Grußwort: Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler im Rogate-LGBTIQ*-Segensgottesdienst

Redebeitrag von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler anlässlich des Segensgottesdienstes in der Zwölf-Apostel-Kirche am 1. Oktober 2021:

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Tempelhof-Schöneberg (Foto: Photo Huber)

Liebe Gäste der ökumenischen Segensandacht, sehr geehrte Pfarrerin Trapp, sehr geehrter Pfarrer Bornemann, lieber Bruder Franziskus, ich freue mich, heute mit Ihnen gemeinsam die ökumenische Segensandacht zu erleben.

Schon seit vielen Jahren nehme ich am Eröffnungsgottesdienst für das Lesbisch-schwule Stadtfest teil, was leider ja auch dieses Jahr pandemiebedingt wieder abgesagt werden musste.
Am 27. Januar 2020 wurde in Deutschland der erste Fall einer Coronainfektion festgestellt. Die Corona-Pandemie nahm ihren Lauf und unser gesamtes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Es gibt viele Coronatote zu beklagen und das Ende der Pandemie ist leider auch noch nicht in Sicht. Ich hoffe sehr, dass sich immer mehr Menschen impfen lassen und wir vielleicht im Frühjahr 2022 wieder ein uneingeschränktes Leben führen können.

Wir haben in der Zeit der Pandemie viel Einsamkeit erleben müssen. Auch in den Kirchen waren keine Zusammenkünfte möglich, kein gemeinsames Singen hat stattgefunden. Begegnungsorte waren verschlossen und unser gesamtes soziales Leben kam zum Stillstand. So große Feste wie das Lesbisch-schwule Stadtfest waren da natürlich auch nicht möglich. Ich hoffe sehr, dass sich dies 2022 wieder ändert.

Die aktuelle Situation ist ja zum Glück so, dass vieles wieder möglich ist und so hat es dieses Jahr mehrere Veranstaltungen zum CSD geben können. Die Sichtbarkeit der LSBTI-Community ist wichtig, um zu zeigen: „Hallo, wir sind hier, wir sind bunt und wir fordern gleiche Rechte für Ungleiche. Und das immer wieder.“ Es ist erwiesen, dass die Sichtbarkeit queerer Menschen in der Öffentlichkeit, bei Veranstaltungen oder am Arbeitsplatz nachweislich eine akzeptanzerhöhende Wirkung hat.

Dies ist die eine Seite der Sichtbarkeit, die andere Seite ist auch die Gemeinsamkeit unter sich. Ich weiß, dass die Schließung queerer Clubs und Cafés von vielen als besonders schwer empfunden wurde. Denn sie sind die Rückzugs- und Feierorte der Community. Gerade auch für Menschen, die vor dem Coming-out stehen, sind sie wichtige Orte, um Kraft zu schöpfen.

Ich bin sehr froh, dass viele Begegnungsorte wieder offen haben und hoffe, dass sie die wirtschaftlichen Einbußen der Pandemie bewältigen können. Alle haben wir versucht, mit der Situation klarzukommen. Institutionen und Vereine haben Wege gesucht, um mit vielen kreativen Ideen Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen.
Hierzu gehören natürlich auch die Kirchen oder das Rogate-Kloster. Ich bin sehr froh, dass Sie sich für Vielfalt und Offenheit einsetzen. Und dies mit kontinuierlicher und vernetzender Arbeit. So zum Beispiel auch in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Mir ist es wichtig, dass sich Menschen aus der gesamten Gesellschaft für das queere Leben in unserer Stadt, in unserem Land einsetzen. Und zwar in ganz allgemeinen Lebenssituationen, aber eben auch in Notlagen. Jeder Mensch möchte ohne Angst und Anfeindung leben. Umso erschreckender ist es immer wieder, wenn sich Menschen über andere Menschen stellen. Sie verhöhnen und verletzen.
Die Häufung trans- und homophober Übergriffe in der letzten Zeit erschrecken mich zutiefst. Die Täter_innen sind gesellschaftlich zu ächten und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu verfolgen.

In der Pandemie hat sich gezeigt, wie solidarisch wir miteinander umgehen können. Es hat sich aber leider auch gezeigt, wie immanent Hass in unserer Gesellschaft vorhanden ist. Dies dürfen wir nicht zulassen, sondern müssen gemeinsam und auf allen Ebenen für ein lebenswertes Land für alle Menschen kämpfen.

Der heutige Segensgottesdienst wird uns hierfür Hoffnung und Zuversicht bringen.
Ein sich besinnen und innehalten ist immer wichtig, um Kraft für die Zukunft zu schöpfen. Trost und Beistand sind gut für die Seele.

Ich hoffe sehr, dass wir uns hier im nächsten Jahr wieder in großer Runde zusammenfinden werden, um gemeinsam den ökumenischen Festgottesdienst vor dem Lesbisch-schwulen Stadtfest feiern zu können.

Zum Abschluss noch ein Wunsch für alle – bleiben Sie gesund!


Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Gottesdienst: Willkommen zur Rogate-LGBTIQ*-Segensandacht am 1. Oktober

Rogate-Kloster: Freitag, 1. Oktober 2021 | 19:30 Uhr, Rogate-LGBTIQ*-Segensandacht in Berlin-Schöneberg

Nach 2020 fällt auch 2021 das Lesbisch-schwule Stadtfest Berlin und damit der traditionelle Eröffnungsgottesdienst des Rogate-Klosters in der Zwölf-Apostel-Kirche aus. Auf dem Weg zum nächsten Stadtfest 2022 feiert das Rogate-Kloster Sankt Michael am Freitag, 1. Oktober 2021 | 19:30 Uhr, eine Segensandacht für LGBTIQ*-Menschen und alle, die gern kommen möchten. 

Der Altar der Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg. (Bild: Rogate-Kloster)

Mitwirkende sind Pfarrer_in Anna Trapp, Evangelischer Pfarrsprengel Bad Wilsnack, Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Gemeinde, Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Tempelhof-Schöneberg, und Bruder Franziskus, Rogate-Kloster.

Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, Berlin-Schöneberg, An der Apostelkirche 1.

Herzlich willkommen!

Erreichbar ist die Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln: über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). Fahrrad- und PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße. Adresse: An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Meinung: Ein Blitzlicht zum CSD in Wilhelmshaven.

Am 4. September wird zum ersten Mal in Wilhelmshaven der Christopher Street Day begangen. Aus diesem Anlass wird am Vorabend, am Freitag, dem 3. September, ein Eröffnungsgottesdienst in der Lutherkirche gefeiert.

Die namengebende Christopher Street befindet sich im Ortsteil Greenwich Village in Manhattan, New York City. Dort begannen am 28. Juni 1969 die homosexuellen Menschen sich gegen die Praxis schikanöser Razzien zu wehren und somit begann gleichzeitig ein weltweiter Kampf gegen die Kriminalisierung und Ausgrenzung homosexueller Menschen.

Viel ist seitdem geschehen. Waren bis 1994 auch in Deutschland noch nach §175 StGB homosexuelle Handlungen unter Strafe gestellt, wird es heute gesellschaftlich akzeptiert, dass homosexuelle Menschen z.B. Erster Bürgermeister von Hamburg oder Oberkirchenrätin in Oldenburg werden.

Ein großer gesellschaftlicher, auch kirchlicher Wandlungsprozess hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, homosexuelle Menschen als das zu betrachten, was sie sind, ganz normale Mitmenschen mit Gaben, aber auch Fehlern und Schwächen wie sie nun einmal alle Menschen haben. Aber auch “ganz normale“ Menschen werden immer wieder ausgegrenzt, sobald sie sich in irgendeiner Weise vom Durchschnittsverhalten abheben. So gab es auch schon zur Zeit Jesu sogenannte „Randgruppen“. Jesus ging gezielt auf diese Menschen zu, seien es die damals verhassten Zöllner, Aussätzigen oder Ehebrecherinnnen und zog sich damit den Hass seiner Feinde zu.

Diese Provokationen waren allerdings ein Herzstück seiner Botschaft von der Liebe Gottes, die auch unter den Menschen gelten soll. Es liegt dem Geist des Evangeliums völlig fern, sich vorzustellen, Jesus hätte homosexuelle Menschen verdammt.

Es ist also gesamtgesellschaftlich ein großer Fortschritt in der Toleranz zu verzeichnen, doch die Geschichte und auch die aktuellen Beispiele etwa aus Belarus, Russland, China oder muslimischen „Gottesstaaten“ wie jetzt auch wieder Afghanistan (!) zeigen auf, wie brüchig dieser Fortschritt ist. Tendenzen selbst in EU-Staaten wie Ungarn oder Polen lassen aufhorchen. Freiheit und Toleranz sind Werte, die stets verteidigt werden müssen.

Dass diese Verteidigung auch auf fröhliche und friedlich-bunte Weise geschehen kann, zeigt der Christopher Street Day nun auch in Wilhelmshaven.

Ein Beitrag von Pastor Frank Moritz, Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bant, Wilhelmshaven

3. September 2021: Gottesdienst zur Eröffnung des CSD Wilhelmshaven

Wilhelmshaven feiert Anfang September seinen ersten Christopher-Street-Day (CSD Wilhelmshaven). Am Vorabend, Freitag, 3. September 2021 | 19:30 Uhr, lädt das Rogate-Kloster Sankt Michael zu einem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst in die Lutherkirche im Villenviertel der Nordseestadt.

Die Predigt hält Pastoralreferentin Daniela Surmann von der römisch-katholischen Sankt Willehad-Gemeinde. Landeskirchenmusikdirektorin Beate Besser aus Oldenburg gestaltet den Gottesdienst musikalisch. Der CSD-Schirmherr, Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist, spricht ein Grußwort. Bruder Franziskus vom Rogate-Kloster leitet die Liturgie. 

Ort: Lutherkirche, Brommystr. 71, 26384 Wilhelmshaven-Villenviertel.

Pressespiegel: „Kirchen feiern bei Christopher-Street-Day-Premiere im hohen Norden mit“

Kirche + Leben – Das katholische Online-Magazin

„Bruder Franziskus wandte sich an die evangelischen Gemeinden der Stadt und an die Gemeinde St. Willehad, ob sie sich beteiligen wollten. Von dort kam Zustimmung, nachdem die Gemeinderäte das Thema intensiv besprochen hatten. Sabine Fein berichtet aus dem Pfarreirat St. Willehad: „Wir waren uns alle einig. Wir wären als Kirche nicht glaubwürdig, wenn wir Barmherzigkeit predigen, aber zugleich Menschen unbarmherzig ausgrenzen wegen ihrer sexuellen Orientierung.“ Und: „Wir müssen Flagge zeigen, dass wir alle Menschen annehmen.“

Den Beitrag von Franz Josef Scheeben vom 16. August 2021 finden Sie hier.

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Herzlich willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Andachten und Gottesdiensten:

  • Dienstag, 24. August 2021 | 19:30 Uhr, ökumenischer SommerBibelAbend. Mit Pastoralreferentin Daniela Surmann (Sankt Willehad) und Br. Franziskus (Rogate). Ort: Lutherkirche, Brommystraße 71, 26384 Wilhelmshaven-Villenviertel.
  • Donnerstag, 26. August 2021 | 19:30 Uhr, Abendgebet. Orgel: Stadtkantor Markus Nitt. Lektorinnen: Heidrun Helbich (Ev.-luth. Thomaskirchengemeinde, Neuengroden) und N.N. Ort: Lutherkirche, Brommystraße 71, 26384 Wilhelmshaven-Villenviertel.
  • Donnerstag, 26. August 2021 | 20.15 Uhr, Demokratie-Reihe „Wen wähle ich?“ – Interview zur Bundestagswahl 2021 mit MdB Siemtje Möller (SPD). Ort: Lutherkirche, Brommystraße 71, 26384 Wilhelmshaven-Villenviertel.
  • Dienstag, 31. August 2021 | 19:30 Uhr, ökumenischer SommerBibelAbend. Mit Pastoralreferentin Daniela Surmann (Sankt Willehad) und Br. Franziskus (Rogate). Ort: Lutherkirche, Brommystraße 71, 26384 Wilhelmshaven-Villenviertel.
  • Freitag, 3. September 2021 | 19:30 Uhr, ökumenischer Gottesdienst zur Eröffnung des CSD Wilhelmshaven. Predigt: Pastoralreferentin Daniela Surmann, Sankt Willehad-Gemeinde. Musik: Landeskirchenmusikdirektorin Beate Besser, Oldenburg. Liturgie: Br. Franziskus. Grußwort: CSD-Schirmherr Oberbürgermeister Carsten Feist, Stadt Wilhelmshaven. Weitere Beteiligte: Pastorin Doris Möllenberg, Lutherkirchengemeinde. Ort: Lutherkirche, Brommystr. 71, 26384 Wilhelmshaven-Villenviertel.
  • Freitag, 1. Oktober 2021 | 19:30 Uhr, ökumenische Segensandacht (statt des geplanten Eröffnungsgottesdienst zum 28. lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin) Mit Pfarrer_in Anna Trapp, Evangelischer Pfarrsprengel Bad Wilsnack. Grußwort: Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Förderverein Rogate-Kloster: Henry Frömmichen zum Ehrenmitglied ernannt

Der Förderverein Rogate-Kloster Sankt Michael hat Henry Frömmichen zum Ehrenmitglied ernannt.

Henry Frömmichen (Bild: privat)

Vereinsvorsitzende Uta Willers-Urban: „Uns berührt und bewegt es sehr, wie er öffentlich und mit großem Engagement – trotz seiner Erfahrungen – für die Kirche eintritt und ihr treu bleibt. Dafür danken wir Ihm herzlich und wissen uns mit Ihm verbunden.“

Henry Frömmichen stammt aus Allmendingen am Fuße der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg. Schon als Kind begeisterete er sich für seinen christlichen Glauben und engagierte sich vielfältig vor Ort in seiner Kirchengemeinde. In früher Jugend hegte er bereits den Wunsch, katholischer Priester zu werden.

Selbst nachdem er sich im Alter von 16 Jahren persönlich zu seiner Homosexualität bekannte und er wusste, dass seine sexuelle Orientierung im offiziellen Widerspruch mit den Voraussetzungen für die Zulassung als Priesteramtskandidat stand, ließ er sich nicht beirren und folgte weiter seiner Berufung.

Im November 2020 wurde Frömmichen aus dem Priesterseminar entlassen, da er ein Selfie von sich und dem Hauptprotagonisten der schwulen Reality-Dating-Show „Prince Charming“ auf der sozialen Medienplattform Instagram veröffentlicht hatte.

Von Seiten der Seminarleitung wurde ihm vorgeworfen, sich mit homosexuellen Menschen zu solidarisieren und die Art und den Lebensstil von homosexuellen Menschen, wie es in der TV-Serie dargestellt wird, zu propagieren. Somit sei er als Priesterseminarist nicht mehr tragbar.

Henry Frömmichen lässt sich aufgrund dieser Ablehung nicht entmutigen und möchte sich „nun jetzt erst recht für eine römisch-katholische Kirche für ALLE Menschen“ einsetzen. Einen Austritt aus der Kirche lehnt er strikt ab.

Schatzmeisterin Andrea Fleischer: „Wir freuen uns, dass Herr Frömmichen, trotz bitterer Enttäuschungen und persönlich erfahrener Zurückweisung, dennoch als Christ lebendig Zeugnis gibt und aktives Glied der Kirche und ihrer Gemeinschaft bleibt. Wir sind fest überzeugt, dass es Menschen wie ihn braucht, um der Liebe Raum zu geben und eine Öffnung und ein Umdenken in der Kirche – hin zu mehr Offenheit und Akzeptanz – zu bewirken.“

Vereinsvorsitzende Willers-Urban ergänzt: „Unser Förderverein sieht in der Satzung Ehrenmitgliedschaften vor. Wir wollen Henry Frömmichen eine solche verleihen, um ein deutliches Zeichen der gebotenen Solidarität mit ihm zu senden. Wir möchten uns damit öffentlich an seine Seite stellen und seinen Einsatz für die Kirche und gegen Ausgrenzung von LGBTIQ würdigen und unterstützen.“

Der Beschluss zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft fasste der Vorstand des 2013 gegründeten Fördervereins einstimmig. Zur Vereinsleitung gehören die Vorsitzende Uta Willers-Urban, die 2. Vorsitzende Melanie Hochwald, Schatzmeisterin Andrea Fleischer und Bruder Franziskus als Vertreter des Klosters.

Feiertag: Heute ist IDAHOBIT.

Am 17. Mai dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) erinnern Menschen rund um den Erdball mit vielfältigen Aktionen an den 17.05.1990, der Tag, an dem Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Seitdem gilt sie offiziell nicht mehr als Krankheit. der 17. Mai erinnert auch an den §175, der Homosexualität in Deutschland unter Strafe stellte. Unzählige Menschen haben furchtbar darunter gelitten.

Das Rogate-Kloster hat sich seit Beginn seines Bestehens gegen IGBTIQ-Menschenfeindlichkeit eindeutig positioniert und eigene Aktivitäten entwickelt bzw. sich mit Andachten und Gedenkfeiern für die Opfer von Hasskriminalität daran beteiligt. Wir haben in der Kirche noch viel zu tum, damit es wirklich ein Ort der Akzeptanz der Liebenden wird.

Tag des Ehrenamtes: Verleihung der Berliner Ehrennadel an Br. Franziskus

Zum morgigen Tag des Ehrenamtes (5. Dezember), ist von der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales bekannt gegeben worden, dass Bruder Franziskus vom Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin mit der „Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement“ ausgezeichnet wird. 

Bundestagsabgeordneter Dr. Jan-Marco Luczak, Tempelhof-Schöneberg, hatte sich neben weiteren Persönlichkeiten aus Kirche, Wissenschaft und Politik für den Vorschlag zur Verleihung der Berliner Ehrennadel an Bruder Franziskus eingesetzt.

MdB Jan-Marco Luczak (Bild: Yves Sucksdorff)

„Ich gratuliere Bruder Franziskus sehr herzlich zur Verleihung der Berliner Ehrennadel. Die Auszeichnung ist hochverdient, Bruder Franziskus setzt sich seit vielen Jahren unermüdlich für notleidende Menschen, für Toleranz und Offenheit sowie interkulturelle Verständigung in unserer Stadt ein. 

In der Nachbarschaft in Schöneberg ist er tief verwurzelt und hat sich von Beginn an ganz besonders auch für die LGBTIQ-Community engagiert. Der von ihm ins Leben gerufene ökumenische Gottesdienst zum schwul-lesbischen Stadtfest ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Festprogramms geworden, der weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt ist und international Anerkennung findet. Auch zu den vielen fremdsprachigen Gemeinden in unserer Stadt pflegt Bruder Franziskus ein enges Verhältnis. Ihnen stand er insbesondere nach Katastrophen und Anschlägen seelsorgerisch zur Seite. 

Ich bin dankbar, dass es Menschen wie Bruder Franziskus in meinem Wahlkreis gibt. Mit seiner Arbeit und seinem Einsatz trägt er dazu bei, dass unserer Welt jeden Tag ein bisschen besser wird. Damit ist er ein leuchtendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement, ohne das unsere Gesellschaft so viel ärmer wäre. Die Verleihung der Berliner Ehrennadel an Bruder Franziskus habe ich gern unterstützt, sie ist ein besonders schönes Zeichen des Dankes und der Wertschätzung.“

Dr. Jan-Marco Luczak, Bundestagsabgeordneter, Tempelhof-Schöneberg

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Senator Klaus Lederer

Dr. Klaus Lederer (Foto: DiG/Trialon)

Es hätte so schön sein können. Wir hätten im Juli das 28. Lesbisch-schwule Stadtfest im Schöneberger Regenbogenkiez gefeiert, und schon zum zehnten Mal den ökumenischen Eröffnungsgottesdienst zu diesem Fest der Vielfalt. Verhindert wurde unser Zusammenkommen nicht von fundamentalistischen Feinden der Vielfalt – obwohl diese in den vergangenen zehn Jahren auch einiges versucht haben, um den Organisator*innen des Festgottesdienstes Knüppel zwischen die Beine zu werfen –, sondern von einer globalen Pandemie, die Hunderttausende Tote weltweit verursacht und unser soziales Leben radikal umgekrempelt hat. 

Dass in diesem Jahr Vieles anders ist, das klingt nach Monaten des Corona-Wahnsinns fast schon wie eine Worthülse. Aber es ist so – für alle ist eine völlig neue Situation entstanden.

Und immer gibt es die, die es besonders trifft: Gerade in der queeren Community sind die momentan geschlossenen Clubs und andere Kulturorte häufig weit mehr als „nur“ Freiräume.

Sie sind Orte des Austauschs, mehr noch als in der Mehrheitsgesellschaft, Orte der Begegnung und für viele – leider immer noch nötige – sichere Schutz- und Rückzugsorte.

Schutzräume, in denen die Akzeptanz und Toleranz da ist, die trotz aller über die Jahrzehnte erkämpften Rechte und Fortschritte längst nicht überall gegeben ist.

Dabei brauchen wir diese Schutzräume heute ganz besonders. Leider erleben wir in vielen Ländern der Welt, durchaus auch hierzulande, einen beunruhigenden Anstieg von Anfeindungen, Hass, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Unbedingt müssen wir daher wachsam bleiben gegenüber allen Tendenzen, die das Erreichte und mühsam Erkämpfte wieder zerstören wollen. Kämpfen wir weiter für unsere Rechte, für die Rechte aller!

Und feiern wir im Juli 2021, dann mit noch größerer Vorfreude als sonst, einen wunderbar bunten Stadtfest-Gottesdienst und ein vielfältiges, friedliches und solidarisches Motzstraßenfest in der Regenbogenstadt Berlin.

Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa, Berlin

Ein Ausschnitt aus dem Rogate-Eröffnungsgottesdienst 2011: