Gebet: Fürbitte aus dem Stadtfestgottesdienst 2022.

Lebendiger Gott, schütze und stärke all diejenigen, die Ablehnung erleben, die unter Gewalt und Unterdrückung leiden, die in Angst und Unfriede leben müssen, die Opfer sind von Hass und Terror, denen nach dem Leben getrachtet wird. Gott, Stärke unseres Lebens: WIR BITTEN DICH ERHÖRE UNS. 

Lebendiger Gott, wir bitten dich, schenke uns die Kraft und den Mut Stellung zu beziehen und zu zeigen, dass Rassismus, Trans- und Homophobie und Hass gegenüber dem Anderssein keinen Platz haben in dieser Welt. Gott, Stärke unseres Lebens: WIR BITTEN DICH ERHÖRE UNS. 

Lebendiger Gott, lehre uns respektvoll miteinander umzugehen. Lass uns einsetzen für Recht und Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und Versöhnung. Gott, Stärke unseres Lebens: WIR BITTEN DICH ERHÖRE UNS. 

Lebendiger Gott, hilf uns alle in Einheit zusammen zu leben und jegliche Verschiedenheit als Bereicherung zu erkennen. Gott, Stärke unseres Lebens: WIR BITTEN DICH ERHÖRE UNS. 

Lebendiger Gott, wir bitten dich, schenke uns das Vertrauen in deine Liebe und die Hoffnung auf Frieden. Lass uns alle verantwortungsvoll leben und denen beistehen, die angefeindet, ausgegrenzt und verfolgt werden. Lass uns alle zu Boten deiner Liebe werden. Gott, Stärke unseres Lebens: WIR BITTEN DICH ERHÖRE UNS. 

Lebendiger Gott, um all das und die vielen nicht ausgesprochenen Bitten in unseren Herzen – dich den dreifaltigen Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist. AMEN. 

Der Text des Fürbittengebets aus dem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst zum 28. Lesbisch-schwulen Stadtfest am 15. April 2022 in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Berlin-Schöneberg, formuliert von Dekan Ulf-Martin Schmidt (Alt-katholische Pfarrgemeinde Berlin).
Mitwirkende und Teile der Gemeinde aus dem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst zum 28. Lesbisch-schwulen Stadtfestgottesdienst 2022 in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Berlin-Schöneberg. (Bild: Rogate-Kloster)

Gottesdienst: Eröffnung des lesbisch-schwulen Stadtfestes Berlin

Seit 2010 richtet das ökumenische Rogate-Kloster den jährlichen Gottesdienst zum lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin aus, dem populären Straßenfest in der Motz-, Fugger- und Eisenacherstraße. Nach der zweijährigen Coronapause kann endlich wieder fröhlich und bunt gefeiert werden. Der traditionelle Eröffnungsgottesdienst in der Zwölf-Apostel-Kirche steht wieder am Beginn. 

Zwölf-Apostel-Kirche (Bild: Rogate-Kloster)

Am Freitag, 15. Juli 2022 | 19:30 Uhr, wird unter dem Titel „Wenn ich ein Engel wäre, dann….“, zum ökumenischen queeren Eröffnungsgottesdienst zum 28. Stadtfest Berlin eingeladen. 

Die Predigt hält Pfarrer_in Anna Trapp, Evangelischer Pfarrsprengel Bad Wilsnack. Mitwirkende: Christopher Schreiber (Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg e.V.), Dekan Ulf-Martin Schmidt (Alt-katholische Pfarrgemeinde Berlin), Pfarrer Burkhard Bornemann (Evangelische Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde) und Br. Franziskus (Rogate-Kloster). Lektor: Michael Feitel (Rogate-Kloster). Kruziferarin: Uta Willers Urban (Rogate-Kloster). Orgel: Gabriel Pech. Kirchdienst: Michael Behr. Empfang. Melanie Hochwald (Rogate-Kloster).

Kollekte: Wir sammeln je zur Hälfte die Fortsetzung der queeren ökumenischen Stadtfestgottesdienste sowie für den Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg e.V. für seine Arbeit für queere ukrainische Geflüchtete aus der Ukraine & Russland. Mit seinem Zentrum für Migrant*innen, Lesben und Schwule (MILES) bietet der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg psychosoziale und rechtliche Beratungen für LSBTI* mit Flucht- und Migrationsbiografien sowie deren Angehörige an. Aufgrund der immer stärker werdenden Verfolgung von queeren Menschen in Russland und insbesondere seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wenden sich immer mehr ukrainische und russische Geflüchtete an MILES. Der Umfang der Anfragen übersteigt allerdings die Kapazitäten der hauptamtlichen Beratungs- und Hilfsstrukturen. Queere Geflüchtete finden deswegen in einem Mentor*innenprogramm weiterführende Unterstützung und Anbindung. Im Rahmen des Programms entstehen ehrenamtliche Pat*innenschaften, die queere Geflüchtete aus Russland und der Ukraine im Alltag unterstützen. Mit Ihrer Kollekte soll ein Beitrag zum Erfolg dieses wichtigen ehrenamtlichen Engagements. Konkret die Durchführung von Gruppen- und Vernetzungsangeboten, Befähigungsworkshops sowie regelmäßigen gemeinsamen Freizeitaktivitäten unterstützt werden.

Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Nachtrag: Die Kollekte des Gottesdienstes erbrachte 253,34 Euro und eine Miele-Waschmünze.

Gottesdienst: Willkommen zu Ostern.

Glasfenster in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Berlin-Schöneberg

Willkommen zur Eucharistie am Ostersonntag, 17. April 2022 | 10:00 Uhr, in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Lektorendienst: Jürgen Doster. Kirchdienst: Gesine Schmithals. Orgel: Harald Klaus. Liturgie und Predigt: Br. Franziskus.

Das Evangelium des Ostersonntags: Die Frauen am leeren Grab

Als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus, und Salome wohlriechende Öle. Sie wollten die Totensalbung vornehmen. Ganz früh am ersten Wochentag kamen sie zum Grab. Die Sonne ging gerade auf. Unterwegs fragten sie sich: »Wer kann uns den Stein vom Grabeingang wegrollen?« Doch als sie zum Grab aufblickten, sahen sie, dass der große, schwere Stein schon weggerollt war.

Sie gingen in die Grabkammer hinein. Dort sahen sie einen jungen Mann. Er saß auf der rechten Seite und trug ein weißes Gewand. Die Frauen erschraken sehr. Aber er sagte zu ihnen: »Ihr braucht nicht zu erschrecken! Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der gekreuzigt wurde. Gott hat ihn von den Toten auferweckt, er ist nicht hier. Seht: Hier ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten. Macht euch auf! Sagt seinen Jüngern, besonders Petrus: Jesus geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.«

Da flohen die Frauen aus dem Grab und liefen davon. Sie zitterten vor Angst und sagten niemandem etwas, so sehr fürchteten sie sich.

Markus-Evangelium Kapitel 16, Verse 1-20, Basisübersetzung

Rogate-Kloster im Dezember: Willkommen zu unseren Gottesdiensten!

Willkommen:

  • Freitag, 3. Dezember 2021 | 19:00 Uhr, Vesper (Abendgebet). Organistin und Kantorin: Felicitas Eickelberg. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.
  • Sonntag, 5. Dezember 2021 | 14:00 Uhr, gemeinsamer Abendmahlsgottesdienst zum 2. Advent von Zwölf-Apostel-Gemeinde und Rogate-Kloster. Predigt: Pfarrer Burkhard Bornemann (Zwölf-Apostel-Kirche). Organistin und Kantorin: Felicitas Eickelberg. Lektor: Jürgen Doster. Leitung Flötenensemble: Sandra von Doering. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.
  • Freitag, 10. Dezember 2021 | 12:00 Uhr, Trauerfeier (ohne Gemeindebeteiligung).

Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Erreichbar ist die Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln: über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). Fahrrad- und PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße. Adresse: An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Die Vesper (lat. vespera „Abend“) ist das liturgische Abendgebet im Christentum. Das Rogate-Kloster lädt seit seiner Gründung öffentlich zur Mitfeier ein. Zumeist feiern wir nach der Ordnung wie sie im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 785 aufgeführt ist. Zu Beginn wird das Schuldbekenntnis nach der Ordnung der Komplet (Nachtgebet), im Gesangbuch unter der Nummer 786.1 + 2, im Wechsel gebetet. Dann folgt die Nummer 785.1, ein Psalm, dann die Fortsetzung mit der Nummer 785.2. Die Nummern werden während der Vesper immer neu angesagt, damit auch jene der Liturgie folgen können, für die der Ablauf eher unbekannt und der Umgang damit fremd ist.

Wir danken der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde für die Gastfreundschaft der Rogate-Gottesdienste in Schöneberg.

Gottesdienst: Willkommen zur Rogate-LGBTIQ*-Segensandacht am 1. Oktober

Rogate-Kloster: Freitag, 1. Oktober 2021 | 19:30 Uhr, Rogate-LGBTIQ*-Segensandacht in Berlin-Schöneberg

Nach 2020 fällt auch 2021 das Lesbisch-schwule Stadtfest Berlin und damit der traditionelle Eröffnungsgottesdienst des Rogate-Klosters in der Zwölf-Apostel-Kirche aus. Auf dem Weg zum nächsten Stadtfest 2022 feiert das Rogate-Kloster Sankt Michael am Freitag, 1. Oktober 2021 | 19:30 Uhr, eine Segensandacht für LGBTIQ*-Menschen und alle, die gern kommen möchten. 

Der Altar der Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg. (Bild: Rogate-Kloster)

Mitwirkende sind Pfarrer_in Anna Trapp, Evangelischer Pfarrsprengel Bad Wilsnack, Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Gemeinde, Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Tempelhof-Schöneberg, und Bruder Franziskus, Rogate-Kloster.

Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, Berlin-Schöneberg, An der Apostelkirche 1.

Herzlich willkommen!

Erreichbar ist die Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln: über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). Fahrrad- und PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße. Adresse: An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Rogate-Termine: Willkommen im September 2021 in Berlin

Herzlich willkommen zu den Veranstaltungen des Rogate-Klosters im September!

Die nächsten geplanten Termine in der Berliner Zwölf-Apostel-Gemeinde:

Kapelle Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof
  • Dienstag, 7. September 2021 | 19:00 Uhr, Vesper – das Abendgebet. Ort: Kapelle Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof, Kolonnenstraße 24-25, 10829 Berlin-Rote Insel (Schöneberg). Bus: Linie 104, Haltestelle Hohenfriedbergstr.
  • Dienstag, 14. September 2021 | 19:00 Uhr, Vesper – das Abendgebet. Ort: Kapelle Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof, Kolonnenstraße 24-25, 10829 Berlin-Rote Insel (Schöneberg). Bus: Linie 104, Haltestelle Hohenfriedbergstr.
  • Dienstag, 14. September 2021 | 19:45 Uhr, Mitgliederversammlung Förderverein Rogate-Kloster Sankt Michael. Ort: Kapelle Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof, Kolonnenstraße 24-25, 10829 Berlin-Rote Insel (Schöneberg). Bus: Linie 104, Haltestelle Hohenfriedbergstr.
  • Sonntag, 19. September 2021 | 19:00 Uhr, Vesper – das Abendgebet. Ort: Kapelle Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof, Kolonnenstraße 24-25, 10829 Berlin-Rote Insel (Schöneberg). Bus: Linie 104, Haltestelle Hohenfriedbergstr.

Vorschau Oktober 2021

  • Freitag, 1. Oktober 2021 | 19:30 Uhr, ökumenische Segensandacht (statt des geplanten Eröffnungsgottesdienst zum 28. lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin) Mit Pfarrer_in Anna Trapp, Evangelischer Pfarrsprengel Bad Wilsnack. Grußwort: Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Jan-Marco Luczak: Grußwort zur Verleihung der Berliner Ehrennadel

Im vergangenen Jahr wurde Bruder Franziskus die „Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement“ zuerkannt. Pröpstin Christina-Maria Bammel (EKBO), die Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert (SPD) und Jan-Marco Luczak (CDU) sowie Prof. Markus Beckmann (2. Vorsitzender Rogate-Kloster) hatten ihn dafür vorgeschlagen.

Dr. Jan-Marco Luczak vor der Zwölf-Apostel-Kirche, in der die Feier begangen wurde. (Bild: Büro MdB Luczak)

Die Verleihung im Roten Rathaus fiel in Folge der Pandemie aus. Die Übergabe wurde gestern, Donnerstag, 27. Mai, in der Zwölf-Apostel-Kirche nachgeholt.

Anwesend waren u.a. Dr. Jan-Marco Luczak, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates der Zwölf-Apostel-Kirche, Carsten Schmdt, die Landespfarrerin für Spiritualität, Andrea Richter, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Gemeindeglieder der Zwölf-Apostel-Kirche und Mitglieder des Rogate-Klosters.

Dr. Jan-Marco Luczak sprach in der Feier ein Grußwort. Es wird hier dokumentiert:

Lieber Professor Beckmann, lieber Pfarrer Bornemann, 
vielen Dank für Ihre einleitenden Worte und ihre – wie immer – herzliche Gastfreundschaft. 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde und des Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin, 

Ein altes Sprichwort sagt, „der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an, und handelt“ und auch wenn sich die Gelehrten bis heute uneins darüber sind, welcher klugen Feder diese Zeilen wohl entsprungen sein mögen – die einen sagen Wolfgang Goethe, die anderen schreiben sie dem italienischen Dichter und Philosophen, Dante Alighieri, zu – so könnte doch die Aussage für unseren heutigen Ehrenträger, für Sie, lieber Bruder Franziskus, kaum trefflicher sein.

Denn Abwarten, das ist wahrlich nicht Ihre Stärke. Im Gegenteil, Sie packen an. Sie Handeln. 

Seit Jahren setzen Sie sich in Schöneberg und weit darüber hinaus unermüdlich für notleidende Menschen, für Toleranz und Offenheit sowie für die Verständigung über Kulturgrenzen hinweg ein. 
Hervorheben möchte ich dabei beispielhaft ganz besonders Ihr Engagement und Einsatz für die queeren Menschen in unserer Stadt. 

Der von Ihnen ins Leben gerufene ökumenische Gottesdienst zum alljährlichen schwul-lesbischen Stadtfest in Berlin – dem größten seiner Art in ganz Europa – ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Festprogramms geworden, der weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt ist und international große Anerkennung findet. 

Er ist zu einem Sinnbild für Toleranz und Offenheit geworden. Zu einem Ort, wo Vielfalt über Grenzen hinweg verbindet und nicht spaltet. Viele Menschen haben Sie damit, lieber Bruder Franziskus, auch dem Glauben und der Kirche wieder näher gebracht. 

Im vergangenen Jahr, dem Jahr Ihrer Auszeichnung mit der Berliner Ehrennadel, konnten wir bereits das zehnjährige Bestehen dieses wohl einzigartigen Gottesdienstes begehen – wenngleich pandemiebedingt auch hier anders, als wir uns das alle gewünscht hätten. 

Lassen Sie mich daher heute die Gelegenheit ergreifen, Ihnen auch dafür noch einmal persönlich meine Anerkennung und meinen Dank auszusprechen. 

Ich hoffe und wünsche mir, dass wir auch diesen Gottesdienst bald alle wieder gemeinsam zusammen begehen und ein Fest voller Nächstenliebe und Vielfalt feiern können. 

Lieber Bruder Franziskus, ich weiß aber auch um Ihre Bescheidenheit. Ihr Antrieb ist nicht das Rampenlicht, sondern die Liebe zu den Menschen. Für Sie ist Handeln und Helfen keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit. 

Ich bin dankbar, dass es Menschen wie Sie, Bruder Franziskus, in unserer Stadt gibt. 
Mit Ihrer Arbeit tragen Sie dazu bei, dass unsere Welt jeden Tag ein bisschen besser wird. 

Sie versöhnen, trösten und verbinden, Sie geben Hoffnung und Zuversicht über alle gesellschaftlichen, konfessionellen und kulturellen Grenzen hinweg. 
Damit sind Sie ein leuchtendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement, ohne das unsere Gesellschaft so viel ärmer wäre. 

Am heutigen Abend stehen Sie damit zu Recht im Rampenlicht. Sie haben unseren Dank und unsere Anerkennung mehr als verdient. 
Die Berliner Ehrennadel ist Ausdruck der Wertschätzung aller Berlinerinnen und Berliner für Ihre Arbeit und Ihre Person. Sie können Sie mit Stolz tragen. 

Lieber Bruder Franziskus, Ich freue mich auf viele weitere gemeinsame Projekte und Veranstaltungen mit Ihnen in den kommenden Jahren. 
Denn gerade die vergangenen Monate haben uns eines gelehrt, wir können die Welt ändern, wenn wir alle gemeinsam anpacken und handeln.

MdB Dr. Jan-Marco Luczak

Gründonnerstag: Tag der Einsetzung des Heiligen Abendmahls

Heute ist der Tag der Einsetzung des Heiligen Abendmahls, der Gründonnerstag.

Dieses Fensterbild von Alfred Kothe in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Schöneberg zeigt eine Vorstellung des Künstlers vom Abendmahlsgeschehen mit Jesus und seinen Jüngern (Matthäus 26, 20-29):

„Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen. Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln, ihn zu fragen: Herr, bin ich’s? Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.

Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich’s, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es.

Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.

Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.“

Matthäus-Evangelium Kapitel 26, 20-29

Fünf Fragen an: Frederic Riedel, Kiezworker in Berlin-Schöneberg

Fünf Fragen an Frederic Riedel, Berlin-Schöneberg, über seine Arbeit als Kiezworker, Veränderungsprozesse in einer Großstadtkirchengemeinde und die Coronapandemie als Treiber der Digitalisierung..

Frederic Riedel (Bild: privat)

Frederic Riedel kommt aus Uelzen in Niedersachsen. Zum BWL- und „Wirtschaft und Recht“-Studium zog er zunächst nach Brandenburg, um sich dann in Berlin zu verlieben. Durch das Senatsprojekt „Solidarisches Grundeinkommen“ wurde er auf eine Stellenausschreibung der Apostel-Paulus-Gemeinde in Berlin-Schöneberg aufmerksam. Zu seinen Aufgaben gehört die Koordination der Offenen Kirche, der Besuchsdienst und die Öffentlichkeitsarbeit.

Rogate-Frage: Herr Riedel, Sie sind „Kiezworker“ in einer evangelischen Großstadtgemeinde. Welche Aufgabe haben Sie dort?

Frederic Riedel: „Kiezworker“ ist der Begriff für die Gesamtheit aller meiner Aufgaben im Rahmen der Gemeinde und im Kiez – auch ist er meine offizielle Jobbezeichnung.

Meine Aufgaben sind tatsächlich sehr vielfältig und abwechslungsreich, sodass es mir stets schwer fällt meine beziehungsweise die eine Aufgabe hier auf das Wesentliche herunterzubrechen: Wohlmöglich bin ich an all den Maßnahmen beteiligt, die Kirche und Kiez stärker miteinander verzahnen lassen sollen: Von Ehrenamtskoordination über Betreuung und Ausgestaltung der Offenen Kirche, bis hin zu Besuchsdiensten, die aufgrund der Pandemie und der damit einhergehenden Gefahr für Risikogruppen momentan leider pausieren müssen. Auch unterstütze ich die Pfarrerin, Küsterin und den Haus- und Kirchwart in vielen Angelegenheiten, sodass ich in gewisser Weise oftmals Bindeglied und helfende Hand in Personalunion bin.

In der Zukunft soll auch für mich wesentlich mehr in Richtung Kultur, Veranstaltungen und Social Media geschehen – aber auch hier sind uns momentan leider noch die Hände gebunden – pandemiebedingt.     

Rogate-Frage: Wie ist es dazu gekommen, dass Sie sich kirchlich engagieren und was hat es mit dem Senatsprojekt „Solidarisches Grundeinkommen“ zu tun?

Frederic Riedel: Es hat eine Menge damit zu tun, denn offen gestanden bin ich nur dadurch auf die ausgeschriebene Stelle aufmerksam geworden. Frau Pfarrerin Steffen-Elis hat mir von Anfang an zu Verstehen gegeben, dass die Gemeinde sich einem Wandel unterzieht und sicherlich schmeichelte mir die Idee, meinen Beitrag dazu leisten zu können. Schwer vorstellbar, dass ich in einer (Einstiegs-)Position, an einem anderen Ort mehr Einfluss auf die Entwicklungen um mich herum und auch auf meine eigene nehmen könnte. Ich würde mich nicht als strenggläubigen Menschen bezeichnen und für meinen Bereich ist Religion ehrlich gesagt auch gar nicht so maßgeblich. Entscheidend sind für mich vielmehr Wertevorstellungen, ein würdevolles und freundliches Menschenbild. Dazu zählt auch das Bedürfnis, aufgefangen zu werden, wenn man fällt. Auch Ich habe eine kleine persönliche Krise der Arbeitslosigkeit und Frustration nun zugunsten der Hilfe und Unterstützung Anderer hinter mich bringen können. Mein Team hat hier zweifellos, und zwar in ausnehmendem Maß, Anteil daran. Im Übrigen gefällt mir sehr wohl die Idee von Spiritualität, weil ich denke, dass sie jeder Mensch in sich trägt und braucht. Auch hatte ich wohlmöglich immer schon ein kleines Faible für Kunst, Geschichte, Architektur und den weiträumigen Klang von Sakralmusik. All das vereint die Apostel-Paulus-Kirche in recht beeindruckender Art und Weise.

Rogate-Frage: Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf Ihre Arbeit gehabt und wie haben Sie darauf reagiert?

Frederic Riedel: Das lässt sich nur schwer einschätzen, da ich das Arbeiten hier bisher noch gar nicht unter „normalen Rahmenbedingungen“ erleben durfte!

Aber ja, auch wir mussten absagen und umdenken: Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen machen vor der Kirche keinen Halt. Wie in vielen Bereichen ist Corona aber auch für uns Treiber der Digitalisierung: Aufgezeichnete Gottesdienste und Veranstaltungen, Livestreams, Zoom-Meetings. Insbesondere seitens Pfarrerin Andrea Kuhla sind hier mittlerweile Online-Formate und Podcasts ins Leben gerufen worden. Kontaktaufrechterhaltung zu älteren Gemeindegliedern erfolgt telefonisch oder postalisch. Das Schönste ist, dass wir die Kirche – unter Wahrung der Abstands- , Hygiene- und Lüftungsregeln – seit dem Beginn der Pandemie und durch die Hilfe eines mittlerweile breiter aufgestellten Teams an ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen nahezu durchgängig offen halten konnten. Mit äußerst positiver Resonanz der Besucher:innen.

Rogate-Frage: Welchen Unterschied nehmen Sie grundsätzlich im kirchlichen Umfeld im Vergleich zu anderen Arbeitgebern war?

Frederic Riedel: Der Umgang miteinander ist familiär, bedächtig und herzlich. Das ist in der heutigen Leistungsgesellschaft sicherlich kein Selbstläufer.

Wissen Sie, es gibt Arbeitgeber:innen, die ihre Mitarbeiter:innen quasi im Monatstakt auf hippe Team-Building-Seminare beziehungsweise – Maßnahmen schicken, geradezu wissenschaftliche Ansätze dabei verfolgen, und in der Praxis bleibt dann schlussendlich oft Nichts von all dem hängen. Wasser predigen und Wein trinken. Mir ist aufgefallen, dass das hier –  vielleicht aus dem Selbstverständnis, dem äußeren Rahmen und dem eigenen Wertesystem heraus –  auch ganz wunderbar ohne funktionieren kann.

Rogate-Frage: Wenn sie die Kirche in Berlin und überhaupt neu erfinden und gestalten würden, wie sähe sie dann aus?

Frederic Riedel: Das wäre ziemlich anmaßend! (lacht)

Aber sicherlich muss die Kirche – wie jede andere Institution im Laufe der Zeit – in verschiedenen Bereichen umdenken, neue Anreize schaffen, Programminhalte diversifizieren, Barrieren abbauen, auf die Leute zugehen, noch bevor sie sich entfernen. Berlin per se ist eine Stadt mit sehr modernem und dynamischem Zeitgeist und da wirkt die Kirche auf viele schlichtweg etwas aus der Zeit gefallen. Vor allem auf die jüngeren Generationen, die Zukunft. Glaube allein ist kein Kriterium mehr für die Ausrichtung und Gestaltung des Lebens. Dabei gibt es in vielen Gemeinden so viel Potential, einzigartige Räume und Gebäude in Ihrer Nutzung so zu gestalten, dass sich wieder mehr Menschen angesprochen fühlen und ihren persönlichen Zugang finden. Ich finde es etwas kurios wenngleich interessant, dass im Subkultur-Jargon ausgerechnet der wohl berüchtigtste Berliner Techno-Club landläufig gerne als „Tempel“ oder „Church“ bezeichnet wird. Und auch wenn der Vergleich auf den ersten Blick noch so skurril wirken mag: Vermutlich lechzt jeder Mensch nach einem Raum, einem Ort der Geborgenheit und Zuflucht, der Gemeinschaft, des Gesangs und der Feier und auch der Spiritualität – und offenbar bedeutet Kirche im Kern nach wie vor all das.

Rogate: Vielen Dank, Herr Riedel, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Aufgrund der Corona-Pandemie finden im Moment nur wenige Rogate-Gottesdienste statt. Die nächsten geplanten Termine sind:

Feiertag: Epiphanias/Heilige Drei Könige

An Epiphanias, dem 6. Januar, ziehen nach altem Brauch Kinder als Sternsinger singend von Haus zu Haus. Der Tag erinnert an den Besuch der Weisen aus dem Morgenland bei Jesus an der Krippe – und damit an das Erscheinen Gottes in der Welt. Daher kommt auch der Name Epiphanias, abgeleitet vom griechischen Wort „epiphaneia“ für „Erscheinung“.

Epiphanias wird auch Heilige Drei Könige oder Dreikönigstag genannt. Diese Tradition ist in vielen katholischen, aber auch in evangelischen Gegenden beheimatet. Epiphanias ist eines der ältesten kirchlichen Feste (Text: EKD).

Dieses Fensterbild von Alfred Kothe in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Schöneberg zeigt die Erzählung über die Weisen aus dem Morgenland (Matthäus 2, 1-12):

Glasfenster in der Zwölf-Apostel-Kirche Berlin-Schöneberg (Bild: Rogate-Kloster)

„Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, dass auch ich komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.“

Wir vom Rogate-Kloster wünschen Ihnen ein gesegnetes, gesundes und fröhliches Jahr 2021!