Fünf Fragen an: Apl. Prof. Dr. Ursula Rudnick

Fünf Fragen an Apl. Prof. Dr. Ursula Rudnick, Beauftragte für Kirche und Judentum im Haus für kirchliche Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, über eine Religionen verbindende Kampagne der Kirchen, Gemeinsamkeiten von Pfingsten und Schwawout sowie Plakate, die ab sofort in vielen Schaukästen zu sehen sind.

Ursula Rudnick stammt aus Hannover und studierte Theologie und Judaistik in Göttingen, Tübingen, Jerusalem und New York, wo sie am Jewish Theological promovierte. Sie engagiert sich seit vielen Jahren im christlich-jüdischen Dialog.

Apl. Prof. Dr. Ursula Rudnick (Bild: privat)

Rogate-Frage: Frau Professorin Rudnick, unter dem Titel „#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst“ startet in diesem Monat eine Kampagne der katholischen und evangelischen Kirche. Was soll damit erreicht und welche Botschaften vermittelt werden?

Ursula Rudnick: Mit der Kampagne #jüdisch-beziehungsweise-christlich soll die Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum vergegenwärtigt werden. Die kurzen Texte auf den Monatsplakaten laden zum Nach-denken und Nach-fragen ein. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Ostern und Pessach? Wie wird Pessach gefeiert? Wichtig ist uns dabei, dass zum einen die engen Verbindungen wahrgenommen werden und zugleich respektvoll die „dignity of difference“, die Würde der Verschiedenheit, wie Rabbiner Jonathan Sacks sie nannte, gewahrt bleibt.

Rogate-Frage: Wie kam es zu der Idee und an welche Zielgruppe richtet sich das Projekt?

Ursula Rudnick: Die Idee dieser Share-Kampagne entstand in Berlin. Dann wurde sie an verschiedenen Orten, so auch in Niedersachsen aufgegriffen und weiterentwickelt. Daher ist die Kampagne jetzt eine ökumenische Kampagne, die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) unterstützt wird. In Niedersachsen ist auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACKN) dabei. Die Plakate sind in Schaukästen von Gemeinden zu finden und richten sich an alle, die an diesen Schaukästen vorbeikommen. Darüber hinaus finden sie sich auf den Internetseiten von Kirchen und Kirchengemeinden und richten sich an Gemeindemitglieder. In den vergangenen Jahrzehnten hat das christlich-jüdische Gespräch bedeutende Fortschritte gemacht. Zugleich sehen wir, dass die Einsichten zum Beispiel von Nostra Aetate und der zahlreichen Synodalerklärungen noch nicht in allen Kirchengemeinden angekommen sind. Das Verhältnis von Kirche zum Judentum ist ein lebendiges Verhältnis. Jede Generation steht vor der Aufgabe, es neu zu gestalten und mit Leben zu füllen.

Rogate-Frage: Geht es mehr um die Vergleichbarkeit der großen Feste beider Religionen oder was soll konkret durch „#beziehungsweise“ vermittelt werden?

Ursula Rudnick: Ausgangspunkt ist das Festjahr. Es gilt den Blick zum Beispiel von Pfingsten auf Schawuot zu richten. So wie Schawuot 40 Tage nach Pessach gefeiert wird, so wird Pfingsten 40 Tage nach Ostern gefeiert. Hier gibt es Parallelen in der Struktur und auch im Inhalt. Manchmal gibt es Parallelen in der Struktur, aber Unterschiede im Inhalt, so wie zum Beispiel bei Purim und Karneval. Die Bezüge und Beziehungen sind vielfältig und komplex. Sie zu entdecken, helfen die Hntergrundinformationen auf der Internetseite #jüdisch-beziehungsweise-christlich. Darüber gibt es monatlich stattfindende Dialoge von jüdischen und christlichen Gelehrten, an denen jede/r kostenfrei teilnehmen kann. Wer sich auf der Homepage anmeldet, erhält den Link für die Online-Teilnahme.

Rogate-Frage: Warum ist der Interreligiöse Dialog für Sie so wichtig?

Ursula Rudnick: Als Christ*innen sehen wir alle Menschen als Geschöpfe Gottes. In unserer globalisierten und vernetzen Welt ist es wichtig, dass wir miteinander im Gespräch sind. Der christlich-jüdische Dialog ist für Christ*innen aus mehreren Gründen unverzichtbar: zunächst um der eigenen Integrität willen. Judenfeindschaft durchzieht die Geschichte der Kirche von ihren Anfängen an. Sie ist so tief in unserer relgiösen Tradition und Kultur verwurzelt und wir erleben ein neues Aufflammen von Judenfeindschaft. Es gilt auf vielfältigen Ebenen sich ihr entgegenzustellen: in der Bildungsarbeit, in der politischen Arbeit und auch im Alltag. Zum anderen ist mir der christlich-jüdische Dialog wichtig, weil es spannend ist, zu sehen, wie die jüdische Tradition die Bibel liest. Hier habe ich viel gelernt und viel entdeckt. Und: eine wichtige Frucht des Dialogs sind vielen Freundschaften, die ich im christlich-jüdischen um im interreligiösen Dialog habe schließen dürfen.

Rogate-Frage: Wie sieht der Dialog der Religionen in der Zukunft aus? Was wünschen Sie sich von den Dialogbeteiligten?

Ursula Rudnick: Ich bin keine Hellsehrerin, deshalb kann ich nicht sagen, wie der Dialog in der Zukunft aussehen wird. Ich wünsche Zusammenarbeit und Austausch auf vielfältige Weise: beim Lesen der Bibel, beim Einsatz für Gerechtigkeit und auch bei Fragen der Klimakrise. Es gibt bereits zahlreiche Aktivitäten: Ich wünsche mir, dass sie weiter zunehmen.

Rogate: Vielen Dank, Frau Prof. Rudnick, für das Gespräch!

Weitere Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

Presseschau: „Bei diesen Berliner Geistlichen ist Gott schon online“

Sonnabend, 14. Mai 2016 | B.Z.

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Ausschnitt aus der B.Z.

„..Im Internet wird er häufig mit Schicksalsschlägen konfrontiert, etwa einer plötzlichen Krebsdiagnose, aber auch Gefühlen von Angst und Bedrohung. Oder mit Fragen wie: „Was ist eigentlich Pfingsten?“ Auch fundamentale Kritik an der Kirche wird gern geäußert.…“

Den kompleten Artikel finden Sie hier.

Aktuell: Das Tagesevangelium und schöne Inseln.

20 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus lieb hatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist’s, der dich verrät? 21 Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem? 22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! 23 Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger stirbt nicht. Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? 24 Dies ist der Jünger, der dies alles bezeugt und aufgeschrieben hat, und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist. 25 Es sind noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat. Wenn aber eins nach dem andern aufgeschrieben werden sollte, so würde, meine ich, die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären. Johannes 21,20-25

Wir feiern Pfingsten auf Sylt: Sonntag, Heiliges Pfingstfest, 12. Juni, 10.oo Uhr, Mitwirkung von Rogate-Brüdern beim Gottesdienst in Sankt Severin in Keitum.

Feiertag: Pfingsten. Ausgießung des Heiligen Geistes.

Am Pfingstfest feiern wir die „Geburt der Kirche“. An diesem 50. Tag nach Ostern hat Gott seinen Geist auf die Gemeinde ausgegossen und seitdem nicht von ihr genommen. So denken wir nach über das, was in der Bibel vom Geist Gottes gesagt wird, und erkennen, wie der Geist Gottes auch heute unter uns wirkt.

Lesung Johannes 14, 23ff: Jesus antwortete und sprach: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.

Solches habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern an alles, was ich euch gesagt habe.

Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Jesus answered and said unto him, If a man love me, he will keep my words: and my Father will love him, and we will come unto him, and make our abode with him. (…) Peace I leave with you, my peace I give unto you: not as the world giveth, give I unto you. Let not your heart be troubled, neither let it be afraid.

Gesù rispose: „Se uno mi ama metterà in pratica i miei insegnamenti e mio Padre lo amerà. Non solo, io e mio Padre andremo a stare con lui. (…) Non siate tristi, non abbiate paura, perché vi lascio la pace, vi do la mia pace! Io non do come il mondo dà. Non siate turbati, non abbiate paura!

Le contestó Jesús: —El que me ama, obedecerá mi palabra, y mi Padre lo amará, y haremos nuestra vivienda en él. (…) Les doy la paz. Pero no una paz como la que se desea en el mundo; lo que les doy es mi propia paz. No se preocupen ni tengan miedo por lo que va a pasar pronto.

Jésus lui répondit : Si quelqu’un m’aime, il obéira à ce que j’ai dit. Mon Père aussi l’aimera : nous viendrons tous deux à lui et nous établirons notre demeure chez lui. (…) Je vous laisse la paix, je vous donne ma paix. Je ne vous donne pas comme le monde donne. Que votre coeur ne se trouble point, et ne s’alarme point.

Jesus svarede: »Fordi de, der elsker mig, vil gøre det, jeg siger til dem. Derfor vil min Far også elske dem, og vi vil komme og tage bolig i dem. (…) Jeg giver jer min fred, og det er en bedre fred, end den mennesker kan tilbyde. I skal ikke være bange eller modløse!

Kto Mnie kocha, będzie posłuszny moim słowom – odparł Jezus. – Mój Ojciec też będzie go kochał i przyjdziemy do niego, i w nim zamieszkamy. (..) Pokój zostawiam wam – mój pokój wam daję. Nie jest to pokój, jaki oferuje świat – to mój pokój. Niech więc wasze serca nie drżą ani się nie lękają.

Jezus antwoordde hem: Als iemand van Mij houdt, zal hij doen wat Ik heb gezegd. Mijn Vader zal van hem houden en samen zullen Wij bij hem komen wonen. Maar wie niet van Mij houdt, trekt zich niets van mijn woorden aan. Wat Ik tegen u allen zeg, komt niet van Mijzelf maar van mijn Vader, Die Mij gestuurd heeft.

Mijn vrede laat Ik bij u achter. Die vrede is heel anders dan die van de wereld. Wees dus nooit meer bang of ongerust.

Das Wochenlied „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott“ (EG 125):

Wir vom Rogate-Kloster wünschen Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest! Wir beteiligen uns am Pfingstsonntag, 12. Juni, 10.oo Uhr, beim Gemeindegottesdienst in Sankt Severin in Keitum auf Sylt und danken der Kirchengemeinde für die Gastfreundschaft für unsere Pfingst-Konventstagung.