Fünf Fragen an: Petra Weitzel, Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.

Fünf Fragen an Petra Weitzel, 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V., über die Trans*-Definition, das Geschlecht als Kontinuum und warum dies ein Thema für Kirche und Gemeinden sein sollte.

2017 Petra Weitzel
Petra Weitzel (Bild: privat)

Petra Weitzel, 57, Dipl. Ing (FH), verheiratet (Lebenspartnerschaft), engagiert sich in der „Projektgemeinde nicht nur für Schwule und Lesben“ in Frankfurt am Main seit 2004. In der Trans*Beratung ist sie seit 2009 tätig. Seit Juli 2017 ist sie 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.

Rogate-Frage: Frau Weitzel, was ist Transidentität und was Transsexualität?

Petra Weitzel: Transsexualität und Transidentität bedeutet für die Träger_innen dieser Eigenschaften das Wissen, nicht oder nicht ganz dem ihnen bei der Geburt zugewiesenem Geschlecht anzugehören.

Der Begriff Transsexualität wurde von Magnus Hirschfeld, Deutschlands bekanntestem Sexualwissenschaftler um 1920 geprägt und meint, dass Psyche und Körper geschlechtlich verschieden sind, eines davon „trans“ also jenseits vom anderen liegt. Es geht also um das Sein und nicht um das Tun.

Transidentität wurde Mitte der 1980er Jahre von Transidentitas e.V., unserem Vorgängerverein, und Medizinern im Rhein-Main Gebiet geprägt und betont eben genau einen Zustand und nicht sexuelles Handeln, woran bei „transsexuell“ uninformierte Menschen gewöhnlich zuerst denken.

Heute wird Transidentität tendenziell von Fachkräften, die up-to-date sind, häufiger benutzt als Transsexualität. Beispiele sind die Institutsambulanz der Universitätsklinik Frankfurt mit der „Transidenten Sprechstunde“ und zahlreiche Veröffentlichungen von Dr. Udo Rauchfleisch, Dr. Meyenburg und vielen anderen.

Es gibt Menschen, die beide oder einen der Begriffe als Bezeichnung für sich aus sehr unterschiedlichen Gründen ablehnen und deshalb neue Begriffe kreieren oder einfach nur als Mann oder Frau bezeichnet werden wollen. Auf der anderen Seite ist „transident“ nicht exklusiv Menschen vorbehalten, die zum Beispiel eine geschlechtsangleichende Operation wünschen.

Rogate-Frage: Welche Aufgaben hat die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualiät dgti e.V. und wer engagiert sich in ihr?

Petra Weitzel: Die dgti e.V. widmet sich seit 20 Jahren der Beratung transidenter/transsexueller Menschen, der Aufklärung von Pädagogen und Erziehern sowie medizinischem und betreuendem Personal.

Diese Beratung von gleich zu gleich ist eine sozialrechtliche- und Antidiskriminierungsberatung. Hier geht es um alles von A wie „Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz“ bis Z wie „Zuspruch“.

Neu hinzugekommen sind eine umfangreiche Aus- und Fortbildungsreihe für unsere Beratenden sowie Ärzte und Therapeuten und Publikationen und Filmprojekte wie „Reformation für Alle*„, die bestimmte gesellschaftspolitisch relevante Aspekte behandeln, mit dem Ziel, die Akzeptanz transidenter Menschen zu steigern.

Rogate-Frage: Von wie vielen Geschlechtern gehen Sie aus?

Petra Weitzel: Das Geschlecht eines Menschen ist genetisch betrachtet ein Kontinuum. Nicht nur dass das Gehirn unser wichtigstes Geschlechtsorgan ist (nach Prof. Milton Diamond) und zu einem unterschiedlichem Zeitpunkt wie der Rest des Körpers während der Schwangerschaft durch Sexualhormone geprägt wird, sondern auch viele andere Merkmale wie Größe, Körperform und so weiter, sind einer großen Bandbreite unterworfen, die vielen nicht bewusst ist. Das Vorhandensein einer bestimmten statistischen Durchschnittsgröße entsprechenden primärer Geschlechtsmerkmale bei der Geburt, sagt ohne Gentest und ohne dass der betreffende Mensch sich schon äußern könnte, nichts über das Geschlecht dieses Menschen aus.

Schon im Alter von drei Jahren können transidente Kinder merken, dass sie mit der Zuweisung und/oder dem Körper nicht übereinstimmen. In der Pubertät können intergeschlechtliche Menschen sekundäre Geschlechtsmerkmale entwickeln, die sich entgegengesetzt den primären Geschlechtsmerkmalen entwickeln oder sie kommen schon mit nicht eindeutigen Merkmalen auf die Welt.

Wir können daher nur von den Polen männlich und weiblich und jeder möglichen Zwischenstufe mit Bezeichnungen wie zum Beispiel nicht-binär sprechen. Folgerichtig, wenn beide rechtlich vorhandenen Geschlechter tatsächlich auch rechtlich überall gleichgestellt wären, könnten man im Idealfall auf eine „amtliche“ Sortierung des Geschlechts verzichten und damit jeder Person die Freiheit lassen, sich in einer Kategorie wohl zu fühlen oder nicht.

Rogate-Frage: Warum ist Transidentität und Transsexualität Thema für die Kirche?

Petra Weitzel: Kirche, dass sind im Falle der römisch-katholischen und evangelischen Landeskirchen in Deutschland in weltlicher Hinsicht Institutionen, die derzeit circa 60 Prozent der deutschen Bevölkerung auf sich vereinen. Das hat uns veranlasst uns mit der evangelischen Kirche zu beschäftigen, da wir hier schon viele Samenkörner sehen, aus denen etwas gutes wachsen kann.

Kirche ist für alle da. In dem Moment wo sie das nicht ist, hört sie auf Kirche zu sein.

In jeder Kirchengemeinde gibt es welche, die bei Abneigung gegen eine bestimmte Personengruppe, das passende Bibelzitat finden und wenn das nicht klappt, darauf vertrauen, dass ein wörtliches Zitat aus der Bibel, die Unkenntnis des hebräischen Urtextes vorausgesetzt, schon die gewünschte Wirkung hat.

So kommt es, dass uns „Gott schuf Mann und Frau, nach seinem Bilde“, vorgehalten wird. Der zweite Halbsatz wird weggelassen sowie die Tatsache, dass im hebräischen Adam, Mensch bedeutet und es dort männlich UND weiblich heißt. Als männlich und weiblich schuf er sie (die Menschen). Aus dem Urtext ist klar erkennbar: Am Anfang waren die Menschen beides. Etwas später gab Gott diesem Menschen eine Gefährtin. Aber heißt das nun, dass diese beiden Geschöpfe keine Anteile vom jeweils anderen haben dürfen?

reformation-fuer-alle---transidentitaet---transsexualitaet-und-kirche-data (verschoben) Kopie
Cover der Broschüre „Reformation für Alle*“

Hat Gott nur Tag und Nacht geschaffen und Abendrot, Morgendämmerung sowie den Übergang nicht?

Wie könnten diese Geschöpfe zusammenkommen, wäre da keine Seelenverwandtschaft?

Über die Jahrhunderte hat sich die Kirche, seit der Reformation, immer wieder darauf besonnen, dass sie für alle da ist.

Ohne Luther, wo wären da Frauen in der Kirche heute? Die Ordination von Frauen, Segnung und Trauung gleichgeschlechtlicher Paare sind Errungenschaften der letzten 70 Jahre. Mit der Aufklärung nimmt die Inklusion zu. Die Kirche reformiert sich weiter, ecclesia semper reformanda, und dass muss sie auch.

Menschen als krank zu bezeichnen, die eine Eigenschaft haben, die man nicht verstehen kann, das hat in der Geschichte der Menschheit Tradition. Fugitivismus nannte man einst im 19. Jahrhundert die Tendenz von Sklaven, fliehen zu wollen. Es gab bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts christliche Glaubensgemeinschaften, die die Messlatte, wer in der Gemeinde akzeptiert ist, auf der Höhe der Hautfarbe angesiedelt haben. Auch dafür hatte man eine theologisch überzeugende Begründung. Darüber sind wir inzwischen weitestgehend hinweg und dies weist uns Weg.

Niemand hat es sich ausgesucht, transident zu sein. Es wurde uns mitgegeben und wir haben als transidente Menschen die Aufgabe verantwortungsvoll aber eigenverantwortlich damit umzugehen. Gott hat den Menschen die Fähigkeiten verliehen, hier etwas hinzuzulernen und das kann auch dazu benutzt werden den Körper der Seele anzupassen. Gott kann in die Herzen der Menschen hineinsehen und wird es verstehen.

Rogate-Frage: Was wünschen Sie sich von den Kirchen und den Kirchengemeinden?

Petra Weitzel: Das Annehmen des Anderseins als etwas Schönes und Gottgegebenes, dass wäre meine Definition von Reformation im 21. Jahrhundert. Jeder Mensch, gleich welcher Herkunft, Alter, Leistungsfähigkeit, sozialem Status, geschlechtlichem Zustand oder sexueller Orientierung sollte gleich in den Kirchengemeinden willkommen sein. Jeder Mensch ist anders, mal mehr oder weniger offensichtlich. Das zu Begreifen ist eine Herausforderung, aber es gibt einen Lohn dafür, der sich nicht berechnen lässt und sich in Frieden, Freiheit und Glück ausdrückt.

Rogate: Vielen Dank, Frau Weitzel, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

In folgenden Youtube-Video kommen Menschen, die mit der Kirche verbunden sind, zum Thema „Kirche und Transsexualität“ zu Wort.  Er wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Reformationsjubiläums gefördert.

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten und Veranstaltungen:

Gedenktag: Tag des Heiligen Liudger.

Der heilige Liudger (* um 742 bei Utrecht; † 26. März 809 bei Billerbeck) war Missionar, Gründer des Klosters Werden sowie des Helmstedter Klosters St. Ludgeri, Werdener Klosterleiter und erster Bischof von Münster.
Nach der Missionierung Friesland durch Iroschotten und Angelsachsen musste die vornehme Familie von Liudger zunächst aus ihrer Heimat ins Frankenland fliehen. Liudger hatte als elfjähriger Junge noch den greisen Bonifatius erlebt, besuchte dann die Klosterschule von Utrecht als Schüler des Gregor und studierte von 767 bis 772 bei Alkuin in York, wo er zum Diakon geweiht wurde. Bis 775 war er dann zum Abschluss seiner theologischen Ausbildung wieder in Utrecht. Ab 776 missionierte er in Friesland, dabei baute er die von Heiden zerstörte Lebuinus-Kirche in Deventer wieder auf und zerstörte seinerseits die heidnischen Kultstätten in Friesland. Zum Priester geweiht wurde er im Jahr 777 in Köln, um dann nach der Eroberung Frieslands durch die Franken im Auftrag von Karl Martell als Missionar nach Friesland zurückzukehren. Er baute verschiedene Kirchen, u.a. die in Dokkum zum Andenken an Bonifatius. Von den einfallenden Sachsen unter Widukind im Jahr 784 vertrieben, pilgerte er zusammen mit seinem Bruder Hildegrim nach Rom und lebte zwei Jahre bei den Benediktinern im Kloster Montecassino; dort hat er wohl auch Kaiser Karl den Großen persönlich kennengelernt. 787, nach der Bekehrung der Sachsen, erhielt Liudger zum dritten Mal einen Missionsauftrag in Friesland; seine Reisen führten ihn dabei bis nach Helgoland.
Im Unterschied zur zwangsweisen Missionierung, teilweise mit Feuer und Schwert, die z. B. von Karl dem Großen erfolgreich angewandt wurde, war Liudgers Stil in der Missionierung ein friedlicher. Während es in den von Karl dem Großen missionierten Herrschaftsgebieten meist ausreichte, den herrschenden Fürsten zu überzeugen, missionierte Liudger im westlichen Sachsen, dem heutigen westlichen Westfalen, einem Gebiet in denen es unzählige von einander unabhängige Stämme gab. Durch Überzeugungsarbeit und Predigten vergrößerte er das christliche Territorium ohne Zwangsmittel anzuwenden. Kriegshandlungen wich er dabei aus, kehrte aber alsbald nach Eroberung neuer Gebiete zurück. Zum Ende der Sachsenkriege begleitete er 798 Karl den Großen ein einziges Mal auf einem Feldzug in Minden.

Gedenktag: Tag des Heiligen Willehad von Bremen.

Willehad, ursprünglich Vilhaed, (* um 740 in Northumbria; † 8. November 789 in Blexen an der Weser) war seit etwa 770 als Missionar in Friesland und im Gebiet der Sachsen aktiv und wurde der erste Bischof von Bremen. Sein Name bedeutet „der willenstarke Kämpfer“.

Als Priester kam er 772 nach Friesland und war zunächst in Dokkum tätig, wo 20 Jahre zuvor Bonifatius erschlagen worden war; auch Willehad konnte hier nur mit Glück einem Mordanschlag entkommen. 780 wurde er von Karl dem Großen zur Mission unter den Sachsen in das Gebiet zwischen Weser und Ems geschickt, wo Willehad Priester bestellte und Kirchen erbaute. Beim Sachsenaufstand unter Herzog Widukind (Wittekind) 782 musste er aber fliehen, seine Gefährten Folkard, Attroban, Benjamin, Emming, Gerwald und Grisold kamen ums Leben.

Willehad ging 782 nach Rom, war dann an 785 für zwei Jahre im Kloster Echternach, mit dessen Abt Beornrad und dessen Gründer Willibrord er enefalls verwandt war. Nach der Bekehrung Widukinds 785 nahm er seine Missionsarbeit an der Weser wieder in Angriff. In Worms 787 zum Bischof geweiht, ging er nach Bremen, das das erste Bistum auf sächsischem Boden wurde, und weihte dort 789 den Dom.

Bischof Ansgar erhob 860 Willehads Gebeine, übertrug sie in den neuen Bremer Dom und verfasste ein Verzeichnis der von Willehad gewirkten Wunder. Ihm wurden 18 Kirchen und Kapellen vom Norden Jütlands bis ins südliche Niedersachsen geweiht. Zusammen mit Karl dem Großen gilt er als Gründer der Stadt Bremen.

Quellen: Wikipedia und Heiligenlexikon.

Gedenktag: Tag des Apostels Jakobus des Älteren.

Jakobus der Ältere (hebr. ‏יעקב בן־זַבדַי‎ Ja’akov ּBen-Savdai, Jakobus der Große, lateinisch Jakobus Maior, Jakobus Zebedäus, lat. Iacobus Zebedaei oder spanisch Santiago) († ca. 44 n. Chr.) ist eine Gestalt des Neuen Testaments. Er zählt zu den zwölf Aposteln Jesu Christi.

„18 Als nun Jesus am Galiläischen Meer entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannt wird, und Andreas, seinen Bruder; die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer.
19 Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!
20 Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.
21 Und als er von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Boot mit ihrem Vater Zebedäus, wie sie ihre Netze flickten. Und er rief sie. 22 Sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm nach.“

Jakobus der Ältere ist der Bruder des Johannes, Sohn des Zebedäus. Nach Mt 4, 18-22 wurde er zusammen mit seinem Bruder unmittelbar nach Simon und Andreas, den Söhnen des Jonas, berufen. Jakobus und Johannes gehören zu dem ersten Viererglied in der Liste der Apostel und haben recht engen Kontakt zum Herrn gehabt. Jakobus wurde zusammen mit seinem Bruder der Beiname „Donnerskinder“ beigelegt (Mk 3, 17). Damit wollte der Herr wohl ihren Feuereifer anerkennen. Als ihre Mutter Salome aber begehrt, dass ihre Söhne zur Rechten und Linke Jesu sitzen dürfen, fragt Jesus sie, ob sie bereit seien, den Kelch und die Taufe, die Jesus empfängt, zu empfangen, worauf sie bejahen. Daraufhin gibt ihnen der Herr aber keine Zusage, sondern verweist auf den Willen des Vaters, der allein einem jeden seinen Platz im Himmelreich zuweist (Mk 10, 35-45). Immerhin sagt er, dass beide Kelch und Taufe Jesu empfangen werden (Vers 39).
Dies verwirklicht sich für Jakobus besonders bald. Er wurde vermutlich im Jahre 44 durch Herodes Agrippa hingerichtet, da dieser sich unter den Pharisäern Freunde zu machen suchte, indem er die „Sekte der Nazarener“, wie die Christen in der ersten Zeit genannt wurden, besonders hart verfolgte (Apg 12, 1f). Schon früh wurde der Bericht vom Tod des Jakobus, der ja in der Apostelgeschichte nur sehr knapp überliefert ist, ausgeweitet. Danach soll der Ankläger selbst durch das Zeugnis des Jakobus derart bewegt worden sein, dass er sich ebenfalls zum Herrn Jesus Christus bekannte und zusammen mit Jakobus verurteilt wurde. Auf dem Weg zum Richtplatz bat er den Apostel um Vergebung und empfing von diesem den Friedensgruß und Bruderkuß. Dann wurden beide zugleich enthauptet.
Vor seinem Märtyrertod soll Jakobus der altkirchlichen Überlieferung nach in Spanien gewesen sein und dort das Evangelium verkündigt haben. Demnach wäre er der Begründer der christlichen Gemeinde in dieser Gegend. Seine Gebeine werden in San Jago di Compastella verehrt. (Text: Das Kirchenjahr)

Der Jakobstag (St. Jakob, kurz Jakobus oder Jakobi) 25. Juli ist seit dem 8. Jahrhundert als Festtag für Jakobus den Älteren, Bruder des Evangelisten Johannes nachweisbar. In der evangelischen und katholischen Kirche ist sein Gedenktag der 25. Juli, an dem im Mittelalter in vielen Gegenden Europas Erntefeste oder Kirmes gefeiert wurde, in der orthodoxen Kirche ist es der 30. April, in der koptischen Kirche der 12. April und in der äthiopischen Kirche der 28. Dezember.

Gedenktag: Tag des Evangelisten Markus.

Heute ist der Tag des Evangelisten Markus (25. April). Johannes Markus oder Markus ist eine Gestalt des Neuen Testaments, nach altchristlicher Tradition auch der erste Bischof von Alexandria und damit Begründer der koptischen Kirche und der Verfasser des Markusevangeliums. Sein Symbol ist der Löwe.

Der Evangelist Johannes-Markus hat, so vermuten manche Ausleger, die Passionsgeschichte vom Abendmahl an selbst miterlebt, da das Haus, in dem Jesus mit seinen Jüngern das Mahl hielt, sein Elternhaus war. Dorthin soll auch Petrus, nachdem er vom Engel aus dem Gefängnis befreit worden war, gegangen sein (Apg 12, 17). Hier finden wir auch den Doppelnamen Johannes-Markus.
Später ist Markus Anlass zu dem Streit, als dessen Folge sich Barnabas und Paulus vor der zweiten Missionsreise trennen (Apg 15, 36-41). Paulus war von Markus enttäuscht, weil dieser nicht mit in das Innere Kleinasiens hatte vordringen wollen, und verbot ihm, bei der Besuchsreise der neu gegründeten Gemeinden mitzukommen. Dennoch kann Paulus über Markus später im Kolosserbrief Gutes sagen: „Es grüßt euch Aristarchus, mein Mitgefangener, und Markus, der Vetter des Barnabas, und Justus. Von den Juden sind diese allein meine Mitarbeiter am Reich Gottes, und sie sind mir ein Trost geworden.“ (Kol 4, 10f)
Markus soll nach der Überlieferung als erster in Ägypten gewesen sein und in Alexandrien die ersten Gemeinden gegründet haben.
Nach altkirchlicher Überlieferung hat er in Rom sein Evangelium geschrieben. Hinweise für seinen Aufenthalt dort finden sich in 1. Petr 5, 13: „Es grüßen euch aus Babylon (=Rom), die samt euch auserwählt sind, und mein Sohn Markus.“ In 2. Tim 4, 11 fordert Paulus den Timotheus auf, Markus mitzubringen. Wenn dies geschah und Paulus diesen Brief schrieb, ist auch dieser Vers eine Quelle für die Vermutung des letzten Aufenthaltsortes des Markus.
Folgt man diesen Überlegungen, kann man davon ausgehen, dass der Evangelist Markus ein besonders enges Verhältnis zur Verkündigung der Urgemeinde hatte. In Rom erhielt er zuletzt aus der Hand des Petrus, dessen Übersetzer er war, Informationen über das Leben Jesu, so dass er sich daran machen konnte, das Evangelium zu schreiben, wozu er von der römischen Gemeinde nach der Überlieferung gedrängt wurde.

Quelle: Das Kirchenjahr

Gedenktag: Tag des Heiligen Liudger.

Der heilige Liudger (* um 742 bei Utrecht; † 26. März 809 bei Billerbeck) war Missionar, Gründer des Klosters Werden sowie des Helmstedter Klosters St. Ludgeri, Werdener Klosterleiter und erster Bischof von Münster.
Nach der Missionierung Friesland durch Iroschotten und Angelsachsen musste die vornehme Familie von Liudger zunächst aus ihrer Heimat ins Frankenland fliehen. Liudger hatte als elfjähriger Junge noch den greisen Bonifatius erlebt, besuchte dann die Klosterschule von Utrecht als Schüler des Gregor und studierte von 767 bis 772 bei Alkuin in York, wo er zum Diakon geweiht wurde. Bis 775 war er dann zum Abschluss seiner theologischen Ausbildung wieder in Utrecht. Ab 776 missionierte er in Friesland, dabei baute er die von Heiden zerstörte Lebuinus-Kirche in Deventer wieder auf und zerstörte seinerseits die heidnischen Kultstätten in Friesland. Zum Priester geweiht wurde er im Jahr 777 in Köln, um dann nach der Eroberung Frieslands durch die Franken im Auftrag von Karl Martell als Missionar nach Friesland zurückzukehren. Er baute verschiedene Kirchen, u.a. die in Dokkum zum Andenken an Bonifatius. Von den einfallenden Sachsen unter Widukind im Jahr 784 vertrieben, pilgerte er zusammen mit seinem Bruder Hildegrim nach Rom und lebte zwei Jahre bei den Benediktinern im Kloster Montecassino; dort hat er wohl auch Kaiser Karl den Großen persönlich kennengelernt. 787, nach der Bekehrung der Sachsen, erhielt Liudger zum dritten Mal einen Missionsauftrag in Friesland; seine Reisen führten ihn dabei bis nach Helgoland.
Im Unterschied zur zwangsweisen Missionierung, teilweise mit Feuer und Schwert, die z. B. von Karl dem Großen erfolgreich angewandt wurde, war Liudgers Stil in der Missionierung ein friedlicher. Während es in den von Karl dem Großen missionierten Herrschaftsgebieten meist ausreichte, den herrschenden Fürsten zu überzeugen, missionierte Liudger im westlichen Sachsen, dem heutigen westlichen Westfalen, einem Gebiet in denen es unzählige von einander unabhängige Stämme gab. Durch Überzeugungsarbeit und Predigten vergrößerte er das christliche Territorium ohne Zwangsmittel anzuwenden. Kriegshandlungen wich er dabei aus, kehrte aber alsbald nach Eroberung neuer Gebiete zurück. Zum Ende der Sachsenkriege begleitete er 798 Karl den Großen ein einziges Mal auf einem Feldzug in Minden.

Feiertag: Heute ist Buß- und Bettag.

Der Buß- und Bettag in Deutschland ist ein Feiertag der evangelischen Kirche, der auf Notzeiten zurückgeht. Er wurde im Lauf der Geschichte für besondere Anliegen angesetzt, aber oft nicht am selben Datum. Im 20. Jahrhundert wurde er wie auch heute meist am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres, begangen, also elf Tage vor dem ersten Adventssonntag bzw. am Mittwoch vor dem 23. November.

Das Wort „Buße“ lässt in manchen Regionen des deutschen Sprachraums unrichtige Assoziationen aufkommen. Es geht bei diesem Tag nicht um Büßen für begangene Vergehen im Sinne von „bestraft werden“, sondern um eine Buße im Sinne der Reue für begangene Sünden, und eine Umkehr und Gesinnungsänderung zu Gott hin.

Die bayerische und rheinische evangelischen Kirchen haben eine extra Homepage zum Buß- und Bettag 2012 eingerichtet. Sie finden sie hier.

Wir wünschen allen evangelischen Christen einen besinnlichen Buß- und Bettag!

Terminhinweise für diese Woche:

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Hinterlasse einen KommentarGeschrieben von – 20. November 2012 in Sonstiges, Termine

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Rogate-Abend: „Tod in Berlin – Realität und Chancen der Bestattungskultur in der Hauptstadt”

Die Bestattungskultur scheint in Berlin mehr noch als im übrigen Bundesgebiet von vielen Gegensätzen geprägt zu sein. So sind zunächst seit etlichen Jahren zwei konträre Entwicklungsrichtungen zu beobachten. Die eine ist die zu recht viel beklagte scheinbare Abkehr von jeglicher Bestattungskultur, hinzu Erscheinungen wie Beisetzungen ohne Trauerfeier, anonymen Grabstellen und preisgünstigen Paketlösungen, die ohne vorherige Beratung über das Internet gebucht werden können. Die andere, gegenläufige Erscheinung, stellt den Verstorbenen bewusst in den Mittelpunkt, in einigen Fällen bis hin zur Gestaltung des Abschieds als Personality-Event. Diese zeichnet sich durch den Wunsch nach Einzigartigkeit aus, die Bestattung wird zu einem gesellschaftlichen Ereignis, wie eine Hochzeit, Taufe oder runde Geburtstagsfeier, die eine persönliche Handschrift tragen soll und über die noch lange geredet wird. In der Mitte verbleibt bei alle dem freilich ein nicht geringer Teil „ganz normaler Bestattungen“ die in der medialen Aufmerksamkeit oft nicht wahrgenommen werden.
All diese Erscheinungen befinden sich in Berlin zusätzlich noch in einem Umfeld eines erkennbaren Anteils von Bürgern mit Migrationshintergrund und damit auch unterschiedlichsten Bestattungsriten, einer für viele erschreckend hohen Anzahl von rund 2.000 ordnungsbehördlichen und 3.000 sozialbehördlichen Bestattungen im Jahr und einem teilweise bizarr anmutenden Wettbewerb unter insbesondere den auf das Niedrigpreissegment fokussierten Bestattern mit scheinbar wenig pietätvollen Firmennahmen und Sammelüberführungen in weit entfernte Krematorien.
Bei dieser Fülle von Faktoren von denen insbesondere die spektakulär erscheinenden die Presse und die Öffentlichkeit gerade in der Zeit um den Ewigkeitssonntag herum zu teilweise sachlichen und teilweise weniger sachlichen Diskussionen ermuntern, soll das Thema des Abends: „Tod in Berlin – Realität und Chancen der Bestattungskultur in der Hauptstadt.“ zu einem Diskurs in dieses Themenfeld einladen.

Der Vortragende Dipl.-Ing. Fabian Lenzen, Vorstandsmitglied und Pressesprecher der Bestatter-Innung von Berlin und Brandenburg, wird Fakten zusammentragen, vermeintliche Gerüchte aufzuklären, Fragen zu beantworten und Hintergründe für die verschiedenen Phänomene aufzuzeigen. Gemeinsam wollen wir überlegen wo auch die Chancen und Möglichkeiten, die sich in zumindest einigen dieser Entwicklungen verbergen, zu erkennen sind.

Termin: Donnerstag, 22. November, 19.30 Uhr, Komplet in der Kirche, danach Rogate-Abend „Tod in Berlin – Realität und Chancen der Bestattungskultur in der Hauptstadt” im Kleinen Saal, Pfarrhaus.

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Hinterlasse einen KommentarGeschrieben von – 27. Oktober 2012 in Aktuelles

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Rogate-Abend: Intersexualität als Herausforderung für Politik & Kirche.

Der Deutsche Ethikrat hat den Umgang mit intersexuellen Menschen in der Vergangenheit verurteilt und Entschädigungen für die Folgen von Operationen empfohlen. Wir wollen uns im Rahmen einer Vesper und, zusammen mit der SPD-Bundestagsfraktion, am Dienstag das Thema zum Schwerpunkt machen und laden dazu ein:

Die Einladung zur Veranstaltung der SPD-”Fraktion vor Ort” finden Sie hier. Bitte melden Sie sich an, damit wir planen können. Eine Anmeldung ist zudem bei Facebook möglich. Vielen Dank!

Als Hintergrund-Information empfehlen wir das Interview “Das dritte Geschlecht” mit dem Augsburger Weihbischof Dr. Anton Losinger, Mitglied des Ethikrates, im Domradio. Die finden es hier.

Willkommen auch den nächsten Vorträgen des Rogate-Klosters:

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Hinterlasse einen KommentarGeschrieben von – 3. September 2012 in Aktuelles, Rogate-Kloster

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Rogate-Kloster: Das Dornen-und Hoffnungs-Projekt.

Vor einiger Zeit wurde dem Rogate-Kloster ein verschollenes großes Kreuz übergeben. Es ist gut erhalten, allerdings sind fast alle Dornen der Krone verschwunden.

Der Konvent will das Kreuz im Herbst in der Kapelle in der Kirche aufstellen und es mit “Dornen des Leids und Worten der Hoffnung” von verschiedenen Orte der Welt ergänzen. Damit soll deutlich werden: Der Glaube ist nicht lokal begrenzt, Christus leidet mit allen Menschen, Gott spendet uns Trost und unsere Fürbitte soll allen Leidenden in der Welt gewidmet sein.

Den aktuellen Stand und die Beteiligten des Projektes gibts hier.

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2 KommentareGeschrieben von – 25. August 2012 in Aktuelles, Rogate-Kloster

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Gottesdienst: Termine des Rogate-Klosters.

Wir möchten gern auf ausgewählte Gottesdienste des Rogate-Klosters in der Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin, Lageplan, aufmerksam machen:

  • Dienstag, 31. Juli, 19.oo Uhr, Rogate-Vesper (Zwölf-Apostel-Kirche)

Erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln und über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner

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Gottesdienst: Heute Rogate-Messe zum Motzstraßenfest.

Das Rogate-Kloster lädt heute Abend ein:

Die Liturgie der Abend-Messe finden Sie hier.


Den Sommer-Plan des Klosters für die Monate Juni, Juli und August finden Sie hier.

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Rogate-Konzert: Musik aus Schweden.

Wir laden herzlich zum 2. Rogate-Konzert in der Zwölf-Apostel-Kirche zu einem musikalischen Programm aus Gospel, schwedischer Folklore und Pop ein. Am Donnerstag, 31. Mai, besucht uns der 45-köpfige Chor des Brahe-Gymnasiums aus Jönköpping.

Eintritt frei.

Erreichbar ist die Schöneberger Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln und über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße.

Unsere nächsten Veranstaltungen und Gottesdienste finden Sie hier.

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Hinterlasse einen KommentarGeschrieben von – 24. Mai 2012 in Aktuelles, Termine

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