Jubiläum: Zehn Jahre Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin

Es sollte ein großer ökumenischer Festgottesdienst mit Eucharistie und Ausstellung zum Monat der Diakonie werden, doch auch im Rogate-Kloster musste seit Beginn der Corona-Pandemie vieles ausfallen oder verschoben werden. Nun wird eine Eucharistie am Sonntag, 27. September 2020, an die Gründung der geistlichen Gemeinschaft vor zehn Jahren erinnern.

Bereits vor elf Jahren, am 9. September 2009, gründete sich die Vorgängerorganisation, die „Ökumenische Rogate-Initiative“ als Verein. Zwanzig Personen aus verschiedenen Kirchen und Initiativen taten sich zusammen, um insbesondere in Schöneberg regelmässig Gottesdienste miteinander zu feiern.

Aus der Gruppe heraus wurde am 29. September 2010 das Rogate-Kloster gegründet. Es ist seit Juni 2013 als geistliche Gemeinschaft Teil der Evangelischen Kirche Berlin–Brandenburg–schlesische Oberlausitz und seit dem 1. November 2016 vom Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland anerkannt. Seit seiner Gründung ist das Kloster Mitglied im Verbund der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesiche Oberlausitz.

Die Rogate-Mitglieder wirken neben Berlin in verschiedenen Bundesländern wie Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen und Niedersachsen (Friesland und Wilhelmshaven). Schwerpunkte des Engagement liegen dabei in innovativen Gottesdienstformaten wie der „Politikerkanzel“ oder Demokratieprojekten wie dem „Wangerlandsofa„.

Die stärkste Aufmerksamkeits des Kloster-Engagement erfahren der jährliche Eröffnungsgottesdienst zum Lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin sowie die Gottesdienste für Mensch und Tier. Lange Jahre lag der inhaltliche Schwerpunkt in der Begleitung Trauernder und von Andachten für Menschen, die an keiner Trauerfeier teilnehmen konnten. Die Gemeinschaft hat als Ziel, einen Konvent gemeinsamen Lebens und Arbeitens zu entwickeln. Dafür sucht sie einen Ort.

Termin: Sonntag, 27. September 2020 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum St. Michaelisfest und zum Monat der Diakonie. Orgel: Felicitas Eickelberg. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche.

Rogate-Förderverein verlegt Sitz nach Wilhelmshaven

Der Förderverein des Rogate-Klosters Sankt Michael wird künftig in Wilhelmshaven seinen Sitz haben. Die Mitgliederversammlung hat einstimmig eine entsprechende Satzungsänderung beschlossen.

Hintergrund für die Entscheidung ist das seit 2017 zunehmende Engagement der Rogate-Klosters in der Region Friesland-Wilhelmshaven. Die Rogate-Gottesdienst-Reihen „Politikerkanzel: Was mich treibt“, „Zehn Reden für die Stadt“ oder das Demokratieprojekt „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“ hatten u.a. Alt-Bundespräsident Christian Wulff sowie verschiedene Mitglieder des Bundestages und niedersächsische Landesminister als Redner in die Banter Kirche (Wilhelmshaven) gelockt. 

Das 2010 gegründete Rogate-Kloster selbst wird seinen Hauptsitz in Berlin behalten. Die Anerkennung als Einrichtung und Geistliche Gemeinschaft der Evangelischen Kirche-Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist an ein spirituelles Leben vor Ort gebunden. Es ist Mitglied im Verbund der Diakonie. Die Mehrzahl der Rogate-Mitglieder leben im Ostdeutschland, auch daher wird das Kloster regelmässige öffentliche Angebote in der Hauptstadt anbieten, ein Büro unterhalten und Gottesdienste feiern. Letzteres ist derzeit durch die Corona-Pandemie erheblich eingeschränkt.

Das ökumenische Kloster ist seit 2013 von der evangelischen Landeskirche und seit 2016 durch das Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland anerkannt.

Website: www.KlosterBerlin.de

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Superintendent Carsten Bolz

Seit vielen Jahren hat sich der Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf zunächst gemeinsam mit engagierten Theologiestudierenden und dem Nachbarkirchenkreis Tempelhof-Schöneberg am Stadtfest rund um die Motzstraße beteiligt, die von Schöneberg bis nach Wilmersdorf führt. Der Stand in der Fuggerstraße war schon unser Stammplatz geworden. So ähnlich war es wohl mit dem Gottesdienst zur Eröffnung in der Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg: er hatte einen Stammplatz bekommen.

Superintenden Carsten Bolz (Bild: Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf)

In diesem Jahr findet beides nicht statt: der Gottesdienst nicht und das Stadtfest auf der Grenze zwischen den beiden Kirchenkreisen Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf nicht. Das ist der Lage geschuldet und bedauerlich – aber sachgerecht und nachvollziehbar. Wie das unterschiedliche, bunte Engagement an anderen Stellen aber zeigt, geben die beiden Kirchenkreise damit ihren „Stammplatz“ nicht auf. Unser Dabeisein beim Stadtfest hat in unsere Kirche hineingewirkt: in den letzten Jahren hat die Landeskirche den Stand unterstützt! Und so bleiben wir als Kirche auch in diesem Jahr sichtbar: im weltweiten Netz mit Beiträgen hier auf dieser Seite, mit einem Video aus Tempelhof-Schöneberg (#meinPflaster – mitten im queeren Kiez), mit einem Gottesdienst in der Marienkirche und mit Regenbogenfahnen an vielen Orten.

Das ist gut so – und im nächsten Jahr werden wir – so Gott will – unsere Stammplätze auch in der Zwölf-Apostel-Kirche und in der Fuggerstraße wieder einnehmen. Ich freue mich drauf!

Mit herzlichen Grüßen auch von meinem Kollegen Michael Raddatz aus Tempelhof-Schöneberg

Superintendent Carsten Bolz, Ev. Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf

Ein Ausschnitt aus dem Rogate-Eröffnungsgottesdienst 2011:


Angesichts der Corona-Pandemie können wir leider keine verlässlichen Angaben machen, wann wir wieder zu Rogate-Gottesdiensten und Veranstaltungen einladen können.

Eine Auswahl der geplanten Rogate-Termine:

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Landespfarrerin Andrea Richter

Vielfalt, Diversität, Buntheit und Lebensfreude sind Ausdruck der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst! Wie gut ist es für unsere Stadt und für unsere Kirche, dass diese Freude am Leben auf dem schwul-lesbische Stadtfest von Jahr zu Jahr gefeiert wird!

Landespfarrerin Andrea Richter (Bild: privat)

Und wie bedauerlich, dass nun gerade das 10. Jubiläum am 17. Juli aufgrund der Pandemie ausfallen und aufs nächste Jahr verschoben werden musste.

Wir vermissen das Fest! Das Miteinander, die Musik, die Gespräche, die Informationsstände, das gute Essen. Wir vermissen den gemeinsamen Beginn mit einem Gottesdienst und so großartigen Gruppen wie „Männer Minne„.

Das Zeichen des Regenbogens leuchtet trotzdem! Immer wieder war er zu sehen, dieser „Bogen in den Wolken“ nach den Gott sei Dank reichlichen Regenschauern der letzten Wochen.

Wir brauchen dieses Zeichen bleibender Sehnsucht nach Versöhnung und friedlichem Zusammenleben. Der Bogen mahnt uns alle, die Augen offen zu halten, wo immer auf dieser Welt Gewalt ausgeübt wird und Menschen aufgrund ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung oder religiösen Zugehörigkeit diskriminiert und verfolgt werden! Er mahnt uns, hinzuschauen, den Mund aufzumachen und Einspruch zu erheben! Er lädt ein zum Beten und zum Handeln!

Gott sagt Ja zu dem von ihm erschaffenen Leben in Vielfalt und Fülle. Sie sollen erhalten bleiben – trotz aller Versäumnisse und Fehlläufe der Menschheitsgeschichte. Und alle Menschen in unserer Stadt sind dazu eingeladen, dieses Ja nachzuvollziehen und lebendig zu halten!

Ich danke dem Rogate-Kloster, ich danke allen, die in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, dass das schwul-lesbische Stadtfest gefeiert werden konnte. Und ich freue mich schon heute auf den 16. Juli 2021.

Dann sehen wir uns wieder! Bleibt alle behütet unter dem Zeichen des Regenbogens!

Pfarrerin Andrea Richter, Beauftragte für Spiritualität in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Dr. Katharina Schneider

Sehr gern hätte ich vergangenen Freitag am Eröffnungsgottesdienst zum Lesbisch-schwulen Stadtfest teilgenommen. Dieses Fest der LGBTQ-Szene ist ein ganz besonderes, mit der Mischung aus Politik und Musik, wildem Sofa und Gesprächen, und mit seinem Eröffnungsgottesdienst.

Zugleich ist das Stadtfest ein Fixpunkt. Zwei volle festliche Tage mitten im Sommer und mitten im queeren Kiez. Familien verlegen ihren Sonntagsspaziergang hierhin. Gäste kommen, allein, zu zweit oder zu mehreren. Sie genießen ein Wochenende lang gute Stimmung, eingeleitet durch den Gottesdienst am Freitagabend.

Siebenundzwanzig Mal hat das Stadtfest ein Zeichen gesetzt, sichtbar, deutlich und fröhlich, für Vielfalt, gegen Homo- und Transphobie. Es ist wichtig, dass es dieses Zeichen gibt. Denn auch in Berlin gibt es Homo- und Transphobie, mal offen, mal subtil. Für Kirchen, Gemeinden und Gottesdienste gilt dasselbe. Dagegen setzt der Eröffnungsgottesdienst des Rogate-Klosters ein Zeichen, neun Mal schon, und das ist wichtig.

Diesen Sommer fehlen uns der Gottesdienst und das Stadtfest. Neben der guten Stimmung und dem Zeichen für Vielfalt wird den Organisator*innen das Einkommen fehlen, mit dem sie von Jahr zu Jahr planen. Für die schwulen Wirte im Kiez, treibende Kraft hinter dem ursprünglichen Fest, ist das Jahr ohnehin schon schwierig. Corona verringert Einkommen und verhindert Großveranstaltungen. Ausgaben, Homo- und Transphobie laufen leider weiter.

Deshalb freue ich mich, dass das Rogate-Kloster schon jetzt den Eröffnungsgottesdienst zum Stadtfest im nächsten Jahr ankündigt. Ich freue mich auf den 16. Juli 2021, um 19.30 in der Zwölf-Apostel-Kirche. 

Studienleiterin Dr. Katharina Schneider, Projekt Leben in Vielfalt, AKD-EKBO

Angesichts der Corona-Pandemie können wir leider keine verlässlichen Angaben machen, wann wir wieder zu Rogate-Gottesdiensten und Veranstaltungen einladen können.

Eine Auswahl der geplanten Rogate-Termine:

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Pröpstin Dr. Christina-Maria Bammel

Liebe Freunde und Freundinnen des schwul-lesbischen Straßenfestes – mit Tradition und Farbe,

auch wenn wir noch auf Covid-Abstand bleiben müssen – vor allem jetzt in den letzten Julitagen sind wir uns besonders nah!

Vor einer Dekade haben sehr engagierte Menschen, denen wir alle sehr dankbar sein können, das erste Mal mit einem Gottesdienst das Motz-Straßenfest eröffnet. Mutig, engagiert und beherzt – seitdem – jedes Jahr neu. Nicht mehr wegzudenken ist so ein sammelnder und inspirierender Einstieg in die Festtage mit berührenden Predigten, mit Musik und Gebet, mit Kraft und Leidenschaft. Danke, dass ich das auch schon selbst miterleben und mitfeiern durfte!

In meinen Gedanken und mit dem Herzen bin ich bei Ihnen, bei euch, die ihr bereits so viel in der Vorbereitung gedacht und geplant hattet, bevor ein Virus unseren Alltag ganz anders werden ließ.

Wie viel gegenseitige Ermutigung und Widerstandsfähigkeit das gerade im Anfang gebraucht haben muss, um sich mit dem damals neuen Format zu behaupten – auch gegen manche kirchenleitende Bedenken.

Der Kampf gegen Vorurteile ist zäh. Der Kampf gegen diskriminierende Haltungen noch zäher. Aber die Community ist mit den Jahren größer, bunter, lauter geworden. Gut so! Es geht schließlich um gleiche Rechte für alle Menschen, in der LGBTTIQ-Community und über sie hinaus.

So wichtig sie sind, es geht um noch mehr als Rechte. Es geht um die Grundlage unseres Lebens, um die Liebe. Wo sie normiert oder gar verboten wird, ist sie in Gefahr, sind Menschen in Gefahr. In vielen Ländern der Welt ist das noch der Fall. Davor können wir die Augen auf keinen Fall verschließen! Unsere Gebete, unser Empowerment, unser Einsatz; werden bitter nötig gebraucht, weil einfach nicht hinzunehmen ist, dass auch im 21. Jahrhundert noch an so vielen Orten die sexuelle Orientierung zur Lebensgefahr wird. Das ist ein Skandal und eine Wunde in der Menschheit!

So viel gefährdetes Leben! Das wissen wir nicht erst seit dieser Virus-Krise. Wo die Gefährdungen bedrohlich, die Nächte dunkel und die Schatten weit reichten, da hat Gott immer wieder Boten der Furchtlosigkeit und der Rückenstärkung auf den Weg gebracht. Dieses Lebens- und Liebes- und Antifurcht-Botschafter sind Engel. Das ist mein Glaube und wird mir immer wieder neu zur Hoffnung. Nur nicht furchtsam werden, das sagen die himmlischen Botschafter. Und damit geben sie Bodenhaftung, allen, die mutig füreinander eintreten, für gleiche Rechte und die bunte Liebe kämpfen.

Der Engel der Ermutigung, der Selbstbehauptung, vor allem der Engel der Liebe, die vielfältig ist, – Gottes Engel – , wird mit euch durch die kommenden Zeiten gehen, wird mit uns allen gehen auch zum CSD Gottesdienst am 24. Juli diesen Jahres in Berlins Stadtmitte, wird mit uns allen gehen, bis wir uns wiedersehen – und das hoffentlich nicht erst im Juli 2021, dann unter dem Motto „Gleiche Rechte für Ungleiche – weltweit“. Aber da ganz besonders! Das sage ich auch verbunden mit einem herzlichen Gruß von unserem Bischof der Evangelischen Kirche-Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein.

Gottes Segen!

Pröpstin Dr. Christina-Maria Bammel, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Fünf Fragen an: Beate Besser, Landeskirchenmusikdirektorin in Oldenburg

Fünf Freitagsfragen an Landeskirchenmusikdirektorin Beate Besser, Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, über Lieder in und nach der Pandemie, neu zu lernende Dinge und Gesang auf Abstand.

Landeskirchenmusikdirektorin Beate Besser (Bild: ELKiO/Dirk-Michael Grötzsch)

Beate Besser, 56, wuchs in Merseburg auf. Der Ausbildung als Finanzkauffrau folgte das Studium der evangelischen Kirchenmusik in Halle/Saale (A-Prüfung 1988). Nachdem sie zunächst an einem Predigerseminar der Evangelischen Kirche der Union (EKU) als Dozentin und Kantorin tätig war, folgte der Wechsel als Kantorin nach Schönebeck/Elbe und die Berufung als Propsteikantorin der Propstei Stendal-Magdeburg. Über zwölf Jahre war Beate Besser Dozentin für Hymnologie, Liturgisches Singen und Gregorianik in Halle und später noch in Bremen. Seit Dezember 2012 ist sie Landeskirchenmusikdirektorin der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Ihr Interesse an liturgischen und hymnologischen Themen spiegelt sich in zahlreichen Mitgliedschaften entsprechender Gremien und Vereine. Gleichzeitig engagiert sie sich für neue Musik, Pop, Jazz, Cross-over. Beate Besser ist begeisterte Joggern.

Rogate-Frage: Frau Landeskirchenmusikdirektorin Besser, wie hat die Corona-Pandemie Ihr eigenes Leben verändert und was vermissen Sie?

Beate Besser: Wie so viele Menschen arbeite auch ich seit zwei Monaten im sogenannten Homeoffice. Einer meiner Lieblingssprüche dabei ist der geworden: „Ich lerne jetzt lauter Dinge, die ich nie lernen wollte“, die aber jetzt nützlich sind, vor allem im digitalen Bereich. Ich habe ein wunderbares berufliches wie soziales Netz, das auch jetzt durch Telefonate und Mails hält. Dafür bin ich dankbar. Aber ich vermisse doch die persönlichen Kontakte, das Lächeln (das man unter der Maske beiderseits nicht sieht) und auch die Umarmungen. Und klar, ich vermisse schmerzlich die Chorproben und die ganz normalen Gottesdienste!

Rogate-Frage: Nach und nach werden in diesen Tagen wieder analoge Gottesdienste gefeiert. Welche Einschränkungen wird es für das Singen und die Musik in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg geben?

Beate Besser: Derzeit – es geht auf Pfingsten – kann in den Gottesdiensten (in Kirchen) noch nicht gesungen und geblasen werden. Nur Einzelne können mit Abstand singen, so auch ich an der Orgel. Daher praktiziere ich im Moment das Für-Singen, so wie es eben auch die Für-Bitte gibt, wo jemand stellvertretend agiert. Ich hoffe darauf, dass mit mehr Erkenntnissen über die mögliche oder doch weniger mögliche Ansteckungsgefahr beim Singen mehr Lockerungen möglich werden für das Singen in den großen Kirchenräumen. Im Freien kann mit Abstand wieder gesungen und musiziert werden.

Rogate-Frage: Gibt es Lieder im Evangelischen Gesangbuch, die für Sie in der aktuellen Situation besonders passen?

Beate Besser: Tatsächlich haben wir in der Gemeinde, in der ich den kantoralen Dienst versehe (Oldenburg-Ohmstede) in den digitalen und Live-Gottesdiensten eher das kirchenjahreszeitliche Liedrepertoire genutzt. Als mögliche thematische Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch (EG) kommen mir diese nahe: „Von guten Mächten“ (EG-Nr. 65, mit der Abel-Melodie!), „Bewahre uns Gott“ (EG-Nr. 171), „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ (EG-Nr. 369, 5!) oder auch „Hilf, Herr, meines Lebens“ (EG-Nr. 419). Ich merke, dass mit eher neuere Lieder nahe sind. Daher schaue ich auch in das Gesangbuch „freiTöne„: „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ (25), „Nada te turbe“ (44), „Stimme, die Stein zerbricht“ (45) oder auch „Klüger“ (93).

Rogate-Frage: Epidemien und die Pest haben in früheren Zeiten sicher bereits erheblichen Einfluss auf die Gottesdienste gehabt. Sind aus diesen Zeiten geistliche Lieddichtungen bekannt und mögliche Einflüsse auf die Kirchenmusik?

Beate Besser: In den Anfechtungszeiten früherer Jahrhunderte mögen Lieder gesungen worden sein, die wir vielleicht gar nicht mehr kennen. Aber auch die Trostlieder etwa eines Paul Gerhardt haben sicher eine Rolle gespielt. Darüber hinaus sehe ich diese Lieder des Evangelischen Gesangbuchs als möglich an: „Aus tiefer Not“ (EG-Nr. 299), „Auf meinen lieben Gott“ (345), „Jesu, meine Freude“ (396), „Ach wie flüchtig“ (528) oder auch „Ich bin ein Gast auf Erden“ (529) – allesamt Lieder, die auch auf die Endlichkeit des menschlichen Lebens schauen.

Ein Lied aber ist dezidiert für solche Situationen geschaffen: „Mitten wir im Leben sind“ (518). Das Lied geht auf eine lateinische Antiphon mit diesem Text aus dem 11. Jahrhundert zurück. Der Gedanke, dass der Tod ständig und mitten im Leben präsent ist, mag fremd und ungemütlich klingen, aber es zeigt sich immer wieder, dass das Thema durchaus aktuell ist. Durch die Erweiterung der Antiphon um die Strophen von Luther und das jeweils abschließende „Heilig“ wird das Lied jedoch schwer zu singen und auch theologisch stark auf die reformatorische Theologie ausgerichtet. Beides war ursprünglich nicht intendiert.

Zu Pestzeiten wurden auch immer wieder entsprechende Motetten und Kantaten komponiert.

Rogate-Frage: Wenn die Menschheit das Corona-Virus in den Griff bekommt und keine Gefahr mehr zu befürchten ist, was würden Sie dann gerne mit anderen zusammen – zum Beispiel im Gottesdienst – singen?

Beate Besser: Ziemlich sicher weiß ich, dass ich nach dem Ende der Pandemie (wie wird dieses wohl definiert?) nicht einfach ein strahlendes Danklied singen möchte. Diese Lieder will ich nicht dafür instrumentalisieren, zumal dem Dank ja auch eine ambivalente Zeit vorausgegangen sein wird, über die es weiter nachzudenken gilt. Daher kämen eher diese Lieder aus dem EG in Frage: „Der Himmel, der ist“ (153), „Kommt mit Gaben und Lobgesang“ (229 – wenn wieder Abendmahl gefeiert werden kann!). „Lobe den Herren“ (316) und „Nun danket alle Gott“ (321) sind es also eher nicht;  vielleicht „Vertraut den neuen Wegen“ (395) oder „Es wird sein in den letzten Tagen“ (426). Und wieder merke ich, dass ich zu neueren Liedern greife, so dass wieder die freiTöne in den Blick kommen mit „Atme in uns“ (7), „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt“ (71), „Mit dir, Maria, singen wir“ (94, mit starker politischer Dimension) und „Vorbei sind die Tränen“ (191).

Rogate: Vielen Dank, Frau Besser, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Die nächsten (geplanten) Rogate-Termine finden Sie hier:

Coronakrise und Beten? Zitate zum Sonntag Rogate 2020

„Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich. Brüder sein und dich rufen an. Und willst das Beten von uns han. Gibt, dass nicht bet allein der Mund. Hilf, daß es geh von Herzensgrund.

Geheiligt werd der Name dein. Dein Wort bei uns hilf halten rein, dass wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, dass arm verführet Volk belehr.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 1+2

„Corona heißt für mich: Noch einsamer sein. Alleine zu Hause bin ich. Die Fernsehnachrichten machen mich traurig. Oft stelle ich schon den Fernseher aus, weil ich es nicht mehr ertrage. Ich muss viel weinen. Das Gebet fällt mir nicht leicht. Irgendwann dachte ich mir: Meine Tränen sind mein Gebet. Dann also habe ich viel gebetet. Ich hoffe auf Gott, dass er uns beisteht, mir aber auch allen Kranken in diesen Tagen.“

Anonym, Wilhelmshaven, Mai 2020

„Ich bin mir sicher, dass es für viele Menschen wichtiger gewesen wäre, Kirchen zu öffnen statt Baumärkte. Die Ruhe, der Frieden und Besinnung in dieser Zeit, die wie ein schwankendes Schiff ist, festigt. – Ich bin nicht sehr religiös. Die Ruhe und die Konzentration auf mich selbst und das Wesentliche habe ich weit abseits von dem nervösen panischen Geflirre gefunden. – Mit meinem Hund; draussen vor der Stadt. Der Wald und der Himmel über mir wie eine Kathedrale. 

Barbara Nolte, Berlin-Schöneberg, Mai 2020

„Es kommt dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilig Geist uns wohnet bei. Mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt, zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 3
Schwester M. Stella (Bild: Wilhelmshavenglaubt)

„In der Zeit, als wir keine Gottesdienste haben konnten, hatten wir Öffnungszeiten für das stille Gebet in unseren Kirchen angeboten.

Man konnte sich  „verankern“. An dem Platz ,wo man gern in der Kirche sitzt, konnte man einen Anker anbringen und ihn gestallten; zum Beispiel mit Symbolen, etwas drauf schreiben, oder nur mit Namen versehen.

Eine Frau sagte: „Es gefällt mir sehr gut, diese Betstunde. Diese Ruhe, eine innere Gelassenheit macht sich breit. Man kann über alles nachdenken, über den grauen Alltag, der plötzlich viel heller wird. Ich spüre bei mir: Die Betstunde macht mich stark. Ich kann sie nur empfehlen! Lieber Gott, segne mich und meine Familie. Liebe Gottesmutter, ich vertraue auf Dich, Danke! Vielen Dank, für alles Gute, dass ich empfangen durfte!“

Schwester M. Stella, Marienschwester in Wilhelmshaven-Fedderwardergroden, Mai 2020

Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich, auf Erden und im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid. Wehr und steur allem Fleisch und Blut, dass wider deinen Willen tut.

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 4

„Täglich höre ich von Menschen, die sich in dieser Krise große Sorgen machen. Ihr Arbeitsplatz ist bedroht, nahe Angehörige oder auch sie selbst sind krank oder sie leiden unter der Einsamkeit durch die Kontaktbeschränkungen. Im Gebet bitte ich Gott um seinen Beistand für uns alle. Und danke für die vielen gerade auch in der Diakonie, die in dieser Zeit für andere da sind. Gott, bleib Du bei ihnen und gib uns allen Zuversicht.“

Pfarrerin Barbara Eschen, Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Mai 2020
Pfr. Andreas Erdmann (Bild: privat)

„Beten ist für mich wie atmen: Es gehört zu meiner Beziehung mit Gott schlicht dazu. Das war vor der Pandemie nicht anders als jetzt. Es tut mir gut, über das, was geschieht, mit Gott im Gespräch zu bleiben und gestärkt durch seinen Zuspruch an mich und seine Schöpfung diesen Zuspruch anderen zuteilwerden zu lassen. Dabei fühle ich gerade auch durch das gemeinsame Gebet in dieser Zeit eine starke Verbundenheit mit meinen christlichen Geschwistern im Glauben.“

Pfarrer Andreas Erdmann, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Berlin, Mai 2020

„Ein brauchbares Zitat fällt mir zwar nicht ein, aber ich kann sagen, dass der Glaube auch in schwierigen Zeiten stärkt. Viel schlimmer als die Einschränkungen empfinde ich den Verlust jeglicher beruflichen Perspektive. Insbesondere erfüllt es mich mit Schrecken, wie viele Jobs in der Gastronomie verloren gehen.“

Michael Oberseider, Bayern, Mai 2020

„Mir geht es gut. Nach anfänglicher Sorge und Angst kann ich Gott danken, für die Kraft und Zuversicht, dass es mir auch weiterhin gut geht und bitte ihn auch für alle, die auf ihn vertrauen, sie zu stärken in dieser schweren Zeit. Meine Gedanken drehten sich um die Menschen, die ich in dieser außerordentlichen Zeit nicht im der Gemeinde treffen konnte. Wie kamen sie zurecht, wie fühlten sie sich, brauchten sie Unterstützung? Mit Anrufen, Grußkarten und später auch Besuchen hielten wir Kontakt im gegenseitigen Austausch. Als deine Kinder bist du immer für uns da. Danke, lieber Gott.“

Heidrun Helbich, Wilhelmshaven-Neuengroden, Mai 2020

„Gib uns heut unser täglich Brot und was man darf zur Leibesnot. Behüt uns, Herr, vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, dass wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 5
Michael Feitel (Bild: privat)

„Mir ist (in dieser Zeit) das folgende Gebet eines anderen Schreibers wichtig geworden: Bleibe bei uns, Herr, in dieser Zeit, in der wir zweifeln, aber nicht verzweifeln wollen, Fragen stellen, ohne Antworten zu haben, Probleme sehen, ohne Lösungen zu kennen. Bleibe bei uns, wenn wir die Dunkelheit fürchten und lass uns den neuen Morgen, das neue Ostern, erwarten.“

Michael Feitel, Berlin, Mai 2020
Dekan Ulf-Martin Schmidt (Bild: privat)

„Angesichts der vielfältigen Dynamiken, die der Umgang mit Corona in unserer Gesellschaft ausgelöst hat (von Entschleunigung bis Aggression), fällt mir das freie Beten von Tag zu Tag schwerer und ich bin froh, dass ich auf verschriftlichte Gebete anderer Menschen und Gemeinschaften zurückgreifen kann. Als Pfarrer werden jeden Tag Gebetsanliegen an mich herangetragen, die ich bei Gott geborgen weiß wenn ich sie im-Namen-nennen vor ihn bringe – mein persönliches Bitten kann ich aber nicht mehr gut in Worte fassen und versuche im Meditieren innere Ruhe zu finden.“

Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-katholische Gemeinde Berlin, Mai 2020

„All unser Schuld vergib uns. Herr, dass sie uns nicht betrüben mehr. Wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit, in rechter Lieb und Einigkeit.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 6
Heide Grünefeld (Bild: Wilhelmshavenglaubt)

„Ich glaube, dass Wort „Corona“ ist in meinen Gebeten nicht ein einziges Mal gefallen. Meine eigenen Zwiegespräche mit Gott haben mit Corona eigentlich nichts zu tun. Ich sehe zur Zeit viele andere Menschen, die nicht an Corona, sondern an der Angst davor oder an Folgen der Pandemieregeln leiden. Aber ich bin nicht gut darin, lange Gebete in Ruhe zu sprechen. Ich bin eher diejenige, die sich nach einem Besuch wieder ins Auto setzt, verzweifelt und wütend über die erlebte Traurigkeit oder Perspektivlosigkeit o.ä. ist, und dann nach oben schaut und in sehr ungeduldigem Tonfall sagt: „Du siehst das, oder? Du hast ihn/sie im Blick? Und ich hoffe sehr, Du hast einen Plan und weisst, wozu diese ganzen Schwierigkeiten gut sind, denn ich sehe das nicht, und das geht da schief, hilf ihm/ihr, Du musst da hinsehen, bitte!!!“

Und nach einer Weile, wenn ich mich abgeregt habe, kann ich etwas ruhiger sagen „Ja, gut, ich vertraue Dir und ich versuche weiter mein Bestes.“ Und dann, weil ich es doch nicht lassen kann und lieber auf Nummer sicher gehe, sage ich in wieder energischem Tonfall noch ein weiteres Mal „…aber Du guck dahin! Danke.“

Ob das als Beten durchgeht, weiss ich nicht. Ich hoffe es. Und ich hoffe, Gott guckt dann da hin.“

Heide Grünefeld, Theologin und Sozialarbeiterin, Hooksiel (Wangerland, Friesland), Mai 2020

„Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist anficht. Zur linken und zur rechten Hand, hilf uns tun starken Widerstand. Im Glauben fest und wohlgerüst und durch des heilgen Geistes Trost.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 7

„In der Corona-Krise sitze ich vor einem Arbeitsberg, der einfach nicht kleiner wird. Durch das Zuhause-Arbeiten im Homeoffice fällt es mir noch schwerer, wirklich Feierabend oder Wochenende zu machen und abzuschalten. Die Ruhe des Gebets würde mir hier sehr guttun. Aber mir diese Ruhe zu geben, fällt mir schwer.“

Anonym, Berlin, Mai 2020
Rechts: Edmund Mangelsdorf (Bild: privat)

„Unser Vater im Himmel weiß, was er uns auf der Erde zumutet und zumuten kann, um unserer Entwicklung willen. So bitte ich nicht um Einzelnes, sondern nur: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden!“ und denke dabei auch an Corona. Und wo ich mein persönliches ewiges Leben dann verbringen soll, ob nun hier oder drüben, das überlasse ich Seiner Weisheit.“

Edmund Mangelsdorf, Berlin-Schöneberg, Mai 2020

„Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns vom ewigen Tod und tröst uns in der letzten Not. Bescher uns auch ein seligs End. Nimm unser Seel in deine Händ.

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 8
Pfr. Burkhard Bornemann (Bild: privat)

„Ich weiß, wie privilegiert und geborgen ich diese Krise erleben darf. Aber das war und ist auch Verantwortung. Wie viele Gespräche mit sehr unglücklichen, verstörten, psychisch zutiefst verletzten Menschen habe ich in den letzten Wochen geführt, in der offenen Kirche oder anderen Orten, manchmal auch einfach, wenn ich mit dem Mopsduo unterwegs war. Aber immer fühlte ich mich geführt auf der rechten Straße um seines Namens willen – im Namen von Glaube, Hoffnung und Liebe. Im Namen von Trost, Zuwendung und Halt.“

Pfarrer Burkhard Bornemann, Evangelische Zwölf-Apostel-Gemeine, Berlin-Schöneberg, Mai 2020

Amen, das ist: Es werde wahr. Stärk unsern Glauben immerdar. Auf das wir ja nicht zweifeln dran, dass wir hiemit gebeten han. Auf dein Wort in dem Namen dein, so sprechen wir das Amen fein.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 9

Hinweis zu dieser Zitatesammlung: Zum Sonntag Rogate 2020 haben wir verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Berufsgruppen um einen Beitrag zu „Coronakrise und das Beten“ angefragt. Die aufgeführten Zitate fanden Eingang in den Gemeindegottesdienst des Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin am 17. Mai 2020 in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Berlin-Schöneberg und werden hier dokumentiert. Ursprünglich war für den fünften Sonntag nach Ostern eine ökumenische Eucharistie gemeinsam mit der Alt-katholischen Gemeinde Berlin geplant. Diese konnte aufgrund der Einschränkungen der Gottesdienste in der Pandemie nicht stattfinden, daher fand ein Gottesdienst ohne Abendmahl statt.

Fünf Fragen an: Landesonlinepfarrer Andreas Erdmann, EKBO

Fünf Freitagsfragen an Landesonlinepfarrer Andreas Erdmann, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), über einen Digitalisierungsschub in der Kirche, Innovationen ohne Beschlussvorlagenketten und neue Wege der Seelsorge in der Pandemie.

Landespnlinepfarrer Andreas Erdmann (Bild: privat)

Andreas Erdmann ist in Berlin geboren, hat seinen Zivildienst in einem evangelischen Kindergarten in Bergfelde geleistet und ist anschließend wieder in Berlin zunächst in die Lehre gegangen und hat danach studiert. Er hat abgeschlossene Berufsausbildungen in den Berufen Fachinformatiker/Systemintegration und Fachinformatiker/Anwendungsentwicklung sowie zunächst Theologie und dann Religions- und Gemeindepädagogik studiert und schließlich sein Vikariat in Glienicke/Nordbahn gestaltet. Die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen liegt ihm besonders am Herzen.

Rogate-Frage: Herr Pfarrer Erdmann, was macht ein „Landesonlinepfarrer“?

Andreas Erdmann: Als Landesonlinepfarrer unterstütze ich Gemeinden und Kirchenkreise bei der Digitalisierung von Gottesdiensten, Andachten, Jugendtreffs, Kirchentouren und anderen Angeboten, berate bei der Digitalisierung der Verwaltung und koordiniere Projekte. Das Ziel dabei ist es, die Präsenz der Landeskirche im Netz zu erhöhen und damit digitale Gemeinschaft zu ermöglichen. Außerdem arbeite ich sehr eng mit den anderen Bereichen des Medienhauses der EKBO zusammen wie der Öffentlichkeitsarbeit, dem Rundfunk und auch dem Homepage-Team, aber auch zum Beispiel der Pressearbeit und dem Wichernverlag, hier vor allem mit der Wochenzeitung „Die Kirche“. Außerdem habe ich natürlich auch eigene Projekte, wie die Gestaltung einer virtuellen Online-Kirche im Gameplay-Format.

Rogate-Frage: Wie ist es zur Einrichtung einer solchen Stelle gekommen und was soll damit erreicht werden?

Andreas Erdmann: Es gab in den vergangenen Jahren bereits ähnliche Stellen, mit denen bereits ein bisschen ausprobiert worden ist, was angenommen wird und was nicht und wo überhaupt der Bedarf liegt. Dass ich jetzt bereits schon seit März auf dieser Stelle mit 100 Prozent (Vollzeitstelle) arbeite, liegt aber sicherlich auch an der außergewöhnlichen Situation dieser Tage, die insgesamt zu einem Digitalisierungsschub in der Kirche beigetragen hat und die Notwendigkeit eines Landesonlinepfarrers als Ansprechpartner für die Menschen vor Ort deutlich hervorhob.

Rogate-Frage: Wie digital ist die Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und wohin soll die Reise gehen?

Andreas Erdmann: Wer ist schon „die Landeskirche“? Die Verwaltung hat hier noch viel Luft nach oben. Andere sind bereits schon länger auf der Reise. Ich denke da vor allem an viele Gemeinden und Kirchenkreise, aber auch Einzelpersonen, die bereits lange vor der Pandemie insbesondere in den Sozialen Medien sehr aktiv waren und es immer noch sind. Das wurde bei der ersten Online-Konferenz der EKBO am 2. Mai deutlich. Von solchen Treffen wird es zukünftig mehr geben: Das nächste Treffen findet am 2. Juni und fortan monatlich statt. Hier geht die Reise also vor allem hin: zu mehr Vernetzung und einem besseren Austausch untereinander. Außerdem setze ich mich dafür ein, dass die einzelnen Aktiven auch entsprechende Wertschätzung und Unterstützung erfahren, indem zum Beispiel auch Stellenanteile für die Arbeit im Digitalen Raum bei der Besetzung von neuen Stellen gleich mitbedacht werden und Schulungen etwa für den Umgang mit Trollen und Hate-Speech angeboten werden.

Rogate-Frage: Was ist anders in der digitalen Verkündigung und was sollte man dort nicht tun?

Andreas Erdmann: Das Evangelium ist dasselbe, ob analog oder digital, aber die Teilhabenden sind mitunter andere und das sollte sich in der Ansprache und Auslegung entsprechend bemerkbar machen. Wenn ich einen Gottesdienst ins Netz stelle und mich über die überregionale Beteiligung freue, dann darf ich mich inhaltlich nicht auf lokale Besonderheiten und Gepflogenheiten konzentrieren. Zudem sind mir diejenigen gar nicht bekannt, die ich tatsächlich erreiche. Im Gottesdienst vor Ort sehe ich, wer da in den Bankreihen sitzt und kann meinen Gottesdienst, wenn ich so flexibel bin, entsprechend anpassen. Im Internet kann es sein, dass zum Beispiel ein Großteil Neugieriger mit Erstbegegnungscharakter zuschauen. Deshalb sollte man noch dringender auch auf niedrigschwellige Zugänge achten, insbesondere was die Liturgie betrifft.

Rogate-Frage: Was hat sich durch die Corona-Pandemie in der digitalen Kirche verändert und gibt es für Sie positive Beispiele?

Andreas Erdmann: Es haben sich seither deutlich mehr Menschen auf den Weg gemacht, sich in den Digitalen Medien auszuprobieren. Leider haben einige auch schon kundgetan, dass von ihnen ganz klar erwartet wird, dies einzustellen, wenn die analogen Veranstaltungen wieder stattfinden können oder dass sie die digitalen Angebote irgendwie zusätzlich in ihrer Freizeit stemmen müssten. Schön wäre es hier, wenn die guten Erfahrungen genutzt werden würden, um insgesamt in Zukunft beide Arbeitsbereiche mit im Blick zu haben. Ebenfalls aufgefallen ist mir ein Abbau von Bürokratie in den ersten Wochen der Pandemie. Viele Innovationen wurden ohne lange Beschlussvorlagenketten neu ausprobiert und rasch umgesetzt. Gute Beispiele sind hier Telefongottesdienste, ein Autogottesdienst und natürlich viele Veranstaltungen, die gar nicht Gottesdienste betreffen, wie vor allem auch solidarisch-fürsorgliche Projekte von zum Beispiel „Jungen Gemeinden“, die sich digital vernetzt absprechen, um für ältere einzukaufen. Ebenfalls erwähnen möchte ich auch die stärkeren Angebote von Chat- und E-Mail-Seelsorge sowie Seelsorgegespräche, die in den Sozialen Medien stattgefunden haben. Diese unkomplizierte Art, Kirche voranzubringen, würde ich mir auch für die Zukunft wünschen.

Rogate-Frage: Wenn die Digitalisierung gerade einen so großen Aufschwung erlebt, gibt es dann andere Felder, die an Beachtung verlieren?

Andreas Erdmann: Solche Themenfelder gibt es sicherlich, wobei diese freilich nicht an Relevanz verlieren, sondern gegenwärtig schlicht weniger stark im Fokus bleiben. Ich nehme wahr, dass vor der Pandemie deutlich häufiger auch in den Medien Krisen wie der Klimawandel oder die Migrationspolitik thematisiert worden sind. Die Menschen, die in großer Not in Flüchtlingslagern unter miserablen Bedingungen überdauern, ist nicht weniger geworden und der Klimaschutz nicht minder wichtig. Die EKBO bringt sich in diesen Fragen deshalb nach wie vor ein, wie viele andere Aktive ebenfalls. Es fehlt hier allerdings häufig an der Unterstützung durch die Diskussion in der Öffentlichkeit. Denn die Pandemie nimmt, selbst wenn gar nichts wirklich Neues zu berichten ist, in der „Tagesschau“ und anderen Nachrichtensendungen den deutlich größten Teil ein und veranlasst sogar zu Sondersendungen. Das gilt für andere Medien in der Regel ebenso. Die Ursache für dieses „Weniger an Beachtung“ ist also weniger der Digitalisierung anzulasten als vielmehr der Informationspolitik in den öffentlichen Medien.

Rogate: Vielen Dank, Herr Pfarrer Erdmann, für das Gespräch!

Weitere Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Die nächsten (geplanten) Rogate-Termine finden Sie hier:

  • Sonntag, 17. Mai 2020 | 10:00 Uhr, Gottesdienst zum Sonntag Rogate. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche.
  • Donnerstag, 18. Juni 2020| 19:00 Uhr, „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“. Ort: Hohenkirchen/Friesland.
  • Fällt wegen der Corona-Pandemie aus: Freitag, 17. Juli 2020 | 19:30 Uhr, Eröffnungsgottesdienst zum Lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin 2020.
  • Donnerstag, 27. August 2020| 19:00 Uhr, „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“. Ort: Walter-Spitta-Haus, Lange Straße 60, 26434 Hooksiel.
  • Donnerstag, 24. September 2020| 19:00 Uhr, „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“. Ort: Walter-Spitta-Haus, Lange Straße 60, 26434 Hooksiel.
  • Sonntag, 27. September 2020 | 10:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie zum St. Michaelisfest und zum Monat der Diakonie. Liturgie: Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-katholische Gemeinde Berlin u.a.. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche.

Fünf Fragen an: Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker, Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg

Fünf Freitagsfragen an Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker, Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, über Veränderungen in der Kirche durch die Coronakrise, die Aufforderung zum Hausabendmahl in der Pandemie und einen Auferstehungshymnus auf der Gartenterrasse.

Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker (Bild: Pressestelle ELKiO)

Detlev Mucks-Büker ist 61 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in einem Arbeiterhaushalt in Gelsenkirchen. Er studierte Evangelische Theologie in Münster, Tübingen und (West-)Berlin. Nach dem Vikariat in Dortmund war er Pfarrer in Bergkamen und Gladbeck, von 1999 bis 2011 Superintendent in Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Seit 2011 ist er theologischer Oberkirchenrat in Oldenburg, zuständig für die Bereiche Bildung und Diakonie. 2011 Master Diakoniemanagement in Bethel. Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder sowie leidender Fan vom FC Schalke 04. Sein Hobbie (das immer zu kurz kommt): Schottischer Dudelsack.

Rogate-Frage: Herr Oberkirchenrat Mucks-Büker, was hat sich für Sie als Theologe in leitender Funktion einer Kirche verändert?

Detlef Mucks-Büker: Interessant war die Erfahrung, wie sehr es in solchen herausfordernden Zeiten ein Bedürfnis nach klarer und eindeutiger Orientierung auch von einer evangelischen Kirchenleitung gibt: Kirchengemeinden wollen wissen, woran sie sind, und ob die Entscheidungen, die sie vor Ort zu treffen haben, wie zum Beispiel über die Schließung oder Öffnung ihrer Kirche, Rückhalt haben oder auf sicherem Boden stehen. So intensiv habe ich das bisher noch nie erfahren. Eine gelingende und klare Kommunikation schafft eine gute Grundlage für Vertrauen, und mit Vertrauen ist man in der Lage, Krisen zu bewältigen.

Rogate-Frage: Wie gehen die Kirchengemeinden und Dienste und Werke in Ihrem Verantwortungsbereich damit um?

Detlef Mucks-Büker: Es ist überraschend und faszinierend zugleich, wie verhältnismäßig schnell sich die meisten Arbeitsbereiche auf neue Kommunikationsformen vor allem auf dem digitalen Weg einstellen. Wo es vor Corona schon digitale Bildungs- oder Gottesdienstangebote wie, zum Beispiel Webinare und Online-Andachten gab, hatten sie bisher meistens Experimentierstatus. Jetzt sind sie unverzichtbarer Bestandteil und werden auch künftig zu den Standards kirchlicher Bildungsangebote gehören. Erstmals wird für eine breite Schicht unserer Mitarbeitenden sichtbar, wie viele Menschen sich über digitale und soziale Medien erreichen lassen. Es ist diese Erfahrung, die all bisherige Skepsis und Distanz aufhebt.

Rogate-Frage: Die Kirchenmitglieder wurden aufgefordert, am Gründonnerstag Hausabendmahlsfeiern auch ohne Pastorin oder Pastor zu halten. Kirchenrechtlich und theologisch ist damit Neuland betreten worden, oder?

Detlef Mucks-Büker: Das Hausabendmahl als solches ist bisher und vor allem in der Seelsorge an solchen Kirchenmitgliedern ausgerichtet gewesen, die nicht in der Lage sind, an den Abendmahlsfeiern in den Gottesdiensten der Gemeinde teilzunehmen. Das betrifft in der Regel ältere, gebrechliche oder kranke Menschen, zuweilen auch Sterbende mit ihren Familien. Auch hier sind es die Pfarrerinnen und Pfarrer, die das Abendmahl leiten, weil sie aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer Ordination durch die Kirche zur Sakramentsverwaltung berufen und beauftragt sind. Grundsätzlich gilt aber auch hinsichtlich des Umgangs mit den Sakramenten das reformatorische Prinzip des allgemeinen Priestertums aller Getauften. Das heißt, dass vom Grundsatz her jede getaufte Christin und jeder getaufte Christ aus besonderem Anlass das Sakrament der Taufe und des Abendmahls spenden darf. Solch ein Anlass können Zeiten wie die der aktuellen rigorosen Kontakteinschränkungen und Versammlungsverbote darstellen. Nicht von ungefähr umfasst Luthers Kleiner Katechismus auch die Einsetzungsworte des Abendmahls, verbunden mit dem Gedanken, dass diese theologische Mindestausstattung in jedem christlichen Hausstand vorhanden sei. Es ist gut, dass in unserer Zeit Texte wie die der Abendmahlsliturgie auch in unseren Gesangbüchern zu finden sind. Theologisch spricht nichts dagegen, dass im familiären Kontext eine Abendmahlsfeier gehalten werden darf, wenn es absolut keine andere Möglichkeit gibt.

Rogate-Frage: Was wird sich darüber hinaus verändern? Was können wir daraus lernen?

Detlef Mucks-Büker: Es bleibt abzuwarten, was und ob sich was verändern wird nach Corona. Vielleicht haben wir gemerkt, dass so manche Gremiensitzung oder Dienstbesprechung mit den Mitteln der modernen Technik wie Videokonferenzen auch einiges an Fahrtzeiten vermeidet. Zeit, die sich dann gut für anderes verwenden lässt. Vor allem erhoffe ich mir, dass wir für die nächste Zeit nicht mehr so schnell einer Arbeits- und Terminverdichtung verfallen, wie sie vor der Krise zum stressigen Alltag gehörte. Vielleicht lernen wir, wirklich Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und sorgsamer mit unseren Ressourcen umzugehen als zuvor. In einer kleiner werdenden Kirche wird man nicht mehr alles so weitermachen können wie bisher. Das wussten wir eigentlich auch schon vorher.

Rogate-Frage: Wie werden Sie Ostern feiern und die einzelnen besonderen Tage von Gründonnerstag bis Ostermontag begehen?

Detlef Mucks-Büker: Anders als in den ganzen Jahren zuvor, werden wir nur zu Dritt in unserer Familie zusammen sein. Aufgrund der Einschränkungen können weder unsere beiden Söhne uns wie sonst besuchen, noch können wir uns alle gemeinsam auf den Weg zu unseren beiden Müttern machen. Über Fernsehgottesdienste und Gottesdienste im Internet werden wir unserem Bedürfnis nach Andacht und Gebet nachkommen. Am Karfreitag hören meine Frau und ich uns die Johannespassion von Bach an. Wie immer wird es am Karfreitag Fisch bei uns zu Essen geben. Und ich werde wie in jedem Jahr nach sieben Wochen ohne Alkohol wieder ein Glas Wein trinken. Unsere Tochter, die bei uns sein kann, wird am Ostersonntagmorgen mit der Blockflöte „Christ ist erstanden“ auf der Gartenterrasse spielen. Da wir in diesem Jahr keinen Besuch unserer noch kleineren Nichten und Neffen haben, wird es leider keine Ostereiersuche geben.

Rogate: Vielen Dank, Herr Oberkirchenrat Mucks-Büker, für das Gespräch!

Mehr über die Evangelische-Lutherische Kirche in Oldenburg finden Sie hier: kirche-oldenburg.de

Weitere Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

Bleiben Sie gesund und behütet!

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Angesichts der Corona-Pandemie können wir leider keine verlässlichen Angaben machen, wann wir wieder zu Rogate-Gottesdiensten und Veranstaltungen einladen können. Die nächsten geplanten Termine sind:

  • Sonntag, 17. Mai 2020 | 10:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie zum Sonntag Rogate. Predigt: Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-katholische Gemeinde Berlin. Liturgie: Bruder Franziskus. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche. Orgel: Martin Küster.
  • Donnerstag, 18. Juni 2020| 19:00 Uhr, „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“. Ort: Hohenkirchen/Friesland.
  • Abgesagt: Freitag, 17. Juli 2020 | 19:30 Uhr, Eröffnungsgottesdienst zum Lesbisch-schwulen Stadtfest 2020. Mit Pfarrer Burkhard Bornemann (Zwölf-Apostel-Gemeinde) u.a.. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche.
  • Donnerstag, 27. August 2020| 19:00 Uhr, „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“. Ort: Walter-Spitta-Haus, Lange Straße 60, 26434 Hooksiel.