Fünf Fragen an: Lutz Müller, Pater der Societas Jesu

Fünf Freitagsfragen an Pater Lutz Müller, Societas Jesu, über seinen Weg in den Orden, den Märtyrer Frans van der Lugt und eine bunte Willkommenswohngemeinschaft in Essen.

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Pater Lutz Müller (Bild: Ulrich Püschmann)

Lutz Müller SJ stammt aus der Neustadt/Weinstraße in der Rheinpfalz, wurde Jesuit und Priester, studierte in München, Frankfurt und Chicago. Er engagiert sich für Menschen in Notlagen (psychisch, physisch, spirituell).

Rogate-Frage: Pater Müller, warum sind Sie Priester, Ordensmann und Jesuit geworden?

Lutz Müller: Mein geistlicher Weg führte über das Herz-Jesu-Kloster in Neustadt an der Weinstraße. Bei den Herz-Jesu-Priestern sah ich, wie ein überzeugendes Engagement für die Menschen aussah, grundgelegt durch eine Ausrichtung auf Gott, einer Arbeit in der Kirche und einem überzeugenden Lebensstil. Diese Männer hatten eine enorme Ausstrahlung! Ebenso lernte ich die KSJ (Katholische Studierende Jugend im BDKJ/Bund der katholischen Jugend) kennen, was eine einzigartige Erfahrung war, weil meine Kirche und mein Freundeskreis sich deckten. Wir feierten nicht nur viele Partys und machten tolle Ausflüge, sondern wir bereiteten auch Jugendgottesdienste vor, mit denen ich mich identifizieren konnte; und wir hatten viele Gruppenstunden, die richtig Spaß machten. Zusätzlich waren diese Gruppenstunden informativ, lernten wir doch viel über die Beziehungen zwischen reichen und armen Ländern. Die Themen Entwicklungshilfe und kirchliche Initiativen, Welthandel und Gerechtigkeit, Kirchenbilder und Glaubenswelten spielten eine große Rolle. Ich unterschätzte die Prägekraft dieser Aktivitäten völlig.

Als ich nämlich einige Zeit später eine Lehre zum Bankkaufmann in einer großen Geschäftsbank begann, wurde mir der Unterschied in den Wertewelten sofort klar. Ansagen wie „Das persönliche Konto ist das Persönlichste des Menschen!“, oder „Wir wollen das Beste unserer Kunden, nämlich ihr Geld!“ zeigten mir, dass ich in die Welt geraten war, die für die Ausbeutung der Armen in der Dritten Welt mitverantwortlich war. Auf einmal hieß es Umsatzsteigerung statt Solidarität und Profitorientierung anstelle von Nächstenliebe. Mir wurde klar: Ich hatte die Seiten gewechselt! Plötzlich arbeitete ich bei denen, die die Monokulturen in der Landwirtschaft förderten, Atomkraftwerke finanzierten und mit denjenigen politischen Eliten zusammenwirkten, die Demokratie aushebelten und die Rechte von Ureinwohnern, Slumbewohnern und Armen unterdrückten.

Ich geriet so in eine persönliche Krise. Zunächst musste ich mir klarmachen, dass eine abgebrochene Banklehre weder eine Antwort darstellte, noch irgendjemandem nützen würde. Also machte ich mit der Ausbildung weiter, besann mich aber auf meine Erfahrungen im Herz-Jesu-Kloster und begann, die Ordenslandschaft in Deutschland zu untersuchen. Ich war auf der Suche nach einer Lebensform, die meinen Glauben und die Fragen nach Gerechtigkeit miteinander vereinbaren konnte. Bei meinen Sondierungen unter den Männerorden stieß ich bald auf die Jesuiten. Ich war überzeugt, dass sie eine Perspektive für mein Leben darstellten. Nach dem Ende der Banklehre trat ich dort ein.

Ich wurde also zuallererst Ordensmann. Bei den Jesuiten sah ich meine Anliegen für Glaube und Gerechtigkeit, Spiritualität und Engagement, als Kirche um der Menschen willen, gut aufgehoben.

Der Jesuitenorden heißt Societas Jesu (daher das Ordenskürzel SJ), was auf Deutsch bedeutet: Gesellschaft Jesu. Die Männer in diesem Orden wissen sich zu Gefährten Jesu berufen. Als solche Männer sind sie zum Dienst an Anderen ausgesandt. Die Priesterweihe ist ein Ausdruck dieser Berufung. Sie ist eine Form des Dienstes in der Kirche. Ein solcher Gefährte Jesu zu sein, macht mich glücklich.

Rogate-Frage: Wie kommt es, dass sich Ihr Orden weltweit mit großem Engagement für Geflüchtete einsetzt?

Lutz Müller: Unser Ordensgeneral P. Pedro Arrupe SJ gründete 1980 den Jesuit Refugee Service (JRS), den Jesuitenflüchtlingsdienst. Dieser sollte auf die Zeichen der Zeit antworten, das heißt akut auf die Nöte der vietnamesischen Boat People eingehen. Unser Ordensgründer, Ignatius von Loyola (1491-1556), ließ sich auch zu seinen Lebzeiten von den Anforderungen seiner Zeit leiten. Er hatte nicht geplant, die Katholische Reform in Europa zu unterstützen, denn ihm hatte eher ein Wanderpredigerleben seiner Ordensbrüder vorgeschwebt. Aber die Kirche in Europa stöhnte unter den Folgen der Reformation, und sie litt unter ihren eigenen Defiziten. Ignatius erkannte, dass gut ausgebildete Priester hier helfen könnten. Also änderte er sein Konzept. Entsprechend formulierten die Jesuiten im 20. Jahrhundert, dass Jesuiten eher dorthin gehen sollten, wo andere nicht hingehen konnten oder wollten. Diese Haltung führte zur Gründung des JRS und zum Engagement für Geflüchtete. Diese Parteinahme geschieht auf verschiedenen Ebenen:

  1. Durch direkten Kontakt mit Flüchtlingen in den Lagern an der Front,
  2. die Sorge um menschliche Entwicklung, Ausbildung und Förderung in den Lagern (Erstaufnahme, Transit, Abschiebehaft),
  3. anwaltliche Vertretung und juristische Hilfen in Drittländern.

Das spiegelt das Grundanliegen des JRS wider: Serve, Accompany, Advocate.

Rogate-Frage: Sie haben eine Willkommenskommunität in Essen gegründet. Was steckt hinter dieser Idee? Warum haben Sie das Haus nach Pater Frans van der Lugt benannt?

Lutz Müller: Pater Frans van der Lugt SJ war ein Mitbruder aus den Niederlanden, am 10. April 1938 geboren in Den Haag. Er trat 1959 in den Orden ein, absolvierte von 1964-1966 seine Arabischstudien in Beirut/Libanon, wurde 1971 zum Priester geweiht und lebte von 1966 – 2014 in Damaskus und Homs, Syrien. Er war in Amsterdam aufgewachsen und ausgebildeter Psychotherapeut. In Homs arbeitete er unter anderem mit Menschen mit Behinderungen, obdachlosen Jugendlichen und Kindern mit seelischen Schwierigkeiten. Dort gründete der Jesuit in den 1980er Jahren das Zentrum Al-Ard (Die Erde), in der junge Menschen mit seelischen Problemen und Menschen mit Behinderungen in der Landwirtschaft arbeiten konnten. Damit eröffnete er in einer Umgebung, in der Menschen mit Behinderungen teilweise versteckt wurden, vielen von ihnen und ihren Familien neue Lebensperspektiven. Zur Gemeinschaft gehörte ein spirituelles Zentrum als Ort des interreligiösen Dialogs.

So half er Menschen, miteinander als Christen und Muslime unterwegs zu sein. Mit seiner Wanderbewegung „Al Maseer“ (Der Weg) organisierte „Abuna Frans“ (Unser Vater Frans = Pater Frans) regelmäßig mehrtägige Wanderungen, in der er Menschen unterschiedlicher Herkunft und politischer Ansichten, verschiedenen Glaubens und sozialen Status zusammenbrachte. Er war davon überzeugt, dass die Menschlichkeit und das gemeinsame Erleben der Natur alle mehr verbinden und letztlich stärker sind als alles, was wir Menschen uns an Trennendem ausdenken. „Am Ende jeder Wanderung stellen wir fest, dass es keinen Menschen gibt, der nicht geliebt ist“, sagte er.

Nach Beginn des Kriegs in Syrien blieb Frans van der Lugt in Homs, auch nachdem die UNO alle europäischen Staatsangehörigen aus der umkämpften Stadt evakuiert hatte, und die katholische Gemeinde statt früher 10.000 nur noch rund 60 Angehörige umfasste. Nach der Zerstörung von Al-Ard lebte er in der Altstadt und versuchte, Lebensmittel für die hungernden Einwohner der belagerten Stadt zu organisieren. „Die Menschen in Syrien haben mit mir ihre Schätze und ihre Freude geteilt, jetzt teile ich auch ihre Leiden und ihre Trauer“, sagte Frans van der Lugt über seine Entscheidung, in Homs zu bleiben. Am 7. April 2014 wurde er von maskierten Männern aus seiner Unterkunft in der Ordenszentrale gezerrt und auf der Straße mit gezielten Schüssen getötet.

Als Mann des Friedens und der Verständigung, der bis zuletzt nicht Partei für eine politische Seite einnahm, war er in Syrien sehr bekannt und bei vielen Menschen sehr beliebt. Sein Tod wurde von vielen Syrern, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, in und außerhalb Syriens sehr betrauert.

Seine Idee, über das gemeinsame Wandern in der Natur Liebe und Frieden untereinander zu fördern, lebt durch seine Freunde aus Homs jetzt auch in Deutschland und Europa weiter: Jährlich laden sie alle Interessierten zum „FransWandern“ ein.

Dieser Mann mit all seinen Facetten scheint uns ein gelungenes Vorbild zu sein für Verständigung, Kommunikation und Versöhnung. Ein von ihm überliefertes Motto lautet: „Ich sehe keine Christen und Muslime, ich sehe nur Menschen!“ Ein solches Leitmotiv eignet sich sehr für das Abuna-Frans-Haus!

Nun bauen wir in Essen auch einen solchen Ort auf. Unter einem Dach leben Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener Religionen, Konfessionen, Nationalitäten und Sozialisationen zusammen. Die Form ist die einer Wohngemeinschaft, einer WG. Das heißt wir haben keine Angestellten, sondern alle Arbeiten im und rund ums Haus werden von allen Bewohnern getragen.

Rogate-Frage: Wie funktioniert das Zusammenleben und welche Herausforderungen begegnen Ihnen?

Lutz Müller: Wir wollen die Vielfalt in Religion, Lebensstil, Herkunft und Kommunikation leben und nicht einfach nur den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen. Wir empfinden dies selbst als ehrgeizig, die Verschiedenheiten auszuhalten, zu tolerieren, wertzuschätzen und einzubringen. Unterschiede dürfen sein und werden nicht schnell aufgelöst. Das ist manchmal anstrengend. Es kostet Kraft, immer wieder Alltägliches zu erklären, kulturelle Barrieren wahrzunehmen und auszuloten. Während wir beiden Jesuiten natürlich Leitung praktizieren, bieten wir den Geflüchteten die Beziehung zu uns an, um sich besser zu integrieren. Wir begleiten Lernprozesse in Sprache, Kultur, Ausbildung, Festtraditionen und Alltag. Dazu kommen die in WGs üblichen Differenzen mit Blick auf Sauberkeit, Pünktlichkeit, Hygienestandards, Ordnungsvorstellungen. Wir leben in einer Wohngemeinschaft in Deutschland!

Wesentlich verkompliziert wird dies dadurch, dass wir mit traumatisierten Menschen zusammenleben. Fast alle haben Schlafschwierigkeiten, weil die Erinnerungen an Krieg, Flucht und Vertreibung sich nicht nur ins Bewusstsein eingebrannt haben, sondern auch noch über die sozialen Medien, die Smartphones und Tablets immer wieder aufgefrischt werden.

Und so ist das Zusammenleben mit fünf Herkunftskulturen eine Herausforderung! Mit uns leben zwei Guineer, zwei Kongolesen, zwei Syrer, ein Libanese, ein Iraner, zusammen also acht Männer. Die Altersspanne deckt ein Spektrum von 19 bis 68 Jahren ab. Die noch nicht erworbene Sprachkompetenz bildet natürlich eine Hürde. Vieles Interessante kann dadurch gar nicht besprochen werden, wie zum Beispiel religiöse Grundfragen. Sodann kommen die Unsicherheiten im Status dazu. Die Wartezeiten auf die Anhörung durch das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) sind sehr lang. Wenn es zu einer Ablehnung oder anderen Komplikationen kommt, stellen wir einen Rechtsbeistand zur Verfügung. Die Situation der Herkunftsfamilien in den Heimatländern beunruhigt die Bewohner zusätzlich. Kriegerische Ereignisse, Bürgerkriegszustände, Krankheiten bei zerstörter Infrastruktur vor Ort binden viel Aufmerksamkeit und ziehen sie von hier ab. Wenn dann auch noch eine fremde Kultur wahrgenommen, eine fremde Sprache gelernt und die Idee einer WG mit Fremden, auch noch unter der Leitung zweier katholischer Priester verstanden werden soll, dann überfordert das leicht unsere Mitbewohner.

Unsere Idee ist es, Gemeinschaft zu fördern. Das ist nicht immer das Ideal unserer Gäste. Von den Gemeinschaftsunterkünften kennen sie viele Situationen von Konkurrenz und Neid. Wenn wir dann über Kommunikation, Gemeinschaft, Vertrauen und gemeinsames Lernen reden, begegnen sie uns mit viel Skepsis! Beispielsweise ist vielen kaum einsichtig, dass wir miteinander essen könnten, was bedingt, dass wir füreinander kochen. Jeder ist hier ein Überlebenskünstler, sonst wäre er nicht hier. Ein Miteinander einzuführen, ohne familiäre Bindungen, ohne vorgegebene Loyalität, einfach so, ist ein eigenes Thema. Zu all diesem gehören auch die beruflichen Situationen: Ein Mitbewohner macht eine Lehre zum Bäcker, ein anderer eine Ausbildung zur Servicekraft im Restaurant; einer macht gerade seinen Führerschein, ein anderer ein Praktikum in einem Malergeschäft, gefördert vom Jobcenter. Unsere Leute kommen in Deutschland an, selbst wenn es mühsam ist.

Rogate: Vielen Dank, Pater Müller, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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RogateKl_Postkarte A6_Eucharistie Miserikordias Domini 150418_110118_2 KopieWillkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten und Veranstaltungen:

Fünf Fragen zum an: Christian Herwartz, Jesuiten-Pater im Erzbistum Berlin

Christian Herwartz (Bild: privat)Fünf Freitagsfragen an Christian Herwartz SJ, Arbeiterpriester und Bruder, über seine Ordenswahl, die Freude an Straßenexerzitien und warum er gegen den Staat eine Klage vor Gericht angestrengt hat.
Christian Herwartz wurde 1943 in Stralsund als erster von sechs Söhnen geboren. Die Familie zog häufig um, so dass er Schulen in Hildesheim, Kassel, Brühl, Köln, Kiel und Neus besuchte. In Kiel hat er auf der Werft ein zweijähriges Maschinenbaupraktikum absolviert und war Bundeswehr-Angehöriger. Mit 25 Jahren trat er in das Noviziat der Jesuiten ein und hat Philosophie und Theologie in München und Frankfurt/M. studiert, danach war er als Arbeiter in Toulouse, Straßburg und Paris beschäftigt. 1978 kam Herwartz nach Berlin, hat eine Arbeit als Dreher aufgenommen und die Kommunität in Kreuzberg gegründet. Im Jahr 2000 wurde seine Abteilung abgewickelt und er arbeitslos. Im selben Jahr begannen seine bekannten Kurse, Exerzitien auf der Straße und viele andere Aktivitäten.

Rogate-Frage: Pater Herwartz, warum sind Sie Priester geworden und in einen Orden eingetreten?

Christian Herwartz: Die Entscheidung fiel nach und nach. Ich wollte mit anderen zusammen in die Mission. Ich suchte eine Gemeinschaft, mit der ich einen solchen Schritt wagen kann. Ich trat bei den Jesuiten ein und landete bei den Arbeiterpriestern in Frankreich. Nach diesem Ausbildungsschritt kam ich nach Berlin. Weitere Hinweise auf meine Aktivitäten hier unter Nacktesohlen.

Rogate-Frage: Warum haben Sie sich für die Jesuiten als Gemeinschaft entschieden?

Christian Herwartz: Die Beweglichkeit war das ausschlaggebende Argument. Die konkrete Spiritualität des Pilgerns entdeckte ich später und freute mich darüber.

Rogate-Frage: Es heißt, dass die Spiritualität der Orden und Klöster in die Kirche insgesamt hinein wirkt. Wie?

Christian Herwartz: In den Gemeinden gibt es eine Vielzahl von Spiritualitäten. Die einzelnen Richtungen vertiefen sich in den Gemeinschaften, die eine Spiritualität intensiver zu leben versuchen. Hier kann eher eine ansteckende Praxis und schriftlich festgehaltene Reflexionen entstehen.

Rogate-Frage: Sie bieten seit langem Exerzitien auf der Straße an. Was passiert da und welche Erfahrungen können Teilnehmende machen?

Christian Herwartz: Wie entdecke ich dem auferstandenen Christus, da wo er auf mich heute wartet? Das ist die zentrale Frage für Christen bei diesen Übungen (Exerzitien). Das geschieht an zufällig aufgesuchten Orten, in sich selbst oder in liebenden Beziehungen. „Wie kann ich für diese Begegnung offen werden?“ ist die zentrale Frage. Auch Atheisten und Menschen anderer Religionen werden in diesen Zeiten fündig. Das ist eine Freude zu sehen.
Weitere Informationen finden sich unter: Strassenexerzitien.de

Rogate-Frage: Sie sind zudem engagiert für Flüchtlinge. Warum klagen Sie in einem Prozess gegen den Staat?

Christian Herwartz: Seit über 20 Jahren gehöre ich zu der Gruppe „Ordensleute gegen Ausgrenzung“ und organisiere Mahnwachen vor der Abschiebehaft in Berlin-Köpenick. 2012 wurde ein neues kleines Gefängnis auf dem Flughafen Schönefeld eröffnet. Wir wollten auch dort hinsehen und eine Mahnwache im Rahmen der Interkulturellen Woche durchführen, die von den Kirchen organisiert wird. Das wurde uns von der Flughafengesellschaft verboten, obwohl das Gelände sonst ohne Umstand zu betreten ist. Ich habe gegen dieses Verbot prozessiert. Die Entscheidung liegt nach einigen Verhandlungen nun beim Bundesgericht. Näheres findet sich unter Flughafenverfahren.

Rogate: Vielen Dank, Pater Herwartz, für das Gespräch!

Mehr von Christian Herwartz finden Sie hier: Nacktesohlen.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Dienstag, 16. Juni 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Donnerstag, 18. Juni 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Einladung zum Stadtfest-Gottesdienst

    Freitag, 19. Juni 15 | 19:30 Uhr, Eröffnungsgottesdienst des 23. lesbisch-schwulen Stadtfestes des Regenbogenfonds e.V., Predigt: Pfarrer Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent im Kirchenkreis Schöneberg. Mit dem Friedenauer Posaunenchor,  Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler,  Jörg Steinert (LSVD Berlin-Brandenburg), Dekan Ulf-Martin Schmidt und Vikarin Anna Trapp. Orgel: Malte Mevissen.

  • Unsere Sommerreihe 2015: Der Mond ist aufgegangen.

    Sonnabend & Sonntag, 20. und 21. Juni 15, Teilnahme mit einem Info-Stand auf dem “23. Stadtfest des Regenbogenfonds“, Schöneberg

  • Dienstag, 23. Juni 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • St. Johannistag, Mittwoch, 24. Juni | 18:00 Uhr, Eucharistie, Hauskirche Maria von Magdala, Alt-katholische Gemeinde Berlin, Detmolder Straße 4, 10715 Berlin-Wilmersdorf
  • Dienstag, 30. Juni 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Donnerstag, 25. Juni | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Pater Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung – The Flame Of Hope”, zu „Der Mond ist aufgegangen”. Orgel: Manuel Rösler.
  • Donnerstag, 2. Juli | 20:30 Uhr, Andacht zum Jahr der Orden: “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Sr. Michaela Bank, Missionsärztliche Schwestern, zu „Wie ist die Welt so stille“.
  • Donnerstag, 16. Juli | 20:30 Uhr, Andacht: “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Prof. Dr. Dres. h.c. Christoph Markschies zu „Sachen, die wir getrost belachen“.
  • Donnerstag, 23. Juli | 20:30 Uhr, Andacht zum Jahr der Orden: “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: P. Karl Hoffmann, Salvatorianer, zu „Wir spinnen Luftgespinste“.

Fünf Fragen an: Schwester Kerstin-Marie OP, Berufungspastoral der Orden

Fünf Freitagsfragen an Sr. Kerstin-Marie Berretz OP, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Berufungspastoral der Orden, über die eigene Berufung, die Geschichte vom „Tag des offenen Klosters 2014“ und eine ökumenische Perspektive. Ein Beitrag zum Jahr der Orden.

Sr.Kerstin-MarieSr. Kerstin-Marie Berretz OP stammt aus Nordrhein-Westfalen, wo sie nach Stationen in Rheinland-Pfalz und der Schweiz wieder in einem Konvent der Arenberger Dominikanerinnen in Oberhausen lebt. Sie studierte in Bochum und München katholische Theologie und machte im Bistum Trier die Ausbildung zur Pastoralreferentin. Von dort aus trat sie 2008 in die Gemeinschaft der Arenberger Dominikanerinnen ein, deren Mutterhaus in Koblenz ist.

Sr. Kerstin-Marie brennt für die alles rund um das Thema „Berufung“ und hat eine Ausbildung in Berufungscoaching WaVe® gemacht. Außerdem arbeitet sie beim Bistum Essen in der Diözesanstelle für Berufungspastoral und ist im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Berufungspastoral der Orden, einer AG der Deutschen Ordensobernkonferenz.

Rogate-Frage: Schwester Kerstin-Marie, im Mai 2014 haben Sie am bundesweiten „Tag der offenen Klöster“ mitgewirkt. Wie kam es zu dem Projekt und wie ist es auch zahlenmäßig gelaufen?

Sr. Kerstin-Marie: Die Initiative zu diesem Projekt ging von der Jahreskonferenz der Arbeitsgemeinschaft Berufungspastoral der Orden (AGBO) im Jahr 2012 aus. Einige Schwestern und Brüder hatten bereits gute Erfahrungen mit lokalen Tagen der offenen Klöster gemacht und brachten die Idee zu einem bundesweiten Tag der offenen Klöster ein. Schlussendlich beteiligten sich am 10. Mai letzten Jahres 354 Klöster, die Mitglieder der Deutschen Ordensobernkonferenz sind. Daneben öffneten auch andere Klöster und Gemeinschaften ihre Türen, die jedoch nicht von uns erfasst wurden.

Rogate-Frage: Welche Rückmeldungen haben Sie erhalten, wie es an den verschiedenen Orten gelaufen ist? Haben sich die Erwartungen erfüllt?

Sr. Kerstin-Marie: Bis auf ein oder zwei Stimmen waren die Rückmeldungen durchweg positiv. Für alle Beteiligten war es ein besonderer Tag, egal, ob an einem Ort drei oder 300 Gäste waren. Es war wohl überall eine besondere Energie und Stimmung spürbar, so dass sich die Erwartungen erfüllt haben.

Rogate-Frage: Wie viele geistlich betriebene Klöster gibt es derzeit in Deutschland beziehungsweise wie viele Orden werden von der Ordensoberen-Konferenz vertreten? Von welchen Zahlen gehen Sie bei Ordensangehörigen, auch geschätzt, aus?

Sr. Kerstin-Marie: Zur Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) gehören 430 Obere, die ungefähr 22.800 Ordensfrauen und -männer vertreten. Diese leben in ca. 2000 Niederlassungen jeglicher Art. Genauere Informationen findet man unter orden.de.

Rogate-Frage: Warum sind Sie selbst Ordensschwester geworden? Welche Erfahrungen machen Sie mit Ihrer Berufung?

Sr. Kerstin-Marie: Ich bin Ordensfrau geworden, weil es für mich die beste Antwort auf den liebenden Ruf Gottes ist, den ich immer deutlicher verspürt habe. Als Schwester kann ich immer mehr die werden, die ich eigentlich bin. Ich glaube, dass das Leben als Dominikanerin genau meine Berufung ist und für mich Leben in Fülle bedeutet. Natürlich gehören auch Durststrecken dazu und Zeiten, in denen nicht alles rosig ist. Aber kein Leben ist ja immer nur schön und da ich merke, dass meine Grundstimmung gut ist, bin ich davon überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein.

Da ich immer im Habit gehe und so als Schwester erkennbar bin, gibt es immer wieder interessante Begegnungen. Besonders hier im Ruhrgebiet, wo ich lebe und arbeite, nehmen die Menschen kein Blatt vor den Mund. Aber es gibt auch ein stilles Lächeln in der S-Bahn. Ich weiß, dass ich anders wahrgenommen werde, als wenn ich „in zivil“ unterwegs wäre, aber für mich ist der Satz aus dem 1. Petrusbrief wichtig: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ (1 Petr 3,15)

Rogate-Frage: Die Initiatoren des „Tags des offenen Klosters“ haben eher römisch-katholische Einrichtungen im Blick gehabt. Die ökumenischen und evangelischen Klöster waren nicht mitgedacht oder eingeladen. Wie sieht die Zukunft aus? Wird es weitere offene Tage bundesweit geben? Werden diese auch ökumenisch begangen?

Sr. Kerstin-Marie: Als eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Ordensobernkonferenz haben wir bei den Vorbereitungen in erster Linie die Mitgliedsgemeinschaften im Blick gehabt. Im November 2013 hat dann die Generalsekretärin die evangelische „Parallelorganisation“ eingeladen, sich anzuschließen. Die evangelischen Schwestern und Brüder sahen den Zeitplan jedoch als zu eng an, um sich noch zu beteiligen und haben sich deswegen für dieses Mal dagegen entschieden. Von daher können wir von unserer Seite aus nicht sagen, dass die ökumenischen und evangelischen Klöster nicht mitgedacht oder mit eingeladen waren.

Es wird in der Zukunft sicher wieder einen bundesweiten Tag der offenen Klöster geben, allerdings steht derzeit noch nicht ganz genau fest, wann es der Fall sein wird. Aus den Erfahrungen wird es dann sicher auch eine frühere Kontaktaufnahme mit den evangelischen Schwestern und Brüdern geben. Ob es dann einen gemeinsamen bundesweiten Tag der offenen Klöster liegt, wird sich dann zeigen.

Rogate: Vielen Dank, Schwester Kerstin-Marie, für das Gespräch!

Weitere Informationen finden Sie hier: orden.de.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg, Lageplan:

  • Dienstag, 3. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 10. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 17. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Donnerstag, 19. Februar 2015 | 20:30 Uhr, Komplet in der Kapelle der Kirche mit Austeilung des Aschekreuzes zu Beginn der Passionszeit.
  • Unseren Februar-Plan finden Sie hier.

Fünf Fragen an: Frido Pflüger, Jesuiten Flüchtlingsdienst im Erzbistum Berlin

Fünf Freitagsfragen an Pater Frido Pflüger SJ über Menschen ohne Papiere, unsichere Herkunftsländer und Aufträge aus dem christlichen Glauben.

Pater Frido Pflüger SJPater Frido Pflüger SJ trat 1966 in den Jesuitenorden ein und studierte zunächst Philosophie und Theologie in München und Innsbruck, später zudem Mathematik und Physik in Tübingen. Er unterrichtete zuerst in St. Blasien und leitete bis 2003 das katholische St. Benno-Gymnasium in Dresden. Seit 2003 ist er für die Flüchtlingsorganisation des Ordens tätig: Er betreute in Uganda ein Projekt mit sudanesischen Flüchtlingen und war von 2008 bis 2012 Regionaldirektor des Jesuit Refugee Service (JRS) in Ostafrika. Seit 2012 leitet er den Jesuiten-Flüchtlingsdienst Deutschland, der in Berlin, Brandenburg und München tätig ist und vertritt das Erzbistum Berlin in der Härtefallkommission des Landes.

Rogate-Frage: Pater Pflüger, Sie sind Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes. Bei Ihrem Ordenseintritt haben Sie vermutlich nicht gleich daran gedacht, in dieses Aufgabenfeld gestellt zu werden? Wie kamen Sie zu der Aufgabe?

Frido Pflüger: Nein, zunächst nicht. Zunächst war ich mal über 20 Jahre begeistert Lehrer für Mathe und Physik. Im Schuljahr 2002/2003 wurde mir klar, dass das St. Benno-Gymnasium als neue Schule gut aufgebaut war und ich deshalb als Jesuit meine Aufgabe erfüllt hatte. Der Auftrag des Ordens ist, sich für den Glauben, der die Gerechtigkeit einfordert, zu engagieren. Ich wollte diesen Auftrag nun auf eine andere Weise erfüllen, direkt im Dienst von Flüchtlingen und bewarb mich beim JRS, der mich nach Norduganda schickte, wo ich Schulen für 30.000 Flüchtlingskinder organisierte. Die Idee dazu war mir schon vorher eingepflanzt worden, als ich im Jahr 1987 mehrere Monate für vietnamesische boat people auf den Philippinen arbeiteten durfte. Nach Ablauf meiner Zeit in Afrika fragte mich dann mein Orden, ob ich jetzt nicht in Deutschland für Asylsuchende, für Menschen ohne Papiere, für Menschen, die schon so lange hier leben, aber keinen sicheren Aufenthalt besitzen, arbeiten wolle. Meine bisherigen Erfahrungen helfen mir dabei sehr, die Situationen und Probleme der Menschen besser zu verstehen.

Rogate-Frage: Wie arbeitet der Flüchtlingsdienst und wie ist er organisiert?

Frido Pflüger: Der Flüchtlingsdienst war 1980 die Reaktion des Jesuitenordens auf die ungeheure Not der vietnamesischen Boat People. Er beruht auf der Überzeugung, dass zur Förderung des Glaubens unbedingt auch das Eintreten für Gerechtigkeit gehört. Heute ist der JRS in mehr als 50 Ländern weltweit aktiv. Wir arbeiten in großen Flüchtlingslagern oder mit Flüchtlingen in den Großstädten überall in der Welt. Uns ist es dabei wichtig, mit Flüchtlingen gemeinsam tätig zu sein, in vielen JRS Einrichtungen sind Flüchtlinge unsere MitarbeiterInnen.

In Deutschland setzen wir uns seit 1995 für Menschen in der Abschiebungshaft, langjährig „Geduldete“ und Menschen ohne Papiere durch Seelsorge, Rechtsberatung und politische Fürsprache ein. Wir beraten also im Einzelfall – zum Beispiel in der Härtefallkommission, in der ich das Erzbistum vertrete -, treten aber auch politisch für einen gerechteren Umgang mit Flüchtlingen ein.

Rogate-Frage: In einer gemeinsamen Stellungnahme verurteilen zahlreiche Anwalts-, Flüchtlings- und Romaverbände den Kabinettsbeschluss vom 30. April, der es ermöglichen soll, Roma aus Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina noch schneller abzuschieben. Diese Herkunftsländer sollen grundsätzlich zu „sicheren Herkunftsländern“ erklärt werden, obwohl Roma dort einer so massiven rassistischen Diskriminierung unterworfen sind, dass es teilweise einer Verfolgung gleichkommt. Gestern war es nun Thema im Bundestag. Warum haben Sie beim Bundesinnenminister Protest eingelegt?

Frido Pflüger: Diese Menschen fliehen zu uns, und wir ändern sogar unsere Gesetze – nicht, um ihnen zu helfen, sondern um sie noch schneller wieder loszuwerden. Das ist doch ein Armutszeugnis für unseren Rechtsstaat! Schon jetzt ist die Anerkennungsquote der Asylverfahren minimal – was aber angesichts der vielen Berichte über Vertreibung und Gewalt gegen Roma große Zweifel aufwirft, ob ihre Asylanträge unvoreingenommen und gewissenhaft geprüft werden. Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass Roma in vielen Balkan-Ländern massiver Gewalt und brutaler Diskriminierung ausgesetzt sind; dies wird aber bei uns nicht als Asyl-Kriterium anerkannt. Dieses systematische Wegsehen vom Unrecht sollte uns sehr viel mehr Sorgen machen als die 18.000 Asylanträge aus Serbien und Mazedonien, die wir im letzten Jahr hatten.

Rogate-Frage: Was können Menschen in unserem Land tun, die die Nachrichtenbilder vom Flüchtlingselend und dem Sterben auf dem Mittelmeer erschüttert und hilflos macht?

Frido Pflüger: Wenn Menschen sich erschüttern lassen, ist das viel wert! Nicht gleichgültig werden und nicht abstumpfen. Wir können und müssen unseren Politikern deutlich sagen, dass wir uns eine bessere, menschlichere Asylpolitik für Europa wünschen. Das können wir ihnen auch außerhalb der Wahlen sagen. Wir können uns informieren und offen widersprechen, wenn die Mär von der „Asylflut“ in das eigene Umfeld hinüberschwappt. Wir können etwas für diejenigen tun, die es auf ihrer Flucht bis zu uns geschafft haben – und die statt Sicherheit zu finden, oft nur weitere Unsicherheit und Ausgrenzung erleben müssen. Es gibt viele Nachbarschaftsnetzwerke in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften, in denen man sich einbringen und Kontakt zu Flüchtlingen aufbauen kann.

Rogate-Frage: Ihre Organisation spricht in allen Stellungnahmen in für kirchliche Verhältnisse selten klarer Eindeutigkeit und mit konkreten Forderungen an die Politik. Wie geht´s Ihnen mit dem Satz mancher Politiker: „Religion ist Privatsache!“?

Frido Pflüger: Da musste ich erst mal lachen! Natürlich ist Religion Privatsache in dem Sinn, dass es den Staat nichts angeht, welche Religion ich wähle und wie ich sie ausübe. Glaube ist etwas sehr Persönliches. Aber aus dem Glauben, zumal aus dem christlichen, erwachsen doch Aufträge an unser Leben und Handeln. Christus hat uns unmissverständlich klar gemacht, welche: Er selbst steht auf der Seite der Armen, der Flüchtlinge, der Ausgegrenzten. Als Christ kann ich doch nicht Unrecht und Leiden sehen und mich schweigend abwenden. Gerade als Christ bin ich ganz persönlich aufgefordert, etwas dagegen zu tun.

Und die Kirche als die Gemeinschaft derer, die sich aus persönlicher Entscheidung zum Glauben bekennen, muss auch Stellung nehmen, wenn die in ihrer Glaubensüberzeugung gegründeten Werte wie Gerechtigkeit, Frieden und Menschenwürde verletzt werden. Und über die Stellungnahme hinaus sollte sie immer die Menschen in ihrem Engagement für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Menschenwürde fördern, ja mittragen, denn dieses Engagement ist oft sehr aufreibend und braucht moralische und spirituelle Unterstützung.

Rogate: Vielen Dank, Pater Pflüger, für das Gespräch!

Mehr über den Jesuiten-Flüchtlingsdienst Deutschland finden Sie hier: jesuiten-fluechtlingsdienst.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der Ausstellung "Töten aus Überzeugung"gastgebenen Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg, Lageplan: