wir wissen alle, dass dies eine der zentralen Voraussetzungen darstellte für die spätere Wiedervereinigung dieser Stadt.

Berlin, das einstige Symbol der Teilung Europas und der Welt – diese Stadt wurde 1989 mit dem Fall der Mauer auch zum Symbol für das Ende des Kalten Krieges und für das Ende des Kommunismus.

Der Fall der Mauer kam überraschend – für jene, die sie gebaut hatten und über viele Jahre ihre Macht nur so erhalten konnten, für jene, die unter ihr litten und für jene, denen sie ein selbstverständlicher Teil ihrer Lebenswelt geworden war. Wir alle haben im November 1989 nicht damit gerechnet.“

Den vollständigen Wortlaut der Rede von Markus Meckel finden Sie hier.

Ein Grußwort des Regierenden Bürgermeisters, Klaus Wowereit, finden Sie hier.  Ein Wort der Bezirksbürgermeisterin, Angelika Schöttler, finden Sie hier.

Die weiteren Andachten der “Ich bin ein Berliner”-Reihe:

Erreichbar ist die für die Reihe gastgebende Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln und über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße.

Klaus Wowereit: Grußwort zur Reihe „Ich bin ein Berliner!“

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin

Grußwort des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, für die Reihe „Ich bin ein Berliner“ des Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin anlässlich des 50. Jahrestages des Berlin-Besuchs von US-Präsident Kennedy:

„Ich bin ein Berliner“: Mit diesen Worten schloss John F. Kennedy seine berühmte Rede am 26. Juni 1963 vor dem Schöneberger Rathaus ab. Die Worte wirkten wie Balsam auf die Seele der Menschen im geteilten Berlin. John F. Kennedy gab ihnen mit seinem begeisternden Auftritt Hoffnung und stärkte so die Verbundenheit des Westteils von Berlin mit den Vereinigten Staaten. Die Rede empfanden aber auch viele Menschen im Osten als Zeichen der Ermutigung über die Mauer hinweg.

Die Botschaft Kennedys wirkt bis heute nach. Sie fordert uns nicht nur zur Auseinandersetzung mit der Geschichte der Teilung heraus, sondern auch zur Besinnung auf das, was eine so bunte, lebendige und vielfältige Stadt wie Berlin heute und in Zukunft im Innersten zusammenhält. In diesem Sinne wünsche ich dem Rogate-Kloster und seiner Reihe „Ich bin ein Berliner“ viel Zuspruch und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Ermutigung zum Engagement für das friedliche und respektvolle Zusammenleben in der Hauptstadt Berlin.“

Willkommen am Donnerstag, 30. Mai 13, 19.30 Uhr, zur Reihe “Ich bin ein Berliner” mit  Mr. James D. Melville, Jr., Gesandter der Botschaft der Vereinigten Staaten.

Die weiteren Andachten der “Ich bin ein Berliner”-Reihe:

Erreichbar ist die für die Reihe gastgebende Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln und über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße.

Presseschau: Die Berliner Woche hat in ihrer aktuellen Ausgabe einen Artikel über die Reihe veröffentlicht. Sie finden den Bericht hier.