Fünf Fragen an: Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin

Fünf Freitagsfragen an Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, über Kinder in Regenbogenfamilien, die Gleichheit vor dem Gesetz und die geplante Rehabilitierung von Opfern der Nachkriegs-Schwulenverfolgung.

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Brigitte Zypries (Foto: Studio Kohlmeier)

Brigitte Zypries ist die direkt gewählte SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Darmstadt-Dieburg (WK 186). Sie ist in Kassel geboren und aufgewachsen, studierte in Gießen Jura und arbeitete u.a. beim Bundesverfassungsgericht drei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Unter der Regierung Gerhard Schröders und Angela Merkels war sie von Oktober 2002 bis Oktober 2009 Bundesministerin der Justiz.

Rogate-Frage: Frau Staatssekretärin Zypries, Sie haben sich bereits als Bundesministerin für Justiz mit der Situation von Regenbogenfamilien beschäftigt. Warum?

Brigitte Zypries: Ich trete für Gleichheit vor dem Gesetz und durch das Gesetz ein. Für den Gesetzgeber gibt es keinen Grund, homosexuelle Lebenspartner und heterosexuelle Beziehungen unterschiedlich zu behandeln.

Rogate-Frage: 2009 gaben Sie die Untersuchung „Die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ in Auftrag. Was ist – kurz gefasst – dabei rausgekommen?

Brigitte Zypries: Ich wollte – wissenschaftlich belegt – der Meinung entgegentreten, dass Lesben und Schwule Kinder nicht so gut erziehen könnten wie heterosexuelle Väter und Mütter. Die Studie hat bewiesen: Kinder, die von gleichgeschlechtlichen Paaren aufgezogen werden, entwickeln sich genauso gut wie Kinder von heterosexuellen Paaren. Denn Kinder brauchen vor allem Eltern, die sie lieben und die sich um sie kümmern. Das können gleichgeschlechtliche Paare genauso gut oder schlecht wie andere auch. Ich sage:  Familie ist dort, wo Kinder sind.

Rogate-Frage: Was brauchen Regenbogenfamilien rechtlich, sozial, gesellschaftlich, um ein guter Ort für Kinder zu sein?

Brigitte Zypries: Rechtlich benötigen Regenbogenfamilien vor allem die echte Gleichstellung mit anderen Familien. Deshalb sollten gleichgeschlechtliche Partnerschaften auch den Schutz des Artikels 6 des Grundgesetzes genießen. Beide Partner sollten Kinder adoptieren dürfen. Steuerrechtlich sollte kein Unterschied zwischen heterosexuellen und homosexuellen Eltern gemacht werden.

Sozial brauchen Kinder auch bei Regenbogenfamilien das, was alle Kinder brauche: Liebe, Fürsorge, Geborgenheit und Vertrauen.

Für die gesellschaftliche Anerkennung der Kinder aus Regenbogenfamilien ist es wichtig, dass es im Alltag keine Diskriminierung gibt.

Und natürlich stehen diese Familien vor genau den gleichen Herausforderungen wie andere: Sie brauchen gute Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten mit Zeit für die Familie, Chancen auf Bildung für ihre Kinder et cetera.

Rogate-Frage: Nach dem Anschlag von Orlando ist in den Medien neu die Situation und Lebenslage von LGBTIQ in Deutschland als Thema aufgetaucht. Organisationen kritisieren Diskriminierungen, Benachteiligungen und Gewalterfahrungen auch hierzulande. Was muss passieren, um Verbesserungen und gleiche Rechte zu erreichen?

Brigitte Zypries: Wir müssen (leider) immer wieder auf die Rechte von Homosexuellen aufmerksam machen und sie auch verteidigen. Veranstaltungen wie der „Christopher Street Day“ helfen, die Öffentlichkeit für die Benachteiligungen zu sensibilisieren, ein breiteres Interesse zu wecken und Initiativen für Gesetzesänderungen zu fördern. Gleiche Rechte kann man nur mit Hilfe von gesetzlichen Änderungen erreichen – die Politik muss die rechtliche Gleichstellung vollenden.

Rogate-Frage: Papst Franziskus sagte jüngst: „Ich glaube, die Kirche sollte die Homosexuellen um Entschuldigung bitten, wie sie behandelt worden sind..“ Ist so eine Entschuldigung auch von Seiten des Staates denkbar und sinnvoll?

Brigitte Zypries: Erstmal finde ich es gut, dass Papst Franziskus das gesagt hat. Auch der Staat hat Homosexuelle früher kriminalisiert – bis 1994 war männliche Homosexualität unter Strafe gestellt. Dafür haben sich staatliche Stellen schon entschuldigt.

Jetzt gibt es einen Gesetzentwurf des Bundesjustizministers zur Rehabilitierung von Opfern der Nachkriegs-Schwulenverfolgung. Nach wie vor bestehen zehntausende Verurteilungen nach Paragraf 175 weiter und die Betroffenen müssen bis heute mit diesem Strafmakel leben. Das werden wir ändern.

Rogate: Vielen Dank, Frau Staatssekretärin Zypries, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • st-michaelis-donnerstag-29-september-2016St. Michaelis, Donnerstag, 29. September 2016 | 19:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie, mit der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin
  • Montag, 3. Oktober 2016 | 15:00 Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier. Predigt: Pfarrerin Andrea Richter
  • Sonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Gottesdienst mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde
  • Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche

Fünf Fragen an: Dr. Jens-Martin Kruse, ev.-luth. Pfarrer in Rom

Fünf Freitagsfragen an Dr. Jens-Martin Kruse, Pfarrer der Evang.-luth. Christuskirche in Rom, über eine unverzagte Einladung an Papst Franziskus, die Reaktion des Vatikans und die Ökumene in Rom.

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Pfarrer Jens-Martin Kruse (Bild: privat)

Dr. Jens-Martin Kruse stammt aus Hamburg. Dort und in Wien studierte er evangelische Theologie. Seine Doktorarbeit schrieb er über die Anfänge der Reformation in Wittenberg. Seit 2008 Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Rom. In besonderer Weise engagiert er sich für die Ökumene und bringt die Stimme der evangelisch-lutherischen Kirche in den ökumenischen Dialog in Rom ein.

Rogate-Frage: Herr Pfarrer Kruse, wie sind Sie auf die Idee gekommen, den Papst einzuladen?

Jens-Martin Kruse: Es gibt in unserer Gemeinde in Rom schon eine gewisse Tradition von Begegnungen mit den Päpsten. Im Lutherjahr 1983 war Papst Johannes Paul II. bei uns zu Gast und im Jahr 2010 habe ich bereits mit Papst Benedikt XVI. in der Christuskirche einen evangelischen Gottesdienst gefeiert.

Zu Papst Franziskus gibt es vom Beginn seines Pontifikats an eine besondere Beziehung und Nähe, die vor allem in seiner Verkündigung des Evangeliums begründet ist. Gleich am Tag nach seiner Einführung war ich zu einer ersten Begegnung eingeladen. Der konkrete Anknüpfungspunkt für eine Einladung an Papst Franziskus in unsere Christuskirche war für mich die Predigt, die er bei dem ökumenischen Gottesdienst mit dem ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. in der Grabeskirche zu Jerusalem am 25. Mai 2014 gehalten hat. In dieser Predigt hat Papst Franziskus gesagt: „Wir müssen glauben, dass ebenso, wie der Stein vom Grab weggewälzt worden ist, auch alle Hindernisse ausgeräumt werden können, die der vollen Gemeinschaft zwischen uns noch im Wege stehen.“ Diese im Glauben an die Auferstehung Jesu begründete Hoffnung, dass die Einheit der Christenheit möglich ist, hat mich sehr berührt und ich habe daraufhin dem Papst einen Brief geschrieben und ihn eingeladen, mit unserer lutherischen Gemeinde gemeinsam einen Schritt in dieser Richtung weiterzugehen.

Rogate-Frage: Was passierte nach der Einladung?

Jens-Martin Kruse: Nur wenige Wochen später erhielt ich einen Anruf aus dem Vatikan und man teilte mir mit, dass Papst Franziskus unsere Kirche sehr gern besuchen wolle und wir einen passenden Termin dafür finden werden. Der große Vorteil in Rom besteht darin, dass viele Kirchenleute sich kennen und die Wege sehr kurz sind. Schon vom Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 her bin ich mit vielen Mitarbeitern im Päpstlichen Haus bekannt. Über die Jahre ist da viel Vertrauen gewachsen und die Vorbereitung des Besuches von Papst Franziskus lief sehr unkompliziert, konstruktiv und verlässlich. Die schwierigste Aufgabe bestand darin, dass wir für diese Begegnung ein völlig neues Format entwickeln musste. Papst Franziskus möchte vor allem Menschen aus der Gemeinde begegnen und sie kennenlernen. Während man bei den Besuchen von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gemeinsam nach der lutherischen Tradition Gottesdienst gefeiert hat, bestand die Begegnung mit Papst Franziskus aus Dialog und Abendgebet. Das ist ein entscheidendes Novum. Erstmals in der Geschichte der Ökumene fand im Rahmen einer solchen Begegnung ein echter Dialog statt. Drei Fragen wurden dem Papst von Gemeindemitgliedern gestellt, auf die er dann im Gespräch geantwortet hat. Daran anschließend haben wir dann ein Abendgebet gefeiert, bei dem Papst Franziskus über das Tages-Evangelium (Matthäus 25) gepredigt hat.

Rogate-Frage: Wie ist es, mit Papst Franziskus Gottesdienst zu feiern?

Jens-Martin Kruse: Es ist einfach wunderbar, Papst Franziskus zu begegnen, mit ihm Gottesdienst zu feiern, seine Auslegung des Evangeliums zu hören und zu erleben, wie er warmherzig, offen und interessiert auf Menschen zugeht. Beim Betreten unserer Christuskirche. am 15. November 2015, wurde er mit viel Applaus, herzlich, fröhlich und begeistert von den Gemeindemitgliedern begrüßt und er hat mit der derselben Herzlichkeit und Nähe, die er erfahren hat, geantwortet. Papst Franziskus macht es einem sehr leicht, ihm zu begegnen. Er ist offen, zugewandt und humorvoll. Er hat mich als seinen „fratello pastore“ angesprochen und von Anfang an haben wir gut miteinander agiert. Papst Franziskus versteht es einfach, Menschen anzusprechen und sie für das Evangelium zu interessieren. Der Besuch in der Christuskirche hat ihm sichtbar Freude bereitet. Er hat mit der Gemeinde gescherzt und es durfte gelacht werden. Und zugleich hat Papst Franziskus sehr ernsthaft und tiefgehend auf die Fragen geantwortet und in seiner Predigt die Rede Jesu vom Weltgericht auf die Situation der Ökumene hin ausgelegt.

Am Ende der Begegnung haben wir Gastgeschenke ausgetauscht. Von uns bekam der Papst ein Plakat, das die Kindergottesdienstkinder gestaltet hatten, einen Adventskranz und ein Mittagessen für bedürftige Menschen geschenkt. Uns hat Papst Franziskus einen Abendmahlskelch samt Patene für die Hostien geschenkt. Das ist ein sehr ausdrucksstarke Zeichen für unsere Hoffnung, dass eine gemeinsame Abendmahlsfeier möglich sein kann. Der Papst überreicht dieses Geschenk, wie ich hinterher erfahren habe, immer dem Ortsbischof, wenn er eine andere Diözese besucht. Damit bekommt das Geschenk noch eine weitere Bedeutungsebene und zeigt uns, dass der Papst unsere lutherische Gemeinde wirklich ernst nimmt.

Rogate-Frage: Welche Aussagen sind für Sie wichtig gewesen?

Jens-Martin Kruse: Die Ernsthaftigkeit mit der Papst Franziskus auf die Fragen der Gemeindemitglieder antwortete hat mich ebenso berühret wie der inhaltliche Gehalt seiner Antworten. Zwei Aussagen des Papstes sind für mich von besonderer Bedeutung: Zum einen hat Papst Franziskus darauf hingewiesen, dass alle Christen durch die Taufe zum Leib Christi gehören. Wenn man dies ernst nimmt, dann könne hier eine Möglichkeit liegen, dass Abendmahl bereits auf dem Weg zur Kirchengemeinschaft und nicht erst bei ihrem Erreichen gemeinsam zu feiern. Und zum anderen hat Papst Franziskus gesagt, dass jetzt die Zeit der versöhnten Verschiedenheit sei und wir mutig auf diesem Weg vorangehen sollen. Durch die Begegnung mit Papst Franziskus in unserer Christuskirche fühle ich mich sehr reich beschenkt und gestärkt, auf dem Weg zur sichtbaren Einheit der Christenheit unbekümmert weiterzugehen. Dabei ist Papst Franziskus für mich aufgrund der Art und Weise, wie er sein Papstamt vom Dienst eines Hirten her versieht, eine der großen Gestalten des christlichen Glaubens in unserer Zeit, und ich bin sehr dankbar, dass ich hier in Rom seinen Weg aus der Nähe beobachten und begleiten kann.

Rogate-Frage: Wie funktioniert die Ökumene in Rom?

Jens-Martin Kruse: Die Ökumene in Rom ist lebendig, international und innovativ. Vieles funktioniert viel einfacher und unkomplizierter als man das von außen her vermutet. Es sind vor allem drei Faktoren, die zu dieser wunderbaren Ökumene in Rom beitragen. Erstens sind alle christlichen Kirchen mit eigenen Gemeinden in Rom vertreten: Anglikaner, Methodisten, Orthodoxe, Lutheraner, Armenier, Kopten, Baptisten und natürlich die vielen ganz unterschiedlichen römisch-katholischen Kirchengemeinden, Einrichtungen und Bewegungen – von den Pfarrgemeinden über die geistlichen Bewegungen wie die Fokulare oder die Comunità Sant’Egidio, die päpstlichen Universitäten der Jesuiten, Benediktiner und Franziskaner bis hin zum Vatikan.

Zweitens leben, gestalten und feiern wir in der römischen Ökumene, was gegenwärtig an Gemeinschaft zwischen den Kirchen möglich ist und erfahren dabei immer wieder, wie nah wir uns als Kirchen bereits sind und wie bereichernd die ökumenischen Begegnungen für alle Christen sind. Drittens macht die Ökumene in Rom gegenwärtig besonders viel Freude, und das hat natürlich mit Papst Franziskus zu tun. Innerhalb kurzer Zeit ist er selber zu einem der entscheidenden Akteure und Impulsgeber der Ökumene geworden. Mit seinem eigenen Handeln zeigt Papst Franziskus, dass es für uns Christen keinen Grund für „ökumenische Zaudereien“ gibt. Vielmehr gilt es auf dem Weg zur sichtbaren Einheit der Christenheit mutig voranzugehen. So leben, gestalten und feiern wir die Ökumene in Rom mit einer Portion Unbekümmertheit, voller Gottvertrauen und gegenwärtig mit viel Rückenwind aus dem Vatikan.

Rogate: Vielen Dank, Herr Pfarrer Kruse, für das Gespräch!

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Sonntag, 4. September 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum Diakonie-Sonntag „Barmherzigkeit: Größer als unser Herz“, am 16. Sonntag nach Trinitatis, mit einer Ausstellungseröffnung
  • Montag, 3. Oktober 2016 | 15:00 Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier. Predigt von Pfarrerin Andrea Richter.
  • Sonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Gottesdienst mit Bischof Dr. Rogate Kl_Aushang_Eucharistie Allerheiligen_090316 KopieMatthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde
  • Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche

Fünf Fragen an: Wolfgang Kessler, Chefredakteur „Publik-Forum“

Fünf Freitagsfragen an Wolfgang Kessler, Chefredakteur „Publik-Forum“, über Barmherzigkeit in der Kirche, das mediale Streiten für eine bessere Welt und den Zustand kirchlicher Publizistik.

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Wolfgang Kessler (Bild: Publik Forum)

Wolfgang Kessler, geboren 1953, ist Publizist, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Er studierte in Konstanz, Bristol und an der London School of Economics. Die Promotion erfolgte 1982 an der Universität Konstanz. Nach einer kurzen wissenschaftlichen Tätigkeit im Rahmen des Internationalen Währungsfonds (1982/83) ist Kessler seit 1983 als Journalist tätig. Er betrieb zunächst ein eigenes Pressebüro für verschiedene Tageszeitungen und Rundfunkanstalten. Im Jahre 1991 wechselte er zu „Publik-Forum“ als Ressortleiter für Politik und Gesellschaft. Seit 1999 ist er Chefredakteur. Kessler beschäftigt sich in zahlreichen Büchern mit Wegen zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft auf ethischer Grundlage.

Rogate-Frage: Herr Dr. Kessler, was ist „Publik-Forum“ und wie ist Ihr Magazin entstanden?

Wolfgang Kessler: Es ist das Produkt einer Revolte. Von 1968 bis Anfang 1972 gaben die Bischöfe eine liberale katholische Wochenzeitung namens „Publik“ heraus. Sie wurde Ende 1971 von den Bischöfen eingestellt, weil sie ihnen zu liberal, zu kritisch geworden war. Darauf wandten sich aktive Leserinnen und Leser zusammen mit dem Redakteur Harald Pawlowski an die Abonnenten mit der Frage, ob sie eine Zeitung ohne die Bischöfe machen wollten, eine christliche Zeitung von unten. 6.500 Leser abonnierten das neue Blatt. Im Januar 1972 erschien die erste Ausgabe mit zwölf Seiten. Von der Öffentlichkeit schnell totgesagt, erscheinen wir inzwischen seit 44 Jahren alle zwei Wochen mit 64 Seiten. Publik-Forum ist eine der wenigen Zeitschriften, die in erster Linie von ihren Lesern und nicht von Banken, Großverlagen, Bischöfen oder der Werbeindustrie finanziert wird. Auf dieser Basis können wir über alle politischen, sozialen, religiösen, kirchlichen und kulturellen Entwicklungen völlig unabhängig von finanziellen und politischen Einflüssen mächtiger Interessen berichten. Und das tun wir auf christlichem Hintergrund.

Rogate-Frage: Unter „kritisch, christlich, unabhängig“ können viele Themen Eingang finden, doch welche Schwerpunkte setzen Sie redaktionell?

Wolfgang Kessler: Wir scheuen uns nicht zu sagen, dass unsere Zeitschrift für eine bessere Welt streitet. Deshalb berichten wir über Themen, die unter engagierten und diskussionsbereiten Christen besonders wichtig sind: Im politischen Bereich gruppieren sich diese Fragen um die Themen Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und Menschenrechte. Im Bereich von Religion und Kirchen diskutieren wir über die Verhältnisse in den Kirchen, in Religionsgemeinschaften und befassen uns und mit der gesamten Debatte in den Religionen, auch theologische Grundfragen diskutieren wir kritisch. Dazu kommen spirituelle Fragen und vor allem Erzählungen von Aufbrüchen, Hoffnungen und vom Leben mutiger Menschen.

Rogate-Frage: Wer liest Publik Forum und woraus setzt sich die Leserschaft zusammen?

Wolfgang Kessler: Knapp 60 Prozent unserer Leserinnen und Leser sind Katholiken, knapp 40 Prozent Protestanten, die übrigen gehören anderen Religionen an oder sind konfessionslos. In der Mehrzahl sind es Leute, die aus dem christlichen Glauben die Kraft schöpfen, um sich für eine bessere Welt zu engagieren. Die meisten Leser bewegen sich im kirchlichen Umfeld, manche im engeren Kreis, manche in einem weiteren Kreis. Einige haben auch ein kritisches Verhältnis zu den Kirchen, leben aber weiterhin ihre christlichen Ideale.

Rogate-Frage: Wie stellt sich die christliche, kirchliche Publizistik im deutschsprachigen Raum aktuell dar und wie wird sie sich verändern?

Wolfgang Kessler: Man kann durchaus sagen, dass die offizielle kirchliche Publizistik am Boden liegt. Dabei arbeiten dort oft gute Journalisten. Allerdings scheuen immer mehr Menschen Zeitungen und Zeitschriften, die im Geruch der Verkündigung einer offiziellen Meinung stehen. Und das tun Kirchenzeitungen, auch wenn die Bischöfe nicht immer Einfluss nehmen. Bedenkt man noch, dass jüngere Leute sich von den Kirchen und von Printzeitungen gleichermaßen abwenden, dann wird die offizielle kirchliche Publizistik weiter schrumpfen. Überleben und gedeihen werden allenfalls Blätter für bestimmte Szenen oder für bestimmte Themenbereiche, die mit geringen Kosten gemacht werden können.

Rogate-Frage: Wie greifen Sie das von Papst Franziskus aufgerufene „Jahr der Barmherzigkeit“ auf?

Wolfgang Kessler: Wir begrüßen das Jahr der Barmherzigkeit, obwohl wir zum päpstlichen Begriff von Barmherzigkeit auch ein kritisches Verhältnis haben. Wenn es zum Beispiel eine Frage der Barmherzigkeit ist, ob Homosexuelle oder geschiedene Mitarbeiter im kirchlichen Dienst akzeptiert werden, dann setzt man die betroffenen Menschen der Willkür der Verantwortlichen aus. Für die Betroffenen ist ein Rechtsanspruch wichtiger als Barmherzigkeit. Dennoch ist der Begriff Barmherzigkeit in einer Welt wichtig, die immer unbarmherziger mit Flüchtlingen, mit Armen, mit Hungernden, mit sogenannten Außenseitern oder auch mit Tieren, überhaupt mit der Natur umgeht. Wir geben dem Begriff Barmherzigkeit deshalb eine politische Note. Wir fragen, wie politische und soziale Strukturen organisiert werden müssen, damit die Menschen Barmherzigkeit leben können. Denn wenn sie können, dann werden es viele auch tun.

Rogate: Vielen Dank, Herr Kessler, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

Fünf Fragen an: Pater Karl Hoffmann SDS, Salvatorianer

Fünf Freitagsfragen an Pater Karl Hoffmann SDS, Salvatorianer, über seine Berufung zum Priester, wie die Seele gesunden kann und die Barmherzigkeit im Glauben.

Pater Karl Hoffmann SDS im Rogate-Kloster (Bild: Rogate-Kloster)

Pater Karl Hoffmann wurde in Berlin 1940 geboren und ist in der zerstörten Heimatstadt zur Schule gegangen. Er absolvierte eine Ausbildung bei einer Bank in Berlin-Schöneberg. Danach trat er in die Ordensgemeinschaft der Salvatorianer ein. Es folgte ein Theologiestudium in Passau in Bayern, schließlich die Priesterweihe 1971. Als Seelsorger eingesetzt war er in Münster und anderen Niederlassungen der Salvatorianer. 2002 erfolgte die Rückkehr nach Berlin. Er ist tätig auf Bistumsebene als geistlicher Begleiter sowie in seinem Kloster in Berlin.

Rogate-Frage: Was hat Sie dazu bewogen Priester zu werden?

Karl Hoffmann: Das Motto des 78. Katholikentages 1958 in Berlin, an dem ich teilgenommen habe, hat mich sehr motiviert. Es lautete: Unsere Sorge der Mensch, Unser Heil der Herr. Dieses Motto hat mich bestärkt, Priester zu werden.

Rogate-Frage: Warum haben Sie sich für die „Gesellschaft des Göttlichen Heilandes“ als Ordensgemeinschaft entschieden?

Karl Hoffmann: Mir war es wichtig, in einer Gemeinschaft zu leben. Die Salvatorianer meiner Heimatgemeinde haben ein gutes Beispiel gegeben.

Rogate-Frage: Wie sieht die Ordensspiritualität der Salvatorianer konkret aus?

Karl Hoffmann: In einer unserer Ordensregeln heißt es: Wie unser Gründer, Pater Franziskus Jordan, suchen wir den Willen Gottes zu erfüllen, indem wir in der Treue zur Kirche leben und arbeiten und den Menschen dienen in Einfachheit und Bescheidenheit. Dadurch bezeugen wir der Welt die Güte und Liebe Gottes, unseres Heilandes.

Rogate-Frage: In der Liturgie sprechen wir ein Wort aus einem Dialog mit Jesus: „Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund!“ Was macht die Seele gesund?

Karl Hoffmann: Verlassen wir uns auf Jesus, der einmal die Worte sprach, die für uns sehr bedeutsam geworden sind: „Kommt alle zur mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Matthäus-Evangelium 11,28). Seine Nähe zu suchen sowie mit ihm im Gebet und Gespräch zu sein, stärkt unsere Seele, unsere Psyche.

Rogate-Frage: Papst Franziskus hat ein „Jahr der Barmherzigkeit“ für 2016 ausgerufen. Was ist Barmherzigkeit? Und wo kann die Kirche barmherzig sein?

Karl Hoffmann: Das Beispiel vom barmherzigen Samariter ist uns ein gutes Vorbild (Lukas-Evangelium 10,25-37). Das betont auch Papst Franziskus immer wieder und setzt auch Beispiele in seinem Handeln. In unserer Großstadt Berlin gibt es viele Schwierigkeiten und Nöte. Da sind wir alle gefragt in den Ordensgemeinschaften, in den Kirchengemeinden und jeder Einzelne von uns.

Rogate: Vielen Dank, Pater Hoffmann, für das Gespräch.

Weitere Informationen über den Orden hier: salvatorianer.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten:

  • Rogate Kl_Aushang_Kreuzweg_090316-2 KopieKarfreitag, 25. März 16 | 15:00 Uhr, Kreuzweg, Michaelskirche, Bessemer Straße 97/101, 12103 Berlin-Schöneberg, Bus 106 (Richtung Lindenhof)
  • Ostermontag, 28. März 16 | 11:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie, mit der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin, Zwölf-Apostel-Kirche, U Nollendorfplatz
  • Dienstag, 29. März 16 | 19:00 Uhr, Vesper, Zwölf-Apostel-Kirche

 

Fünf Fragen an: Frank Henkel, Senator für Inneres und Sport, Berlin

Fünf Freitagsfragen an Frank Henkel, Senator, über seine Spiritualität, seine Sicht auf das Kirchenasyl und die Bedeutung des „C“ im Namen seiner Partei.

Frank Henkel (Bildrechte: Tobias Schulte)Frank Henkel wurde am 16. November 1963 in Berlin geboren. Seit Dezember 2011 ist er Senator für Inneres und Sport und Bürgermeister von Berlin. Henkel ist zudem Landesvorsitzender der Hauptstadt-CDU und Vater eines zweijährigen Sohnes.

Rogate-Frage: Herr Senator Henkel, wie ist Ihr Verhältnis zur Kirche? Was schätzen Sie an Ihr?

Frank Henkel: Ich bin überzeugter katholischer Christ und verfolge die Entwicklungen und das Leben meiner Kirche mit großem Interesse. Nicht zuletzt durch den jetzigen Papst nehme ich eine Aufbruchsstimmung wahr, die deutlich macht, dass die Kirche Teil der Welt und kein weltfernes Konstrukt ist. Wenn es mir möglich ist, versuche ich, Gottesdienste zu besuchen. Das ist mir wichtig. Ich freue mich für jede und jeden, die einen solchen Anker haben – unabhängig von der Frage, ob oder welcher Kirche sie angehören.

Rogate-Frage: Zur Gesundheit gehört nach der WHO-Definition die Spiritualität. Wie würden Sie Ihre eigene persönliche Form beschreiben?

Frank Henkel: Ich versuche, so gut es geht auf mich zu achten. Als Politiker hat man es dabei nicht ganz so einfach. Ich habe einen sehr vollen Terminkalender und esse oft unregelmäßig. Vieles ist fremdbestimmt. Meine knapp bemessene Freizeit gehört der Familie. Ich bin Vater eines zweijährigen Sohnes und verbringe so viel Zeit wie nur möglich mit ihm. Wichtig ist ein angemessener Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben, der auch nicht immer gelingt. Ich schätze auch die Augenblicke, in denen ich allein bin und dann Zeit zum Nachdenken finde. In diesen Momenten versuche ich zur Ruhe zu kommen und auch mental aufzutanken.

Rogate-Frage: Wie erleben Sie kirchliches Engagement in Berlin und wo kommen Sie als Politiker damit in Berührung?

Frank Henkel: Die Berührungsmöglichkeiten mit Religionsgemeinschaften in unserer Stadt sind für mich vielfältig. Bei vielen Terminen und Begegnungen habe ich Kontakt zu den verschiedenen christlichen Kirchen, der jüdischen Gemeinde und Muslimen. Die katholische und evangelische Kirche erlebe ich sehr engagiert, etwa in sozial-caritativen Fragen. Ich denke auch an Krankenhäuser und Kindertagesstätten in kirchlicher Trägerschaft. Die konfessionellen Schulen gehören für mich und meine Partei unverzichtbar zum Bildungsangebot in unserer Stadt.

Rogate-Frage: Das Kirchenasyl hat eine lange Tradition und Bedeutung auch in unserer Zeit. Was denken Sie als Innensenator über diese besondere Form der Zuflucht?

Frank Henkel: Es stimmt, dass das Kirchenasyl eine lange Tradition hat und vor Willkür schützen soll. So konnten sich etwa Frauen vor Zwangsverheiratung schützen. In Deutschland wird das Kirchenasyl derzeit gelegentlich im Zusammenhang mit Flüchtlingen thematisiert. Der entscheidende Unterschied zu früheren Zeiten liegt darin, dass die Ausländerbehörden keine willkürlichen Entscheidungen treffen, sondern rechtlich begründete, gegen die wiederum der Rechtsweg offensteht. Es ist beileibe nicht so, dass ein Asylbewerber hilf- und rechtlos ein Verfahren über sich ergehen lassen muss. Hinzu kommt, dass über Härtefälle im Asylrecht auch eine besondere Kommission entscheidet. Ich denke also, dass die Instrumente abseits des Kirchenasyls ausreichend sind.

Rogate-Frage: Im vergangenen Europa-Wahlkampf sagte wieder mancher Kandidat: „Religion ist Privatsache“. Wie stehen Sie als Mitglied einer Partei mit dem „C“ im Namen zu dieser Aussage?

Frank Henkel: Der Glaube kann Maß und Richtschnur politischen Handelns sein. Ich verstehe das so, dass ich als Christ in dieser Welt stehe und in meinen politischen Ämtern für sie Verantwortung trage. Bei meiner Vereidigung zum Senator habe ich den Zusatz „so wahr mir Gott helfe“ verwandt. Ich habe meinen Glauben, aber auch ich bin mit meiner Gottsuche nicht am Ende. Papst Benedikt XVI hat auf die Frage, wie viele Wege es zu Gott gibt, geantwortet: so viele wie es Menschen gibt.

Rogate: Vielen Dank, Herr Senator Henkel, für das Gespräch!

Weitere Informationen: berlin.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg, Lageplan:

Zwischen dem 27. Dezember und dem 13. Januar 2015 halten wir eine gottesdienstliche Winterpause.

  • Dienstag, 13. Januar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 20. Januar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 27. Januar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 3. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 10. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Dienstag, 17. Februar 15 | 19:00 Uhr, Vesper, in der Kapelle der Kirche.
  • Unseren Aushang mit den Gottesdienstterminen im Januar finden Sie hier.

Seitenblick: Hirtenbrief von Erzbischof Woelki zum Papstbesuch.

„Der Besuch des Heiligen Vaters in Deutschland steht unter dem Leitwort: „Wo Gott ist, da ist Zukunft.“ Dieser Satz richtet das Augenmerk sowohl auf Gott wie auch auf die Zukunft der Menschen. Mehr noch: Er bekräftigt, dass beides identisch ist. Gott ist unsere Zukunft. Ohne Gott ist die Zukunft verstellt. Das gilt für den einzelnen Menschen: Wer nicht im Vertrauen auf Gott die Wechselfälle seines Lebens, besonders seine Schwäche und seine Bedrohung durch den Tod, annimmt und bejaht, der lebt in einer Bindung an das Heute, die der menschlich gewünschten Weite und inneren Freiheit ermangelt. „Wo Gott ist, da ist Zukunft“, das stimmt aber auch für das öffentliche Leben und das Gemeinwesen. Wenn Politik sich überschätzt und sich nicht zurückzunehmen weiß, um die gesellschaftlichen Kräfte zur Entfaltung kommen zu lassen, dann verstellt das die Zukunft. Wenn die Politik die Endlichkeit dieser Welt nicht anerkennt, ist sie auf dem besten Weg die Zukunft zu verwirken, statt sie zu befördern.“

Aus dem Hirtenbrief von Erzbischof Rainer Maria Woelki zum Besuch von Papst Benedikt in Deutschland.

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Postskriptum: Eine Auswahl von Rogate-Veranstaltungen in den nächsten Tagen.