Fünf Fragen an: Anne Janssen, CDU-Kandidatin im Bundestagswahlkreis 26

Fünf Freitagsfragen an Anne Janssen, CDU-Kandidatin im Wahlkreis 26 für die Bundestagswahl 2021, über ihren eigenen Weg in die Politik, den Wahrheitsgehalt in sozialen Medien und die Bedeutung gemeinsamen Singens. Ein Interview im Rahmen des Rogate-Demokratieprojekts „FrieslandVisionen: Wie wollen wir morgen leben?“.

Anne Janssen (Bild: privat)

Anne Janssen wurde 1982 in Jever geboren. Sie lebt mit ihrem Mann, der eine Druckerei führt, und ihren drei Kindern in Wittmund. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Wittmunder Krankenhaus, hat sie in Oldenburg Lehramt studiert und ist nun Lehrerin an der Finkenburgschule in Wittmund. Besonders liegen ihr die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, die Perspektiven der Landwirtschaft, die regionale Wirtschaft, die örtlichen Bundeswehrstandorte, der Tourismus und die Situation von Familien am Herzen.

Rogate-Frage: Frau Janssen, was hat Sie motiviert, sich politisch zu engagieren und für den Deutschen Bundestag zu kandidieren?

Anne Janssen: Ich war schon immer politisch interessiert und habe meinem Mann in den letzten zehn Jahren den Rücken für seine politische Arbeit in der Kommunalpolitik freigehalten. Als dann im vergangenen Jahr die Corona-Pandemie aufkam und grade der Gesundheitsbereich und der Bereich der Bildung sehr stark in den Fokus rückten und wir alle miteinander feststellen mussten, dass es in unserem Land noch erhebliche Defizite gibt, habe ich gemeinsam mit meiner Familie entschieden, diesen Schritt zu gehen, da ich als Lehrerin und Krankenschwester für diese Bereiche auf Bundesebene aktiv werden möchte.

Rogate-Frage: Warum haben Sie sich für die CDU als Ihre Partei entschieden?

Anne Janssen: Weil die CDU als Volkspartei der Mitte für das steht, was mir wichtig ist: Christliche und demokratische Werte. Aber auch das Prinzip Fördern und Fordern ist mir als Lehrerin nicht unbekannt. Diejenigen weiterbringen und fordern, die Ideen für unser Land haben und uns mit ihrem Know-how nach vorne bringen. Auf der anderen Seite aber auch die nicht vergessen, die auf Hilfe und Unterstützung in bestimmten Lebenssituationen angewiesen sind.

Rogate-Frage: Sie nahmen als Interviewpartnerin einer Veranstaltung der „FrieslandVisionen“ teil. Wir nehmen die Frage auf: Wie wollen Sie, Frau Janssen, morgen leben?

Anne Janssen: In einer Welt, die jeden so annimmt, wie man ist. Völlig egal, welche politische Ausrichtung, welchen Glauben, welche schulische Bildung oder welche Definition von Familie man für sich wählt, so lange es mit unserem Demokratieverständnis in Einklang zu bringen ist. In einer Welt, die auf konstruktiven Dialog setzt und gemeinsame Ziele für die Zukunft unserer Erde verfolgt.

Wir können die Augen vor dem Klimawandel nicht verschließen, müssen aber auch die Wirtschaft handlungsfähig bleiben lassen. Jedem müssen alle Wege und Chancen offenstehen.

Rogate-Frage: Welche politischen Vorbilder haben Sie und wie bilden Sie sich Ihre Meinung?

Anne Janssen: Ein richtiges politisches Vorbild in dem Sinne habe ich nicht. Meine Kindheit und Jugend wurden aber maßgeblich durch Helmut Kohl geprägt. Er wurde 1982 Bundeskanzler, in dem Jahr wurde ich geboren und er begleitete mich damit die ersten 16 Jahre meines Lebens. Rückblickend hat Angela Merkel die letzten 16 Jahre meines Lebens begleitet. Dies zeigt auch welche Stabilität unsere Partei mit sich bringt. Ich informiere mich und bilde mir meine Meinung über die üblichen Kanäle, Printmedien oder Fernsehen.

Bei Socialmedia bin ich immer etwas vorsichtig, da oft nur schwer nachzuvollziehen ist, woher die Informationen stammen und welchen Wahrheitsgehalt sie haben. Da muss man immer sehr differenziert schauen. Ich diskutiere aber auch gern mit anderen und versuche andere Meinungen und Sichtweisen zu hören, einzuordnen und mit meinen Ansichten zu vergleichen.

Rogate-Frage: Was bedeuten Ihnen Religion, Glaube, Spiritualität und die Kirche?

Anne Janssen: Im Laufe meines Lebens haben diese Dinge immer mehr an Bedeutung gewonnen. Ich gehe inzwischen regelmäßig in die Kirche. Gerade das gemeinsame Singen und in der Stille bei sich sein zu können, geben mir Kraft für neue Aufgaben. Als Krankenschwester, aber auch im privaten Umfeld kam und komme ich in Situationen, in denen man Abschied nehmen muss und gerade hier hilft mir der Gedanke, dass die Menschen, die uns verlassen müssen, nicht allein „im Himmel“ sind.

In Gesprächen mit Kindern wird mir immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, seine Werte und seinen Glauben so in Worte zu fassen, das Kinder die Inhalte begreifen können. Das hilft auch mir, mir immer bewusst zu machen, was Religion und Glaube für mich sind und welche Bedeutung sie für mich haben.

Rogate: Vielen Dank, Frau Janssen, für das Gespräch!

Weitere Interviews in der Reihe Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de.


Mehr Informationen zum Demokratieprojekt „FrieslandVisionen: Wie wollen wir morgen leben?“ finden Sie hier.

Informationen zur Reihe „Wen wählen? Fünf Interviews zur Bundestagswahl 2021“ in der Lutherkirchengemeinde Wilhelmshaven (Juli/August 2021):

Mit der CDU-Wahlkreiskandidatin Anne Janssen startete am Donnerstag, 29. Juli, die Reihe „Wen wählen? Fünf Interviews zur Bundestagswahl 2021“ in der Lutherkirchengemeinde Wilhelmshaven. Veranstalter ist das Rogate-Kloster Sankt Michael mit seinem Demokratie-Programm „FrieslandVisionen: Wie wollen wir morgen leben?“.

Die Kandidierenden der im Bundestag vertretenden demokratischen Parteien aus dem Wahlkreis 26 sind zu einzelnen Rogate-Abenden eingeladen. Bis zum 26. August werden die jeweiligen Gäste durch Br. Franziskus in Form von Interviews über ihren Weg in die Politik, gesellschaftliche Vorstellungen und ethische Maßstäbe befragt.

Vor der Veranstaltung wird jeweils um 19:00 Uhr zu einem „Gebet für die Stadt“ in der Lutherkirche eingeladen.

Die noch folgenden Termine der Reihe:

Die „FrieslandVisionen“ werden bis Ende 2023 durch das Förder- und Qualifizierungsprogramm „MITEINANDER REDEN – Gespräche gestalten – Gemeinsam handeln“ für Akteur*innen in ländlichen Räumen durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

Jan-Marco Luczak: Grußwort zur Verleihung der Berliner Ehrennadel

Im vergangenen Jahr wurde Bruder Franziskus die „Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement“ zuerkannt. Pröpstin Christina-Maria Bammel (EKBO), die Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert (SPD) und Jan-Marco Luczak (CDU) sowie Prof. Markus Beckmann (2. Vorsitzender Rogate-Kloster) hatten ihn dafür vorgeschlagen.

Dr. Jan-Marco Luczak vor der Zwölf-Apostel-Kirche, in der die Feier begangen wurde. (Bild: Büro MdB Luczak)

Die Verleihung im Roten Rathaus fiel in Folge der Pandemie aus. Die Übergabe wurde gestern, Donnerstag, 27. Mai, in der Zwölf-Apostel-Kirche nachgeholt.

Anwesend waren u.a. Dr. Jan-Marco Luczak, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates der Zwölf-Apostel-Kirche, Carsten Schmdt, die Landespfarrerin für Spiritualität, Andrea Richter, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Gemeindeglieder der Zwölf-Apostel-Kirche und Mitglieder des Rogate-Klosters.

Dr. Jan-Marco Luczak sprach in der Feier ein Grußwort. Es wird hier dokumentiert:

Lieber Professor Beckmann, lieber Pfarrer Bornemann, 
vielen Dank für Ihre einleitenden Worte und ihre – wie immer – herzliche Gastfreundschaft. 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde und des Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin, 

Ein altes Sprichwort sagt, „der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an, und handelt“ und auch wenn sich die Gelehrten bis heute uneins darüber sind, welcher klugen Feder diese Zeilen wohl entsprungen sein mögen – die einen sagen Wolfgang Goethe, die anderen schreiben sie dem italienischen Dichter und Philosophen, Dante Alighieri, zu – so könnte doch die Aussage für unseren heutigen Ehrenträger, für Sie, lieber Bruder Franziskus, kaum trefflicher sein.

Denn Abwarten, das ist wahrlich nicht Ihre Stärke. Im Gegenteil, Sie packen an. Sie Handeln. 

Seit Jahren setzen Sie sich in Schöneberg und weit darüber hinaus unermüdlich für notleidende Menschen, für Toleranz und Offenheit sowie für die Verständigung über Kulturgrenzen hinweg ein. 
Hervorheben möchte ich dabei beispielhaft ganz besonders Ihr Engagement und Einsatz für die queeren Menschen in unserer Stadt. 

Der von Ihnen ins Leben gerufene ökumenische Gottesdienst zum alljährlichen schwul-lesbischen Stadtfest in Berlin – dem größten seiner Art in ganz Europa – ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Festprogramms geworden, der weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt ist und international große Anerkennung findet. 

Er ist zu einem Sinnbild für Toleranz und Offenheit geworden. Zu einem Ort, wo Vielfalt über Grenzen hinweg verbindet und nicht spaltet. Viele Menschen haben Sie damit, lieber Bruder Franziskus, auch dem Glauben und der Kirche wieder näher gebracht. 

Im vergangenen Jahr, dem Jahr Ihrer Auszeichnung mit der Berliner Ehrennadel, konnten wir bereits das zehnjährige Bestehen dieses wohl einzigartigen Gottesdienstes begehen – wenngleich pandemiebedingt auch hier anders, als wir uns das alle gewünscht hätten. 

Lassen Sie mich daher heute die Gelegenheit ergreifen, Ihnen auch dafür noch einmal persönlich meine Anerkennung und meinen Dank auszusprechen. 

Ich hoffe und wünsche mir, dass wir auch diesen Gottesdienst bald alle wieder gemeinsam zusammen begehen und ein Fest voller Nächstenliebe und Vielfalt feiern können. 

Lieber Bruder Franziskus, ich weiß aber auch um Ihre Bescheidenheit. Ihr Antrieb ist nicht das Rampenlicht, sondern die Liebe zu den Menschen. Für Sie ist Handeln und Helfen keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit. 

Ich bin dankbar, dass es Menschen wie Sie, Bruder Franziskus, in unserer Stadt gibt. 
Mit Ihrer Arbeit tragen Sie dazu bei, dass unsere Welt jeden Tag ein bisschen besser wird. 

Sie versöhnen, trösten und verbinden, Sie geben Hoffnung und Zuversicht über alle gesellschaftlichen, konfessionellen und kulturellen Grenzen hinweg. 
Damit sind Sie ein leuchtendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement, ohne das unsere Gesellschaft so viel ärmer wäre. 

Am heutigen Abend stehen Sie damit zu Recht im Rampenlicht. Sie haben unseren Dank und unsere Anerkennung mehr als verdient. 
Die Berliner Ehrennadel ist Ausdruck der Wertschätzung aller Berlinerinnen und Berliner für Ihre Arbeit und Ihre Person. Sie können Sie mit Stolz tragen. 

Lieber Bruder Franziskus, Ich freue mich auf viele weitere gemeinsame Projekte und Veranstaltungen mit Ihnen in den kommenden Jahren. 
Denn gerade die vergangenen Monate haben uns eines gelehrt, wir können die Welt ändern, wenn wir alle gemeinsam anpacken und handeln.

MdB Dr. Jan-Marco Luczak

Tag des Ehrenamtes: Verleihung der Berliner Ehrennadel an Br. Franziskus

Zum morgigen Tag des Ehrenamtes (5. Dezember), ist von der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales bekannt gegeben worden, dass Bruder Franziskus vom Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin mit der „Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement“ ausgezeichnet wird. 

Bundestagsabgeordneter Dr. Jan-Marco Luczak, Tempelhof-Schöneberg, hatte sich neben weiteren Persönlichkeiten aus Kirche, Wissenschaft und Politik für den Vorschlag zur Verleihung der Berliner Ehrennadel an Bruder Franziskus eingesetzt.

MdB Jan-Marco Luczak (Bild: Yves Sucksdorff)

„Ich gratuliere Bruder Franziskus sehr herzlich zur Verleihung der Berliner Ehrennadel. Die Auszeichnung ist hochverdient, Bruder Franziskus setzt sich seit vielen Jahren unermüdlich für notleidende Menschen, für Toleranz und Offenheit sowie interkulturelle Verständigung in unserer Stadt ein. 

In der Nachbarschaft in Schöneberg ist er tief verwurzelt und hat sich von Beginn an ganz besonders auch für die LGBTIQ-Community engagiert. Der von ihm ins Leben gerufene ökumenische Gottesdienst zum schwul-lesbischen Stadtfest ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Festprogramms geworden, der weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt ist und international Anerkennung findet. Auch zu den vielen fremdsprachigen Gemeinden in unserer Stadt pflegt Bruder Franziskus ein enges Verhältnis. Ihnen stand er insbesondere nach Katastrophen und Anschlägen seelsorgerisch zur Seite. 

Ich bin dankbar, dass es Menschen wie Bruder Franziskus in meinem Wahlkreis gibt. Mit seiner Arbeit und seinem Einsatz trägt er dazu bei, dass unserer Welt jeden Tag ein bisschen besser wird. Damit ist er ein leuchtendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement, ohne das unsere Gesellschaft so viel ärmer wäre. Die Verleihung der Berliner Ehrennadel an Bruder Franziskus habe ich gern unterstützt, sie ist ein besonders schönes Zeichen des Dankes und der Wertschätzung.“

Dr. Jan-Marco Luczak, Bundestagsabgeordneter, Tempelhof-Schöneberg

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von MdB Dr. Jan-Marco Luczak

Liebe CSD-Community, liebe Freunde und Wegbegleiter des Rogate-Klosters, lieber Bruder Franziskus,

in diesem Jahr ist alles ein wenig anders, aber anders sein ist – wie ich finde –  völlig OK. Um Anderssein, um Vielfalt und dessen Akzeptanz und das gemeinsame Kennenlernen des Anderen wäre es beim diesjährigen 28. schwul-lesbischen Stadtfest in Berlin gegangen.

Bis heute hat sich das Fest zu einem der größten Pride-Straßenfeste in Europa etabliert. Jedes Jahr lockt es rund 350.000 Besucher aus der ganzen Welt an. Das ist ein starkes Signal für Offenheit und Toleranz.

Es zeigt, dass buntes vielfältiges Leben – wofür Berlin und insbesondere Schöneberg steht – etwas Wunderbares ist und dass man friedlich gemeinsam miteinander feiern kann. Vielfalt macht unsere Welt interessanter, bunter, lebendiger und spannender. Vielfalt bereichert.

Leider sehen das immer noch nicht alle so. Erst im vergangenen Monat mussten wir in Berlin miterleben, dass es bei einer Pride-Demo wieder zu homophoben Übergriffen und Beleidigungen gekommen ist. Deswegen ist es so wichtig, dass wir immer wieder ein Zeichen für die Vielfalt, für Offenheit, für Akzeptanz und Toleranz setzen.

Der ökumenische Gottesdienst, traditionell zur Eröffnung des schwul-lesbischen Stadtfestes, das ist ein solches, starkes Zeichen, welches wir in die Gesellschaft hinaustragen. An diesem Gottesdienst beteiligen sich Intersexuelle, Baptisten, Lesben, Lutheraner, Schwule, römische und Alt-Katholiken, Bisexuelle, Reformierte, Queere, Ordensleute, Trans*, Mitglieder aus fremdsprachigen Gemeinden, und viele viele mehr ….

Ich finde, gerade das ist ein Sinnbild für Vielfalt, Toleranz und Offenheit, die wir leben und lieben. Und heute, vor fast genau zehn Jahren, wurde dieses konfessionsübergreifende Projekt, dieser ökumenische Gottesdienst, vom Rogate-Kloster ins Leben gerufen. Das hat, wie ich weiß, viel Kraft und auch viel Mut gekostet.

Es mussten viele Widerstände überwunden werden, denn gerade in traditionell geprägten Lebensbereichen wie der Religion treffen Veränderungen und Anderssein nicht immer sofort auf fruchtbaren Boden.

Sie, lieber Bruder Franziskus, Sie waren der Spiritus Rector des Ganzen. Sie haben mit viel Mut, mit viel Leidenschaft, diese Widerstände, die es gab, überwunden.

Sie haben für Akzeptanz und Toleranz gekämpft und sich konsequent gegen Homo- und Transphobie eingesetzt. Ihr Mut und ihr Engagement haben viel bewegt. Sie haben den ökumenischen Gottesdienst zu dem gemacht, was er heute ist: Ein treuer und fester Wegbegleiter des Stadtfestes. Einen Ort, wo Vielfalt über viele Grenzen hinweg verbindet und nicht spaltet.

Dafür möchte ich Ihnen danken und meine tiefe Anerkennung aussprechen. Dieser ökumenische Gottesdienst schafft jedes Jahr aufs Neue einen ganz besonderen Ort der Harmonie, des Zusammenseins und des Dazugehörens. Einen Ort, wo Vielfalt über viele Grenzen hinweg verbindet und nicht spaltet.

Wir werden ihn in diesem Jahr – zum zehnjährigen Jubiläum – ganz besonders vermissen, aber keinesfalls vergessen. Wir werden die wichtige Botschaft, die von ihm ausgeht, diese Botschaft von Toleranz, von Offenheit und christlicher Nächstenliebe auch weiter gemeinsam nach außen tragen, bis wir im nächsten Jahr hoffentlich wieder zusammenkommen können und auch wieder gemeinsam Andacht halten, beten, singen und ein Fest voller Nächstenliebe und Vielfalt feiern können.

In diesem Sinne, meinen herzlichen Dank, bleiben Sie gesund und auf bald,

Ihr Jan-Marco Luczak, Mitglied des Deutschen Bundestages, CDU

Rogate-Gottesdiensttradition: Ein Beispiel aus dem Jahr 2011.

Angesichts der Corona-Pandemie können wir leider keine verlässlichen Angaben machen, wann wir wieder zu Rogate-Gottesdiensten und Veranstaltungen einladen können.

Eine Auswahl der geplanten Rogate-Termine:

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort Lesben und Schwule in der Union Berlin (LSU)

Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr. Durch die Corona-Pandemie können wir am Wochenende leider nicht das 28. Lesbisch-schwule Stadtfest gemeinsam feiern. Auch der festliche Eröffnungsgottesdienst kann diesmal nicht stattfinden. Die schweren wirtschaftlichen Folgen für das bunte Leben unserer Stadt spüren in diesen Monaten besonders die Bars, die Restaurants und Clubs auch im Regenbogenkiez rund um den Nollendorfplatz.

Mario Röllig, Landesvorsitzender der LSU Berlin (Bild.privat)

Trotzdem sind viele von uns enger zusammengerückt, unterstützen sich, sprechen anderen Mut zu. Ich selbst habe viel Solidarität in der Community erlebt. Auch innerhalb unseres Teams der LSU Berlin waren wir einerseits traurig, dass wir unsere Pläne für die Pride Weeks in diesem Jahr nicht so umsetzen konnten, wie erhofft. Andererseits nutzten wir so die Zeit, neue technische Möglichkeiten der Kommunikation und des persönlichen Austausches auszutesten. Viele Ideen sind entstanden und wurden von uns umgesetzt, um unseren Mitgliedern, unseren Freunden und der LGBTIQ-Community unter diesen veränderten Bedingungen zu zeigen, wir sind für Euch da. Wir bewegen etwas. Wir sind sichtbar.

Nein, einsam oder eingesperrt fühlte ich mich in dieser Zeit überhaupt nicht. Meine freiheitlichen Grundrechte fand ich auch nicht eingeschränkt, oder außer Kraft gesetzt vom Staat, wie dies so manche Aluhütchenträger lautstark in den letzten Monaten äußerten.

Vor genau 33 Jahren war dies ganz anders. Ich war 19, total verliebt in einen Mann in West-Berlin. Meine erste große Liebe, für die ich alles riskierte. In diesem heißen Sommer 1987 saß ich nach einem misslungenen Fluchtversuch in Einzelhaft im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen in Ost-Berlin. Völlig rechtlos, mit der großen Angst, dort nie wieder rauszukommen. Ich wurde gedemütigt, schikaniert und psychisch gefoltert, nur weil ich schwul war und nicht davon abzubringen zu meinem Freund in den Westen zu wollen. Das war mein Verbrechen. Hinter in der Ausweglosigkeit dieser Mauern hatte ich aber auch den festen Willen, mich nicht brechen zu lassen und wenn ich dort raus komme, immer aufrecht zu bleiben. Und ich hatte Glück. Durch den Einsatz meiner Eltern und Freunde bekam ich die Chance für ein neues Leben, den Neuanfang im Westen. Damals, als ich im März 1988 im Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde als Flüchtling aus der DDR ankam, mit einer kleinen Tasche mit dem Allernötigsten drin, fühlte ich mich willkommen. Ich war sogar ein Held. Denn in dieser Zeit kamen nur wenige Flüchtlinge von drüben an.

Ich sprach die selbe Sprache, der wichtigste Schritt für die Integration. Sofort bekam ich meinen ersten West-Berliner Reisepass, wurde in der Krankenkasse aufgenommen und beim Arbeitsamt registriert. Mein erstes Bankkonto konnte ich bei der Berliner Sparkasse eröffnen. Und schon sechs Wochen später bekam ich meinen ersten richtigen Job als Kellner in der Bristol-Bar im Hotel Kempinski am Ku-Damm. Trotz der Wohnungsnot, erhielt ich ganz selbstverständlich mit einem Wohnberechtigungsschein ein Jahr später meine erste Wohnung in der Feurigstraße in Berlin-Schöneberg.

All das, was ich gerade aufzählte ist für geflüchtete Menschen heute in Berlin ungleich schwerer. Schon allein durch das langwierige komplizierte Asylverfahren. Gerade für LGBTIQ+Menschen, die aus Ländern bei uns Zuflucht suchen, in denen sie wegen ihrer Sexualität verfolgt werden, die sich dort für Menschenrechte eingesetzt haben, sind diese Verfahren besonders entwürdigend, bis sie hier endlich ankommen können. Auch diese Menschen bereichern unsere vielfältige Stadt und unsere bunte Community. Dies wird all zu oft vergessen.

Ich erinnere mich noch ganz genau an die Zugfahrt, als ich aus der DDR nachts über die Grenze in die Freiheit fuhr. Das war der schönste Moment in meinem Leben. Dieses Gefühl, endlich raus, endlich ein selbstbestimmtes Leben. Das werde ich nie vergessen.

Diese Möglichkeiten, die ich damals hatte, wünsche ich auch heute jedem Menschen, der in Berlin neu beginnen will. Ich bin stolz darauf, dass auch die Kirchen hierbei mit ihrer humanitären Unterstützung einen deutlichen Standpunkt einnehmen.

Trotz vieler Erfolge in der Gleichstellung, ist das gesellschaftliche Klima gegen queere Menschen in den letzten Jahren wieder rauher geworden. Nicht nur in unserer Stadt Berlin und in Deutschland. Auch vielen anderen Ländern. Wir als LSU setzen uns gegen Intoleranz, Diskriminierung, Ausgrenzung und Hassgewalt ein. Uns ist es wichtig, dass unsere Community heute mehr denn je gemeinsam die Stimme gegen LGBT-freie Zonen in Polen erhebt, gegen die Diskriminierung von trans- und intergeschlechtlichen Menschen in Ungarn, gegen die staatlich gelenkte Homophobie in Russland, oder gegen die Verfolgung von queeren Aktivisten in Kuba. Um all unsere Forderungen deutlich zu machen und eben nicht nur zu feiern, dient seit 28 Jahren die starke Sichtbarkeit unserer Community mit dem lesbisch-schwulen Stadtfest. Und seit Stonewall vor 51 Jahren auch mit dem CSD.

Gerade das Rogate-Kloster leistet mit seiner Arbeit, insbesondere in seiner schönen Tradition des Eröffnungsgottesdienstes zum Stadtfest, einen wertvollen Beitrag zu dieser Sichtbarkeit  und zur Akzeptanz von LGBTIQ in der christlichen Ökumene. Auch gegen den Widerstand von Fundamentalisten und manchen Amtsträgern, die noch immer gegen queere Lebensentwürfe Mauern in ihren Köpfen haben. Dies verdient unser aller Respekt.

Das Motto in diesem Jahr wäre eigentlich gewesen: „Wenn ich ein Engel wäre, dann…“ 

Dann würde ich durch Austausch und Dialog diese Mauern von Vorurteilen und Hass in unserer Gesellschaft überwinden. Als Mensch schaffe ich dies nicht immer. Trotzdem versuche ich jeden Tag mit meiner festen Überzeugung von einer besseren Welt solche Mauern abzubauen.

In diesem Sinn freue ich mich auf einen wunderbaren Eröffnungsgottesdienst und auf ein riesengroßes buntes lautes Regenbogen-Stadtfest im nächsten Jahr.

Mario Röllig, Vorsitzender Lesben und Schwule in der Union, Landesverband Berlin

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Die nächsten (geplanten) Rogate-Termine finden Sie hier:

  • Freitag, 17. Juli 2020| 19:00 Uhr, Mitgliederversammlung Förderverein Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin e.V., Tops u.a. Nachwahl Kassenprüfer/in und Satzungsänderung
  • Donnerstag, 23. Juli 2020| 20:00 Uhr, Mitgliederversammlung Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin e.V., Tops u.a. Nachwahlen Vorstand
  • Donnerstag, 27. August 2020| 19:00 Uhr, „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“. Ort: Walter-Spitta-Haus, Lange Straße 60, 26434 Hooksiel.

Politikerkanzel am Mittwoch mit Wissenschaftsminister Björn Thümler

Am Mittwoch ist der Minister für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen, Björn Thümler, Redner in der Wilhelmshavener Reihe „Politikerkanzel: Was mich treibt“ in der Banter Kirche.

Er will sprechen über seine Motivation und über Psalm 46, mit dem er persönlich einiges verbindet: „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.“ (Ps 46:2) . Thümler: „Zur Politik gekommen bin ich, weil ich mich früh für aktuelle politische wie auch für geschichtliche Themen interessiert habe. Und weil ich mich gern für Andere einsetze.“ Auch der Choral „Wachet auf ruft uns die Stimme“ wird Thema in der Andacht werden und zu hören sein.

Minister Björn Thümler (Bild: bjoern-thuemler.de)

Kreispfarrer Christian Scheuer und Bruder Franziskus leiten den Gottesdienst der um 19:00 Uhr beginnt. Die Orgel spielt Stadtkantor Markus Nitt. Lektorinnen sind Ingrid Klebingat und Petra Meyer-Machtemes.

Die Politikerkanzel ist ein Gemeinschaftsprojekt des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Friesland-Wilhelmshaven, des Rogate-Klosters Sankt Michael am Standort Wilhelmshaven und des Demokratieprojekts „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“. Die Kirchengemeinde Bant stellt den Veranstaltern die Nutzung von Kirche und Gemeindehaus für die Reihe zur Verfügung.

Informationen: Politikerkanzel.de

Die weiteren Termine der Reihe:

  • Mittwoch, 14. August 2019|19:00 Uhr, Politikerkanzel: „Was mich treibt?“ mit Bundespräsident a.D. Christian Wulff. Lektor*innen: Heide Grünefeld und Klaus Lücken. Orgel: Stadtkantor Markus Nitt.
  • Mittwoch, 21. August 2019|19:00 Uhr, Politikerkanzel: „Was mich treibt?“ mit der Präsidentin des Niedersächsischen Landtages, Dr. Gabriele Andretta (SPD). Lektor*innen: Ingrid Klebingat und Carsten Feist. Orgel: Stadtkantor Markus Nitt.
  • Mittwoch, 28. August 2019|19:00 Uhr, Politikerkanzel: „Was mich treibt?“ mit Bundestagsabgeordneter Katja Keul (Bündnis 90/Die Grünen). Lektoren: N.N. und Uta Willers-Urban. Orgel: Stadtkantor Markus Nitt.
  • Mittwoch, 4. September 2019|19:00 Uhr, Politikerkanzel: „Was mich treibt?“ mit Ratsherr Dr. Michael von Teichman (FDP). Orgel: Stadtkantor Markus Nitt. Lektor*innen: Florian Wiese und Hilke Schwarting-Boer.
  • Mittwoch, 11. September 2019|19:00 Uhr, Politikerkanzel: „Was mich treibt?“ mit Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil (SPD-Generalsekretär). Liturgie: Bischof Matthias Ring, Bonn. und Br. Franziskus. Lektor*innen: Ingrid Klebingat und Carsten Feist. Orgel: Stadtkantor Markus Nitt.

Fünf Fragen an: Die Kandidatinnen und Kandidaten zur Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 81 Tempelhof-Schöneberg

2017 09 21 Kandidaten WK Tempelhof SchönebergFünf Freitagsfragen an die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises 81 (Tempelhof-Schöneberg), Mechthild Rawert, Dr. Alexander King, Renate Künast, Dr. Lothar Mundt, Jan-Marco Luczak und Alexander Spies, zur Bundestagswahl 2017 über die persönliche Motivation zum politischen Engagement, die Entscheidung für die eigene Partei und gute Erfahrungen im Wahlkampf.

Mechthild Rawert, 1985 bis 1986 sozialpädagogische Fortbildungsstätte Haus am Rupenhorn, 1986 bis 1991 Projektleiterin, anschließend Geschäftsführerin beim Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Berlin, 1991 bis 1996 BBJ Consult e. V., 1996 bis 2002 zukunft im zentrum, 2002 bis 2004 Projektmanagerin, 2003 Deutscher Frauenrat e. V., 2004 bis 2005 Zentrale Frauenbeauftragte der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Seit 2005 Mitglied im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestags, seit 2009 Sprecherin der Landesgruppe Berlin der SPD-Bundestagsfraktion, seit 2014 stv. Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats.

Renate Künast, MdB und Rechtsanwältin, wurde in Recklinghausen/NRW geboren. Sie studierte Sozialarbeit und arbeitete als Sozialarbeiterin in einer Berliner Justizvollzugsanstalt. Später studierte sie Jura und schloss das Studium 1985 als Volljuristin ab.

Der Westberliner Alternativen Liste trat sie 1979 bei. Von 1985-1987 und 1989-2000 war sie Mitglied der Berliner Abgeordnetenhausfraktion, sowohl als Fraktionsvorsitzende als auch als rechtspolitische Sprecherin. Von Juni 2000 bis März 2001 war Renate Künast Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Von Januar 2001 bis zum 4. Oktober 2005 war sie Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Von Oktober 2005 – Oktober 2013 war sie Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Seit 2014 ist sie Vorsitzende des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz im Deutschen Bundestag.

Alexander King, geb. 1969, ist in Tübingen aufgewachsen und lebt seit 16 Jahren in Schöneberg. Er ist Diplomgeograph und arbeitet seit acht Jahren als Referent für Entwicklungspolitik (2009 bis 2015) bzw. Außenpolitik (seit 2015) für die Linksfraktion im Bundestag. King ist Bezirksvorsitzender der LINKEN in Tempelhof-Schöneberg.

Dr. Lothar Mundt: Geboren 1940 in Berlin; 1959-1965 Studium der Germanistik und Geschichte an der FU Berlin (Staatsexamen); Promotion in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft 1982 an der TU Berlin. – Ab 1968 tätig als Lektor in einem Schulbuchverlag in Frankfurt a.M., ab 1986 bis zum Ruhestand (Ende 2005) als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Deutsche Philologie der FU Berlin; danach freiberuflich tätig. Seit Oktober 2016 Mitglied der Fraktion der AfD in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg.

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MdB Jan-Marco Luczak (Bild: Yves Sucksdorff)

Jan-Marco Luczak, MdB, ist seit 2009 der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Tempelhof-Schöneberg. Der 1975 in Berlin-Lichtenrade geborene Rechtsanwalt ist Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Dort kämpft er für bezahlbare Mieten, einen besseren Schutz vor Einbrechern und effektivere Strafverfolgung durch Videoüberwachung. Als moderner Konservativer tritt er für eine offene und tolerante Gesellschaft ein und hat für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gekämpft.

Alexander Spies, Softwareentwickler. Bis Oktober 2016 war er Mitglied des Abgeordnetenhaus von Berlin und Fraktionsvorsitzender der Piratenfraktion.

Rogate-Frage: Was hat Sie persönlich in die Politik und das politische Engagement getrieben?

Mechthild Rawert: Sich engagieren für die Gemeinschaft ist ein Muss – so wurde ich erzogen. Nach einigen aktiven Jahren in der Jugendverbands- und in der Hochschularbeit, später dann in der Gewerkschaft und in Frauenverbänden wollte ich in eine Partei, um insbesondere in der Frauen- und Gleichstellungspolitik sowie in der Teilhabepolitik wirksam etwas zum Besseren zu bewegen.

Fakt ist doch: Es gab und gibt viel soziale Ungleichheit, die es abzubauen gilt. So auch weiterhin beim Thema Geschlechtergerechtigkeit: Die Situation von Frauen hat sich in den letzten 15 Jahren verbessert, junge Frauen und Männer denken vielfach, die Gleichstellung ist erreicht. Dem ist aber nicht so: Der Gender Pay Gap liegt bei 21 Prozent, der Gender Pension Gap und der Gender Care Gap liegt bei über 50 Prozent. Das heißt: Mag sich formal vieles verbessert haben, im Alltag sind die Verwirklichungschancen der Lebensträume von Frauen immer noch sehr viel geringer als die der Männer – sowohl hinsichtlich ihrer eigenen beruflichen Karriereentwicklungen, ihrer Vorstellungen von partnerschaftlicher Erziehungsarbeit u.v.m. Es gibt nach wie vor strukturelle Diskriminierungen, gegen die ich ankämpfe: als Bürgerin und als Politikerin.

Mein politisches Engagement für die Geschlechtergerechtigkeit hat mich selbst auch weiterentwickelt. Heute verstehe ich Geschlechtergerechtigkeit sehr viel umfassender: Es geht um eine grundlegende Chancengleichheit unabhängig von der sexuellen Identität und der sexuellen Orientierung.

Renate Künast: Ich hatte viele Gründe, mich für diesen Weg zu entscheiden. Als Mädchen musste ich darum kämpfen, mehr als die Hauptschule besuchen zu dürfen. Nach meinem Realschulabschluss habe ich dafür gekämpft auch die Fachhochschule zu besuchen und schließlich Soziale Arbeit studiert. Ich wollte ein anderes Leben führen, als die Mädchen und Frauen aus meiner Familie. Während meines Studiums Ende der 70er Jahre habe ich dann die Auseinandersetzung um Klima, Energie und Atom mitbekommen sowie den Kampf um Finanzen und Wirtschaftsmacht, in mein erstes Semester fiel auch der Putsch in Chile. Das alles hat mich bewegt und ich stellte mir die Frage, reicht es Einzelnen zu helfen (zu therapieren)  oder kann ich mehr tun? Also habe ich mich Anfang der 80er Jahre für ein Jurastudium entschieden, denn Gesetze sind Ausdruck von Machtverhältnissen und Lobbypolitik. Und ich wollte, dass sich etwas ändert! Denn ob wir unsere Lebensgrundlagen erhalten, es ökologische Landwirtschaft oder echten Verbraucherschutz gibt, ist auch eine Folge der richtigen Gesetze.

Dr. Alexander King: Als es Anfang der 90er Jahre zu schlimmen Ausschreitungen gegen Flüchtlinge kam, reagierten Union und SPD darauf ausgerechnet mit der Einschränkung des Grundrechts auf Asyl. Für mich, der ich mich damals in der Flüchtlingshilfe engagiert habe, war das genau die falsche Antwort. Mir ist bewusst geworden, dass mir zivilgesellschaftliches Engagement alleine nicht ausreicht, sondern dass ich mich auch für andere Mehrheiten im Parlament einsetzen möchte, um andere politische Weichen stellen zu können. Ich bin froh, dass DIE LINKE – leider als einzige Partei – bis heute alle Einschränkungen des Asylrechts abgelehnt hat.

Dr. Lothar Mundt: Die EURO- und die Migrationskrise und die hiermit zusammenhängende verantwortungslose Poltik der Bundesregierung.

Jan-Marco Luczak: Mir war immer schon wichtig, nicht nur den Blick auf sich selbst zu richten, sondern auch einmal rechts und links zu schauen, wo man sich einbringen kann, wo es gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen gilt. Deswegen engagiere ich mich politisch.

Alexander Spies: Seit meiner Jugend interessiere ich mich für Politik und engagiere mich für Themen wie die Europäische Einigung, Frieden und Sicherheit, Bürgerrechte, soziale Teilhabe, Migration und nachhaltiges Wirtschaften. Parteien habe ich dabei gemieden, da sie zwar notwendig aber in der Regel voller Übel sind. Die nachlassende Qualität der Parteipolitik und die fast totale Ignoranz der im Palament vertretenen Parteien für die wichtigsten Zukunftsfragen sind allderdings eine Herausforderung, der ich mich stellen musste.

Rogate-Frage: Warum haben Sie sich für die Partei entschieden, für die Sie nun kandidieren?

Mechthild Rawert: Mit meinem Eintritt in die SPD Ende 1987 wollte und will ich etwas leisten für eine lebendige Demokratie und eine starke Bürger*innengesellschaft, die sich den sozialen Zusammenhalt und Chancengleichheit für alle auf die Fahne schreibt. Werte der Demokratie haben Vorrang vor den Interessen der Wirtschaft.

Der SPD-Kanzlerkandidat Johannes Rau verlor, die Regierungsmehrheit von Schwarz-Gelb unter Kanzler Helmut Kohl wurde bei der Bundestagswahl im Januar 1987 erneut bestätigt. Mir passte die von Helmut Kohl eingeschlagene Richtung der „geistig-moralischen Wende“ überhaupt nicht, da sie der dringend notwendigen gesellschaftlichen Modernisierung eine Absage erteilte. In meinem persönlichen Umfeld gab es viele Sozialdemokrat*innen, die diese Haltung ebenfalls einnahmen. Es musste etwas geschehen, ich musste etwas machen: Nach jahrelangem zivilgesellschaftlichen Engagement wollte ich mit meinem Parteieintritt „ins System“ der parlamentarischen Demokratie, um für gesellschaftspolitische Veränderungen zu streiten. Zur Realisierung von Zielen gehört Überzeugung und vor allem die Bündelung von Mehrheiten. Mit der Berliner SPD kämpfe ich für den gesellschaftlichen Fortschritt. Ich war immer links organisiert und bin eine der SprecherInnen der Berliner Linken.

Mitglied einer Volkspartei, die auf eine lange und politisch wirksame und ehrenvolle Geschichte zurückblicken konnte, gefiel und gefällt mir. Ich teile die Grundwerte der SPD: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität. In einer Volkspartei sind viele verschiedene Menschen – und diese unterschiedlichen Lebenssituationen interessier(t)en mich. Der differenzierte Aufbau der SPD in Ortsvereinen/Abteilungen und in Arbeitsgemeinschaften gefiel und gefällt mir. Ich wollte und will mich nicht nur einer homogenen „Blase“ bewegen. Mitglied einer Partei zu sein, die sich für ein Europa der Solidarität und des Friedens einsetzt, für eine moderne weltoffene Gesellschaft in der – aus heutiger Sicht „alten“ – Bundesrepublik war und ist mir wichtig. Und da bin ich in der SPD nach wie vor richtig.

Renate Künast: Für wen denn sonst? Für mich waren und sind Bündnis 90/Die Grünen die Partei, die Fragen nach den großen Themen wie Klimaschutz, Gleichstellung und Energiewende, globale Fairness. Wir denken nicht nur in einer Wahlperiode oder einem Jahrzehnt, sondern wir wollen unsere Zukunft gestalten.

Also denken wir darüber nach, holen Wissen zusammen, wie man ökologisch und ressourcenschonend transportieren und produzieren kann. Wir fragen, wie sich eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen ernährt und sich die Erde trotzdem regenerieren kann. Wir haben Visionen, Mut und Beharrlichkeit, von Atomausstieg bis Ehe für Alle. Und jetzt geht es am Sonntag bei der Wahl um eine Richtungsentscheidung. Nutzen wir die Chancen gegen den Klimawandel noch? Ich sage: Darum Grün.

Dr. Alexander King: 1998 trat ich in die PDS als Vorgängerpartei der LINKEN ein. Damals zeichnete sich bereits ab, dass es bald zum Krieg gegen Jugoslawien, dem ersten deutschen Angriffskrieg nach dem Zweiten Weltkrieg, kommen würde. Und tatsächlich bombardierte die Bundeswehr gemeinsam mit anderen Armeen im Frühjahr 1999 Belgrad. SPD und Grüne stellten damals die Bundesregierung und hatten auch den Eintritt Deutschlands in den Krieg in Afghanistan 2001 zu verantworten. Ich habe mich als aktives Mitglied der Friedensbewegung gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr engagiert.
Mit der Agenda 2010 setzte während der Regierungszeit von SPD und Grünen in Deutschland eine bis dahin ungekannte Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben und von der öffentlichen Hand in wenige private Hände ein. Im Ergebnis dieser Politik sind heute Millionen Menschen von Altersarmut bedroht. Auf der anderen Seite ist riesiger privater Reichtum entstanden. Im internationalen Vergleich weist Deutschland eine überdurchschnittliche große Ungleichverteilung von Vermögen und Einkommen auf. Diese Umverteilung umzukehren – darin liegt heute die zentrale Herausforderung. Und da hat nur DIE LINKE den Mut und die Konzepte, sich mit den Mächtigen anzulegen.

Dr. Lothar Mundt: Hierzu zitiere ich einen Passus aus meiner Bewerbungsrede zur Direktkandidatur in meinem Wahlkreis: Ich begrüßte in der AfD von Anfang an die dringend notwendige politische Kraft, von der sich die Bewahrung oder vielmehr Wiederherstellung bürgerlicher Freiheit und Demokratie erhoffen ließ, die ich schon seit langem in hohem Maße durch das Wirken des überkommenen, nur noch auf eigenen Machterhalt ausgerichteten, faktisch ohne parlamentarische Opposition kartellmäßig agierenden und die laufenden Rechtsbrüche der Merkel-Regierung schweigend hinnehmenden Parteienblocks gefährdet sah. Tatsächlich ist unsere Partei heute die einzige ernst zu nehmende politische Opposition gegenüber den mehr oder weniger auf ein rot-grün eingefärbtes bürgerfeindliches Ideologiekonglomerat eingeschworenen Altparteien und somit die einzige politische Kraft, die entschieden eintritt gegen Kollektivismus, Gleichmacherei, Staatsgläubigkeit, ideologische Bevormundung, Umerziehung und Gesinnungsdiktatur – ebenso auch gegen die starken Tendenzen zu sozialistischer Umverteilung, planwirtschaftlicher Staatsintervention und Aufgabe nationaler, demokratisch fundierter Souveränitätsrechte zugunsten eines demokratisch nicht legitimierten europäischen Zentralstaats.

Jan-Marco Luczak: Die CDU ist die Partei, die Freiheit und Sicherheit auf Grundlage des christlichen Menschenbildes in Ausgleich bringt. Deshalb engagiere ich mich für die CDU.

Alexander Spies: Als ich in meinem Umfeld auf die Piratenpartei aufmerksam wurde, gefiel mir vor allem ihre internationale Ausrichtung und die Hinwendung zu Zukunftsthemen. Es war mir aber klar: Es kann keine Partei geben ohne den Ärger mit der Partei. Da der Weg zu Mandaten in den Parlamenten nun einmal Parteien voraussetzt, ist dieser Ärger unvermeidlich. In der Piratenpartei wird trotz vieler Rückschläge unvermindert nach neuen Wegen aus diesem Dilemma gesucht, das spornt mich an.

Rogate-Frage: Was macht Ihnen Hoffnung und welche politischen Vorbilder haben Sie?

Mechthild Rawert: Viele der neu eingetretenen SPD-Mitglieder jeden Alters wollen sich aktiv engagieren für die Stärkung unserer Demokratie, Menschenrechte und unseres Rechtsstaates. Der immer lauter werdende Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, die Wahl von Donald Trump oder der Brexit werden als Warnsignale verstanden. Politische Vorbilder sind für mich weniger berühmte Persönlichkeiten als die vielen „Held*innen des Alltags“.

Renate Künast: Ich habe verschiedene Menschen für Ihre Gradlinigkeit und die Umsetzung ihrer Werte bewundert. Das waren meine Grundschullehrerin Frau Verstege, die großartige Hildegard Hamm-Brücher und nicht zuletzt Petra Kelly.

Dr. Alexander King: Hoffnung macht mir, dass die neoliberalen Glaubenssätze nicht mehr einfach so hingenommen werden, dass immer mehr Menschen den Sinn der Agenda 2010 in Frage stellen und die dahinter liegenden Interessen erkennen. Hoffnung macht mir, ganz allgemein gesprochen, dass sich Menschen immer solidarisch organisiert haben und dies immer tun werden: in Gewerkschaften, in politischen Parteien, in ihrer Nachbarschaft, z.B. vor zwei Jahren, als dass viele Menschen in der Flüchtlingskrise ehrenamtlich geholfen haben. Auch wenn ehrenamtliches Engagement falsche Politik oder staatliche Untätigkeit nicht ausgleichen kann, ist es doch ein Ausdruck hervorragender menschlicher Eigenschaften und der Fähigkeit, sich als Teil der Gemeinschaft zu begreifen. Menschen, die das zum Ausdruck bringen, sind Vorbilder für andere, auch für mich.

Dr. Lothar Mundt: Hoffnung macht mir die sich deutlich abzeichnende Zeitenwende, mit der die seit der 68er-Revolte anhaltende Vorherrschaft linker Politikkonzepte allmählich abgebaut wird. Ausdruck dieser Zeitenwende ist gerade die erfreuliche Aufwärtsentwicklung meiner Partei, begleitet von einer ebenso erfreulichen Entwicklung einer lebendigen und reichen konservativen Publizistik auf beachtlichem Niveau.

Jan-Marco Luczak: Es macht mir Hoffnung, wenn Menschen trotz Widerständen und Anfeindungen an ihren Werten und Prinzipien festhalten. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dies in den letzten Jahren hervorragender Weise getan.

Alexander Spies: Es gibt gute Lösungen für die meisten politischen Problemstellungen. Die Politik verzögert nur sehr oft ihre Durchsetzung. Es lohnt sich aber, mit Nachdruck daran zu arbeiten.
Ich habe keine expliziten Vorbilder, schätze aber Politiker mit Visionen, wie zum Beispiel Rudolf Virchow. Als er vor über 120 Jahren eine Krankenversicherung für alle gefordert hat, schien das eine uneinlösbare Utopie. Eine meine wichtigsten Forderungen ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen, das heute ebenso oft als unmöglich angesehen wird. Dass Virchows Utopie sich in einer überschaubaren Zeitspanne durchgesetzt hat, gibt mir auch Hoffnung.

Rogate-Frage: Was macht für Sie einen fairen Wahlkampf aus?

Mechthild Rawert: Die vielfach zu beobachtende Verrohung der Sprache und damit der politischen Auseinandersetzung nicht mitmachen. Dennoch aber auf der Sachebene deutlich Position beziehen.

Renate Künast: Kritik an anderen Parteien oder Kandidaten darf hart sein, muss aber immer sachlich und gut argumentiert bleiben.
Auch Fake News und Hate Speech sind ein großes Problem. Ich bin eine gestandene Politikerin und weiß damit umzugehen. Ich habe auch ein Team an meiner Seite, das mir hilft. Aber viele Kandidatinnen, die zum ersten Mal antreten, haben das nicht. Sie sind häufig auf sich alleine gestellt, sie werden massiv bedroht und beleidigt. Die Folge ist, dass sich diese Leute oder andere, die sich eigentlich engagieren wollen, dann nicht mehr trauen. Es geht also nicht nur ums Wählen an sich , sondern um unsere Demokratie!

Dr. Alexander King: Fair ist ein Wahlkampf, der ohne Hass und Ausgrenzung auskommt.

Dr. Lothar Mundt: Freier, ungehinderter demokratischer Wettbewerb aller beteiligten Parteien um die Stimmen der Wähler.

Jan-Marco Luczak: Hart in der Sache argumentieren, aber nie persönlich werden.

Alexander Spies: Es ist fair, sich mit guten Argumenten auszutauschen, ohne einander zu verteufeln. Das wird im Zeitalter von Fake-News immer schwieriger. Diffamierung und Volksverhetzung lässt sich nur schwer etwas entgegen setzen.

Rogate-Frage: Was war Ihr schönstes Erlebnis in diesem Wahlkampf?

Mechthild Rawert: Es gibt bisher schon mehrere: Wenn eine junge Frau in der Diskussion sagt: „Ich darf nicht länger wegschauen. Nicht allen Menschen geht es in unserer Gesellschaft gut. Deshalb werde ich mich stärker einmischen und für Schwächere und Ausgegrenzte eintreten.“ Oder ich gelobt wurde dafür, dass ich mich schon lange und laut stark mache für eine gute Pflege und darauf hinweise, dass wir für unsere Gesellschaft des längeren Lebens noch die nötige Infrastruktur aufbauen müssen.

Renate Künast: Beim Haustürwahlkampf bin ich den unterschiedlichsten Menschen begegnet. Das finde ich immer sehr spannend, denn an einer Haustür zu klingeln und mit den Bewohnerinnen in ein persönliches Gespräch zu kommen ohne das sie, wie zum Beispiel bei Wahlkampfständen selber auf einen zukommen, bietet eine ganz eigene Atmosphäre. Ein Mann zum Beispiel – der nicht unbedingt Grünwähler ist – hat es mit seiner „Außenansicht“ auf die Grünen auf den Punkt gebracht. Er sagte, die Grünen braucht es, weil sie die einzige Partei sind, die die großen Menschenthemen wirklich und ehrlich angehen, wie es beim Klimaschutz der Fall ist. Grün braucht es für die Mega-Themen. Das trifft’ s gut.

Dr. Alexander King: Ein Highlight war der Besuch von Sahra Wagenknecht in Marienfelde. Es war am Tag des Jahrhundertregens (29.6.), als Teile des Bezirks metertief im Wasser versanken. Wir hatten eine Open Air Veranstaltung geplant und Bühne und Technik aufgebaut. Aber es war klar: Dies würde keine „normale“ Veranstaltung werden. Sahra Wagenknecht ließ ich von den Wassermassen nicht aufhalten. Sie kam trotz allem und hielt – im strömenden Regen – eine Rede vor immerhin 100 Zuhörern, die sich mit Regenschirm und Regenmantel auf den Weg gemacht hatten. Diese Veranstaltung wird in die Annalen unseres Bezirksverbands eingehen.

Dr. Lothar Mundt: Sich generell steigernde Sympathiekundgaben von potentiellen Wählern bei den AfD-Standaktionen, an denen ich teilgenommen habe.

Jan-Marco Luczak: Wenn beim Haustürwahlkampf jemand öffnet, und sagt, er habe mich schon längst gewählt. Ist zum Glück mehr als einmal in diesem Wahlkampf vorkommen.

Alexander Spies: Guter Zuspruch von Wählerinnen und Wählern, sich in diesen politisch schwierigen Zeiten nicht entmutigen zu lassen. Das hilft auch dann, wenn sie mich nicht wählen werden.

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Rogate: Vielen Dank, Mechthild Rawert, Dr. Alexander King, Renate Künast, Dr. Lothar Mundt, Jan-Marco Luczak und Alexander Spies, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unserem nächsten Gottesdienst:

Rückblick: Andreas Wagner über „Lass uns einfältig werden”

Rogate Kl_Postkarte_Mond_RZ080615_Web (verschoben) Kopie.jpgSeit Ende Juli veranstaltet der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven, die Citykirche Wilhelmshaven und das Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin eine Andachtsreihe zum Lied „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius in der Christus- und Garnisonkirche. Am 28. August 2017, war Oberbürgermeister Andreas Wagner der Impulsgeber zur Strophe „Lass uns einfältig werden”. Wir dokumentieren hier seine Ansprache:

Der 20. April 2005 ging in die Geschichte ein. Noch heute erinnern sich viele Deutsche an ein Detail, das für immer mit diesem Tag in Verbindung gebracht wird. Und dieses Detail ist nicht etwa die Tatsache, dass Silvio Berlusconi formell seinen Rücktritt als Italiens Ministerpräsident einreichte. Und auch nicht die Tatsache, dass US-Außenministerin Condoleezza Rice die Entwicklung der Demokratie in Russland, vor allem die mangelnde Pressefreiheit und die weitgehenden Machtbefugnisse von Präsident Wladimir Putin, kritisierte. Und nein, dieser Tag ging auch nicht in die Geschichte ein, weil es der letzte Tag in meinem Leben als 36-Jähriger war.

Das Detail, das den 20. April in die deutsche Seele eingebrannt hat, bezieht sich auf ein Ereignis des Vortags: Am 19. April 2005 wählten die 115 Kardinäle am zweiten Tag des Konklaves das neue Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Joseph Ratzinger wurde als Benedikt XVI. der erste deutsche Papst seit fast einem halben Jahrtausend. Eine Nachricht, die Millionen Menschen – ganz gleich welchen Glaubens – berührte. Eine Nachricht, die so viele Geschichten transportierte. Eine Nachricht, die so viele Worte wert gewesen wäre.

Und was passierte einen Tag später? Die Bild-Zeitung brachte die Einfalt auf ihren Titel: „Wir sind Papst“. Geben Sie es zu, auch Sie erinnern sich noch bildlich an diese Schlagzeile.

Für mich steht diese Schlagzeile, diese auf drei einfachste Worte heruntergebrochene Nachricht – die zudem auch noch grammatikalisch falsch ist – für einen Trend, der seitdem erschreckende Züge angenommen hat. Waren Nachrichten schon seit jeher verdichtete, lesegerecht aufbereitete Information, verlieren Nachrichten in den letzten Jahren mehr und mehr ihren Informationsgehalt. Aus Verdichtung wird Vernachlässigung. Statt das Wichtigste in aller gebotenen Kürze zusammenzufassen, weicht das Wichtige hinter einer plakativen Schlagzeile zurück und macht der Emotion Platz: eben „Wir sind Papst“.

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Oberbürgermeister Andreas Wagner (2.v.l) in der Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven

Es geht mit diesen drei Worten nicht darum, die Leser zu informieren, wer wann warum und wie zum Papst gewählt wurde. Es geht auch nicht darum, über die katholische Kirche, ihre Geschichte und ihre Werte zu informieren. Schon gar nicht geht es darum, einen Bezug zur heutigen Zeit herzustellen, kritische Fragen zu stellen und eine Diskussion in Gang zu bringen. Es geht nicht um differenzierte Meinungsbildung. Es geht nicht darum, mündigen Bürgerinnen und Bürgern in einer Demokratie die Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie das öffentliche Leben sachlich-kritisch beurteilen und mitgestalten können.

Nein. „Wir sind Papst“ will schlichtweg ein Gefühl ansprechen, das die Menschen vereint, das Stolz und Freude weckt, das Euphorie anstachelt.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Stolz, Freude und Euphorie sind wichtig. Ebenso wie Emotionen wichtig sind. Aber der nüchterne Diskurs rückt mehr und mehr in den Hintergrund, während die Einfalt auf dem Vormarsch ist. „Wir sind Papst“ ist aus meiner Sicht leider ein deutliches Zeichen für eine Bewegung weg von der Wissens-, hin zur Gefühlsgesellschaft. Und in diesem Wandel stecken wir gerade mittendrin.

Entscheidungen werden immer seltener nach gründlicher Abwägung aller Vor- und Nachteile, nach sorgfältiger Betrachtung aller Fakten getroffen. Deutlich häufiger wird dem Bauchgefühl Vorrang gegeben. Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann nannte dieses Phänomen sehr treffend „Bauchipedia“.

Eine Entscheidung, die auf eben diesem Bauchipedia basiert, mag im persönlichen Bereich auch vollkommen legitim sein – man sollte in emotionalen Belangen vermutlich sogar viel öfter auf sein Bauchgefühl hören. Aber wenn es um wirtschaftliche oder politische Entscheidungen geht, ist Bauchipedia nicht nur fahrlässig, sondern geradezu gefährlich.

Atomkraftwerke sind eine Gefahr für Mensch und Umwelt – aber hey, so ein Windpark „verspargelt“ doch die Landschaft!

Sie sehen, Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Erwin Teufel wusste schon 2003, die Macht der Emotionen einzusetzen, um politisch hochkomplexe Sachverhalte herunter zu brechen und die Öffentlichkeit durch die Kraft des Bauchgefühls auf seine Seite zu ziehen. Denn noch heute haben Windkraftanlagen – trotz grüner Landesregierung – bei der baden-württembergischen Bevölkerung ein schweres Standbein. Die Angst vor der Verspargelung von Schwarzwald und Schwäbischer Alb ist ein gewichtiges Argument, das gegen Notwendigkeit, Umweltfreundlichkeit und Effizienz einer modernen Energieerzeugung ins Feld geführt wird. Ich bin froh, dass man in diesem Punkt in unserer Region weitsichtiger ist.

Die Geschichte lehrt uns, dass im Dialog zwischen Politik und Öffentlichkeit seit jeher die Vereinfachung von Botschaften, die Schaffung von Bildern und das bewusste Spielen mit Emotionen gängige Praxis ist. Ich möchte nochmals betonen, dass das per se nichts Schlimmes ist: Die Aufgabe des Politikers ist es schließlich, sich stellvertretend für die Bürgerschaft in hochkomplexe Themen einzuarbeiten, sie zu verstehen und zu durchdringen und sie erklärbar zu machen, um sie schließlich zu bewerten, zu steuern und gegebenenfalls so zu verändern, dass sie einen bestmöglichen Effekt für die Allgemeinheit haben. Da hat die Einfalt keinen Raum!

Der Politiker selbst sollte seine Arbeit aber nicht auf Vereinfachung, Bilder und Emotionen aufbauen. Er sollte sie nicht zur Grundlage von Entscheidungen machen. Und das gilt für Politikerinnen und Politiker auf allen Ebenen: von der Kommunal-, über die Landes- zur Bundes- und Europapolitik.

Auf der anderen Seite ist es die Aufgabe der Medien, ihren Nutzerinnen und Nutzern die komplexen Informationen so aufzubereiten, dass ein sachlicher Diskurs möglich ist. Als Übersetzer und Bewerter nehmen die Medien somit in einer Demokratie eine wichtige Funktion ein.

Die etablierten Nachrichtenformate – ganz gleich ob im Fernsehen, im Hörfunk oder in den Printmedien – haben aber immer größer werdende Probleme im Kampf um die Gunst der Rezipienten. Sie kämpfen um ihre Reichweite. Onlineportale gewinnen zusehends oberhand. Statt ausgebildeter Journalistinnen und Journalisten wählen Blogger, Influencer und selbsternannte Medienexperten nun die Nachrichten und ihre Botschaften aus.

Was folgt, ist eine Spirale der Einfalt: Immer weniger Menschen sind bereit, sich in komplexe Sachverhalte einzulesen, sich mit Dingen zu beschäftigen, die nicht in drei einfachsten Worten zusammengefasst werden können. Statt einer 30-minütigen Dokumentation über den Aufbau des Stromversorgungsnetzes in Deutschland wird das 30-sekündige YouTube-Video über die Katze auf dem elektrischen Saugroboter geschaut. Statt der ohnehin schon einfältigen politischen Diskussion bei „Anne Will“ wird die emotionale Debatte bei Twitter verfolgt. Statt Orwells fast 400 Seiten langem „1984“ werden 1.374 skurrile Fakten im „Unnützen Wissen“ konsumiert.

Statt Information geht es bei der Mediennutzung mehr und mehr um Rekreation – die Unterhaltung läuft dem Wissen den Rang ab.

Um mein persönliches Bauchipedia hierbei nicht zu sehr zu beanspruchen, möchte ich zum Beweis für die Spirale der Einfalt ein Beispiel aus der Onlinegemeinschaft Nummer 1 anführen: Facebook.

41 Prozent aller Deutschen, die online sind, nutzen laut der aktuellen ARD-ZDF-Onlinestudie mindestens einmal wöchentlich diese Community, die damit nach wie vor der Spitzenreiter unter den Onlinecommunitys ist. Vor allem die Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren ist hier mit 70 Prozent stark vertreten, aber auch die Älteren tummeln sich mehr und mehr auf Facebook. Wer wissen möchte, wie politische Entscheidungen des Rates der Stadt Wilhelmshaven in der Öffentlichkeit diskutiert werden, ist in einer der zahlreichen Wilhelmshaven-Gruppen gut aufgehoben.

Eines möchte ich gleich vorweg stellen: Ich maße mir keinesfalls an, einen umfassenden Überblick über alle Diskussionen, die hier laufen, zu haben. Und ich sehe durchaus, dass so mancher Facebook-Nutzer sehr differenziert und fachlich fundiert zum politischen Diskurs beiträgt. Da es aber heute darum gehen soll, dass wir einfältig werden, möchte ich – Politiker, der ich nun mal bin – jetzt bewusst zum Stilmittel der Vereinfachung und Verallgemeinerung greifen, um meine These möglichst anschaulich und emotionsgeladen zu belegen:

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Die Marktstraße ist Wilhelmshavens wichtigste Einkaufsstraße und Fußgängerzone.

Ende Februar ist ein guter Freund von mir als zweiter Vorsitzender des City-Interessensvereins (CIV) zurückgetreten. Als Inhaber eines Geschäftes in der Marktstraße ist er nicht nur ein umtriebiger Geschäftsmann, sondern auch ein überaus engagierter Vertreter der lokalen Einzelhändler.

Anfang des Jahres wurde politisch und öffentlich diskutiert, an welchen Sonntagen die Geschäfte öffnen dürften. Drei Termine waren fix, bei einem gab es einen Dissens zwischen CIV, der Werbegemeinschaft Nordseepassage und der WTF. In diesem zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang war nun also der Rücktritt meines Freundes zu bewerten, der nicht nur in der gedruckten Ausgabe der Wilhelmshavener Zeitung (WZ) eine Nachricht wert war, sondern auch auf dem Facebook-Account der Wilhelmshavener Zeitung.

Ich habe mein Bedauern bereits zum Ausdruck gebracht: Die „neuen Medien“ befördern den Trend zur Einfalt, indem sie bereits verdichtete Nachrichten nochmals verdichten, dabei aber mehr auf Unterhaltung als auf Information setzen.

Die bereits auf ein Minimum an Information heruntergebrochene Nachricht, dass der zweite Vorsitzende des City-Interessensvereins sein Amt niedergelegt hat, wurde Ende Februar auf Facebook also zur Vier-Wort-Nachricht „XY gibt Posten ab“.

Sie können sich vorstellen, dass der Gehalt einer solchen Schlagzeile für die wenigsten sofort verständlich ist. Die WZ wollte erreichen, dass die Nutzer den beigefügten Link anklicken, in dem alle weiteren Informationen lesefreundlich zusammengefasst waren. Doch die Einfalt war schneller: Statt sich die Mühe zu machen, den verlinkten Beitrag zu lesen, entspann sich binnen kürzester Zeit eine Diskussion um die Verbindlichkeit und Verlässlichkeit der politischen Mitglieder unseres Rates. Man kann nun von den Ratsmitgliedern halten, was man will, aber diese Diskussion war nicht fair.

Was war passiert? Nun, ich würde es mal so rekonstruieren: Unkenntnis der Person und der Materie, die vermeintlich aussagekräftige Schlagzeile und das oblatendünne Wissen um die Strukturen der Kommunalpolitik trafen in einer explosiven Mischung aufeinander. Einmal Bauchipedia befragt, schlossen die Diskutanten sogleich ihre Schlüsse: Wer auch immer dieser Mann sein möge und was auch immer er für ein Amt innehaben möge, das müsste auf jeden Fall etwas mit der Politik zu tun haben! Es war ja schließlich gerade erst Kommunalwahl.

Mein Freund wurde also kurzerhand zu einem Mitglied des Rates – sogar zum zweiten Vorsitzenden des Rates! – hatte seine Wähler getäuscht und sein Amt nach zwei Monaten bereits wieder an den Nagel gehängt. Was für ein Skandal! Und was für eine ebenso einfältige, wie unsinnige Diskussion, der sich einige Nutzer mit hohem Eifer hingaben.

Liebe Gemeinde, als Matthias Claudius uns zu mehr Einfalt aufrief, tat er das in guter Absicht:

Gott, lass dein Heil uns schauen,
auf nichts Vergänglichs trauen,
nicht Eitelkeit uns freun;
lass uns einfältig werden
und vor dir hier auf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein.

Bildschirmfoto 2017-07-04 um 22.31.10Es ist sicherlich auch heutzutage angebracht, hin und wieder den Kopf auszuschalten und bewusst Abstand zu nehmen. Die Welt ist schon kompliziert genug, da tut es zwischendurch einfach mal gut, sich auf die Nichtigkeiten des Alltags zu konzentrieren, sich an scheinbar Belanglosem zu erfreuen und mal nicht alles zu hinterfragen und zu bewerten. Eben einfach mal fromm und fröhlich wie ein Kind zu sein. Einfalt als Mittel der Entspannung, Unterhaltung und Rekreation ist ein wunderbares Mittel. Aber hin und wieder ist es eben notwendig, der Einfalt Einhalt zu gebieten.

Die Demokratie hat die Macht, den Willen der Allgemeinheit durchzusetzen, vernünftige Entscheidungen zu finden, die für die Gesamtgesellschaft wichtig und richtig sind. Und genau deswegen ist es wichtig, dass die Gesamtgesellschaft und ihre gewählten politischen Vertreter zwischen Einfalt und Vielfalt differenzieren können.

Und was den eingangs angesprochenen Trend weg von der Wissens-, hin zur Gefühlsgesellschaft angeht: Sie werden es mir bitte nachsehen, dass ich als Politiker bewusst zur Emotion greife. Man sagt schließlich aus gutem Grund „Lieber eine starke Behauptung als ein schwaches Argument“.

Ich wollte Sie heute Abend zum Nachdenken, zum Hinterfragen und Differenzieren bewegen. Ich hoffe, das ist mir gelungen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass wir uns in der öffentlichen Diskussion wieder mehr über Fakten als über Bauchgefühle unterhalten.

Oberbürgermeister Andreas Wagner, Wilhelmshaven

Fünf Fragen an: MdB Hans-Werner Kammer, CDU-Direktkandidat Wahlkreis 26

Fünf Fragen an Hans-Werner Kammer, MdB und CDU-Direktkandidat im Wahlkreis 26 (Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund), über den Wunsch, Politik selbst zu gestalten und die Verwurzelung im christlichen Glauben.

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Bild: Hans-Werner Kammer

Hans-Werner Kammer stammt aus der kleinen Gemeinde Zetel im ländlichen Friesland. Nach seiner Ausbildung zum Baukaufmann war er lange in verschiedenen Funktionen in einem mittelständischen Wilhelmshavener Bauunternehmen aktiv. Für die CDU war er unter anderem im Gemeinderat, im Kreistag, als Kreisvorsitzender und Bürgermeister aktiv, bevor er 2005 erstmals in den Deutschen Bundestag einzog.

Rogate-Frage: Was treibt Sie in die Politik und warum haben Sie sich entschieden, für den Deutschen Bundestag zu kandidieren?

Hans-Werner Kammer: Ich wollte Politik schon immer nicht nur beobachten, sondern selbst gestalten. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich noch viel für unsere Region in Berlin erreichen kann.

Rogate-Frage: In was für einer Gesellschaft möchten Sie leben?

Hans-Werner Kammer: Unsere Gesellschaft ist von Frieden, Demokratie und Wohlstand geprägt. Das müssen wir erhalten und optimieren.

Rogate-Frage: Welche fünf Themenfelder auf Bundesebene und welche fünf auf regionaler Ebene haben für Ihr politisches Handeln Priorität, wenn Sie wiedergewählt werden?

Hans-Werner Kammer: Mein Arbeitsschwerpunkt in der neuen Legislaturperiode wird wie bisher die Verkehrspolitik sein. Digitale Themen gewinnen im Bereich der Infrastruktur weiter an Bedeutung. Ich halte außerdem Verteidigungsfragen für den Wahlkreis für besonders relevant. Mein großes Anliegen war und ist es jedoch, Ansprechpartner nicht nur für die Kommunen, Verbände und Unternehmen in der Region zu sein, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger mit ihren vielschichtigen Anliegen.

Rogate-Frage: Was bedeuten Ihnen Religion, Gott, Glaube und Kirche?

Hans-Werner Kammer: Mein Denken ist fest verwurzelt im christlichen Glauben. Daher prägt der Glaube mein politisches Handeln mit.

Rogate-Frage: Welche Erwartung haben Sie an die morgige Veranstaltung „Warum wählen?“ am Montag, 3. Juli?

Hans-Werner Kammer: Ich hoffe, dass diese Veranstaltung mehr Aufmerksamkeit auf die Bundestagswahl lenkt, vielen Wählerinnen und Wählern die Gelegenheit gibt, sich ein Bild von den Kandidaten zu machen und so die Wahlbeteiligung erhöht. Schließlich ist die Teilnahme an Wahlen der Grundstein der Demokratie.

Rogate: Vielen Dank, Herr Abgeordneter Kammer, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren Gottesdiensten:

  • Montag, 3. Juli 2017 | 19:00 Uhr, Gebet für Stadt und Land. Anschließend: „Warum wählen?“, im Gespräch mit MdB Hans-Werner Kammer, CDU. Ort: Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven.
  • Montag, 10. Juli 2017 | 19:00 Uhr, Gebet für Stadt und Land. Anschließend: „Warum wählen?“, im Gespräch mit Hendrik Theemann, FDP. Ort: Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven.

Friesland-Wilhelmshaven: Sommer-Interviews zur Bundestagswahl 2017

RogateKl_DINlang_Wilhelmshaven_RZ140617_Front KopieIm Vorfeld der Wahl 2017 bittet der Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven die Direktkandidaten des Bundestagswahlkreises 26 (Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund) zu Sommer-Interviews. Ziel: Das öffentliche Gespräch über die Demokratie, den Einsatz und die Kandidaten in der Region zu fördern.
Den Veranstaltern geht es um die Vorstellung des Menschen, der sich zur Wahl stellt. Dabei soll nicht auf politische Person und Parteienmitgliedschaft reduziert werden. Was treibt die Kandidaten in die Politik und warum engagieren sie sich? In welcher Gesellschaft wollen sie leben und welche Vision für die Zukunft haben sie? Nur begrenzt werden die Programme der jeweiligen Partei Inhalt sein.
Start des Gesprächs ist jeweils um 19:45 Uhr im Saal des Gemeindehauses der Kirchengemeinde Wilhelmshaven (Christus- und Garnisonkirche, Am Kirchplatz 1). Ende der Veranstaltung soll gegen 21 Uhr sein.
Hans-Werner Kammer ist am 3. Juli Interview-Gast. Er war Mitglied des Bundestages zwischen 2005 und Oktober 2009, sowie seit April 2010. Der CDU-Politiker über das Format der Reihe: „Ich hoffe, dass diese Veranstaltung mehr Aufmerksamkeit auf die Bundestagswahl lenkt, vielen Wählerinnen und Wählern die Gelegenheit gibt, sich ein Bild von den Kandidaten zu machen und so die Wahlbeteiligung erhöht. Schließlich ist die Teilnahme an Wahlen der Grundstein der Demokratie.“
Die Veranstalter laden vor jeder Veranstalung um 19:00 Uhr zu einem ökumenischen „Gebet für Stadt und Land“ in die Christus-und Garnisonkirche ein. Am Montag wirkt ökumenisch Pfarrer Meik Barwisch (Alt-katholische Gemeinde Wilhelmshaven) mit.

Alle Termine der Reihe:

Die Veranstaltungsreihe ist eine Initiative des Projekts Flüchtlingsarbeit – Koordination und Begleitung der Gemeinden im Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven, der Evangelischen Jugend Friesland-Wilhelmshaven, der Citykirche Wilhelmshaven und des Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin. Unterstützt wird die Reihe aus Spenden der NWZ-Weihnachtsaktion 2015 und von Nolte Kommunikation – Visuelle Konzepte und PR.

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten: