Rogate-Abend: Das House of One in Berlin – eine Projekt für Wilhelmshaven?

„Unsere Welt braucht dringender denn je Orte des Friedens. Orte, an denen wir lernen, in unserem „einen Welthaus“ gemeinsam zu leben, wie Martin Luther King einst in Berlin sagte. Juden, Christen und Muslime haben sich deshalb in Berlin auf den Weg gemacht, für eine Verständigung unter den Religionen ein völlig neuartiges, zukunftsweisendes Sakralgebäude gemeinsam zu planen, zu bauen und mit Leben zu füllen.

Religionen in ihrem Kult und im Austausch mit Wissenschaften, Kunst und Kultur können eine Bereicherung sein – allen Gräueltaten, die unter Berufung auf die Religionen begangen werden, ein Modell eines friedvollen Miteinanders entgegensetzend.“ Projektbeschreibung House of One, Berlin

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In Berlin werden Juden, Muslime und Christen miteinander ein großes Haus bauen, das „House of One“. Darin soll es eine Synagoge, eine Moschee und eine Kirche geben. Zwischen den Gebäudeteilen wird es gemeinsam genutzte Räume zum Lernen und zur Begegnung geben.

Die Errichtung des Berliner House of One wurde von der Basis her angestoßen. Eine evangelische Kirchengemeinde, von der die Initiative ausging, eine Jüdische Gemeinde, im Verbund mit einem Rabbinerseminar, und eine muslimische Dialoginitiative haben sich gemeinsam auf diesen Weg gemacht.

Konzept-Verwaltungsdirektor Roland Stolte aus Berlin wird am Montag, 4. Juni, im Gemeindehaus der Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven, Kirchplatz 1, die Idee vorstellen.  Mit Vertreterinnen und Vertretern von Religionen und Konfessionen soll anschließend überlegt werden, ob ein „Drei-Religionen-Haus“ eine Projekt für Friesland und Wilhelmshaven sein könnte. Beginn ist um 19 Uhr.

_DSC6954-House of One - Roland Stolte (C) Klemens RennerWillkommen: Montag, 4. Juni 2018 | 19:00 Uhr, Rogate-Abend: „Vorbild House of One in Berlin – eine Idee für Wilhelmshaven?“. Der Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven, die Evangelische Familien-Bildungsstätte und das Rogate-Kloster St. Michael laden zu der Veranstaltung ein, die von Jannes Wiesner und Br. Franziskus Aaron geleitet wird. Kreispfarrer Christian Scheuer wird den Abend eröffnen.

Ort: Gemeindehaus der Christus- und Garnisonkirche, Am Kirchplatz 1, Wilhelmshaven.

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Hintergrund: Der Habit der Rogate-Gemeinschaft.

Der Habit ist eine Ordenstracht einer Ordensgemeinschaft. Das Wort ist abgeleitet vom lateinischen „habitus“, was übersetzt „Haltung, Gestalt“ bedeutet. Wir werden für die Rogate-Gemeinschaft im Sommer ein einheitliches Gewand einführen. Mitglieder der Gemeinschaft tragen in den Gottesdiensten und liturgischen Feiern des Klosters ein rotes Habit und das bei der Aufnahme in die Gemeinschaft verliehene Kreuz, bei festlichen Gottesdienste zudem als Obergewand ein Chorhemd.

Der Habit soll künden von der Demut vor Gott, dem Wunsch der Hingabe an den Allmächtigen, der Bereitschaft zum Dienst am Nächsten sowie der Zugehörigkeit zum Kloster als geistlicher Heimat. Die Farbe Rot erinnert uns an die Nachfolge der Märtyrer, die vor unseren Tagen und auch heute den Glauben mit Blut beweisen mussten. Rot erinnert uns an den Heiligen Geist, der uns beten heißt. Die züngelnde Flamme des Feuers ist rot, wie das Pfingstsymbol. Die Glut ist rot, was uns daran erinnern soll, dass wir das Feuer im Glauben anbeten und nicht die Asche des Vergänglichen. Rot ist eine warme Farbe. Rot gilt als Farbe des Blutes und ist mit Leben verknüpft. Es bedeutet Energie und Wärme, die uns in der Nächstenliebe als Einstellung und Tat aufgetragen ist.

Hintergrund: Das Rogate-Kloster als Werk der Kirche?

Die römische Kirche versteht die Klöster und Ordensgemeinschaften als Gewinn für das kirchliche Leben. Die evangelische Kirche tut sich – für uns z.T. schmerzlich erfahrbar – damit eher schwer. Daher machen wir uns eine Position der EKD zu eigen: „Im November 1990 hat die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland nach einem Bericht des damaligen Beauftragten des Rates für Kommunitäten, Schwestern- und Bruderschaften und den kommunitären Gemeinschaften gedankt „für den Dienst, den sie zeichenhaft für die ganze Kirche tun“. Sie hat damit die Bitte verbunden, „die Kommunitäten mögen sich weiterhin als Teil der größeren kirchlichen Gemeinschaft betrachten, den Austausch mit Gemeinden und Gruppen pflegen, interessierten, suchenden und beladenen Menschen einen Ort zum Aufatmen gewähren, den Dienst der Fürbitte für Kirche und Welt in Treue wahrnehmen und die Erinnerung an die ökumenische Weite der christlichen Berufung wach halten.“ Gleichzeitig hat sie die Gliedkirchen gebeten, „auch zukünftig den kommunitären Gemeinschaften ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden.“

Ganz auf dieser Linie liegt der Wunsch des Rates der EKD, dass sich die Kommunitäten und geistlichen Gemeinschaften als eine legitime Sozialgestalt der Kirche verstehen. Sie sollten Kontakt suchen und Kommunikation pflegen mit den Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und Landeskirchen, in denen sie leben, und die Begegnungen mit den Beauftragten für die Kommunitäten und geistlichen Gemeinschaften der Landeskirchen und dem Beauftragten des Rates der EKD suchen. Ebenso dringlich ist aber auch der umgekehrte Wunsch auszusprechen, dass die Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Landeskirchen das Gespräch mit den Kommunitäten und geistlichen Gemeinschaften suchen mögen. Denn solche kontinuierlichen Gespräche stärken das Vertrauen untereinander. Vertrauen und Zusammenarbeit können da entstehen, wachsen und reifen, wo gegenseitig Einblick gewährt wird, wo Anteil genommen und Anteil zu geben gewagt wird und wo regelmäßige Besuche selbstverständlich werden.“ („Kommunitäten und geistliche Gemeinschaften in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ein Votum des Rates der EKD zur Stärkung evangelischer Spiritualität“, EKD-Texte 88, 2007)

Wir möchten als Bestandteil von Erzbistum und Landeskirche verstanden und integriert werden. Wir glauben, dass evangelische Freiheit und katholische Breite sich ergänzen können und sollten. Wir glauben, dass unser Kloster, unsere Form der Liturgieentfaltung und unser diakonischer Dienst insbesondere die EKBO bereichern kann, wenn wir in Freiheit und Verbundenheit unsere Gemeinschaft und Spiritualität in ihr entwickeln können und die evangelische Amtskirche monastische Zweige als Inspiration anzuerkennen beginnt. Wir haben die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und das Erzbistum Berlin um eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit ersucht und um ein gemeinsames Nachdenken über die Form der Einbindung gebeten.

Hintergrund: Das Kloster als Teil einer Kirchengemeinde?

Wir wollen uns in den Berliner Kirchgemeinden einbringen. Die Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde und die Übernahme von Aufgaben können wichtiger Bestandteil sein.

Wir wollen nach Möglichkeit zusammen mit einer bestehenden Gemeinde unseren Glauben in Gottesdiensten und Messen feiern. Wir wissen, dass unserer Ansatz für alle einen Lernprozess nötig macht. Das Kloster könnte zur Profilbildung eines Kirchenkreises und einer Gemeinde beitragen, als ein Ort gelebter Frömmigkeit und Spiritualität. Die Einbindung in einer Gemeinde führt auch zu einer Horizonterweiterung, wenn eine Gemeinde offen für das Leben in ökumenischer Vielfalt ist.

Wir bringen die Erfahrung mit, dass die bisherigen Rogate-Andachten in der gastgebenen evangelischen Zwölf-Apostel-Kirche zu einem Anstieg der Besucherzahlen der Gemeindegottesdienste geführt haben. Der Gemeindekirchenrat hat in mehreren Beschlüssen festgestellt: „Die Rogate-Initiative trägt zum Gemeindeaufbau bei.“ Wir verstehen unseren Einsatz als Einsatz in der Kirche und der Gemeinde und nicht neben ihr. Menschen nehmen selbstverständlich an Gottesdiensten der Gemeinde und von Rogate teil. Sie erleben verschiedene liturgische Stile und wissen sich gut aufgehoben.

Die Zwölf-Apostel-Gemeinde unterstützt die Rogate-Gottesdienste durch die Bereitstellung von Kirche und das Gemeindehaus für Veranstaltungen und erklärte: „Der GKR begrüßt die (aus der Rogate-Initiative hervorgegangene) Gründung des ökumenischen Rogate-Klosters St. Michael und empfiehlt der Landeskirche und dem Kirchenkreis Schöneberg eine wohlwollende Prüfung des Vorhabens“ (Beschluss vom 7. Dezember 2010).

Da in der Gastgemeinde leider keine Räume z.B. für die Brüder und die Gästearbeit zur Verfügung stehen, sind wir auf der Suche nach einem Haus für das Kloster.

„Lasst uns eine Kirche sein, die nahrhaft ist: die frisches Brot anbietet und guten Wein, die hofft und nicht bloß redet; die nicht nur losspricht, sondern Geborgenheit schenkt; die nach Güte schmeckt und nach Großmut riecht, wie frisches Brot.“ Jacqueline Keune

Hintergrund: Wie soll das Rogate-Kloster aufgebaut sein?

Das Kloster gliedert sich in vier Bereiche:

  1. Den Rogate-Orden, der einen Konvent bildet und im Kloster wohnt.
  2. Die Rogate-Gemeinschaft, vergleichbar mit einem Oblaten-Kreis.
  3. Der Rogate-Initiative e.V.
  4. Freiwillige Unterstützerinnen, Unterstützer und Fördernde ohne Mitgliedschaft in den vorherigen drei Bereichen.

Es sollen täglich gemeinsam Stundengebete (7.00, 12.00, 18.00 und 22.00 Uhr) gehalten, Gottesdienste und Konventsmessen gefeiert und Veranstaltungen für Gäste angeboten werden. Konventsmessen am Sonntag sowieso in der Woche sind die zentralen Veranstaltungen des Klosters.

Eine Ordensregel wird derzeit in enger Anlehnung an die Regel des Heiligen Benedikt formuliert. Ein Teil der Ordensmitglieder wird im Kloster wohnen. Ein Teil wird an anderen Orten leben. Die größere Gruppe wird die Rogate-Gemeinschaft St. Michael bilden, deren Aufbau mit dem Oblatenkreis anderer Klöster vergleichbar ist. Alle Angehörigen des Klosters werden außerhalb des Klosters einer beruflichen Tätigkeit nachgehen, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Jeder sollte sich zudem in einem sozialen Projekt des Klosters engagieren.

Das Angebot „Kloster auf Zeit“ soll uns und die Suchenden inspirieren. Wir möchten für Studierende ein monastisches Praktikum anbieten. Zudem wollen wir für Berlin-Reisende Zimmer bereithalten.

Ein Klosterladen wird Anlaufpunkt sein. Eine Imkerei ist geplant, ein Bienenvolk wartet bereits auf die Umsiedelung nach Berlin.

Was uns noch fehlt? Die Antwort finden Sie hier.

Hintergrund: Warum in Berlin?

In der Hauptstadt des Landes ein ökumenisches Kloster zu errichten, ist eine Chance und ein Wagnis. Wir halten es angesichts der besonders in Berlin ausgeprägten Kirchenferne für wichtig, neu und anders akzentuiert einen Ort des Glaubens zu errichten, der Signalwirkung entfalten kann. Wir erleben zum Teil eine wenig inspirierte Gemeindesituation in der Stadt, die auf neue Impulse angewiesen ist. Wir würden gern als Gemeinschaft und in Zusammenarbeit mit und in den Kirchen der Stadt unseren Beitrag dazu leisten. Wir wollen keine neue Kirche gründen, sondern mit unserer besonderen Art des liturgischen Feierns, der sichtbaren und innerlichen Hinwendung zu den althergebrachten Formen und unserer Frömmigkeit in unseren Gemeinden und Konfessionen zuhause bleiben.

Wir leben bereits jetzt in Berlin, feiern hier seit Jahren Gottesdienst und sind in den Kirchengemeinden der Stadt zuhause. Darum Berlin!

Hintergrund: Wer wir sind.

Derzeit sind etwa 25 Menschen aus verschiedenen Kirchen, kirchennah und fern, Mitglieder und Engagierte. Katholiken und Evangelische. Fromme und Fragende, Liberale und Konservative. Menschen mit dem Interesse zur Mitwirkung als Bruder, als Mitglied der Rogate-Gemeinschaft St. Michael (vergleichbar mit einem Oblatenkreis) oder Unterstützende im Freundeskreis.

Wer uns kennenlernen möchte, ist herzlich zu den Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde in Schöneberg willkommen: Alle Termine finden Sie hier.

Rogate-Präsentation beim Neujahrsempfang des Kirchenkreises Schöneberg am 16. Janurar 2011.