Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Superintendent Carsten Bolz

Seit vielen Jahren hat sich der Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf zunächst gemeinsam mit engagierten Theologiestudierenden und dem Nachbarkirchenkreis Tempelhof-Schöneberg am Stadtfest rund um die Motzstraße beteiligt, die von Schöneberg bis nach Wilmersdorf führt. Der Stand in der Fuggerstraße war schon unser Stammplatz geworden. So ähnlich war es wohl mit dem Gottesdienst zur Eröffnung in der Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg: er hatte einen Stammplatz bekommen.

Superintenden Carsten Bolz (Bild: Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf)

In diesem Jahr findet beides nicht statt: der Gottesdienst nicht und das Stadtfest auf der Grenze zwischen den beiden Kirchenkreisen Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf nicht. Das ist der Lage geschuldet und bedauerlich – aber sachgerecht und nachvollziehbar. Wie das unterschiedliche, bunte Engagement an anderen Stellen aber zeigt, geben die beiden Kirchenkreise damit ihren „Stammplatz“ nicht auf. Unser Dabeisein beim Stadtfest hat in unsere Kirche hineingewirkt: in den letzten Jahren hat die Landeskirche den Stand unterstützt! Und so bleiben wir als Kirche auch in diesem Jahr sichtbar: im weltweiten Netz mit Beiträgen hier auf dieser Seite, mit einem Video aus Tempelhof-Schöneberg (#meinPflaster – mitten im queeren Kiez), mit einem Gottesdienst in der Marienkirche und mit Regenbogenfahnen an vielen Orten.

Das ist gut so – und im nächsten Jahr werden wir – so Gott will – unsere Stammplätze auch in der Zwölf-Apostel-Kirche und in der Fuggerstraße wieder einnehmen. Ich freue mich drauf!

Mit herzlichen Grüßen auch von meinem Kollegen Michael Raddatz aus Tempelhof-Schöneberg

Superintendent Carsten Bolz, Ev. Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf

Ein Ausschnitt aus dem Rogate-Eröffnungsgottesdienst 2011:


Angesichts der Corona-Pandemie können wir leider keine verlässlichen Angaben machen, wann wir wieder zu Rogate-Gottesdiensten und Veranstaltungen einladen können.

Eine Auswahl der geplanten Rogate-Termine:

Demokratieprojekt Wangerlandsofa: „Tod (und Ewigkeit) im Wangerland“

Am Donnerstag, 21. November, wird es in unserer Demokratiereihe „Wangerlandsofa“ um das Thema „Tod im Wangerland“ gehen. 

Informiert wird über die Arbeit von Bestattern in der Region, der Kommune (bei ordnungsbehördlichen Beisetzungen), über Seebestattungen und die Rolle der Kirche und ihrer Friedhöfe. 

Br. Franziskus interviewt Ordnungsamtsleiter Markus Gellert (Gemeinde Wangerland), Kapitän Dirk Huntemann (Reederei Huntemann), Bestatter Eric Janßen (Bestattungen Janßen) und Kreispfarrer Christian Scheuer (Ev.-luth. Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven). 

Beginn ist um 19:00 Uhr im Walter-Spitta-Haus, Lange Straße 60, 26434 Hooksiel.

Informationen über das Wangerlandsofa: Das ökumenische Rogate-Kloster St. Michael, das Diakonische Werk Friesland-Wilhelmshaven, die Ev.-luth. Kirchengemeinde Pakens-Hooksiel und die Katholische Erwachsenenbildung Wilhelmshaven Friesland Wesermarsch e.V. (KEB) kooperieren im Demokratie-Projekt „Wangerlandsofa“, um (wieder oder mehr) miteinander zu reden. Monatlich wird im Hooksieler Gemeindehaus das „Rote Sofa“ aufgestellt. Zu den Abenden werden politisch, sozial und gesellschaftlich Engagierte eingeladen, befragt und anschließend miteinander überlegt, welche Folgen sich daraus für unser Leben im Wangerland und der Region ergeben. Der Eintritt ist frei.

Religionenhaus: Grußwort von Roland Stolte

Grußwort von Roland Stolte, Konzeptdirektor House of One, Berlin, für die Ausstellung „Wilhelmshaven glaubt. 150 Jahre religiöse Vielfalt an der Jade“ (28. Juni bis 15. September 2019):

Roland Stolte (Bild: House of One)

„Ein Religionenhaus, wie Sie es nun auch planen, versteht sich nicht von selbst. Es hat seine eigene Zeit, seine eigene Entwicklungs- und Planungszeit und seine eigenen Zwischenschritte. Wenn wir beim House of One eines gelernt haben, dann ist es der Wert und die Bedeutung von Zwischenschritten. Sie sind eminent wichtig, um die je anderen Religionen und die Stadtgesellschaft mit auf den Weg zu nehmen, um gemeinsam weiterzudenken und ein Vorgeschmack zu geben, wie ein solches Gebäude später einmal mit Leben gefüllt werden könnte. Ein derartiger Zwischenschritt ist Ihre Ausstellung, wir gratulieren dazu und freuen uns, Ihre Planungen in Zukunft mit Rat und Tat begleiten zu dürfen.“

Information: Der Arbeitskreis Religionenhaus hat sich im Sommer 2018 gegründet. Zu ihm gehören Mitglieder des Rates und der Verwaltung der Stadt Wilhelmshaven sowie Vertreterinnen und Vertretern des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Friesland-Wilhelmshaven, der römisch-katholischen Gemeinde Sankt Willehad, der Kreisdiakonie und des Rogate-Klosters.

Nach dem Vorbild des Berliner Projektes „House of One“ wird diskutiert, ob ein „Religionenhaus“ eine sinnvolle und zukunftsweisende Einrichtung für den Dialog von religiösen und nichtreligiösen Menschen am Jadebusen sein könnte. Der Kreis entwickelt interreligiöse Initiativen für die Stadtgesellschaft der Nordseestadt. Die Ausstellung „Wilhelmshaven glaubt. 150 Jahre religiöse Vielfalt an der Jade.“ war ein Projekt der AK Religionenhaus Wilhelmshaven.

Meinung: Wort zum Israel-Sonntag

Morgen ist Israelsonntag. Er wird in den evangelischen Gottesdiensten gefeiert. Elf Wochen nach Pfingsten ging es früher darum, Juden zur Taufe zu bewegen. Der Zeitpunkt bleibt gut gewählt, begehen doch jüdische Gemeinden den Gedenktag der Zerstörung des ersten Tempels am 9. Tag des jüdischen Monats Av, der in die gleiche Zeit fällt.

Kreispfarrer Christian Scheuer (Bild: Axel Biewer)

Die inhaltliche Ausrichtung hat sich hingegen auf dem Hintergrund der Shoa, so der jüdische Begriff für den Holocaust, grundlegend gewandelt. Der jahrhundertealte Antijudaismus der Kirchen wird kritisch aufgearbeitet. Wenn unter dem Deckmantel der politischen Empörung Rassismus und die Infragestellung der vom Grundgesetz verbrieften Freiheit für Menschen aller Glaubensrichtungen wieder salonfähig gemacht werden sollen, sind Christen und Christinnen gerade in diesen Tagen gefordert, sich solidarisch an die Seite von Juden und Jüdinnen zu stellen.

Aus lediglich 15000 Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland im Jahr 1989 sind 30 Jahre später wieder über 300.000 geworden, was angesichts der Geschichte fast an ein Wunder grenzt. Gerade deshalb kann es nicht hingenommen werden, dass jüdische Gotteshäuser in Deutschland nach wie vor besonders vor Übergriffen geschützt werden müssen.

Im Dialog der Religionen geht es um Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Das erste Testament unserer Bibel ist die Tora der Juden. Das Christentum wurzelt in der Botschaft des Juden Jesus von Nazareth. Der deutsch-israelische Publizist Schalom Ben-Chorin hat es einmal so auf den Punkt gebracht: Der Glaube Jesu verbindet Christen und Juden, der Glaube an Jesus trennt beide.

Die Begegnung von Christen und Juden ist in der Praxis keine bedrückende, weil vor allem schuldbeladene Angelegenheit, sondern ein fruchtbarer, lebendiger Dialog. Davon können viele Israel-Reisende aus unseren Kirchengemeinden begeistert berichten. Davon geben aber auch vor unserer Haustür in vorbildlicher Weise eine Reihe friesischer Erinnerungsorte wie das Gröschler-Haus in Jever und die ehemalige Synagoge in Neustadtgödens oder die gegenwärtig im Küstenmuseum laufende, interessante Ausstellung zur religiösen Vielfalt an der Jade „Wilhelmshaven glaubt.“ Zeugnis.

Ein Beitrag von Christian Scheuer, Kreispfarrer in Friesland und Wilhelmshaven

Fünf Fragen an: Superintendent Uwe Simon, Kirchenkreis Oberes Havelland

Fünf Freitagsfragen an Uwe Simon, Superintendent im Kirchenkreis Oberes Havelland, über Ärger mit dem Bundesgrenzschutz, Irritationen in Brandenburger Gemeinden und den Sinn von internationaler Partnerschaftsarbeit.

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Superintendent Uwe Simon (Bild: Rogatekloster)

Uwe Simon stamt aus Berlin. Er studierte Evangelische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Berlin. Seit 2002 war er Superintendent erst des Kirchenkreises Templin-Gransee, seit 2011 ist er in dieser Funktion  leitender Pfarrer des neu gebildeten Kirchenkreises Oberes Havelland mit Wohn- und Dienstsitz in Gransee. Simon ist zudem Stellvertretender der Generalsuperintendentin im Sprengel Potsdam.

Rogate-Frage: Herr Superintendent Simon, Sie sind im Moment nicht gut auf die Bundespolizei zu sprechen. Warum?
Uwe Simon: Am 19. August erwarteten wir eine aus sechs Teilnehmer*innen bestehende Gruppe aus Simbabwe zur jährlichen Partnerschaftsbegegnung in unserem Kirchenkreis. Trotz ausgestellter Visa, einer im Original vorliegenden Einladung, einer Verpflichtungserklärung, Hin- und Rückflugtickets, einer Krankenversicherung und einer Kostenübernahmeerklärung verhinderte ein Bundespolizist, der auf dem Flughafen Johannesburg als Einreise- und Visaberater tätig ist, die Weiterreise nach Deutschland und machte die Visa in den Reisedokumenten nach unserer Auffassung rechtswidrig ungültig. Die Gruppe war in seinen Augen unglaubwürdig, weil sie nach seiner Auskunft ärmlich gekleidet, mit nur wenig Gepäck und ohne Bargeld ausgestattet war. Die Dokumente sah er ohne wirkliche Prüfung als Fälschung an. Die Reisenden wurden an der Weiterreise gehindert und auf dem Flughafen in Johannesburg sich selbst überlassen.
Rogate-Frage: Wie reagieren Ihre Pfarrer und Gemeinden in Brandenburg auf das Verbot der Einreise Ihrer Gäste? Und wie die Zurückgewiesenen?
Uwe Simon: Neben der Enttäuschung, nach all den Vorbereitungen und Planungen für einen dreiwöchigen Aufenthalt die Gäste nicht begrüßen zu können, ist die Empörung über die erlebte Willkür ebenso groß wie die Unsicherheit unserer Freunde aus Simbabwe, ob in Zukunft partnerschaftliche Begegnungen noch möglich sein werden. In den Gemeinden wird lebhaft diskutiert, warum die Tätigkeit von Einreise- und Visaberatern weltweit so wenig bekannt ist. Sie haben ja offensichtlich den Auftrag schon an den möglichen Ausgangspunkten die Weiterreise beziehungsweise Einreise möglicher Flüchtlinge und Asylbewerber nach Deutschland zu verhindern. Was bedeutet dies dann für das grundgesetzlich garantierte Asylrecht, aber auch für alle Begegnungspartnerschaften und ökumenischen Begegnungen mit Gästen aus afrikanischen Ländern? Lassen wir uns von einem grundsätzlichen Misstrauen in unserem Handeln bestimmen oder von einer Offenheit allen gegenüber unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem sozialen Status?
Rogate-Frage: Was war geplant mit Ihren Gästen aus der Partnerkirche?
Uwe Simon: Neben Hospitationen in Kindergärten, landwirtschaftlichen Betrieben, Schulen und Werkstätten waren private Begegnungen mit wechselnden Gastfamilien, gemeinsame Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen, aber auch Beratungen über die zukünftigen Partnerschaftsprojekte und Benefizkonzerte geplant, mit denen für Hungerhilfe- und Brunnenbauprojekte geworben und Spendenmittel eingeworben werden sollten.
Rogate-Frage: Wozu gibt es die Partnerschaften mit Kirchen in anderen Ländern?
Uwe Simon: Wir verstehen unsere Partnerschaft als eine Hilfs- und Begegnungspartnerschaft. Entwicklungshilfe und ökumenische Kontakte sind gleichermaßen  Anliegen dieser Partnerschaft. Wir leben unseren Glauben gemeinsam und lernen uns in unseren unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten kennen und verstehen.
Rogate-Frage: Wie soll es nun weitergehen? Was planen Sie?
Uwe Simon: Wir halten daran fest, dass Begegnungen in Simbabwe und Deutschland stattfinden und werden alles versuchen, den verhinderten Besuch im nächsten Jahr zu ermöglichen. Dazu ist es aber nicht nur erforderlich, dass alle Sperrvermerke der abgewiesenen Gäste gelöscht, sondern auch der entstandene Schaden, der bei circa 10.000 Euro liegt von den veranwortlichen Stellen wieder gutgemacht wird. Denn es sind überwiegend Spendengeldern, aus denen die Kosten zur Beantragung und Erstellung der Visa und die Flugtickets finanziert wurden. Und es fehlen für die nächsten Projekte Spenden, die eingeworben werden sollten.

ISSN 2367-3710

ISSN 2367-3710

Rogate: Vielen Dank, Herr Superintendent Simon, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten und Veranstaltungen:

Aktuell: Natürlich queer – Im Zeichen des Regenbogens

„Natürlich queer – Im Zeichen des Regenbogens“

Dieser Artikel ist eine Übernahme vom Portal des Kirchenkreises Berlin-Schöneberg:

Im Juni kommt man in Berlin an der Regenbogenflagge kaum noch vorbei. Früher oder später weht sie von allen Rathäusern. Und selbst wenn man Christopher-Street-Day-Paraden, Dyke March und Motzstraßenfest meidet, kann man sich unversehens in einem Regenbogen-dekorierten Wartehäuschen der BVG wiederfinden.

Nur die Kirchen sind der rettende Regenbogen-freie Schutzraum? Von wegen! Auch dieses Jahr wird das Lesbisch-schwule Stadtfest des Regenbogenfonds e.V. (vulgo: Motzstraßenfest) am Freitag, 19. Juni um 19:30 Uhr, mit einem Gottesdienst in der Zwölf-Apostel-Kirche eröffnet. Veranstalter ist das Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin, das traditionell in Zwölf Apostel seine Gottesdienste feiert. Der amtierende Superintendent des Kirchenkreises, Burkhard Bornemann, predigt in diesem bunten, ökumenischen Gottesdienst, an dem auch die Tempelhof-Schöneberger Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Jörg Steinert vom LSVD Berlin-Brandenburg, Dekan Ulf-Martin Schmidt von der Alt-Katholischen Gemeinde, Vikarin Anna Trapp von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche und der Friedenauer Posaunenchor beteiligt sind.

Im Gottesdienst wird die LSVD-Wanderausstellung „Schöneberg – Wiege der homosexuellen Emanzipation“ in der Zwölf-Apostel-Kirche eröffnet. Die interessante Ausstellung liefert viel Wissenswertes über die Geschichte der Homosexuellen-Bewegung in Deutschland und nimmt dabei immer wieder Bezug auf Schöneberg. Vom 22.-26. Juni kann sie täglich von 16:00-18:00 Uhr angesehen werden. Am Sonntag, 28. Juni, 15:00 Uhr, lädt Jörg Steinert im Rahmen des Zwölf-Apostel-Gemeindefestes zu einer abschließenden Sonderführung durch die Ausstellung.

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Bibel verstehen bewahrt vor Homophobie. Jesus ruft zur Liebe auf. Respekt vor der Vielfalt der Schöpfung Gottes.

Doch Kirche bleibt nicht nur in ihren eigenen Gemäuern und hofft, dass (queere) Menschen den Weg dorthin finden, sie wagt sich auch hinaus in die Community. Wie schon in den letzten Jahren sind die Kirchenkreise Charlottenburg-Wilmersdorf und Berlin-Schöneberg am 20. und 21. Juni mit einem Stand auf dem Motzstraßenfest vertreten. Sie stehen in der Fuggerstraße in guter Nachbarschaft zum Stand des Rogate-Klosters, das man im Vergleich mit den Kirchenkreisen als alte Stadtfest-Veteranen bezeichnen kann. Hier steht Kirche mit einer Botschaft: „Willkommen in unseren Gemeinden“ lautet sie und begrüßt ausdrücklich die Menschen, die vor 30 Jahren noch nicht willkommen geheißen wurden.

Und das sind nur die queeren Termine, die den Kirchenkreis Schöneberg direkt betreffen. Noch erwähnt sei in diesem Zusammenhang am darauffolgenden Freitag, 26. Juni, um 18:00 Uhr der jüdisch-christliche Gottesdienst zum CSD in der Sta. Marienkirche, um 20:00 Uhr der Ökumenische CSD-Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sowie die regelmäßigen Gottesdienste der AIDS-Initiative KIRCHE positHIV immer am letzten Sonntag im Monat um 18:30 Uhr in der Kirche Am Lietzensee. Ebenso wie die Entscheidung der Landessynode der EKBO (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesiche Oberlausitz) vom April 2015, homosexuelle Segnungen kirchenrechtlich mit heterosexuellen Trauungen gleich zu stellen. Es bewegt sich also grade einiges in der Kirche. Oder, unlängst beschrieben im Schwulenmagazin blu: „Es gibt etwas zu feiern!“

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Donnerstag, 18. Juni 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Freitag, 19. Juni 15 | 19:30 Uhr, Eröffnungsgottesdienst des 23. lesbisch-schwulen Stadtfestes des Regenbogenfonds e.V., Predigt: Pfarrer Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent im Kirchenkreis Schöneberg. Mit dem Friedenauer Posaunenchor,  Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler,  Jörg Steinert (LSVD Berlin-Brandenburg), Dekan Ulf-Martin Schmidt und Vikarin Anna Trapp. Orgel: Malte Mevissen.
  • Sonnabend & Sonntag, 20. und 21. Juni 15, Teilnahme mit einem Info-Stand auf dem “23. Stadtfest des Regenbogenfonds“, Schöneberg
  • Dienstag, 23. Juni 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • St. Johannistag, Mittwoch, 24. Juni | 18:00 Uhr, Eucharistie, Hauskirche Maria von Magdala, Alt-katholische Gemeinde Berlin, Detmolder Straße 4, 10715 Berlin-Wilmersdorf
  • Dienstag, 30. Juni 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Donnerstag, 25. Juni | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Pater Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung – The Flame Of Hope”, zu „Der Mond ist aufgegangen”. Orgel: Manuel Rösler.

Fünf Fragen an: Dr. Birgit Klostermeier, Kirchenkreis Schöneberg

Fünf Freitagsfragen an Superintendentin Dr. Birgit Klostermeier über mehr Möglichkeiten, Fantasie und zwei sich annähernde Berliner Kirchenkreise.

Superintendentin Dr. B. KlostermeierDr. Birgit Klostermeier stammt aus Nordrhein-Westfalen, studierte in Göttingen, Heidelberg und Basel Soziologie und Theologie, war Pastorin in Hannover und Loccum, und ist seit 2011 Superintendentin in Berlin-Schöneberg. Zum 1. Januar 2015 wird sie eine andere Aufgabe in der Landeskirche Hannover übernehmen.

Rogate-Frage: Frau Superintendentin Dr. Klostermeier, Sie sind mit Ihren Mitarbeitenden und den Gremien auf dem Weg in einen neuen Kirchenkreis. Wie kam es zu der Absicht die Kirchenkreise Tempelhof und Schöneberg zu vereinen und wer hatte die Idee?

Birgit Klostermeier: Als der kleinste Kirchenkreis in Berlin ist Schöneberg schon seit Längerem mit der Idee beschäftigt. Auf einer gemeinsamen Kreiskirchenratsrüste im Frühjahr 2013 hat es dann zwischen Tempelhof und Schöneberg gewissermaßen „gefunkt“, und wir sind nach Hause gefahren mit der Vorstellung: Das könnte richtig gut werden!

Rogate-Frage: Geht es um finanzielle Einsparungen oder was erhoffen Sie sich durch die Neustrukturierung der Kirchenkreise genau?

Birgit Klostermeier: Es geht vor allem um mehr Freiheit und mehr Möglichkeiten der Gestaltung. Beides gewinnen wir durch eine Neuordnung der Kirchenkreise. So können wir neue und besser ausgestattete Stellen schaffen, die der gemeindlichen Arbeit zugute kommen. Das Motto heißt: Mehr Köpfe, mehr Ideen, mehr Kooperationsmöglichkeiten“. Und: „In Ruhe agieren, statt in Hektik reagieren.“ Wenn es finanzielle Einsparungen gibt, dann auf der kreiskirchlichen Leitungsebene, auf der personelle Veränderungen sowieso anstehen.

Rogate-Frage: Welche Reaktionen erreichen Sie aus den Schöneberger Gemeinden und von deren Gemeindegliedern?

Birgit Klostermeier: Viele stimmen zu und sagen: das ist sinnvoll. Manche Gemeindeglieder verbinden mit dem Wort „Fusion“, was sie aus ihren eigenen beruflichen Zusammenhängen kennen, Einsparung von Stellen und Zentralisierung. Befürchtungen werden laut, der Gestaltungsspielraum der Gemeinden könne sich einschränken. Dies soll nach dem Willen der Kreissynoden gerade nicht sein, ganz im Gegenteil wollen wir so gemeindliche Möglichkeiten, Lebenswertes und Liebgewordenes, erhalten. Das „böse F –Wort“ würde ich deshalb in ein schöneres umwandeln, wie „Fantasie“.

Rogate-Frage: Sie haben im März zu einer großen Informationsveranstaltung „in der geografischen Mitte des neuen Kirchenkreises“ eingeladen. Wie sehen die weiteren Schritte aus und was wird bis zum Zusammenschluss passieren?

Birgit Klostermeier: Das Interesse an der Veranstaltung war überwältigend und wir haben gemerkt, wie Viele mitdenken wollen. Die Steuerungsgruppe nimmt deshalb eine Menge dort gewonnener Anregungen auf. So werden wir zukünftig über Newsletter regelmäßig über den Prozess informieren und Gemeinden dabei unterstützen, sich gegenseitig kennen zu lernen. Bis zum Sommer wollen wir den Kreiskirchenräten und Gemeinden einen Zeitplan vorlegen. Die Herbstsynoden 2014 werden erstmals zumindest zeitweise gemeinsam tagen. 2015 wird es in Arbeitsgruppen und Synoden um die engeren Absprachen gehen, die wichtige Finanzsatzung zum Beispiel, ehe dann zum Ende des nächsten Jahres die Synoden über die Neuordnung entscheiden.

Rogate-Frage: Was wird sich für unsere gastgebende Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde und für das im Kirchenkreis Schöneberg angesiedelte Rogate-Kloster ändern?

Birgit Klostermeier: Es wird keine fusionsbedingten Kündigungen geben und Vereinbarungen gelten auch weiterhin. Ansonsten: „Mehr Köpfe, mehr Ideen, mehr Kooperationsmöglichkeiten“– das wird zu spüren sein und auch für die Zwölf-Apostel-Gemeinde und das Rogate-Kloster einen, so hoffe ich, guten und motivierenden Unterschied machen.

Rogate: Vielen Dank.

Mehr Infos über den Kirchenkreis finden Sie hier: schoeneberg-evangelisch.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenen Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg, Lageplan:

  • Dienstag, 29. Juli 14|19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Dienstag, 5. August 14 |19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 7. August 14 |19:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet
  • Sonnabend, 9. August 2014, 12:00 Uhr, Mittagsgebet und Andacht für Trauernde, Neuen-Zwölf-Apostel-Kirchhof, Werdauer Weg 5, S Schöneberg.
  • Unseren kompletten August-Plan finden Sie hier.