Grußwort: Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler im Rogate-LGBTIQ*-Segensgottesdienst

Redebeitrag von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler anlässlich des Segensgottesdienstes in der Zwölf-Apostel-Kirche am 1. Oktober 2021:

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Tempelhof-Schöneberg (Foto: Photo Huber)

Liebe Gäste der ökumenischen Segensandacht, sehr geehrte Pfarrerin Trapp, sehr geehrter Pfarrer Bornemann, lieber Bruder Franziskus, ich freue mich, heute mit Ihnen gemeinsam die ökumenische Segensandacht zu erleben.

Schon seit vielen Jahren nehme ich am Eröffnungsgottesdienst für das Lesbisch-schwule Stadtfest teil, was leider ja auch dieses Jahr pandemiebedingt wieder abgesagt werden musste.
Am 27. Januar 2020 wurde in Deutschland der erste Fall einer Coronainfektion festgestellt. Die Corona-Pandemie nahm ihren Lauf und unser gesamtes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Es gibt viele Coronatote zu beklagen und das Ende der Pandemie ist leider auch noch nicht in Sicht. Ich hoffe sehr, dass sich immer mehr Menschen impfen lassen und wir vielleicht im Frühjahr 2022 wieder ein uneingeschränktes Leben führen können.

Wir haben in der Zeit der Pandemie viel Einsamkeit erleben müssen. Auch in den Kirchen waren keine Zusammenkünfte möglich, kein gemeinsames Singen hat stattgefunden. Begegnungsorte waren verschlossen und unser gesamtes soziales Leben kam zum Stillstand. So große Feste wie das Lesbisch-schwule Stadtfest waren da natürlich auch nicht möglich. Ich hoffe sehr, dass sich dies 2022 wieder ändert.

Die aktuelle Situation ist ja zum Glück so, dass vieles wieder möglich ist und so hat es dieses Jahr mehrere Veranstaltungen zum CSD geben können. Die Sichtbarkeit der LSBTI-Community ist wichtig, um zu zeigen: „Hallo, wir sind hier, wir sind bunt und wir fordern gleiche Rechte für Ungleiche. Und das immer wieder.“ Es ist erwiesen, dass die Sichtbarkeit queerer Menschen in der Öffentlichkeit, bei Veranstaltungen oder am Arbeitsplatz nachweislich eine akzeptanzerhöhende Wirkung hat.

Dies ist die eine Seite der Sichtbarkeit, die andere Seite ist auch die Gemeinsamkeit unter sich. Ich weiß, dass die Schließung queerer Clubs und Cafés von vielen als besonders schwer empfunden wurde. Denn sie sind die Rückzugs- und Feierorte der Community. Gerade auch für Menschen, die vor dem Coming-out stehen, sind sie wichtige Orte, um Kraft zu schöpfen.

Ich bin sehr froh, dass viele Begegnungsorte wieder offen haben und hoffe, dass sie die wirtschaftlichen Einbußen der Pandemie bewältigen können. Alle haben wir versucht, mit der Situation klarzukommen. Institutionen und Vereine haben Wege gesucht, um mit vielen kreativen Ideen Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen.
Hierzu gehören natürlich auch die Kirchen oder das Rogate-Kloster. Ich bin sehr froh, dass Sie sich für Vielfalt und Offenheit einsetzen. Und dies mit kontinuierlicher und vernetzender Arbeit. So zum Beispiel auch in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Mir ist es wichtig, dass sich Menschen aus der gesamten Gesellschaft für das queere Leben in unserer Stadt, in unserem Land einsetzen. Und zwar in ganz allgemeinen Lebenssituationen, aber eben auch in Notlagen. Jeder Mensch möchte ohne Angst und Anfeindung leben. Umso erschreckender ist es immer wieder, wenn sich Menschen über andere Menschen stellen. Sie verhöhnen und verletzen.
Die Häufung trans- und homophober Übergriffe in der letzten Zeit erschrecken mich zutiefst. Die Täter_innen sind gesellschaftlich zu ächten und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu verfolgen.

In der Pandemie hat sich gezeigt, wie solidarisch wir miteinander umgehen können. Es hat sich aber leider auch gezeigt, wie immanent Hass in unserer Gesellschaft vorhanden ist. Dies dürfen wir nicht zulassen, sondern müssen gemeinsam und auf allen Ebenen für ein lebenswertes Land für alle Menschen kämpfen.

Der heutige Segensgottesdienst wird uns hierfür Hoffnung und Zuversicht bringen.
Ein sich besinnen und innehalten ist immer wichtig, um Kraft für die Zukunft zu schöpfen. Trost und Beistand sind gut für die Seele.

Ich hoffe sehr, dass wir uns hier im nächsten Jahr wieder in großer Runde zusammenfinden werden, um gemeinsam den ökumenischen Festgottesdienst vor dem Lesbisch-schwulen Stadtfest feiern zu können.

Zum Abschluss noch ein Wunsch für alle – bleiben Sie gesund!


Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin

3. September 2021: Gottesdienst zur Eröffnung des CSD Wilhelmshaven

Wilhelmshaven feiert Anfang September seinen ersten Christopher-Street-Day (CSD Wilhelmshaven). Am Vorabend, Freitag, 3. September 2021 | 19:30 Uhr, lädt das Rogate-Kloster Sankt Michael zu einem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst in die Lutherkirche im Villenviertel der Nordseestadt.

Die Predigt hält Pastoralreferentin Daniela Surmann von der römisch-katholischen Sankt Willehad-Gemeinde. Landeskirchenmusikdirektorin Beate Besser aus Oldenburg gestaltet den Gottesdienst musikalisch. Der CSD-Schirmherr, Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist, spricht ein Grußwort. Bruder Franziskus vom Rogate-Kloster leitet die Liturgie. 

Ort: Lutherkirche, Brommystr. 71, 26384 Wilhelmshaven-Villenviertel.

Rogate-Reihe „SommerBibelAbend“ in Wilhelmshaven

Während der Schulferien lädt das ökumenische Rogate-Kloster Sankt Michael zur Reihe „SommerBibelAbend“ in den Garten des Martin-Luther-Hauses in Wilhelmshaven ein. Am Dienstag, 27. Juli, startet die erste von sechs Veranstaltungen.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, Teilnehmende sollten Neugierde, eventuell eine eigene Bibel sowie Offenheit für andere Zugänge zu religiösen Texten mitbringen. Beginn ist jeweils um 19:30 Uhr in der Brommystraße 73 im Villenviertel. 

Pastoralreferentin Daniela Surmann (St. Willehad) und Bruder Franziskus (Rogate) leiten die Gesprächsrunden im Gemeindegarten neben der Lutherkirche. Die jeweilige Textauswahl für die Abende orientiert sich an den inhaltlichen Themen der evangelischen Gottesdienste der darauffolgenden Sonntage. 

Die Termine:

Fünf Fragen an: Dr. Marek Wede, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Fünf Fragen an Dr. Marek Wede, Pressesprecher im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, über den Unterschied von Künstler- und Ordensnamen, wer über die Eintragung in den Personalausweis entscheidet und die Nutzung von Gebrauchsnamen im Rechtsverkehr.

Rogate-Frage: Herr Dr. Wede, was sind aus Sicht Ihres Ministeriums „Ordensnamen“ und inwieweit unterscheiden Sie diese von „Künstlernamen“? 

Marek Wede: Unter einem Künstlernamen ist ein von einem bürgerlichen Namen mit hinreichender individueller Unterscheidungskraft abweichender Name zu verstehen, der in bestimmten Lebensbereichen in Zusammenhang mit einer künstlerischen oder freischaffenden Tätigkeit geführt wird und dadurch Verkehrsgeltung erlangt hat, sodass er anstelle des Namens die Identität und die Individualität der Person ausdrückt. 

Für die Eintragung eines Ordensnamens ist dagegen die Verleihung des Ordensnamens, die durch den Orden der jeweiligen Religionsgemeinschaft ausgestellt wird, erforderlich. Ordens- oder Künstlernamen sind jedenfalls dann im Reisepass einzutragen, wenn sie sich aus einem früheren Personalausweis, einem früheren Reisepass oder dem Melde-, Personalausweis- beziehungsweise Passregister ergeben. In Zweifelsfällen hat die antragstellende Person durch Vorlage geeigneter Unterlagen darzulegen, dass sie unter dem von ihr angegebenen Ordens- beziehungsweise Künstlernamen bekannt ist. 

Rogate-Frage: Warum gibt es zur Frage der Ordensnamen gesetzliche Bestimmungen? Welche Bedeutung gibt dadurch der Staat diesen religiösen Namen und deren Nutzung? 

Marek Wede: Das Pass- und Personalausweisgesetz regelt, welche Daten in die hoheitlichen Dokumente eingetragen werden dürfen. Grundsätzlich sind dies nur solche Daten, die für die Identifizierung einer Person erforderlich sind. Bestimmten Sonderkonstellationen, so etwa in bestimmten Fällen bei Künstler- oder Ordensnamen, kommen im Rechtsverkehr eine besondere Bedeutung zu, weshalb für diese eine Eintragung zugelassen wird. 

Rogate-Frage: Gibt es eine Schätzung oder ist bekannt, wie viele Ordensnamen bundesweit anerkannt und von den Meldebehörden eingetragen wurden? 

Marek Wede: Eine bundesweite Statistik, wie viele Ordensnamen in Pässe oder Personalausweise eingetragen wurden, liegt dem BMI nicht vor. 

Rogate-Frage: Wer entscheidet nach welchen Kriterien, ob ein Ordensname anerkannt und in amtliche Dokumente eingetragen werden darf? 

Marek Wede: Die Entscheidung über die Eintragung eines Ordensnamens trifft die örtlich zuständige Pass- oder Personalausweisbehörde unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Einzelfalls.  

Rogate-Frage: Welche Verpflichtungen gehen Träger:innen durch die Registrierung der Namen ein und welche Rechte sind damit für sie verbunden? Können beispielsweise Bankgeschäfte, Fahrkartenkäufe, Verträge und Führerscheinprüfungen mit dem Ordensnamen unterschrieben werden? 

Marek Wede: Durch die Eintragung eines Ordensnamen entstehen keine besonderen Pflichten aus dem Pass- oder Personalausweisgesetz. Grundsätzlich kennt das deutsche Namensrecht keine strikte Namensführungspflicht. Statt des Geburts- oder Familiennamens kann im allgemeinen Verkehr ein davon abweichender Gebrauchsname verwendet werden. Der Gebrauchsname wird im Rechtsverkehr anerkannt, der Träger kann auch mit diesem Namen unterzeichnen, wenn mit der Namensunterschrift die eindeutige Identifizierung der Person möglich ist.

Rogate: Vielen Dank, Herr Dr. Wede, für das Gespräch.

Weitere Interviews in der Reihe Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de.

Förderverein Rogate-Kloster: Henry Frömmichen zum Ehrenmitglied ernannt

Der Förderverein Rogate-Kloster Sankt Michael hat Henry Frömmichen zum Ehrenmitglied ernannt.

Henry Frömmichen (Bild: privat)

Vereinsvorsitzende Uta Willers-Urban: „Uns berührt und bewegt es sehr, wie er öffentlich und mit großem Engagement – trotz seiner Erfahrungen – für die Kirche eintritt und ihr treu bleibt. Dafür danken wir Ihm herzlich und wissen uns mit Ihm verbunden.“

Henry Frömmichen stammt aus Allmendingen am Fuße der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg. Schon als Kind begeisterete er sich für seinen christlichen Glauben und engagierte sich vielfältig vor Ort in seiner Kirchengemeinde. In früher Jugend hegte er bereits den Wunsch, katholischer Priester zu werden.

Selbst nachdem er sich im Alter von 16 Jahren persönlich zu seiner Homosexualität bekannte und er wusste, dass seine sexuelle Orientierung im offiziellen Widerspruch mit den Voraussetzungen für die Zulassung als Priesteramtskandidat stand, ließ er sich nicht beirren und folgte weiter seiner Berufung.

Im November 2020 wurde Frömmichen aus dem Priesterseminar entlassen, da er ein Selfie von sich und dem Hauptprotagonisten der schwulen Reality-Dating-Show „Prince Charming“ auf der sozialen Medienplattform Instagram veröffentlicht hatte.

Von Seiten der Seminarleitung wurde ihm vorgeworfen, sich mit homosexuellen Menschen zu solidarisieren und die Art und den Lebensstil von homosexuellen Menschen, wie es in der TV-Serie dargestellt wird, zu propagieren. Somit sei er als Priesterseminarist nicht mehr tragbar.

Henry Frömmichen lässt sich aufgrund dieser Ablehung nicht entmutigen und möchte sich „nun jetzt erst recht für eine römisch-katholische Kirche für ALLE Menschen“ einsetzen. Einen Austritt aus der Kirche lehnt er strikt ab.

Schatzmeisterin Andrea Fleischer: „Wir freuen uns, dass Herr Frömmichen, trotz bitterer Enttäuschungen und persönlich erfahrener Zurückweisung, dennoch als Christ lebendig Zeugnis gibt und aktives Glied der Kirche und ihrer Gemeinschaft bleibt. Wir sind fest überzeugt, dass es Menschen wie ihn braucht, um der Liebe Raum zu geben und eine Öffnung und ein Umdenken in der Kirche – hin zu mehr Offenheit und Akzeptanz – zu bewirken.“

Vereinsvorsitzende Willers-Urban ergänzt: „Unser Förderverein sieht in der Satzung Ehrenmitgliedschaften vor. Wir wollen Henry Frömmichen eine solche verleihen, um ein deutliches Zeichen der gebotenen Solidarität mit ihm zu senden. Wir möchten uns damit öffentlich an seine Seite stellen und seinen Einsatz für die Kirche und gegen Ausgrenzung von LGBTIQ würdigen und unterstützen.“

Der Beschluss zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft fasste der Vorstand des 2013 gegründeten Fördervereins einstimmig. Zur Vereinsleitung gehören die Vorsitzende Uta Willers-Urban, die 2. Vorsitzende Melanie Hochwald, Schatzmeisterin Andrea Fleischer und Bruder Franziskus als Vertreter des Klosters.

Andacht „Gebet für die Stadt – in der Coronakrise“ am 20. Mai

Zum „Gebet für die Stadt – in der Coronakrise“ am Donnerstag, 20. Mai, wird Oberbürgermeister Carsten Feist als Hauptredner erwartet. In der ökumenischen Andacht in der Sankt Willehad-Kirche wird er eine „Klage“ sprechen, die seine Sicht und Erfahrungen in der Zeit der Pandemie beinhaltet.

Es ist der achte Termin der Reihe, die die Situation verschiedener Bereiche gezielt in den Blick nimmt. Vertreter:innen der Wilhelmshavener Kultur, der Gastronomie, der ambulanten Pflege, der Hotellerie, des Einzelhandes, der Ärzteschaft und der Kindertagesstätten waren bislang Klagende.

Am Donnerstag vor Pfingsten endet das „Gebet für die Stadt“ dem Schwerpunkt der Auswirkungen der Coronazeit vorerst. Die Pfarrgemeinde Sankt Willehad und das Rogate-Kloster Sankt Michael hatten zu den besonderen Gebetsandachten eingeladen, die zeitgleich über den Youtube-Kanal der Gemeinde gestreamt werden. Liturgen sind Dechant Andreas Bolten und Bruder Franziskus. Beginn ist um 18:30 Uhr.

Termin: Donnerstag, 20. Mai 2021 | 18:30 Uhr, Gebet für die Stadt – in der Coronakrise: Mit Oberbürgermeister Carsten Feist, Stadt Wilhelmshaven. Orgel: Andreas Marth. Liturgie: Dechant Andreas Bolten und Br. Franziskus. Ort: Sankt Willehad-Kirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven. Hier der Link zum Livestream.

Herzlich willkommen zu unseren weiteren öffentlichen Andachten und Gottesdiensten:

  • Donnerstag, 27. Mai 2021 | 17:00 Uhr, Feierstunde Übergabe der „Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement“. Musik: Felicitas Eickelberg. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche.
  • Donnerstag, 27. Mai 2021 | 18:30 Uhr, Vesper (Abendgebet). Musik: Felicitas Eickelberg. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche.
  • Freitag, 3. September 2021 | 19:30 Uhr, Gebet für die Stadt – zur Eröffnung des CSD Wilhelmshaven. Musik: Landeskirchenmusikdirektorin Beate Besser, Oldenburg. Liturgie: N.N. und Br. Franziskus. Ort: Lutherkirche, Brommystr. 71, 26384 Wilhelmshaven-Villenviertel.
  • Freitag, 1. Oktober 2021 | 19:30 Uhr, „Wenn ich ein Engel wäre, dann….“, ökumenischer Eröffnungsgottesdienst zum 28. lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin. Predigt: Pfarrer_in Anna Trapp, Evangelischer Pfarrsprengel Bad Wilsnack. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, Berlin-Schöneberg.
  • Sonntag, 3. Oktober 2021 | 11:00 Uhr, Erntedank-Gottesdienst für Mensch und Tier zum Franziskusfest. Predigt: N.N.. Liturgie: Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Gemeinde, und Bruder Franziskus, Rogate-Kloster. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche Berlin-Schöneberg.

Feiertag: Heute ist IDAHOBIT.

Am 17. Mai dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) erinnern Menschen rund um den Erdball mit vielfältigen Aktionen an den 17.05.1990, der Tag, an dem Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Seitdem gilt sie offiziell nicht mehr als Krankheit. der 17. Mai erinnert auch an den §175, der Homosexualität in Deutschland unter Strafe stellte. Unzählige Menschen haben furchtbar darunter gelitten.

Das Rogate-Kloster hat sich seit Beginn seines Bestehens gegen IGBTIQ-Menschenfeindlichkeit eindeutig positioniert und eigene Aktivitäten entwickelt bzw. sich mit Andachten und Gedenkfeiern für die Opfer von Hasskriminalität daran beteiligt. Wir haben in der Kirche noch viel zu tum, damit es wirklich ein Ort der Akzeptanz der Liebenden wird.

Andacht „Gebet für die Stadt – in der Coronakrise“ an Himmelfahrt

Die Coronapandemie stellt in Folge mit Zunahme der Depressionen und Ängste, Einschränkungen der sozialen Kontakte, Vereinsamungen, Abstrichen und Testungen, Quarantäneanordnungen, Abstandsregelungen, ständig wechselnden Erlassen und Bestimmungen mit Verunsicherung der Bevölkerung, Impfpriorisierungen und -organisation eine hohe Herausforderung an das Gesundheitswesen und den Menschen dar.

Die Reihe „Gebet in der Stadt – in der Coronakrise“ nimmt an Himmelfahrt die medizinische Situation in Wilhelmshaven in den Blick. Klaus-Peter Schaps wird seine Eindrücke in Form einer Klage in der ökumenischen Andacht in der Sankt Willehad-Kirche, Bremer Str. 53, schildern.

Schaps, Facharzt für Innere Medizin, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Wilhelmshaven und Ärztlicher Leiter des Impfzentrums Wilhelmshaven, ist seit 2004 in hausärztlicher Praxis in Voslapp niedergelassen und versucht die komplexe und herausfordernde Situation aus ärztlicher Sicht darzustellen.

Die Liturgie gestalten Pastoralreferentin Daniela Surmann (Sankt Willehad) und Br. Franziskus (Rogate-Kloster). Die Andacht wird live auf dem Youtube-Kanal der St. Willehad-Gemeinde gestreamt.

Die Daten: Himmelfahrt, Donnerstag, 13. Mai 2021 | 18:30 Uhr, Gebet für die Stadt – in der Coronakrise. Mit Klaus-Peter W. Schaps, Facharzt für Innere Medizin. Liturgie: Pastoralreferentin Daniela Surmann und Br. Franziskus. Ort: Sankt Willehad-Kirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven. Hier der Link zum Livestream.

Der darauf folgende Termin des Gebets für die Stadt: Donnerstag, 20. Mai 2021 | 18:30 Uhr, Gebet für die Stadt – in der Coronakrise: Mit Oberbürgermeister Carsten Feist, Stadt Wilhelmshaven. Liturgie: Dechant Andreas Bolten und Br. Franziskus. Ort: Sankt Willehad-Kirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven. Hier der Link zum Livestream.

Andacht „Gebet für die Stadt – zum Gedenken an das Kriegsende in Wilhelmshaven“ am 6. Mai

Das „Gebet für die Stadt“ wird am Donnerstag, 6. Mai 2021, das Kriegsende 1945 in Wilhelmshaven zum zentralen Inhalt haben. Beginn ist 18:30 Uhr in der Sankt Willehad-Kirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven.

Die Kapitulation wurde in Wilhelmshaven bereits am 6. Mai 1945, zwei Tage vor der allgemeinen Kapitulation Deutschlands, unterschrieben.

Liturgen sind Dechant Andreas Bolten, Bruder Franziskus sowie Pastor Frank Moritz, der zugleich den „Arbeitskreis Historisches Gedenken“ vertritt. Oberbürgermeister Carsten Feist wird in der Andacht sprechen.

Wir gedenken des Kriegsendes in Wilhelmshaven vor 76 Jahren. Aus diesem Anlass möchte ich die solidarischen Grüße des Arbeitskreises Historisches Gedenken übermitteln. Diesem Arbeitskreis gehören unter dem Dach des Kulturbüros der Stadt Wilhelmshaven Vertreter*innen der evangelischen und katholischen Kirche, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Volkshochschule, des Stadtarchivs, sowie der Museen und Kultureinrichtungen unserer Stadt an.

Solidarität tut not in diesen Zeiten, in denen wir uns darauf besinnen, wie unverzichtbar die Demokratie ist, die uns allen ein Leben in Freiheit gewährt. Wir haben im Arbeitskreis seit vielen Jahren dafür Sorge getragen, dass dieser besondere Tag öffentlich bewusst gemacht wird. Der 6. Mai 1945, der dieser zerstörten Stadt endlich den Frieden brachte, bedeutete einen Neuanfang, eine große Chance.

Dieser Tag bedeutete aber auch den entsetzlichen Endpunkt eines unvorstellbaren menschenfeindlichen Größenwahns. Der verbrecherische Wahnsinn des Nationalsozialismus hatte geistige Vorläufer in den Verschwörungstheorien.

Ich empfinde es persönlich als äußerst beunruhigend, dass dieses alte Gift seine Wirkung auch in unseren Tagen entfaltet. Scheinbar einfache Antworten in einer komplizierten und globalisierten Welt üben eine große Anziehungskraft aus. Die sogenannte „Querdenkerbewegung“, die sich in keinster Weise gegen Rechtsextreme oder Reichsbürger abgrenzt, speist sich auch aus solchen Quellen und äußert sich in einer Grundskepsis gegenüber unserem demokratischen Staatswesen, der sogenannten„Coronadiktatur“.

Wer aber unterstellt, finstere Mächte hätten sich verschworen, entwickelt bald auch Aggressionen nicht nur gegen die öffentlichen Medien. Die Angriffe auf Vertreter*innen unseres demokratischen Staatswesens, die Todeslisten, sind Warnzeichen, die wir äußerst ernst nehmen müssen. Der Mord an Walter Lübcke ist ein erschütterndes Beispiel unserer Tage, wie aus krudem Denken furchtbares Handeln wird. Die Weimarer Demokratie scheiterte daran, dass zu wenige Menschen mit ihr solidarisch waren. Das darf sich so nicht wiederholen.

Der 6. Mai 1945 mahnt uns, dass wir zu viel zu verlieren haben. So verstehe ich unsere Andacht für die Stadt als einen solidarischen Appell an unseren Verstand und an unser Herz. Dass Menschen gleich welchen Glaubens, welcher Weltanschauung, welcher Herkunft oder Hautfarbe solidarisch zusammenstehen in dem festen Willen, dass sich solch ein Tag nie wiederholen darf.

Pastor Frank Moritz, Arbeitskreis Historisches Gedenken, Wilhelmshaven

Die Daten: Donnerstag, 6. Mai 2021 | 18:30 Uhr, Gebet für die Stadt – zum Gedenken an das Kriegsende in Wilhelmshaven. Mit Oberbürgermeister Carsten Feist, Stadt Wilhelmshaven. Liturgie: Dechant Andreas Bolten, Pastor Frank Moritz und Br. Franziskus. Ort: Sankt Willehad-Kirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven. Hier geht es zur Live-Übertragung der Andacht.

Die Übertragung per Livestream ist hier zu sehen:

Die nächsten Rogate-Andachten:

Andacht „Gebet für die Stadt – in der Coronakrise“ am 29. April

Die Kulturbranche ist seit März 2020 mit Museen-, Theater- und Konzerthausschließungen sehr stark von der Corona-Pandemie betroffen. Dabei ist vor allem – und trotz aller staatlichen Hilfsmaßnahmen – die Existenz freiberuflicher Künstler*innen, Schauspieler*innen und Musiker*innen bedroht. Aber auch die Gesellschaft vermisst kulturellen Input, der nicht nur über Bildschirme, sondern physisch vermittelt wird und sich besonders aus der persönlichen Begegnung von Kunst und Publikum speist.

Die Reihe „Gebet in der Stadt – in der Coronakrise“ nimmt am Donnerstag die Situation der Kultur in Wilhelmshaven in den Blick. Petra Stegmann wird ihre Eindrücke in Form einer Klage in der ökumenischen Andacht in der Sankt Willehadkirche, Bremer Str. 53, schildern. Stegmann leitet seit Ende 2018 die Kunsthalle Wilhelmshaven. Zuvor war die gebürtige Bremerin und studierte Kunsthistorikerin als freie Kuratorin in Berlin, Potsdam, im Baltikum und Skandinavien tätig.

Die Liturgie gestalten Pastoralreferentin Daniela Surmann (Sankt Willehad) und Br. Franziskus (Rogate-Kloster). Die Andacht wird live auf dem Youtube-Kanal der St. Willehad-Gemeinde gestreamt.

Die Daten: Donnerstag, 29. April 2021 | 18:30 Uhr, Gebet für die Stadt – in der Coronakrise: Die Situation der Kultur in Wilhelmshaven. Mit Petra Stegmann, Kunsthalle Wilhelmshaven. Musik: Florian Bargen Liturgie: Pastoralreferentin Daniela Surmann und Br. Franziskus. Ort: Sankt Willehad-Kirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven. Hier gehts zum Livestream der Andacht.

Die folgenden Termine des Gebets für die Stadt sind: