Fünf Fragen an: Dr. Christoph Meyns, EKD-Beauftragter zu den evangelischen Kommunitäten

Fünf Freitagsfragen an Dr. Christoph Meyns, Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für den Kontakt zu den evangelischen Kommunitäten, über Orte geschwisterlicher Gemeinschaft, Schulen der Achtsamkeit und die Versuchung der Selbstabschließung.

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Landesbischof Christoph Meyns (Bild: LK BS)

Dr. Christoph Meyns stammt gebürtig aus Bad Segeberg. In Kiel und Tübingen studierte er Evangelische Theologie. Als Stipendiat der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche verbrachte er zwei Jahre bei der Evangelical Lutheran Church of Papua New Guinea. Nach dem Vikariat im Predigerseminar Breklum und in Husum war er Gemeindepastor in Bargum/Breklum-Nord, Krummesse und Oldenswort. Er ließ sich zum Geistlichen Begleiter bei der damaligen Communität Christusbruderschaft in Wülfinghausen ausbilden. Verschiedene Aufgaben im Kirchenamt in Kiel für die Evaluation des Reformprozesses der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche sowie als Organisations- und Personalentwickler im Kirchenkreis Dithmarschen folgten. 2013 promovierte er zum Doktor der Theologie im Fach Praktische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Seit Juni 2014 ist er Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig und seit Juni 2016 Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für den Kontakt zu den evangelischen Kommunitäten.

Rogate-Frage: Was verbinden Sie mit evangelischen Kommunitäten und Klöstern?

Christoph Meyns: Für mich stehen evangelische Kommunitäten und Klöster für eine Form des kirchlichen Lebens, in der Gottesdienst, Gebet und geschwisterliche Gemeinschaft in besonderer Intensität gepflegt werden. In einer Zeit, die von verwirrend vielen Möglichkeiten, Zerstreuung und Oberflächlichkeit gekennzeichnet ist, stehen sie ein für die Konzentration auf das Wesentliche, die Wertschätzung der Stille und das Eintauchen in die Fundamente unserer Existenz.

Rogate-Frage: Nicht selten müssen sich Angehörige evangelischer Klöster und Kommunitäten den Vorwurf anhören, ihre Lebensform sei „nicht evangelisch“. Was sagen Sie dazu?

Christoph Meyns: Die Reformation kritisierte die klösterliche Lebensform als Mittel der Werkgerechtigkeit und aufgrund der Lasten, die sich daraus für die Gesellschaft ergaben. Sie fokussierte die Aufmerksamkeit auf Familie und Beruf als gleichberechtigten Ort christlicher Existenz. Im Ergebnis führte diese „Entthronung“ mönchischer Lebensweisen zu ihrer Abschaffung. Damit wurde meines Erachtens das Kind mit dem Bade ausgeschüttet

Auch evangelische Christinnen und Christen können in der Begegnung mit dem Wort Gottes für sich Konsequenzen für die eigene Lebensführung ziehen, die sie in Anknüpfung an die Traditionen des Mönchtums in ein kommunitäres oder klösterliches Leben hinein führen.

Wichtig ist mir, dass nicht das eine gegen das andere ausgespielt wird. Beide Lebensformen haben ihre je eigenen geistlichen Vorzüge, Herausforderungen, Gefährdungen und Fehlformen.

Rogate-Frage: Welche Bedeutung haben Klöster und Geistliche Gemeinschaften in der EKD?

Christoph Meyns: Wir brauchen Orte des Rückzugs, der Stille, der Besinnung und der Kontemplation. Unsere Welt ist so laut, dass wir die leise Stimme Christi und die des eigenen Gewissens oft überhören. Kommunitäten und Klöster sind in besonderer Weise Schulen der Achtsamkeit, des Gebetes und der Liturgie. Sie leisten damit Widerstand gegen einen Zeitgeist, der mit Kopflastigkeit, Machbarkeitswahn, Leistungsdruck, Selbstüberforderung, Misstrauen und der Flucht vor Erfahrungen der Begrenztheit und Kontingenz des Lebens bis tief hinein ins kirchliche Leben Verunsicherung auslöst.

Rogate-Frage: Wie kann die Kirche ihre Klöster und deren geistliches Leben schützen und fördern?

Christoph Meyns: Ich bin noch zu wenig in meine neue Aufgabe eingearbeitet, um beurteilen zu können, was genau Klöster und Kommunitäten von der verfassten Kirche brauchen. Ein erster Schritt scheint mir darin zu liegen, ihnen Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu schenken und sie neben Ortsgemeinden, funktionalen Diensten, Kreisen, Initiativen, Vereinen, Verbänden und diakonischen Einrichtungen als wichtigen Teil des kirchlichen Lebens zu würdigen.

Wichtig scheint mir für unsere Kirche insgesamt zu sein, der Versuchung zu Selbstabschließung und Selbstgenügsamkeit entgegen zu wirken und an guten Beziehungen zwischen den verschiedenen Orten und Ebenen des kirchlichen Lebens zu arbeiten.

Rogate-Frage: Welchen Rat geben sie den Gemeinschaften auf den Weg für das Leben in, mit und für die Kirche?

Christoph Meyns: Da halte ich es mit Paulus: Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Philipper 4,4

Rogate: Vielen Dank, Herr Landesbischof Dr. Meyns, für das Gespräch!

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Rogate Kl_Aushang_Eucharistie 22 Sonntag n Trinitatis_160616 Kopie.jpgSonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden. Orgel: Manuel Rösler
  • Donnerstag, 20. Oktober 2016 | 19:30 Uhr, Mitgliederversammlung des Fördervereins.
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Ökumenisches Eucharistie  mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde. Chor: „Mixed Martinis – Gospel & more“, Tegel. Orgel: Manuel Rösler
  • Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Unseren Fördervereinsflyer finden Sie hier.

Presseschau: „Ein Stück Himmel auf Erden“

2016 08 13 Evangelischde

Ausschnitt von evangelisch.de

Sonnabend, 13. August 2016 | evangelisch.de

„Mönche in langen Kutten und Nonnen in dunkler Tracht, ein Leben in Abgeschiedenheit und in stiller Einkehr: Begriffe, die eng verknüpft sind mit der Vorstellung von einem Kloster. Doch weder das Kloster Kirchberg in Baden-Württemberg noch das Berliner Rogate-Kloster sind so ein klassisches Kloster. Als geistliche Gemeinschaften sind dennoch beide anerkannt. Und auch sonst haben das Land- und das Stadtkloster vieles miteinander gemein…“

Den Artikel von Luisa Heß finden Sie hier.

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten:

  • Rogate Kl_Aushang_Eucharistie Diakonie-Sonntag_160616 KopieDienstag, 23. August 2016 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Sonntag, 4. September 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum Diakonie-Sonntag „Barmherzigkeit: Größer als unser Herz“, am 16. Sonntag nach Trinitatis, mit einer Ausstellungseröffnung
  • Montag, 3. Oktober 2016 | 15:00 Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier. Predigt Pfarrerin Andrea Richter.
  • Sonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Gottesdienst mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde.
  • Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche.

TV-Tipp: „Berliner Klöster – Diesseits von Eden“, rbb, 28. Mai, 18:30 Uhr

Am Sonnabend, 28. Mai 2016, sendet der Rundfunk Berlin-Brandenburg um 18:32 Uhr in seinem Fernseh-Programm:

„Die rbb Reporter – Berliner Klöster – Diesseits von Eden
Ein Film von Dagmar Bednarek und Antje Tiemeyer

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Teile des Films zeigte der rbb bereits zu Ostern

In der Hauptstadt gibt es neben den traditionellen, katholischen Ordensgemeinschaften der Franziskaner und Dominikaner auch evangelische und sogar ökumenische Klöster, in denen Familien, Singles, Studenten und zölibatäre Patres und Schwestern zusammen wohnen. Die rbb Reporter der Abendschau stellen verschiedene Klostergemeinschaften vor, wie das Stadtkloster Segen im Prenzlauer Berg sowie das Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin in Schöneberg.
Das Wort „Kloster“ kommt von „claustrum“ – einem verschlossenen Raum. Diese Art Kloster gibt es in Berlin nur vereinzelt. Die Steyler Anbetungsschwestern gehören dazu. Die Ordensgemeinschaft lebt gänzlich abgeschieden von der Welt in ihrem Kloster in Westend.

Weitere Informationen hier.

Fünf Fragen an: Alfred Herrmann, Autor „Gott suchen: Männerorden in Deutschland“, Bonifatius Buchverlag

Fünf Freitagsfragen an Alfred Herrmann, Autor von „Gott suchen: Männerorden in Deutschland„, über die Verschiedenheit der Männerklöster in Deutschland, die Freiheit zur Gottsuche und Hoffnung in „burning persons“ für die Zukunft der Orden.

Alfred Herrmann

Alfred Herrmann (Foto: Walter Wetzler)

Alfred Herrmann, geboren 1972 in Würzburg, studierte Literatur, Geschichte und Katholische Theologie in Berlin. Als Redakteur für Kirchenfragen und spirituelles Leben schrieb er zunächst für die katholische Wochenzeitung „Neue Bildpost“ und war anschließend Pressesprecher für das Spendenhilfswerk „Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken“. Heute lebt und arbeitet Herrmann als freier Journalist und Autor in Berlin.

Rogate-Frage: Herr Herrmann, wie sind Sie auf die Idee zum Ihrem Buch „Gott suchen: Männerorden in Deutschland“ gekommen?

Alfred Herrmann: Die Vielzahl von katholischen Männerorden, allein über 60 gibt es in Deutschland, hat mich fasziniert. Neben den bekannten Gemeinschaften wie Benediktinern, Franziskanern, Jesuiten leben Männer in Orden wie den Redemptoristen, den Augustiner Chorherren oder den Comboni-Missionaren nach den drei evangelischen Räten in Ehelosigkeit, Gehorsam und Armut. Doch wo liegen die Unterschiede? Welche spirituellen Wege beschreiten die Gemeinschaften? Wie sieht ihr Alltag aus? Wie engagieren sie sich in der Welt von heute? Was kann man als spiritueller Mensch von ihnen lernen? Diesen Fragen bin ich nachgegangen.

Rogate-Frage: Was war Ihnen bei diesem Buch besonders wichtig?

Alfred Herrmann: Gerade das Christentum bietet Wege tiefen geistlichen Lebens. Jede Ordensgemeinschaft steht für einen eigenen spirituellen Weg, jede beruft sich auf eine spirituelle Tradition. All diese unterschiedlichen Wege haben sich in einer fast 2.000-jährigen Geschichte historisch entwickelt. Sie gründeten sich als Antwortversuche auf die Probleme, Anliegen und Denkansätze ihrer Zeit. Das benediktinische Mönchtum, die franziskanischen Wanderprediger, die Innerlichkeit des teresianischen Karmels, der individuelle Charakter der Jesuiten, das aktive Handeln der Steyler-Missionare, an den Orden lässt sich die reiche Vielfalt an geistlichem Leben im Christum ablesen. Ein ungemeiner Schatz. Heute existieren diese Wege zeitgleich und können Antworten geben, auf die Situation dieser Zeit. Im Buch stehen die Wege nun nebeneinander. Und anhand einzelner Ordensmänner zeigt sich, wie sie konkret gelebt werden.

Rogate-Frage: Hat Sie etwas in der Recherche überrascht oder erstaunt?

Alfred Herrmann: Ordensleben macht frei, frei für die Gottsuche, frei für den Einsatz für andere. Die Ordensmänner, mit denen ich gesprochen habe, waren alles andere als weltfremde Menschen, die hinter Klostermauern weggeschlossen ein aufgezwungenes, stark reglementiertes Leben führen. Vielmehr lernte ich lebensfrohe Menschen kennen, die sich aufgrund ihrer Lebensentscheidung und mit der Unterstützung ihrer Gemeinschaft voll und ganz für die Ideale ihres Ordens einsetzen und ungemeines bewegen. Überrascht haben mich neue Gemeinschaften, Gründungen der letzten 30 Jahre, wie die „Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem“, die eine neue Interpretation monastischen Lebens mitten in europäischen Metropolen wie Köln und Paris wagen. Daneben war es das internationale Gesicht, das die Ordenslandschaft mittlerweile in Deutschland angenommen hat. So besiedelten vietnamesische Zisterziensermönche vor kurzem ein altes Kloster bei Rüdesheim, indische Vinzentiner betreiben Exerzitienzentren in Freudenstadt und Berlin, polnische Franziskaner-Minoriten übernahmen Konventstandorte der deutschen Provinz und so weiter. Zudem erstaunten mich Aufbrüche etablierter Orden, die sich mit innovativen Ansätzen den veränderten Voraussetzungen der heutigen Zeit stellen.

Rogate-Frage: Ihr Buch trägt den Titel „Gott suchen“. Wie viele Wege zu ihm haben Sie bei den Männerorden in Deutschland entdeckt?

Alfred Herrmann: Jeder Orden lebt seinen eigenen spirituellen Weg. Allerdings lassen sich zentrale Wege ausmachen. Da wären zum Beispiel die Mönche. Benediktiner, Trappisten, Zisterzienser, Kartäuser ziehen sich aus dieser Welt zurück und suchen Gott im Schweigen, in der Stille, in der Einsamkeit, in einem asketischen Leben, im gemeinsamen Lobpreis. Die augustinischen Orden suchen Gott in einem intensiven Gemeinschaftsleben. Sie wollen eine Gemeinschaft bilden, in der alle wie ein Herz und eine Seele sind. Sogenannte Bettelorden wie die Franziskaner und die Dominikaner suchen Gott im Nächsten und damit im Diesseits, in der Schöpfung, in der Wissenschaft, im notleidenden Mitmenschen. Karmeliten suchen Gott in ihrem eigenen Innern, in der Versenkung, die Jesuiten suchen ihn in allen Dingen. Ordenskongregationen die im 19. und 20. Jahrhundert entstanden sind, spüren Gott nach, indem sie mit ihrem aktiven Handeln vom Evangelium Zeugnis geben, in der Seelsorge, in der Flüchtlingshilfe, in Jugendhilfeeinrichtungen, in Schulen, in Obdachlosenküchen, in der Entwicklungshilfe.

Rogate-Frage: Sie haben sich intensiv mit den Orden in Deutschland beschäftigt. Welche Zukunft sehen Sie für die Klöster und Gemeinschaften in Deutschland?

Alfred Herrmann: Die starken Eintrittsjahrgänge aus Zeiten der katholischen Volkskirche sind in die Jahre gekommen. Deutlich weniger Männer traten in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland in einen Orden ein. Daher prägt heute Überalterung die Ordenslandschaft. Einige Gemeinschaften werden sich aus Deutschland zurückziehen, die meisten anderen sich deutlich verkleinern, Klöster und Niederlassungen schließen. Zahlreiche Orden gaben mittlerweile ihre großen Werke, wie Schulen, Krankenhäuser oder landwirtschaftliche Betriebe ab oder überführten sie in neue Trägerstrukturen. Dennoch, das Ordensleben hat Zukunft in Deutschland. Nur sieht diese anders aus, wie das bislang bekannte Bild, aber nicht weniger wirkmächtig. Wer heute in einen Orden eintritt, ist meist schon etwas älter. Er sucht sich sehr bewusst und ganz im Sinne einer individualistisch geprägten Gesellschaft seine Gemeinschaft aus. Statt großer, abgeschlossener Klöster gibt es schon heute mehr und mehr kleine Konvente in Mietwohnungen. Statt in ordenseigenen Betrieben zu arbeiten, sind Ordensmänner frei für neue Aufgaben, für Berufe im Alltag der Gesellschaft. Sie sind flexibler, um auf die Nöte der Zeit zu reagieren und an die Ränder der Gesellschaft zu gehen. Konvente entwickeln sich zu geistlichen Zentren in einer säkularen Gesellschaft und Ordensmänner zu „burning persons“ und Impulsgebern mitten unter den Menschen.

Rogate: Vielen Dank, Herr Herrmann, für das Gespräch.

Das Buch „Gott suchen: Männerorden in Deutschland„ist im Bonifatius Buchverlag erschienen. Es hat 481 Seiten und kostet 29,90 Euro.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Dienstag, 26. April 16|19:00 Uhr, VESPER (in der Ordnung des Ev. Gesangbuchs Nr. 785), mit Gedenken an die Opfer der Kernkraftkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986
  • Donnerstag, 28. April 16|19:30 Uhr, KOMPLET, Nachtgebet
  • Rogate Kl_Aushang_Rogate Sonntag_090316-2 KopieHier unser Aushang April 2016.
  • Sonntag Rogate, 1. Mai 16 | 10:00 Uhr, Eucharistie, Predigt: Prof. Dr. Dres. h.c. Christoph Markschies, Theologische Fakultät an der Humboldt-Universität
  • Dienstag, 3. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER am Tag der Apostel Philippus und Jakobus das Abendgebet, in der Kirche
  • Donnerstag, 5. Mai 16|19:30 Uhr, EUCHARISTIE an Christi Himmelfahrt. Orgel: Manuel Rösler.
  • Dienstag, 10. Mai 16|19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet
  • Donnerstag, 12. Mai 16|19:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet

Presseschau: „Klöster in Berlin“ – Eine Serie in der Karwoche.

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Sreenshoot Homepage der Abendschau

Montag, 21. März 2016 | 19:30 Uhr | Abendschau vom rbb

Serie Klöster in Berlin

„Man sieht sie kaum, aber es gibt sie auch in Berlin: 400 Nonnen und 125 Mönche leben in klösterlichen Gemeinschaften. Wir durften die Türen dieser Klöster öffnen und haben uns vom Alltag hinter den Mauern berichten lassen. Das Rogate-Kloster St. Michael in Schöneberg z.B. hat nicht mal eigene Räume. Aber dennoch feste Treffpunkte.“

Mehr dazu hier.

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten:

  • Rogate Kl_Aushang_Kreuzweg_090316-2 KopieKarfreitag, 25. März 16 | 15:00 Uhr, Kreuzweg, Michaelskirche, Bessemer Straße 97/101, 12103 Berlin-Schöneberg, Bus 106 (Richtung Lindenhof)
  • Ostermontag, 28. März 16 | 11:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie, mit der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin, Zwölf-Apostel-Kirche, U Nollendorfplatz
  • Dienstag, 29. März 16 | 19:00 Uhr, Vesper, Kapelle der Zwölf-Apostel-Kirche
  • Unseren Fördervereinsflyer finden Sie hier.

Fünf Fragen an: Nikodemus Schnabel, Pater der Dormitio-Abtei Jerusalem

Fünf Freitagsfragen an Pater Dr. Nikodemus Schnabel, Dormitio-Abtei Jerusalem, über eine intime Liebesbeziehung, das Ringen um Gott und eine vitale Ökumene in der Diaspora.

Pater Nikodemus (Bild: Dormitio Abtei)

Pater Nikodemus (Bild: Dormitio Abtei)

Pater Nikodemus wurde 1978 in Stuttgart geboren und wuchs im süddeutschen Raum auf.
Nach seinem Theologiestudium trat er in die Dormitio-Abtei in Jerusalem ein. Seine Profess legte er 2004 ab und wurde 2013 zum Priester geweiht. Der Theologie ist der promovierte Liturgiewissenschaftler und Ostkirchenkundler auf vielen Ebenen verbunden: Er ist der Leiter der gemeinsamen theologischen Bibliothek der Abtei und des Studienjahres, publiziert in seinen Fachgebieten und ist seit 2007 als freier Mitarbeiter der Stiftung „Pro Oriente“ (Wien) tätig. Zudem ist er einer der Schriftleiter des „Jerusalemer Theologischen Forums“, das vom Forum Studienjahr herausgegeben wird. Als Zeremoniar und Rector ecclesiae sind ihm mit Kirche und Liturgie zwei wesentliche Lebensbereiche anvertraut. Seit dem 1. Mai 2011 ist Pater Nikodemus der Direktor des „Jerusalemer Institutes der Görres-Gesellschaft”, das seither an der Dormitio-Abtei angesiedelt ist. Ferner ist Pater Nikodemus Pressesprecher seines Klosters und deutschsprachiger Auslandsseelsorger in Israel.

Rogate-Frage: Pater Nikodemus, wie kommt ein Stuttgarter wie Sie dauerhaft nach Jerusalem?

Nikodemus Schnabel: Zuerst braucht es wohl eine Grundsehnsucht nach einem radikalen und intensiven Lebensstil. Dann muss dieser Lebenshunger mit Gott in Berührung kommen, so dass ein Leben der Gottsuche eine unwiderstehliche Faszination ausübt. Daraufhin muss dieser Gottsucher auf die herrlich-chaotische Diva von Stadt mit Namen „Jerusalem“ treffen und sich in sie unsterblich verlieben. So komme ich dauerhaft nach Jerusalem, ohne hier alles vorschnell zu verraten, da es ja um eine intime Liebesbeziehung geht.

Rogate-Frage: Warum sind Sie in ein Kloster eingetreten? Was bedeutet für Sie das Leben als Ordensmann?

Nikodemus Schnabel: Das war eine Frage der Sehnsucht und einer Verliebt- oder Verrücktheit, je nachdem wie man will. Es ist so, als wenn man einen in Partnerschaft Lebenden fragen würde, warum er diesen oder jenen Menschen liebt. Das viel Spannendere ist, eine Basis zu finden, warum man im Kloster bleibt; die Eintrittsgründe tragen da oft nicht weit. Es ist wie in einer Partnerschaft: Es gibt das Phänomen der Verliebtheit, das früher oder später vor der Herausforderung einer tragfähigen reifen Liebesbeziehung steht. Gott täglich neu zu suchen, mit ihm zu ringen, um ihn kämpfen: Das macht ein Leben als Mönch so unglaublich intensiv und erfüllt. Ähnliches wünsche ich übrigens jedem in einer Partnerschaft Lebenden!

Rogate-Frage: Die Geschichte der Dormitio-Abtei auf dem Berg Zion in Jerusalem hat dramatische Phasen gehabt. So 1967, während des Sechstagekrieges, lag Ihr Kloster im Feuer der Kriegsparteien. Wie gestaltet sich das monastische Leben an einem solchen Ort im Alltag?

Nikodemus Schnabel: Erst einmal nicht viel anders als in anderen Klöstern. Wir suchen hier gemeinsam Gott, deswegen sind wir als Mönche vor allem hier. Unser Leben ist stark rhythmisiert: Gebet, Arbeit, Studium, Essen, Muße und Schlaf wechseln sich in einem festen Rhythmus ab. Gerade in dieser chaotisch-unruhigen Stadt ist dieser Lebensstil sehr heilsam und für uns alle eine Stütze. Da zu einem monastischen Leben aber auch ganz wesentlich die Gastfreundschaft und eine Liebe zu dem Ort gehören, für den man sich ein Leben lang entschieden hat, bekommen wir natürlich alle Regungen dieser Stadt sehr genau mit. Wir tragen sie im Gebet vor Gott, helfen aber auch ganz praktisch und sehr konkret, soweit uns das möglich ist.

Rogate-Frage: Im Jahr 2014 hat sich die Lage in Israel und in Gaza wieder einmal zugespitzt. Wochenlang kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Wie ist die Situation der Menschen in Ihrer Region derzeit und welche Rolle kann die Abteil übernehmen, um zu einer Stabilisierung beizutragen?

Nikodemus Schnabel: Hierbleiben und bei den Menschen sein. Wir versuchen ein „Anders-Ort“ zu sein, in dem wir jedem Menschen mit offenen Armen und offenen Herzen begegnen, gleich welcher Religion, Ethnie oder Sprache. Ganz bewusst haben wir jüdische, christliche und muslimische Angestellte, die sogar noch jeweils unterschiedliche Strömungen ihrer Religion repräsentieren. Wichtig ist auch unsere Arbeit in unserem Priorat Tabgha am See Genezareth, das ja ebenfalls zu uns gehört, auf der Jugend- und Behindertenbegegnungsstätte „Beit Noah„, aber auch unsere Weihnachtsaktion oder unser Ökumenisches Theologisches Studienjahr in Jerusalem. Dies sind nur einige Beispiele, wo wir tagtäglich Brücken bauen. Hinzu kommt das ausdrückliche Gebet für Frieden im Heiligen Land in jeder unserer Mittagshoren, das für viele angesichts der anscheinend völlig verfahrenen Situation vielleicht naiv anmuten mag, aber in kindlichem Gottvertrauen werden wir hierin nicht nachlassen.

Rogate-Frage: Welche Rolle hat die Ökumene in Jerusalem? Wie arbeiten die Konfessionen, auch die evangelische Kirche, mit Ihnen zusammen?

Nikodemus Schnabel: Die Ökumene in Jerusalem ist vitaler als man denkt. Da die Christen hier im Land ja nur zwei Prozent ausmachen, kann man sich innerchristliche Streitigkeiten immer weniger leisten. Die gerne genüsslich geschilderten Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen in der Grabes- und Auferstehungskirche (Stichwort: prügelnde Mönche) gehören schon länger der Vergangenheit an. Gerade als Mönch schätze ich sehr die Mönch-zu-Mönch-Ökumene: Unser Way-of-life ist nämlich viel älter als jede Kirchenspaltung! So sehen koptische, äthiopische, syrische oder armenische Mönche in mir nicht zuerst den Christen einer fremden Konfession, sondern den Mit-Mönch und Mitbruder – und ich sehe sie mit denselben Augen!
Die Ökumene mit den evangelischen Christen ist völlig unproblematisch und vertrauensvoll, da es sich zu einer überwältigenden Mehrheit um deutschsprachige Gläubige handelt. Die gemeinsame Sprache und Kultur schafft automatisch Brücken. Im Gesamtkonzert der christlichen Konfessionen in Jerusalem spielen aber natürlich die verschiedenen Ostkirchen eine allein schon zahlenmäßig weit gewichtigere Rolle. Mit ihnen beschäftige ich mich auch wissenschaftlich als Direktor des Jerusalemer Instituts der Görres-Gesellschaft.

Wer übrigens mehr über mein Leben im Kloster in Jerusalem erfahren will, dem möchte ich mein aktuelles Buch ans Herz legen, das im Herbst 2015 erschienen ist, und wo nicht nur die hier gestellten Fragen ausführlich und mit viel Herzblut und Humor beantwortet werden: „Zuhause im Niemandsland. Mein Leben im Kloster zwischen Israel und Palästina“ (München: Herbig 2015). Das Buch kostet 20 Euro und ist überall im Buchhandel erhältlich. Der Erlös kommt dem Wiederaufbau unseres Klosters in Tabgha zugute, das am 18. Juni 2015 Ziel eines Brandanschlags wurde, und unseren Aktivitäten zum Wohle der Menschen im Heiligen Land.

Rogate: Vielen Dank, Pater Nikodemus, für das Gespräch!

Mehr über die Dormitio-Abtei hier.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Dienstag, 23. Februar 16 | 19:00 Uhr, Vesper „Liebe – alles was zählt“, Abendgebet in der Kapelle (Sakristei)
  • Donnerstag, 25. Februar 16 | 19:30 Uhr, Komplet in der Passionszeit, Nachtgebet in der Kapelle (Sakristei)
  • Dienstag, 1. März 16 | 19:00 Uhr, Eucharistie „Brot und Liebe“, in der Kapelle (Sakristei)
  • Donnerstag, 3. März 16 | 19:30 Uhr, Andacht “Die sieben Worte Jesu am Kreuz”, in der Kapelle (Sakristei)
  • Dienstag, 8. März 16 | 19:00 Uhr, PassionsvesperGroßes Herz. Sieben Wochen ohne Enge” mit Vikarin Tanja Pilger-Janßen, Zwölf-Apostel-Gemeinde
  • Donnerstag, 10. März 16 | 19:30 Uhr, Komplet in der Passionszeit, Nachtgebet in der Kapelle (Sakristei)
  • Dienstag, 15. März 16 | 19:00 Uhr, PassionsvesperGroßes Herz. Sieben Wochen ohne Enge” mit Superintendent Uwe Simon, Kirchenkreis Oberes Havelland.
  • Unseren Fördervereinsflyer finden Sie hier. Hier unser Monatsplan Februar. Hier unser Monatsplan März.

Fünf Fragen an: Dr. Christian Stäblein, Propst der EKBO

Fünf Freitagsfragen an Dr. Christian Stäblein, Propst der EKBO, über die Vielfalt der Landeskirche, die Beteiligung der Gemeinden am Reformprozess und den Stellenwert der Geistlichen Begleitung.

Propst Dr. Christian Stäblein (Bild: EKBO)

Propst Dr. Christian Stäblein (Bild: EKBO)

Dr. Christian Stäblein ist seit Mitte August 2015 Propst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Der Propst ist der Stellvertreter des Bischofs und theologischer Leiter des Konsistoriums in Berlin. Dr. Christian Stäblein stammt aus Hannover. Nach Studien der evangelischen Theologie, Judaistik, Philosophie, Geschichte und Rechtswissenschaften wurde er im Jahr 2000 zum Pfarrer ordiniert. Vor seinem Wechsel nach Berlin war er zuletzt seit 2008 Studiendirektor des Predigerseminars der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers im Kloster Loccum. Am Sonntag führt er im Kloster Lehnin die ersten von der Landeskirche ausgebildeten Geistlichen Begleiter ein. Die Ausbildung wurde u.a. von der Landespfarrerin für Spiritualität Andrea Richter initiert und geleitet.

Rogate-Frage: Herr Propst Dr. Stäblein, wie geht es Ihnen in Berlin und mit dem neuen Amt?

Christian Stäblein: Wie die Menschen mich aufnehmen und offen auf mich zugehen, das lässt mich sehr fröhlich Dienst tun im neuen Amt. Berlin ist mir auf diese der Stadt so eigentümliche Weise schnell wieder vertraut, obwohl es 20 Jahre her ist, dass ich damals nach dem Studium weggezogen bin. Ich genieße die Vielfalt und Buntheit Berlins, auch das Grün am Rand und in der Mitte. Und ich genieße die Weite und Vielfalt der ganzen Landeskirche: Berlin, Brandenburg und die schlesische Oberlausitz.

Rogate-Frage: Welche Aufgaben hat ein Propst in dieser Landeskirche und welche Aufgaben reizen Sie dabei besonders?

Christian Stäblein: Der Propst ist theologischer Leiter des Konsistoriums, also der obersten Behörde der Landeskirche. Und zugleich ist er Stellvertreter des Bischofs. Es ist diese Mischung aus theologischer Grundsatzarbeit und geistlicher Leitung, die mich besonders reizt. Denn daraus ergibt sich eine Vielfalt, die beim Predigen in den vielen kleineren und größeren Kirchen der Landeskirche beginnt und beim Bedenken theologischer Grundfragen nicht aufhört – weil am Ende immer beides zusammen gehört: Verkündigung und Theologie.

Rogate-Frage: Es wird viel vom „Reformprozess“ geredet und geschrieben. Was kommt auf die Gemeinden und die evangelischen Kirchenchristen zu?

Christian Stäblein: Der Reformprozess der Landeskirche zeichnet sich dadurch aus, dass er ganz auf die Beteiligung der Gemeinden setzt. Insofern erwartet die Kirchengemeinden nichts, was sie nicht selber mitgestalten können. Das Überdenken der Positionen und auch der Strukturen kirchlicher Arbeit gehört zur evangelischen Kirche stets dazu, Reform ist ein Markenzeichen der Kirchen der Reformation. So erwarten und produzieren die Kirchengemeinden viele Ideen für die zukünftige Gestalt der Kirche. Vieles davon läuft schon und läuft sehr gut – etwa die Glaubenskurse, die in vielen Gemeinden angeboten werden. Auch dass wir jetzt eine „Flüchtlingskirche“ in St. Simeon in Kreuzberg haben, also eine Kirche, in der Menschen, die geflohen sind, und Ehrenamtliche, die ihnen helfen, beraten und begleitet werden, ist für mich ein Zeichen: diese Kirche ändert sich stets und sucht nach Antworten des Evangeliums für die Herausforderungen der Zeit. Gewiss zählt zu diesen Herausforderungen auch, die Entwicklung der Mitgliedszahlen und die demographische Entwicklung im Blick zu haben. Auch hierfür brauchen wir Antworten und Konzepte.

Rogate-Frage: Welche Bedeutung haben die Kommunitäten und Geistlichen Gemeinschaften mit ihrer eigenen Frömmigkeit für die protestantische Kirche heute und künftig?

Christian Stäblein: Eine große. Sie ergänzen die guten Traditionen der evangelischen Volkskirche und bilden eigene Anziehungspunkte, an denen Menschen den Geist ihres Lebens entdecken können.

Rogate-Frage: Eine lange Tradition hat die Geistliche Begleitung in der Kirche. In der EKBO hingegen sind erste Pflänzchen gesetzt, ein erster landeskirchlicher Ausbildungskurs endet im November. Wie wichtig ist Ihnen das Thema?

Christian Stäblein: Meine Erfahrungen mit geistlicher Begleitung in der Ausbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer, für die ich in der Hannoverschen Landeskirche zuständig war, sind sehr gut. Die meisten Vikarinnen und Vikare haben einen geistlichen Begleiter oder eine geistliche Begleiterin und zehren oft sehr von diesem Austausch. Viele dieser Vikarinnen und Vikare haben später in ihren Gemeinden geistliche Übungen für den Alltag angeboten.
Ich freue mich darauf, im Gottesdienst zum Abschluss dieses ersten Ausbildungskurse Mitte November predigen zu dürfen. Die Begleitung durch Gottes Geist verwandelt unser Leben, andere Menschen auf ihrem Weg mit Gottes Geist begleiten zu dürfen, ihnen beizustehen und mit ihnen nach Gottes Spuren im eigenen Leben Ausschau zu halten, ist eine wichtige und wunderbare Aufgabe.

Rogate: Vielen Dank, Herr Propst Dr. Stäblein, für das Gespräch.

Mehr über die Landeskirche erfahren Sie hier: ekbo.de. Mehr über die Ausbildung zum Geistlichen Begleitenden in der EKBO erfahren Sie hier.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Kapelle der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Dienstag, 17. November 15 | 19:00 Uhr, Vesper in der Kapelle
  • Dienstag, 24. November 15 | 19:00 Uhr, Eucharistie mit Gedenken an die Toten in der Kapelle
  • 2015 12 13 Sternenkinder-GottesdienstDienstag, 1. Dezember 15 | 19:00 Uhr, Vesper in der Kapelle
  • Dienstag, 8. Dezember 15 | 19:00 Uhr, Vesper in der Kapelle
  • Sonntag, 3. Advent, 13. Dezember 2015 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pater Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent im Kirchenkreis Schöneberg.
  • Dienstag, 15. Dezember 15 | 19:00 Uhr, Eucharistie in der Kapelle
  • Gottesdienstliche Winterpause bis zum 12. Januar 2016.
  • Unseren Fördervereinsflyer finden Sie hier. Hier unser Monatsplan November und Dezember.