Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: Propst Christian Stäblein zum neuen Bischof der EKBO gewählt

Amtsübergabe am 16. November 2019 in Berlin

Berlin, 5. April 2019 – Die Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat auf Ihrer Frühjahrstagung am 5. April 2019 den Propst der EKBO, Dr. Christian Stäblein, zum neuen Bischof der Landeskirche gewählt. Er folgt damit Bischof Dr. Markus Dröge nach, der im November nach Ablauf seiner zehnjährigen Amtszeit in den Ruhestand gehen wird. Christian Stäblein wurde im zweiten Wahlgang mit der nötigen Zweidrittelmehrheit gewählt. Er erhielt 76 der abgegebenen 113 Stimmen. Die Amtsübergabe wird im Rahmen eines Festgottesdienstes am 16. November 2019 in der St.-Marienkirche in Berlin Mitte stattfinden, der im rbb-Fernsehen übertragen wird.

Bild: Propst Stäblein (Mitte) besuchte am 2. Oktober 2015 einen Gedenkgottesdienst des Rogate-Klosters in der Zwölf-Apostel-Kirche

Bischof Dröge gratulierte dem designierten Nachfolger: „Ich sende meine herzlichen Glückwünsche an Propst Christian Stäblein zur Wahl als Bischof der EKBO. Möge Gottes Segen den neuen Bischof in diesem wunderbaren und herausfordernden Amt begleiten, das auszufüllen in unserer, lebendigen, bunten und vielfältigen Kirche viel Freude macht, wie ich in den vergangenen zehn Jahren voller Dankbarkeit erfahren durfte.“

Auch die Präses der Synode, Sigrun Neuwerth, freut sich über die Wahl und dankte den anderen Kandidaten: „Ich freue mich über die Wahl von Propst Christian Stäblein zum neuen Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und gratuliere von Herzen. Die Synode hatte die Wahl zwischen drei gleichermaßen hervorragend geeigneten, höchst respektablen Persönlichkeiten, denen ich für ihre Bereitschaft zur Kandidatur sehr herzlich danke. Die Synode hat nun entschieden, und wir freuen uns auf eine vertrauensvolle und fruchtbare gemeinsame Arbeit mit dem zukünftigen Bischof ab Mitte November. Möge Gottes Segen uns dabei begleiten!“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, gratulierte ebenfalls: „Zur Wahl zum Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gratuliere ich Christian Stäblein von Herzen. Ich habe Christian Stäblein als einen profunden Theologen und zugewandten Seelsorger kennengelernt, der umfangreiche Erfahrung auf den unterschiedlichen Ebenen kirchlichen Leitungshandelns mitbringt. Er wird das alles im neuen Amt segensreich einbringen.“

Dr. Christian Stäblein wurde 1967 in Bad Pyrmont geboren und wuchs in Hannover auf. Er studierte Evangelische Theologie sowie im Nebenfach Judaistik und Philosophie in Göttingen, Berlin und Jerusalem. Am Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Universität Göttingen arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent und wurde 2002 mit einer Arbeit über „Das jüdische Gegenüber in der evangelischen Predigtlehre nach 1945“ promoviert. Nach dem Vikariat in Grasdorf und der Ordination war er Gemeindepfarrer, zunächst in Lengede, später in der St. Martin-Kirche in Nienburg/Weser, ab 2008 dann Konventual-Studiendirektor des Predigerseminars der Hannoverschen Landeskirche im Kloster Loccum. Seit August 2015 ist er Propst des Konsistoriums der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). In dieser Funktion obliegt ihm die theologische Leitung im Konsistorium, er ist zuständig für theologische Grundsatzfragen und leitet die Abteilung 2 „Theologie und Kirchliches Leben“. Als Propst wirkt er in einer Vielzahl von Gremien in der EKBO mit und nimmt eine rege Predigt- und Vortragstätigkeit in Gemeinden und Konventen wahr. Der 51-jährige ist Mitherausgeber der Predigtstudien. Christian Stäblein ist verheiratet und hat vier Kinder.

Der Bischof vertritt die Landeskirche in der Ökumene und in der Öffentlichkeit. Zu seinen Aufgaben zählt, Theologinnen und Theologen zu ordinieren und landeskirchliche Einrichtungen und Werke zu visitieren. Er ist zugleich Vorsitzender der Kirchenleitung.

Hinweis zum Text: Übernahme der Pressemeldung der Pressestelle der EKBO.

Martin Niemöller: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist…“

 

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Martin Niemöller (1892 – 1984), evangelischer Pastor, ehemaliger Kirchenpräsident von Hessen-Nassau, 1937 – 1945 KZ-Häftling in Dachau.

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Kirchenbänke in der Christus-und Garnisonkirche Wilhelmshaven

Fünf Fragen an: Die Kandidatinnen und Kandidaten zur Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 81 Tempelhof-Schöneberg

2017 09 21 Kandidaten WK Tempelhof SchönebergFünf Freitagsfragen an die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises 81 (Tempelhof-Schöneberg), Mechthild Rawert, Dr. Alexander King, Renate Künast, Dr. Lothar Mundt, Jan-Marco Luczak und Alexander Spies, zur Bundestagswahl 2017 über die persönliche Motivation zum politischen Engagement, die Entscheidung für die eigene Partei und gute Erfahrungen im Wahlkampf.

Mechthild Rawert, 1985 bis 1986 sozialpädagogische Fortbildungsstätte Haus am Rupenhorn, 1986 bis 1991 Projektleiterin, anschließend Geschäftsführerin beim Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Berlin, 1991 bis 1996 BBJ Consult e. V., 1996 bis 2002 zukunft im zentrum, 2002 bis 2004 Projektmanagerin, 2003 Deutscher Frauenrat e. V., 2004 bis 2005 Zentrale Frauenbeauftragte der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Seit 2005 Mitglied im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestags, seit 2009 Sprecherin der Landesgruppe Berlin der SPD-Bundestagsfraktion, seit 2014 stv. Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats.

Renate Künast, MdB und Rechtsanwältin, wurde in Recklinghausen/NRW geboren. Sie studierte Sozialarbeit und arbeitete als Sozialarbeiterin in einer Berliner Justizvollzugsanstalt. Später studierte sie Jura und schloss das Studium 1985 als Volljuristin ab.

Der Westberliner Alternativen Liste trat sie 1979 bei. Von 1985-1987 und 1989-2000 war sie Mitglied der Berliner Abgeordnetenhausfraktion, sowohl als Fraktionsvorsitzende als auch als rechtspolitische Sprecherin. Von Juni 2000 bis März 2001 war Renate Künast Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Von Januar 2001 bis zum 4. Oktober 2005 war sie Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Von Oktober 2005 – Oktober 2013 war sie Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Seit 2014 ist sie Vorsitzende des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz im Deutschen Bundestag.

Alexander King, geb. 1969, ist in Tübingen aufgewachsen und lebt seit 16 Jahren in Schöneberg. Er ist Diplomgeograph und arbeitet seit acht Jahren als Referent für Entwicklungspolitik (2009 bis 2015) bzw. Außenpolitik (seit 2015) für die Linksfraktion im Bundestag. King ist Bezirksvorsitzender der LINKEN in Tempelhof-Schöneberg.

Dr. Lothar Mundt: Geboren 1940 in Berlin; 1959-1965 Studium der Germanistik und Geschichte an der FU Berlin (Staatsexamen); Promotion in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft 1982 an der TU Berlin. – Ab 1968 tätig als Lektor in einem Schulbuchverlag in Frankfurt a.M., ab 1986 bis zum Ruhestand (Ende 2005) als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Deutsche Philologie der FU Berlin; danach freiberuflich tätig. Seit Oktober 2016 Mitglied der Fraktion der AfD in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg.

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MdB Jan-Marco Luczak (Bild: Yves Sucksdorff)

Jan-Marco Luczak, MdB, ist seit 2009 der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Tempelhof-Schöneberg. Der 1975 in Berlin-Lichtenrade geborene Rechtsanwalt ist Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Dort kämpft er für bezahlbare Mieten, einen besseren Schutz vor Einbrechern und effektivere Strafverfolgung durch Videoüberwachung. Als moderner Konservativer tritt er für eine offene und tolerante Gesellschaft ein und hat für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gekämpft.

Alexander Spies, Softwareentwickler. Bis Oktober 2016 war er Mitglied des Abgeordnetenhaus von Berlin und Fraktionsvorsitzender der Piratenfraktion.

Rogate-Frage: Was hat Sie persönlich in die Politik und das politische Engagement getrieben?

Mechthild Rawert: Sich engagieren für die Gemeinschaft ist ein Muss – so wurde ich erzogen. Nach einigen aktiven Jahren in der Jugendverbands- und in der Hochschularbeit, später dann in der Gewerkschaft und in Frauenverbänden wollte ich in eine Partei, um insbesondere in der Frauen- und Gleichstellungspolitik sowie in der Teilhabepolitik wirksam etwas zum Besseren zu bewegen.

Fakt ist doch: Es gab und gibt viel soziale Ungleichheit, die es abzubauen gilt. So auch weiterhin beim Thema Geschlechtergerechtigkeit: Die Situation von Frauen hat sich in den letzten 15 Jahren verbessert, junge Frauen und Männer denken vielfach, die Gleichstellung ist erreicht. Dem ist aber nicht so: Der Gender Pay Gap liegt bei 21 Prozent, der Gender Pension Gap und der Gender Care Gap liegt bei über 50 Prozent. Das heißt: Mag sich formal vieles verbessert haben, im Alltag sind die Verwirklichungschancen der Lebensträume von Frauen immer noch sehr viel geringer als die der Männer – sowohl hinsichtlich ihrer eigenen beruflichen Karriereentwicklungen, ihrer Vorstellungen von partnerschaftlicher Erziehungsarbeit u.v.m. Es gibt nach wie vor strukturelle Diskriminierungen, gegen die ich ankämpfe: als Bürgerin und als Politikerin.

Mein politisches Engagement für die Geschlechtergerechtigkeit hat mich selbst auch weiterentwickelt. Heute verstehe ich Geschlechtergerechtigkeit sehr viel umfassender: Es geht um eine grundlegende Chancengleichheit unabhängig von der sexuellen Identität und der sexuellen Orientierung.

Renate Künast: Ich hatte viele Gründe, mich für diesen Weg zu entscheiden. Als Mädchen musste ich darum kämpfen, mehr als die Hauptschule besuchen zu dürfen. Nach meinem Realschulabschluss habe ich dafür gekämpft auch die Fachhochschule zu besuchen und schließlich Soziale Arbeit studiert. Ich wollte ein anderes Leben führen, als die Mädchen und Frauen aus meiner Familie. Während meines Studiums Ende der 70er Jahre habe ich dann die Auseinandersetzung um Klima, Energie und Atom mitbekommen sowie den Kampf um Finanzen und Wirtschaftsmacht, in mein erstes Semester fiel auch der Putsch in Chile. Das alles hat mich bewegt und ich stellte mir die Frage, reicht es Einzelnen zu helfen (zu therapieren)  oder kann ich mehr tun? Also habe ich mich Anfang der 80er Jahre für ein Jurastudium entschieden, denn Gesetze sind Ausdruck von Machtverhältnissen und Lobbypolitik. Und ich wollte, dass sich etwas ändert! Denn ob wir unsere Lebensgrundlagen erhalten, es ökologische Landwirtschaft oder echten Verbraucherschutz gibt, ist auch eine Folge der richtigen Gesetze.

Dr. Alexander King: Als es Anfang der 90er Jahre zu schlimmen Ausschreitungen gegen Flüchtlinge kam, reagierten Union und SPD darauf ausgerechnet mit der Einschränkung des Grundrechts auf Asyl. Für mich, der ich mich damals in der Flüchtlingshilfe engagiert habe, war das genau die falsche Antwort. Mir ist bewusst geworden, dass mir zivilgesellschaftliches Engagement alleine nicht ausreicht, sondern dass ich mich auch für andere Mehrheiten im Parlament einsetzen möchte, um andere politische Weichen stellen zu können. Ich bin froh, dass DIE LINKE – leider als einzige Partei – bis heute alle Einschränkungen des Asylrechts abgelehnt hat.

Dr. Lothar Mundt: Die EURO- und die Migrationskrise und die hiermit zusammenhängende verantwortungslose Poltik der Bundesregierung.

Jan-Marco Luczak: Mir war immer schon wichtig, nicht nur den Blick auf sich selbst zu richten, sondern auch einmal rechts und links zu schauen, wo man sich einbringen kann, wo es gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen gilt. Deswegen engagiere ich mich politisch.

Alexander Spies: Seit meiner Jugend interessiere ich mich für Politik und engagiere mich für Themen wie die Europäische Einigung, Frieden und Sicherheit, Bürgerrechte, soziale Teilhabe, Migration und nachhaltiges Wirtschaften. Parteien habe ich dabei gemieden, da sie zwar notwendig aber in der Regel voller Übel sind. Die nachlassende Qualität der Parteipolitik und die fast totale Ignoranz der im Palament vertretenen Parteien für die wichtigsten Zukunftsfragen sind allderdings eine Herausforderung, der ich mich stellen musste.

Rogate-Frage: Warum haben Sie sich für die Partei entschieden, für die Sie nun kandidieren?

Mechthild Rawert: Mit meinem Eintritt in die SPD Ende 1987 wollte und will ich etwas leisten für eine lebendige Demokratie und eine starke Bürger*innengesellschaft, die sich den sozialen Zusammenhalt und Chancengleichheit für alle auf die Fahne schreibt. Werte der Demokratie haben Vorrang vor den Interessen der Wirtschaft.

Der SPD-Kanzlerkandidat Johannes Rau verlor, die Regierungsmehrheit von Schwarz-Gelb unter Kanzler Helmut Kohl wurde bei der Bundestagswahl im Januar 1987 erneut bestätigt. Mir passte die von Helmut Kohl eingeschlagene Richtung der „geistig-moralischen Wende“ überhaupt nicht, da sie der dringend notwendigen gesellschaftlichen Modernisierung eine Absage erteilte. In meinem persönlichen Umfeld gab es viele Sozialdemokrat*innen, die diese Haltung ebenfalls einnahmen. Es musste etwas geschehen, ich musste etwas machen: Nach jahrelangem zivilgesellschaftlichen Engagement wollte ich mit meinem Parteieintritt „ins System“ der parlamentarischen Demokratie, um für gesellschaftspolitische Veränderungen zu streiten. Zur Realisierung von Zielen gehört Überzeugung und vor allem die Bündelung von Mehrheiten. Mit der Berliner SPD kämpfe ich für den gesellschaftlichen Fortschritt. Ich war immer links organisiert und bin eine der SprecherInnen der Berliner Linken.

Mitglied einer Volkspartei, die auf eine lange und politisch wirksame und ehrenvolle Geschichte zurückblicken konnte, gefiel und gefällt mir. Ich teile die Grundwerte der SPD: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität. In einer Volkspartei sind viele verschiedene Menschen – und diese unterschiedlichen Lebenssituationen interessier(t)en mich. Der differenzierte Aufbau der SPD in Ortsvereinen/Abteilungen und in Arbeitsgemeinschaften gefiel und gefällt mir. Ich wollte und will mich nicht nur einer homogenen „Blase“ bewegen. Mitglied einer Partei zu sein, die sich für ein Europa der Solidarität und des Friedens einsetzt, für eine moderne weltoffene Gesellschaft in der – aus heutiger Sicht „alten“ – Bundesrepublik war und ist mir wichtig. Und da bin ich in der SPD nach wie vor richtig.

Renate Künast: Für wen denn sonst? Für mich waren und sind Bündnis 90/Die Grünen die Partei, die Fragen nach den großen Themen wie Klimaschutz, Gleichstellung und Energiewende, globale Fairness. Wir denken nicht nur in einer Wahlperiode oder einem Jahrzehnt, sondern wir wollen unsere Zukunft gestalten.

Also denken wir darüber nach, holen Wissen zusammen, wie man ökologisch und ressourcenschonend transportieren und produzieren kann. Wir fragen, wie sich eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen ernährt und sich die Erde trotzdem regenerieren kann. Wir haben Visionen, Mut und Beharrlichkeit, von Atomausstieg bis Ehe für Alle. Und jetzt geht es am Sonntag bei der Wahl um eine Richtungsentscheidung. Nutzen wir die Chancen gegen den Klimawandel noch? Ich sage: Darum Grün.

Dr. Alexander King: 1998 trat ich in die PDS als Vorgängerpartei der LINKEN ein. Damals zeichnete sich bereits ab, dass es bald zum Krieg gegen Jugoslawien, dem ersten deutschen Angriffskrieg nach dem Zweiten Weltkrieg, kommen würde. Und tatsächlich bombardierte die Bundeswehr gemeinsam mit anderen Armeen im Frühjahr 1999 Belgrad. SPD und Grüne stellten damals die Bundesregierung und hatten auch den Eintritt Deutschlands in den Krieg in Afghanistan 2001 zu verantworten. Ich habe mich als aktives Mitglied der Friedensbewegung gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr engagiert.
Mit der Agenda 2010 setzte während der Regierungszeit von SPD und Grünen in Deutschland eine bis dahin ungekannte Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben und von der öffentlichen Hand in wenige private Hände ein. Im Ergebnis dieser Politik sind heute Millionen Menschen von Altersarmut bedroht. Auf der anderen Seite ist riesiger privater Reichtum entstanden. Im internationalen Vergleich weist Deutschland eine überdurchschnittliche große Ungleichverteilung von Vermögen und Einkommen auf. Diese Umverteilung umzukehren – darin liegt heute die zentrale Herausforderung. Und da hat nur DIE LINKE den Mut und die Konzepte, sich mit den Mächtigen anzulegen.

Dr. Lothar Mundt: Hierzu zitiere ich einen Passus aus meiner Bewerbungsrede zur Direktkandidatur in meinem Wahlkreis: Ich begrüßte in der AfD von Anfang an die dringend notwendige politische Kraft, von der sich die Bewahrung oder vielmehr Wiederherstellung bürgerlicher Freiheit und Demokratie erhoffen ließ, die ich schon seit langem in hohem Maße durch das Wirken des überkommenen, nur noch auf eigenen Machterhalt ausgerichteten, faktisch ohne parlamentarische Opposition kartellmäßig agierenden und die laufenden Rechtsbrüche der Merkel-Regierung schweigend hinnehmenden Parteienblocks gefährdet sah. Tatsächlich ist unsere Partei heute die einzige ernst zu nehmende politische Opposition gegenüber den mehr oder weniger auf ein rot-grün eingefärbtes bürgerfeindliches Ideologiekonglomerat eingeschworenen Altparteien und somit die einzige politische Kraft, die entschieden eintritt gegen Kollektivismus, Gleichmacherei, Staatsgläubigkeit, ideologische Bevormundung, Umerziehung und Gesinnungsdiktatur – ebenso auch gegen die starken Tendenzen zu sozialistischer Umverteilung, planwirtschaftlicher Staatsintervention und Aufgabe nationaler, demokratisch fundierter Souveränitätsrechte zugunsten eines demokratisch nicht legitimierten europäischen Zentralstaats.

Jan-Marco Luczak: Die CDU ist die Partei, die Freiheit und Sicherheit auf Grundlage des christlichen Menschenbildes in Ausgleich bringt. Deshalb engagiere ich mich für die CDU.

Alexander Spies: Als ich in meinem Umfeld auf die Piratenpartei aufmerksam wurde, gefiel mir vor allem ihre internationale Ausrichtung und die Hinwendung zu Zukunftsthemen. Es war mir aber klar: Es kann keine Partei geben ohne den Ärger mit der Partei. Da der Weg zu Mandaten in den Parlamenten nun einmal Parteien voraussetzt, ist dieser Ärger unvermeidlich. In der Piratenpartei wird trotz vieler Rückschläge unvermindert nach neuen Wegen aus diesem Dilemma gesucht, das spornt mich an.

Rogate-Frage: Was macht Ihnen Hoffnung und welche politischen Vorbilder haben Sie?

Mechthild Rawert: Viele der neu eingetretenen SPD-Mitglieder jeden Alters wollen sich aktiv engagieren für die Stärkung unserer Demokratie, Menschenrechte und unseres Rechtsstaates. Der immer lauter werdende Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, die Wahl von Donald Trump oder der Brexit werden als Warnsignale verstanden. Politische Vorbilder sind für mich weniger berühmte Persönlichkeiten als die vielen „Held*innen des Alltags“.

Renate Künast: Ich habe verschiedene Menschen für Ihre Gradlinigkeit und die Umsetzung ihrer Werte bewundert. Das waren meine Grundschullehrerin Frau Verstege, die großartige Hildegard Hamm-Brücher und nicht zuletzt Petra Kelly.

Dr. Alexander King: Hoffnung macht mir, dass die neoliberalen Glaubenssätze nicht mehr einfach so hingenommen werden, dass immer mehr Menschen den Sinn der Agenda 2010 in Frage stellen und die dahinter liegenden Interessen erkennen. Hoffnung macht mir, ganz allgemein gesprochen, dass sich Menschen immer solidarisch organisiert haben und dies immer tun werden: in Gewerkschaften, in politischen Parteien, in ihrer Nachbarschaft, z.B. vor zwei Jahren, als dass viele Menschen in der Flüchtlingskrise ehrenamtlich geholfen haben. Auch wenn ehrenamtliches Engagement falsche Politik oder staatliche Untätigkeit nicht ausgleichen kann, ist es doch ein Ausdruck hervorragender menschlicher Eigenschaften und der Fähigkeit, sich als Teil der Gemeinschaft zu begreifen. Menschen, die das zum Ausdruck bringen, sind Vorbilder für andere, auch für mich.

Dr. Lothar Mundt: Hoffnung macht mir die sich deutlich abzeichnende Zeitenwende, mit der die seit der 68er-Revolte anhaltende Vorherrschaft linker Politikkonzepte allmählich abgebaut wird. Ausdruck dieser Zeitenwende ist gerade die erfreuliche Aufwärtsentwicklung meiner Partei, begleitet von einer ebenso erfreulichen Entwicklung einer lebendigen und reichen konservativen Publizistik auf beachtlichem Niveau.

Jan-Marco Luczak: Es macht mir Hoffnung, wenn Menschen trotz Widerständen und Anfeindungen an ihren Werten und Prinzipien festhalten. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dies in den letzten Jahren hervorragender Weise getan.

Alexander Spies: Es gibt gute Lösungen für die meisten politischen Problemstellungen. Die Politik verzögert nur sehr oft ihre Durchsetzung. Es lohnt sich aber, mit Nachdruck daran zu arbeiten.
Ich habe keine expliziten Vorbilder, schätze aber Politiker mit Visionen, wie zum Beispiel Rudolf Virchow. Als er vor über 120 Jahren eine Krankenversicherung für alle gefordert hat, schien das eine uneinlösbare Utopie. Eine meine wichtigsten Forderungen ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen, das heute ebenso oft als unmöglich angesehen wird. Dass Virchows Utopie sich in einer überschaubaren Zeitspanne durchgesetzt hat, gibt mir auch Hoffnung.

Rogate-Frage: Was macht für Sie einen fairen Wahlkampf aus?

Mechthild Rawert: Die vielfach zu beobachtende Verrohung der Sprache und damit der politischen Auseinandersetzung nicht mitmachen. Dennoch aber auf der Sachebene deutlich Position beziehen.

Renate Künast: Kritik an anderen Parteien oder Kandidaten darf hart sein, muss aber immer sachlich und gut argumentiert bleiben.
Auch Fake News und Hate Speech sind ein großes Problem. Ich bin eine gestandene Politikerin und weiß damit umzugehen. Ich habe auch ein Team an meiner Seite, das mir hilft. Aber viele Kandidatinnen, die zum ersten Mal antreten, haben das nicht. Sie sind häufig auf sich alleine gestellt, sie werden massiv bedroht und beleidigt. Die Folge ist, dass sich diese Leute oder andere, die sich eigentlich engagieren wollen, dann nicht mehr trauen. Es geht also nicht nur ums Wählen an sich , sondern um unsere Demokratie!

Dr. Alexander King: Fair ist ein Wahlkampf, der ohne Hass und Ausgrenzung auskommt.

Dr. Lothar Mundt: Freier, ungehinderter demokratischer Wettbewerb aller beteiligten Parteien um die Stimmen der Wähler.

Jan-Marco Luczak: Hart in der Sache argumentieren, aber nie persönlich werden.

Alexander Spies: Es ist fair, sich mit guten Argumenten auszutauschen, ohne einander zu verteufeln. Das wird im Zeitalter von Fake-News immer schwieriger. Diffamierung und Volksverhetzung lässt sich nur schwer etwas entgegen setzen.

Rogate-Frage: Was war Ihr schönstes Erlebnis in diesem Wahlkampf?

Mechthild Rawert: Es gibt bisher schon mehrere: Wenn eine junge Frau in der Diskussion sagt: „Ich darf nicht länger wegschauen. Nicht allen Menschen geht es in unserer Gesellschaft gut. Deshalb werde ich mich stärker einmischen und für Schwächere und Ausgegrenzte eintreten.“ Oder ich gelobt wurde dafür, dass ich mich schon lange und laut stark mache für eine gute Pflege und darauf hinweise, dass wir für unsere Gesellschaft des längeren Lebens noch die nötige Infrastruktur aufbauen müssen.

Renate Künast: Beim Haustürwahlkampf bin ich den unterschiedlichsten Menschen begegnet. Das finde ich immer sehr spannend, denn an einer Haustür zu klingeln und mit den Bewohnerinnen in ein persönliches Gespräch zu kommen ohne das sie, wie zum Beispiel bei Wahlkampfständen selber auf einen zukommen, bietet eine ganz eigene Atmosphäre. Ein Mann zum Beispiel – der nicht unbedingt Grünwähler ist – hat es mit seiner „Außenansicht“ auf die Grünen auf den Punkt gebracht. Er sagte, die Grünen braucht es, weil sie die einzige Partei sind, die die großen Menschenthemen wirklich und ehrlich angehen, wie es beim Klimaschutz der Fall ist. Grün braucht es für die Mega-Themen. Das trifft’ s gut.

Dr. Alexander King: Ein Highlight war der Besuch von Sahra Wagenknecht in Marienfelde. Es war am Tag des Jahrhundertregens (29.6.), als Teile des Bezirks metertief im Wasser versanken. Wir hatten eine Open Air Veranstaltung geplant und Bühne und Technik aufgebaut. Aber es war klar: Dies würde keine „normale“ Veranstaltung werden. Sahra Wagenknecht ließ ich von den Wassermassen nicht aufhalten. Sie kam trotz allem und hielt – im strömenden Regen – eine Rede vor immerhin 100 Zuhörern, die sich mit Regenschirm und Regenmantel auf den Weg gemacht hatten. Diese Veranstaltung wird in die Annalen unseres Bezirksverbands eingehen.

Dr. Lothar Mundt: Sich generell steigernde Sympathiekundgaben von potentiellen Wählern bei den AfD-Standaktionen, an denen ich teilgenommen habe.

Jan-Marco Luczak: Wenn beim Haustürwahlkampf jemand öffnet, und sagt, er habe mich schon längst gewählt. Ist zum Glück mehr als einmal in diesem Wahlkampf vorkommen.

Alexander Spies: Guter Zuspruch von Wählerinnen und Wählern, sich in diesen politisch schwierigen Zeiten nicht entmutigen zu lassen. Das hilft auch dann, wenn sie mich nicht wählen werden.

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Rogate: Vielen Dank, Mechthild Rawert, Dr. Alexander King, Renate Künast, Dr. Lothar Mundt, Jan-Marco Luczak und Alexander Spies, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unserem nächsten Gottesdienst:

Friesland-Wilhelmshaven: Sommer-Interviews zur Bundestagswahl 2017

RogateKl_DINlang_Wilhelmshaven_RZ140617_Front KopieIm Vorfeld der Wahl 2017 bittet der Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven die Direktkandidaten des Bundestagswahlkreises 26 (Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund) zu Sommer-Interviews. Ziel: Das öffentliche Gespräch über die Demokratie, den Einsatz und die Kandidaten in der Region zu fördern.
Den Veranstaltern geht es um die Vorstellung des Menschen, der sich zur Wahl stellt. Dabei soll nicht auf politische Person und Parteienmitgliedschaft reduziert werden. Was treibt die Kandidaten in die Politik und warum engagieren sie sich? In welcher Gesellschaft wollen sie leben und welche Vision für die Zukunft haben sie? Nur begrenzt werden die Programme der jeweiligen Partei Inhalt sein.
Start des Gesprächs ist jeweils um 19:45 Uhr im Saal des Gemeindehauses der Kirchengemeinde Wilhelmshaven (Christus- und Garnisonkirche, Am Kirchplatz 1). Ende der Veranstaltung soll gegen 21 Uhr sein.
Hans-Werner Kammer ist am 3. Juli Interview-Gast. Er war Mitglied des Bundestages zwischen 2005 und Oktober 2009, sowie seit April 2010. Der CDU-Politiker über das Format der Reihe: „Ich hoffe, dass diese Veranstaltung mehr Aufmerksamkeit auf die Bundestagswahl lenkt, vielen Wählerinnen und Wählern die Gelegenheit gibt, sich ein Bild von den Kandidaten zu machen und so die Wahlbeteiligung erhöht. Schließlich ist die Teilnahme an Wahlen der Grundstein der Demokratie.“
Die Veranstalter laden vor jeder Veranstalung um 19:00 Uhr zu einem ökumenischen „Gebet für Stadt und Land“ in die Christus-und Garnisonkirche ein. Am Montag wirkt ökumenisch Pfarrer Meik Barwisch (Alt-katholische Gemeinde Wilhelmshaven) mit.

Alle Termine der Reihe:

Die Veranstaltungsreihe ist eine Initiative des Projekts Flüchtlingsarbeit – Koordination und Begleitung der Gemeinden im Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven, der Evangelischen Jugend Friesland-Wilhelmshaven, der Citykirche Wilhelmshaven und des Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin. Unterstützt wird die Reihe aus Spenden der NWZ-Weihnachtsaktion 2015 und von Nolte Kommunikation – Visuelle Konzepte und PR.

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten:

Fünf Fragen zur Abgeordnetenhaus-Wahl und 30 Antworten von SPD, CDU, Grünen, Linken, Piraten, FDP und AfD

Fünf Freitagsfragen an die Spitzenpolitiker zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016:

2016 Michael Müller SPD Berlin Joachim Gern
Michael Müller (Bild: SPD Berlin, Joachim Gern)

Sozialdemokratische Partei, Berlin: Michael Müller wurde 1964 in Berlin geboren und erwarb 1982 die Mittlere Reife, es folgte die Ausbildung zum Bürokaufmann und die Mitarbeiter in der familieneigenen Druckerei. Parallel Engagement in der SPD und bereits 1989 Jahren die Wahl in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof. Seit 1996 ist Müller Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, war Fraktionsvorsitzender der SPD und Senator für Stadtentwicklung. Ende 2014 wurde er zum Regierenden Bürgermeister Berlins gewählt. 
Der verheirate Vater zweier Kind ist evangelisch.

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Ramona Pop (Bild: Bündnis 90)

Bündnis 90/Die Grünen: Ramona Pop ist seit 2009 Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. Sie wuchs in Rumänien auf, mit zehn Jahren zog sie nach Münster. 2001 wurde die Politikwissenschaftlerin als damals jüngste Abgeordnete Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen in der Haushalts- und Integrationspolitik. Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016 kandidiert Ramona Pop auf Platz 1 der Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen.

 

2016 Klaus Lederer Die Linke Berlin
Klaus Lederer (Bild: Die Line Berlin)

Die Linke, Berlin: Klaus Lederer, 42, wurde in Schwerin geboren und kam auf dem Umweg über Frankfurt/Oder nach Berlin. Hier studierte er Rechtswissenschaften, promovierte 2004. Er ist Landesvorsitzender der LINKEN in Berlin, Mitglied im Parteivorstand und Abgeordneter der LINKEN im Abgeordnetenhaus, bei den Wahlen am 18. September ist er der Spitzenkandidat seiner Partei. Klaus Lederer engagiert sich für soziale Gerechtigkeit und Freiheitsrechte, er setzt sich ein für die Gleichwertigkeit aller Lebensentwürfe, die frei von sozialen Ängsten und selbstbestimmt gelebt werden sollen. Er ist konfessionslos.

2016 Philipp-Magalski
Philipp Megaski (Bild: privat)

Die Piraten, Berlin: Philipp Magalski ist kulturpolitischer Sprecher der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und kandidiert auf Listenplatz 3 für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Er stammt aus dem Ruhrgebiet, war Messdiener und Lektor, studierte Politikwissenschaften in Duisburg und engagiert sich insbesondere für Umwelt- und Tierschutz. Er wurde römisch-katholisch getauft, ist aber inzwischen nicht mehr konfessionell gebunden. Er findet, dass die römisch-katholische Kirche, der er über 30 Jahre angehört hat, noch immer stark reformierungsbedürftig sei. Papst Franziskus ist für ihn der „beste Papst, den es je gab und er es vermutlich schon schafft, einige verlorene Söhne und Töchter zurück in den Schoß der katholischen Kirche zu holen.“

2016 Sebastina Czaja
Sebastian Czaja (Bild: FDP, Berlin)

Freie Demokratische Partei, Berlin: Sebastian Czaja ist gebürtiger Berliner, ist in der Bau- und Immobilienbranche tätig, engagiert sich im Verein „Sport gegen Gewalt“, der es sich zum Ziel gemacht hat, Jugendlichen in schwierigen urbanen Umfeldern Alternativen und Perspektiven zu vermitteln, und ist katholisch.

 

2016  Georg Pazderski
Georg Pazderski (Bild: AFD, Berlin)

Alternative für Deutschland, Berlin: Georg Pazderski ist Diplombetriebswirt und war 41 Jahre Berufsoffizier, zuletzt im Rang eines Oberst im Generalstabsdienst. Er war sicherheitspolitsicher Berater des Ständigen Deutschen Vertreters bei der EU in Brüssel, als Direktor für Operationen und Stellvertretender Chef des Stabes im 1. D/NL Korps in Münster, als Leiter einer Internationalen Planungs- und Analysegruppe im Hauptquartier USCENTCOM in Tampa/USA und als Abteilungsleiter für Logistik im NATO Joint Force Command in Lissabon. Georg Pazderski war Landesgeschäftsführer der AfD Berlin und Bundesgeschäftsführer der Alternative für Deutschland. Seit Juli 2015 ist er Mitglied des Bundesvorstandes der Alternative für Deutschland.

 

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Frank Henkel (Bild: CDU Berlin)

Christlich Demokratische Union, Berlin: Frank Henkel wurde am 16. November 1963 in Berlin geboren. Seit Dezember 2011 ist er Senator für Inneres und Sport und Bürgermeister von Berlin. Henkel ist zudem Landesvorsitzender der Hauptstadt-CDU und Vater eines zweijährigen Sohnes. Frank Henkel ist gläubiger Katholik.

 

Rogate-Frage: Was treibt Sie persönlich in die Politik, warum engagieren Sie sich und welche Massstäbe leiten Sie dabei?

Michael Müller, SPD: Mein Vater hat mich schon als zehnjährigen Jungen mit zur SPD in Tempelhof genommen, das war natürlich eine frühe Prägung. Neben meiner Ausbildung habe ich mich gern politisch engagiert, ganz konkret und in der eigenen Nachbarschaft. Mit knapp 25 Jahren bin ich Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung in Tempelhof geworden und dort recht schnell Fraktionsvorsitzender geworden. Der Antrieb ist immer gewesen: im Konkreten etwas tun, was Menschen hilft. Und das muss auch immer der Maßstab sein: Politik dient nicht dem Durchsetzen der Interessen Einzelner, sondern dem Gemeinwohl.

Ramona Pop, Grüne: Berlin steht für vieles, was mir wichtig ist: Weltoffenheit, Toleranz und Vielfalt. Doch ich setze mich auch für konkrete Alltagssorgen ein, damit die Stadt wieder funktioniert – ohne Ämterchaos, kaputte Schulgebäude und rumpelnden Nahverkehr. Damit in Berlin wieder mehr für bezahlbare Mieten getan wird. Damit die Steuerverschwendung für aus dem Ruder laufende Großprojekte wie BER oder Staatsoper ein Ende findet und wieder in die Zukunftsfähigkeit Berlins investiert wird. Die wichtigste Aufgabe ist jedoch, die Stadt gesellschaftlich zusammenzuhalten und sie nicht denen zu überlassen, die unsere Gesellschaft spalten wollen.

Klaus Lederer, Die Linke: Das Interesse an gesellschaftlichen, politischen Zusammenhängen wurde schon früh geweckt – Ende der 80er Jahre. Wer damals, als junger Mensch in der DDR, mit offenen Augen und eigenen Gedanken durch die Gegend lief, bemerkte Widersprüche. Vorgesetztes und Erlebtes passten immer weniger zusammen.

Die „Zeit der Wende“ war eine spannende Zeit – eine intensive Zeit, in der man seine Gedanken einbringen konnte und sah, wie sich etwas wirklich bewegte. Dieses Zusammenspiel von Denken, Debatten und demokratischen Prozessen führte dazu, dass ich mich engagierte. Zusehen und über Zustände meckern, das liegt mir nicht. Wenn etwas schief läuft, muss man es ändern.

In meiner politischen Arbeit leiten mich eigentlich nur die simplen Maßstäbe von Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit. Meine Grundüberzeugung ist, dass es möglich sein muss, allen ein sorgen- und angstfreies Leben nach seinen eigenen Vorstellungen zu ermöglich. Dafür lohnt sich jeder Kampf, jede Anstrengung und jede Debatte.

Philipp Magalski, Piraten: In die Politik treibt mich, diese verändern und verbessern zu wollen und dadurch auch Berlin und damit einen Teil unserer Welt, der durch die Politik verändert wird, zu einem besseren Ort für uns alle zu machen.

Frank Henkel, CDU Berlin: Berlin ist eine großartige Stadt, für die es sich zu kämpfen lohnt. In den fünf Regierungsjahren hat sich unsere Stadt gut entwickelt. Das Wirtschaftswachstum ist höher als im Bundesdurchschnitt, die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr, es gibt mehr Personal bei der Polizei, der Feuerwehr und in der Verwaltung sowie weniger Bildungsexperimente wie der Zwang zum jahrgangsübergreifenden Lernen und zur Früheinschulung. Unser Slogan ist „Starkes Berlin“. Ein starkes Berlin ist auch gleichzeitig mein persönlicher Anspruch.

Sebastian Czaja, FDP: Mich fasziniert an Politik, dass man etwas gestalten kann. Viele beschweren sich nur darüber, was ihnen alles nicht passt oder was man besser machen könnte. Die wenigsten raffen sich aber auf, selbst aktiv zu werden und zu versuchen, Dinge, die sie stören, zu ändern. Offenbar ist mir das in die Wiege gelegt worden. Denn schon als Schüler habe ich mich gerne eingebracht, wenn es darum ging, Verbesserungen herbeizuführen. Was die Maßstäbe betrifft, so sind die recht klar. Ich bin christlich, sprich katholisch erzogen worden und aufgewachsen. Insofern verfolge ich auch eine Politik mit christlichem Ansatz, das heißt eine Politik, die alle anspricht, ohne zu bewerten – jung oder alt, arm oder reich, gesund oder krank und natürlich gläubig oder nichtgläubig, es macht für mich keinen Unterschied. Und das ist bei der chrtistliche Botschaft doch auch so.

Georg Pazderski, AfD: Meine Motivation: Ich möchte etwas zurückgeben. Ich bin jetzt 64 Jahre alt und hatte ein glückliches Leben in Deutschland. Ich habe unserem Land als Soldat jahrzehntelang gedient. Es waren gute Jahre. Aber die Zukunft sieht weniger rosig aus. Die Kinderlosigkeit, die turmhohen Schulden und die ungezügelte Masseneinwanderung verändern Deutschland in einem Maße, wie wir uns das vor wenigen Jahren nicht hätten vorstellen können. Ich will der Generation nach mir, auch meinen Kindern und Kindeskindern, ein Land hinterlassen, das fit für die Zukunft und lebenswert ist und nicht am Abgrund steht. Zum Fundament: Wie Theodor Heuss, unser erster Bundespräsident, treffend festgestellt hat, wurde Europa auf drei Hügeln erbaut: Golgatha steht mit der jüdisch-christlichen Kultur für den Frieden, die Akropolis in Athen für die Demokratie und das Kapitol in Rom für den Rechtsstaat. Das ist unsere Grundlage, nach der auch ich mich richte.

Rogate-Frage: Lange standen uns unerträgliche Bilder von dem Zuständen vor dem Berliner LaGeSo vor Augen. Bereits vor der höheren Zahl von geflüchteten Menschen, die nach Berlin gekommen sind, waren die Umstände für Antragsstellende (darunter besonders Schutzbedürftige wie Kinder, alte und kranke Menschen) sowie für Mitarbeitende der Behörde grenzwertig. Im Herbst 2015 hat sich die Lage dramatisch verschlimmert. Welche Lehren ziehen Sie daraus und was soll konkret in der nächsten Legislaturperiode in dieser Frage in Berlin passieren?

Michael Müller, SPD: Das waren in der Tat Bilder, die mich auch ganz persönlich beschäftigt haben. Als die Lage vor Ort über Wochen nicht besser wurde, habe ich das Thema zur Chefsache gemacht. Die Situation war extrem, schließlich kamen an manchen Tagen im Herbst 2015 so viele Flüchtlinge in Berlin an, wie sonst in einem ganzen Jahr. Innerhalb von zwei Jahren kamen 100.000 Menschen in die Stadt. Wir haben daraufhin eine ganze Menge in die Strukturen investiert, in Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Lageso, wir haben ein neues Landesamt gegründet und Verfahren beschleunigt. Und wir haben in kürzester Zeit Notunterkünfte organisiert. Dabei sind wir auch dankbar, für die große Solidarität der Berlinerinnen und Berliner, die mitgeholfen haben. Ohne das große ehrenamtliche Engagement wäre das kaum zu stemmen gewesen, übrigens auch das ehrenamtliche Engagement der Kirchen! Jetzt sind wir nach und nach dabei, neue dezentrale Gemeinschaftsunterkünfte in der ganzen Stadt zu errichten, die endlich die Unterbringung in Sporthallen und Großeinrichtungen beendet. Denn nur so kann Zusammenleben, kann Integration gelingen – über Kontakte mit der Nachbarschaft. Inzwischen kommen weit weniger Flüchtlinge in die Stadt. Wir werden unsere Kapazitäten trotzdem aufrechterhalten. Eine Situation wie im vergangenen Jahr darf und wird es nicht wieder geben. Klar ist auch: Jetzt geht die Arbeit erst richtig los. Schließlich sind Menschen hergekommen, um die wir uns auch kümmern müssen. Integration kostet Geld und dauert Zeit.

Ramona Pop, Grüne: Das Eintreffen zahlreicher geflüchteter Menschen stellte viele Städte, Kommunen und Länder in Deutschland vor große Herausforderungen. Doch nirgendwo war die Lage so katastrophal wie in Berlin. Andere Städte und Bundesländer haben viel früher die Flüchtlingssituation zur Chefsache gemacht und Regierungen gemeinsam Verantwortung übernommen. In Berlin dagegen wurde wochen- und monatelang in der Koalition die Verantwortung hin- und hergeschoben, anstatt zu handeln. Besonders dankbar bin ich den zahlreichen Berlinerinnen und Berlinern, die überall dort eingesprungen sind, wo die Verwaltung versagt hat. Aber das darf kein Dauerzustand werden, der Staat muss seine Hausaufgaben machen. Die Gründung eines neuen Landesamtes für Flüchtlinge, in dem die Verantwortlichkeiten gebündelt werden, haben wir schon lange gefordert. Und wir dürfen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen, sondern müssen auf Integration von Anfang an setzen. Das heißt: Bildung, Sprachkurse und Arbeit, vernünftige Unterbringung statt Turnhallen und Hangars. Dafür muss der politische Willen vorhanden sein, statt einer Dauerstreit-Koalition.

Klaus Lederer, Die Linke: Tatsache ist, die Bilder waren unerträglich und die Situation in manchen NUK (Notunterkünften) sind sie es noch. Tatsache ist auch, dass es soweit nie hätte kommen dürfen – und auch nicht müssen. Die Linksfraktion im AGH hat bereits Ende 2014 ein Flüchtlingspolitisches Konzept vorgelegt; statt es abzulehnen, hätte man sich damit auseinandersetzen müssen. Es steht alles drin, von den Forderungen nach Kostenübernahme durch den Bund, dezentrale Unterbringung statt NUKs und auch detailliert, wie man Integration in Arbeit und Gesellschaft vernünftig realisiert.

Vieles von dem, was wir damals forderten, passiert jetzt – zu spät, zu langsam, zu unvollständig – aber immerhin. Ein großes Ärgernis ist – und da müssen wir umgehend handeln -, dass Berlins neue Mitbürger zu sehr als Problem gesehen werden. Das liegt auch am mangelnden Willen zur Integration der Geflüchteten bei den politisch Verantwortlichen. Wir müssen uns also sofort um vernünftige und menschenwürdige Unterbringung in Wohnungen kümmern, Personal für Bildung und Ausbildung bereitstellen und mit Unternehmen über die Integration in den Arbeitsmarkt reden.

Philipp Magalski, Piraten: Berlin muss besser auf Krisensituationen vorbereitet sein um allen, die vor Gefahren zu uns flüchten, eine menschenwürdige Unterkunft und Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.
Betreibergesellschaften dürfen nicht nur wirtschaftlich und praktisch geprüft werden, sondern müssen auch ethischen Anforderungen genügen.

Frank Henkel, CDU Berlin: Wir haben bereits im Sommer 2014 im Senat auf die immer größer werdenden Herausforderungen aufmerksam gemacht und mehr Personal gefordert. Außerdem haben wir von vornherein deutlich gemacht, dass eine solche Aufgabe nur der gesamte Senat lösen kann. Auch wenn wir uns hier eine konstruktivere Zusammenarbeit gewünscht hätten, haben wir in dieser Legislaturperiode eine Trendumkehr einleiten können. Es gibt zusätzliches Personal und die Verwaltungsprozesse werden optimiert. Darauf muss aufgebaut werden. So wollen wir beispielsweise die Einführung der elektronischen Akte vorantreiben, um einen einheitlichen und ganzheitlichen Blick auf die Vorgänge sicherzustellen.

Sebastian Czaja, FDP: Sie haben recht. Die Zustände waren unerträglich. Auch wenn man die besondere Lage durch eine extrem hohe Zahl an Geflüchteten sicherlich als Ausnahmesituation bewerten muss – da hat die Regierung total versagt, wobei sich dieses Versagen nicht nur auf ein oder zwei Ressorts beschränken lässt. Denn das Flüchtlingsthema betrifft alle Politikbereiche und kann auch nur von allen gemeinsam gelöst werden. Es hat ja auch nichts geholfen, dass der Regierende Bürgermeister das Thema zur Chefsache erklärt hat. Danach ist ja auch nichts besser geworden.

Zum Glück hat der Flüchtlingsstrom aktuell nachgelassen, so dass sich die Situation ein wenig entspannen konnte. Seit Anfang August ist das neue Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) für die Registrierung von Geflüchteten zuständig, dafür wurde auch das Personal aufgestockt. Sollte sich aber abzeichnen, dass die Zahl der Flüchtlinge wieder ansteigt, muss Berlin besser vorbereitet sein: Organisatorisch, personell und materiell. Wenn die FDP wieder im Parlament ist, wird sie in diese Richtung wirken und immer wieder den Finger in die Wund legen. An dieser Stelle möchte ich noch einen großen Dank an die vielen privaten und ehrenamtlichen Helfer und auch die Kirchen ausrichten, ohne deren aufopferungsvolle Tätigkeit die Situation noch viel, viel schlimmer gewesen wäre.

Georg Pazderski, AfD: Wir können den wirklich Hilfsbedürftigen nur helfen, wenn wir uns auf sie konzentrieren. Eine ungezügelte Masseneinwanderung würde Deutschland selbst in ein Dritte-Welt-Land verwandeln. Damit wäre niemandem geholfen, den Deutschen nicht und den Zugewanderten auch nicht. Deswegen müssen wir die Grenzen sichern und dürfen nur so viele Leute hereinlassen, wie wir verkraften können. Das Grundgesetz ist eigentlich ziemlich klar: Asyl genießt, wer politisch verfolgt wird und nicht aus einem sicheren Drittstaat kommt. Wenn wir uns an diese Regeln halten, dann gibt es kein Lageso-Chaos. Andere Staaten wie die Schweiz werden ihrer humanitären Verpflichtung auch gerecht, obwohl sie Antragsteller unverzüglich ausweisen, die nicht in das obige Kriterium fallen. Zudem wollen wir Einwanderern neue Möglichkeiten einräumen, die sich aber nach unseren Bedürfnissen richten.

Rogate-Frage: Die Berliner Behörden sind – so nehmen wir Bürger es zumindest wahr – seit Jahren auch in anderer Hinsicht wenig kundenfreundlich ausgerichtet. Wer sich – dazu sind wir ja gesetzlich verpflichtet – beispielsweise ummelden oder einen neuen Personalausweis beantragen muss, hat mit monatelangen Wartezeiten zu rechnen. Berlin ist auch dafür bundesweit bekannt. Was würden Sie konkret ändern, wenn Sie dafür die parlamentarische Mehrheit im Abgeordnetenhaus hätten?

Michael Müller, SPD: Richtig ist, dass es Wartezeiten auf Termine in den Bürgerämtern gibt. Schon allein, weil wir jedes Jahr rund 40.000 Zuzüge nach Berlin haben, Flüchtlinge nicht mitgerechnet. Deshalb ist das Wichtigste, dass wir jetzt wieder verstärkt in neues Personal investieren. 4.500 Stellen haben wir seit meinem Amtsantritt als Regierendem Bürgermeister geschaffen. Ich will allerdings die „Kundenunfreundlichkeit“ nicht so stehen lassen. Mir ist kein einziger Fall bekannt, dass jemand nicht verreisen konnte, weil man ihm auf dem Amt nicht rechtzeitig weitergeholfen hat. Neben mehr Personal wollen wir auch die Strukturen effizienter machen, zum Beispiel indem ab 2023 nur noch mit elektronischen Akten gearbeitet wird und mehr Anträge direkt online erledigt werden können.

Ramona Pop, Grüne: Wir Grüne stehen für einen Neuanfang nach dem 18. September, nach zu viel Basta-Politik, Streit und Stillstand. Berlin muss wieder funktionieren. Die Probleme sind leider hausgemacht: eine überforderte Verwaltung, bei der zwar kräftig gespart wurde, aber eine vernünftige Modernisierung und Personalentwicklung nie stattgefunden hat. Eine Regierung mit grüner Beteiligung wird sich nicht davor drücken, den gravierenden Investitionsstau und die überfällige Verwaltungsmodernisierung anzupacken.

Die Berlinerinnen und Berliner müssen sich darauf verlassen können, dass staatliche Leistungen rechtzeitig erfolgen und bei Eingriffen nach Recht und Gesetz gehandelt wird. Die Berliner Verwaltung steht vor enormen Herausforderungen. Nicht nur bei der Bewältigung des Zuzugs von geflüchteten Menschen hat sich gezeigt, dass mehr Flexibilität notwendig ist. Zugleich fällt es Berlin schwer, schnell qualifiziertes Personal zu verpflichten. Dazu trägt auch der enorme Besoldungsrückstand im Vergleich zu anderen Bundesländern und zum Bund bei. Der Öffentliche Dienst steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Bis 2020 scheiden altersbedingt 25.000 Beschäftigte aus, deren Stellen neu besetzt werden müssen. Gleichzeitig wächst Berlin und neue Aufgaben kommen auf die Verwaltung zu.

Wir schlagen einen Zukunftspakt für die Berliner Verwaltung vor, der einen fairen Ausgleich von Interessen vorsieht. Der Zukunftspakt bedeutet: mehr Flexibilität und schnellere Einstellungen, eine Besoldungsanpassung bis 2022, Engagement gegen prekäre Beschäftigungen und Lohndumping im öffentlichen Auftrag und Berlin als gute Arbeitgeberin zu etablieren.

Klaus Lederer, Die Linke: Hier treffen sich in der Tat zwei Probleme – deren Lösung keinen Aufschub duldet, die wir sofort in Angriff nehmen müssen. Erstes Problem: Unter dem Druck von enormen Haushaltsdefiziten vergangener Jahre und Schuldenbremse ist der Öffentliche Dienst regelrecht kaputtgespart worden, die Öffentliche Infrastruktur lahmgelegt. Hier braucht es dringend eine Investitionsoffensive in Infrastruktur und Qualifizierung, damit der Öffentliche Dienst wieder handlungsfähig wird. Die öffentlichen Dienstleistungen für Berlinerinnen und Berliner müssen funktionieren, dürfen nicht als Tresor für Schuldendienste missbraucht werden.

Zweites: Berlin wächst und wächst, die Personalausstattung im Öffentlichen Dienst hält da nicht mit, bis 2025 werden mehr als 50 Prozent der derzeit dort Beschäftigten in den Ruhestand gehen. Wir stehen auch für eine Einstellungsoffensive, damit aus „Warteämtern wieder Bürgerämter“ werden, wie wir plakatiert haben.

Philipp Magalski, Piraten: Berlin benötigt eine moderne Online-Verwaltung (Stichwort E-Government), die bestimmte Behördengänge überflüssig macht, Wartezeiten erspart und Dokumente barrierefrei, digital und datenschutzsicher direkt an die Bürger versendet.

Frank Henkel, CDU Berlin: Auf der einen Seite wollen wir das Personal in der Verwaltung an den Bedarf anpassen. Auf der anderen Seite würden wir die digitalen Verwaltungsangebote weiter auszubauen. Die Bürger sollen ihre Behördenangelegenheiten vom heimischen Schreibtisch erledigen können. Wir wollen zudem die Einrichtung von digitalen Bürgerämtern prüfen, an denen die Bürger rund um die Uhr ihre Anliegen selbstständig erledigen können, für die sie normalerweise einen Termin beim Bürgeramt vereinbaren müssten.

Sebastian Czaja, FDP: Wir würden schnellstmöglich das elektronische Bürgeramt einführen, bei dem man 24 Stunden rund um die Uhr von seinem Schreibtsich aus per Computer An-, Ab- und Ummeldungen ebenso vornehmen kann wie seinen Personalausweis oder Reisepass beantragen und somit Termine für diejenigen, die dies persönlich vor Ort im Amt machen möchten, frei werden. Wir sind bereits in ersten Gesprächen, wie sich so etwas schnell und gesetzeskonform realisieren lässt. Schließlich sollten die Ämter ja für die Bürger da sein und nicht umgekehrt.

Georg Pazderski, AfD: Die Alternative für Deutschland würde bürokratische Regeln abbauen, den Bearbeitungsprozess vieler Behördengänge beschleunigen und dafür sorgen, dass die Behörden ausreichend qualifiziertes, angemessen bezahltes Personal und eine moderne, an den Erfordernissen ausgerichtete Ausstattung haben. Warum muss ein Bürger bei seiner Ummeldung einen Mietvertrag mitbringen? Warum können viele Dinge nicht online beantragt werden? Warum kassiert das Amt bei jeder Kleinigkeit ab? Das ließe sich alles abschaffen und ändern, dann ginge vieles auch schneller.

Rogate-Frage: Die Friedensgebete in der DDR, der Protest von Bischof Clemens August von Galen in der NS-Zeit gegen die Tötung behinderter Menschen oder der Einsatz von Kirchengemeinden für geflüchtete Menschen und ihre Integration sind Ausdruck gelebten christlichen Glaubens. Viele weitere Beispiele für die öffentliche Wirksamkeit und Bedeutung ließen sich finden. Auf einem Wahlplakat der Berliner Grünen heißt es nun „Dein Gott. Dein Sex. Dein Ding!“ Ist Religion Privatsache?

Michael Müller, SPD: Ich schätze das Engagement der Kirchen außerordentlich, zum Beispiel in den konfessionellen Schulen, in Kitas, in den eigenen Wohlfahrtsverbänden. Ich stehe dafür, dass jeder in dieser Stadt leben, lieben aber auch glauben kann, was er oder sie möchte. Allerdings stehe ich auch für eine klare Trennung von Staat und Kirche. Das ist auch der Grund, warum Berlin ein Neutralitätsgesetz verabschiedet hat, das zum Beispiel religiöse Symbole überall dort verbietet, wo der Staat seinen Bürgerinnen und Bürgern unmittelbar gegenüber tritt, zum Beispiel in als Lehrer an Schulen oder als Richterin im Gerichtssaal. Hier muss der Staat sich neutral verhalten.

Ramona Pop, Grüne: Wir Grüne stehen für gesellschaftliche Vielfalt und Pluralität, wie sie besonders in Berlin gelebt wird. Dieses Plakat soll ausdrücken, dass wir davon überzeugt sind, dass in Berlin jede und jeder so leben kann und soll, wie er oder sie es möchte – unabhängig von Religion, sexueller Identität, Alter, Geschlecht und so weiter. Das beinhaltet natürlich auch, dass man seine Religionszugehörigkeit in der Öffentlichkeit zeigen und ausleben darf und dass Religionsgemeinschaften öffentlich auftreten können und sollen. Für uns ist die Verwirklichung der Religions- und Glaubensfreiheit in allen ihren drei Dimensionen maßgeblich: als individuelle Freiheit zum Glauben ebenso wie als Freiheit vom Glauben und als kollektive Freiheit, den gemeinsamen Glauben öffentlich und sichtbar zu leben. Das Plakat ist deshalb auch ein Plädoyer für Religionsfreiheit, auch für die kollektive Religionsfreiheit – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Anti-Islam-Wahlkampfes, den rechtspopulistische Parteien wie die AfD führen.

Klaus Lederer, Die Linke: Ja, ganz klar, Religion ist Privatsache. Welchen Glauben jemand hat, geht den Staat nichts an, solange derjenige selbst beziehungsweise seine Glaubensgemeinschaft sich an die bestehenden Gesetze hält. Das gilt ja aber für alle und jeden.

Für uns folgt daraus aber auch, dass wir uns für die Religionsfreiheit aller in Deutschland lebenden Menschen einsetzen. Dazu gehört, dass keine Religion staatlich bevorzugt und keine benachteiligt wird.

Die Linke in Berlin ist durchaus stolz auf die Regelung eines für alle Schüler verpflichtenden Ethikunterrichts, die wir maßgeblich initiiert haben. Dort können Schülerinnen und Schüler mit vielfältigen kulturellen und religiösen Hintergründen gemeinsam über ethische Werte und Normen diskutieren. Das rückt die Gleichwertigkeit aller Anschauungen und das Gemeinsame im Umgang in den Mittelpunkt.

Philipp Magalski, Piraten: Auch Religionen können mit der Kraft der Gemeinschaft viel Not lindern helfen. Ob Religion für ihn Privatsache ist, muss jeder Mensch grundsätzlich für sich selbst entscheiden. Innerhalb einer Organisation einer Religionsgemeinschaft gemeinsam an die Öffentlichkeit zu gehen und sich so sichtbar zu engagieren ist eine Errungenschaft unserer Gesellschaft, die sich mit der Religionsfreiheit als Grundrecht ausdrückt und die wir verteidigen müssen.
Für uns Piraten bedeutet die Aussage „Religion ist Privatsache“, dass staatliche Institutionen und staatliches Handeln nicht mit Religion verknüpft werden dürfen (zum Beispiel Ethik statt Religionsunterricht). Die weltanschauliche Neutralität des Staates herzustellen, ist daher eine für die gedeihliche Entwicklung des Gemeinwesens notwendige Voraussetzung. Ein säkularer Staat erfordert die strikte Trennung von religiösen und staatlichen Belangen.

Frank Henkel, CDU Berlin: Religion per se ist nie privat. Dies wird schon an der christlich- jüdischen Prägung unseres Landes deutlich. Sehr privat hingegen ist das Verhältnis des Einzelnen zu Gott. Der Staat darf keinen Menschen aufgrund seiner religiösen Überzeugungen bevorzugen oder benachteiligen. Darum ist für uns die Einhaltung des staatlichen Neutralitätsgesetzes wichtig. Ebenso wichtig ist der Dialog beispielsweise mit den christlichen, muslimischen oder auch jüdischen Gemeinden Berlins. Die CDU Berlin sucht diesen Dialog aktiv und macht Politik, der das christliche Menschenbild zugrunde liegt.

Kardinal von Galen ist eine zentrale Figur kirchlichen Widerstands in der Nazi-Zeit. Er kämpfte als „Löwe von Münster gegen Euthanasie und erhob laut und deutlich seine Stimme gegen Nazi- Unrecht.

Die Kirche ist zu jeder Zeit aufgefordert sich einzumischen und aus dem Evangelium heraus Partei für die Menschen zu ergreifen. So verstehe ich auch die Friedensgebete seinerzeit in der DDR. Religion gibt es nie im luftleeren Raum, sondern immer im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen.

Sebastian Czaja, FDP: Ja – und nein. Ja, weil wir in der Bundesrepublik Deutschland leben, in der die Relgionsfreiheit gewährleistet und der Staat zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet ist und die ungestörte Religionsausübung garantiert. Nein, weil unsere Gesellschaft und unsere Kultur ganz wesentlich durch das Christentum – und im übrigen auch das Judentum – geprägt worden sind.
Theodor Heuss, der erste liberale Bundespräsident der Bundesrepublik hat 1950 geschrieben: „Es gibt drei Hügel, von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allen ist das Abendland geistig gewirkt, und man darf alle drei, man muss sie als Einheit sehen.“ Golgatha, das ist Jerusalem, dem das Abendland die Bibel verdankt. Und diese Bibel ist Grundlage der bis heute das Abendland, also unser Land prägenden Religion. Der von Ihnen angesprochene Einsatz von Kirchengemeinden, aber auch ganz vieler nicht konfessioneller Einrichtungen bei Flüchtlingen, ist eindrucksvoller Beleg.

Georg Pazderski, AfD: Deutschland ist ein christliches Land. Das ist unsere Prämisse. Natürlich leben auch Atheisten, Moslems und Gläubige vieler Religionen bei uns. Aber unsere Leitkultur ist christlich. Die anderen Religionen genießen, nicht anders als das Christentum, sehr weitgehende Freiheiten, sofern sie sich an unsere Regeln halten. Insofern ist Religion tatsächlich Privatsache. Damit ist aber nicht gemeint, dass wir unsere christlichen Wurzeln zugunsten einer areligiösen oder anderen Haltung über Bord werfen. Noch ein Satz zum grünen Paradoxon: Die geschätzten Mitbewerber schreiben plötzlich die Religionsfreiheit und sexuelle Freizügigkeit ganz groß. Ansonsten aber besteht ihr Programm aus lauter Gängeleien und Vorschriften. In der grünen Welt gibt es keine Vertragsfreiheit und keine Eigentumrechte. Alles wird dem Staat untergeordnet. Diese Haltung lehnen wir ab. Aus unserer Sicht ist dieser Slogan daher völlig irreführend.

Rogate-Frage: Die Kirchen, ihre Gemeinden, die Dienste und Werke engagieren sich in und für diese Gesellschaft und den Zusammenhalt zwischen Generationen, Kulturen und sozialen Lagen. Welche Bedeutung messen Sie ihnen zu und welche Religions- und Kirchenpolitik in Berlin ist von Ihnen zu erwarten?

Michael Müller, SPD: Dazu habe ich ja schon einiges gesagt. Die Kirchen sind für uns an vielen Stellen ein wichtiger und wertvoller Partner – und das wird auch so bleiben. Gleichzeitig werden wir aber auch an der bewährten staatlichen Neutralität festhalten.

Ramona Pop, Grüne: Die aktive Beteiligung der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften am gesellschaftlichen Leben ist für uns unverzichtbar. Auf einem anderen grünen Plakat heißt es „Berlin geht nur zusammen“ – und das ist auch unsere Überzeugung. Zusammenhalt und eine lebendige Demokratie funktionieren nur mit dem Engagement und dem Einbringen dieser Vielfalt, auch der religiösen Vielfalt, in unsere Gesellschaft. Die beiden Kirchen sind uns wichtige Partner, wenn es um die Gestaltung des Miteinanders in unserer Stadt geht. Deutschland ist nicht laizistisch, sondern der Staat kann mit Religionsgemeinschaften kooperieren. Das zeigt sich insbesondere beim Religionsunterricht und bei theologischen Lehrstühlen an den staatlichen Hochschulen, aber auch beim Thema Krankenhaus- oder Gefängnisseelsorge. Dieses Modell wollen wir weiterentwickeln.
Der soziale Zusammenhalt, die Versorgung und Unterstützung geflüchteter Menschen sind uns wichtige Kooperationsfelder. In der Schulpolitik stehen wir zum Ethikunterricht für alle ab der 7. Klasse. Allerdings wollen wir mit den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gemeinsam die religionskundlichen Aspekte im Ethikunterricht weiterentwickeln. Wir wollen mehr Transparenz in die staatlichen Zahlungen und die anderen Zuwendungen an Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften bringen. Wir sind der Überzeugung, dass auch die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften davon profitieren, da durch mehr Transparenz auch eine größere gesellschaftliche Akzeptanz einhergeht.

Klaus Lederer, Die Linke: Jede Form von Solidarität, Hilfe untereinander und zivilgesellschaftlichem Engagement ist wichtig und lobenswert – und fragt nicht nach Motivation. In der Flüchtlingshilfe, beispielsweise, arbeiten Christen jeder Konfession, Muslime und Menschen ohne religiöse Bindung Hand in Hand. Das ist doch das Wunderbare und Erstrebenwerte für die Zukunft.

Insofern ist das Engagement kirchlicher Einrichtungen und der Gemeinden etwas Tolles – wäre es aber auch ohne den religiösen Rahmen. Wir wollen das gesamte Engagement für die Gemeinschaft fördern und unterscheiden dabei nicht nach Herkunft, Geschlecht, Religion oder Hautfarbe.

Philipp Magalski, Piraten: Vorweg: Wenn mehr Menschen im Sinne der Nächstenliebe handeln, und diese bei sich hinterfragen, wird das der Gesellschaft gut tun und den Zusammenhalt zwischen Generationen, Kulturen und sozialen Lagen verbessern.
Wir messen den kirchlichen Diensten und Werken, die mit ihrem sozialen und gesellschaftlichen Engagement unverzichtbar sind, eine hohe Bedeutung zu.
Dennoch fordern wir im Sinne der Gleichberechtigung finanzielle und strukturelle Privilegien einzelner Glaubensgemeinschaften, die bei der Übertragung von Aufgaben in staatlichen Institutionen und beim Betrieb von sozialen Einrichtungen erfolgen, abzubauen.
Des Weiteren verfolgen wir folgende kirchenpolitische Ziele: Der Einzug von Kirchenbeiträgen ist keine Staatsaufgabe. Im Sinne der Datensparsamkeit ist die Erfassung der Religionszugehörigkeit durch staatliche Stellen zu unterlassen. Die PIRATEN Berlin fordern den staatlichen Einzug von Kirchenbeiträgen zu beenden: Kirchenbeiträge sind wie Zahlungen an Vereine zu behandeln. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist kein Kirchenfunk: Die öffentlich-rechtlichen Medien dürfen keine der Religionsgemeinschaften bevorzugen, wie dies zum Beispiel heute durch die Besetzung der Rundfunkräte beziehungsweise Programmbeiräte geschieht. Wir unterstützen den Dialog der Religionen, um Gemeinsamkeiten zu finden und zu fördern und Differenzen beziehungsweise Verständnisprobleme abzubauen.

Frank Henkel, CDU Berlin: Die Kirchen und Religionsgemeinschaften leisten einen wichtigen Beitrag für unser Gemeinwesen insgesamt. Die CDU Berlin steht klar an der Seite der Kirchen. Daher sprechen wir uns dafür aus, dass der Religions- und Weltanschauungsunterricht seinen festen Platz in der Schule hat. Wir sind weiterhin der Auffassung, dass dies am besten im Rahmen eines Wahlpflichtfachbereichs Religion/Ethik erfolgen kann. Wir treten auch für einen muslimischen Religionsunterricht ein, der dem deutschen Unterrichtsplan entspricht. Dieser Unterricht soll in deutscher Sprache und von in Deutschland ausgebildeten Religionslehrern erfolgen.

Wir treten Bestrebungen linker Parteien zur Abschaffung der Kirchensteuer oder Förderungen kirchlichen Lebens entgegen. Die CDU hat sich dafür eingesetzt, dass der Evangelische Kirchentag 2017 in Berlin stattfinden kann und eine Förderung aus dem Landeshaushalt erhält. Auch sind wir gegen eine allgemeine Freigabe der Ladenöffnungszeiten an Sonntagen, wollen aber gemeinsam mit den Gewerkschaften und christlichen Kirchen nach Wegen suchen, inhabergeführten Spätis die Sonntagsöffnung zu erleichtern, wenn die Nachfrage nach Waren des täglichen Bedarfs besonders hoch ist. Wir stehen im Dialog mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften, denn sie sind wichtige Gesprächspartner und Impulsgeber für die gesellschaftliche Entwicklung.

Sebastian Czaja, FDP: Das ist fast schon eine Suggestivfrage. Aber Spaß beiseite: Ohne diese Einrichtungen wäre unser Gemeinwesen hoffnungslos aufgeschmissen. Wenn ich an Caritas und Diakonie, die Jugend- und Senioreneinrichtungen, die Suppenküchen, die Arbeit der Gemeinden für Jung und Alt und so weiter denke, sehe ich eine immense Hilfsbereitschaft, die durch den Staat in dieser Form gar nicht mehr realisiert werden kann. Insofern sind wir in der Politik gut beraten, den Kirchen und ihren Einrichtungen ein offenes Ohr zu bieten und eng mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Georg Pazderski, AfD: Wir unterstützen alle die genannten Aufgaben von Kirchen und Gemeinden. Solange die Kirche nicht ins stalinistische Lager abdriftet und sich an diffamierenden Aktionen gegen die Alternative für Deutschland beteiligt, wird sie einen Fürsprecher in der AfD finden.

Rogate: Vielen Dank an die Berliner Kandidaten von SPD, Grünen, Die Linke, Piraten, FDP, CDU und AfD für Ihre Antworten.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Rogate Kl_Aushang_Eucharistie Diakonie-Sonntag_160616 KopieSonntag, 4. September 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum Diakonie-Sonntag „Barmherzigkeit: Größer als unser Herz“, am 15. Sonntag nach Trinitatis, mit einer Ausstellungseröffnung
  • St. Michaelis, Donnerstag, 29. September 2016 | 19:00 Uhr, Ökumenische Eucharistie, mit Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin
  • Montag, 3. Oktober 2016 | 15:00 Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier. Predigt: Pfarrerin Andrea Richter
  • Sonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Gottesdienst mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde
  • Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche
  • Unseren Fördervereinsflyer finden Sie hier.

Erreichbar ist die Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln: über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4). Oder per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). Fahrrad- und PKW-Stellplätze vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße. Adresse: An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Rogate-Abende zur Bundestagswahl 2013: „Warum wählen?“

Rogate-Abend: Warum wählen?Am 22. September 2013 wird voraussichtlich der 18. Deutsche Bundestag gewählt. Wir haben die Direktkandidaten des Wahlkreises Tempelhof-Schöneberg eingeladen, deren Parteien im Bundestag vertreten sind, um mit uns in Rogate-Abenden über ihre Politik und ihre Anliegen zu sprechen.

Die Termine in der Übersicht:

Die FDP Tempelhof-Schöneberg wird ihren Direktkandidaten erst am 12. Februar 13 wählen, daher konnte noch kein Rogate-Abend „Warum FDP wählen?“ mit dem Kandidaten terminiert werden.

Erreichbar ist die gastgebende Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4), per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29). PKW-Stellplätze sind vorhanden vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße.