Fünf Fragen an: Holger Wicht, Pressesprecher der Deutschen AIDS-Hilfe

Fünf Karfreitagsfragen an Holger Wicht, Deutsche Aids-Hilfe, über den Sinn von HIV-Tests, eine zu erwartende fast normale Lebenserwartung für positive Menschen und welche Hoffnung er mit dem Jahr 2020 verbindet.

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Holger Wicht (Bild: privat)

Holger Wicht, geboren 1971 in Hannover, lebt seit 1992 in Berlin. Er ist Journalist und Moderator und war unter anderem Chefredakteur von Berlins queerem Stadtmagazin „Siegessäule“. Heute ist er Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher bei der Deutschen AIDS-Hilfe, dem Dachverband von 120 Organisationen und Einrichtungen in Deutschland.

Rogate-Frage: Herr Wicht, wie viele Menschen sind derzeit in Deutschland mit HIV infiziert, an Aids erkrankt und bereits gestorben?

In Deutschland leben zurzeit etwa 83.000 Menschen mit HIV. Die Neuinfektionszahlen liegen in Deutschland seit Jahren konstant bei 3.200. Das ist im europäischen Vergleich sehr wenig – ein Erfolg der Präventionsarbeit in Deutschland. Insgesamt sind seit den 80er Jahren ungefähr 28.000 Menschen an den Folgen der Infektion gestorben. Heute lässt sich eine Aidserkrankung zum Glück in aller Regel vermeiden, wenn jemand rechtzeitig von der HIV-Infektion erfährt und mit einer Therapie beginnt. Das Virus kann dann kaum noch Schaden im Körper anrichten. Kaum zu glauben, aber wahr: Wer sich heute infiziert, hat eine fast normale Lebenserwartung!

Rogate-Frage: Wie arbeitet die Aids-Hilfe? Hauptsächlich durch Lobbyarbeit und Beratung?

Unsere Arbeit ist sehr vielfältig. Zum einen machen wir Prävention für die am stärksten von HIV betroffenen Gruppen: schwule Männer, Drogenkonsumenten, Menschen in Haft, Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter und Menschen aus Ländern, in denen HIV besonders häufig vorkommt. Dafür bekommen wir Geld vom Staat. Ein Beispiel ist unsere Kampagne ICH WEISS WAS ICH TU für schwule Männer, die zum Beispiel auf CSDs im Einsatz ist. Es ist in der Prävention nämlich immer sehr wichtig, auch persönlich ins Gespräch zu kommen. Zum anderen setzen wir uns politisch für die Rechte der genannten Gruppen ein und vertreten die Interessen von Menschen mit HIV. Außerdem bieten wir Beratung an, fördern Selbsthilfeaktivitäten und vieles mehr. Nicht zuletzt informieren wir umfassend zu allen Themen rund um HIV, Geschlechtskrankheiten und Hepatitis. Bald starten wir aidshilfe.de im neuen Look.

Rogate-Frage: Wie ist die Situation von Menschen mit dem Virus in Deutschland? 

Die Situation von Menschen mit HIV hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm verbessert. Mit HIV kann man heute nicht nur alt werden, sondern auch ein erfülltes Leben führen – mit Sexualität, Beziehung, Familie und Job, ganz wie man möchte. Die Therapien machen’s möglich, denn sie verhindern die Vermehrung von HIV im Körper und auch die Weitergabe des Virus. Leider erleben Menschen mit HIV aber immer noch Diskriminierung, zum Beispiel am Arbeitsplatz oder in Krankenhäusern und Arztpraxen. Grund sind oft völlig veraltete Vorstellungen vom Leben mit HIV und irrationale Ängste vor einer Übertragung. Deswegen machen wir immer wieder deutlich: Von Menschen mit HIV geht keine Gefahr aus! Im Alltagsleben sowieso nicht, und beim Sex kann man sich schützen.

Rogate-Frage: Wie erleben Sie die Positionen der Kirchen in Deutschland und anderswo?

Das ist sehr unterschiedlich. Viele kirchliche Organisationen sind wichtige Partner für uns, sie leisten großartige und wertvolle Arbeit, etwa in der Flüchtlingshilfe und in der Drogenhilfe. Das franziskanische Haus Maria Frieden war das erste Aids-Hospiz in Deutschland – und leistet bis heute unverzichtbare Arbeit. Die ebenfalls franziskanischen Nonnen vom Hospizdienst Tauwerk sind in Berlin Teil der Community und haben für ihre offenherzige und unermüdliche Arbeit am Sterbebett von Menschen mit Aids letztes Jahr den Soul of Stonewall Award des Berliner CSD gewonnen! Wenn aber die Kirche oder manche ihrer Vertreterinnen und Vertreter homosexuelle Menschen nach wie vor herabwürdigen oder den Gebrauch von Kondomen untersagen, dann ist das respektlos und höchst schädlich – auch für die HIV-Prävention.

Rogate-Frage: Sie haben die Hoffnung, dass es ab 2020 nicht mehr zu Aids-Erkrankungen kommt. Wie soll das gehen?

Unser Verband will alles dafür tun, dass niemand mehr an Aids erkranken muss. Man muss sich vorstellen: Mehr als 1000 Menschen bekommen jedes Jahr in Deutschland Aids, obwohl es sich vermeiden ließe! Die allermeisten wissen bis dahin nicht, dass sie HIV-positiv sind. Sie haben sich nicht testen lassen – aus Angst vor dem Ergebnis oder vor Diskriminierung. Das wollen wir verändern. Wir möchten Menschen den Zugang zum HIV-Test und zur Therapie ermöglichen, sie dazu motivieren, um ihnen eine Aids-Erkrankung zu ersparen. Dafür müssen wir die Test-Hindernisse abbauen: indem wir vermitteln, dass man mit HIV heute gut leben kann, wenn man rechtzeitig davon erfährt. Und indem wir Diskriminierung abbauen.

Rogate: Vielen Dank, Herr Wicht, für das Gespräch.

Weitere Informationen hier: aidshilfe.de, magazin.hiv und „AIDS ist auch nicht mehr, was es mal war“ – Unsere „Wussten Sie eigentlich?“- eine Kampagne erzählt Lebensgeschichten.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten:

  • Rogate Kl_Aushang_Kreuzweg_090316-2 KopieHeute, Karfreitag, 25. März 16 | 15:00 Uhr, Kreuzweg, Michaelskirche, Bessemer Straße 97/101, 12103 Berlin-Schöneberg, Bus 106 (Richtung Lindenhof)
  • Ostermontag, 28. März 16 | 11:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie, mit der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin, Zwölf-Apostel-Kirche, U Nollendorfplatz
  • Dienstag, 29. März 16 | 19:00 Uhr, Vesper, Zwölf-Apostel-Kirche

Fünf Fragen an: Alexander Bothe, Arbeitsstelle Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz

Fünf Freitagsfragen an Alexander Bothe, Referent für Ministrantenpastoral und liturgische/kulturelle Bildung bei der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj) der Deutschen Bischofskonferenz, über den ökumenischen Jugendkreuzweg, eine bewährte Zusammenarbeit in der Jugendarbeit und die Frage nach dem, was eigentlich Wesentlich ist.

Alexander Bothe (Bild: afl)

Alexander Bothe verantwortet als Geschäftsführer und Leiter des Redaktionsteams die Erstellung des jährlich neuen Ökumenischen Kreuzwegs der Jugend. Offen für den Dialog und bereit zum Entdecken der Wege zum Horizont, mit dem Blick für das kostbar Überlieferte wie der Freude zum ambitionierten Mitgestalten von Veränderungsprozessen – Alexander Bothe engagiert sich für eine Jugendpastoral, die Menschen in der Gegenwart ihres Lebensweges begleitet und die aus der Botschaft von Jesus, dem Christus, und der Freude an der Welt zukunftsfähig ist.

Rogate-Frage: Herr Bothe, was passiert bei Jugendkreuzweg? Wie funktioniert er?

Alexander Bothe: Der Jugendkreuzweg ist in erster Linie ein Angebot, denn wir laden gerade junge Christinnen und Christen ein, sich gemeinsam auf dem Weg zu Ostern hin – und das meint, in der Fastenzeit und während der Karwoche, aber genauso während des übrigen Jahres – aus unseren Materialien ihren Kreuzweg zusammenzustellen. Sie können unsere Texte, Bilder, Vorschläge und Gedankenanregungen aufgreifen und so übernehmen oder mit eigenen Ideen und Bezügen zur persönlichen Lebenswelt verbinden. In jedem Jahr wählen wir dazu neu einen Kreuzweg aus, das kann eine Gestaltung oder ein Kunstwerk sein, das schon in einer Kirche in Deutschland hängt, eines, das von Künstlers speziell aus diesem Anlass heraus entwickelt wird, eine Installation, eine Entwicklung von jungen Erwachsenen selbst usw. Dazu bieten wir über die Webseite jugendkreuzweg-online.de Bezugsmöglichkeiten und vielfältige Zusatzmaterialien an. Der Jugendkreuzweg ermutigt zum gemeinsamen oder individuellen Gebet und Gottesdienstfeiern, zum Mitgehen auf dem Kreuzweg und dazu, sich so in vielfältiger Weise mit der Passion Jesu und dem eigenen Suchen, Fragen und Zweifeln, mit der Erlösung und dem von Gott gewollten Heil auseinanderzusetzen.
1958 begann der Jugendkreuzweg als „Gebetsbrücke“ zwischen jungen katholischen Christinnen und Christen in der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR; seit 1972 wird er ökumenisch gebetet. Er hat also eine bewährte und ganz besondere Geschichte. Heute überbrücken die gemeinsamen Worte Konfessionen, Gesinnungen, Generationen Und Grenzen, denn auch in den Niederlanden, Österreich und den deutschsprachigen Teilen von Luxemburg, Belgien und der Schweiz beten ihn junge Christinnen und Christen. Träger des Ökumenischen Kreuzwegs der Jugend sind die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej).

Rogate-Frage: Welchem Thema stellt sich der Jugendkreuzweg in diesem Jahr?

Alexander Bothe: „Im Fokus: Das Kreuz“, so lautet der Titel des Ökumenischen Kreuzweges der Jugend 2015. Leid und Tod zu „fokussieren“ ist ambivalent: Es kann Aufmerksamkeit auf den Leidenden lenken und unsere Wahrnehmung des Menschen, der leidet schärfen, es kann ihn zugleich aber auch bloßstellen; es kann zum Verändern und Helfen ermutigen oder zum Ergötzen verführen. Der ÖJKW korreliert dieses Heute unserer Gesellschaft und des eigenen Lebens, den eigenen Lebensweg und den gesellschaftlichen und medialen Umgang mit dem Leid und dem Tod Jesu Christi. Hintergrund ist die Frage nach dem, was eigentlich Wesentlich ist: Wohl noch nie zuvor gab es so faszinierend differenzierte Möglichkeiten wie in unserer Zeit, sich Bilder der Wirklichkeit zu machen. Doch was sagen all diese Bilder über das, was wesentlich ist, wie scharf oder unscharf erzählen sie von dem, was Wahrheit ist? Das stellt auch die Frage nach echter Begegnung in den Fokus. So sehr im medial vermittelten oder direkten Umgang miteinander gerade gemäß der sozialen Medien bedingungslose wechselseitige Partizipation und permanenter Austausch als Ideale erscheinen, so sehr wird aber gerade die Frage danach geöffnet. Was ist, wenn es bei dem gerade genannten um das ‚Eingemachte‘ geht, darum, was Begegnung bedeutet, wenn es um das Leben und um den Tod selbst geht? Dem Jugendkreuzweg geht es darum, den Fokus für das Wesentliche zu schärfen: Wirkliche Begegnung kann erst aus dem Mut erwachsen, einander auf den Kreuzwegen des Lebens dorthin zu begleiten, was uns im Innersten erfüllt: Die Begegnung mit der Liebe Gottes, der vom Tod zum Leben führt.

Rogate-Frage: Wissen Sie etwas über die Resonanz und die Umsetzung in den Gemeinden?

Alexander Bothe: Bunt und sehr unterschiedlich! Manches erreicht uns über den Kalender auf unserer Webseite, in den man die eigene Veranstaltung eintragen kann, anderes über eMail oder Post oder wenn einzelne aus der Redaktion an Gebeten teilnehmen können. Es gibt große gemeinsame Veranstaltungen am ‚traditionellen‘ Tag des Gebets des Jugendkreuzwegs am Freitag vor Palmsonntag, die können wie beispielsweise in Hamburg mit riesigen Bilder-Planen durch ganze Stadteile gehen, in Ingolstadt mit einem Aktionsrahmen verlaufen oder wie in Wuppertal 2014 mit der Schwebebahn auf dem Gebetsweg unterwegs sein. Ebenso wissen wir von vielen Lehrerinnen und Lehrern, die die Materialien für Schulveranstaltungen oder den Religionsunterricht währen des Jahres nutzen.  Die meisten Gebete werden aber natürlich innerhalb von Pfarrgemeinden oder zwischen mehreren Pfarrgemeinden veranstaltet und eben weit überwiegend ökumenisch miteinander geteilt, auch Fastenexerzitien oder Einkehrtage werden mit den Materialien gestaltet. Sophia, eine der jungen Erwachsenen, die in diesem Jahr beim gemeinsamen Auftaktgebet des Jugendkreuzwegs in Bücken/Niedersachsen am 20. März mitgewirkt und dafür eigene Texte verfasst haben, hat mir erzählt, wie sehr sie und die anderen Teammitglieder die Auseinandersetzung mit dem Jugendkreuzweg aus ihren eigenen Lebenswirklichkeiten heraus angesprochen und zur Auseinandersetzung mit ihrem Glauben ermutigt hat. Schön ist dabei, dass wir auch sehr viele Rückmeldungen von ‚Jugendlichen und jungen Erwachsenen aller Generationen‘ bekommen, die sich durch die Bilder und Texte des Jugendkreuzwegs bereichern lassen und sie mit Freude aufgreifen. Aus Gelsenkirchen-Resser Mark kam in diesen Tagen gerade eine Nachricht, wie sehr der diesjährige Entwurf die gesamte katholische und evangelische Gemeinde angesprochen hat, weil sich „von der Kindergruppe bis zu den Rollator-Fahrern“ alle von den Gedanken, Gebeten, Texten, Aktionsimpulsen und Liedern berühren lassen konnten. So sehr wir natürlich auch ganz unterschiedliche Feedbacks erhalten, weil wir ja jedes Jahr einen ganz neuen inhaltlichen und ästhetischen Zugang auswählen und dabei auch immer wieder Grenzen ausloten – das erfüllt dann das ganze Redaktionsteam mit besonderer Dankbarkeit und Ermutigung.

Rogate-Frage: Welche ökumenischen Impulse können Sie mit hineinnehmen?

Alexander Bothe: Das geschieht schon dadurch, dass wir als Herausgeber und in der ganzen Breite des Redaktionsteam ökumenisch zusammen gesetzt sind. Auswahl aus den jährlichen Vorschlägen zum Kreuzweg, Entwicklung der inhaltlichen Ausrichtung, der Bildperspektiven, Abfassung der Texte und der Musik  sind getragen von der echten gegenseitigen Bereicherung der verschiedenen konfessionellen Perspektiven. Aber auch theologisch lässt sich das gut auf den Punkt bringen: „Im Anfang war der Logos“, also der Sinn, die Sprache, die Vernunft, die Richtschnur – so beschreibt das Johannesevangelium den Beginn von Geschichte. Wir kennen die Übersetzung als das „Wort“, das am Anfang steht, Jesus Christus also als „das Wort“ Gottes. Der Jugendkreuzweg greift die Spannung zwischen Worten und Bilder und auch der Musik als Beziehungsebene eigenen sinnlichen Zugangs zur Wirklichkeit auf, um durch das gemeinsame Unterwegssein auf dem Kreuzweg die Spannung zwischen der Unsichtbarkeit Gottes und der ganz persönlichen Begegnung mit ihm in Jesus Christus zu öffnen. „Alte und neue Bilder, alte und neue Worte, Gottes Worte und unserer Worte: Reformation heißt da,  dass sich etwas neu formt, sich neu und anders ausbildet“, so beschreibt es Cornelia Dassler, Landesjugendpastorin der Ev.-luth. Landeskirche Hannover und Redaktionsmitglied im Journal des Jugendkreuzwegs, das es zum Download auf der Webseite gibt. Schöner kann ich es aus katholischer Sicht nicht auf den Punkt führen, denn genau das geschieht reformatorisch im Jugendkreuzweg, wenn er ökumenisch getragen und ausgerichtet von der Botschaft Gottes, der mit uns auf den Kreuzwegen unseres eigenen Lebens unterwegs ist, erzählt, um dazu einzuladen, dem „Logos“ Jesus Christus mit allen Sinnen zu begegnen.

Rogate-Frage: Welche Botschaft aus den Texten des Kreuzweges ist Ihnen am wichtigsten?

Alexander Bothe: Vom Blick auf den Tod her wird klar, was das Leben ist; und von da, was eigentlich der Mensch ist. Dieser Blick wiederum öffnet mir die Augen und das Herz für die Begegnung mit dem, was Wesentlich ist.

Rogate: Vielen Dank, Herr Bothe, für das Gespräch!

Weitere Informationen über die AFJ finden Sie hier: afj.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenen Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Karfreitag, 3. April 15 | 15:00 Uhr, Kreuzweg-Andacht
  • Ostermontag, 6. April 2015 | 10:00 Uhr, ökumenische Eucharistie, mit der Alt-katholischen Gemeinde
  • Dienstag, 7. April 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Donnerstag, 9. April 15 | 20:30 Uhr, Komplet, das Nachtgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Dienstag, 14. April 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, danach Bibelgespräch
  • Donnerstag, 16. April 15 | 20:30 Uhr, Fürbitt-Andacht, in der Zwölf-Apostel-Kirche
  • Dienstag, 21. April 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Mitgliederversammlung des Trägervereins

Der April im Rogate-Kloster: Karwoche und ökumenische Eucharistie an Ostern

Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in Berlin-Schöneberg im Monat April:

  • Gründonnerstag, 2. April | 19:00 Uhr, Eucharistie in der Michaelskirche, Bessemer Straße 97/101, 12103 Berlin-Schöneberg, Bus 106 (Richtung Lindenhof, Haltestelle Bessemer Straße). Orgel: Shin-Hyang Yun
  • Karfreitag, 3. April 15 | 15:00 Uhr, KREUZWEG-ANDACHT
  • Ostermontag, 6. April 2015 | 10:00 Uhr, ökumenische Eucharistie, mit der Alt-katholischen Gemeinde

    Ostermontag, 6. April 2015 | 10:00 Uhr, ökumenische Eucharistie, mit der Alt-katholischen Gemeinde, Zwölf-Apostel-Kirche

  • Dienstag, 7. April 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Donnerstag, 9. April 15 | 20:30 Uhr, Komplet, das Nachtgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Dienstag, 14. April 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, danach Bibelgespräch
  • Donnerstag, 16. April 15 | 20:30 Uhr, Fürbitt-Andacht, in der Zwölf-Apostel-Kirche
  • Dienstag, 21. April 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, anschließend Mitgliederversammlung des Trägervereins, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Donnerstag, 23. April 15 | 20:30 Uhr, Komplet, das Nachtgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Dienstag, 28. April 15 | 19:00 Uhr, Vesper, das Abendgebet, danach Bibelgespräch, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Donnerstag, 30. April 15 | 20:30 Uhr, Meditative Andacht, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Den April-Plan finden Sie hier.

Erreichbar ist die Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße.

Fünf Fragen an: Petra Pau, Bundestagsvizepräsidentin, Die Linke

Fünf Fragen an Petra PauFünf Fragen an Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau über den Karfreitag, das Versagen der Zivilgesellschaft und eine mitmachende Einmischung der Kirche. Sie beteiligt sich in der Karwoche an einer kirchlichen Prozession durch die Mitte Berlins.

Petra Pau ist Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf, geborene Berlinerin, evangelisch getauft und konfirmiert. Mit 16 Jahren trat sie aus der Kirche aus.
Sie engagiert sich für Bürgerrechte und Demokratie und gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus.

Rogate-Frage: Frau Bundestagsvizepräsidentin Pau, Sie sprechen auf einer ökumenischen Karfreitagsprozession in der Mitte Berlins. Ist der Karfreitag für Sie persönlich religiös geprägt?

Petra Pau: Die mit der Prozession ausgedrückte Solidarität mit dem Schmerz und dem Leiden Christi und damit der Welt ist mir sehr nahe und ich freue mich, mit engagierten Menschen, die ihre Motivation aus der Bibel, dem Kapital von Karl Marx oder anderen Quellen ziehen, diese Solidarität und Verantwortung öffentlich zu demonstrieren.

Rogate-Frage: Das diesjährige Themenjahr „Reformation und Politik“ der Evangelischen Kirche in Deutschland war für die Organisatoren der Anlass, Politikerinnen und Politiker um aktive Teilnahme an der Prozession zu bitten. Die Texte, die sie vorlesen, haben Bezüge zu Leidens- und Schuldgeschichten, die eng mit der Historie der Stadt verknüpft sind. Was werden Sie lesen und welche Botschaft haben Sie für die Teilnehmenden?

Petra Pau: Themen meines Textes sind das Versagen der Zivilgesellschaft – insbesondere auch der Kirchen im Jahr 1933 am Beispiel des übervollen Dankgottesdienstes in der Marienkirche zwei Tage nach der Machtübernahme der Nazis. UND die Kraft von Zivilcourage und Solidarität, die von den Protesten der Frauen in der Rosenstraße 1943 ausging. Mit ihren Protesten gelang es ihnen, die Nazis zur Freilassung ihrer jüdischen Ehemänner zu bewegen.
Meine Botschaft für die Gegenwart und Zukunft lautet: Schaut nicht weg, mischt euch ein und seid an der Seite der Schwächeren und Ausgegrenzten.

Rogate-Frage: Wie ist Ihr Verhältnis zu Gott, zum Glauben und zur Kirche?

Petra Pau: Ein sehr persönliches, welches in den letzten Jahrzehnten immer weniger mit der Institution Kirche zu tun hat.

Rogate-Frage: Was würden Sie der Kirche gern ins Stammbuch schreiben?

Petra Pau: Ich erlebe viele engagierte Christinnen und Christen in allen gesellschaftlichen Bereichen und kämpfe zum Beispiel mit ihnen für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen.
Ich wünschte mir und Ihnen in den wichtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um Krieg und Frieden, soziale Gerechtigkeit und Bürgerrechte und Demokratie erkennbare, mitmachende Einmischung der Institution Kirche.

Rogate-Frage: Wie sehen Ihre weiteres Ostertage aus, gibt es noch weitere Berührungspunkte mit der religiösen Dimension des Fests?

Petra Pau: Die weiteren Ostertage gehören der Familie und der Besinnung. Vielleicht treffen wir uns ja in den Gärten der Welt in Marzahn. In den einzelnen Themengärten wie auch im Blütenmeer ringsherum, gibt es viele Anstöße und Anregungen dazu.

Herzlichen Dank!

Hinweis: Die ökumenische Karfreitagsprozession wird am Karfreitag, 18. April 2014, ab 11.00 Uhr, durch die Innenstadt ziehen. Beginnend am Berliner Dom endet sie an der St. Hedwigskathedrale auf dem Bebelplatz. Bischof Markus Dröge, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein und der katholische Weihbischof Matthias Heinrich nehmen teil. Erwartet werden neben Petra Pau, Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender Die Linke, Bettina Jarasch, Vorsitzende des Landesverbandes Bündnis 90/Die Grünen, Cornelia Yzer, Berliner Wirtschaftssenatorin und Christian Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte. Mehr über Petra Pau erfahren Sie hier.

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Gottesdienste des Rogate-Klosters in der Karwoche 2014:

  • Dienstag, 15. April 14 |19:00 Uhr, VESPER – Kapelle auf dem Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof, Werdauer Weg, S Schöneberg
  • Gründonnerstag, 17. April |19:30 Uhr, EUCHARISTIE – in der Kapelle auf dem Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof, Werdauer Weg, S Schöneberg. Orgel: Erik Hoeppe.
  • Karfreitag, 18. April 14 |15:00 Uhr, ANDACHT „DIE LETZTEN WORTE JESU AM KREUZ“ – in der Kapelle auf dem Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof, Werdauer Weg, S Schöneberg

Das Heilige Osterfest in der Zwölf-Apostel-Kirche:

Unseren Monatsplan April 14 mit allen Gottesdiensten finden Sie hier. Eine begrenzte Auswahl von Ostergottesdiensten der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz finden Sie hier. Eine Auswahl von Ostermessen im Erzbistum Berlin finden Sie hier.

Karwoche: Willkommen zu unseren Gottesdiensten.

Ihnen eine gute und besinnliche Karwoche. Sie sind herzlich eingeladen, mit uns besonders geprägte Gottesdienste in der Zwölf-Apostel-Kirche zu feiern:

  • Montag, 25. März, Die sieben letzten Worte Jesu19.00 Uhr, Vesper, mit Pfr. Dr. Andreas Fuhr.
  • Dienstag, 26. März, 19.00 Uhr, Vesper, mit Pfr. Dr. Andreas Fuhr.
  • Mittwoch, 27. März, 19.00 Uhr, Vesper, mit Pfr. Dr. Andreas Fuhr.
  • Karfreitag, 29. März 13, 15.oo Uhr, Andacht „Die sieben Worte Jesu am Kreuz“ zur Sterbestunde.

Unseren Gottesdienstplan März finden Sie hier. Weitere Termine finden Sie hier.

Gottesdienst: Die Rogate-Andachten im März 2013.

Der Monat März ist gesprägt durch die Passionszeit. Unseren Plan finden Sie hier.

Ausgewählte Gottesdienste und Veranstaltungen:Gesangbuch Singt Jubilate (EKBO)