Fünf Fragen an: Die Kandidatinnen und Kandidaten zur Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 81 Tempelhof-Schöneberg

2017 09 21 Kandidaten WK Tempelhof SchönebergFünf Freitagsfragen an die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises 81 (Tempelhof-Schöneberg), Mechthild Rawert, Dr. Alexander King, Renate Künast, Dr. Lothar Mundt, Jan-Marco Luczak und Alexander Spies, zur Bundestagswahl 2017 über die persönliche Motivation zum politischen Engagement, die Entscheidung für die eigene Partei und gute Erfahrungen im Wahlkampf.

Mechthild Rawert, 1985 bis 1986 sozialpädagogische Fortbildungsstätte Haus am Rupenhorn, 1986 bis 1991 Projektleiterin, anschließend Geschäftsführerin beim Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Berlin, 1991 bis 1996 BBJ Consult e. V., 1996 bis 2002 zukunft im zentrum, 2002 bis 2004 Projektmanagerin, 2003 Deutscher Frauenrat e. V., 2004 bis 2005 Zentrale Frauenbeauftragte der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Seit 2005 Mitglied im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestags, seit 2009 Sprecherin der Landesgruppe Berlin der SPD-Bundestagsfraktion, seit 2014 stv. Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats.

Renate Künast, MdB und Rechtsanwältin, wurde in Recklinghausen/NRW geboren. Sie studierte Sozialarbeit und arbeitete als Sozialarbeiterin in einer Berliner Justizvollzugsanstalt. Später studierte sie Jura und schloss das Studium 1985 als Volljuristin ab.

Der Westberliner Alternativen Liste trat sie 1979 bei. Von 1985-1987 und 1989-2000 war sie Mitglied der Berliner Abgeordnetenhausfraktion, sowohl als Fraktionsvorsitzende als auch als rechtspolitische Sprecherin. Von Juni 2000 bis März 2001 war Renate Künast Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Von Januar 2001 bis zum 4. Oktober 2005 war sie Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Von Oktober 2005 – Oktober 2013 war sie Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Seit 2014 ist sie Vorsitzende des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz im Deutschen Bundestag.

Alexander King, geb. 1969, ist in Tübingen aufgewachsen und lebt seit 16 Jahren in Schöneberg. Er ist Diplomgeograph und arbeitet seit acht Jahren als Referent für Entwicklungspolitik (2009 bis 2015) bzw. Außenpolitik (seit 2015) für die Linksfraktion im Bundestag. King ist Bezirksvorsitzender der LINKEN in Tempelhof-Schöneberg.

Dr. Lothar Mundt: Geboren 1940 in Berlin; 1959-1965 Studium der Germanistik und Geschichte an der FU Berlin (Staatsexamen); Promotion in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft 1982 an der TU Berlin. – Ab 1968 tätig als Lektor in einem Schulbuchverlag in Frankfurt a.M., ab 1986 bis zum Ruhestand (Ende 2005) als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Deutsche Philologie der FU Berlin; danach freiberuflich tätig. Seit Oktober 2016 Mitglied der Fraktion der AfD in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg.

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MdB Jan-Marco Luczak (Bild: Yves Sucksdorff)

Jan-Marco Luczak, MdB, ist seit 2009 der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Tempelhof-Schöneberg. Der 1975 in Berlin-Lichtenrade geborene Rechtsanwalt ist Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Dort kämpft er für bezahlbare Mieten, einen besseren Schutz vor Einbrechern und effektivere Strafverfolgung durch Videoüberwachung. Als moderner Konservativer tritt er für eine offene und tolerante Gesellschaft ein und hat für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gekämpft.

Alexander Spies, Softwareentwickler. Bis Oktober 2016 war er Mitglied des Abgeordnetenhaus von Berlin und Fraktionsvorsitzender der Piratenfraktion.

Rogate-Frage: Was hat Sie persönlich in die Politik und das politische Engagement getrieben?

Mechthild Rawert: Sich engagieren für die Gemeinschaft ist ein Muss – so wurde ich erzogen. Nach einigen aktiven Jahren in der Jugendverbands- und in der Hochschularbeit, später dann in der Gewerkschaft und in Frauenverbänden wollte ich in eine Partei, um insbesondere in der Frauen- und Gleichstellungspolitik sowie in der Teilhabepolitik wirksam etwas zum Besseren zu bewegen.

Fakt ist doch: Es gab und gibt viel soziale Ungleichheit, die es abzubauen gilt. So auch weiterhin beim Thema Geschlechtergerechtigkeit: Die Situation von Frauen hat sich in den letzten 15 Jahren verbessert, junge Frauen und Männer denken vielfach, die Gleichstellung ist erreicht. Dem ist aber nicht so: Der Gender Pay Gap liegt bei 21 Prozent, der Gender Pension Gap und der Gender Care Gap liegt bei über 50 Prozent. Das heißt: Mag sich formal vieles verbessert haben, im Alltag sind die Verwirklichungschancen der Lebensträume von Frauen immer noch sehr viel geringer als die der Männer – sowohl hinsichtlich ihrer eigenen beruflichen Karriereentwicklungen, ihrer Vorstellungen von partnerschaftlicher Erziehungsarbeit u.v.m. Es gibt nach wie vor strukturelle Diskriminierungen, gegen die ich ankämpfe: als Bürgerin und als Politikerin.

Mein politisches Engagement für die Geschlechtergerechtigkeit hat mich selbst auch weiterentwickelt. Heute verstehe ich Geschlechtergerechtigkeit sehr viel umfassender: Es geht um eine grundlegende Chancengleichheit unabhängig von der sexuellen Identität und der sexuellen Orientierung.

Renate Künast: Ich hatte viele Gründe, mich für diesen Weg zu entscheiden. Als Mädchen musste ich darum kämpfen, mehr als die Hauptschule besuchen zu dürfen. Nach meinem Realschulabschluss habe ich dafür gekämpft auch die Fachhochschule zu besuchen und schließlich Soziale Arbeit studiert. Ich wollte ein anderes Leben führen, als die Mädchen und Frauen aus meiner Familie. Während meines Studiums Ende der 70er Jahre habe ich dann die Auseinandersetzung um Klima, Energie und Atom mitbekommen sowie den Kampf um Finanzen und Wirtschaftsmacht, in mein erstes Semester fiel auch der Putsch in Chile. Das alles hat mich bewegt und ich stellte mir die Frage, reicht es Einzelnen zu helfen (zu therapieren)  oder kann ich mehr tun? Also habe ich mich Anfang der 80er Jahre für ein Jurastudium entschieden, denn Gesetze sind Ausdruck von Machtverhältnissen und Lobbypolitik. Und ich wollte, dass sich etwas ändert! Denn ob wir unsere Lebensgrundlagen erhalten, es ökologische Landwirtschaft oder echten Verbraucherschutz gibt, ist auch eine Folge der richtigen Gesetze.

Dr. Alexander King: Als es Anfang der 90er Jahre zu schlimmen Ausschreitungen gegen Flüchtlinge kam, reagierten Union und SPD darauf ausgerechnet mit der Einschränkung des Grundrechts auf Asyl. Für mich, der ich mich damals in der Flüchtlingshilfe engagiert habe, war das genau die falsche Antwort. Mir ist bewusst geworden, dass mir zivilgesellschaftliches Engagement alleine nicht ausreicht, sondern dass ich mich auch für andere Mehrheiten im Parlament einsetzen möchte, um andere politische Weichen stellen zu können. Ich bin froh, dass DIE LINKE – leider als einzige Partei – bis heute alle Einschränkungen des Asylrechts abgelehnt hat.

Dr. Lothar Mundt: Die EURO- und die Migrationskrise und die hiermit zusammenhängende verantwortungslose Poltik der Bundesregierung.

Jan-Marco Luczak: Mir war immer schon wichtig, nicht nur den Blick auf sich selbst zu richten, sondern auch einmal rechts und links zu schauen, wo man sich einbringen kann, wo es gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen gilt. Deswegen engagiere ich mich politisch.

Alexander Spies: Seit meiner Jugend interessiere ich mich für Politik und engagiere mich für Themen wie die Europäische Einigung, Frieden und Sicherheit, Bürgerrechte, soziale Teilhabe, Migration und nachhaltiges Wirtschaften. Parteien habe ich dabei gemieden, da sie zwar notwendig aber in der Regel voller Übel sind. Die nachlassende Qualität der Parteipolitik und die fast totale Ignoranz der im Palament vertretenen Parteien für die wichtigsten Zukunftsfragen sind allderdings eine Herausforderung, der ich mich stellen musste.

Rogate-Frage: Warum haben Sie sich für die Partei entschieden, für die Sie nun kandidieren?

Mechthild Rawert: Mit meinem Eintritt in die SPD Ende 1987 wollte und will ich etwas leisten für eine lebendige Demokratie und eine starke Bürger*innengesellschaft, die sich den sozialen Zusammenhalt und Chancengleichheit für alle auf die Fahne schreibt. Werte der Demokratie haben Vorrang vor den Interessen der Wirtschaft.

Der SPD-Kanzlerkandidat Johannes Rau verlor, die Regierungsmehrheit von Schwarz-Gelb unter Kanzler Helmut Kohl wurde bei der Bundestagswahl im Januar 1987 erneut bestätigt. Mir passte die von Helmut Kohl eingeschlagene Richtung der „geistig-moralischen Wende“ überhaupt nicht, da sie der dringend notwendigen gesellschaftlichen Modernisierung eine Absage erteilte. In meinem persönlichen Umfeld gab es viele Sozialdemokrat*innen, die diese Haltung ebenfalls einnahmen. Es musste etwas geschehen, ich musste etwas machen: Nach jahrelangem zivilgesellschaftlichen Engagement wollte ich mit meinem Parteieintritt „ins System“ der parlamentarischen Demokratie, um für gesellschaftspolitische Veränderungen zu streiten. Zur Realisierung von Zielen gehört Überzeugung und vor allem die Bündelung von Mehrheiten. Mit der Berliner SPD kämpfe ich für den gesellschaftlichen Fortschritt. Ich war immer links organisiert und bin eine der SprecherInnen der Berliner Linken.

Mitglied einer Volkspartei, die auf eine lange und politisch wirksame und ehrenvolle Geschichte zurückblicken konnte, gefiel und gefällt mir. Ich teile die Grundwerte der SPD: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität. In einer Volkspartei sind viele verschiedene Menschen – und diese unterschiedlichen Lebenssituationen interessier(t)en mich. Der differenzierte Aufbau der SPD in Ortsvereinen/Abteilungen und in Arbeitsgemeinschaften gefiel und gefällt mir. Ich wollte und will mich nicht nur einer homogenen „Blase“ bewegen. Mitglied einer Partei zu sein, die sich für ein Europa der Solidarität und des Friedens einsetzt, für eine moderne weltoffene Gesellschaft in der – aus heutiger Sicht „alten“ – Bundesrepublik war und ist mir wichtig. Und da bin ich in der SPD nach wie vor richtig.

Renate Künast: Für wen denn sonst? Für mich waren und sind Bündnis 90/Die Grünen die Partei, die Fragen nach den großen Themen wie Klimaschutz, Gleichstellung und Energiewende, globale Fairness. Wir denken nicht nur in einer Wahlperiode oder einem Jahrzehnt, sondern wir wollen unsere Zukunft gestalten.

Also denken wir darüber nach, holen Wissen zusammen, wie man ökologisch und ressourcenschonend transportieren und produzieren kann. Wir fragen, wie sich eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen ernährt und sich die Erde trotzdem regenerieren kann. Wir haben Visionen, Mut und Beharrlichkeit, von Atomausstieg bis Ehe für Alle. Und jetzt geht es am Sonntag bei der Wahl um eine Richtungsentscheidung. Nutzen wir die Chancen gegen den Klimawandel noch? Ich sage: Darum Grün.

Dr. Alexander King: 1998 trat ich in die PDS als Vorgängerpartei der LINKEN ein. Damals zeichnete sich bereits ab, dass es bald zum Krieg gegen Jugoslawien, dem ersten deutschen Angriffskrieg nach dem Zweiten Weltkrieg, kommen würde. Und tatsächlich bombardierte die Bundeswehr gemeinsam mit anderen Armeen im Frühjahr 1999 Belgrad. SPD und Grüne stellten damals die Bundesregierung und hatten auch den Eintritt Deutschlands in den Krieg in Afghanistan 2001 zu verantworten. Ich habe mich als aktives Mitglied der Friedensbewegung gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr engagiert.
Mit der Agenda 2010 setzte während der Regierungszeit von SPD und Grünen in Deutschland eine bis dahin ungekannte Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben und von der öffentlichen Hand in wenige private Hände ein. Im Ergebnis dieser Politik sind heute Millionen Menschen von Altersarmut bedroht. Auf der anderen Seite ist riesiger privater Reichtum entstanden. Im internationalen Vergleich weist Deutschland eine überdurchschnittliche große Ungleichverteilung von Vermögen und Einkommen auf. Diese Umverteilung umzukehren – darin liegt heute die zentrale Herausforderung. Und da hat nur DIE LINKE den Mut und die Konzepte, sich mit den Mächtigen anzulegen.

Dr. Lothar Mundt: Hierzu zitiere ich einen Passus aus meiner Bewerbungsrede zur Direktkandidatur in meinem Wahlkreis: Ich begrüßte in der AfD von Anfang an die dringend notwendige politische Kraft, von der sich die Bewahrung oder vielmehr Wiederherstellung bürgerlicher Freiheit und Demokratie erhoffen ließ, die ich schon seit langem in hohem Maße durch das Wirken des überkommenen, nur noch auf eigenen Machterhalt ausgerichteten, faktisch ohne parlamentarische Opposition kartellmäßig agierenden und die laufenden Rechtsbrüche der Merkel-Regierung schweigend hinnehmenden Parteienblocks gefährdet sah. Tatsächlich ist unsere Partei heute die einzige ernst zu nehmende politische Opposition gegenüber den mehr oder weniger auf ein rot-grün eingefärbtes bürgerfeindliches Ideologiekonglomerat eingeschworenen Altparteien und somit die einzige politische Kraft, die entschieden eintritt gegen Kollektivismus, Gleichmacherei, Staatsgläubigkeit, ideologische Bevormundung, Umerziehung und Gesinnungsdiktatur – ebenso auch gegen die starken Tendenzen zu sozialistischer Umverteilung, planwirtschaftlicher Staatsintervention und Aufgabe nationaler, demokratisch fundierter Souveränitätsrechte zugunsten eines demokratisch nicht legitimierten europäischen Zentralstaats.

Jan-Marco Luczak: Die CDU ist die Partei, die Freiheit und Sicherheit auf Grundlage des christlichen Menschenbildes in Ausgleich bringt. Deshalb engagiere ich mich für die CDU.

Alexander Spies: Als ich in meinem Umfeld auf die Piratenpartei aufmerksam wurde, gefiel mir vor allem ihre internationale Ausrichtung und die Hinwendung zu Zukunftsthemen. Es war mir aber klar: Es kann keine Partei geben ohne den Ärger mit der Partei. Da der Weg zu Mandaten in den Parlamenten nun einmal Parteien voraussetzt, ist dieser Ärger unvermeidlich. In der Piratenpartei wird trotz vieler Rückschläge unvermindert nach neuen Wegen aus diesem Dilemma gesucht, das spornt mich an.

Rogate-Frage: Was macht Ihnen Hoffnung und welche politischen Vorbilder haben Sie?

Mechthild Rawert: Viele der neu eingetretenen SPD-Mitglieder jeden Alters wollen sich aktiv engagieren für die Stärkung unserer Demokratie, Menschenrechte und unseres Rechtsstaates. Der immer lauter werdende Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, die Wahl von Donald Trump oder der Brexit werden als Warnsignale verstanden. Politische Vorbilder sind für mich weniger berühmte Persönlichkeiten als die vielen „Held*innen des Alltags“.

Renate Künast: Ich habe verschiedene Menschen für Ihre Gradlinigkeit und die Umsetzung ihrer Werte bewundert. Das waren meine Grundschullehrerin Frau Verstege, die großartige Hildegard Hamm-Brücher und nicht zuletzt Petra Kelly.

Dr. Alexander King: Hoffnung macht mir, dass die neoliberalen Glaubenssätze nicht mehr einfach so hingenommen werden, dass immer mehr Menschen den Sinn der Agenda 2010 in Frage stellen und die dahinter liegenden Interessen erkennen. Hoffnung macht mir, ganz allgemein gesprochen, dass sich Menschen immer solidarisch organisiert haben und dies immer tun werden: in Gewerkschaften, in politischen Parteien, in ihrer Nachbarschaft, z.B. vor zwei Jahren, als dass viele Menschen in der Flüchtlingskrise ehrenamtlich geholfen haben. Auch wenn ehrenamtliches Engagement falsche Politik oder staatliche Untätigkeit nicht ausgleichen kann, ist es doch ein Ausdruck hervorragender menschlicher Eigenschaften und der Fähigkeit, sich als Teil der Gemeinschaft zu begreifen. Menschen, die das zum Ausdruck bringen, sind Vorbilder für andere, auch für mich.

Dr. Lothar Mundt: Hoffnung macht mir die sich deutlich abzeichnende Zeitenwende, mit der die seit der 68er-Revolte anhaltende Vorherrschaft linker Politikkonzepte allmählich abgebaut wird. Ausdruck dieser Zeitenwende ist gerade die erfreuliche Aufwärtsentwicklung meiner Partei, begleitet von einer ebenso erfreulichen Entwicklung einer lebendigen und reichen konservativen Publizistik auf beachtlichem Niveau.

Jan-Marco Luczak: Es macht mir Hoffnung, wenn Menschen trotz Widerständen und Anfeindungen an ihren Werten und Prinzipien festhalten. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dies in den letzten Jahren hervorragender Weise getan.

Alexander Spies: Es gibt gute Lösungen für die meisten politischen Problemstellungen. Die Politik verzögert nur sehr oft ihre Durchsetzung. Es lohnt sich aber, mit Nachdruck daran zu arbeiten.
Ich habe keine expliziten Vorbilder, schätze aber Politiker mit Visionen, wie zum Beispiel Rudolf Virchow. Als er vor über 120 Jahren eine Krankenversicherung für alle gefordert hat, schien das eine uneinlösbare Utopie. Eine meine wichtigsten Forderungen ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen, das heute ebenso oft als unmöglich angesehen wird. Dass Virchows Utopie sich in einer überschaubaren Zeitspanne durchgesetzt hat, gibt mir auch Hoffnung.

Rogate-Frage: Was macht für Sie einen fairen Wahlkampf aus?

Mechthild Rawert: Die vielfach zu beobachtende Verrohung der Sprache und damit der politischen Auseinandersetzung nicht mitmachen. Dennoch aber auf der Sachebene deutlich Position beziehen.

Renate Künast: Kritik an anderen Parteien oder Kandidaten darf hart sein, muss aber immer sachlich und gut argumentiert bleiben.
Auch Fake News und Hate Speech sind ein großes Problem. Ich bin eine gestandene Politikerin und weiß damit umzugehen. Ich habe auch ein Team an meiner Seite, das mir hilft. Aber viele Kandidatinnen, die zum ersten Mal antreten, haben das nicht. Sie sind häufig auf sich alleine gestellt, sie werden massiv bedroht und beleidigt. Die Folge ist, dass sich diese Leute oder andere, die sich eigentlich engagieren wollen, dann nicht mehr trauen. Es geht also nicht nur ums Wählen an sich , sondern um unsere Demokratie!

Dr. Alexander King: Fair ist ein Wahlkampf, der ohne Hass und Ausgrenzung auskommt.

Dr. Lothar Mundt: Freier, ungehinderter demokratischer Wettbewerb aller beteiligten Parteien um die Stimmen der Wähler.

Jan-Marco Luczak: Hart in der Sache argumentieren, aber nie persönlich werden.

Alexander Spies: Es ist fair, sich mit guten Argumenten auszutauschen, ohne einander zu verteufeln. Das wird im Zeitalter von Fake-News immer schwieriger. Diffamierung und Volksverhetzung lässt sich nur schwer etwas entgegen setzen.

Rogate-Frage: Was war Ihr schönstes Erlebnis in diesem Wahlkampf?

Mechthild Rawert: Es gibt bisher schon mehrere: Wenn eine junge Frau in der Diskussion sagt: „Ich darf nicht länger wegschauen. Nicht allen Menschen geht es in unserer Gesellschaft gut. Deshalb werde ich mich stärker einmischen und für Schwächere und Ausgegrenzte eintreten.“ Oder ich gelobt wurde dafür, dass ich mich schon lange und laut stark mache für eine gute Pflege und darauf hinweise, dass wir für unsere Gesellschaft des längeren Lebens noch die nötige Infrastruktur aufbauen müssen.

Renate Künast: Beim Haustürwahlkampf bin ich den unterschiedlichsten Menschen begegnet. Das finde ich immer sehr spannend, denn an einer Haustür zu klingeln und mit den Bewohnerinnen in ein persönliches Gespräch zu kommen ohne das sie, wie zum Beispiel bei Wahlkampfständen selber auf einen zukommen, bietet eine ganz eigene Atmosphäre. Ein Mann zum Beispiel – der nicht unbedingt Grünwähler ist – hat es mit seiner „Außenansicht“ auf die Grünen auf den Punkt gebracht. Er sagte, die Grünen braucht es, weil sie die einzige Partei sind, die die großen Menschenthemen wirklich und ehrlich angehen, wie es beim Klimaschutz der Fall ist. Grün braucht es für die Mega-Themen. Das trifft’ s gut.

Dr. Alexander King: Ein Highlight war der Besuch von Sahra Wagenknecht in Marienfelde. Es war am Tag des Jahrhundertregens (29.6.), als Teile des Bezirks metertief im Wasser versanken. Wir hatten eine Open Air Veranstaltung geplant und Bühne und Technik aufgebaut. Aber es war klar: Dies würde keine „normale“ Veranstaltung werden. Sahra Wagenknecht ließ ich von den Wassermassen nicht aufhalten. Sie kam trotz allem und hielt – im strömenden Regen – eine Rede vor immerhin 100 Zuhörern, die sich mit Regenschirm und Regenmantel auf den Weg gemacht hatten. Diese Veranstaltung wird in die Annalen unseres Bezirksverbands eingehen.

Dr. Lothar Mundt: Sich generell steigernde Sympathiekundgaben von potentiellen Wählern bei den AfD-Standaktionen, an denen ich teilgenommen habe.

Jan-Marco Luczak: Wenn beim Haustürwahlkampf jemand öffnet, und sagt, er habe mich schon längst gewählt. Ist zum Glück mehr als einmal in diesem Wahlkampf vorkommen.

Alexander Spies: Guter Zuspruch von Wählerinnen und Wählern, sich in diesen politisch schwierigen Zeiten nicht entmutigen zu lassen. Das hilft auch dann, wenn sie mich nicht wählen werden.

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Rogate: Vielen Dank, Mechthild Rawert, Dr. Alexander King, Renate Künast, Dr. Lothar Mundt, Jan-Marco Luczak und Alexander Spies, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unserem nächsten Gottesdienst:

Rückblick: Andreas Wagner über „Lass uns einfältig werden”

Rogate Kl_Postkarte_Mond_RZ080615_Web (verschoben) Kopie.jpgSeit Ende Juli veranstaltet der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven, die Citykirche Wilhelmshaven und das Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin eine Andachtsreihe zum Lied „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius in der Christus- und Garnisonkirche. Am 28. August 2017, war Oberbürgermeister Andreas Wagner der Impulsgeber zur Strophe „Lass uns einfältig werden”. Wir dokumentieren hier seine Ansprache:

Der 20. April 2005 ging in die Geschichte ein. Noch heute erinnern sich viele Deutsche an ein Detail, das für immer mit diesem Tag in Verbindung gebracht wird. Und dieses Detail ist nicht etwa die Tatsache, dass Silvio Berlusconi formell seinen Rücktritt als Italiens Ministerpräsident einreichte. Und auch nicht die Tatsache, dass US-Außenministerin Condoleezza Rice die Entwicklung der Demokratie in Russland, vor allem die mangelnde Pressefreiheit und die weitgehenden Machtbefugnisse von Präsident Wladimir Putin, kritisierte. Und nein, dieser Tag ging auch nicht in die Geschichte ein, weil es der letzte Tag in meinem Leben als 36-Jähriger war.

Das Detail, das den 20. April in die deutsche Seele eingebrannt hat, bezieht sich auf ein Ereignis des Vortags: Am 19. April 2005 wählten die 115 Kardinäle am zweiten Tag des Konklaves das neue Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Joseph Ratzinger wurde als Benedikt XVI. der erste deutsche Papst seit fast einem halben Jahrtausend. Eine Nachricht, die Millionen Menschen – ganz gleich welchen Glaubens – berührte. Eine Nachricht, die so viele Geschichten transportierte. Eine Nachricht, die so viele Worte wert gewesen wäre.

Und was passierte einen Tag später? Die Bild-Zeitung brachte die Einfalt auf ihren Titel: „Wir sind Papst“. Geben Sie es zu, auch Sie erinnern sich noch bildlich an diese Schlagzeile.

Für mich steht diese Schlagzeile, diese auf drei einfachste Worte heruntergebrochene Nachricht – die zudem auch noch grammatikalisch falsch ist – für einen Trend, der seitdem erschreckende Züge angenommen hat. Waren Nachrichten schon seit jeher verdichtete, lesegerecht aufbereitete Information, verlieren Nachrichten in den letzten Jahren mehr und mehr ihren Informationsgehalt. Aus Verdichtung wird Vernachlässigung. Statt das Wichtigste in aller gebotenen Kürze zusammenzufassen, weicht das Wichtige hinter einer plakativen Schlagzeile zurück und macht der Emotion Platz: eben „Wir sind Papst“.

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Oberbürgermeister Andreas Wagner (2.v.l) in der Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven

Es geht mit diesen drei Worten nicht darum, die Leser zu informieren, wer wann warum und wie zum Papst gewählt wurde. Es geht auch nicht darum, über die katholische Kirche, ihre Geschichte und ihre Werte zu informieren. Schon gar nicht geht es darum, einen Bezug zur heutigen Zeit herzustellen, kritische Fragen zu stellen und eine Diskussion in Gang zu bringen. Es geht nicht um differenzierte Meinungsbildung. Es geht nicht darum, mündigen Bürgerinnen und Bürgern in einer Demokratie die Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie das öffentliche Leben sachlich-kritisch beurteilen und mitgestalten können.

Nein. „Wir sind Papst“ will schlichtweg ein Gefühl ansprechen, das die Menschen vereint, das Stolz und Freude weckt, das Euphorie anstachelt.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Stolz, Freude und Euphorie sind wichtig. Ebenso wie Emotionen wichtig sind. Aber der nüchterne Diskurs rückt mehr und mehr in den Hintergrund, während die Einfalt auf dem Vormarsch ist. „Wir sind Papst“ ist aus meiner Sicht leider ein deutliches Zeichen für eine Bewegung weg von der Wissens-, hin zur Gefühlsgesellschaft. Und in diesem Wandel stecken wir gerade mittendrin.

Entscheidungen werden immer seltener nach gründlicher Abwägung aller Vor- und Nachteile, nach sorgfältiger Betrachtung aller Fakten getroffen. Deutlich häufiger wird dem Bauchgefühl Vorrang gegeben. Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann nannte dieses Phänomen sehr treffend „Bauchipedia“.

Eine Entscheidung, die auf eben diesem Bauchipedia basiert, mag im persönlichen Bereich auch vollkommen legitim sein – man sollte in emotionalen Belangen vermutlich sogar viel öfter auf sein Bauchgefühl hören. Aber wenn es um wirtschaftliche oder politische Entscheidungen geht, ist Bauchipedia nicht nur fahrlässig, sondern geradezu gefährlich.

Atomkraftwerke sind eine Gefahr für Mensch und Umwelt – aber hey, so ein Windpark „verspargelt“ doch die Landschaft!

Sie sehen, Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Erwin Teufel wusste schon 2003, die Macht der Emotionen einzusetzen, um politisch hochkomplexe Sachverhalte herunter zu brechen und die Öffentlichkeit durch die Kraft des Bauchgefühls auf seine Seite zu ziehen. Denn noch heute haben Windkraftanlagen – trotz grüner Landesregierung – bei der baden-württembergischen Bevölkerung ein schweres Standbein. Die Angst vor der Verspargelung von Schwarzwald und Schwäbischer Alb ist ein gewichtiges Argument, das gegen Notwendigkeit, Umweltfreundlichkeit und Effizienz einer modernen Energieerzeugung ins Feld geführt wird. Ich bin froh, dass man in diesem Punkt in unserer Region weitsichtiger ist.

Die Geschichte lehrt uns, dass im Dialog zwischen Politik und Öffentlichkeit seit jeher die Vereinfachung von Botschaften, die Schaffung von Bildern und das bewusste Spielen mit Emotionen gängige Praxis ist. Ich möchte nochmals betonen, dass das per se nichts Schlimmes ist: Die Aufgabe des Politikers ist es schließlich, sich stellvertretend für die Bürgerschaft in hochkomplexe Themen einzuarbeiten, sie zu verstehen und zu durchdringen und sie erklärbar zu machen, um sie schließlich zu bewerten, zu steuern und gegebenenfalls so zu verändern, dass sie einen bestmöglichen Effekt für die Allgemeinheit haben. Da hat die Einfalt keinen Raum!

Der Politiker selbst sollte seine Arbeit aber nicht auf Vereinfachung, Bilder und Emotionen aufbauen. Er sollte sie nicht zur Grundlage von Entscheidungen machen. Und das gilt für Politikerinnen und Politiker auf allen Ebenen: von der Kommunal-, über die Landes- zur Bundes- und Europapolitik.

Auf der anderen Seite ist es die Aufgabe der Medien, ihren Nutzerinnen und Nutzern die komplexen Informationen so aufzubereiten, dass ein sachlicher Diskurs möglich ist. Als Übersetzer und Bewerter nehmen die Medien somit in einer Demokratie eine wichtige Funktion ein.

Die etablierten Nachrichtenformate – ganz gleich ob im Fernsehen, im Hörfunk oder in den Printmedien – haben aber immer größer werdende Probleme im Kampf um die Gunst der Rezipienten. Sie kämpfen um ihre Reichweite. Onlineportale gewinnen zusehends oberhand. Statt ausgebildeter Journalistinnen und Journalisten wählen Blogger, Influencer und selbsternannte Medienexperten nun die Nachrichten und ihre Botschaften aus.

Was folgt, ist eine Spirale der Einfalt: Immer weniger Menschen sind bereit, sich in komplexe Sachverhalte einzulesen, sich mit Dingen zu beschäftigen, die nicht in drei einfachsten Worten zusammengefasst werden können. Statt einer 30-minütigen Dokumentation über den Aufbau des Stromversorgungsnetzes in Deutschland wird das 30-sekündige YouTube-Video über die Katze auf dem elektrischen Saugroboter geschaut. Statt der ohnehin schon einfältigen politischen Diskussion bei „Anne Will“ wird die emotionale Debatte bei Twitter verfolgt. Statt Orwells fast 400 Seiten langem „1984“ werden 1.374 skurrile Fakten im „Unnützen Wissen“ konsumiert.

Statt Information geht es bei der Mediennutzung mehr und mehr um Rekreation – die Unterhaltung läuft dem Wissen den Rang ab.

Um mein persönliches Bauchipedia hierbei nicht zu sehr zu beanspruchen, möchte ich zum Beweis für die Spirale der Einfalt ein Beispiel aus der Onlinegemeinschaft Nummer 1 anführen: Facebook.

41 Prozent aller Deutschen, die online sind, nutzen laut der aktuellen ARD-ZDF-Onlinestudie mindestens einmal wöchentlich diese Community, die damit nach wie vor der Spitzenreiter unter den Onlinecommunitys ist. Vor allem die Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren ist hier mit 70 Prozent stark vertreten, aber auch die Älteren tummeln sich mehr und mehr auf Facebook. Wer wissen möchte, wie politische Entscheidungen des Rates der Stadt Wilhelmshaven in der Öffentlichkeit diskutiert werden, ist in einer der zahlreichen Wilhelmshaven-Gruppen gut aufgehoben.

Eines möchte ich gleich vorweg stellen: Ich maße mir keinesfalls an, einen umfassenden Überblick über alle Diskussionen, die hier laufen, zu haben. Und ich sehe durchaus, dass so mancher Facebook-Nutzer sehr differenziert und fachlich fundiert zum politischen Diskurs beiträgt. Da es aber heute darum gehen soll, dass wir einfältig werden, möchte ich – Politiker, der ich nun mal bin – jetzt bewusst zum Stilmittel der Vereinfachung und Verallgemeinerung greifen, um meine These möglichst anschaulich und emotionsgeladen zu belegen:

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Die Marktstraße ist Wilhelmshavens wichtigste Einkaufsstraße und Fußgängerzone.

Ende Februar ist ein guter Freund von mir als zweiter Vorsitzender des City-Interessensvereins (CIV) zurückgetreten. Als Inhaber eines Geschäftes in der Marktstraße ist er nicht nur ein umtriebiger Geschäftsmann, sondern auch ein überaus engagierter Vertreter der lokalen Einzelhändler.

Anfang des Jahres wurde politisch und öffentlich diskutiert, an welchen Sonntagen die Geschäfte öffnen dürften. Drei Termine waren fix, bei einem gab es einen Dissens zwischen CIV, der Werbegemeinschaft Nordseepassage und der WTF. In diesem zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang war nun also der Rücktritt meines Freundes zu bewerten, der nicht nur in der gedruckten Ausgabe der Wilhelmshavener Zeitung (WZ) eine Nachricht wert war, sondern auch auf dem Facebook-Account der Wilhelmshavener Zeitung.

Ich habe mein Bedauern bereits zum Ausdruck gebracht: Die „neuen Medien“ befördern den Trend zur Einfalt, indem sie bereits verdichtete Nachrichten nochmals verdichten, dabei aber mehr auf Unterhaltung als auf Information setzen.

Die bereits auf ein Minimum an Information heruntergebrochene Nachricht, dass der zweite Vorsitzende des City-Interessensvereins sein Amt niedergelegt hat, wurde Ende Februar auf Facebook also zur Vier-Wort-Nachricht „XY gibt Posten ab“.

Sie können sich vorstellen, dass der Gehalt einer solchen Schlagzeile für die wenigsten sofort verständlich ist. Die WZ wollte erreichen, dass die Nutzer den beigefügten Link anklicken, in dem alle weiteren Informationen lesefreundlich zusammengefasst waren. Doch die Einfalt war schneller: Statt sich die Mühe zu machen, den verlinkten Beitrag zu lesen, entspann sich binnen kürzester Zeit eine Diskussion um die Verbindlichkeit und Verlässlichkeit der politischen Mitglieder unseres Rates. Man kann nun von den Ratsmitgliedern halten, was man will, aber diese Diskussion war nicht fair.

Was war passiert? Nun, ich würde es mal so rekonstruieren: Unkenntnis der Person und der Materie, die vermeintlich aussagekräftige Schlagzeile und das oblatendünne Wissen um die Strukturen der Kommunalpolitik trafen in einer explosiven Mischung aufeinander. Einmal Bauchipedia befragt, schlossen die Diskutanten sogleich ihre Schlüsse: Wer auch immer dieser Mann sein möge und was auch immer er für ein Amt innehaben möge, das müsste auf jeden Fall etwas mit der Politik zu tun haben! Es war ja schließlich gerade erst Kommunalwahl.

Mein Freund wurde also kurzerhand zu einem Mitglied des Rates – sogar zum zweiten Vorsitzenden des Rates! – hatte seine Wähler getäuscht und sein Amt nach zwei Monaten bereits wieder an den Nagel gehängt. Was für ein Skandal! Und was für eine ebenso einfältige, wie unsinnige Diskussion, der sich einige Nutzer mit hohem Eifer hingaben.

Liebe Gemeinde, als Matthias Claudius uns zu mehr Einfalt aufrief, tat er das in guter Absicht:

Gott, lass dein Heil uns schauen,
auf nichts Vergänglichs trauen,
nicht Eitelkeit uns freun;
lass uns einfältig werden
und vor dir hier auf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein.

Bildschirmfoto 2017-07-04 um 22.31.10Es ist sicherlich auch heutzutage angebracht, hin und wieder den Kopf auszuschalten und bewusst Abstand zu nehmen. Die Welt ist schon kompliziert genug, da tut es zwischendurch einfach mal gut, sich auf die Nichtigkeiten des Alltags zu konzentrieren, sich an scheinbar Belanglosem zu erfreuen und mal nicht alles zu hinterfragen und zu bewerten. Eben einfach mal fromm und fröhlich wie ein Kind zu sein. Einfalt als Mittel der Entspannung, Unterhaltung und Rekreation ist ein wunderbares Mittel. Aber hin und wieder ist es eben notwendig, der Einfalt Einhalt zu gebieten.

Die Demokratie hat die Macht, den Willen der Allgemeinheit durchzusetzen, vernünftige Entscheidungen zu finden, die für die Gesamtgesellschaft wichtig und richtig sind. Und genau deswegen ist es wichtig, dass die Gesamtgesellschaft und ihre gewählten politischen Vertreter zwischen Einfalt und Vielfalt differenzieren können.

Und was den eingangs angesprochenen Trend weg von der Wissens-, hin zur Gefühlsgesellschaft angeht: Sie werden es mir bitte nachsehen, dass ich als Politiker bewusst zur Emotion greife. Man sagt schließlich aus gutem Grund „Lieber eine starke Behauptung als ein schwaches Argument“.

Ich wollte Sie heute Abend zum Nachdenken, zum Hinterfragen und Differenzieren bewegen. Ich hoffe, das ist mir gelungen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass wir uns in der öffentlichen Diskussion wieder mehr über Fakten als über Bauchgefühle unterhalten.

Oberbürgermeister Andreas Wagner, Wilhelmshaven

Fünf Fragen an: MdB Hans-Werner Kammer, CDU-Direktkandidat Wahlkreis 26

Fünf Fragen an Hans-Werner Kammer, MdB und CDU-Direktkandidat im Wahlkreis 26 (Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund), über den Wunsch, Politik selbst zu gestalten und die Verwurzelung im christlichen Glauben.

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Bild: Hans-Werner Kammer

Hans-Werner Kammer stammt aus der kleinen Gemeinde Zetel im ländlichen Friesland. Nach seiner Ausbildung zum Baukaufmann war er lange in verschiedenen Funktionen in einem mittelständischen Wilhelmshavener Bauunternehmen aktiv. Für die CDU war er unter anderem im Gemeinderat, im Kreistag, als Kreisvorsitzender und Bürgermeister aktiv, bevor er 2005 erstmals in den Deutschen Bundestag einzog.

Rogate-Frage: Was treibt Sie in die Politik und warum haben Sie sich entschieden, für den Deutschen Bundestag zu kandidieren?

Hans-Werner Kammer: Ich wollte Politik schon immer nicht nur beobachten, sondern selbst gestalten. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich noch viel für unsere Region in Berlin erreichen kann.

Rogate-Frage: In was für einer Gesellschaft möchten Sie leben?

Hans-Werner Kammer: Unsere Gesellschaft ist von Frieden, Demokratie und Wohlstand geprägt. Das müssen wir erhalten und optimieren.

Rogate-Frage: Welche fünf Themenfelder auf Bundesebene und welche fünf auf regionaler Ebene haben für Ihr politisches Handeln Priorität, wenn Sie wiedergewählt werden?

Hans-Werner Kammer: Mein Arbeitsschwerpunkt in der neuen Legislaturperiode wird wie bisher die Verkehrspolitik sein. Digitale Themen gewinnen im Bereich der Infrastruktur weiter an Bedeutung. Ich halte außerdem Verteidigungsfragen für den Wahlkreis für besonders relevant. Mein großes Anliegen war und ist es jedoch, Ansprechpartner nicht nur für die Kommunen, Verbände und Unternehmen in der Region zu sein, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger mit ihren vielschichtigen Anliegen.

Rogate-Frage: Was bedeuten Ihnen Religion, Gott, Glaube und Kirche?

Hans-Werner Kammer: Mein Denken ist fest verwurzelt im christlichen Glauben. Daher prägt der Glaube mein politisches Handeln mit.

Rogate-Frage: Welche Erwartung haben Sie an die morgige Veranstaltung „Warum wählen?“ am Montag, 3. Juli?

Hans-Werner Kammer: Ich hoffe, dass diese Veranstaltung mehr Aufmerksamkeit auf die Bundestagswahl lenkt, vielen Wählerinnen und Wählern die Gelegenheit gibt, sich ein Bild von den Kandidaten zu machen und so die Wahlbeteiligung erhöht. Schließlich ist die Teilnahme an Wahlen der Grundstein der Demokratie.

Rogate: Vielen Dank, Herr Abgeordneter Kammer, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren Gottesdiensten:

  • Montag, 3. Juli 2017 | 19:00 Uhr, Gebet für Stadt und Land. Anschließend: „Warum wählen?“, im Gespräch mit MdB Hans-Werner Kammer, CDU. Ort: Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven.
  • Montag, 10. Juli 2017 | 19:00 Uhr, Gebet für Stadt und Land. Anschließend: „Warum wählen?“, im Gespräch mit Hendrik Theemann, FDP. Ort: Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven.

Friesland-Wilhelmshaven: Sommer-Interviews zur Bundestagswahl 2017

RogateKl_DINlang_Wilhelmshaven_RZ140617_Front KopieIm Vorfeld der Wahl 2017 bittet der Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven die Direktkandidaten des Bundestagswahlkreises 26 (Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund) zu Sommer-Interviews. Ziel: Das öffentliche Gespräch über die Demokratie, den Einsatz und die Kandidaten in der Region zu fördern.
Den Veranstaltern geht es um die Vorstellung des Menschen, der sich zur Wahl stellt. Dabei soll nicht auf politische Person und Parteienmitgliedschaft reduziert werden. Was treibt die Kandidaten in die Politik und warum engagieren sie sich? In welcher Gesellschaft wollen sie leben und welche Vision für die Zukunft haben sie? Nur begrenzt werden die Programme der jeweiligen Partei Inhalt sein.
Start des Gesprächs ist jeweils um 19:45 Uhr im Saal des Gemeindehauses der Kirchengemeinde Wilhelmshaven (Christus- und Garnisonkirche, Am Kirchplatz 1). Ende der Veranstaltung soll gegen 21 Uhr sein.
Hans-Werner Kammer ist am 3. Juli Interview-Gast. Er war Mitglied des Bundestages zwischen 2005 und Oktober 2009, sowie seit April 2010. Der CDU-Politiker über das Format der Reihe: „Ich hoffe, dass diese Veranstaltung mehr Aufmerksamkeit auf die Bundestagswahl lenkt, vielen Wählerinnen und Wählern die Gelegenheit gibt, sich ein Bild von den Kandidaten zu machen und so die Wahlbeteiligung erhöht. Schließlich ist die Teilnahme an Wahlen der Grundstein der Demokratie.“
Die Veranstalter laden vor jeder Veranstalung um 19:00 Uhr zu einem ökumenischen „Gebet für Stadt und Land“ in die Christus-und Garnisonkirche ein. Am Montag wirkt ökumenisch Pfarrer Meik Barwisch (Alt-katholische Gemeinde Wilhelmshaven) mit.

Alle Termine der Reihe:

Die Veranstaltungsreihe ist eine Initiative des Projekts Flüchtlingsarbeit – Koordination und Begleitung der Gemeinden im Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven, der Evangelischen Jugend Friesland-Wilhelmshaven, der Citykirche Wilhelmshaven und des Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin. Unterstützt wird die Reihe aus Spenden der NWZ-Weihnachtsaktion 2015 und von Nolte Kommunikation – Visuelle Konzepte und PR.

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten:

Fünf Fragen an: Thomas Rachel, Ev. Arbeitskreis der CDU/CSU

2016 Thomas Rachel
Thomas Rachel (Bild: Büro Rachel)

Fünf Freitagsfragen an Thomas Rachel, Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU, über die historische Stärkung der Protestanten in seiner Partei, die Lehren aus der Nazi-Zeit und dem Ringen um die besten Lösungswege für die Allgemeinheit.

Der Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel ist seit November 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Seit 2012 hat er den Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Düren inne. Mitglied des Deutschen Bundestages ist er seit 1994. Seit 2015 ist er Mitglied des Rates der EKD.

Rogate-Frage: Herr Staatssekretär Rachel, wie kam es zur Gründung des „Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU“ (EAK) und welche Bedeutung hat er heute?

Thomas Rachel: Der EAK wurde 1952 in Siegen gegründet, nachdem der damalige Bundestagspräsident, Oberkirchenrat Dr. Hermann Ehlers, und andere der Ansicht waren, dass die Union evangelischer und katholischer Christen einer wesentlichen Stärkung der evangelischen Seite bedurfte. Um die evangelische Stimme in der Partei zu einen und zu stärken, die sich nach den menschenverachtenden Gräueln und Schrecken der Nazi-Zeit ganz bewusst die Orientierung am „C“ als selbstverpflichtende Aufgabe gestellt hatte, kam es zur Gründung des EAK. Damit war auch zugleich ein zentraler Appell verbunden: Nämlich der konkrete Aufruf an die evangelischen Christinnen und Christen in Deutschland zum eigenen, verantwortlichen politischen Engagement und zur Mitgestaltung. Nach dem weitest gehenden politischen Versagen des deutschen Protestantismus in der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus wurde dies nach 1945 geradezu als das dringlichste Gebot der Stunde empfunden.

Rogate-Frage: Welches Selbstverständnis steht hinter dem EAK und wie arbeitet er?

Thomas Rachel: Der Gründungsimpuls des EAK von damals ist im Grunde genommen bis heute hochaktuell: Als evangelische Christinnen und Christen in beiden Unionsparteien setzen wir uns für das politische Mitmachen ein. Eine freiheitliche, parlamentarische Demokratie ist keine „Zuschauer-Demokratie“, sondern lebt vom politischen Meinungswettstreit, dem persönlichen Sich-Einbringen und vom Ringen um die besten Lösungswege für die Allgemeinheit. Als evangelische Christinnen und Christen sind wir hier gefordert, uns selbst einzubringen. Hermann Ehlers sagte einmal sehr treffend: „Wir haben im deutschen Protestantismus viel zu lange die Vorstellung gehabt, dass man zwar sehr leicht Bürgermeister und Oberbürgermeister, Ratsherren und Landtagsabgeordnete, Staatssekretäre, Minister, Bundesminister und Bundestagsabgeordnete kritisieren könne, dass man aber das Vorrecht habe, sich von der Mitarbeit und dem Hineingehen in die gleiche Verantwortung peinlich fern zu halten, um in Neutralität und Objektivität um so gründlicher darüber urteilen zu können.

Der EAK ist der Zusammenschluss aller evangelischen Unionsmitglieder, die wegen ihres Glaubens und seiner Grundlagen in den Unionsparteien einen Beitrag zu einer vor Gott und den Menschen verantworteten Politik leisten wollen. Bei uns arbeiten aber genauso Menschen mit, die keine Mitglieder der Unionsparteien sind, er übernimmt insofern eine wichtige Brückenfunktion zwischen Partei sowie Kirche und Gesellschaft. Als Grundsatzforum der Union und als „Denkfabrik“ (Angela Merkel) ermöglicht der EAK Raum für offene Diskussionen und schafft Orientierung in Bezug auf alle politischen Themen, die insbesondere auch für Christinnen und Christen relevant sind. Insofern genießt er heute auch weit über die eigene Konfessionsgrenze hinaus Beachtung und Wertschätzung.

Rogate-Frage: Wie nah oder fern stehen Ihnen aktuelle kirchliche Positionen, beispielsweise in der Friedensethik oder in der Frage des Umgangs mit den Flüchtlingen an den Grenzen?

Thomas Rachel: Die Frage nach Nähe und Ferne zu kirchlichen Verlautbarungen kann man so nicht pauschal beantworten. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Und man muss auch sehen: Es gibt ja schon in der Evangelischen Kirche und Theologie die unterschiedlichsten Stimmen und Positionen zu den verschiedensten Themen. Da der EAK im gesamten Bundesgebiet vertreten ist und in allen Bundesländern arbeitet, bildet sich hier zunächst natürlich auch in durchaus vergleichbarer Weise das ganze, bunte Meinungsspektrum des Protestantismus ab, sozusagen von Schleswig bis Stuttgart. Dazu kommt, dass politische Entscheidungen und politisches Handeln nicht einfach nur aus der geradlinigen Umsetzung von ethisch-theologischen Prämissen oder Grundsätzen bestehen: Hier geht es vielmehr um die konkrete Verantwortung in ganz oft unübersichtlichen, hochkomplexen und schwierigen Gemengelagen.

Wir sehen das aktuell zum Beispiel an der Flüchtlingsfrage, die eine gewaltige historische Herausforderung darstellt, aber auch an der Notwendigkeit einer vernünftigen Friedenspolitik und Friedensarbeit in einer zunehmend zerrissenen und unfriedlicher werdenden Welt. Grundsätzlich kann man für den EAK sagen: Wir bejahen kirchliche Positionen, die hilfreiche Orientierungen für die politische Gewissensbildung und das entsprechende Handeln bereitstellen. Wir sind als bewusste „Verantwortungethiker“ (Max Weber) aber zugleich skeptisch gegenüber bloßen Schlagworten, Moralpredigten oder Gesinnungsparolen. Es reicht also mit anderen Worten nicht aus, das politisch Gute nur zu wollen (denn in diesem Wollen dürften sich grundsätzlich alle einig sein), sondern man muss über die Mittel, Wege und Konsequenzen des konkreten, politischen Handelns nachdenken, die dieses Ziel tatsächlich befördern helfen oder womöglich behindern. Darum geht der konstruktive, politische Streit.

Rogate-Frage: Wie sehr werden Sie selbst in Ihren politischen Entscheidungsprozessen von ihren christlichen Überzeugungen geleitet? Haben Sie ein Beispiel?

Thomas Rachel: Für mich ist mein Glaube ein unerlässlicher Kompass für die tagtäglich immer wieder neu begegnenden politischen Herausforderungen und Probleme. Der Kompass – um im Bilde zu bleiben – ersetzt keineswegs, dass man sich zuallererst selbst auf machen und sich einen Weg durch zum Teil unwirtliches und unübersichtliches Gelände bahnen muss. Aber ohne ihn wäre man doch verloren und hätte keine hinreichende Orientierung. Als wir zum Beispiel kürzlich im Deutschen Bundestag über das Gesetz zur Sterbebegleitung entschieden haben, war es sehr hilfreich, dass meine Evangelische Kirche hier eine zwar differenzierte, aber auch klare Position bezogen hat. Legalisierte Beihilfe zur Selbsttötung oder gar Tötung auf Verlangen sind auch nach meiner festen Glaubensüberzeugung die falschen Antworten auf die Nöte, Ängste und Sorgen Schwerstkranker und Sterbender.

Rogate-Frage: Die CDU wehrt sich – anders als beispielsweise die britischen Konservativen, die die Eheöffnung in Großbritannien durchgesetzt haben – gegen eine Gleichstellung der Lebenspartnerschaften homosexueller Paare mit der Ehe. Die Kanzlerin argumentierte mit einem „Bauchgefühl“. Warum tut sich die Union so schwer mit dem Abbau von Diskriminierungen gegen Lesben und Schwulen?

Thomas Rachel: In dieser Frage steckt leider bereits eine Unterstellung, die wir als CDU und CSU klar zurückweisen: Als Union kämpfen wir nämlich gegen jede Form von Diskriminierung Homosexueller. Wir achten und respektieren es, wenn Menschen – egal welchen Geschlechtes oder welcher sexuellen Orientierung auch immer – Verantwortung füreinander übernehmen. Wir sind aber ebenso klar dagegen, Unterschiedliches gleich zu behandeln. Deshalb sind wir auch gegen eine „Ehe für alle“, weil die Ehe von Mann und Frau in unseren Augen etwas Besonderes und Einzigartiges ist. Nur die Ehe schafft es aus eigener Kraft, aus einer Zweierbeziehung eine Familie werden zu lassen. Dieser generative Aspekt fehlt – aus sich selbst heraus – bei homosexuellen Lebenspartnerschaften.

Rogate: Vielen Dank, Herr Staatssekretär Rachel, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Rogate Kl_Aushang_Eucharistie 11 Sonntag n Trinitatis_160616 KopieSonntag, 7. August 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 11. Sonntag nach Trinitatis
  • Sonntag, 4. September 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum Diakonie-Sonntag „Barmherzigkeit: Größer als unser Herz“, am 16. Sonntag nach Trinitatis, mit einer Ausstellungseröffnung
  • Montag, 3. Oktober 2016 | 15:00 Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier. Predigt: Pfarrerin Andrea Richter.
  • Sonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Gottesdienst mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde.
  • Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche.