Fünf Fragen an: Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin Brot für die Welt und Diakonie Katastrohenhilfe

Fünf Freitagsfragen an Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, über Menschen auf der Flucht, Grenzbeobachtungen und welche Folgen ein militärisches Eingreifen hat. Dat Interview wurde im November 2015 geführt.

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Cornelia Füllkrug-Weitzel (Bild: Hermann Bredehorst/Brot für die Welt)

Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel ist im Mai 1955 in Bad Homburg in Hessen zur Welt gekommen. Sie hat in Tübingen und Berlin Theologie studiert und ist seit August 2012 Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung, zu dem Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe gehören.

Rogate-Frage: Frau Präsidentin Füllkrug-Weitzel, Sie waren Mitte September 2015 an der serbisch-ungarischen und der serbisch-mazedonischen Grenze. Welche Eindrücke haben Sie mitgebracht?

Cornelia Füllkrug-Weitzel: Die Menschen nehmen die enormen Risiken der Flucht auf sich, weil sie in ihren Heimatländern um ihr Leben fürchten. Niemand nimmt die beschwerliche Flucht leichtfertig auf sich. Mir ist zum Beispiel eine junge Familie aus Afghanistan mit einem neugeborenen Mädchen begegnet. Ihre Hoffnung ist es, einen Platz zu finden, wo ihre Tochter aufwachsen kann ohne permanente Angst um Leib und Leben und mit Bildungschancen. Positiv berührt war ich von der enormen Hilfsbereitschaft der serbischen Bevölkerung, Kirchen und Regierung – angesichts der extrem geringen Ressourcen ein Megaengagement, das sich hinter unserem keineswegs verstecken muss! Und das Ganze seit den ersten Anzeichen für eine veränderte Fluchtroute im Mai gut geplant und koordiniert. Serbien macht den EU-Ländern vor, wie man es machen kann, wenn man politisch nur will!

Rogate-Frage: Wie kann ein Hilfswerk wie Brot für die Welt konkret zu einer Verbesserung der Lage in den Herkunftsländern der geflüchteten Menschen beitragen?

Cornelia Füllkrug-Weitzel: Immer häufiger zwingen zunehmende Armut, strukturelle Ungleichheit, Gewalt, Folgen des Klimawandels, Krieg und Bürgerkrieg Menschen dazu, ihr Lebensumfeld zu verlassen. Wir unterstützen die Eigenanstrengungen von Menschen und Dorfgemeinschaften, ihre Rechte durchzusetzen, ihre unmittelbare Lebenssituation zu verbessern und vor Ort den Frieden gewaltfrei sichern zu helfen oder Versöhnungsarbeit zu leisten. Die großen ‚Gegenspieler‘ sind aber schlechte Regierungsführung, schlechte Handelsbedingungen, unverantwortliches Gebaren internationaler Konzerne, die Menschen für ihre Großprojekte im Bergbau oder Agrarbereich von ihrem Land vertreiben, der Klimawandel, der Zerfall von Staaten und die Gewalt. Ziel von Brot für die Welt ist es nicht, Migration zu verhindern. Sie ist wichtig für die Entwicklung des Einzelnen, für seine Gesellschaft und für die Gesellschaft des Gastlandes, Stichwort: Gastarbeiter. Mobilität muss in einer globalen Welt als normale Tatsache anerkannt werden und dem müssen moderne Einwanderungsgesetze Genüge tun. Aber die Entscheidung wegzugehen sollte nicht aufgrund fehlender Lebensalternativen gefällt werden müssen. Deshalb arbeitet Brot für die Welt mit seinen Partnerorganisationen in vielen Herkunftsländern und politisch mit der Bundesregierung und der Europäischen Union daran, die Lebensbedingungen der Menschen und die Rahmenbedingungen dafür zu verbessern. Zudem unterstützen wir unsere weltweiten Partnerorganisationen in der Friedensarbeit. Das ist zwingend und da muss auch die internationale Gemeinschaft viel mehr tun. Wer Frieden will, muss Frieden vorbereiten. Waffenexporte in Krisenregionen sind keine Hilfe und das militärische Eingreifen des Westens hat meist noch mehr Menschen in die Flucht getrieben.

Rogate-Frage: Wie und wo engagiert sich die Diakonie Katastrophenhilfe für Geflüchtete und Vertriebene?

Cornelia Füllkrug-Weitzel: Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet mit ihren Partnerorganisationen humanitäre Hilfe für Geflüchtete in Syrien und in den Anrainerstaaten Syriens ebenso wie entlang der Fluchtroute durch Europa. In den Anrainerstaaten Syriens, also in der Türkei, im Libanon, in Jordanien, im Irak und auch in Syrien sind wir mit unseren lokalen Partnern seit Beginn des Bürgerkriegs tätig, um die Not der Geflüchteten und Vertriebenen jeweils so zu lindern, wie es sich vor Ort als erforderlich darstellt. Häufig hilft da, wo die Mehrheit nicht in Lagern lebt, Geld, damit sie sich so, wie es gerade möglich ist, versorgen können. Anderenorts erhalten die Menschen Nahrungsmittelhilfe, Mietzuschüsse, Decken, Öfen und Heizmaterial. Darüber hinaus helfen wir mit psychosozialer Unterstützung in Gemeindezentren, um den Familien beizustehen die erlebten Traumata durch Flucht, Gewalt und den Verlust von Angehörigen zu überwinden. In Serbien und Griechenland geht es insbesondere darum, die ankommenden Menschen in den Erstaufnahmezentren auf den griechischen Inseln und an der serbisch-mazedonischen und serbisch-kroatischen Grenze mit Kleidung, Hygieneartikeln,  Schlafsäcken, Nahrung zu versorgen und die medizinische und sanitäre Versorgung  zu verbessern – je nachdem, was gebraucht wird.

Rogate-Frage: Trägt die aktuelle europäische und die deutsche Flüchtlingspolitik zu einer Verschärfung oder Entspannung der Lage bei?

Cornelia Füllkrug-Weitzel: Aktuell hat weder die Europäische Union noch Deutschland ein Konzept für die Aufnahme in Europa und keine überzeugenden Antworten auf die mittelfristigen Integrationsaufgaben. Das macht die Lage krisenhaft – nicht einfach die Zahl der Flüchtlinge. Sie haben zu lange das Problem allein den Staaten an der Außengrenze der EU überlassen und zu wenig in den Anrainerstaaten Syriens getan. Jetzt werden unter dem enormen Druck Tausender ankommender Menschen Lösungen gesucht, die schon viel früher hätten vorbereitet werden können und müssen und die Solidarität erfordern – offensichtlich eine europäische Mangelware sofern es nicht nur darum geht, Solidarität zu erhalten, sondern auch darum, sie gegenüber anderen zu leben.
Jetzt geht es darum zu erreichen, dass die Mitgliedstaaten der EU je nach Leistungsfähigkeit Verantwortung übernehmen und es einen europäischen Asylkonsens gibt. Ziel muss außerdem sein, dass alle Staaten die europäischen Asylrechtsstandards anwenden. Dazu sind alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet. Staaten, die nicht dazu in der Lage sind, brauchen Unterstützung. Diejenigen, die nicht in der Lage dazu sein wollen, brauchen Druck. Hermetische Abriegelungen der See-, Luft- und Landgrenzen und die restriktive EU-Visapolitik treiben schutzsuchende Menschen lediglich alternativlos in die Hände krimineller Schleuser – abhalten tun sie die Flüchtlinge nicht. Solange die Regierungen der Europäischen Union keine legalen Fluchtmöglichkeiten schaffen, werden die Bilder und Berichte über das Massengrab Mittelmeer nicht enden und die Zahl der Toten wird weiter steigen.

Rogate-Frage: Kirchenvertreter in Ungarn sehen mit einem völlig anderen Blick auf die Situation geflüchteter Menschen im Vergleich zu den leitenden Geistlichen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Wie gehen Sie mit der unterschiedlichen Sicht der Repräsentanten europäischer Kirchen um? Wie ist da eine Zusammenarbeit möglich?

Cornelia Füllkrug-Weitzel: Bei unserer Reise nach Ungarn im September haben wir auch Vertreter der Kirche dort getroffen. Im Rahmen der ACT Alliance, dem weltweiten Netzwerk kirchlicher Organisationen, haben auch sie sich mit Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge eingebracht. Doch es ist wie in der europäischen Politik – auch im Rahmen der kirchlichen Zusammenarbeit in Europa müssen wir auf Solidarität und Verantwortung gegenüber den Schutzsuchenden pochen. Eine Frucht der Reise war eine internationale Kirchenführerkonsultation, zu der der Weltrat der Kirchen und der Ratsvorsitzende der EKD eingeladen haben, um einen offenen kritischen Dialog miteinander zu führen über das, was die Kirchen in dieser Situation je als das ethisch Gebotene halten.

Rogate: Vielen Dank, Frau Präsidentin Füllkrug-Weitzel , für das Gespräch.

Mehr über die Brot für die Welt hier: brot-fuer-die-welt.de. Über die Diakonie Katastrophenhilfe hier: diakonie-katastrophenhilfe.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Dienstag, 2. Februar 16 | 19:00 Uhr, Eucharistie, in der Kapelle. Mit Posaunenmusik.
  • Dienstag, 9. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Donnerstag, 11. Februar 16 | 19:30 Uhr, Andacht
  • Dienstag, 16. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Donnerstag, 18. Februar 16 | 19:30 Uhr, Andacht
  • Dienstag, 23. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Donnerstag, 25. Februar 16 | 19:30 Uhr, Andacht
  • Dienstag, 1. März 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Donnerstag, 3. März 16 | 19:30 Uhr, Andacht
  • Dienstag, 8. März 16 | 19:00 Uhr, PassionsvesperGroßes Herz. Sieben Wochen ohne Enge“ mit Vikarin Tanja Pilger-Janßen, Zwölf-Apostel-Gemeinde
  • Donnerstag, 10. März 16 | 19:30 Uhr, Andacht
  • Dienstag, 15. März 16 | 19:00 Uhr, PassionsvesperGroßes Herz. Sieben Wochen ohne Enge“ mit Superintendent Uwe Simon, Kirchenkreis Oberes Havelland
  • Donnerstag, 17. März 16 | 19:30 Uhr, Andacht
  • Karfreitag, 25. März 16 | 15:00 Uhr, Kreuzweg, Michaelskirche, Bessemer Straße 97/101, 12103 Berlin-Schöneberg, Bus 106 (Richtung Lindenhof)
  • Ostersonntag, 27. März 16 | 6:00 Uhr, Ostermorgengottesdienst der Gemeinde Alt-Tempelhof (mit Beteiligung des Rogate-Klosters), Dorfkirche Tempelhof, Am Reinhardtplatz, 12103 Berlin-Tempelhof, U Alt-Tempelhof
  • Ostermontag, 28. März 16 | 11:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie, mit der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Hier unser Monatsplan Februar.

Fünf Fragen an: Uwe Mletzko, Pastor und Vorstand Innere Mission Bremen

Pastor Uwe Mletzko (Bild: Innere Mission Bremen)

Fünf Freitagsfragen an Uwe Mletzko, Innere Mission Bremen und Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V., über die Begegnung auf Augenhöhe von Menschen mit und ohne Behinderungen und warum Inklusion ein Thema für die Kirche ist.

Pastor Uwe Mletzko ist Vorstandssprecher der Inneren Mission in Bremen und Vorsitzender des Bundesverbandes evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB). Er stammt aus Bremervörde/Niedersachsen und hat in Bielefeld/Bethel und Heidelberg evangelische Theologie und Diakoniewissenschaften studiert. Er war nach Vikariat und Pfarramt von 2000-2005 Persönlicher Referent von Diakonie-Präsident Jürgen Gohde beim Diakonischen Werk der EKD, danach in der Fliedner Stiftung in Mülheim an der Ruhr  zuständiger Geschäftsführer der Fliedner Werkstätten und lebt und arbeitet nunmehr seit 2008 in Bremen. Er war Mitglied der ad-hoc Kommission „Inklusion“ des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, aus der die Orientierungshilfe „Es ist normal, verschieden zu sein. Inklusion leben in Kirche und Gesellschaft“ hervorgegangenen ist. Vorsitzender war Oberkirchenrat Klaus Eberl, Düsseldorf.

Rogate-Frage: Herr Pastor Mletzko, was heißt das: Inklusion aus Ihrer Sicht genau?

Uwe Mletzko: Der Begriff Inklusion meint eigentlich etwas ganz Selbstverständliches, wenn es auch schwer klingt. Es geht um die Aufhebung der Verschiedenheit zwischen Menschen, hier zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Dieses bezieht sich vor allem auf die Felder Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Gesundheitliche Versorgung. Alle Menschen sollen gleiche Rechte und Pflichten haben und sich in die Gesellschaft einbringen können und dabei keine Hürden oder Barrieren mehr erleben müssen. Dazu gehört auch, dass jede und jeder über sein Leben selbst bestimmen kann. Das können viele Menschen mit Behinderung leider nicht in vollem Umfang. Diese Begrenzung muss aufgehoben werden und die Schranken im Kopf müssen verschwinden. Inklusion ist dabei die stetige Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die durch die Vereinten Nationen 2008 in Kraft getreten ist. Seit 2009 ist sie durch die Bundesrepublik Deutschland ratifiziert worden und damit geltendes deutsches Recht geworden.

Rogate-Frage: Können Gesetze die Inklusion ermöglichen oder braucht es dazu nicht mehr?

Uwe Mletzko: Gesetze allein schaffen es nicht, dass Menschen mit Behinderung im alltäglichen Leben gleichberechtigt sind. Gesetze sind Rechtsgrundlagen und in diesem vorgegebenen „Spielfeld“ des Gesetzes muss gut gehandelt werden können. Alle Akteure müssen in diesen Rahmenbedingungen die Möglichkeiten haben, aktiv in diesem Gesellschaft leben zu können. Wenn das durch Gesetze nicht ermöglicht wird, dann stimmt was nicht. Deshalb befinden wir uns gerade in der Phase, dass wir ein Bundesteilhabegesetz bekommen werden. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird dieses Gesetz vorbereiten und hat dazu eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Rahmenbedingungen dieses Gesetzes beschreibt. Das ist schon mal eine gute Grundlage, denn die Verbände der Behindertenhilfe und die Selbstorganisationen der Menschen mit Behinderungen arbeiten in dieser Arbeitsgruppe mit und können ihre Aspekte einbringen. Ob das neue Gesetz, das 2017 in Kraft treten soll, dann wirklich ein gutes Gesetz für Menschen mit Behinderungen sein wird lässt sich daran messen, ob es Barrieren abbaut, die heute noch bestehen oder ob es zusätzliche Barrieren aufbaut.

Rogate-Frage: Was muss passieren, damit sich Menschen mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe begegnen können?

Uwe Mletzko: Zunächst muss sich die Einstellung in den Köpfen der Menschen ändern. Augenhöhe bedeutet ja: Ich stelle Dich und mich auf die gleiche Ebene, weil wir gleich sind. Diese Empfinden haben aber viele Personen leider nicht. Es gibt viele Menschen, die sich dafür aussprechen, dass sich große Einrichtungen der Behindertenhilfe hin zu dezentralen Strukturen und kleinen Wohneinheiten verändern. Wenn das aber in der unmittelbaren Nachbarschaft passiert, dass sich eine Wohngemeinschaft mit Menschen mit einer schweren geistigen Behinderung ansiedelt, dann kommen zuweilen haarsträubende Argumente, warum das denn ausgerechnet in meiner Nachbarschaft sein muss. Wir brauchen also eine veränderte Sicht auf Menschen mit Behinderung. Wir müssen wegkommen von einer defizitären Sicht hin zu einer Sicht, die uns offen werden lässt für die Möglichkeiten und Befähigungen von Menschen mit Behinderung. Erst wenn wir alle Menschen als einen Reichtum unserer Gesellschaft ansehen, dann schaffen wir es auch, uns auf Augenhöhe zu begegnen.

Rogate-Frage: Trotz vieler Förderungen und Möglichkeiten, finden Menschen mit Behinderung auf dem 1. Arbeitsmarkt schwer eine Beschäftigung…

Uwe Mletzko: …auch das hat mit alten Denkmustern zu tun. Einerseits die Sichtweise, dass Menschen mit Behinderung kaum etwas können und somit schwer einsetzbar sind. Zweitens die falsche Sichtweise, dass Menschen mit einer Behinderung einen besonderen Kündigungsschutz genießen und ein Betrieb sie im Zweifelsfalle „nicht mehr loswird“. Es hat aber auch etwas damit zu tun, dass wir zu wenig von den Möglichkeiten der Menschen mit Behinderung wissen. In den Werkstätten für Menschen mit Behinderung fehlt teilweise ein gutes Befähigungsmanagement, in dem die individuellen Stärken und Fähigkeiten der Menschen mit Behinderung verschriftlicht werden, damit diese bei einer Bewerbung ihr „Profil“ vorstellen können. Zudem fehlt es immer noch Anreize für Betriebe, Menschen mit Behinderung einzustellen. Dabei gibt es viele auch finanzielle Anreize, die aber wenig bekannt sind. Ich schlage auch vor, die Schwerbehindertenvertretungen in den Betrieben hier stärker ins Boot zu holen, damit Ängste und Sorgen besprochen und abgebaut werden können.
Ein gutes Instrument sind die Integrationsbetriebe, in denen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen arbeiten. Hier sind allerdings die Hürden der Beantragung nicht immer einfach zu nehmen und es gibt für Unternehmen, häufig sind es Betriebe der Sozialwirtschaft, die nicht vollständig mit auskömmlichen Finanzierungen für Erstanschaffungen und die Folgekosten versorgt werden. Da müssen diese Betriebe oft ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko tragen. Das ist dann meistens ein K.O.-Schlag für solche Integrationsbetriebe.

Rogate-Frage: Ist das Thema Inklusion ein Thema für die Kirchen?

Uwe Mletzko: Ja, auch für die Kirchen ist das Thema Inklusion wichtig. Schon allein für die Frage, welche Menschen mit einer Behinderung kirchliche Mitarbeitende werden können, vornehmlich seien die Pastoren und Diakone genannt. Auch in den Kirchengemeinden ist oder sollte Inklusion ein Thema sein. Wie gehen wir in den Kirchengemeinden miteinander um, haben Menschen mit Behinderungen einen Platz in der Kirche, in gemeindlichen Veranstaltungen oder werden sie zuweilen als lästig oder störend empfunden? Haben Menschen mit Behinderungen auch Aufgaben und fühlen sich verantwortlich, etwa als Lektor oder beim Küsterdienst? Gelingt es zudem, Menschen mit Behinderung zum Beispiel im Konfirmandenunterricht in einer inklusiven Gruppe mit zu unterrichten? Wir wissen, dass sich Kirchengemeinden hier schwer tun und regen an, dass Kontakt zu Diakonischen Einrichtungen gesucht wird, um gemeinsam eine Lösung zu finden, wie das geschehen kann. Auch hier gilt: Die Schere im Kopf muss weg und es darf gestaunt werden, welchen Reichtum an Erfahrungen, Wissen und Fröhlichkeit Menschen mit Behinderung in unsere Gesellschaft, in unsere diakonischen Einrichtungen und in unsere Kirchengemeinden einbringen können. Wir verändern in unserem Kopf die Blickrichtung von einem Für-Denken im Sinne einer guten Versorgungsstruktur hin zu einem Wir-Denken der gleichberechtigten Teilhabe und Selbstbestimmung. Jede und jeder weiß, was gut für sie oder ihn ist. Wir sollten anfangen, in diesem Sinne zu denken und zu handeln.

Rogate: Vielen Dank, Herr Pastor Mletzko, für das Gespräch!

Weitere Informationen: Inneremission-bremen.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Dienstag, 19. Januar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 26. Januar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Sonntag, 31. Januar 16 | 10:00 Uhr, Predigtgottesdienst, in der Zwölf-Apostel-Kirche. Liturgie: Bruder Willehad Kaleb RGSM
  • Dienstag, 2. Februar 16 | 19:00 Uhr, Eucharistie, in der Kapelle.
  • Dienstag, 9. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 16. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 23. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Karfreitag, 25. März 16 | 15:00 Uhr, Kreuzweg, Michaelskirche, Bessemer Straße 97/101, 12103 Berlin-Schöneberg, Bus 106 (Richtung Lindenhof)
  • Ostersonntag, 27. März 16 | 6:00 Uhr, Ostermorgengottesdienst der Gemeinde Alt-Tempelhof (mit Beteiligung des Rogate-Klosters), Dorfkirche Tempelhof, Am Reinhardtplatz, 12103 Berlin-Tempelhof, U Alt-Tempelhof
  • Ostermontag, 28. März 16 | 11:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie, mit der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin, Zwölf-Apostel-Kirche

 

Fünf Fragen an: Enno Haaks, Generalsekretär Gustav-Adolf-Werk

Fünf Freitagsfragen an Enno Haaks, Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks e.V. (GAW), über die Verbindung von Religionsfreiheit mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung, die Unterstützung von evangelischen Christen in der Diaspora und deren Situation in Syrien.

Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks (Bild: GAW)

Enno Haaks, Jahrgang 1963, stammt aus Schleswig-Holstein. Er studierte in Kiel und Erlangen Theologie und war danach zunächst Pfarrer in Pinneberg. Von 2001-2009 war er Geistlicher der zweisprachigen evangelisch-lutherischen Versöhnungsgemeinde in Santiago de Chile. Seit 2010 leitet er als Generalsekretär des GAW in Leipzig – das Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ihm ist es ein Herzensanliegen, sich für evangelische Minderheitskirchen einzusetzen, denn am Umgang mit Minderheiten entscheidet sich in einer Gesellschaft, wie offen sie ist und wofür sie einsteht. Insofern ist die Arbeit im GAW für ihn hochaktuell.

Rogate-Frage: Herr Generalsekretär Haaks, was können wir heute von Gustav Adolf lernen?

Enno Haaks: Das GAW trägt seit seiner Gründung 1832 den Namen des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf. Dieser hatte sich in einer Situation schützend vor Protestanten gestellt, als sie in Deutschland schwer bedrängt wurden. Es ging bei der Namensgebung nie um eine Verehrung des Schwedenkönigs, sondern eher um Inspiration dafür, mit Evangelischen, die bedrängt und benachteiligt werden, solidarisch zu sein gemäß dem Bibelwort aus Galater 6: „Lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist an des Glaubensgenossen.“ Wir haben als Evangelische Verantwortung auch füreinander.
Insofern gilt es nicht, von Gustav Adolf zu lernen, sondern sich von der Botschaft des Evangeliums zu guten Taten anregen zu lassen.

Rogate-Frage: Welche Aufgabe hat Ihr Werk und wo tritt es in Erscheinung?

Enno Haaks: Das GAW will weltweit evangelischen Gemeinden helfen, ihren Glauben an Jesus Christus in Freiheit zu leben. Dafür braucht es nach außen sichtbare „schöne“ Kirchen, damit sich die Gemeinden versammeln und gemeinsam auf „evangelische“ Weise ihren Glauben leben können. Das GAW hilft dabei, Kirchen zu bauen und zu erhalten. Das gleiche gilt für Pfarr- und Gemeindehäuser, evangelische Kindergärten, Schulen und diakonische Projekte. In Chile hat auch meine Gemeinde Hilfe vom GAW erhalten. Daher weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig das GAW für evangelische Minderheitskirchen ist.

Rogate-Frage: Wie ökumenisch kann ein konfessionell geprägtes Gustav-Adolf-Werk sein?

Enno Haaks: Das GAW war von Anfang an ein Werk, das FÜR etwas stand: für evangelische Minderheiten, für eine Solidarität mit ihnen, dafür, dass sie nicht vergessen werden. Dabei war das GAW nie eine Gründung gegen eine andere Kirche. Im Gegenteil wollte und will das GAW helfen, dass das Evangelium von Jesus Christus vielstimmig zur Sprache kommt. Vom theologischen Austausch und von der lebendigen Ökumene vor Ort profitieren auch die Mehrheitskirchen – wenn sie es zulassen.

Rogate-Frage: Sie unterstützen unter anderem evangelische Christen in Syrien. Welche Nachrichten erhalten Sie aus der Region? Wie geht es den Gemeinden dort?

Enno Haaks: Das GAW arbeitet mit der Fellowship of Middle East Evangelical Churches im Nahen Osten zusammen und hilft in Syrien zwei presbyterianischen Kirchen – einer armenisch- und einer arabisch-sprachigen. Sie brauchen dringend unsere Solidarität. Trotz des langen Krieges unterhalten diese beiden Kirchen mehrere Schulen für insgesamt 15.000 SchülerInnen. Diese Schulen sind für alle offen und ein Ort, an dem Kindern und Jugendlichen ein Stück Würde und Normalität erfahren. Bildung hilft – wird aber gerade von radikalen Kräften bekämpft. Denn Bildung ist letztlich eine „Waffe“ gegen jede Form von Polarisierung und Gewalt. Daran halten die beiden Kirchen fest.
Natürlich haben auch viele evangelische Christen das Land verlassen. Aber die Gemeinden sind nach wie vor stabil, die Gottesdienste voll. Die diakonische Hilfe in der Nachbarschaft der Kirchen funktioniert. In Aleppo übernimmt die armenisch presbyteriansiche Gemeinde für die Umgebung die Wasserversorgung, da sie einen Brunnen im Kirchhof gegraben hat.

Sie brauchen unsere Solidarität und sind dankbar, dass sie mit unserer Unterstützung Nothilfe leisten können. Dankbar sind sie auch darum, dass wir für sie beten und sie nicht vergessen.

Rogate-Frage: Wie nehmen Sie die Entwicklung der religiösen Unterdrückung weltweit war? Wo sind Protestanten Verfolgungen ausgesetzt?

Enno Haaks: Die Evangelische Kirche in Deutschland ruft seit 2010 am Sonntag Reminiscere zu einem Gedenktag für „bedrängte und verfolgte Christen“ auf. Es gibt vermehrt Regionen in der Welt, in denen Menschen Leib und Leben riskieren, wenn sie sich zum christlichen Glauben bekennen. Wichtig ist uns als GAW die Einbettung des Engagements für christliche Glaubensgenossen in den grundsätzlichen Einsatz für die Geltung der Menschenrechte weltweit.

2013 kam mit dem „Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit“ zum ersten Mal eine Studie von der Evangelischen Kirche in Deutschland  und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz heraus, um ein differenziertes Bild der Situation zu beschreiben. Bestätigt wird, dass weltweit immer mehr Menschen bei der Ausübung ihres Glaubens bedrängt werden. Christen sind besonders dort gefährdet, wo sie gesellschaftlich in einer Minderheitenposition sind und in einem autoritär regierten Staat leben. Mit Vorsicht betrachten wir den sogenannten „Weltverfolgungsindex„. Nicht in jedem Fall haben Verfolgung und Diskriminierung rein religiöse Motive. Wenn Christen verfolgt werden, werden in der Regel auch andere Menschenrechte verletzt.

Die Religionsfreiheit ist immer mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung verbunden. Deshalb können wir nicht uns nicht nur für das eine einsetzen.

Rogate: Vielen Dank, Herr Pfarrer Haaks, für das Gespräch!

Weitere Informationen finden Sie hier: gustav-adolf-werk.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Gottesdienstliche Winterpause bis zum 12. Januar
  • Dienstag, 12. Januar 16 | 19:00 Uhr, Eucharistie, in der Kapelle, ohne Gesang/Musik
  • Dienstag, 19. Januar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 26. Januar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Sonntag, 31. Januar 16 | 10:00 Uhr, Predigtgottesdienst, in der Zwölf-Apostel-Kirche. Liturgie: Bruder Willehad Kaleb RGSM
  • Dienstag, 2. Februar 16 | 19:00 Uhr, Eucharistie, in der Kapelle.
  • Dienstag, 9. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 16. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Dienstag, 23. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle
  • Unseren Fördervereinsflyer finden Sie hier.
  • Hier unser Monatsplan Dezember 15/Januar 16.

Fünf Fragen an: Sabine Werth, Gründerin der Berliner Tafel

Sabine Werth (Foto: Dietmar Gust)

Fünf Freitagsfragen an Sabine Werth, Verein Berliner Tafel, über die Bereitschaft zu helfen, die Not der Flüchtlinge und gerechte Verteilung.

Die studierte Sozialarbeiterin gründete den Verein Berliner Tafel und ist seither die ehrenamtliche Vorsitzende. Im neuen Vorstand ist sie vor allem für die Öffentlichkeitsarbeit und für den Kinder- und Jugendbereich zuständig. Um täglich vor Ort sein zu können, hat sie ihren eigenen Betrieb, die Familienpflege Sabine Werth, ebenfalls auf den Großmarkt verlegt. Fuhr sie anfangs noch selbst zu Supermärkten und Bäckern, ist sie seit Jahren vor allem das Gesicht der Tafel, begeisterte Botschafterin der guten Sache und unermüdliche Ideengeberin.

Rogate-Frage: Frau Werth, auf die Situation der Vertriebenen und Flüchtlinge bezogen, ist es eine Krise oder eine Katastrophe?

Sabine Werth: Es ist eine Katastrophe, denn in der ersten Zeit gab es wenig bis keine koordinierte Arbeit. Alle versuchten ihr Bestes zu geben, aber vieles ging massiv aneinander vorbei. Inzwischen haben alle gelernt und arbeiten zusammen. Das lindert nicht die Not, aber führt hoffentlich bald zu besseren Ergebnissen.

Rogate-Frage: Sind die Flüchtlinge in Berlin auf die Tafeln angewiesen? Wie begegnen Sie der Situation?

Sabine Werth: Es gibt viele Flüchtlinge, die in Heimen oder Unterkünften verschiedener Art untergebracht sind und dort eine Vollversorgung erhalten. Viele Flüchtlinge sind aber Eigenversorgende.
Diese Menschen kommen verstärkt zu Ausgabestellen von LAIB und SEELE, der Aktion der Berliner Tafel e.V., der Kirchen und des rbb. Wir haben inzwischen ein Infoschreiben, indem erklärt wird, wer wann zu einer Ausgabestelle gehen kann. Dieses Schreiben haben wir bisher leider nur ins Englische übersetzt bekommen, wir warten auf die arabische und die französische Übersetzung. Es gibt in den Ausgabestellen aber keinen Anspruch auf Unterstützung. Alles wird gerecht verteilt. Ob es dann viel oder wenig ist, hängt von der Menge der gesammelten Waren ab.

Rogate-Frage: Wie sind Sie selbst zur Tafelarbeit gekommen?

Sabine Werth: Ich habe die erste Tafel Deutschlands im Februar 1993 in Berlin gegründet. Heute gibt es 923 Tafeln in Deutschland, fünf in Österreich und elf in der Schweiz.

Rogate-Frage: Verdeckt die Arbeit der Tafeln nicht das Armutsproblem unserer Gesellschaft?

Sabine Werth: Nein, ich glaube fest, dass durch die unermüdliche Arbeit aller Menschen bei den Tafeln, die Armut besonders offensichtlich wird. Die Armut wäre viel versteckter, wenn die Schlangen bei Tafeln nicht öffentlich gewesen wären. Die Medien sind darauf aufmerksam geworden und seit über 20 Jahren sind Tafeln und damit die Armut im Fokus.
Wir können damit nicht die Armut abschaffen, aber wir können die Not etwas lindern. Speziell mit unserer Aktion LAIB und SEELE in Berlin, die in Kirchengemeinden durchgeführt wird, legen wir einen zusätzlichen Schwerpunkt auf die seelische Not der Menschen. Vielen fehlt es nicht nur an Geld, sondern auch an sozialen Kontakten. Da versuchen unsere Ehrenamtlichen vor Ort für die Menschen und ihre Nöte da zu sein. Schlichtes Zuhören ist Gold wert!

Rogate-Frage: Was muss jemand mitbringen, der sich für die Tafeln engagieren möchte?

Sabine Werth: Liebe zu Menschen, den Willen auch über die eigenen Grenzen zu gehen, Bereitschaft Kontakt zu Menschen zu bekommen, denen sie meist in ihrem Leben nie begegnet wären, Zeit. Und Demut kann nicht schaden!

Rogate: Vielen Dank, Frau Werth, für das Gespräch!

Mehr über die Berliner Tafel finden Sie hier: Berliner Tafel

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • 2015 12 13 Sternenkinder-GottesdienstDienstag, 20. Oktober 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 27. Oktober 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 3. November 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 10. November 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 17. November 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 24. November 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 1. Dezember 15 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Dienstag, 8. Dezember 15 | 19:00 Uhr, Vesper

 

Gottesdienst: Rogate-Fürbitten für den kommenden Sonntag.

Guter Gott, bewege die Kriegparteien in Syrien, der Ukraine, Afghanistan, Somalia und dem Irak, und an vielen anderen Orten unserer Welt mit dem Töten aufzuhören. Christus höre uns.

Christus erhöre uns.

Bewege die Regierungen Europas nach einer gemeinsamen Lösung für die Flüchtlinge zu suchen, wo nicht die Grenzabschottung im Vordergrund steht, sondern die Ermöglichung von Zugängen, wo es um die gerechte Verteilung von Lasten geht. Christus höre uns.

Christus erhöre uns.

Hilf den Politikern unseres Landes einen klaren Kopf zu bewahren, damit angemessene vernünftige Lösungen gefunden werden. Christus höre uns.

Christus erhöre uns.

Stärke das Personal in den Behörden, die in diesen Wochen logistisch und persönlich hervorragende Arbeit leisten und oft ihre Belastungsgrenzen hinaus gehen, gib ihnen Kraft. Christus höre uns.

Christus erhöre uns.

Erleuchte uns Christen, dass erkennen was wir tun können: in der Nachbarschaft, in der Politik, durch Spenden, durch Kontakte mit Flüchtlingsheimen und Geflüchteten. Christus höre uns.

Christus erhöre uns.

Herr unser Gott, wir brauchen einen klaren Kopf und ein einfühlsames Herz, um zu erkennen was gut und richtig ist. So bitten wir Dich: Sende uns Deinen Geist! Amen.

10273430_1121679404515593_5993426779733338908_nWillkommen im Rogate-Kloster in der Zwölf-Apostel-Kirche am Sonntag, 20. September 15 | 10:00 Uhr, zum Gottesdienst zum Monat der Diakonie: Eucharistie am 16. Sonntag nach Trinitatis: “Liebe den Fremden, wie dich selbst“. Hier werden die Fürbitten gelesen. Der Text ist von Pater Hillebrand SJ.

Predigt: Pater Ludger Hillebrand SJ, vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst – Jesuit Refugee Service – (JRS).

Musik: Antonín Dvořák: Messe in D op. 86, mit der Lichtenrader Kantorei, Leitung: Andreas Harmjanz. Orgel: Kreiskantor Christoph Hagemann.

Weitere Beteiligte: MdB Mechthild Rawert und MdB Azize Tank.

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

Das Rogate-Kloster im September: Monat der Diakonie, Fest der Kirchen, Flüchtlingshilfe und Musik.

Willkommen zu unseren Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

Jeweils am Dienstag feiern wir um 19:00 Uhr eine Vesper (in der Ordnung des Ev. Gesangbuchs Nr. 785) oder eine Eucharistie.

Den Fördervereinsflyer finden Sie hier. Unseren September-Flyer finden Sie hier.

Willkommen zu:

  • Dienstag, 1. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Rogate-Abend zum Monat der Diakonie „Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben“ zum Thema der Behandlung transidenter Menschen, mit Dr. Sascha Bull, leitender Oberarzt der Abteilung Plastische und Handchirurgie in der Elisabeth Klinik der Paul-Gerhardt-Diakonie.
  • Donnerstag, 3. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Sonnabend, 5. September 15 | 14:00 Uhr, Führung mit der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung „Max ist Marie“

    Sonnabend, 5. September 15 | 14:00 Uhr, Führung mit der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl durch die Ausstellung „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“, ein Foto- und Textprojekt-Engagement über und für transidente Menschen. Eine Veranstaltung zum Monat der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz​.

  • Dienstag, 8. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, anschließend (ca. 19:45 Uhr) Rogate-Abend zum Monat der Diakonie: „Alkohol– und Medikamentenabhängigkeit erkennen und Angehörigen helfen“. Mit Dipl.-Sozialpädagogin Anja Wenzel-Otto, Notdienst Berlin e.V.
  • Donnerstag, 10. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Sonnabend, 12. September, Teilnahme mit einem Info-Stand auf dem „Fest der Kirchen„, Alexanderplatz
  • Dienstag, 15. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, anschließend (ca. 19:45 Uhr) Rogate-Abend zum Monat der Diakonie: „Tod in Berlin – Realität und Chancen der Bestattungskultur in der Hauptstadt”, mit Dipl.-Ing. Fabian Lenzen, Vorstandsmitglied und Pressesprecher der Bestatter-Innung von Berlin und Brandenburg
  • Donnerstag, 17. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Sonntag, 20. September 15 | 10:00 Uhr, zum Monat der Diakonie, Eucharistie am 16. Sonntag nach Trinitatis: „Liebe den Fremden, wie dich selbst„. Predigt: Pater Ludger Hillebrand SJ, Jesuiten-Flüchtlingsdienst – Jesuit Refugee Service – (JRS). Musik: Antonín Dvořák: Messe in D op. 86, mit der Lichtenrader Kantorei, Leitung: Andreas Harmjanz. Orgel: Kreiskantor Christoph Hagemann.
  • Dienstag, 22. September 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend (ca. 19:45 Uhr) Rogate-Abend: Depression erkennen und Angehörigen beistehen“. Mit Marianne Schumacher, Angehörige psychisch Kranker im Landesverband Berlin e. V.
  • Donnerstag, 24. September 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet (jeden Donnerstag im Sept.)
  • Dienstag, 29. September 15 | 19:00 Uhr, Patrozinium St. Michaelis, Eucharistie, anschließend (ca. 20:15 Uhr) Rogate-Abend zum Monat der Diakonie: Testament und Patentenverfügung, mit Rechtsanwalt Holger Hillnhütter.

Grußwort: Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zum Monat der Diakonie

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler: Grußwort zum Monat der Diakonie

Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin (Bild: Bezirksamt Tempellhof-Schönenerg)

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Jahreslosung der Diakonie „für Vielfalt in der Nachbarschaft“ ist richtungsweisend. Menschen wollen helfen, für andere da sein und sich und ihr Handeln in den Dienst ihres Nächsten stellen.

Das Rogate–Kloster beteiligt sich im September 2015 mit einer Reihe von interessanten Veranstaltungen am „Monat der Diakonie“ und zeigt damit wieder einmal sein besonderes Engagement in unserem Bezirk. Das Leben in seiner Vielfalt und mit allen Facetten wird hier angesprochen.

Zum Beispiel werden mit den Veranstaltungen „Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben“ oder der Ausstellung „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“ Lebensfragen transidenter Menschen gezeigt.

Es ist eines der Verdienste des Rogate-Klosters, sich weltoffen und in christlicher Tradition, der Vielfältigkeit der Menschen in unserem Bezirk zu widmen.

Ein weiteres Thema, dass uns bewegt, ist die Frage nach einer Willkommenskultur für Flüchtlinge. In einer Eucharistiefeier mit der Losung „Liebe den Fremden wie dich selbst“ wird gezeigt, wie wichtig es ist, Menschen – die bei uns Zuflucht suchen – willkommen zu heißen.

Christliche Nächstenliebe in der Nachbarschaft ist ein wichtiges Gut. Die Welt würde ohne die Diakonie glanzloser sein. Sie ist es, die hilft und dabei nicht nach Herkunft, Religion, oder der Hautfarbe fragt – sie ist für uns alle da.

Ein schöner Grund, sie zu feiern. In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen einen interessanten „Monat der Diakonie“ – seien Sie dabei und begehen Sie die Vielfältigkeit.

Herzlichst Ihre

Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin Tempelhof-Schöneberg

Das Rogate-Kloster beteiligt sich am Monat der Diakonie mit folgenden  Veranstaltungen: