Russlandkrise: Ukraine-Friedensgebet am Dienstag.

Friedensgebet anlässlich der Russlandkrise am Dienstag in der Sankt Willehad-Kirche

Die Gemeinden der St. Willehad-, der Neuapostolischen, der Banter und der Luther-Kirche sowie die Caritas im Dekanat Wilhelmshaven, das Diakonische Werk Friesland-Wilhelmshaven und das Rogate-Kloster Sankt Michael laden am Dienstag, 29. November 2022, zum monatlichen ökumenischen Friedensgebet anlässlich des Überfalls Russlands auf die Ukraine ein.

Theologin Heide Grünefeld, Migrationsberatung der Diakonie Friesland-Wilhelmshaven, wird zur aktuellen Situation geflüchteter Menschen in Freisland und Wilhelmshaven sprechen. Die Andacht beginnt um 18:00 Uhr in der St. Willehadkirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven.

Die Andacht wird auf dem Youtube-Kanal der Sankt-Willehad-Gemeinde live gestreamt:

Rainer Ewald: „Gott wird da sein, was auch immer geschehen mag“

„Nichts ist mehr so, wie es mal war“, äußerten sich Medien und Politiker nach dem 24. Februar 2022 als russische Truppen auf Befehl Putins in die Ukraine einmarschierten und seitdem dort Tod und Verwüstungen brachten. Niemand im Westen hatte bis dahin das für möglich gehalten. Von einer Zeitenwende wurde gesprochen. Was hat sich denn nun für uns geändert?

In der Banter Kirche Wilhelmshaven hielt Pastor i.R. Rainer Ewald die hier dokumentierte Predigt.

Wir merken es vor allem erst mal im Portemonnaie. Energie ist sehr viel teurer geworden und in dem Gefolge alle anderen Güter des täglichen Lebens, eine Inflation wie seit langem nicht mehr. Viele Menschen haben Angst, oder? Reden sie sich das ein? Gibt es nicht schon konkrete Pläne zur Entlastung unserer Haushaltskasse? Angst haben müssen die Menschen in der Ukraine vor Bomben, Raketen, Panzern, Gewehrkugeln, Terror, Verschleppung und Vergewaltigungen. Sie brauchen unsere Solidarität.

Angst. Angst müssen wir vor allem vor der Doktrin der jetzigen russischen Regierung haben, man fühle sich durch die Nähe westlich geprägter Gesellschaftsordnungen, einschließlich einer Mitgliedschaft in EU und Nato, bedroht und habe darum eine strategische Berechtigung, militärisch gegen Nachbarn vorzugehen. Das nämlich bedroht uns in der logischen Folge selbst, davor sollten wir uns wirklich fürchten. Wenn Putin damit durchkommt, dann gibt es einen Dominoeffekt für alle Staaten Osteuropas und im weiteren auch für Deutschland. Und darum muss man den Kampf der Ukrainer gegen ihre Besatzer mit allen Mitteln unterstützen, es geht nämlich auch um uns.

Das hat sich geändert. Keine Rede mehr von einer friedlicheren und sicheren Welt nach dem Ende des kalten Krieges. Und die alten Argumente der Friedensbewegung greifen nicht mehr, so scheint es jedenfalls. Ob sie wirklich alle nicht mehr greifen, ist ja noch nicht raus. Aber hat sich darum wirklich alles geändert? Gilt nichts mehr, was vorher galt? Alles für die Mülltonne? Es wird so viel behauptet, so viel vorhergesagt! Vieles wird nicht zu halten sein. Vieles wird vielleicht später bereut werden.

Eines aber weiß ich genau: Die Zehn Gebote bleiben. Ganz bestimmt und wenn auch noch viel Schlimmeres passiert, daran wird nichts geändert. Gott hat sie uns gegeben. Gott, dessen Name Jahwe ist. Das heißt: „Ich werde da sein.“ Gott wird da sein. Das steht fest. Und das bleibt auch fest. Was auch immer geschehen mag. Gott fällt nicht unter die Änderungen, die jetzt die Welt erfährt.

Er wird da sein. Nicht, dass er da war, wenn wir es glauben. Nicht, dass er da ist, wenn wir es glauben. Nein, dass er da sein wird über alle Zeit der Welt und noch darüber hinaus ob es die Menschen glauben oder nicht. Das steht fest. So wurde es einst Mose versprochen. Das erste Mal, als er in der Wüste vor dem brennenden Dornbusch stand. Und sicherlich nicht das letzte Mal, als er am Berg Sinai die Gebote empfing. Du die fingen eben immer mit diesem Satz an: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.“

Und so ist es auch uns versprochen, die wir am Beginn einer neuen Zeit zu stehen scheinen, die doch aber im Angesichtes dessen der immer da sein wird, doch nur eine Minute sein kann, ein kurzer Moment der Veränderung der Atmosphäre auf dieser Welt. Wir aber fragen, wo bitte gelten die Gebote Gottes noch? Wie oft werden schon die Gesetze, die sich die Menschen selber gegeben haben, missachtet, geschweige denn die Gebote Gottes? Gottes Gebote haben aber deswegen noch lange nicht ihre Gültigkeit verloren. Sie bleiben bestehen.

Was die Menschen auch tun werden, sozusagen im Hintergrund, werden sie sich immer von den Zehn Geboten befragen lassen müssen. Sie sind – so möchte ich es mal sagen – ein Teil unseres Gewissen, ja sogar des Weltgewissens. Der Katalog, oder die Checkliste, nach der wir unser Tun immer wieder überprüfen, durchchecken werden. Ein Putin ebenso, der ja offensichtlich sich neuerdings als orthodoxen Christen geriert, wie auch Präsident Selenski oder Herr Scholz oder Herr Biden und wie wir alle. Die Zehn Gebote sind nämlich keine Besonderheit der jüdischen und christlichen Religion. Sie gelten weltweit.

Da mag es nun auch mal sein, dass sich keiner mehr an sie zu halten scheint. Das liegt dann aber nicht an den Zehn Geboten, sondern an uns Menschen. Damit aber stehen wir auf dem Prüfstand, dann müssen wir Menschen uns fragen lassen, was läuft eigentlich schief auf dieser Welt. Die Zehn Gebote werden niemals auf dem Prüfstand stehen. Sie bleiben, wie sie vorher waren. Sie bleiben, wie sie immer waren und immer sein werden. Für sie gibt es keine Verfassungsänderung.

Ist das nicht irgendwie erleichternd und auch befreiend? Befreiend zumindest von all den Ängsten, die einem dieser Tage überkommen wollen. Gott sei Dank, wir haben noch eine Richtschnur und eine Leitlinie, nach der wir leben können. Nicht Alles ist anderes geworden. Mir jedenfalls geht es so, wenn ich mir das einmal so deutlich mache. Davon, dass die Gebote Gottes befreien können sagt uns schon der alte Text, den wir heute lesen, etwas: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.

Gott will uns befreien, aus der Knechtschaft, dass heißt aus Zwang und Unterdrückung. Seit Mose galten die Gebote für das Volk Israel als Sinnbild für die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. Seit Jesus Christus gelten sie für uns alle als Sinnbild der Befreiung aus allerlei Knechtschaft, unter die wir geraten könnten. Denn Jesus löste die Gebote nicht auf. Er sagte: „Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz.“ (Matthäus-Evangelium 5,18). Gleichzeitig hat er uns aber befreit, denn er wies uns einen Weg, wie wir von Schuld befreit werden und immer wieder unseren Frieden finden können mit Gott und seinen Geboten.

So schwer es auch zu sagen ist, die Zehn Gebote könnten für uns gerade jetzt helfen, wo wir dabei sind, einen Kampf zwischen Gut und Böse zu kämpfen. Ein Kampf, von dem wir überhaupt nicht wissen, wie er denn wohl ausgehen wird, und ob er denn wirklich helfen wird, die Gefahren, in denen wir uns befinden, auszuschalten. Und welchen Preis wir am Ende zahlen müssen.

Darum, die Zehn Gebote können uns Richtschnur und Orientierung sein, bei allem berechtigten Kampf gegen Terror und Unterdrückung gegen Diktatoren und Autokraten Mensch zu bleiben, in Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gottesfurcht. Gott helfe uns durch seine Gebote, den richtigen Weg zu finden. Denn nur durch sie werden wir mit allen unseren Nachbarn und Mitmenschen letztlich einen Frieden in Gerechtigkeit finden.

Pastor i.R. Rainer Ewald, Predigt am 16. Oktober 2022 in der Banter Kirche zu Wilhelmshaven

Terminhinweis:

Friedensgebet anlässlich der Russlandkrise am Dienstag in der Sankt Willehad-Kirche

Die Gemeinden der St. Willehad-, der Neuapostolischen, der Banter und der Luther-Kirche sowie die Caritas im Dekanat Wilhelmshaven, das Diakonische Werk Friesland-Wilhelmshaven und das Rogate-Kloster Sankt Michael laden am Dienstag, 25. Oktober 2022, 18:00 Uhr, zum monatlichen ökumenischen Friedensgebet anlässlich des Überfalls Russlands auf die Ukraine ein. Die Andacht wird über den Youtube-Kanal der Sankt-Willehad-Gemeinde live gestreamt.

Heidi Heidler: Unser kleiner Beitrag zur Integration Geflüchteter

Flüchtlinge! Leute! Lauter Leute, die wir nicht kennen! Leute? Nein! Menschen! Menschen, die bei uns Schutz suchend eingetroffen sind, nach Angriffen auf ihr Leben, aus dem Luftschutzkeller, auf der Flucht, mit wenigen Habseligkeiten, verzweifelt, heimatlos!  Sie haben eine Zuflucht gefunden, hier bei uns, wo sie in Sicherheit sind, und sie „wohnen“ zum Beispiel in der alten Schule Peterstraße, Wilhelmshaven-Bant.

Heidi Heidler (Mitte) vor der Sankt Willehad-Kirche Wilhelmshaven nach der Intervention.

Damit sie bei uns in Ruhe und Geborgenheit leben und sich ein wenig auskennen, müssen und wollen sie unsere Sprache lernen. Dabei helfen wir ihnen in unserem Sprachkurs bei der Banter Kirche. Wir, das sind mein Team und ich. Jeden Montag treffen wir uns zum Unterricht in zwei Kursen, der Andrang ist groß!  Es kommen bis zu 20 Menschen, mal mehr, mal weniger. Und deren und auch unsere Motivation ist groß! Jede Stunde beginnen wir in lockerer Atmosphäre mit dem Lied: “Wi seggt Moin, Moin!“.

Unsere Themen, die wir bearbeiten, ergeben sich aus dem Alltag, wie zum Beispiel (Wörter für) Körperteile, Kleidung, Lebensmittel, Uhrzeiten, Farben, Jahreszeiten, auch die Grammatik kommt nicht zu kurz, Artikel,  Pluralbildung, Beugung von Verben, Adjektive, die Fälle…. Die Arbeitsblätter sind einfach und mit vielen Bildern, oft selbst gezeichnet, versehen, die Übungen erklären sich selbst. So haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich Erfolg und Freude beim Lernen.

Auch der Spaß wird nicht vergessen, und es wird im Unterricht sogar gelacht! Am Schluss jeder Stunde singen wir: „Wann und wo, sehen wir uns wieder und sind froh?!“, und das sogar im Kanon!

Schön, wenn diese Menschen, das Lied summend, unseren Deutschkurs verlassen und das auch auf der Straße noch zu hören ist! Wir freuen uns, dass wir durch unser Tun einen kleinen Beitrag zur Integration der Geflüchteten leisten können. Ihre Dankbarkeit, Herzlichkeit, aber auch manche Tränen dieser Menschen erfüllen uns mit Demut. Uns geht es gut. Wir sind dankbar, dass wir diese Menschen kennenlernen und ihnen helfen dürfen, ihr Schicksal berührt uns und bereichert zugleich unser eigenes Leben! Und dafür danken wir Gott.

Intervention von Heidi Heidler, Freiwillige in der Banter Kirche Wilhelmshaven, in der Sankt WIllehad-Kirche, im ökumenischen Friedensgebet am Dienstag, 30. August 2022,

Terminhinweis: Friedensgebet anlässlich der Russlandkrise am Dienstag in der Sankt Willehad-Kirche

Die Gemeinden der St. Willehad-, der Neuapostolischen, der Banter und der Luther-Kirche sowie die Caritas im Dekanat Wilhelmshaven, das Diakonische Werk Friesland-Wilhelmshaven und das Rogate-Kloster Sankt Michael laden am Dienstag, 25. Oktober 2022, 18:00 Uhr, zum monatlichen ökumenischen Friedensgebet anlässlich des Überfalls Russlands auf die Ukraine ein. Die Andacht wird auf dem Youtube-Kanal der Sankt-Willehad-Gemeinde live gestreamt.

Wilhelmshaven: Ukraine-Friedensgebet am Dienstag

Friedensgebet anlässlich der Russlandkrise am Dienstag in der Sankt Willehad-Kirche

Die Gemeinden der St. Willehad-, der Neuapostolischen, der Banter und der Luther-Kirche sowie die Caritas im Dekanat Wilhelmshaven, das Diakonische Werk Friesland-Wilhelmshaven und das Rogate-Kloster Sankt Michael laden am Dienstag, 27. September 2022, 18:00 Uhr, zum monatlichen ökumenischen Friedensgebet anlässlich des Überfalls Russlands auf die Ukraine ein. Die Andacht wird auf dem Youtube-Kanal der Sankt-Willehad-Gemeinde live gestreamt:

Ukrainische Jugendliche werden sich mit einem eigenen Wortbeitrag beteiligen. Weitere Beteiligte an der Andacht in der St. Willehadkirche, Bremer Straße 53, sind Dechant Andreas Bolten, Pastor Frank Moritz, Bezirksevangelist Eike Rosentreter, Bruder Franziskus Aaron und Gerrit Junge an der Orgel.

Am Ausgang wird eine Korbkollekte für das bundesweite Aktionsbündnis Katastrophenhilfe gesammelt.

Die folgenden geplanten Friedensgebete in Sankt Willehad Wilhelmshaven:

  • Dienstag, 25. Oktober 2022 | 18:00 Uhr.
  • Dienstag, 29. November 2022 | 18:00 Uhr.

Friedensgebet in der Russlandkrise: Dienstag in der Sankt Willehad-Kirche Wilhelmshaven.

Verschiedene christliche Gemeinden laden zum nächsten ökumenischen Friedensgebet ein. Anlass ist der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Beginn der Andacht ist am Dienstag, 30. August 2022, 18:00 Uhr, in der Sankt Willehad-Kirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven. 

An der Liturgie beteiligt sind Dechant Andreas Bolten, Pastor Frank Moritz, Bezirksevangelist Eike Rosentreter und Bruder Franziskus Aaron. Heidi Heidler, engagierte Freiwillige in der Arbeit für Geflüchtete der Banter Kirche, wird einen Impuls sprechen. Gemeindemitglieder der St. Maria- und St. Mauritiusgemeinde werden Gebete in koptischer Spräche singen und beten. Am Ausgang wird eine Korb-Kollekte für das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe erbeten. Die Andacht wird live über den Youtube-Kanal der Gemeinde gestreamt.

Zu den Friedensgottesdiensten wird seit Kriegsbeginn im Februar von den Gemeinden der St. Willehad-Gemeinde, der Neuapostolischen Kirche, der Banter Kirche und der Luther-Kirche, der Caritas im Dekanat Wilhelmshaven, dem Diakonischen Werk Friesland-Wilhelmshaven und dem Rogate-Kloster Sankt Michael eingeladen. Sie finden jeweils an jedem letzten Dienstag im Monat in Sankt Willehad statt.

Frank Moritz: Fallen wir nicht auf Putins Propaganda rein!

Der Überfall Putins auf die Ukraine verleitet zu einem Schwarz-Weiß-Denken. Kein Wunder, jeder Krieg provoziert das Freund-Feind-Schema. Vorsicht Falle! Wir sollten es uns nicht zu einfach machen und etwa alle Menschen mit russischem Hintergrund vorschnell einzuordnen und zu verurteilen.

Pastor Frank Moritz (Bild: Banter Kirche Wilhelmshaven)

Eine Konfirmandin hat mich auf unserer letzten Konfirmandenfreizeit zum Nachdenken gebracht. Wir hatten eine kleine Olympiade mit verschiedenen Spielen organisiert. Dafür sollten sich jeweils Teams mit vier Mitgliedern zusammenfinden. Eine Aufgabe war es auch, ein Wappen für das eigene Team zu malen. Die Konfirmandin, die ich vor Augen habe, malte für ihr Wappen eine russische und eine deutsche Fahne. Dazu zwei Hände, die miteinander verschränkt waren. Sie erklärte ihr Bild mit den Worten: „Wir sind in unserem Team je zwei Kinder, die in Deutschland und die in Russland geboren sind. Ich will, dass wir Freunde sind.“ Ihre Äußerung hat mich bewegt, denn ich habe mich gefragt, was sie denn wohl zu dieser Aussage veranlasst hat.

Die Kleine stammt aus einer russlanddeutschen Familie aus der sibirischen Großstadt Omsk und ist mit ihren Eltern und ihren Großeltern vor acht Jahren nach Deutschland gekommen.

Wir haben in unserer Banter Kirchengemeinde seit dreißig Jahren viele Kontakte zu russlanddeutschen Familien. So habe ich auch viel über das Schicksal dieser Menschen erfahren. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie von Stalin zu Feinden erklärt, nur weil sie Deutsche waren. Sie wurden aus ihrer angestammten Heimat an der Wolga oder in der Ukraine weit in den Osten deportiert. Unter den unwürdigen Verhältnissen sind unzählige Menschen umgekommen. Einige mussten damals in Erdlöchern hausen, um zu überleben. Man zwang die Menschen in die sogenannte Trudarmee, wo sie Zwangsarbeit leisten mussten. Alle standen unter der ständigen Kommandatur, d.h. sie durften ihren Ort in der Regel nicht verlassen. Jeder beschimpfte sie als „Fritzen“ und „Faschisten“ Erst nach Stalins Tod war es ihnen möglich, etwa nach Kasachstan umzusiedeln, um sich endlich ein eigenes Leben aufzubauen.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ergab sich die Möglichkeit, in das Land der Vorfahren, nach Deutschland zurückzukehren. Doch wurde man in Russland als „Deutsche“ beschimpft, folgte hier oft das Gegenteil, man bezeichnete sie als „Russen“. Doch die insgesamt ca. 2,5 Millionen Russlanddeutschen bewiesen eine große Bereitschaft, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren und es ist den meisten in wenigen Jahren auch gut gelungen. Wie bei jeder Einwanderungsgruppe gab es sicher auch hier Menschen, denen die Eingewöhnung schwerer fiel und die auch mit der deutschen Sprache nicht so gut zurechtkamen. So kam es, dass einige nur russische Medien konsumierten und daher auch Putins Ideologie aufgesessen sind.

Doch bitte bitte setzen wir nicht alle gleich!

Wir versammeln uns hier, um gemeinsam für den Frieden in der Ukraine zu beten. Putin hat das Interesse, unsere Gesellschaft zu spalten. Fallen wir nicht auf seine Propaganda herein, betrachten wir unsere Russlanddeutschen als die, die sie sind, unsere Nachbarinnen und Nachbarn, unsere Kolleginnen und Kollegen, ja und auch unsere Freundinnen und Freunde.

Ihre Familien haben viel durchgemacht und auf sich genommen und sich mit großem Einsatz in unsere Gesellschaft eingebracht, um mit uns gemeinsam als Deutsche zu leben.

Ein Beispiel aus unserer Gemeinde kommt mir vor Augen. Damals, Anfang der Neunziger Jahre, haben wir in unsere Kleiderkammer für die neu Eingewanderten geöffnet. Heute sind wir für die Ukrainerinnen und Ukrainer da und es ist von Bedeutung, dass wir unter den Ehrenamtlichen in der Kleiderkammer auch zwei russlanddeutsche Frauen haben. Wie gut, denn nicht alle Ukrainerinnen sprechen Englisch oder gar Deutsch. Russisch verstehen aber alle.

„Ich will, dass wir Freunde sind“, sagte die Konfirmandin, die einst mit ihrer Familie aus Omsk nach Deutschland gekommen ist. Ich habe ihren Worten nichts hinzuzufügen.

Intervention von Pastor Frank Moritz; Banter Kirche Wilhelmshaven, im ökumenischen Friedensgebet am Dienstag, 26. Juli 2022, in der Sankt WIllehad-Kirche. Zu den Friedensandachten wird seit Kriegsbeginn im Februar von den Gemeinden der St. Willehad-Gemeinde, der Neuapostolischen Kirche, der Banter Kirche und der Luther-Kirche, der Caritas im Dekanat Wilhelmshaven, dem Diakonischen Werk Friesland-Wilhelmshaven und dem Rogate-Kloster Sankt Michael eingeladen.

Willkommen zu den nächsten Rogate-Gottesdiensten und -Terminen in Berlin und Wilhelmshaven:

  • Sonntag 31. Juli 2022 | 10:00 Uhr, Eucharistie. Liturgie und Predigt: Br. Franziskus. Organist: Gabriel Pech. Lektor: Jürgen Doster. Kirchdienst: Gesine Schmithals. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.
  • Dienstag, 9. August 2022 | 19:00 Uhr. Vesper, das Abendgebet. Orgel: Malte Mevissen. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.
  • Dienstag, 9. August 2022 | 20:00 Uhr. (Mitgliederöffentliche) Mitgliederversammlung Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin e.V.. Ort: Pfarrhaus, Garten, An der Apostelkirche 3, Berlin-Schöneberg.
  • Donnerstag, 11. August 2022 | 19:30 Uhr. Komplet, das Nachtgebet. Orgel: Felicitas Eickelberg. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.
  • Donnerstag, 11. August 2022 | 20:00 Uhr. (Mitgliederöffentliche) Mitgliederversammlung Förderverein Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin e.V.. Ort: Pfarrhaus, Pfarrgarten, An der Apostelkirche 3, Berlin-Schöneberg.
  • Dienstag, 30. August 2022 | 18:00 Uhr, ökumenisches Friedensgebet anlässlich des Überfalls Russlands auf die Ukraine. Ort: St. Willehadkirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven.
Bezirksevangelist Eike Rosentreter (von links), Lektorin Susanne Klenk, Pastoralreferentin Daniela Surmann, Bianca Bolle, Bürgermeisterin Gesche Marxfeld, Bruder Franziskus und Pastor Frank Moritz nach dem Friedensgebet am 26. Juli 2022 vor der Sankt WIllehad-Kirche (Bild: Klenk).

Friedensgebet in der Russlandkrise: Dienstag in der Sankt Willehad-Kirche Wilhelmshaven.

Zu einem ökumenischen Friedensgebet wird am Dienstag, 26. Juli 2022, in die Wilhelmshavener Sankt WIllehad-Kirche eingeladen. Anlass sind der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, aber auch wachsende Spannungen mit China in Asien und die weltweite Klimakatastrophe.

Beginn der Andacht um 18:00 Uhr in der Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven. An der Liturgie beteiligt sind u.a. Pastoralreferentin Daniela Surmann, Ratsfrau Heidi Bosse, Lektorin Susanne Klenk, Pastor Frank Moritz und Bruder Franziskus. Florian Bargen spielt die Orgel.

Zu den Friedensandachten wird seit Kriegsbeginn im Februar von den Gemeinden der St. Willehad-Gemeinde, der Neuapostolischen Kirche, der Banter Kirche und der Luther-Kirche, der Caritas im Dekanat Wilhelmshaven, dem Diakonischen Werk Friesland-Wilhelmshaven und dem Rogate-Kloster Sankt Michael eingeladen. Sie finden an jedem letzten Dienstag im Monat n der Nordseestadt statt.

Russlandkrise: Ukraine-Friedensgebet der Wilhelmshavener Ökumene am Dienstag.

Die wöchentlich durchgeführten Ukraine-Friedensgebete in der Sankt Willehad-Kirche enden am Dienstag, 31. Mai, 18:00 Uhr. Die Andacht wird zusätzlich über den Youtube-Kanal der Gemeinde gestreamt. 

Seit dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges haben die Gemeinden der St. Willehad-Gemeinde, der Neuapostolischen Kirche, der Banter Kirche und der Luther-Kirche, der Caritas im Dekanat Wilhelmshaven, dem Diakonischen Werk Friesland-Wilhelmshaven und dem Rogate-Kloster Sankt Michael dazu eingeladen und sich mit verschiedenen Vertreter*innen beteiligt. 

Künftig soll es einen monatlichen Friedensgottesdienst am letzten Dienstag im Monat geben. Der erste Termin ist am 28. Juni.

Ort: St. Willehadkirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven.

Übersicht der Friedensgebete auf dem Youtube-Kanal der Sankt-Willehad-Gemeinde Wilhelmshaven.

Hier die Aufzeichnung des Friedensgebetes vom 31. Mai 2022:

Heide Grünefeld: Versuchen wir weiter, Teil der guten Nachrichten zu sein.

Heide Grünefeld (Bild: privat)

Ich soll in Worte kleiden, was mich bewegt. Ein Thema herausgreifen, einen Aspekt, ihn beleuchten und darüber hier sprechen. Etwas, das wichtig ist gerade, und etwas, was vermutlich nicht nur mich bewegt, sondern auch Sie.

Aber wissen Sie was? Ich weiß nicht, was ich hier sagen kann oder sollte oder müsste. Es ist so viel gerade, ich kann die Dinge in meinem Kopf nicht mehr sortieren, die Bilder nicht mehr verarbeiten, die Aufgaben nicht mehr priorisieren, die Herausforderungen nicht mehr bewältigen, so scheint es mir. Es ist so viel.

Ich arbeite bei der Migrationsberatung im Diakonischen Werk. Die Ukraine beschäftigt uns, die abendlichen Nachrichten übersetzen wir in Zahlen und Aufgaben und sie erreichen uns in menschlichen Schicksalen.

Ich habe vor zwei Wochen hier bereits berichtet von den Menschen, die vor einigen Jahren zu uns geflüchtet sind, aus verschiedensten Ländern, und die jetzt getriggert sind und verängstigt vom Krieg in der Nachbarschaft. Ich könnte berichten von ihren Ängsten jetzt, nun Flüchtlinge zweiter Klasse zu sein, als Muslime, als diejenigen, die vielleicht schon einige Jahre hier sind, und immer noch nicht auf die Beine gekommen sind und sich schwer tun mit Sprache, Arbeit, Kultur und die nun damit rechnen müssen, kaum noch Toleranz von den Deutschen zu erhalten, denn „nun müssten sie doch so langsam mal wirklich…“. Ich könnte berichten von denen, die immer noch im Mittelmeer ertrinken.

Ich könnte berichten von den neuen Fluchtgeschichten der Ankommenden aus der Ukraine, von ihrer Reise, ihrer Müdigkeit, ihrer Sorge um die Männer und Verwandten, die noch in der Ukraine sind. Ich könnte berichten von Ihrer Fassungslosigkeit und Verzweiflung darüber, dass sie zu Flüchtlingen ohne ein Zuhause geworden sind. Jede Geschichte einzigartig und neu und doch immer von den gleichen Farben der Angst und Erschöpfung unterlegt.

Ich könnte sprechen über die Kriege und Krisen, die in der Welt gerade weniger gesehen werden, Afghanistan, Sudan, Syrien, Eritrea, Myanmar, Irak, Jemen.

Und ich muss all das ja nur sehen und hören und nicht selber durchleiden. Da sollte es mir doch gut gehen, denke ich.

Aber es ist trotzdem schwierig, weil die Probleme so riesengroß sind, das man nicht mehr weiß, wo man anfangen soll, und der Klimawandel ist da, und Corona, und dann sind da ja auch immer noch die Fragen nach vielen alltäglichen Problemen, die ja auch nicht plötzlich weg sind.

Es ist zu viel. Und ich gestehe, wenn es mir zu viel wird, dann wird mein Beten wütend, und ich vergreife mich im Ton und herrsche unseren Gott an und werde laut. „Siehst Du es nicht? Wir Menschen verreißen es hier völlig, tu doch was, wo bist Du?

Und dann wünschte ich, ich könnte eine Stopptaste drücken, und alles würde innehalten, und ich könnte mich mit einem Kaffee in die Sonne setzen und den Vögeln zuhören und den Wolken zusehen und ich würde an gar nichts denken und gar nichts tun. Außer: Ein – und wieder ausatmen.

Nun, das mit der Stopptaste funktioniert nicht, aber das Innehalten, das ist wichtig. Denn dann wird mein Blick wieder klarer.

Und ich kann sie wieder sehen, die anderen Nachrichten. Und ich höre Gott antworten, der sagt, oh doch, ich war nie weg, sieh hin. Ich kann zwischen den Bildern der Flüchtenden auch wieder die Helfenden sehen, die Suppe und Getränke reichen, die Betten bauen und Transfers einrichten.

Ich kann sie sehen, die Menschen, die sich sogar in Russland immer wieder öffentlich gegen den Krieg und gegen die Regierung stellen, obwohl es lebensgefährlich ist. Menschen demonstrieren, erklären ihre Solidarität mit der Ukraine, mit ukrainischen Freunden und Verwandten. Viele hier lebende russischstämmige Menschen haben uns ihre Hilfe beim Dolmetschen zugesagt und den Krieg gegen die Ukraine scharf verurteilt.

In Moskau hat sich eine Mitarbeiterin des staatlichen Fernsehens während der Live-Nachrichten mit einem „Stop war“ Schild hinter die Sprecherin gestellt, haben Sie es gesehen? Unglaublich, was es für mutige Menschen gibt.

Syrische Migranten, die für mich häufiger bei neu ankommenden arabisch sprechenden Flüchtlingen dolmetschen, sagten die Tage zu mir, ich könne sie auch bei den Ukrainern anrufen. Sprechen können sie dann zwar nicht mit ihnen, aber sie wüssten, was Flüchtlinge hier brauchen, wenn sie neu ankommen, das bekämen sie auch ohne Sprache hin.

Ein deutscher Anrufer bei mir im Büro antwortet auf meine Frage, wie lange er die ukrainische Familie, die er bei sich beherbergt, weiter unterbringen kann, mit „Das kann ich ja nun nicht sagen, wie lange es da unten dauert“. sagt er. „Das wissen wir ja nicht. Wir kommen hier schon klar.“ Ganz undramatisch und bescheiden sagt er zu mir: „Na, rufen Sie man an, wenn Sie noch mehr Leute unterbringen müssen, ein paar kriegen wir hier schon noch unter.

Und wenn ich noch ein bisschen weiter ein und ausatme, dann sehe ich die Menschen wieder mit anderem Blick. Und kann mich wieder freuen über die Freundlichkeit der Sachbearbeiterin am Telefon. Ich ärgere mich weniger über politisch aggressive Statements, sondern freue mich über jede einzelne kluge und demonstrative Gegenstimme. Ich sehe sie wieder, die Menschen, die besonnen bleiben und ruhig und die weiter versuchen, das Beste zu geben, jeden Tag.

Und dann entschuldige ich mich für meinen Tonfall und sage, ok, Gott, tut mir leid. Es geht wieder.

Versuchen wir weiter, Teil der guten Nachrichten zu sein. Einen anderen Weg gibt es nicht.

Und Du Gott, bist da, am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Theologin Heide Grünefeld, Migrationsberaterin des Diakonischen Werks Friesland-Wilhelmshaven, im Ukraine-Friedensgebet am 15. März 2022 in der Sankt Willehad-Kirche Wilhelmshaven.

Heide Grünefeld im Ukraine-Friedensgebet am 15. März 2022 in der Sankt Willehad-Kirche Wilhelmshaven.


Willkommen zum nächsten Friedensgebet in Wilhelmshaven:

  • Dienstag, 26. April 2022 | 18:00 Uhr, ökumenisches Friedensgebet anlässlich des Überfalls Russlands auf die Ukraine. Die Friedensgebete werden getragen von den Gemeinden der St. Willehad-Gemeinde, der Neuapostolischen Kirche, der Banter Kirche und der Luther-Kirche, der Caritas im Dekanat Wilhelmshaven, dem Diakonischen Werk Friesland-Wilhelmshaven und dem Rogate-Kloster Sankt Michael. Ort: St. Willehadkirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven.

Martin Ehlers: Wir sind nicht tatenlos. Aber, haben wir genug getan?

Es ist Krieg mitten in Europa. Mitten unter uns geschieht das Unfassbare. Russland überfällt die Ukraine. Russland zieht über Monate hinweg Truppen an der Grenze zur Ukraine zusammen. Die Warnungen sind nicht zu übersehen. Die westlichen Demokratien versuchen auf allen diplomatischen Kanälen, Putin zum Truppenabzug zu bewegen.

Ratsherr Martin Ehlers (Bild: privat)

Wir sind nicht tatenlos. Aber, haben wir genug getan?

Vier Tage nach dem Ende der Olympischen Winterspiele am 24. Februar 2022 greift Russland die Ukraine trotz aller diplomatischen Bemühungen an. Wir sind am Morgen des 24. Februar in einer Welt aufgewacht, die Putin so wollte, die wir aber nicht wahrhaben wollten. Westliche Demokratien beginnen, der Ukraine Waffen zu liefern. Panzerfäuste, Flugabwehrwaffen, Maschinengewehre, Helme, Schutzwesten und Sanitätsmaterial.

Wir sind nicht tatenlos. Aber, haben wir genug getan?

Putin droht der NATO mit nie dagewesenen Konsequenzen, wenn sie der Ukraine militärisch beisteht. Die westlichen Demokratien verhängen Sanktionen gegen Russland. Die Ukraine erhält wirtschaftliche Hilfen. Der Westen schließt aber eine militärische Beteiligung bei der Verteidigung der Ukraine kategorisch aus. Aus Angst vor Putins Drohkulisse will der Westen nicht provozieren.

Wir sind nicht tatenlos. Aber, haben wir genug getan?

Russland führt einen Krieg gegen Städte. Wohnviertel, Krankenhäuser, Schulen und die technische Infrastruktur wie Gas-, Wasser und Stromleitungen werden angegriffen. Zivile menschliche Opfer werden dabei in die Angriffe einbezogen. Die Staaten in West- und Mitteleuropa nehmen Millionen geflüchteter Ukrainerinnen und Ukrainer, darunter viele Kinder auf. Ein schier unendlich großes Engagement von Helferinnen und Helfern ist für die verzweifelten Menschen aus der Ukraine da, um ein kleines Licht in dieser Dunkelheit zu spenden.

Wir sind nicht tatenlos. Aber, haben wir genug getan?

An dieser Stelle danke ich aber ausdrücklich den vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helferinnen und Helfern, die bei der Feuerwehr, dem THW, den Wohlfahrtsverbänden, der Stadt Wilhelmshaven sowie den ungezählten privaten Initiativen alles tun, um die bei strandenden Menschen aus der Ukraine aufzufangen.

Seit sechs Wochen herrscht Krieg in der Ukraine. In den vergangenen Tagen erreichen uns verstörende Bilder von ermordeten, zum Teil gefesselten Frauen, Männern und Kindern aus der Stadt Butscha. Am Straßenrand liegen Leichen, Massengräber mit Frauen, Männern und Kindern wurden entdeckt. Die westlichen Staaten erhöhen den Druck auf Russland, liefern noch mehr Waffen an die Ukrainer, weisen russische Diplomaten aus und kündigen schärfere Sanktionen an.

Wir sind nicht tatenlos. Aber, haben wir genug getan?

Russland führt einen Vernichtungskrieg. Für Putins Armee sind Zivilisten ein militärisches Ziel. Mariupol wird völkerrechtswidrig ausgehungert und bombardiert. Die Vernichtung der Ukraine ist das Ziel. Die gesamte Bandbreite von Kriegsverbrechen geschieht vor unseren Augen in Europa. Politiker der westlichen Welt sprechen davon, dass Rote Linien überschritten wurden. Die führenden Politiker aus NATO und EU treffen sich.

Wir sind nicht tatenlos. Aber, tun wir das Richtige?

Die Hoffnungslosigkeit der Menschen wird immer größer. Viele von uns haben Geld gespendet, vielleicht haben sie auch Geflohene aufgenommen oder haben versucht, einem Menschen aus der Ukraine Trost zu spenden. Wir demonstrieren zu Hunderttausenden für den Frieden und versammeln uns zu Gebeten.

Wir sind nicht tatenlos. Aber, haben wir genug getan?

Der nächste Putin wartet schon und schaut genau, wie die freie Welt in dem Kampf der Ukraine um Freiheit, Unabhängigkeit und Demokratie agiert und wo unsere Schwächen sind.

Wir brauchen jetzt Mut, unser Land auf große Kraftanstrengungen vorzubereiten. Was muss noch passieren, dass wir aus unserer Komfortzone herauskommen.

Vor diesem Hintergrund ist ein von mir in Bezug auf die Ukraine abgewandeltes Zitat von Ernst Reuter aus dem Jahre 1948 zum Zeitpunkt der Berlinblockade durch die Sowjetunion in den Sinn gekommen: „Ihr Völker der Welt schaut auf dieses Land und schaut auf dieses Volk und erkennt, dass ihr dieses Land und dieses Volk nicht preisgeben könnt und nicht preisgeben dürft.“ Damit rief er der freien Welt zu, ihr dürft uns nicht im Stich lassen! Die Ukraine braucht jede Unterstützung, die die Gemeinschaft der freien und demokratischen Staaten leisten kann. Die Menschen brauchen die Unterstützung, die jeder einzelne von uns leisten kann. Wir dürfen die Ukraine nicht im Stich lassen.

Das gilt heute, das galt aber schon vor sechs Wochen und das gilt auch in Zukunft. Das unermessliche Leid der Ukraine mahnt uns.

Wir sind nicht tatenlos. Aber, tun wir genug? Ich bin nicht tatenlos. Aber, tue ich genug?

Martin Ehlers, Ratsherr und Vorsitzender der CDU Wilhelmshaven, am 5. April 2022 im ökumenischen Friedensgebet anlässlich des Überfalls Russlands auf die Ukraine in der Sankt Willehadkirche zu Wilhelmshaven.

Die nächsten geplanten Rogate-Gottesdienste in Jever, Wilhelmshaven und Berln:

Jever, Friesland.

Wilhelmshaven, Niedersachsen.

  • Karwoche, Dienstag, 12. April 2022 | 18:00 Uhr, ökumenisches Friedensgebet anlässlich des Überfalls Russlands auf die Ukraine. emeindeglieder der Kirche St. Maria und St. Mauritius (Koptisch-orthodoxe Gemeinde) singen eine Friedensbitte. Die Friedensgebete werden getragen von den Gemeinden der St. Willehad-Gemeinde, der Neuapostolischen Kirche, der Banter Kirche und der Luther-Kirche, der Caritas im Dekanat Wilhelmshaven, dem Diakonischen Werk Friesland-Wilhelmshaven und dem Rogate-Kloster Sankt Michael. Ort: St. Willehadkirche, Bremer Straße 53, 26382 Wilhelmshaven.

Berlin, Schöneberg.

  • Ostersonntag, 17. April 2022 | 10:00 Uhr, Eucharistie. Predigt: Br. Franziskus. Lektorendienst: Jürgen Doster. Kirchdienst: Gesine Schmithals. Orgel: Harald Klaus. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.
  • Sonntag Rogate, 22. Mai 2022 | 10:00 Uhr, Eucharistie. Orgel: Martin Küster. Lektor: Jürgen Doster. Kirchdienst: Jörg Freudenberg. Liturgie und Predigt: Br. Franziskus. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.