Reihe zur Bundestagswahl: Donnerstag mit MdB Siemtje Möller (SPD)

Am Donnerstag, 26. August, endet die Demokratiereihe „Wen wählen? Interviews zur Bundestagswahl 2021“ im Rahmen des Formats „FrieslandVisionen: Wie wollen wir morgen leben?“.

Erwartet wird Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller. Die Sozialdemokratin hatte 2017 im Wahlkreis 26 (Wittmund, Friesland, Wilhelmshaven) das Direktmandat gewonnen und strebt eine Wiederwahl an. Sie stellt sich den Fragen von Br. Franziskus (Rogate-Kloster).

Anders als auf den Plakaten angegeben, wird die Veranstaltung statt um 19:45 Uhr erst um 20:15 Uhr beginnen. Wetterabhändig findet das Interview im Garten oder unter der Empore der Lutherkirchengemeinde, Brommystr. 71, Wilhelmshaven-Villenviertel, statt.

Zuvor, 19:30 Uhr, wird zu einem „Gebet für die Stadt“ in die Lutherkirche eingeladen. Darin wird u.a. die Lage in Afghanistan thematisiert. Stadtkantor Markus Nitt spielt in der Andacht die Orgel. Heidrun Helbich und Petra Meyer-Machtemes sind Lektorinnen.

Siemtje Möller wurde 1983 in Emden geboren. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Söhnen. Gemeinsam mit ihrer Familie lebt sie in Varel. Die Jugend verbrachte sie in Oldenburg. Nach Stationen in Göttingen, New York, Washington, Brüssel und Berlin hatte sie es wieder in die friesische Heimat gezogen. Vor ihrer Rückkehr als Abgeordneten in die Hauptstadt unterrichtete sie an einem Gymnasium in Wilhelmshaven Spanisch, Französisch und Politik/Wirtschaft.

Die Reihe „Wen wählen?“ gehört zum Demokratieformat „FrieslandVisionen“ des Rogate-Klosters Sankt Michael. Dieses wird im Rahmen des Förder- und Qualifizierungsprogramms „MITEINANDER REDEN“ für Akteur/-innen in ländlichen Räumen durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

Termin: Donnerstag, 26. August 2021 | 20.15 Uhr, Demokratie-Reihe „Wen wähle ich?“ – Interview zur Bundestagswahl 2021 mit MdB Siemtje Möller (SPD). Ort: Lutherkirche, Brommystraße 71, 26384 Wilhelmshaven-Villenviertel. Zuvor Donnerstag, 19:30 Uhr, Abendgebet. Orgel: Stadtkantor Markus Nitt. Lektorin ist Heidrun Helbich (Ev.-luth. Thomaskirchengemeinde, Neuengroden). Liturgie: Br. Franziskus.

Informationen: FrieslandVisionen.de

Fünf Fragen an: Hendrik Theemann, FDP-Kandidat im Bundestagswahlkreis 26

Fünf Freitagsfragen an Hendrik Theemann, FDP-Kandidat im Wahlkreis 26 für die Bundestagswahl 2021, über seine Unzufriedenheit mit der Großen Koalition, Digitalisierung und Kanzler a.D. Helmut Schmidt. Ein Interview im Rahmen des Rogate-Demokratieprojekts „FrieslandVisionen: Wie wollen wir morgen leben?“.

Hendrik Theemann (Bild: privat)

Hendrik Theemann (52) stammt aus Quickborn bei Hamburg. Nach dem Abitur und der anschließenden Offiziersausbildung bei der Marine studierte er Elektrotechnik und absolvierte eine Schiffstechnik-Ausbildung.

Rogate-Frage: Herr Theemann, was hat Sie motiviert, sich politisch zu engagieren und für den Deutschen Bundestag zu kandidieren?

Hendrik Theemann: Die Unzufriedenheit mit der großen Koalition führte dazu, dass ich vor circa zwölf Jahren in die FDP eingetreten bin. Im Laufe der Zeit habe ich mich zunehmend engagiert und bin bei Wahlen angetreten. Für den Bundestag kandidiere ich, da die derzeitige Bundesregierung bei den großen Themen unserer Zeit wie zum Beispiel Demographie, Digitalisierung oder Decarbonisierung kaum liefert. Als politischer Seiteneinsteiger und Dipl.-Ing. kann ich bei vielen zentralen Themen den kommenden Bundestag fachlich aufwerten und zum Beispiel die digitale Transformation aktiv unterstützen.

Rogate-Frage: Warum haben Sie sich für die FDP als ihre Partei entschieden?

Hendrik Theemann: Bei der FDP steht der Mensch im Mittelpunkt, sie setzt auf Eigenverantwortung und steht den staatlichen Akteuren sehr kritisch gegenüber. Bei Kernaufgaben des Staates, wie zum Beispiel die Gewährleistung der Sicherheit, steht die FDP für einen starken Staat.
Die FDP transportiert eine Aufbruchstimmung, setzt auf die Kraft der sozialen Marktwirtschaft, erkennt die Chancen und Risiken zum Beispiel der Globalisierung.

Rogate-Frage: Wie wollen Sie morgen leben?

Hendrik Theemann: Das Potential, welches die Digitalisierung besitzt, müssen wir für unsere Region heben. Auf diese Weise können wir die Lebensqualität der Menschen gerade in unserer Region verbessern. Darunter darf der Charakter der Region nicht leiden.
Ich möchte auch in einem Land leben, in dem meine Kinder einerseits die Möglichkeit haben, sich zu entfalten, andererseits dürfen sie nicht überfordert werden durch hohe Abgaben oder Auflagen.

Rogate-Frage: Welche politischen Vorbilder haben Sie und wie bilden Sie sich Ihre Meinung?

Hendrik Theemann: Helmut Schmidt, da er das Wohl des Landes über Parteiinteressen gestellt hat. Die politische Meinungsbildung erfolgt über verschiedenste Kanäle, beginnend im Gespräch im Bekanntenkreis bis hin zu den Angeboten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten.

Rogate-Frage: Was bedeuten Ihnen Religion, Glaube, Spiritualität und die Kirche?

Hendrik Theemann: Ich bin zwar kein religiöser Mensch, meine Werte sind aber stark durch unseren abendländischen Wertevorrat geprägt. Glaube und Spiritualität sprechen mich kaum an, ich bin eher nüchterner Analytiker, der versucht auch komplexe Zusammenhänge zu verstehen und Thesen kritisch hinterfragt.

Rogate: Vielen Dank, Herr Theemann, für das Gespräch!

Weitere Interviews in der Reihe Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de.


Der noch folgende Termin der Reihe „Wen wählen? Fünf Interviews zur Bundestagswahl 2021“:

  • Donnerstag, 26. August 2021 | 19:30 Uhr, Abendgebet. Orgel: Stadtkantor Markus Nitt. Lektorinnen: Heidrun Helbich (Ev.-luth. Thomaskirchengemeinde, Neuengroden) und N.N. Ort: Lutherkirche.
  • Donnerstag, 26. August 2021 | 20:15 Uhr, Demokratie-Reihe „Wen wähle ich?“ – Interview zur Bundestagswahl 2021 mit MdB Siemtje Möller (SPD). Ort: Lutherkirche.

Mehr Informationen zum Demokratieprojekt „FrieslandVisionen: Wie wollen wir morgen leben?“ finden Sie hier.

Rogate-Demokratieprojekt „FrieslandVisionen: Wie wollen wir morgen leben?“ startet

Mit „FrieslandVisionen: Wie wollen wir morgen leben?“ startet das Rogate-Kloster Sankt Michael kommende Woche ein neues Projekt für die Region Friesland. Inhaltlich soll der Blick in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten stärker auf die Zukunft und mögliche Lösungsansätze für die vielfältigen Problemlagen der Gegenwart gerichtet werden.

Wie mit der Klimakatastrophe umgehen? Wie das Leben an der Nordseeküste, trotz steigendem Meeresspiegel, gestalten? Wie konstruktiv dem demographischen Wandel begegnen und über die Schulzeit hinaus junge Menschen in der Region halten?

„Zu den FrieslandVisionen gehören Fragen nach der Teilhabe unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, Dörfer mit Zukunft, nach Beteiligungsformaten und nach der Transformation in eine nachhaltige und mit der Ökologie kompatible Ökonomie in der Region“ so Projektleiter und Initiant Br. Franziskus. Weitere Themen werden Mobilität auf dem Land, Digitalisierung, Erhalt und Umbau der Infrastruktur, sanfter Tourismus, Minderheitenpartizipation, Diversität, Zukunft der Demokrate und Integration sein.

Höhepunkt der FrieslandVisionen sind „Zehn Reden für das Leben an der Küste“, die in den beiden kommenden Jahren an verschiedenen Orten abwechselnd zwischen Wangerooge und Bockhorn, Zetel, Jever und auch in Wilhelmshaven gehalten werden.

Die „FrieslandVisionen“ werden bis Ende 2023 durch das Förder- und Qualifizierungsprogramm „MITEINANDER REDEN – Gespräche gestalten – Gemeinsam handeln“ für Akteur:innen in ländlichen Räumen durch die Bundeszentrale für politische Bildung mit 10.000 Euro finanzell gefördert. Weitere Drittmittel sollen eingeworben werden.

Das Rogate-Kloster engagiert sich seit über zehn Jahren in unterschiedlichen demokratiefördernden Vorhaben in Berlin, Friesland und Wilhelmshaven.

Im Nordkreis Frieslands wurde von Rogate zuletzt das „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“ gemeinsam mit der Volkshochschule, Diakonie und Kirchengemeinden veranstaltet, musste aber durch die Coronapandemie im März 2020 vorzeitig enden. 2019 verantwortete das ökumenische Kloster in Wilhelmshaven die Reihe „Politikerkanzel: Was mich treibt.“ in der Banter Kirche und 2018 die „Zehn Reden für die Stadt und das Land“ in der Christus- und Garnisonkirche.

Das 2010 gegründete Rogate–Kloster St. Michael ist seit Juni 2013 als geistliche Gemeinschaft Teil der Evangelischen Kirche Berlin–Brandenburg–schlesische Oberlausitz und seit dem 1. November 2016 vom Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland anerkannt. Es ist Mitglied im Verbund der Diakonie.

Fünf Fragen an: Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben

Fünf Fragen an Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, über die Definition von Antisemitismus, die 3D-Regel und ein Zeichen der Stärke unserer lebendigen Demokratie.

Dr. Felix Klein (Bild: BMI)

Dr. Felix Klein, geboren 1968 in Darmstadt, besuchte nach seiner Schulzeit in Darmstadt das United World College in Duino bei Triest, wo er 1987 das internationale Abitur „International Baccalaureate“ erwarb. Er studierte Rechtswissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und an der Freien Universität Berlin. Im Anschluss daran absolvierte er ein Masterstudium an der London School of Economics, das er mit einem Master of Public International Law (LL.M.) abschloss. Von 1994 bis 1996 absolvierte er die Ausbildung für den höheren Auswärtigen Dienst an der damaligen Aus- und Fortbildungsstätte des Auswärtigen Amtes in Bonn. 2001 promovierte er an der Universität St. Gallen mit einem familienrechtlichen Thema. Er begann seine diplomatische Karriere als Länderreferent für Südamerika, war auf Auslandsstationen in Jaunde/Kamerun und Mailand/Italien sowie von 2007 bis 2018 in mehreren Funktionen in der Berliner Zentrale des Auswärtigen Amtes tätig, zuletzt als Sonderbeauftragter für Beziehungen zu jüdischen Organisationen und Antisemitismusfragen.

Rogate-Frage: Herr Dr. Klein, wie definieren Sie den Begriff Antisemitismus?

Felix Klein: Antisemitismus – der Begriff legt nahe, dass er bedeutet, gegen Juden zu sein: Judenfeindschaft, Judenhass. Dabei hat Antisemitismus mit realen jüdischen Menschen nichts zu tun, er entsteht unabhängig von ihrem tatsächlichen Verhalten. Überspitzt formuliert, Antisemiten pflegen ihren Antisemitismus auch ohne Juden. Nach der Definition der International Holocaust Remebrance Alliance ist Antisemitismus „eine bestimmte Wahrnehmung von Juden (…)„. Das ist schon der Kern, auf den es ankommt: Eine, ganz bestimmte Sicht dominiert, anstatt die jeweilige Person in ihrer Unterschiedlichkeit und Individualität wahrzunehmen. Wer sich über jüdische Menschen eine Meinung bildet, die von ihrem Judentum abgeleitet wird anstatt von ihrem konkreten persönlichen Verhalten, handelt antisemitisch.

Juden und Jüdinnen haben außer ihrem Jüdischsein erst einmal nichts gemeinsam – sie sind genauso unterschiedlich wie Angehörige anderer Religionen und Kulturen. Auf dieses Verhältnis zwischen Individuum und Gruppe kommt es an: Antisemitismus fängt da an, wo aus der Gruppenzugehörigkeit Eigenschaften Einzelner abgeleitet werden und umgekehrt. Wenn Juden als Gruppe Eigenschaften zugeschrieben werden, die über ihr faktisches Jüdischsein hinausgehen, ist das antisemitisch. Das gilt auch für positive Attribute, wenn etwa behauptet wird, Juden seien besonders klug, oder für das jahrhundertealte Klischee der „schönen Jüdin„. Solche philosemitisch genannten Verallgemeinerungen sind letztlich ebenfalls eine Form von Antisemitismus.

Rogate-Frage: Wo liegt aus Ihrer Sicht die Trennung zwischen Antisemitismus und Formen der Kritik an der Politik des Staates Israel?

Felix Klein: Kritik am Regierungshandeln des Staates Israel ist selbstverständlich immer möglich. Die Grenze zum Antisemitismus ist allerdings dann überschritten, wenn Jüdinnen und Juden für das Regierungshandeln mitverantwortlich gemacht werden. Jüngstes Beispiel für diesen Mechanismus waren die an vielen Stellen geäußerten israelfeindlichen Parolen im Rahmen der Proteste gegen die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten vor wenigen Wochen beispielsweise vor jüdischen Einrichtungen in Deutschland. Mit der sogenannten 3D-Regel lässt sich bestimmen, ob es sich bei einer Äußerung lediglich um Kritik an Israels Politik handelt oder die Grenze zum Antisemitismus überschritten wird: Das ist der Fall, wenn Doppelstandards, Delegitimierung oder Dämonisierung Israels im Spiel sind, wie es sie regelmäßig nur gegenüber dem Staat Israel gibt. Der Schnelltest wurde 2004 vom israelischen Politiker und Wissenschaftler Nathan Sharansky entwickelt, um Texte und Äußerungen systematisch daraufhin zu prüfen, ob sie antisemitisch sind. Er hat sich seitdem in der Wissenschaft und vor allem in Politik und Zivilgesellschaft bewährt.

3. Rogate-Frage: Das war ein Angriff auf uns alle“ heißt es oft nach Angriffen auf jüdisches Leben und Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland. Wie denken Sie über diese Versuche, Solidarität zu zeigen?

Felix Klein: Ich sehe es mit Freude und Dankbarkeit, dass sich in unserem Land nach der Shoah und nach den Verbrechen des Nationalsozialismus wieder vielfältiges, buntes und selbstbewusstes jüdisches Leben entwickelt hat. Dass dies wieder zunehmend selbstverständlich empfunden wird, sehe ich auch als ein Zeichen der Stärke unserer lebendigen Demokratie. Die historische Verantwortung Deutschlands ist und bleibt Teil unserer Staatsräson. Es bleibt eine fortwährende und immer wieder neue Aufgabe, den Antisemitismus zu bekämpfen. Denn Antisemitismus wendet sich langfristig nicht nur gegen jüdische Menschen. Er ist Ausdruck einer zutiefst demokratiefeindlichen Haltung und lehnt die Errungenschaften unserer modernen, freiheitlichen Gesellschaft ab.

Rogate-Frage: Was können Einzelne tun, um jüdisches Leben in Deutschland zu schützen und Solidarität mit Jüdinnen und Juden zu zeigen?

Felix Klein: Die Haltung und das Engagement jeder und jedes Einzelnen ist im Hinblick auf den Schutz jüdischen Lebens von größter Bedeutung. Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Ein wesentlicher Teil des aktiven Schutzes jüdischen Lebens ist die Antisemitismusbekämpfung. Viele Organisationen zeigen engagierten Bürgerinnen und Bürgern eine Bandbreite an Möglichkeiten auf, sich in diesen Kampf einzubringen. 

Der Schutz jüdischen Lebens bedeutet für mich aber auch die positive Stärkung der jüdischen Gemeinschaft im Sinne einer Wahrnehmung und Wertschätzung jüdischer Kultur, Religion und jüdischen Alltags. Jüdinnen und Juden als einen selbstverständlichen Teil unserer vielfältigen Gesellschaft zu begreifen und ihnen mit Offenheit und Interesse zu begegnen, das sollte unser gemeinsames Ziel sein. Von einer solchen Haltung profitieren nicht nur Jüdinnen und Juden und unser gesellschaftlicher Zusammenhalt, sondern auch jede und jeder Einzelne, die bzw. der sich für den Dialog öffnet.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, diesen Dialog zu beginnen oder zu vertiefen. Anknüpfungspunkte bieten zum Beispiel die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die sich seit rund 70 Jahren in der Begegnungs- und Versöhnungsarbeit engagieren und zahlreiche Projekte und Veranstaltungen durchführen. Auch das aktuelle Jubiläumsjahr lädt dazu ein, jüdische Vergangenheit und Gegenwart zu entdecken und einander persönlich zu begegnen.

Rogate-Frage: Was wünschen Sie sich von den Kirchen, den Kirchengemeinden und den Christen in Bezug auf den historischen und aktuellen Antisemitismus in unserem Land?

Felix Klein: Die Kirchen, viele Kirchengemeinden und Christen setzen sich schon lange sehr engagiert für die Bekämpfung von aktuellem und historischem Antisemitismus ein. Nach der Schoah haben sich die evangelische und katholische Kirche deutlich davon distanziert und ihre Schuld bekannt. Die Aufarbeitung des historischen Antisemitismus in der Kirche ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Ein Beispiel ist die heute noch bestehende Benennung einiger Kirchen nach erwiesenen Judenfeinden, unter anderem die Pfarrkirche St. Johann von Capistran in München. Diese Namenspatronate sollten noch stärker problematisiert und Gegenstand einer breiten, offenen Debatte werden. Die Kirchen nehmen ihre Verantwortung auch im Hinblick auf aktuellen Antisemitismus ernst.

Eine sehr gelungene aktuelle Aktion in diesem Zusammenhang ist aus meiner Sicht die Kampagne „#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst“ der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Gemeinsamkeiten beziehungsweise Ähnlichkeiten zwischen Judentum und Christentum aufzeigt. 

Die Verdeutlichung von Gemeinsamkeiten und die Stärkung des christlich-jüdischen Dialogs sollte in diesem Sinne auch künftig weit oben auf der kirchlichen Agenda stehen.

Rogate: Vielen Dank, Herr Dr. Klein, für das Gespräch!

Weitere Interviews in der Reihe Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de.

Voting für Demokratie-Projekt „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“

Mit unserem Demokratie-Projekt „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“ bewerben wir uns im Rahmen eines Vereinsvotings seit heute um eine (finanzielle) Unterstützung der Landesparkasse zu Oldenburg.

Freuen würde uns, wenn Sie uns mit Ihrer Stimme bzw. Ihrem Voting unterstützen würden.

Hier kommen Sie direkt auf unsere Vorstellungsseite mit der Möglichkeit zur Stimmabgabe.

Vielen Dank!

_________________________________________________

Eine Auswahl der nächsten (geplanten) Rogate-Termine finden Sie hier:

Nächstes Wangerlandsofa: Termin wird verschoben

Angesichts der aktuellen Entwicklungen durch das Corona-Virus werden wir den nächsten Termin des Wangerlandsofas verschieben. Am Donnerstag, 19. März 2020, sollte es im Walter-Spitta-Haus in Hooksiel um das Thema „Da kommst du ohne Auto nicht hin! – Über Mobilität im Wangerland und Visionen für die Zukunft“ gehen. Wir wollen aber die behördlichen Empfehlungen ernstnehmen und unsere Gäste schützen. Jetzt geht es darum, Rücksicht zu nehmen und sich und andere zu schützen. Auch wir müssen alles tun, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Der Termin zum Thema Mobilität soll nachgeholt werden. Geplant ist bislang dafür Donnerstag, 23. April 2020| 19:00 Uhr, „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“. Ort: Walter-Spitta-Haus, Lange Straße 60, 26434 Hooksiel. Wir werden die Entwicklungen abwarten müssen und müssen dann entscheiden, ob der April-Termin durchführbar sein wird.

Wir bitten um Verständnis und wünschen Ihnen allen, dass Sie alle gut durch diese Wochen kommen und gesund bleiben. Bleiben Sie behütet!

Pressespiegel: „Demokratie – nie selbstverständlich“

Nordwest-Zeitung

Hooksiel – Das rote Sofa aus dem Diakonie-Kaufhaus hat extra einen neuen Bezug erhalten – zwölfmal sollen Gäste darauf im Walter-Spitta-Haus Hooksiel Platz nehmen. Den Anfang im Demokratie-Projekt „Wangerlandsofa“ des Rogate-Klosters Berlin gemeinsam mit Diakonie, evangelisch-lutherischer Gemeinde und katholischer Erwachsenenbildung machten am Donnerstagabend Landrat Sven Ambrosy und Bürgermeister Björn Mühlena.“

Den Artikel „Demokratie – nie selbstverständlich“ vom 26. Oktober 2019 von Melanie Hanz finden Sie hier.

Nordwest-Zeitung

Hooksiel – Wie halten wir unsere Gesellschaft zusammen? Wo und wie können wir über Themen miteinander diskutieren und uns – respektvoll und offen – die Meinung sagen? Und wo entwickeln wir neue Ideen und verabreden uns, um Visionen wahr werden zu lassen? Diese Fragen haben das ökumenische Rogate-Kloster St. Michael in Berlin, das Diakonische Werk Friesland und die ev. Kirchengemeinde Hooksiel dazu bewogen, das „Wangerland-Sofa“ aufzustellen.“

Den Artikel „Gespräche auf dem roten Sofa“ vom 24. Oktober 2019 von Melanie Hanz finden Sie hier.

Wilhelmshavener Zeitung

„Hooksiel/WAN – „Bestens ausgefragt“ fühlten sich Frieslands Landrat Sven Ambrosy und der Wangerländer Bürgermeister Björn Mühlena nach zwei Stunden auf dem roten Sofa. Sie waren die ersten Gäste auf dem „Wangerlandsofa“, einem Demokratie-Projekt, das in Wilhelmshaven in vergleichbarer Form bereits Publikumserfolge feierte (die WZ berichtete). Wie dort war es auch hier Bruder Franziskus vom ökumenischen Rogate-Kloster St. Michael, der am Donnerstagabend als Moderator im Walter-Spitta-Haus in Hooksiel fungierte.“

Den Artikel „Politiker müssen auf die Couch“ finden vom 26. Oktober 2019 Sie hier.

__________________________________________________________________________

Willkommen zu den nächsten Veranstaltungen des Projektes „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“:

Demokratieprojekt „Wangerlandsofa“ startet am Donnerstag in Hooksiel

Am Donnerstag startet das neue Demokratieprojekt „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“ im Walter-Spitta-Haus in Hooksiel. Den Auftakt gestalten Landrat Sven Ambrosy (Landkreis Friesland) und Bürgermeister Björn Mühlena (Gemeinde Wangerland) mit. Beide nehmen Platz auf dem „Roten Sofa“ und lassen sich von Bruder Franziskus (Rogate-Kloster) zur Frage „Wie demokratisch ist Landkreis und Gemeinde?“  befragen. Anschließend sollen weitere Themen gesammelt werden, die die Menschen im Wangerland beschäftigen und in den Folgeveranstaltungen diskutiert werden sollen.

Das ökumenische Rogate-Kloster St. Michael initiierte haben das Wangerlandsofa-Projekt. Es soll der gesellschaftlichen Spaltung begegnen und zivilgesellschaftliches Engagement gefördern. Partner der Initiative sind das Diakonische Werk Friesland-Wilhelmshaven, die Ev.-luth. Kirchengemeinde Pakens-Hooksiel und die Katholische Erwachsenenbildung Wilhelmshaven Friesland Wesermarsch e.V. (KEB). Die Bundeszentrale für politische Bildung fördert das Wangerlandsofa über das Programm „100 Projekte MITEINANDER REDEN“.

Termin: Donnerstag, 24. Oktober 2019 | 19:00 Uhr, Eröffnung „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“ mit Landrat Sven Ambrosy und Bürgermeister Björn Mühlena. Ort: Walter-Spitta-Haus, Lange Straße 60, 26434 Hooksiel.

Infos: wangerlandsofa.de.

Interreligiöse Ausstellung zum Monat der Diakonie: „Glaube, Liebe, Hoffnung“ im Rogate-Kloster

Zum Monat der Diakonie 2019 sind in der Schöneberger Zwölf-Apostel-Kirche in Berlin-Schöneberg Bilder und Exponate eines interreligiösen Ausstellungsprojektes zu sehen. Über 180 Fotomotive und Texttafeln dokumentieren die religiöse Vielfalt einer Stadt am Beispiel von Wilhelmshaven sowie das Verbindende der verschiedenen Religionsgemeinschaften und deren Gemeinden im Alltag. Ziel ist die Verständigung zwischen den Angehörigen verschiedener Weltanschauungen sowie das Motto des Diakonie-Monats „Haltung zeigen. Zusammenhalt fördern“.

Der Fotograf Arne Schulz hatte für das Ausstellungsprojekt im Sommer an der Nordsee verschiedene Orte religiöser Praxis aufgesucht und seine Eindrücke mit beeindruckenden Bildern festgehalten. Beispielsweise ist das Leben von Schwestern des Schönstattordens, einer buddhistischen Meditation oder vietnamesische Migranten im Gebet zu sehen. Texte beschreiben zudem Alltag, Ritus, Orte, Kleidung, Klang und Leben der verschiedenen Glaubenswelten.

Ausstellung im Rogate-Kloster (Bild: Marcel Talartsik)

Ausstellungsort ist das Rogate-Kloster in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg. Öffnungszeiten sind sonnabends, 11:00 bis 15:00 Uhr, sowie vor und nach den Gottesdiensten. Bis zum 13. Oktober ist die Ende September mit einem Gottesdienst eröffnete Schau zu sehen. Der Eintritt ist frei. Kirchengemeinde und Rogate-Kloster haben für die Ausstellung eine Kooperation verabredet.

Zudem wird als Teil des Projektes „(M)eine Sicht auf Wilhelmshaven“ gezeigt. Das integrative Bilderprojekt von Migranten und länger dort lebenden Menschen geht der Frage nach, wie verschieden Menschen auf ihre zum Teil neue Heimat sehen und leben. Als Schirmherr wurde der in Wilhelmshaven geborene Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, gewonnen.

Die Ausstellung „Glaube, Liebe Hoffnung – praxis pietatis“ ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft „Religionenhaus Wilhelmshaven“ und des Demokratieinitiative „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“ des Förderprogramms „MITEINANDER REDEN“ und aus der im Küstenmuseum Wilhelmshaven bis zum 15. September gezeigten Sonderschau „Wilhelmshaven glaubt. 150 Jahre religiöse Vielfalt an der Jade“ hervorgegangen. Die Schau wird gefördert vom Ev.-luth. Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven, Aktion Mensch, dem Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, der Volksbank Wilhelmshaven eG, der Ja-Wir-Stiftung, dem Diakonischen Werk Friesland-Wilhelmshaven, der Dr. Buhmann Stiftung und dem Rogate-Kloster Sankt Michael.

Erreichbar ist die Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln: über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). Fahrrad- und PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße. Adresse: An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Pressespiegel: „Auf dem Sofa miteinander reden, zuhören und streiten“

Nordwest-Zeitung

„…Diese Fragen haben das ökumenische Rogate-Kloster St. Michael in Berlin, das Diakonische Werk Friesland und die evangelische Kirchengemeinde Hooksiel dazu bewogen, das „Wangerland-Sofa“ aufzustellen. „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“ lautet das Motto. Es geht um die Grundlage der Demokratie: Es geht darum, wieder zu lernen, miteinander zu reden – und zu streiten….“

Den Artikel von Melanie Hanz vom 18. September 2019 finden Sie hier.

___________________________________________________________________________

Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten: