Fünf Fragen an: Prof. Traugott Roser, Universität Münster

Fünf Freitagsfragen an Prof. Traugott Roser, Universität Münster, über das Segnen im Lebenslauf, eine neue kirchliche Sensibilität für das Thema „Lebensformen“ und warum das Nichtsegnen Fluch ist. Ein Beitrag zur heute begonnenen Frühjahrstagung der Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).

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Prof. Traugott Roser (Bild: privat)

Traugott Roser studierte Theologie in Erlangen, München sowie in Gettysburg (USA). Er promovierte bei Trutz Rendtorff in München, bei ihm arbeitete er auch als Assistent. Er war Gemeindepfarrer in München und teilzeitlich als Leiter der Koordinationsstelle Medizinethik der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bis ins Jahr 2004. Seit 1. März 2013 ist er Professor für Praktische Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sein besonderes Interesse gilt der Palliative Care und Hospiz-Arbeit, ihrer Einführung in Pflegeeinrichtungen, sowie der Entwicklung einer Kultur von Spiritual Care im Gesundheitswesen. Zu seinen Schwerpunktthemen gehört auch Religion im Film.

Rogate-Frage: Herr Professor Roser, was ist Segen und was segnet die Kirche?

Traugott Roser: Wörtlich meint segnen – benedicere – „Gutes sagen“, im Zwischenmenschlichen immer dann, wenn es Not-wendig ist, weil das Gute im Leben gefährdet oder doch zumindest in Frage gestellt ist. Entsprechend sind Segen und Segnen an Übergängen im Leben angebracht, vom Aufbruch in einen neuen Tag am Morgen (Beispiel: Luthers Morgensegen) über den Aufbruch in eine neue Lebensphase, wie bei der Einschulung, und zu Beginn einer Lebenspartnerschaft bis hin zum Übergang vom Leben in das Leben nach dem irdischen Leben durch die „Aussegnung“. Jeder Mensch kann segnen, genauso wie jeder Mensch auch fluchen kann!

Wer segnet, stellt das Gegenüber und sich selbst in eine Beziehung, die unter der Verheißung Gottes steht; darum kann segnen auch immer nur Gutes meinen: Shalom in der ganzen Vielfalt der Bedeutungen. Nicht nur in den alten Geschichten, sondern auch in der konkreten Lebenswelt von heute, geben Menschen den Segen weiter, den sie selbst empfangen und aus dem sie gelebt haben. In diesem Sinn macht segnen auch immer deutlich, dass wir nicht aus uns selbst und für uns selbst leben, sondern Bittende und Empfangende sind. Kirche segnet im Übrigen nicht anders als Menschen segnen. Auch Kirche ist Empfangende und Bittende. Aber Kirche erinnert darüber hinaus, dass kirchlicher Segen immer zurück erinnert an die Verheißung der Taufe. Dort ist vielleicht so etwas wie der Ur-Segen, an den wir mit jedem weiteren Segen erinnern. Die unverbrüchliche Zusage Gottes, der bei uns ist und will, dass alles, was wir tun, Gutes wirkt.

Rogate-Frage: Wie ist es dazu gekommen, dass Sie sich mit der Frage zur Segnungen gleichgeschlechtlich liebender Menschen beschäftigen?

Traugott Roser: Offen gesagt, aus Eigeninteresse. Ich habe das Glück, zweimal um den Segen für eine Lebenspartnerschaft bitten zu dürfen und dabei nicht abgelehnt worden zu sein. Beim ersten Mal habe ich durch den Tod meines Mannes erlebt, wie wichtig der Segen gerade dann war, als es um Leben und Tod ging und der irdische Tod unser beider gemeinsames Leben beendete. Die Verheißung, dass dennoch Gutes auf uns wartet, hat uns der Segen gezeigt. Und auch in meiner jetzigen Lebenspartnerschaft zehren mein Mann und ich immer wieder von dem Segen, der uns geschenkt wurde. Am besten aber ist, dass der Segen bei unserer Segungsfeier nicht auf uns beschränkt war, sondern alle Gäste Segen zugesprochen bekamen, an dem Punkt, wo sie in ihrem Leben waren. Mein dritter Bruder wurde auch gesegnet, als Single. Es war das letzte Mal, dass ich ihn lebend gesehen habe. Wie tröstlich, dass er nicht ungesegnet starb, egal ob in oder nicht in einer Partnerschaft!

Rogate-Frage: Was bedeutet es, wenn der Segen Menschen und Paaren verwehrt wurde und wird?

Traugott Roser: Wer anderen Menschen nicht „Gutes sagt“, sagt ihnen damit Nichts. Da halte ich es mit Michael Ende („Die unendliche Geschichte„): „Das Nichts verzehrt das, was ist.“ Oder mit Paul Watzlawick („Man kann nicht nicht kommunizieren„) – wer nicht segnet, sagt nicht einfach nichts, sondern spricht einen Nichtsegen – und das ist für mich ein Fluch.

Rogate-Frage: Die Evangelische Kirche im Rheinland traut nun lesbische und schwule Paare. Die Landessynode der EKBO will morgen eine revidierte und erweiterte Trauagende verabschieden, die gleichgeschlechtliche Paar gleich behandelt und Tauungen ermöglich… Welche neuen Initiativen nehmen Sie in der evangelischen Kirche wahr, um Diskriminierungen zu beenden?

Traugott Roser: Ich erlebe in der Kirche bei vielen Gesprächen eine neue Sensibilität für das Thema „Lebensformen“ allgemein. Die Wahrnehmung dessen, dass es viele Weisen des Lebens als Christin und als Christ gibt, dass der Glaube auch Menschen wichtig ist, die nicht in das Raster der bürgerlichen Familie und bürgerlichen Existenz passen, gehört für mich dazu. Transgender beispielsweise ist ein Thema, dem Kirchen sich öffnen und das sie nicht länger ausschließen. Zur Beendigung von Diskriminierung gehört meines Erachtens aber auch, dass die Kirchen und Kirchenleitungen sich nicht nur helfend und diakonisch anderen Lebensformen zuwenden, sondern von deren Erfahrungen lernen, was Glaube in der Gegenwart ist und welche Konsequenzen Glaubenserfahrungen für Glaubenslehre haben kann. Kommunikation des Evangeliums ist eine Zweibahnstraße, ein Inklusions-Diskurs. Wir haben noch viel zu lernen, auch wenn Diskriminierung längst hinter uns liegt!

Rogate-Frage: Wie sollte ein Segnungs- beziehungsweise Traugottesdienst für homosexuelle Paare aussehen? Was ist dabei wichtig?

Traugott Roser: Nicht anders als ein normaler Traugottesdienst. Es kommt auf die Verbindung von Zeichen, Symbolen und Worten und Deutung an; es braucht immer einen engen Anknüpfungspunkt an die Biografie der beteiligten Menschen, denn der Segen und Zuspruch ereignet sich im Leben, in konkreten Lebenssituationen. Deshalb ist mir ganz wichtig, dass ein Gottesdienst durch gute Gespräche (Kasualgespräche) vorbereitet ist, in denen es nicht nur um Deko und Zeremonie geht, sondern darum, warum genau diese beiden Menschen segensbedürftig sind. Im Traugottesdienst ist es immer auch wichtig, neben all dem Schönen auch das zu sehen, was gefährdet ist. Da braucht es Segen. Dafür beten wir als Gemeinde. Alles Weitere wie Licht, Freude, Helligkeit, Musik und Schönheit ergeben sich von selbst.

Rogate: Vielen Dank, Herr Prof. Roser, für das Gespräch!

Weitere Informationen über Prof. Roser finden Sie hier.

Mehr zum Thema Synodentagung der EKBO hier:

  • Fünf Freitagsfragen an Sigrun Neuwerth, Präses der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), über Wege zum Ziel in der Sitzungsleitung, die Frage um die kirchenrechtliche Gleichstellung homosexueller Paare und das Interesse am Zusammenwirken von ehrenamtlichen und beruflichen Kräften.
  • Fünf Freitagsfragen an Kevin Jessa, Freiwilliger in der evangelischen Kirche, über ein ehrenamtliches Engagement trotz Widrigkeiten, die Sicht eines hineinwachsenden  Jugendlichen und die Stärke des Christentums, sich auf Neues einzulassen.

Zum Thema Gottesdienst siehe auch:

  • Landesbischof Gerhard Ulrich, Nordkirche und Leitender Bischof der VELKD, über die Definition eines lutherischen Gottesdienstes, situationsgemäße Liturgie und die Relevanz der Tradition.
  • Prof. Dr. Alexander Deeg, Universität Leipzig, über gute Gottesdienste, überzeugende Feierformen und die Wertschätzung der Eucharistie.
  • Pastorin Anita Christians-Albrecht, Plattdeutschbeauftragte der Landeskirche Hannovers, über ‘Gott up Platt – Wat sall dat?’, ‘Gott sien Lüüd’ und “Gott deep mitföhlen deit”.
  • Kirchenrat Klaus Rieth, Evangelische Landeskirche in Württemberg, über die Reaktion der Gemeinden im Ländle auf den Zustrom geflüchteter Menschen und eine bundesweit gefragte mehrsprachige Gottesdienst-Hilfe.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Dienstag, 12. April 16|19:00 Uhr, VESPER “Nächstenliebe“
  • Rogate Kl_Aushang_Rogate Sonntag_090316-2 KopieDonnerstag, 14. April 16|19:30 Uhr, EUCHARISTIE, mit Prozessionsgang durch die Kirche
  • Dienstag, 19. April 16|19:00 Uhr, VESPER “Liebeskummer“, das Abendgebet
  • Donnerstag, 21. April 16|19:30 Uhr, KOMPLET „Vergeben“
  • Dienstag, 26. April 16|19:00 Uhr, VESPER „Hochzeit“, das Abendgebet
  • Donnerstag, 28. April 16|19:30 Uhr, KOMPLET, Nachtgebet
  • Hier unser Aushang April 2016.
  • Sonntag Rogate, 1. Mai 16 | 10:00 Uhr, Eucharistie, Predigt: Prof. Dr. Dres. h.c. Christoph Markschies, Theologische Fakultät an der Humboldt-Universität
  • Dienstag, 3. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER am Tag der Apostel Philippus und Jakobus das Abendgebet, in der Kirche

Fünf Fragen an: Sigrun Neuwerth, Präses der Synode der EKBO

Fünf Freitagsfragen an Sigrun Neuwerth, Präses der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), über Wege zum Ziel in der Sitzungsleitung, die Frage um die kirchenrechtliche Gleichstellung homosexueller Paare und das Interesse am Zusammenwirken von ehrenamtlichen und beruflichen Kräften. Ein Beitrag zur heute beginnenden Frühjahrstagung der Landessynode in Berlin.

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Präses Sigrun Neuwerth (Foto Thorsten Wittge, EKBO)

Sigrun Neuwerth ist Referatsleiterin im Bundeslandwirtschaftsministerium. Sie wurde in Unna in Westfalen geboren, studierte Agrarwissenschaften in München und arbeitete als Wirtschaftsjournalistin unter anderem in Brüssel und Hamburg. 1998 wechselte sie als Pressesprecherin in das Bundeslandwirtschaftsministerium. 2002 übernahm Sigrun Neuwerth dort andere Aufgaben. Von 2004 bis 20014 war sie Präses des Kirchenkreises Pankow, später des neu entstandenen Berliner Kirchenkreises Berlin-Nordost. Auf der konstituierenden Tagung der Vierten Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz 2015 wurde sie zur neuen Präses gewählt.

Rogate-Frage: Frau Präses Neuwerth, was genau ist Ihre Aufgabe in der Synode?

Sigrun Neuwerth: Der Synodenvorsitz bedeutet Sitzungsleitung. Die Synode richtet sich nach den Ordnungen unserer Kirche und ihrer eigenen Geschäftsordnung, hier muss eine gute und faire Debatte möglich sein. Dafür muss der Vorsitz sorgen und auf das Ziel, nämlich den Beschluss hinleiten.

Rogate-Frage: Wie haben Sie zum Glauben und zum Engagement in der evangelischen Kirche gefunden?

Sigrun Neuwerth: Ich bin als Säugling getauft und von Kindesbeinen an christlich erzogen und evangelisch sozialisiert. Besondere Faszination habe ich im Kindergottesdienst und Konfirmandenunterricht entwickelt, nicht weil der so toll war, sondern weil ich mit den Texten und Liedern „ins Gespräch“ kam.

Rogate-Frage: In der heute beginnenden Tagung der Landessynode soll es auch um die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften bei Traugottesdiensten gehen. Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen und wie beurteilen Sie die Diskussion um diese Frage innerhalb der Kirche?

Sigrun Neuwerth: Die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften in Traugottesdiensten kam vor einem Jahr durch einen gemeinsamen Antrag mehrerer Kirchenkreise und der kirchlichen Jugend auf die Tagesordnung. Die Synode hat sich dafür ausgesprochen, jetzt eine Entscheidung zu treffen. Die Zeit seither wurde intensiv genutzt für theologische Arbeit und offene Gespräche in allen drei Sprengeln. Beides, die theologische Auseinandersetzung wie auch die Gespräche vor Ort, bedeuten einen großen Gewinn. Jeder konnte hier alles sagen und sich theologisch fortbilden oder weiterentwickeln.

Rogate-Frage: Manche fordern ein Schuldbekenntnis der evangelischen gegenüber Kirche gegenüber Lesben, Schwulen und Transmenschen. Wie sinnvoll wäre ein solcher Schritt und welche Folgen hätte er?

Sigrun Neuwerth: Die Frage müsste auch zunächst diskutiert werden. Pauschale Schuldbekenntnisse sind nicht grundsätzlich heilsam oder die wirklich versöhnungswirksame Form. Die Frage ist, wie die Verletzungen der Vergangenheit heute zu behandeln und künftig zu vermeiden sind. Genauer kann ich das jetzt nicht sagen.

Rogate-Frage: Welche Themen beschäftigen Sie darüber hinaus in Ihrem ehrenamtlichen Engagement für die Kirche?

Sigrun Neuwerth: In der Kirche beschäftigt mich die Frage, wie wir in unserer Zeit die christliche Deutung von Ereignissen und Botschaft vom Leben wach und erkennbar halten. In diesem Zusammenhang interessiert mich besonders die ehrenamtliche Arbeit und das Zusammenwirken von ehrenamtlichen und beruflichen Kräften.

Rogate: Vielen Dank, Frau Präses Neuwerth, für das Gespräch.

Weitere Informationen zur Synodentagung finden Sie hier:

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Dienstag, 12. April 16|19:00 Uhr, VESPER “Nächstenliebe“
  • Rogate Kl_Aushang_Rogate Sonntag_090316-2 KopieDonnerstag, 14. April 16|19:30 Uhr, EUCHARISTIE, mit Prozessionsgang durch die Kirche
  • Dienstag, 19. April 16|19:00 Uhr, VESPER “Liebeskummer“, das Abendgebet
  • Donnerstag, 21. April 16|19:30 Uhr, KOMPLET „Vergeben“
  • Dienstag, 26. April 16|19:00 Uhr, VESPER „Hochzeit“, das Abendgebet
  • Donnerstag, 28. April 16|19:30 Uhr, KOMPLET, Nachtgebet
  • Hier unser Aushang April 2016.
  • Sonntag Rogate, 1. Mai 16 | 10:00 Uhr, Eucharistie, Predigt: Prof. Dr. Dres. h.c. Christoph Markschies, Theologische Fakultät an der Humboldt-Universität
  • Dienstag, 3. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER am Tag der Apostel Philippus und Jakobus das Abendgebet, in der Kirche

Fünf Fragen an: Kevin Jessa, Freiwilliger in der EKBO

Fünf Fragen an Kevin Jessa, Freiwilliger in der evangelischen Kirche, über ein ehrenamtliches Engagement trotz Widrigkeiten, die Sicht eines hineinwachsenden  Jugendlichen und die Stärke des Christentums, sich auf Neues einzulassen. Ein Beitrag zur morgen beginnenden Frühjahrstagung der Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).

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Kevin Jessa (Bild: Jörn von Lutzau)

Kevin Jessa (26) war von 2009 bis 2015 ehrenamtlicher Vorsitzender der Evangelischen Jugend Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EJBO) und von 2012 bis 2015 Mitglied der Landessynode der EKBO. 2013 wurde er von der Kirchenleitung der EKBO für sein kirchliches Engagement gegen Homophobie und für den Interreligiösen Dialog mit der Paul-Gerhardt-Medaille ausgezeichnet.
2015 schloss Kevin Jessa an der Evangelischen Hochschule Berlin sein Studium ab. Der Religions- und Gemeindepädadoge arbeitet derzeit für den Deutschen Evangelischen Kirchentag und plant 2017 das Vikariat in der EKBO zu beginnen. Seit Anfang 2015 ist Jessa  Jugenddelegierter in der 12. Synode der EKD.

Rogate-Frage: Herr Jessa, was treibt Sie zu einem Engagement in der evangelischen Kirche?

Kevin Jessa: ​Ich bin in das ehrenamtliche Engagement in der evangelischen Kirche irgendwie hineingewachsen. ​Zunächst hatte meine Familie fast keinen Kontakt zur Kirche. Erst als wir umgezogen sind und ich in das Alter eines Konfirmanden gekommen bin, lernte ich das Christentum und damit die Kirche erst so richtig kennen. Alles begann schlichtweg mit einem einfachen Standart-Brief (den Ersten an mich adressierten Brief!), in dem ich zum Konfirmandenunterricht eingeladen wurde. Ich wollte wissen, was die Kirche macht, denn allein die Kirchengebäude fand ich schon beindruckend. Und ich wollte wissen, was diese Taufe eigentlich ist, die ich als Säugling empfangen hatte.

Der Pfarrer meiner Gemeinde hat mich für die Jugendarbeit der Kirchengemeinde begeistern können. Und so fing meine „ehrenamtliche Laufbahn“ in der Kirche an, insbesondere im Jugendverband unserer Kirche, der Evangelischen Jugend. Dass ich dabei geblieben bin, erstaunt mich selbst immer wieder. So einfach war das nicht in meiner Kirchengemeinde. Die Gottesdienste sind früh, der Gemeindekirchenrat wirkte auf mich starr und es gab Mitarbeitende, mit denen ich nicht gut klar kam. Gut, Probleme gibt es auf allen Ebenen in der evangelischen Kirche und viele kann man leicht lösen, ich scheitere nur leider immer wieder an Engstirnigkeit und Ignoranz. Ich fühle mich dann oftmals ohnmächtig.
Trotz aller Entmutigung habe ich es bisher immer wieder geschafft, neue Kraft zu schöpfen: Die Menschen in meinem Umfeld stärken mich in meinen Ansichten und ermöglichen mir auch häufig neue Perspektiven einzunehmen. Viele junge Menschen hadern mit der Kirche, möchten Sie aber nicht ganz aufgeben. Die Erfahrung habe ich in der Evangelischen Jugend machen können, und so geht es mir auch.

Kurz gesagt: Dass, was mich am Engagement in der Kirche reizt, überwiegt einfach das Nervige.

Rogate-Frage: Sie waren als Jugendvertreter Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Wie konnten Sie sich einbringen und welche Erfahrungen machten Sie in diesem Gremium?

Kevin Jessa: Als Jugendsynodaler hat man durch Berufung des Ältestenrates alle Rechte und Pflichten eines ordentlich gewählten Synodalen. Ich hatte also Sitz, Stimm-, Rede- und Antragsrecht und konnte wie jedes andere Mitglied an der Landessynode und ihren Arbeitsgremien teilhaben. Nach meinem Empfinden wurde ich weitestgehend als gleichberechtigt angesehen, ledig die vielbeschworene Erfahrung fehlte mir, dafür war aber mein Blick unverstellt.

Konkret habe ich als Jugendsynodaler die Reform des Kirchengesetzes zur Ordnung der Arbeit mit Kindern und Jugendarbeit mitverantwortet. Dort sind alle Rechte und Pflichten der Kinder und Jugendlichen unserer Landeskirche festgeschrieben. Hier trat ich für die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein, zum Beispiel das Recht auf Selbstbestimmung. Mit einigen anderen Synodalen habe ich zudem daran gearbeitet, die Lebenspartnerschaft und die Ehe kirchenrechtlich gleichzustellen. Der erste Versuch scheiterte, weil die angestrebte Änderung eines Kirchengesetzes zur Führung von Kirchenbüchern nicht wirklich der richtige Ort für eine Gleichstellung war. Dieses erste Aufbäumen nach langer Untätigkeit in Sachen Gleichstellung wurde allerdings zu einem Auftrag an die Kirchenleitung und den Theologischen Ausschuss, etwaige Änderungsmöglichkeiten zu prüfen. Da nichts passierte, haben die beteiligten Synodalen schließlich über die formalen Wege den zweiten Anlauf gewagt und einen Antrag an die Landessynode verfasst, den drei Kirchenkreise und die EJBO, der Jugendverband der Landeskirche, eingebracht haben. Dass ich zuvor in der EJBO angesichts der sehr erfolgreichen Kampagne „Bunt wie Gottes Schöpfung: Liebe hat viele Farben“ keine Widerstände bei Einbringung des Antragsentwurfs zu erwarten hatte, ist nicht verwunderlich. Leider konnte ich den begonnen Prozess nicht weiterführen, da ich aus der Landessynode ausscheiden musste.

Ein überwältigender Anteil der Synodalen hat großes Interesse an einer konstruktiven und kollegialen Zusammenarbeit. Ich bin sehr glücklich über das parlamentarische System der Evangelischen Kirche. Die durch die Grundordnung gesicherten Plätze der Jugendsynodalen sind unglaublich hilfreich für die Partizipation Jugendlicher. Die gemeinsame Arbeit an der Gestalt und der Zukunft der Kirche ist nicht nur persönlich für mich bereichernd gewesen. Ich würde mir nur wünschen, dass auch in den Kirchengemeinden mehr auf eine generationengerechte Besetzung der Gemeindekirchenräte geachtet wird.

Rogate-Frage: Wie erleben Sie die Diskussion um die Gleichstellung homosexueller Christen in der Kirche und den historischen Beschluss, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen?

Kevin Jessa: ​Ich bin sehr glücklich über den Beschluss, die Lebenspartnerschaft kirchenrechtlich und liturgisch mit der Ehe gleichzustellen. Es zeigt mir, dass es Kirche doch noch vermag – wie in allen Zeiten – sich neuen Fragestellungen zu öffnen und eine Antwort mithilfe der Bibel zu finden. Das ist so richtig evangelisch!

Die Debatte, die überall geführt wurde und vielerorts noch geführt wird, macht mich allerdings nicht sonderlich glücklich. Ich habe mich in meiner Bachelorarbeit damit wissenschaftlich beschäftigt, weil mich die Frage umtrieb, wie ein evangelisches Verständnis von Ehe aussieht. Da ich dadurch viele Fragen längst klären konnte, ist die Diskussion für mich unnötig geworden. Das heißt nicht, dass ich mich nicht mit anderen Argumenten auseinandersetzen würde, wenn es welche gäbe. In vielen Diskussionen merke ich, dass eine rein emotionale Ablehnung der Öffnung der Ehe besteht. Argumente höre ich sehr selten. Auch die Lesart der Bibel ist ein für mich schlechtes Argument. Wer behautet, aus dem reinen Lesen der Worte erschließt sich der Sinn, verkennt die Inhaltstiefe der Bibel und wird ihr nicht gerecht. Besonders wenn auch einer oberflächlichen Betrachtung die Überzeugung entsteht, man kenne den Willen Gottes. Das würde ich mir auch nicht anmaßen, wenngleich ich versuche die Texte in ihrem Kontext zu deuten.

Rogate-Frage: Die Landeskirche hat sich einen Reformprozess verordnet. Welche Erwartungen setzen Sie in diese Neuorientierung und Umstrukturierung?

Kevin Jessa: Es klingt vielleicht utopisch für einen zeitlich begrenzten Prozess, ich würde mir aber wünschen, dass einige „verkrustete“ Strukturen aufbrechen. Unsere Landeskirche ist an vielen Stellen viel zu hierarchisch für eine synodal verfasste Kirche. Unsere Landeskirche würde es gut vertragen, professionell, wenn nötig mit Hilfe von außen, an interne Schwierigkeiten heranzugehen und dennoch das menschliche Gesicht dabei nicht zu verlieren. Besonders wichtig ist mir dabei, eine offene Haltung Menschen gegenüber zu behalten.

Rogate-Frage: Wie stellen Sie sich die Kirche und ihre Gemeinden in 50 Jahren vor? Welche Zukunftshoffnungen haben Sie?

Kevin Jessa: Ich hoffe, wir haben auch in 50 Jahren noch Mut. In der Bibel gibt es nicht nur viele tröstliche Worte, sondern auch die Aufforderung mutig etwas zu wagen und ganz anders zu denken als gewohnt. Christus selbst hat unkonventionell gehandelt und gab seinen Jüngern immer wieder neue Perspektiven mit auf dem Weg. Und natürlich zeigen auch Erfolge und Reaktionen auf verschiedene Kampagnen und Anliegen der Evangelischen Jugend, dass es sich lohnt.

Veränderung ist möglich, dass habe ich in den letzten zehn Jahren meines Engagements gelernt. Und Veränderung ist bitter nötig. Ich finde es spannend, eine Balance aus Modernität und Tradition zu herzustellen. Besonders die Digitalisierung unserer Gesellschaft und unseres Leben ermöglicht und erfordert neue Wege der Kommunikation des Evangeliums. Das ist herausfordernd und verlangt auch Abschiede von gewohnten Dingen.

Zudem wünsche ich mir sehr, dass die Offenheit für alle Menschen nicht als Profillosigkeit verkannt, sondern als ureigene evangelische Art des Glaubens erkannt wird. Es ist doch gerade die Stärke des Christentums, sich auf Neues einzulassen und mit der Bibel in der Hand zu prüfen, welcher Weg gangbar ist.

Der Mitgliederschwund der Kirchen wird anhalten, wir werden kleiner. Aber ich glaube nicht daran, dass wir uns auflösen. Solange wir noch die Botschaft Christi weitertragen sollen, so wird das auch passieren. Wir werden in Zukunft aufpassen müssen, dass wir uns beim Kleiner werden nicht radikalisieren und zu einer versprengten Gruppe werden, die durch fehlende Offenheit nicht mehr ihrer Aufgabe nachkommen kann.

Rogate: Vielen Dank, Herr Jessa, für das Gespräch.

Weitere Informationen finden Sie hier: Positionspapier der Evangelischen Jugend Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz zur Ehe für alle. Sowie hier zur EJBO-Kampagne „Bunt wie Gottes Schöpfung: Liebe hat viele Farben“

Zum Thema siehe auch:

  • Fünf Freitagsfragen an Sigrun Neuwerth, Präses der Synode der EKBO, über Wege zum Ziel in der Sitzungsleitung, die Frage um die kirchenrechtliche Gleichstellung homosexueller Paare und das Interesse am Zusammenwirken von ehrenamtlichen und beruflichen Kräften. Das Interview finden Sie hier.
  • Fünf Freitagsfragen an Prof. Traugott Roser, Universität Münster, über das Segnen im Lebenslauf, eine neue kirchliche Sensibilität für das Thema “Lebensformen” und warum das Nichtsegnen Fluch ist. Das Interview finden Sie hier.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Heute, Donnerstag, 7. April 16|19:30 Uhr, ANDACHT in der Osterzeit
  • Rogate Kl_Aushang_Rogate Sonntag_090316-2 KopieDienstag, 12. April 16|19:00 Uhr, VESPER “Nächstenliebe“, in der Kapelle (Sakristei)
  • Donnerstag, 14. April 16|19:30 Uhr, EUCHARISTIE, mit Prozessionsgang durch die Kirche
  • Dienstag, 19. April 16|19:00 Uhr, VESPER “Liebeskummer“, das Abendgebet
  • Donnerstag, 21. April 16|19:30 Uhr, KOMPLET „Vergeben“
  • Dienstag, 26. April 16|19:00 Uhr, VESPER „Hochzeit“, das Abendgebet
  • Donnerstag, 28. April 16|19:30 Uhr, KOMPLET, Nachtgebet
  • Hier unser Aushang April 2016.
  • Sonntag Rogate, 1. Mai 16 | 10:00 Uhr, Eucharistie, Predigt: Prof. Dr. Dres. h.c. Christoph Markschies, Theologische Fakultät an der Humboldt-Universität
  • Dienstag, 3. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER am Tag der Apostel Philippus und Jakobus das Abendgebet, in der Kirche

Aktuell: EKBO-Abendforen zur Gleichstellung von Traugottesdiensten

Wir möchten gern einer Bitte der Landeskirche nachkommen und auf die folgenden Veranstaltungen hinweisen:

Landeskirchenweite Abendforen zur rechtlichen und liturgischen Gleichstellung von Traugottesdiensten für Paare in eingetragener Lebenspartnerschaft mit Gottesdiensten aus Anlass einer Eheschließung

Wenn zwei eins werden wollen, dann gehört es zu den schönsten Aufgaben von Pfarrerinnen und Pfarrer, für Paare da zu sein, die um Gottes Segen bitten. Auch wenn sich Partnerschaft und Ehe in unserer Zeit immer wieder wandeln, so bleiben sie doch randvoll gefüllt mit Sehnsüchten, Hoffnungen und einem großen Versprechen. Darum feiern wir sie in unseren Kirchen, wissend, wie gefährdet und begrenzt gemeinsame Lebenszeit sein kann.

Ehepartner haben die Möglichkeit, in einem Traugottesdienst ihre gemeinsame Zukunft unter Gottes Gebot und Verheißung zu stellen. Gleichgeschlechtliche Paare lassen sich in Gottesdiensten für ihren gemeinsamen Lebensweg Gottes Segen zusprechen.

Propst Dr. Christian Stäblein (Bild: EKBO)

Propst Dr. Christian Stäblein (Bild: EKBO)

Die von der Landessynode der EKBO beabsichtigte rechtliche und liturgische Gleichstellung von Traugottesdiensten für Ehe als auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaft hat gute Gründe. Ihnen ist der Diskurs verschiedener Abende gewidmet.

Reden Sie mit Propst Stäblein über das Vorhaben, Paare zu trauen, die als Mann und Mann oder Frau und Frau verbunden leben. An mehreren Abenden wird er dazu an verschiedenen Orten unserer Landeskirche bereit sein.

Abendforen im Sprengel Berlin:

  • Dienstag, 12. Januar 2016, Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz, 10787 Berlin, 19-21 Uhr

Abendforen im Sprengel Potsdam:

  • Montag, 25. Januar 2016, Ev. Stadtkirche St. Nicolai, Havelstraße 28, 16515 Oranienburg, 19-21 Uhr
  • Montag, 22. Februar 2016, Ev. Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg, Klosterkirchplatz 20, 14797 Kloster Lehnin, 19-21 Uhr

Abendforen im Sprengel Görlitz:

  • Dienstag, 05. Januar 2016, Haus Plitt, Bauzener Straße 21, 02906 Niesky, 19-21 Uhr
  • Freitag, 22. Januar 2016, Kirchengemeinde Werben/Spreewald, Am Anger 2, 03096 Werben, 19-21 Uhr
  • Dienstag, 26. Januar 2016, Dom St. Marien, Domplatz 10, 15517 Fürstenwalde/Spree, 19-21 Uhr
  • Mittwoch, 17. Februar 2016, Ev. Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Lübben, Paul-Gerhardt-Straße 2, 15907 Lübben, 19-21 Uhr

Fünf Fragen an: Dr. Christian Stäblein, Propst der EKBO

Fünf Freitagsfragen an Dr. Christian Stäblein, Propst der EKBO, über die Vielfalt der Landeskirche, die Beteiligung der Gemeinden am Reformprozess und den Stellenwert der Geistlichen Begleitung.

Propst Dr. Christian Stäblein (Bild: EKBO)

Propst Dr. Christian Stäblein (Bild: EKBO)

Dr. Christian Stäblein ist seit Mitte August 2015 Propst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Der Propst ist der Stellvertreter des Bischofs und theologischer Leiter des Konsistoriums in Berlin. Dr. Christian Stäblein stammt aus Hannover. Nach Studien der evangelischen Theologie, Judaistik, Philosophie, Geschichte und Rechtswissenschaften wurde er im Jahr 2000 zum Pfarrer ordiniert. Vor seinem Wechsel nach Berlin war er zuletzt seit 2008 Studiendirektor des Predigerseminars der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers im Kloster Loccum. Am Sonntag führt er im Kloster Lehnin die ersten von der Landeskirche ausgebildeten Geistlichen Begleiter ein. Die Ausbildung wurde u.a. von der Landespfarrerin für Spiritualität Andrea Richter initiert und geleitet.

Rogate-Frage: Herr Propst Dr. Stäblein, wie geht es Ihnen in Berlin und mit dem neuen Amt?

Christian Stäblein: Wie die Menschen mich aufnehmen und offen auf mich zugehen, das lässt mich sehr fröhlich Dienst tun im neuen Amt. Berlin ist mir auf diese der Stadt so eigentümliche Weise schnell wieder vertraut, obwohl es 20 Jahre her ist, dass ich damals nach dem Studium weggezogen bin. Ich genieße die Vielfalt und Buntheit Berlins, auch das Grün am Rand und in der Mitte. Und ich genieße die Weite und Vielfalt der ganzen Landeskirche: Berlin, Brandenburg und die schlesische Oberlausitz.

Rogate-Frage: Welche Aufgaben hat ein Propst in dieser Landeskirche und welche Aufgaben reizen Sie dabei besonders?

Christian Stäblein: Der Propst ist theologischer Leiter des Konsistoriums, also der obersten Behörde der Landeskirche. Und zugleich ist er Stellvertreter des Bischofs. Es ist diese Mischung aus theologischer Grundsatzarbeit und geistlicher Leitung, die mich besonders reizt. Denn daraus ergibt sich eine Vielfalt, die beim Predigen in den vielen kleineren und größeren Kirchen der Landeskirche beginnt und beim Bedenken theologischer Grundfragen nicht aufhört – weil am Ende immer beides zusammen gehört: Verkündigung und Theologie.

Rogate-Frage: Es wird viel vom „Reformprozess“ geredet und geschrieben. Was kommt auf die Gemeinden und die evangelischen Kirchenchristen zu?

Christian Stäblein: Der Reformprozess der Landeskirche zeichnet sich dadurch aus, dass er ganz auf die Beteiligung der Gemeinden setzt. Insofern erwartet die Kirchengemeinden nichts, was sie nicht selber mitgestalten können. Das Überdenken der Positionen und auch der Strukturen kirchlicher Arbeit gehört zur evangelischen Kirche stets dazu, Reform ist ein Markenzeichen der Kirchen der Reformation. So erwarten und produzieren die Kirchengemeinden viele Ideen für die zukünftige Gestalt der Kirche. Vieles davon läuft schon und läuft sehr gut – etwa die Glaubenskurse, die in vielen Gemeinden angeboten werden. Auch dass wir jetzt eine „Flüchtlingskirche“ in St. Simeon in Kreuzberg haben, also eine Kirche, in der Menschen, die geflohen sind, und Ehrenamtliche, die ihnen helfen, beraten und begleitet werden, ist für mich ein Zeichen: diese Kirche ändert sich stets und sucht nach Antworten des Evangeliums für die Herausforderungen der Zeit. Gewiss zählt zu diesen Herausforderungen auch, die Entwicklung der Mitgliedszahlen und die demographische Entwicklung im Blick zu haben. Auch hierfür brauchen wir Antworten und Konzepte.

Rogate-Frage: Welche Bedeutung haben die Kommunitäten und Geistlichen Gemeinschaften mit ihrer eigenen Frömmigkeit für die protestantische Kirche heute und künftig?

Christian Stäblein: Eine große. Sie ergänzen die guten Traditionen der evangelischen Volkskirche und bilden eigene Anziehungspunkte, an denen Menschen den Geist ihres Lebens entdecken können.

Rogate-Frage: Eine lange Tradition hat die Geistliche Begleitung in der Kirche. In der EKBO hingegen sind erste Pflänzchen gesetzt, ein erster landeskirchlicher Ausbildungskurs endet im November. Wie wichtig ist Ihnen das Thema?

Christian Stäblein: Meine Erfahrungen mit geistlicher Begleitung in der Ausbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer, für die ich in der Hannoverschen Landeskirche zuständig war, sind sehr gut. Die meisten Vikarinnen und Vikare haben einen geistlichen Begleiter oder eine geistliche Begleiterin und zehren oft sehr von diesem Austausch. Viele dieser Vikarinnen und Vikare haben später in ihren Gemeinden geistliche Übungen für den Alltag angeboten.
Ich freue mich darauf, im Gottesdienst zum Abschluss dieses ersten Ausbildungskurse Mitte November predigen zu dürfen. Die Begleitung durch Gottes Geist verwandelt unser Leben, andere Menschen auf ihrem Weg mit Gottes Geist begleiten zu dürfen, ihnen beizustehen und mit ihnen nach Gottes Spuren im eigenen Leben Ausschau zu halten, ist eine wichtige und wunderbare Aufgabe.

Rogate: Vielen Dank, Herr Propst Dr. Stäblein, für das Gespräch.

Mehr über die Landeskirche erfahren Sie hier: ekbo.de. Mehr über die Ausbildung zum Geistlichen Begleitenden in der EKBO erfahren Sie hier.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Kapelle der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Dienstag, 17. November 15 | 19:00 Uhr, Vesper in der Kapelle
  • Dienstag, 24. November 15 | 19:00 Uhr, Eucharistie mit Gedenken an die Toten in der Kapelle
  • 2015 12 13 Sternenkinder-GottesdienstDienstag, 1. Dezember 15 | 19:00 Uhr, Vesper in der Kapelle
  • Dienstag, 8. Dezember 15 | 19:00 Uhr, Vesper in der Kapelle
  • Sonntag, 3. Advent, 13. Dezember 2015 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pater Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent im Kirchenkreis Schöneberg.
  • Dienstag, 15. Dezember 15 | 19:00 Uhr, Eucharistie in der Kapelle
  • Gottesdienstliche Winterpause bis zum 12. Januar 2016.
  • Unseren Fördervereinsflyer finden Sie hier. Hier unser Monatsplan November und Dezember.

Rückblick: Grußwort Propst Stäblein zur Flüchtlingskrise

Trauergottesdienst am 2. Oktober 2015

Der Kirchenkreis Schöneberg und das Rogate-Kloster haben am 2. Oktober 2015, im Anschluss an ein bundesweites Totengeläut, zu einem zentralen Berliner Gedenk-Gottesdienst für auf der Flucht gestorbene Menschen eingeladen. Als Vertreter der Landeskirche EKBO sprach Propst Dr. Christian Stäblein ein Grußwort:

„Liebe Gemeinde hier an diesem Abend, liebe Gäste, Damen, Herren, Kinder, liebe Schwestern und Brüder, liebe Trauernde, Klagende, Fragende,

an diesem Abend trauern und beklagen wir das Leid. Viele Menschen sind auf der Flucht. Viele Menschen sind auf der Flucht umgekommen. Auf Schiffen. In Autos. Zu Fuß. Sie haben Geliebte, Nahe, Angehörige verloren. Einen Bruder. Eine Mutter. Eine Tochter. Einen Sohn. Einen Vater. Eine Schwester. Wir haben Mitmenschen verloren. Kinder Gottes.
Das beklagen wir an diesem Abend, darüber trauern wir, das sagen wir an diesem Abend und erinnern und ermahnen damit uns alle: achtet das Leben, achtet Gott, der dieses Leben ge- schaffen hat, achtet das und sorgt also: für die Menschen auf der Flucht, auf der Suche nach Leben. Achtet und sorgt: für humane Wege, für menschliches Miteinander der Fürsorge.

In diesen Zeiten ist es gut, wenn wir zusammenstehen. Wir brauchen einander in den Gemeinden und auf den verschiedenen Ebenen unserer Kirche. Unsere Hoffnung wächst im Miteinander und im Gebet füreinander. Für die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bete und trauere ich mit Ihnen – Trauer, die uns im Glauben verbindet, Trauer die uns über Religionen und Konfessionen und Einstellungen hinweg verbindet. Trauer und Mut, die Dinge anzugehen und zu ändern.

Für die evangelische Kirche möchte ich an dieser Stelle auch einen Moment danken: Den Menschen, die helfen, die sich unermüdlich einsetzen und kämpfen für Mitmenschlichkeit, für Fürsorge. Menschen, die beten und die in dieser Stunde trauern. Menschen in der Stadt und auf dem Land, Menschen in Kirchengemeinden, in Einrichtungen und Werken, Menschen aus der Ferne und der Nachbarschaft.

Jeder und jede von Ihnen hat möglicherweise ein Gesicht vor Augen, ein Gesicht, das in den letzten Wochen viel dafür getan hat, damit Hilfe möglich wird. Nehmen Sie diesen Menschen, nehmen Sie dieses Gesicht mit ins Gebet in dieser Stunde, darum bitte ich Sie.

Die Trauer möge uns verbinden. Gottes Kraft möge uns stärken.“

Hinweis: Ein Gebet von Pfarrer Martin Germer zu diesem Anlass finden Sie hier.

Rückblick: Predigt vom Pfarrer Burkhard Bornemann im Eröffnungsgottesdienst des 23. Stadtfestes Berlin

Einzug des Predigers Burkhard Bornemann (Foto: Ilse Bohn)

Pfarrer Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent des Kirchenkreises Berlin-Schöneberg, hielt am Freitag die Predigt im Eröffnungsgottesdienst des 23. Lesbisch-schwulen Stadtfests Berlin. Mitwirkende waren zudem der Friedenauer Posaunenchor, Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Geschäftsführer Jörg Steinert (LSVD Berlin-Brandenburg), MdB Mechthild Rawert und Vikarin Anna Trapp (Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche). Orgel: Malte Mevissen. Fotos davon finden Sie hier. Sie können die Ansprache von Pfarrer Bornemann hier im Wortlaut nachlesen:

„Wenn zwei sich lieben, küssen sie sich.

Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss – in diesem Sinne eine kleine Hommage an Gertrude Stein und ihre Rose.

Wenn zwei, die sich lieben, sich begehren, ist das ihrem Kuss anzusehen, abzuspüren.

In einer Welt, die vor Gewalt, Hass, Ausgrenzung zu bersten droht – wird der Kuss als Provokation wahrgenommen.

Der Kuss der Begehren ausdrückt, der erotische Kuss: Das Erleben, da sind zwei glücklich – und ich gehöre nicht dazu – löst Neid aus. Kann Neid auslösen. Das kenne ich auch von mir – Neid ist kein schönes Gefühl. Und deshalb anderen verbieten wollen, ihr Glück zu zeigen – auch in der Öffentlichkeit zu leben – das ist schäbig. Und alltäglich.

Der Kuss Menschen gleichen Geschlechtes – zeigt schnell, wie homophob wie ablehnend und ausgrenzend nicht nur restriktive Gesellschaften, auch angeblich liberale immer noch sind. Wie sehr Homophobie immer noch „drin“ steckt.

Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss

Zeichen einer Welt ohne Ablehnung ohne Ausgrenzung – in der Lesben, Schwule, Trans- und Intersex-Menschen frei und selbstbewusst leben, in der wir frei lieben und unsere Liebe offen zeigen können ohne Angst

Das ist die Welt von der die biblischen Propheten sprechen – der Welt der Neuschöpfung. Im 65. Kapitel im Jesaja- Buch heißt es: „Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar. Denn siehe, ich will Wonne schaffen und Freude und ich will fröhlich sein und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.“ Das ist die Welt, die Gott für uns gedacht hat, eine Welt nicht von Krieg und Raffgier, von Neid und Ausgrenzung – eine umfassende Welt, in der die Liebe und unsere Liebesfähigkeit zählt, unsere Fähigkeit zu Freude. Zum Fest.

Jeden Tag erleben wir, wie weit wir davon entfernt sind.

Und doch: Wer sein Ziel kennt, findet den Weg.

Es gibt Stationen des Weges: Die Ehe-für-Alle ist eine solche Station.

Sie ist wichtig, um gleiches Recht zu gewähren. Um in der rechtlichen Gleichstellung nicht Partnerschaft 1. Klasse und 2. Klasse zu unterscheiden.

Deshalb werden wir nicht lockerlassen, dieses Recht einzufordern.

Ich bin auch fest davon überzeigt, dass die geschlechtsunabhängige Ehe, die Ehe/für/Alle dieses altgewordene Rechtsinstitut der Ehe, diese so brüchige Vereinbarung insgesamt beleben kann. Der Bruch mit der Heteronormativität der Ehe gibt der Ehe an sich eine Chance zur Lebendigkeit, die sie meiner Wahrnehmung nach als normative Verbindung von Mann/Frau längst verloren hat.

Doch ist die Ehe/für/Alle eine Wegstation, nicht das Ziel.

Trotzdem ist alles, was sich um dieses Anliegen herum konstruktiv ereignet, Leuchtfeuer für die Liebe, für das Leben, für gelingende Gemeinschaft.

Sei es das Votum aus Irland – sei es der Gerichtsentscheid in Mexiko – Gründe der Freude! Sei es die Entscheidung der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, bis zum nächsten Jahr die rechtlichen und gottesdienstlichen Bedingungen zu schaffen, dass auch für gleichgeschlechtliche Paare die Trauung kirchlich vollgültig vollzogen wird. Dass in meiner Kirche dieser Weg gegangen wird – das freut mich als Mensch der Kirche besonders. Es zeigt sie als entwicklungsfähig und inzwischen auch entwicklungsbereit. Berührt und bewegt von den Humanisierungskräften des Christus Jesus – in seinem Geist der bedingungslosen Annahme eines Jeden/ einer Jeden – in dem eigenen So-sein, so bunt so vielfältig so unterschiedlich wir Menschen sind und lieben und begehren.

Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss

So ist ein Kuss ein schönes Zeichen als Einladung für das 23. Lesbisch- schwule Stadtfest. Wie wir auf dem Plakat an vielen Orten aufgehängt sehen konnten.

Und hat doch in konkreter Gestaltung zu Irritationen, zu deutlicher Kritik geführt. Schließlich, neben anderen Gründen zum Ausstieg der Lesbenberatung aus dem diesjährigen Stadtfest, die nun nicht mit einem Stand vertreten ist.

Diese Irritation und Kritik gilt es erst einmal wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Der gemeinsame Weg der Emanzipation der LGBTI – Community ist da wirklich herausgefordert. Da läuft etwas deutlich schief, wenn sich Lesben in der Community deutlich marginalisiert erleben. Wenn ganz unverhohlen bei dem Anliegen der Ehe/für/Alle von der „Schwulen-Ehe“ gesprochen werden kann, ist das ganz offensichtlich nur ein eklatantes Beispiel für eine gesellschaftliche Grundtendenz, die weit in die Community hineinreicht. Für mich war es in aller eigenen deutlichen Beschämung – dass ich es gar nicht bemerkt hatte, so sehr mit der eigenen Lebenswirklichkeit in Kirche und Gesellschaft beschäftigt war, da war es die Titelstory der „Siegessäule“ im März „Lesben raus – Vom Verschwinden einer Identität“, der mir geholfen hat, wahrzunehmen und auch zu verstehen. Stephanie Kuhnen schreibt dort: „Die Verliererinnen sind wieder einmal die Lesben, die nach der Normalisierung auf die billigen Plätze verwiesen wurden und allmählich aus der Legende der erfolgreichen Emanzipation geschrieben werden. So wiederholt sich die Erfahrung mit der zweiten Frauenbewegung, deren Impulsgeberinnen in vielen Fällen Lesben waren, die sich solidarisch mit allen Frauen im Kampf gegen Misogynie und für ein selbstbestimmtes Leben engagierten und am Ende ihre politischen und autonomen Treffpunkte wie FrauenLesbenzentren verloren und von den heterosexuellen Frauen in den Institutionen verdrängt wurden. In der lesbisch-schwulen Bewegung sieht es nicht anders aus: Lesben kämpfen für alle Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender – und die bürgerlichen Schwulen weitgehend und mit wenig sichtbaren Ausnahmen für sich selbst, wie es scheint.“ Diese Worte nehme ich sehr ernst, auch die Kritik am Plakat, die hier Klischees und mangelnde Realität verbunden mit Fehlern im Arabischen – damit: mangelnde Achtsamkeit und fehlende Sensibilität für Gegebenheiten wahrnimmt. Ernstnehmen und im guten Sinne damit auseinandersetzen – das ist geboten. Beschimpfen und Verächtlichmachen der Kritik oder gar von Menschen – so wie es die Geschäftsführerin der Lesbenberatung gerade erlebt – das ist finster.

Wenn wir das Ziel im Auge behalten, bedeutet es ungeteilte Menschlichkeit ungeteilte Menschenrechte ungeteilte Emanzipation – im Miteinander.

Am Ende des 65. Kapitels von Jesaja heißt es: „Wolf und Schaf sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Sie werden weder Bosheit noch Schaden tun“ – so malt es diese Vision eines befriedeten Lebens.

Die Regenbogenfahne im Eröffnungsgottesdienst des Rogate-Klosters zum Stadtfest. Bild: Christiane Weidner

Im Blick auf das Ziel eines offenen Lebens ohne Ausgrenzung darf auch immer wieder – und trotz alledem, was weiterhin bruchstückhaft und enttäuschend ist – darf auch immer wieder gefeiert werden. Das gemeinsame Feiern von Menschen, deren Gemeinschaft eigentlich unmöglich ist – das hat Jesus immer wieder praktiziert – für ihn ist genau das Fest Vorgriff auf das Reich Gottes – das Ziel…. Okay, das wird nicht bei jedem Gottesdienst deutlich…. Nicht jedes Fest strahlt das aus. Aber es gilt für unsere Feste: So darf es sein.

Der offen schwul lebende Imam Muhsin Hendricks, der in Südafrika praktiziert, schreibt: „Wir feiern die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität als natürlichen Weg und Gottes Schöpfung.“

Das ist für mich die rechte Haltung, das diesjährige Lesbisch-schwule Stadtfest zu feiern – das ist der innere Beweggrund dieses Gottesdienstes und seines Abendmahles –

Wir feiern die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität als natürlichen Weg und Gottes Schöpfung.

Amen.“

Lesen Sie auch: Fünf Freitagsfragen an Pfarrer Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent des Kirchenkreises Schöneberg, über den heutigen Eröffnungsgottesdienst zum 23. Lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin, das Leben in der Kiez-Gemeinde und wie die Kirche Stellung beziehen sollte.

Mehr Infos finden Sie hier: zwoelf-apostel-berlin.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de _________________________________________________

Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Heute, Sonntag, 21. Juni 15, Teilnahme mit eineRogate Kl_Postkarte_Mond_RZ080615_Web (verschoben) 1 Kopiem Info-Stand auf dem “23. Stadtfest des Regenbogenfonds“, Schöneberg
  • Dienstag, 23. Juni 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • St. Johannistag, Mittwoch, 24. Juni | 18:00 Uhr, Eucharistie, Hauskirche Maria von Magdala, Alt-katholische Gemeinde Berlin, Detmolder Straße 4, 10715 Berlin-Wilmersdorf
  • Donnerstag, 25. Juni | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Pater Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung – The Flame Of Hope”, zu „Der Mond ist aufgegangen”. Orgel: Manuel Rösler. Violoncello: Emily Saße.
  • Dienstag, 30. Juni 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Unseren Juni-Plan finden Sie hier, den Juli-Plan finden Sie hier.