Gebet: Fürbitte aus dem Stadtfestgottesdienst 2022.

Lebendiger Gott, schütze und stärke all diejenigen, die Ablehnung erleben, die unter Gewalt und Unterdrückung leiden, die in Angst und Unfriede leben müssen, die Opfer sind von Hass und Terror, denen nach dem Leben getrachtet wird. Gott, Stärke unseres Lebens: WIR BITTEN DICH ERHÖRE UNS. 

Lebendiger Gott, wir bitten dich, schenke uns die Kraft und den Mut Stellung zu beziehen und zu zeigen, dass Rassismus, Trans- und Homophobie und Hass gegenüber dem Anderssein keinen Platz haben in dieser Welt. Gott, Stärke unseres Lebens: WIR BITTEN DICH ERHÖRE UNS. 

Lebendiger Gott, lehre uns respektvoll miteinander umzugehen. Lass uns einsetzen für Recht und Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und Versöhnung. Gott, Stärke unseres Lebens: WIR BITTEN DICH ERHÖRE UNS. 

Lebendiger Gott, hilf uns alle in Einheit zusammen zu leben und jegliche Verschiedenheit als Bereicherung zu erkennen. Gott, Stärke unseres Lebens: WIR BITTEN DICH ERHÖRE UNS. 

Lebendiger Gott, wir bitten dich, schenke uns das Vertrauen in deine Liebe und die Hoffnung auf Frieden. Lass uns alle verantwortungsvoll leben und denen beistehen, die angefeindet, ausgegrenzt und verfolgt werden. Lass uns alle zu Boten deiner Liebe werden. Gott, Stärke unseres Lebens: WIR BITTEN DICH ERHÖRE UNS. 

Lebendiger Gott, um all das und die vielen nicht ausgesprochenen Bitten in unseren Herzen – dich den dreifaltigen Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist. AMEN. 

Der Text des Fürbittengebets aus dem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst zum 28. Lesbisch-schwulen Stadtfest am 15. April 2022 in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Berlin-Schöneberg, formuliert von Dekan Ulf-Martin Schmidt (Alt-katholische Pfarrgemeinde Berlin).
Mitwirkende und Teile der Gemeinde aus dem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst zum 28. Lesbisch-schwulen Stadtfestgottesdienst 2022 in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Berlin-Schöneberg. (Bild: Rogate-Kloster)

Gottesdienst: Eröffnung des lesbisch-schwulen Stadtfestes Berlin

Seit 2010 richtet das ökumenische Rogate-Kloster den jährlichen Gottesdienst zum lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin aus, dem populären Straßenfest in der Motz-, Fugger- und Eisenacherstraße. Nach der zweijährigen Coronapause kann endlich wieder fröhlich und bunt gefeiert werden. Der traditionelle Eröffnungsgottesdienst in der Zwölf-Apostel-Kirche steht wieder am Beginn. 

Zwölf-Apostel-Kirche (Bild: Rogate-Kloster)

Am Freitag, 15. Juli 2022 | 19:30 Uhr, wird unter dem Titel „Wenn ich ein Engel wäre, dann….“, zum ökumenischen queeren Eröffnungsgottesdienst zum 28. Stadtfest Berlin eingeladen. 

Die Predigt hält Pfarrer_in Anna Trapp, Evangelischer Pfarrsprengel Bad Wilsnack. Mitwirkende: Christopher Schreiber (Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg e.V.), Dekan Ulf-Martin Schmidt (Alt-katholische Pfarrgemeinde Berlin), Pfarrer Burkhard Bornemann (Evangelische Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde) und Br. Franziskus (Rogate-Kloster). Lektor: Michael Feitel (Rogate-Kloster). Kruziferarin: Uta Willers Urban (Rogate-Kloster). Orgel: Gabriel Pech. Kirchdienst: Michael Behr. Empfang. Melanie Hochwald (Rogate-Kloster).

Kollekte: Wir sammeln je zur Hälfte die Fortsetzung der queeren ökumenischen Stadtfestgottesdienste sowie für den Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg e.V. für seine Arbeit für queere ukrainische Geflüchtete aus der Ukraine & Russland. Mit seinem Zentrum für Migrant*innen, Lesben und Schwule (MILES) bietet der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg psychosoziale und rechtliche Beratungen für LSBTI* mit Flucht- und Migrationsbiografien sowie deren Angehörige an. Aufgrund der immer stärker werdenden Verfolgung von queeren Menschen in Russland und insbesondere seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wenden sich immer mehr ukrainische und russische Geflüchtete an MILES. Der Umfang der Anfragen übersteigt allerdings die Kapazitäten der hauptamtlichen Beratungs- und Hilfsstrukturen. Queere Geflüchtete finden deswegen in einem Mentor*innenprogramm weiterführende Unterstützung und Anbindung. Im Rahmen des Programms entstehen ehrenamtliche Pat*innenschaften, die queere Geflüchtete aus Russland und der Ukraine im Alltag unterstützen. Mit Ihrer Kollekte soll ein Beitrag zum Erfolg dieses wichtigen ehrenamtlichen Engagements. Konkret die Durchführung von Gruppen- und Vernetzungsangeboten, Befähigungsworkshops sowie regelmäßigen gemeinsamen Freizeitaktivitäten unterstützt werden.

Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Nachtrag: Die Kollekte des Gottesdienstes erbrachte 253,34 Euro und eine Miele-Waschmünze.

Johannestag und Klimakanzel: Gottesdienste am Wochenende.

Willkommen zu unseren Gottesdiensten am Wochenende in Berlin-Schöneberg:

Die „Klimakanzel“ ist ein Gottesdienstformat des Demokratieprojektes „FrieslandVisionen“ des Rogate-Klosters in der Klimakatastrophe und der Klimakrise.

Die Klimakatastrophe und die wachsende Beunruhigung über die Auswirkungen hat uns zu der Überlegung gebracht, die Reihe Klimakanzel ins Leben zu rufen. Wir wollen damit dazu beitragen, dass das Bewusstsein wächst, dass wir vor der Notwendigkeit eines erheblichen Wandels auch unseres eigenen Handels stehen. Es geht dabei um Politik, Nachhaltigkeit und den Mut, Dinge deutlich zu benennen. Nicht nur an der Küste weiß man, welche Auswirkungen die Erderwärmung, das Insektensterben und der steigende Meeresspiegel hat.

Wir wollen durch die Klimakanzel die Aufmerksamkeit wecken und zum Handeln motivieren. Wir hoffen mit diesem Format Impulse setzen zu können.

Gottesdienst: Willkommen zu Ostern.

Glasfenster in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Berlin-Schöneberg

Willkommen zur Eucharistie am Ostersonntag, 17. April 2022 | 10:00 Uhr, in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Lektorendienst: Jürgen Doster. Kirchdienst: Gesine Schmithals. Orgel: Harald Klaus. Liturgie und Predigt: Br. Franziskus.

Das Evangelium des Ostersonntags: Die Frauen am leeren Grab

Als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus, und Salome wohlriechende Öle. Sie wollten die Totensalbung vornehmen. Ganz früh am ersten Wochentag kamen sie zum Grab. Die Sonne ging gerade auf. Unterwegs fragten sie sich: »Wer kann uns den Stein vom Grabeingang wegrollen?« Doch als sie zum Grab aufblickten, sahen sie, dass der große, schwere Stein schon weggerollt war.

Sie gingen in die Grabkammer hinein. Dort sahen sie einen jungen Mann. Er saß auf der rechten Seite und trug ein weißes Gewand. Die Frauen erschraken sehr. Aber er sagte zu ihnen: »Ihr braucht nicht zu erschrecken! Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der gekreuzigt wurde. Gott hat ihn von den Toten auferweckt, er ist nicht hier. Seht: Hier ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten. Macht euch auf! Sagt seinen Jüngern, besonders Petrus: Jesus geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.«

Da flohen die Frauen aus dem Grab und liefen davon. Sie zitterten vor Angst und sagten niemandem etwas, so sehr fürchteten sie sich.

Markus-Evangelium Kapitel 16, Verse 1-20, Basisübersetzung

Grußwort: Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler im Rogate-LGBTIQ*-Segensgottesdienst

Redebeitrag von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler anlässlich des Segensgottesdienstes in der Zwölf-Apostel-Kirche am 1. Oktober 2021:

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Tempelhof-Schöneberg (Foto: Photo Huber)

Liebe Gäste der ökumenischen Segensandacht, sehr geehrte Pfarrerin Trapp, sehr geehrter Pfarrer Bornemann, lieber Bruder Franziskus, ich freue mich, heute mit Ihnen gemeinsam die ökumenische Segensandacht zu erleben.

Schon seit vielen Jahren nehme ich am Eröffnungsgottesdienst für das Lesbisch-schwule Stadtfest teil, was leider ja auch dieses Jahr pandemiebedingt wieder abgesagt werden musste.
Am 27. Januar 2020 wurde in Deutschland der erste Fall einer Coronainfektion festgestellt. Die Corona-Pandemie nahm ihren Lauf und unser gesamtes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Es gibt viele Coronatote zu beklagen und das Ende der Pandemie ist leider auch noch nicht in Sicht. Ich hoffe sehr, dass sich immer mehr Menschen impfen lassen und wir vielleicht im Frühjahr 2022 wieder ein uneingeschränktes Leben führen können.

Wir haben in der Zeit der Pandemie viel Einsamkeit erleben müssen. Auch in den Kirchen waren keine Zusammenkünfte möglich, kein gemeinsames Singen hat stattgefunden. Begegnungsorte waren verschlossen und unser gesamtes soziales Leben kam zum Stillstand. So große Feste wie das Lesbisch-schwule Stadtfest waren da natürlich auch nicht möglich. Ich hoffe sehr, dass sich dies 2022 wieder ändert.

Die aktuelle Situation ist ja zum Glück so, dass vieles wieder möglich ist und so hat es dieses Jahr mehrere Veranstaltungen zum CSD geben können. Die Sichtbarkeit der LSBTI-Community ist wichtig, um zu zeigen: „Hallo, wir sind hier, wir sind bunt und wir fordern gleiche Rechte für Ungleiche. Und das immer wieder.“ Es ist erwiesen, dass die Sichtbarkeit queerer Menschen in der Öffentlichkeit, bei Veranstaltungen oder am Arbeitsplatz nachweislich eine akzeptanzerhöhende Wirkung hat.

Dies ist die eine Seite der Sichtbarkeit, die andere Seite ist auch die Gemeinsamkeit unter sich. Ich weiß, dass die Schließung queerer Clubs und Cafés von vielen als besonders schwer empfunden wurde. Denn sie sind die Rückzugs- und Feierorte der Community. Gerade auch für Menschen, die vor dem Coming-out stehen, sind sie wichtige Orte, um Kraft zu schöpfen.

Ich bin sehr froh, dass viele Begegnungsorte wieder offen haben und hoffe, dass sie die wirtschaftlichen Einbußen der Pandemie bewältigen können. Alle haben wir versucht, mit der Situation klarzukommen. Institutionen und Vereine haben Wege gesucht, um mit vielen kreativen Ideen Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen.
Hierzu gehören natürlich auch die Kirchen oder das Rogate-Kloster. Ich bin sehr froh, dass Sie sich für Vielfalt und Offenheit einsetzen. Und dies mit kontinuierlicher und vernetzender Arbeit. So zum Beispiel auch in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Mir ist es wichtig, dass sich Menschen aus der gesamten Gesellschaft für das queere Leben in unserer Stadt, in unserem Land einsetzen. Und zwar in ganz allgemeinen Lebenssituationen, aber eben auch in Notlagen. Jeder Mensch möchte ohne Angst und Anfeindung leben. Umso erschreckender ist es immer wieder, wenn sich Menschen über andere Menschen stellen. Sie verhöhnen und verletzen.
Die Häufung trans- und homophober Übergriffe in der letzten Zeit erschrecken mich zutiefst. Die Täter_innen sind gesellschaftlich zu ächten und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu verfolgen.

In der Pandemie hat sich gezeigt, wie solidarisch wir miteinander umgehen können. Es hat sich aber leider auch gezeigt, wie immanent Hass in unserer Gesellschaft vorhanden ist. Dies dürfen wir nicht zulassen, sondern müssen gemeinsam und auf allen Ebenen für ein lebenswertes Land für alle Menschen kämpfen.

Der heutige Segensgottesdienst wird uns hierfür Hoffnung und Zuversicht bringen.
Ein sich besinnen und innehalten ist immer wichtig, um Kraft für die Zukunft zu schöpfen. Trost und Beistand sind gut für die Seele.

Ich hoffe sehr, dass wir uns hier im nächsten Jahr wieder in großer Runde zusammenfinden werden, um gemeinsam den ökumenischen Festgottesdienst vor dem Lesbisch-schwulen Stadtfest feiern zu können.

Zum Abschluss noch ein Wunsch für alle – bleiben Sie gesund!


Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Senator Klaus Lederer

Dr. Klaus Lederer (Foto: DiG/Trialon)

Es hätte so schön sein können. Wir hätten im Juli das 28. Lesbisch-schwule Stadtfest im Schöneberger Regenbogenkiez gefeiert, und schon zum zehnten Mal den ökumenischen Eröffnungsgottesdienst zu diesem Fest der Vielfalt. Verhindert wurde unser Zusammenkommen nicht von fundamentalistischen Feinden der Vielfalt – obwohl diese in den vergangenen zehn Jahren auch einiges versucht haben, um den Organisator*innen des Festgottesdienstes Knüppel zwischen die Beine zu werfen –, sondern von einer globalen Pandemie, die Hunderttausende Tote weltweit verursacht und unser soziales Leben radikal umgekrempelt hat. 

Dass in diesem Jahr Vieles anders ist, das klingt nach Monaten des Corona-Wahnsinns fast schon wie eine Worthülse. Aber es ist so – für alle ist eine völlig neue Situation entstanden.

Und immer gibt es die, die es besonders trifft: Gerade in der queeren Community sind die momentan geschlossenen Clubs und andere Kulturorte häufig weit mehr als „nur“ Freiräume.

Sie sind Orte des Austauschs, mehr noch als in der Mehrheitsgesellschaft, Orte der Begegnung und für viele – leider immer noch nötige – sichere Schutz- und Rückzugsorte.

Schutzräume, in denen die Akzeptanz und Toleranz da ist, die trotz aller über die Jahrzehnte erkämpften Rechte und Fortschritte längst nicht überall gegeben ist.

Dabei brauchen wir diese Schutzräume heute ganz besonders. Leider erleben wir in vielen Ländern der Welt, durchaus auch hierzulande, einen beunruhigenden Anstieg von Anfeindungen, Hass, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Unbedingt müssen wir daher wachsam bleiben gegenüber allen Tendenzen, die das Erreichte und mühsam Erkämpfte wieder zerstören wollen. Kämpfen wir weiter für unsere Rechte, für die Rechte aller!

Und feiern wir im Juli 2021, dann mit noch größerer Vorfreude als sonst, einen wunderbar bunten Stadtfest-Gottesdienst und ein vielfältiges, friedliches und solidarisches Motzstraßenfest in der Regenbogenstadt Berlin.

Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa, Berlin

Ein Ausschnitt aus dem Rogate-Eröffnungsgottesdienst 2011:


Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von MdB Mechthild Rawert

Mit Liebe den Regenbogen zum Leuchten bringen 

Es tut gut, dass Jubiläen gefeiert werden – normalerweise natürlich in natura, aber die Corona-Zeit hat viele von uns fit gemacht in der Online-Kommunikation.

Mechthild Rawert (Bild: privat)

Zehn Jahre Eröffnungsgottesdienst zum Lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin

– bedeutet, zehn Jahre deutlich sichtbares Zusammenleben in Vielfalt, 

– bedeutet, die Würde einer jeden einzelnen Person in den Mittelpunkt stellen, 

– bedeutet, sich aktiv für gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleichen Respekt einzusetzen, 

– bedeutet, sich eindeutig gegen Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung zu positionieren.

Ein Markenkern des Eröffnungsgottesdienstes des Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin war und ist der Regenbogen. Als Mitglied der katholischen Kirche kann ich mir lebhaft vorstellen, wie schwierig es auch in anderen Konfessionen (gewesen) ist, die bunten Farben als Ausdruck für die Akzeptanz aller Mitglieder der LGBTTIQ*-Community zum Leuchten zu bringen. Dabei tut es gut wahrzunehmen, wie Vertreter*innen zahlreicher Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften mit diesem gemeinsamen Eröffnungsgottesdienst signalisieren, dass die Liebe zählt und dass es keine Liebe gibt, die wertvoller ist als eine andere. Dem Gemeindekirchenrat der Evangelischen Zwölf-Apostel-Kirche gebührt mein großer Dank.

Der Gottesdienst eröffnet das Lesbisch-schwule Stadtfest Berlin, welches längst eine weit über Schöneberg hinausreichende Institution ist. Politisch und in Feierlaune steht es Jahr für Jahr für Akzeptanz, Offenheit und Vielfalt – und das ist gut so. Ich begrüße es sehr, dass die Veranstaltenden das Zurschaustellen oder Tragen von Symbolen mit Bezug zur rechtsextremen Szene absolut nicht dulden.

Das Coronabedingt nun ins kommende Jahr getragene Motto „Wenn ich ein Engel wäre, dann…“ des diesjährigen Gottesdienstes taugt auch als Jahresmotto. Viele von uns denken doch in so manchen Situationen „da habe ich einen Schutzengel gehabt“. Nun wird uns bis zum Eröffnungsgottesdienst am Freitag, 16. Juli 2021, aufgetragen, selber ein Engel zu sein. Welcher Engel will ich sein – können diese doch zahlreiche Gestalten annehmen. Für wen möchte ich ein himmlisches Wesen sein? Welchem Leben möchte ich Zeichen schenken? Aufgabe über Aufgabe.

Wir werden es im Eröffnungsgottesdienst 2021 erfahren. Ich freue mich auf das Zusammenkommen vieler Engelswesen.

Mechthild Rawert, Mitglied des Deutschen Bundestages, SPD
Rückblick: Eröffnungsgottesdienst 2011

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Landespfarrerin Andrea Richter

Vielfalt, Diversität, Buntheit und Lebensfreude sind Ausdruck der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst! Wie gut ist es für unsere Stadt und für unsere Kirche, dass diese Freude am Leben auf dem schwul-lesbische Stadtfest von Jahr zu Jahr gefeiert wird!

Landespfarrerin Andrea Richter (Bild: privat)

Und wie bedauerlich, dass nun gerade das 10. Jubiläum am 17. Juli aufgrund der Pandemie ausfallen und aufs nächste Jahr verschoben werden musste.

Wir vermissen das Fest! Das Miteinander, die Musik, die Gespräche, die Informationsstände, das gute Essen. Wir vermissen den gemeinsamen Beginn mit einem Gottesdienst und so großartigen Gruppen wie „Männer Minne„.

Das Zeichen des Regenbogens leuchtet trotzdem! Immer wieder war er zu sehen, dieser „Bogen in den Wolken“ nach den Gott sei Dank reichlichen Regenschauern der letzten Wochen.

Wir brauchen dieses Zeichen bleibender Sehnsucht nach Versöhnung und friedlichem Zusammenleben. Der Bogen mahnt uns alle, die Augen offen zu halten, wo immer auf dieser Welt Gewalt ausgeübt wird und Menschen aufgrund ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung oder religiösen Zugehörigkeit diskriminiert und verfolgt werden! Er mahnt uns, hinzuschauen, den Mund aufzumachen und Einspruch zu erheben! Er lädt ein zum Beten und zum Handeln!

Gott sagt Ja zu dem von ihm erschaffenen Leben in Vielfalt und Fülle. Sie sollen erhalten bleiben – trotz aller Versäumnisse und Fehlläufe der Menschheitsgeschichte. Und alle Menschen in unserer Stadt sind dazu eingeladen, dieses Ja nachzuvollziehen und lebendig zu halten!

Ich danke dem Rogate-Kloster, ich danke allen, die in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, dass das schwul-lesbische Stadtfest gefeiert werden konnte. Und ich freue mich schon heute auf den 16. Juli 2021.

Dann sehen wir uns wieder! Bleibt alle behütet unter dem Zeichen des Regenbogens!

Pfarrerin Andrea Richter, Beauftragte für Spiritualität in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Dr. Katharina Schneider

Sehr gern hätte ich vergangenen Freitag am Eröffnungsgottesdienst zum Lesbisch-schwulen Stadtfest teilgenommen. Dieses Fest der LGBTQ-Szene ist ein ganz besonderes, mit der Mischung aus Politik und Musik, wildem Sofa und Gesprächen, und mit seinem Eröffnungsgottesdienst.

Zugleich ist das Stadtfest ein Fixpunkt. Zwei volle festliche Tage mitten im Sommer und mitten im queeren Kiez. Familien verlegen ihren Sonntagsspaziergang hierhin. Gäste kommen, allein, zu zweit oder zu mehreren. Sie genießen ein Wochenende lang gute Stimmung, eingeleitet durch den Gottesdienst am Freitagabend.

Siebenundzwanzig Mal hat das Stadtfest ein Zeichen gesetzt, sichtbar, deutlich und fröhlich, für Vielfalt, gegen Homo- und Transphobie. Es ist wichtig, dass es dieses Zeichen gibt. Denn auch in Berlin gibt es Homo- und Transphobie, mal offen, mal subtil. Für Kirchen, Gemeinden und Gottesdienste gilt dasselbe. Dagegen setzt der Eröffnungsgottesdienst des Rogate-Klosters ein Zeichen, neun Mal schon, und das ist wichtig.

Diesen Sommer fehlen uns der Gottesdienst und das Stadtfest. Neben der guten Stimmung und dem Zeichen für Vielfalt wird den Organisator*innen das Einkommen fehlen, mit dem sie von Jahr zu Jahr planen. Für die schwulen Wirte im Kiez, treibende Kraft hinter dem ursprünglichen Fest, ist das Jahr ohnehin schon schwierig. Corona verringert Einkommen und verhindert Großveranstaltungen. Ausgaben, Homo- und Transphobie laufen leider weiter.

Deshalb freue ich mich, dass das Rogate-Kloster schon jetzt den Eröffnungsgottesdienst zum Stadtfest im nächsten Jahr ankündigt. Ich freue mich auf den 16. Juli 2021, um 19.30 in der Zwölf-Apostel-Kirche. 

Studienleiterin Dr. Katharina Schneider, Projekt Leben in Vielfalt, AKD-EKBO

Angesichts der Corona-Pandemie können wir leider keine verlässlichen Angaben machen, wann wir wieder zu Rogate-Gottesdiensten und Veranstaltungen einladen können.

Eine Auswahl der geplanten Rogate-Termine:

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von MdB Dr. Jan-Marco Luczak

Liebe CSD-Community, liebe Freunde und Wegbegleiter des Rogate-Klosters, lieber Bruder Franziskus,

in diesem Jahr ist alles ein wenig anders, aber anders sein ist – wie ich finde –  völlig OK. Um Anderssein, um Vielfalt und dessen Akzeptanz und das gemeinsame Kennenlernen des Anderen wäre es beim diesjährigen 28. schwul-lesbischen Stadtfest in Berlin gegangen.

Bis heute hat sich das Fest zu einem der größten Pride-Straßenfeste in Europa etabliert. Jedes Jahr lockt es rund 350.000 Besucher aus der ganzen Welt an. Das ist ein starkes Signal für Offenheit und Toleranz.

Es zeigt, dass buntes vielfältiges Leben – wofür Berlin und insbesondere Schöneberg steht – etwas Wunderbares ist und dass man friedlich gemeinsam miteinander feiern kann. Vielfalt macht unsere Welt interessanter, bunter, lebendiger und spannender. Vielfalt bereichert.

Leider sehen das immer noch nicht alle so. Erst im vergangenen Monat mussten wir in Berlin miterleben, dass es bei einer Pride-Demo wieder zu homophoben Übergriffen und Beleidigungen gekommen ist. Deswegen ist es so wichtig, dass wir immer wieder ein Zeichen für die Vielfalt, für Offenheit, für Akzeptanz und Toleranz setzen.

Der ökumenische Gottesdienst, traditionell zur Eröffnung des schwul-lesbischen Stadtfestes, das ist ein solches, starkes Zeichen, welches wir in die Gesellschaft hinaustragen. An diesem Gottesdienst beteiligen sich Intersexuelle, Baptisten, Lesben, Lutheraner, Schwule, römische und Alt-Katholiken, Bisexuelle, Reformierte, Queere, Ordensleute, Trans*, Mitglieder aus fremdsprachigen Gemeinden, und viele viele mehr ….

Ich finde, gerade das ist ein Sinnbild für Vielfalt, Toleranz und Offenheit, die wir leben und lieben. Und heute, vor fast genau zehn Jahren, wurde dieses konfessionsübergreifende Projekt, dieser ökumenische Gottesdienst, vom Rogate-Kloster ins Leben gerufen. Das hat, wie ich weiß, viel Kraft und auch viel Mut gekostet.

Es mussten viele Widerstände überwunden werden, denn gerade in traditionell geprägten Lebensbereichen wie der Religion treffen Veränderungen und Anderssein nicht immer sofort auf fruchtbaren Boden.

Sie, lieber Bruder Franziskus, Sie waren der Spiritus Rector des Ganzen. Sie haben mit viel Mut, mit viel Leidenschaft, diese Widerstände, die es gab, überwunden.

Sie haben für Akzeptanz und Toleranz gekämpft und sich konsequent gegen Homo- und Transphobie eingesetzt. Ihr Mut und ihr Engagement haben viel bewegt. Sie haben den ökumenischen Gottesdienst zu dem gemacht, was er heute ist: Ein treuer und fester Wegbegleiter des Stadtfestes. Einen Ort, wo Vielfalt über viele Grenzen hinweg verbindet und nicht spaltet.

Dafür möchte ich Ihnen danken und meine tiefe Anerkennung aussprechen. Dieser ökumenische Gottesdienst schafft jedes Jahr aufs Neue einen ganz besonderen Ort der Harmonie, des Zusammenseins und des Dazugehörens. Einen Ort, wo Vielfalt über viele Grenzen hinweg verbindet und nicht spaltet.

Wir werden ihn in diesem Jahr – zum zehnjährigen Jubiläum – ganz besonders vermissen, aber keinesfalls vergessen. Wir werden die wichtige Botschaft, die von ihm ausgeht, diese Botschaft von Toleranz, von Offenheit und christlicher Nächstenliebe auch weiter gemeinsam nach außen tragen, bis wir im nächsten Jahr hoffentlich wieder zusammenkommen können und auch wieder gemeinsam Andacht halten, beten, singen und ein Fest voller Nächstenliebe und Vielfalt feiern können.

In diesem Sinne, meinen herzlichen Dank, bleiben Sie gesund und auf bald,

Ihr Jan-Marco Luczak, Mitglied des Deutschen Bundestages, CDU

Rogate-Gottesdiensttradition: Ein Beispiel aus dem Jahr 2011.

Angesichts der Corona-Pandemie können wir leider keine verlässlichen Angaben machen, wann wir wieder zu Rogate-Gottesdiensten und Veranstaltungen einladen können.

Eine Auswahl der geplanten Rogate-Termine: