Worldwide Candle Lighting Day: Sternenkinder-Gottesdienst am Sonntag

rogate-kl_postkarte_sternenkinder_090316-kopieAm Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, lädt das Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin anläßlich des Worldwide Candle Lighting Day zu einem Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen nach Schöneberg ein. Der Neubrandenburger Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, wird den Gottesdienst leiten.

Erreichbar ist die Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln: über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). Fahrrad- und PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße. Adresse: An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Monat der Diakonie: Fotoausstellung zur Situation von geflüchteten Kindern

Im Rahmen eines Fotoprojektes an der Alice Salomon Hochschule Berlin bekamen Flüchtlingskinder die Möglichkeit, ihren Alltag in der Flüchtlingsunterkunft in der Maxie-Wander-Straße fotografisch festzuhalten.

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Foto-Ausstellung zum Monat der Diakonie 2016  in der Zwölf-Apostel-Kirche

Die Kooperation zwischen dem Fotoseminar und der Flüchtlingsunterkunft begann vor einem Jahr und wurde von den Lehrbeauftragten und Fotokünstlern Karsten Hein und Jörg Möller geleitet. Studierende stellten Kindern im Alter fünf bis zwölf Jahren, die in der Flüchtlingsunterkunft wohnten, Kameras zur Verfügung und erklärten ihnen den Umgang mit der Technik. Die Kinder begannen daraufhin selbständig, ihr Leben in Bildern festzuhalten: Die Räumlichkeiten, die Umgebung, ihre Familien, sich gegenseitig.

Die Ausstellung zeigt die Perspektive der Kinder auf ihre Umwelt und ihren Alltag in der Unterkunft und verleiht den Geflüchteten ein Gesicht. 2014 wurden in Deutschland 173.072 Asylanträge gestellt. Im Durchschnitt dauert die Bearbeitung eines Asylantrags in Deutschland über sieben Monate. In Berlin leben derzeit etwa 15.000 Menschen in Sammelunterkünften. Einige der Kinder wurden noch während des Projektes abgeschoben.

Termin: Ausstellungseröffnung „ZuFlucht – Geflüchtete Kinder fotografieren ihren Alltag in der Flüchtlingsunterkunft“ am Sonntag, 4. September 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum Diakonie-Sonntag „Barmherzigkeit: Größer als unser Herz“, am 15. Sonntag nach Trinitatis.

2016 Wo ist das Rogate-Kloster?Die Foto-Ausstellung wird bis Ende September in der Zwölf-Apostel-Kirche vor und nach den Gottesdiensten sowie an den September-Sonnabenden während der „Offenen Kirche“ zwischen 11:00  und 15 Uhr zu sehen sein. Gefördert wird die Ausstellung vom Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde und Rogate-Kloster Sankt Michael.

Erreichbar ist die Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). Fahrrad- und PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße. Adresse: An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Freitag: Eröffnungsgottesdienst 24. Stadtfest Berlin

Die Glocken der Zwölf-Apostel-Kirche in Berlin-Schöneberg läuten morgen, Freitag, 15. Juli 2016, das 24. Lesbisch-schwule Stadtfest Berlin ein. Es findet seit 1993 jährlich statt und erstreckt sich über die Motzstraße, Eisenacher Straße, Fuggerstraße und die Kalckreuthstraße. Mit etwa 420.000 Besuchern ist es heute das größte homosexuelle Straßenfest in Europa.

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Stadtfest-Gottesdienst 2015

Das Rogate-Kloster St. Michael lädt bereits zum siebten Mal zu einem ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung des großen Schöneberger Bürgerfestes in die nah gelegene Zwölf-Apostel-Kirche ein. Die liturgische Feier gehört seit 2010 zum offiziellen Rahmenprogramm des Festes. In diesem Jahr wird besonders der Toten des Anschläge von Nizza und Orlando gedacht.

Thema des Gottesdienstes: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“. Der Predigttext steht im Matthäus-Evangelium (Mt 12, 1-8). Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hatte im Vorfeld den Gottesdienst begrüßt: „Der Eröffnungsgottesdienst zum Stadtfest im Rogate-Kloster St. Michael ist ein wichtiges Zeichen. Die Kirchen sind ein unverzichtbarer Teil unserer Zivilgesellschaft, mit Herz und Ohr für alle, die Ausgrenzung und Ablehnung erleben. Praktizierte Nächstenliebe ist und bleibt in unserer Gesellschaft das Fundament für mehr Toleranz und Gleichberechtigung.“

Nach Pfarrer Manfred Moll (2010), Superintendentin Dr. Birgit Klostermeier (2011) und Dekan Ulf-Martin Schmidt (2012), Pfarrerin Andrea Richter (2013), Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein (2014) und Pfarrer Burkhard Bornemann als amtierender Superintendent (2015) predigt in diesem Jahr Oberkonsistorialrätin Dr.  Christina-Maria Bammel von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).

An der Gestaltung des Gottesdienstes sind weiterhin beteiligt: Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin Tempelhof-Schöneberg, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Pfarrer der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin, Christoph Hagemann, Kreiskantor Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg, Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche, MdB Volker Beck, Bündnis 90/Die Grünen, Pfarrerin Anna Trapp, Wunderblutkirche Bad Wilsnack, Geschäftsführer Jörg Steinert, Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg, und Bruder Franziskus Aaron RGSM, Rogate-Kloster, als verantwortlicher Liturg.

Rogate Kl_Postkarte_Messe Stadtfest 2016_090316 Kopie 2Erreichbar ist die Gottesdienststätte des Rogate-Klosters in der Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4) und per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187, 106) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-und Fahrradstellplätzestellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße. Adresse: An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Das Kloster ist zudem beim Straßenfest am Sonnabend und Sonntag mit einem eigenen Infornationsstand vor der Fuggerstraße 10 vertreten.

Link zur Facebook-Einladung hier.

Grußwort: Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zum Monat der Diakonie

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler: Grußwort zum Monat der Diakonie

Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin (Bild: Bezirksamt Tempellhof-Schönenerg)

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Jahreslosung der Diakonie „für Vielfalt in der Nachbarschaft“ ist richtungsweisend. Menschen wollen helfen, für andere da sein und sich und ihr Handeln in den Dienst ihres Nächsten stellen.

Das Rogate–Kloster beteiligt sich im September 2015 mit einer Reihe von interessanten Veranstaltungen am „Monat der Diakonie“ und zeigt damit wieder einmal sein besonderes Engagement in unserem Bezirk. Das Leben in seiner Vielfalt und mit allen Facetten wird hier angesprochen.

Zum Beispiel werden mit den Veranstaltungen „Geschlechtsanpassung, wie? Schritte in ein neues Leben“ oder der Ausstellung „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“ Lebensfragen transidenter Menschen gezeigt.

Es ist eines der Verdienste des Rogate-Klosters, sich weltoffen und in christlicher Tradition, der Vielfältigkeit der Menschen in unserem Bezirk zu widmen.

Ein weiteres Thema, dass uns bewegt, ist die Frage nach einer Willkommenskultur für Flüchtlinge. In einer Eucharistiefeier mit der Losung „Liebe den Fremden wie dich selbst“ wird gezeigt, wie wichtig es ist, Menschen – die bei uns Zuflucht suchen – willkommen zu heißen.

Christliche Nächstenliebe in der Nachbarschaft ist ein wichtiges Gut. Die Welt würde ohne die Diakonie glanzloser sein. Sie ist es, die hilft und dabei nicht nach Herkunft, Religion, oder der Hautfarbe fragt – sie ist für uns alle da.

Ein schöner Grund, sie zu feiern. In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen einen interessanten „Monat der Diakonie“ – seien Sie dabei und begehen Sie die Vielfältigkeit.

Herzlichst Ihre

Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin Tempelhof-Schöneberg

Das Rogate-Kloster beteiligt sich am Monat der Diakonie mit folgenden  Veranstaltungen:

Presseschau: Kirche und sexuelle Vielfalt – Im Geist des Regenbogens

Ein Beitrag im Tagesspiegel von in der Ausgabe vom 4. August 2015:

„Kirche und sexuelle Vielfalt: Im Geist des Regenbogens“

„Mit der Gemeinde zog der Klosterverein von Anfang an an einem Strang, wenn es darum geht, sich für ausgegrenzte Minderheiten einzusetzen. Die Gemeinde kümmert sich seit Jahren um Prostituierte, Obdachlose und andere Gestrandete. Und auch wenn sich beim Schöneberger Regenbogen-Stadtfest im Juni 250 000 Leute im Kiez tummeln, sperrt die Gemeinde mittlerweile die Kirchentüren auf und lädt zum Gottesdienst. „Berlin braucht Vielfalt, auch christliche Vielfalt“, sagt Bruder Franziskus. „Es ist gut zu beten, aber es ist auch gut, für die Suppenküche Karotten zu schnippeln und sich für die Rechte anderer einzusetzen.“

Den Artikel finden Sie in voller Länge hier.

Fünf Fragen an: Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent im Kirchenkreis Schöneberg

Fünf Freitagsfragen an Pfarrer Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent des Kirchenkreises Schöneberg, über den heutigen Eröffnungsgottesdienst zum 23. Lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin, das Leben in der Kiez-Gemeinde und wie die Kirche Stellung beziehen sollte.

Pfr. Burkhard Bornemann (Bild: Rogate-Kloster)Burkhard Bornemann ist seit 20 Jahren evangelischer Pfarrer in Berlin, kam vor knapp zwei Jahren aus dem nördlichen Stadtrand mitten in die Mitte der City an die Zwölf- Apostel-Gemeinde an der Kurfürstenstraße, die gastgebende Gemeinde des Rogate-Klosters und leitet zur Zeit übergangsweise den Kirchenkreis Schöneberg, der zum nächsten Jahr mit Tempelhof fusionieren wird.

Rogate-Frage: Herr Pfarrer Bornemann, warum sind Sie Pfarrer geworden und was schätzen Sie an Ihren Aufgaben als Gemeindepfarrer?

Burkhard Bornemann: Die Idee, Pfarrer zu werden, kam aus meinem Einsatz als Jugendlicher in der Gemeinde. Viele Menschen zusammen, ganz unterschiedliche Begegnungen, Aufgaben – die Feier von Gottesdiensten, die Rolle der Musik, die Beschäftigung mit der Bibel, soziale Aufgaben…. Alles hat mich sehr angesprochen und auf meinen Weg gebracht. Als Gemeindepfarrer kann ich das nun schon so lange leben: Menschen jeden Alters und in ganz verschiedenen Lebenssituationen begleiten – sie auch immer wieder miteinander zusammen bringen, wo sie sich ohne eine Gemeinde wahrscheinlich nicht begegnet wären: auf Festen und bei Veranstaltungen, die von der Gemeinde angeboten werden. Auch Menschen ermutigen, in der Gestaltung von Gemeinde und Gemeinschaft mitzuwirken – sei es verantwortlich in der Gemeindeleitung oder dabei, einen Kreis oder ein Projekt zu übernehmen oder einfach mitzutun.

Rogate-Frage: Die Synode der EKBO will im kommenden Jahr die gottesdienstliche Gleichstellung von heterosexuellen und homosexuellen Paaren beschließen. Warum ist dieser Beschluss wichtig und welche Folgen hat er?

Burkhard Bornemann: Die gottesdienstliche und damit kirchenrechtliche Gleichstellung der Trauung homosexueller und heterosexueller Paare ist ein wichtiges Zeichen, dass Benachteiligung und damit Ausgrenzung endlich ein Ende haben müssen. Und werden! Bei ihrer eigenen problematischen Geschichte ist die Kirche doch der Ort, wo der Anspruch „Ehe für alle“ im Geist der Annahme eines jeden Menschen und der Akzeptanz verschiedener Sexualität und Lebensformen gelebt werden kann. Mutig voran – das kann und hat ja auch schon politische Überlegungen noch einmal angestoßen und beflügelt. Das hoffe ich sehr.

Rogate-Frage: Sie predigen heute Abend im Eröffnungsgottesdienst zum 23. Stadtfest des Regenbogenfonds. Was wird gefeiert und welche Botschaft wollen Sie vermitteln?

Burkhard Bornemann: Das Motto des 23. Lesbisch-schwulen Stadtfestes rund um den Nollendorfplatz lautet in diesem Jahr: „Gleiche Rechte für Ungleiche“ – diesen Anspruch als Leben und Freude fördernd, dafür steht für mich das bunte, laute und fröhliche, aber an den einzelnen Ständen immer wieder auch nachdenkliche Stadtfest. Die Initiative des Rogate-Klosters, am Vorabend des Stadtfestes einen sehr feierlichen und ebenfalls bunten Gottesdienst zu feiern, das ist nun auch schon eine gute Tradition, die reichlich Menschen einlädt. Den Wunsch und die Hoffnung des Rogate-Klosters: „Willkommen in unseren Gemeinden!“ gerade den Menschen queerer Identität zuzusprechen, möchte ich auch in der Predigt aussprechen. Der Gottesdienst und das Stadtfest, das sind für mich nicht zwei voneinander unterschiedene Anlässe – in beidem wird das Leben, die lebendige Unterschiedlichkeit, das liebevolle Miteinander gefeiert – und durch unseren Gottesdienst noch ein wenig bunter. – Als Pfarrer, also als offizieller Vertreter der Amtskirche zu sprechen, also einer Institution, die sich ja sehr der Ausgrenzung und Verurteilung von LGBTI– Menschen schuldig gemacht hat – und davon leider Gottes zumindest in Teilen immer noch nicht frei ist, das erfordert, so empfinde ich es, immer auch eine erhöhte Sensibilität. Das wird für mich noch einmal ernster, weil ich als (schwuler) Mann in meiner Predigt ein besonderes Augenmerk auf weibliche, auf die lesbische Identität legen möchte. Es ist mir ein Anliegen, auch da die Botschaft des Plakates des Stadtfestes aufzunehmen – und auch aus der Betroffenheit zu sprechen, dass ich gerade in diesem Jahr verschiedentlich auf Unachtsamkeit und bewusstes Verschwindenlassen der lesbischen hinter der schwulen Präsenz gestoßen bin – in den Medien, aber auch Gesprächen. Wir feiern das „Lesbisch-schwule Stadtfest“ , das ist mir dabei noch einmal besonders wichtig geworden.

Rogate-Frage: Im Gemeindegebiet der Zwölf-Apostel-Kirche leben viele LGBTI-Menschen. Welchen Einfluss hat dies auf die Arbeit der Kirchengemeinde?

Burkhard Bornemann: Dass in meiner Gemeinde viele LGBTI – Menschen leben, das war ein wichtiger Grund, mich hier in Zwölf-Apostel zu bewerben. Es ist schön zu erleben, dass sie in den Gottesdiensten, in den verschiedenen Bereichen der Gemeinde – den Chören – den Sozialdiensten ihren Platz haben. Einfach normal und entspannt „da“ sein, selbstbewusst und unverstellt. Das ist schon viel. Ich verstehe, dass manche genau das möchten und nicht eine besondere „Zeugnisfunktion“, eine politische oder andere Verantwortung in der Gemeinde für LGBTI – Rechte übernehmen möchten. Und doch denke ich, dass die Gemeinde an diesem Ort mehr leisten könnte. Wie? Ist mir selber auch nach fast zwei Jahren noch nicht klar. Vielleicht kommen da auch andere auf gute Ideen und sprechen mich an. Eine Vernetzung der verschiedenen Menschen innerhalb der Gemeinde zu diesem wichtigen Menschenrechtsthema – das wünsche ich mir jedenfalls sehr. Ich habe mir fest vorgenommen, wenn ich im nächsten Jahr die Verantwortung im Kirchenkreis in gewählte Hände übergeben kann, dann soll das jedenfalls auch gestaltend mit „mein“ Thema sein.

Rogate-Frage: Viele junge homosexuelle Menschen nehmen sich das Leben. Wie kann die Kirche Teil der Lösung werden und sich davon befreien, Teil des Problems zu sein?

Burkhard Bornemann: Stellung beziehen – Vernetzung aufbauen – als Ort deutlich werden, wo Menschen einfach hingehen können und wissen, hier werde ich gehört, angehört, ernst genommen. Nach den Abendgebeten des Rogate-Klosters, nach den Gottesdiensten – ich kann einfach jemanden ansprechen und muss nicht Angst haben, auf homophobe, menschenverachtende Gedanken zu stoßen, so etwas anhören zu müssen. Das betrifft die einzelne Gemeinde, wie auch unsere Kirche als Ganzes. Vielleicht können auch die Info-Stände der Kirchenkreise und von Rogate dazu beitragen, dass Menschen uns so wahrnehmen. Vertrauen gewinnen. Auch dazu, Kirche mit zu gestalten, weiter zu entwickeln als Ort, als Gemeinschaft, in der bunt und vielfältig gelebt und geliebt wird. Dass es dabei bleibt, so wie Bruder Franziskus geschrieben hat: „Kirche: es gibt etwas zu feiern.“

Rogate: Vielen Dank, Herr Pfarrer Bornemann, für das Gespräch!

Mehr Infos finden Sie hier: zwoelf-apostel-berlin.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de _________________________________________________

Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

Aktuell: Natürlich queer – Im Zeichen des Regenbogens

„Natürlich queer – Im Zeichen des Regenbogens“

Dieser Artikel ist eine Übernahme vom Portal des Kirchenkreises Berlin-Schöneberg:

Im Juni kommt man in Berlin an der Regenbogenflagge kaum noch vorbei. Früher oder später weht sie von allen Rathäusern. Und selbst wenn man Christopher-Street-Day-Paraden, Dyke March und Motzstraßenfest meidet, kann man sich unversehens in einem Regenbogen-dekorierten Wartehäuschen der BVG wiederfinden.

Nur die Kirchen sind der rettende Regenbogen-freie Schutzraum? Von wegen! Auch dieses Jahr wird das Lesbisch-schwule Stadtfest des Regenbogenfonds e.V. (vulgo: Motzstraßenfest) am Freitag, 19. Juni um 19:30 Uhr, mit einem Gottesdienst in der Zwölf-Apostel-Kirche eröffnet. Veranstalter ist das Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin, das traditionell in Zwölf Apostel seine Gottesdienste feiert. Der amtierende Superintendent des Kirchenkreises, Burkhard Bornemann, predigt in diesem bunten, ökumenischen Gottesdienst, an dem auch die Tempelhof-Schöneberger Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Jörg Steinert vom LSVD Berlin-Brandenburg, Dekan Ulf-Martin Schmidt von der Alt-Katholischen Gemeinde, Vikarin Anna Trapp von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche und der Friedenauer Posaunenchor beteiligt sind.

Im Gottesdienst wird die LSVD-Wanderausstellung „Schöneberg – Wiege der homosexuellen Emanzipation“ in der Zwölf-Apostel-Kirche eröffnet. Die interessante Ausstellung liefert viel Wissenswertes über die Geschichte der Homosexuellen-Bewegung in Deutschland und nimmt dabei immer wieder Bezug auf Schöneberg. Vom 22.-26. Juni kann sie täglich von 16:00-18:00 Uhr angesehen werden. Am Sonntag, 28. Juni, 15:00 Uhr, lädt Jörg Steinert im Rahmen des Zwölf-Apostel-Gemeindefestes zu einer abschließenden Sonderführung durch die Ausstellung.

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Bibel verstehen bewahrt vor Homophobie. Jesus ruft zur Liebe auf. Respekt vor der Vielfalt der Schöpfung Gottes.

Doch Kirche bleibt nicht nur in ihren eigenen Gemäuern und hofft, dass (queere) Menschen den Weg dorthin finden, sie wagt sich auch hinaus in die Community. Wie schon in den letzten Jahren sind die Kirchenkreise Charlottenburg-Wilmersdorf und Berlin-Schöneberg am 20. und 21. Juni mit einem Stand auf dem Motzstraßenfest vertreten. Sie stehen in der Fuggerstraße in guter Nachbarschaft zum Stand des Rogate-Klosters, das man im Vergleich mit den Kirchenkreisen als alte Stadtfest-Veteranen bezeichnen kann. Hier steht Kirche mit einer Botschaft: „Willkommen in unseren Gemeinden“ lautet sie und begrüßt ausdrücklich die Menschen, die vor 30 Jahren noch nicht willkommen geheißen wurden.

Und das sind nur die queeren Termine, die den Kirchenkreis Schöneberg direkt betreffen. Noch erwähnt sei in diesem Zusammenhang am darauffolgenden Freitag, 26. Juni, um 18:00 Uhr der jüdisch-christliche Gottesdienst zum CSD in der Sta. Marienkirche, um 20:00 Uhr der Ökumenische CSD-Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sowie die regelmäßigen Gottesdienste der AIDS-Initiative KIRCHE positHIV immer am letzten Sonntag im Monat um 18:30 Uhr in der Kirche Am Lietzensee. Ebenso wie die Entscheidung der Landessynode der EKBO (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesiche Oberlausitz) vom April 2015, homosexuelle Segnungen kirchenrechtlich mit heterosexuellen Trauungen gleich zu stellen. Es bewegt sich also grade einiges in der Kirche. Oder, unlängst beschrieben im Schwulenmagazin blu: „Es gibt etwas zu feiern!“

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Willkommen zu unseren öffentlichen Gottesdiensten in der gastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Donnerstag, 18. Juni 15 | 20:30 Uhr, KOMPLET, das Nachtgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Freitag, 19. Juni 15 | 19:30 Uhr, Eröffnungsgottesdienst des 23. lesbisch-schwulen Stadtfestes des Regenbogenfonds e.V., Predigt: Pfarrer Burkhard Bornemann, amtierender Superintendent im Kirchenkreis Schöneberg. Mit dem Friedenauer Posaunenchor,  Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler,  Jörg Steinert (LSVD Berlin-Brandenburg), Dekan Ulf-Martin Schmidt und Vikarin Anna Trapp. Orgel: Malte Mevissen.
  • Sonnabend & Sonntag, 20. und 21. Juni 15, Teilnahme mit einem Info-Stand auf dem “23. Stadtfest des Regenbogenfonds“, Schöneberg
  • Dienstag, 23. Juni 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • St. Johannistag, Mittwoch, 24. Juni | 18:00 Uhr, Eucharistie, Hauskirche Maria von Magdala, Alt-katholische Gemeinde Berlin, Detmolder Straße 4, 10715 Berlin-Wilmersdorf
  • Dienstag, 30. Juni 15 | 19:00 Uhr, VESPER, das Abendgebet, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Donnerstag, 25. Juni | 20:30 Uhr, Andacht “Der Mond ist aufgegangen. Musik – Wort – Sommerabendsegen”. Impuls: Pater Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung – The Flame Of Hope”, zu „Der Mond ist aufgegangen”. Orgel: Manuel Rösler.