Coronakrise und Beten? Zitate zum Sonntag Rogate 2020

„Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich. Brüder sein und dich rufen an. Und willst das Beten von uns han. Gibt, dass nicht bet allein der Mund. Hilf, daß es geh von Herzensgrund.

Geheiligt werd der Name dein. Dein Wort bei uns hilf halten rein, dass wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, dass arm verführet Volk belehr.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 1+2

„Corona heißt für mich: Noch einsamer sein. Alleine zu Hause bin ich. Die Fernsehnachrichten machen mich traurig. Oft stelle ich schon den Fernseher aus, weil ich es nicht mehr ertrage. Ich muss viel weinen. Das Gebet fällt mir nicht leicht. Irgendwann dachte ich mir: Meine Tränen sind mein Gebet. Dann also habe ich viel gebetet. Ich hoffe auf Gott, dass er uns beisteht, mir aber auch allen Kranken in diesen Tagen.“

Anonym, Wilhelmshaven, Mai 2020

„Ich bin mir sicher, dass es für viele Menschen wichtiger gewesen wäre, Kirchen zu öffnen statt Baumärkte. Die Ruhe, der Frieden und Besinnung in dieser Zeit, die wie ein schwankendes Schiff ist, festigt. – Ich bin nicht sehr religiös. Die Ruhe und die Konzentration auf mich selbst und das Wesentliche habe ich weit abseits von dem nervösen panischen Geflirre gefunden. – Mit meinem Hund; draussen vor der Stadt. Der Wald und der Himmel über mir wie eine Kathedrale. 

Barbara Nolte, Berlin-Schöneberg, Mai 2020

„Es kommt dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilig Geist uns wohnet bei. Mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt, zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 3
Schwester M. Stella (Bild: Wilhelmshavenglaubt)

„In der Zeit, als wir keine Gottesdienste haben konnten, hatten wir Öffnungszeiten für das stille Gebet in unseren Kirchen angeboten.

Man konnte sich  „verankern“. An dem Platz ,wo man gern in der Kirche sitzt, konnte man einen Anker anbringen und ihn gestallten; zum Beispiel mit Symbolen, etwas drauf schreiben, oder nur mit Namen versehen.

Eine Frau sagte: „Es gefällt mir sehr gut, diese Betstunde. Diese Ruhe, eine innere Gelassenheit macht sich breit. Man kann über alles nachdenken, über den grauen Alltag, der plötzlich viel heller wird. Ich spüre bei mir: Die Betstunde macht mich stark. Ich kann sie nur empfehlen! Lieber Gott, segne mich und meine Familie. Liebe Gottesmutter, ich vertraue auf Dich, Danke! Vielen Dank, für alles Gute, dass ich empfangen durfte!“

Schwester M. Stella, Marienschwester in Wilhelmshaven-Fedderwardergroden, Mai 2020

Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich, auf Erden und im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid. Wehr und steur allem Fleisch und Blut, dass wider deinen Willen tut.

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 4

„Täglich höre ich von Menschen, die sich in dieser Krise große Sorgen machen. Ihr Arbeitsplatz ist bedroht, nahe Angehörige oder auch sie selbst sind krank oder sie leiden unter der Einsamkeit durch die Kontaktbeschränkungen. Im Gebet bitte ich Gott um seinen Beistand für uns alle. Und danke für die vielen gerade auch in der Diakonie, die in dieser Zeit für andere da sind. Gott, bleib Du bei ihnen und gib uns allen Zuversicht.“

Pfarrerin Barbara Eschen, Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Mai 2020
Pfr. Andreas Erdmann (Bild: privat)

„Beten ist für mich wie atmen: Es gehört zu meiner Beziehung mit Gott schlicht dazu. Das war vor der Pandemie nicht anders als jetzt. Es tut mir gut, über das, was geschieht, mit Gott im Gespräch zu bleiben und gestärkt durch seinen Zuspruch an mich und seine Schöpfung diesen Zuspruch anderen zuteilwerden zu lassen. Dabei fühle ich gerade auch durch das gemeinsame Gebet in dieser Zeit eine starke Verbundenheit mit meinen christlichen Geschwistern im Glauben.“

Pfarrer Andreas Erdmann, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Berlin, Mai 2020

„Ein brauchbares Zitat fällt mir zwar nicht ein, aber ich kann sagen, dass der Glaube auch in schwierigen Zeiten stärkt. Viel schlimmer als die Einschränkungen empfinde ich den Verlust jeglicher beruflichen Perspektive. Insbesondere erfüllt es mich mit Schrecken, wie viele Jobs in der Gastronomie verloren gehen.“

Michael Oberseider, Bayern, Mai 2020

„Mir geht es gut. Nach anfänglicher Sorge und Angst kann ich Gott danken, für die Kraft und Zuversicht, dass es mir auch weiterhin gut geht und bitte ihn auch für alle, die auf ihn vertrauen, sie zu stärken in dieser schweren Zeit. Meine Gedanken drehten sich um die Menschen, die ich in dieser außerordentlichen Zeit nicht im der Gemeinde treffen konnte. Wie kamen sie zurecht, wie fühlten sie sich, brauchten sie Unterstützung? Mit Anrufen, Grußkarten und später auch Besuchen hielten wir Kontakt im gegenseitigen Austausch. Als deine Kinder bist du immer für uns da. Danke, lieber Gott.“

Heidrun Helbich, Wilhelmshaven-Neuengroden, Mai 2020

„Gib uns heut unser täglich Brot und was man darf zur Leibesnot. Behüt uns, Herr, vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, dass wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 5
Michael Feitel (Bild: privat)

„Mir ist (in dieser Zeit) das folgende Gebet eines anderen Schreibers wichtig geworden: Bleibe bei uns, Herr, in dieser Zeit, in der wir zweifeln, aber nicht verzweifeln wollen, Fragen stellen, ohne Antworten zu haben, Probleme sehen, ohne Lösungen zu kennen. Bleibe bei uns, wenn wir die Dunkelheit fürchten und lass uns den neuen Morgen, das neue Ostern, erwarten.“

Michael Feitel, Berlin, Mai 2020
Dekan Ulf-Martin Schmidt (Bild: privat)

„Angesichts der vielfältigen Dynamiken, die der Umgang mit Corona in unserer Gesellschaft ausgelöst hat (von Entschleunigung bis Aggression), fällt mir das freie Beten von Tag zu Tag schwerer und ich bin froh, dass ich auf verschriftlichte Gebete anderer Menschen und Gemeinschaften zurückgreifen kann. Als Pfarrer werden jeden Tag Gebetsanliegen an mich herangetragen, die ich bei Gott geborgen weiß wenn ich sie im-Namen-nennen vor ihn bringe – mein persönliches Bitten kann ich aber nicht mehr gut in Worte fassen und versuche im Meditieren innere Ruhe zu finden.“

Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-katholische Gemeinde Berlin, Mai 2020

„All unser Schuld vergib uns. Herr, dass sie uns nicht betrüben mehr. Wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit, in rechter Lieb und Einigkeit.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 6
Heide Grünefeld (Bild: Wilhelmshavenglaubt)

„Ich glaube, dass Wort „Corona“ ist in meinen Gebeten nicht ein einziges Mal gefallen. Meine eigenen Zwiegespräche mit Gott haben mit Corona eigentlich nichts zu tun. Ich sehe zur Zeit viele andere Menschen, die nicht an Corona, sondern an der Angst davor oder an Folgen der Pandemieregeln leiden. Aber ich bin nicht gut darin, lange Gebete in Ruhe zu sprechen. Ich bin eher diejenige, die sich nach einem Besuch wieder ins Auto setzt, verzweifelt und wütend über die erlebte Traurigkeit oder Perspektivlosigkeit o.ä. ist, und dann nach oben schaut und in sehr ungeduldigem Tonfall sagt: „Du siehst das, oder? Du hast ihn/sie im Blick? Und ich hoffe sehr, Du hast einen Plan und weisst, wozu diese ganzen Schwierigkeiten gut sind, denn ich sehe das nicht, und das geht da schief, hilf ihm/ihr, Du musst da hinsehen, bitte!!!“

Und nach einer Weile, wenn ich mich abgeregt habe, kann ich etwas ruhiger sagen „Ja, gut, ich vertraue Dir und ich versuche weiter mein Bestes.“ Und dann, weil ich es doch nicht lassen kann und lieber auf Nummer sicher gehe, sage ich in wieder energischem Tonfall noch ein weiteres Mal „…aber Du guck dahin! Danke.“

Ob das als Beten durchgeht, weiss ich nicht. Ich hoffe es. Und ich hoffe, Gott guckt dann da hin.“

Heide Grünefeld, Theologin und Sozialarbeiterin, Hooksiel (Wangerland, Friesland), Mai 2020

„Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist anficht. Zur linken und zur rechten Hand, hilf uns tun starken Widerstand. Im Glauben fest und wohlgerüst und durch des heilgen Geistes Trost.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 7

„In der Corona-Krise sitze ich vor einem Arbeitsberg, der einfach nicht kleiner wird. Durch das Zuhause-Arbeiten im Homeoffice fällt es mir noch schwerer, wirklich Feierabend oder Wochenende zu machen und abzuschalten. Die Ruhe des Gebets würde mir hier sehr guttun. Aber mir diese Ruhe zu geben, fällt mir schwer.“

Anonym, Berlin, Mai 2020
Rechts: Edmund Mangelsdorf (Bild: privat)

„Unser Vater im Himmel weiß, was er uns auf der Erde zumutet und zumuten kann, um unserer Entwicklung willen. So bitte ich nicht um Einzelnes, sondern nur: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden!“ und denke dabei auch an Corona. Und wo ich mein persönliches ewiges Leben dann verbringen soll, ob nun hier oder drüben, das überlasse ich Seiner Weisheit.“

Edmund Mangelsdorf, Berlin-Schöneberg, Mai 2020

„Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns vom ewigen Tod und tröst uns in der letzten Not. Bescher uns auch ein seligs End. Nimm unser Seel in deine Händ.

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 8
Pfr. Burkhard Bornemann (Bild: privat)

„Ich weiß, wie privilegiert und geborgen ich diese Krise erleben darf. Aber das war und ist auch Verantwortung. Wie viele Gespräche mit sehr unglücklichen, verstörten, psychisch zutiefst verletzten Menschen habe ich in den letzten Wochen geführt, in der offenen Kirche oder anderen Orten, manchmal auch einfach, wenn ich mit dem Mopsduo unterwegs war. Aber immer fühlte ich mich geführt auf der rechten Straße um seines Namens willen – im Namen von Glaube, Hoffnung und Liebe. Im Namen von Trost, Zuwendung und Halt.“

Pfarrer Burkhard Bornemann, Evangelische Zwölf-Apostel-Gemeine, Berlin-Schöneberg, Mai 2020

Amen, das ist: Es werde wahr. Stärk unsern Glauben immerdar. Auf das wir ja nicht zweifeln dran, dass wir hiemit gebeten han. Auf dein Wort in dem Namen dein, so sprechen wir das Amen fein.“

Martin Luther, 1539, Lied „Vater unser im Himmelreich“, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 344, 9

Hinweis zu dieser Zitatesammlung: Zum Sonntag Rogate 2020 haben wir verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Berufsgruppen um einen Beitrag zu „Coronakrise und das Beten“ angefragt. Die aufgeführten Zitate fanden Eingang in den Gemeindegottesdienst des Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin am 17. Mai 2020 in der Zwölf-Apostel-Kirche zu Berlin-Schöneberg und werden hier dokumentiert. Ursprünglich war für den fünften Sonntag nach Ostern eine ökumenische Eucharistie gemeinsam mit der Alt-katholischen Gemeinde Berlin geplant. Diese konnte aufgrund der Einschränkungen der Gottesdienste in der Pandemie nicht stattfinden, daher fand ein Gottesdienst ohne Abendmahl statt.

Zitiert: Massentierhaltung ist Sünde – Konsequenz franziskanischer Spiritualität.

„Wenn wir heute also die Tiere segnen, wollen auch wir deutlich machen: Die Tiere haben Anteil an der Gnade Gottes. Wir bezeichnen sie mit dem Zeichen des Kreuzes und besprengen sie mit Weihwasser, so wie wir es mit den Täuflingen tun. Es wird deutlich: Sie gehören zur Schöpfung. Sie sind Teil Gottes. Sie sind unsere Brüder und Schwestern.

Doch aus dem Zeichen der Segnung muss auch Handlung werden. Natürlich sind Tiere und Bäume keine vernunftbegabten Wesen – auch wenn mein Kater früher bei uns zuhause manchmal den Eindruck machte. Sie sind anders. Aber wir als Christinnen und Christen sind in besonderer Weise aufgefordert, sie gut zu behandeln – wie auch alle anderen Dinge11 in der Schöpfung. Ihnen als Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer brauche ich nicht zu sagen, wie man gut mit seinem Tier umgeht.

Aber in anderen Bereichen bedeutet die Aufforderung zu respektvollem Handeln, dass wir Falsches laut und klar beim Namen nennen und persönlich Zeugnis geben müssen: Es ist unsere Pflicht als Christinnen und Christen zum Beispiel zu sagen,

  • dass Massentierhaltung Sünde ist;
  • dass Tierversuche bei der Entwicklung von Kosmetika Sünde ist;
  • dass jeglicher Raubbau an der Natur Sünde ist.

Und dazu gehört auch, dass wir Taten folgen lassen und versuchen, das eigene Konsumverhalten entsprechend zu verändern.“

Aus der Predigt von Thomas Schimmel vom 3. Oktober 2011. Sie finden sie in voller Länge hier.

60 Tiere und ihre Halter folgten unserer Einladung am Montag, 3. Oktober  2011, zum Rogate-Gottesdienst für Mensch und Tier.

Am Tag des Heiligen Franziskus feierten wir in unserer gastgebenden Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde einen besonderen Gottesdienst, in dem wir über unser Verhältnis zu den Tieren nachdachten. Eingeladen waren alle, also auch die Tiere mit ihren Haltern. Die Liturgie des Gottesdeinstes finden Sie hier.

Franz von Assisi gilt vielen als erster Tierschützer. Weil er am Vorabend des 4. Oktober starb und dieser nach damaliger Zeitrechnung nicht mehr zum 3. Oktober zählte, wird sein Fest von der katholischen Kirche am 4. Oktober gefeiert. Dagegen gedenkt die evangelische Kirche seiner am 3. Oktober.

Wir planen einen weiteren Gottesdienst für Mensch und Tier für den 4. Oktober 2012. Wer eine Einladung dazu herhalten möchte, der sollte sich in unseren Newsletter auf der Startseite eintragen. Mehr zum Termin: Hier. Auch zur Tiersegnung 2014 laden wir ein.

Hinweis: Unseren Gottesdienstplan für November finden Sie hier.

Rückblick: Ein Jahr Rogate-Kloster St. Michael zu Berlin.

Klaus Wowereit: Schon wichtige Zeichen gesetzt.

Zum ersten Jahrestag der Gründung übermittle ich allen Freunden und Aktiven des Ökumenischen Rogate-Klosters herzliche Grüße.

Diese junge klösterliche Gemeinschaft mag noch ein zartes Pflänzchen sein. In der kurzen Zeit ihres Bestehens hat sie jedoch schon wichtige Zeichen gesetzt. So bietet die Initiative den Menschen unterschiedlicher Konfessionen einen gemeinsamen spirituellen Ort der Ruhe und der Meditation. Gleichzeitig ermutigt sie zum Engagement für das friedliche und respektvolle Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Lebensweise in der Hauptstadt Berlin und darüber hinaus zum Einsatz für die Menschenrechte auch in anderen Regionen der Welt. Gerade in Zeiten, in denen häufig mehr das Trennende statt das Gemeinsame betont wird, ist solches Engagement besonders wertvoll.

In diesem Sinne wünsche ich dem Rogate-Kloster auch für die Zukunft alles Gute.

Klaus Wowereit
Regierender Bürgermeister von Berlin

Grußwort des Regierenden Bürgermeisters zum Jahrestag der Rogate-Klostergründung am 29. September 2011

Jürgen Werth: „Auf dass sie alle eins seien…“

Eine neue Filiale des Himmels mitten in Berlin! Herzlichen Glückwunsch! Euch! Und uns! Auch die Evangelische Allianz ist der Einheit in Christus verpflichtet. Weil Jesus dafür betet. „Auf dass sie alle eins seien …! Mehr Nähe zueinander entsteht beinahe von selbst durch mehr Nähe zu unserem gemeinsamen Herrn. Das ist wie bei konzentrischen Kreisen: Je näher wir der Mitte sind, desto näher kommen wir auch einander.

Ich wünsche Euch von Herzen immer neu Gottes guten Geist! Den Geist der aus vielen Einzelnen eine Gemeinschaft macht.

Jürgen Werth
Vorsitzender von ERF Medien
Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz

Dagmar Reim: Den Geist der Gemeinschaft und Nächstenliebe in der Stadt gesät.

Liebe Brüder des Rogate-Ordens,
liebe Mitglieder der Rogate-Gemeinschaft,
liebe Freunde und Unterstützer der Rogate-Initiative,

„wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“, so klingen im Lied die Worte des Evangelisten Matthäus, „da bin ich mitten unter ihnen“. Seit nunmehr einem Jahr hat Berlin einen weiteren Ort des christlichen Miteinanders – das Rogate-Kloster.

Dieses Kloster ist kein „verschlossener Ort“ wie es die Wurzel des Wortes, lateinisch „claustrum“, vermuten lässt. Im Gegenteil: Mitten in der Stadt findet sich die Gemeinschaft zusammen an ganz unterschiedlichen Orten im Gebet. Katholiken und Protestanten, Fromme und Fragende, Frauen und Männer, Kirchennahe und –ferne. In der Vielfalt liegt die Kraft. Ihre Gemeinschaft ermöglicht einen Austausch, der Räume öffnet, Brücken schlägt und Widersprüche aushält.

In Radio, Fernsehen und unseren Online-Angeboten berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg täglich über die Vielfalt der Metropole. Über ihren Reichtum, die Reibungen, die entstehen, die Herausforderungen, die ihr entspringen. Ausgerechnet in Berlin, einem Ort der christlichen Diaspora, leben Angehörige von über 100 Religionsgemeinschaften miteinander. Die weltoffene Stadt braucht Menschen, die integrieren und den Dialog zwischen den Religionen vorantreiben.

Im Sinne der historischen Wurzeln seines Namens hat das Kloster den Geist der Gemeinschaft und Nächstenliebe hier in der Stadt gesät. Ich wünsche Ihnen, dass die spirituellen Impulse auf fruchtbaren Boden fallen. Fahren Sie eine gute Ernte ein, in diesem Herbst und in vielen folgenden.

Dagmar Reim, Intendantin Rundfunk Berlin-Brandenburg, in einem Grußwort zum einjährigen Bestehen des Rogate-Klosters.

Die Christen der Welt sind seit Jahrhunderten und Jahrtausenden durch unterschiedliche Konfessionen und Institutionen getrennt, so daß oft nicht das Gemeinsame in der Vielfalt erkennbar ist, sondern das Trennende im Vordergrund steht.

Um so mehr freut es mich als Christ und Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, daß es seit dem Jahr 2010 eine neue Initiative gibt, die Unterschiedlichkeit zusammenzuführen und ein christliches Zeichen der Gemeinsamkeit in die Stadt und Welt zu senden: Das Ökumenische Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin.

Das Rogate-Kloster soll ein Ort der Hoffnung sein, in dem ohne Trennung gebetet und heilige Eucharistie gefeiert werden kann. Dabei sollen die bestehenden Kirchenordnungen geachtet und die Taizé-Abendmahls-Praxis als Lösung angestrebt werden, die die Eucharistie getrennt vorsieht.

Auch wenn jetzt die katholische und evangelische Konfession im Vordergrund stehen, hoffe ich, daß dies auch auf die anderen christlichen Kirchen ausstrahlt, die in den vergangenen Jahren in der Stadt und im Bezirk Platz gefunden haben durch Menschen, die aus allen Regionen der Welt zugewandert sind und hier ihre Heimat gefunden haben.

Ich wünsche dem Rogate-Kloster und der unterstützenden Initiative viel Erfolg und stetes Wachstum. Ich erhoffe mir nicht nur einen neuen geistlich-spirituellen Ort der Ökumene, sondern auch ein gemeinsames diakonisches Wirken für die Stadt.

Ihr Dr. Christian Hanke
Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte

Das Grußwort des Bezirksbürgermeisters finden Sie hier.

Bertold Höcker: „Die liturgische Bewegung findet hier einen verlässlichen Raum.“

„Seit rund drei Jahren sammelt die Rogate-Initiative Menschen zu ökumenischen Gottesdiensten, die über die Bezirksgrenzen hinaus Bekanntheit und Zuspruch finden. Die „Berliner Politikerkanzel“ und die vielen Andachten zu Liedern aus dem reichen Schatz der christlichen Dichtung sind dafür Beispiele. Rogate lädt zum Beten ein und erinnert daran, dass Glaube von Gott geschenkt und geleitet wird.Die aus der Initiative hervorgegangene Gründung des Ökumenischen Rogate-Klosters St. Michaelis am Michaelistag 2010 ist eine Chance und schon jetzt ein Gewinn für die Berliner Kirche. Rogate hat sich für das Kloster viel vorgenommen: Ein offener Ort des Gottesdienstes und der täglichen Anbetung, ein Ort des Glaubens und des Lebens in verbindlicher Gemeinschaft, eine Stätte der altkirchlichen und monastischen Tradition, der Mission und der Offenheit für die Fragen nach Gott und seiner Gegenwart. Im Mittelpunkt der Gemeinschaft steht die Feier der evangelischen Messe in katholischer und apostolischer Tradition. Die liturgische Bewegung findet hier einen verlässlichen Raum zur Entfaltung ihrer Spiritualität und Gottesdienstkultur.

Rogate ist eine eigenständige Initiative von Christen und Kirchenfernen. Ihr Selbstverständnis, Teil der evangelischen Kirche zu sein und innerhalb, mit ihr und für sie zu arbeiten, unterstütze ich. Das Kloster und sein Konvent sind uns im Kirchenkreis Stadtmitte sehr willkommen. Wir hoffen, dass mit Hilfe einer Kirchengemeinde eine Ansiedelung hier gelingen kann. Ich werde das Anliegen des Rogate-Klosters mit Gebet und Engagement unterstützen.“

Dr. Bertold Höcker ist Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Berlin-Mitte. Aus dem Grußwort für das Rogate-Kloster.

Sigmund Ehrmann: Einsatz für eine tolerantere Kirche.

Seit bald einem Jahr bereichert das Rogate-Kloster Sankt Michael die ökumenische Landschaft Berlins. Damals wurde es gegründet von Menschen unterschiedlicher Bekenntnisse und mit unterschiedlicher Nähe zum Glauben. Sie wollten nicht das Trennende in den Vordergrund stellen, sondern das, was sie verbindet: den Wunsch, Gemeinschaft und Nächstenliebe zu leben und so zu einer menschenfreundlicheren Gesellschaft beizutragen.

Sie sind mit dem Ziel angetreten, sich gemeinsam für ihren Kiez und die Menschen in Berlin zu engagieren, z.B. indem sie soziale Maßnahmen und Bildungsprojekte initiieren. Die Vielfalt ihrer Konfessionen und persönlichen Hintergründe nehmen sie als Reichtum wahr. Ein Grundpfeiler ihrer Gemeinschaft ist deshalb die Toleranz – ein Wert, für den sie sich auch öffentlich einsetzen.

Auf den ersten Blick scheint es ungewöhnlich, in der heutigen Zeit in einer Stadt wie Berlin ein Kloster zu gründen. Doch gerade in einer schnelllebigen Metropole gibt ein Ort verbindlicher Gemeinschaft wichtige Impulse. Aus den gemeinsamen Gebeten und Andachten schöpft die Gemeinschaft Kraft und kann dadurch auch Anregungen an die Berliner Gemeinden geben.

Viele gute Ideen und Vorsätze standen am Anfang des Rogate-Klosters Sankt Michael. Im vergangenen Jahr wurden schon viele davon umgesetzt. Gegen Hunger und Armut organisiert die Gemeinschaft z.B. in Zusammenarbeit mit der Zwölf-Apostel-Gemeinde eine Suppenküche für Menschen mit geringem Einkommen. Die Feier einer Vesper anlässlich der Eröffnung des lesbisch-schwulen Stadtfestes – trotz der massiven Anfeindungen aus einigen evangelikalen Lagern – zeigt, dass die Rogate-Gemeinschaft es mit dem Einsatz für eine tolerantere Gesellschaft und auch eine tolerantere Kirche ernst meint.

Nach diesem erfolgreichen Jahr hat das Rogate-Kloster sich für die Zukunft einiges vorgenommen. Die Gemeinschaft will ein eigenes Gebäude mit Gottesdienst- und Wohnmöglichkeiten anschaffen. Ein geeignetes Objekt und die finanziellen Mittel müssen gefunden werden. Auch die Zusammenarbeit mit der EKBO und dem Erzbistum Berlin soll enger werden. Für die kommenden Projekte wünsche ich der Rogate-Gemeinschaft viel Erfolg, Durchhaltevermögen und Begeisterung und hoffe, dass es ihr weiterhin gelingt, Brücken zu bauen – zwischen den Konfessionen und vor allem zwischen den Menschen.

Siegmund Ehrmann, MdB, Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften der SPD-Bundestagsfraktion, in einen Grußwort zum einjährigen Bestehen des Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin.

Christoph Meyer: Konsequenz beim Thema Vielfalt und Toleranz und gelebte Exegese.

Liebe Brüder des Rogate-Ordens,
liebe Mitglieder der Rogate-Gemeinschaft,
liebe Freunde und Unterstützer der Rogate-Initiative!

Am 29. September 2010 hat Berlin durch Ihre gemeinschaftliche Initiative eine geistliche und soziale Bereicherung erfahren, auf die Sie als Gründer und Träger und wir Berliner insgesamt stolz sein können!
Lassen Sie mich Ihnen offen gestehen, was in mir an vorderster Stelle eine tiefe Sympathie für Ihre Gemeinschaft erweckt: Es ist Ihre Konsequenz beim Thema Vielfalt und Toleranz und Ihre gelebte Exegese dessen, was für Martin Luther die einzige Quelle des Glaubens war, die heilige Schrift („sola scriptura“).
Denn das zentrale Motiv dieser Schrift, der zentrale Wert des Christentums zieht sich als roter Faden und Rückgrat durch das neue Testament. Das neue Testament identifiziert ihn als die Lösung schlechthin für die Probleme des einzelnen wie auch der Gemeinschaft, als die perfekte Antwort auf die Unbilden und bisweilen die schmerzliche Absurdität des Lebens, als die einzige Rettung. Er ist die Quelle von Freude, sozialer Heimat, von Identifikation, Identität und von Verantwortung für sich und den Nächsten. Dieser zentrale christliche Wert ist: Liebe.

Nun habe ich es schon früher nie verstanden, wie manche – auch kirchliche Institutionen – die gelebte Liebe zwischen zwei Menschen einteilen konnten in eine „gute“ Form, diejenige zwischen Mann und Frau und eine „schlechte“ Form, diejenige zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts. Ich hörte dann bisweilen staunend, dass in der Liebe zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Partnern ein erotisch motiviertes Begehren (Cupiditas) überwiege, während zwischen Mann und Frau eine platonisch-hochachtende Nächstenliebe (Caritas) angenommen wurde. Was diese Anteile mit dem Geschlecht der Liebenden zu tun haben, verstand ich damals wie heute nicht.

Die gelebte Liebe zweier Menschen bedeutet vor allem die gegenseitige Übernahme von Verantwortung füreinander. Darin liegt für mich als Liberaler ihr unschätzbarer Wert. Die Entscheidung, die Initiative des Einzelnen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, ist die existentielle Basis einer jeden Gemeinschaft. Sie ist immer gut und völlig unabhängig von Geschlecht, äußeren Faktoren oder körperlichen Merkmalen der Beteiligten.
Sie machen als christliche Gemeinschaft keinen Unterschied zwischen „guter“ und „schlechter“ Liebe. Diese Akzeptanz der Vielfalt und die Achtung der Liebe in ihren Formen leben Sie und fördern Sie. Damit sind Sie eine Bereicherung unserer Stadt, von deren Sorte wir weiß Gott mehr gebrauchen können und dafür danke ich Ihnen!

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne ein frohes Jubiläum, stetiges Wachstum und die Kraft, in einem geduldigen Dialog untereinander, mit Bürgern, Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften, mit Politik und Gesellschaft die Freiheit der Gedanken, die Freiheit der Gefühle und dort, wo es Not tut, auch das Freiwerden zum Lieben weiterhin zu fördern!

Christoph Meyer
FDP-Fraktionsvorsitzender im
Abgeordnetenhaus von Berlin

Klaus Lederer: Berlin ist die Stadt der Widersprüche.

„Wir verstehen die Vielfalt unserer Gaben und Talente als Gewinn“, ist genauso Teil Ihres Selbstverständnisses wie der Wunsch, sich nicht gegenüber anderen abzugrenzen und im Glauben zu wachsen. Berlin ist die Stadt der Vielfalt – der Vielfalt der Herkunft, der religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen, der sexuellen Orientierungen. Berlin ist die Stadt der Widersprüche und die Stadt, die fähig ist, mit diesen Widersprüchen nicht nur zu leben, sondern sie – bei allen Problemen, die wir haben – produktiv zu wenden. Ich wünsche Ihnen, dass sie als ökumenisches Kloster diese Vielfalt annehmen können und ein lebendiger Teil unseres vielfältigen Berlins werden.

Grußwort von Dr. Klaus Lederer, MdA, Landesvorsitzender DIE LINKE. Berlin zum 1. Jahrestag der Gründung des Ökumenischen Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin.

Hans-Jörg Voigt: „Klösterliches Leben in ökumenischer Verbundenheit in Berlin zu beginnen, das ist eine gute Nachricht.“

„Über Ihre Nachricht habe ich mich sehr gefreut. Klösterliches Leben in ökumenischer Verbundenheit in Berlin zu beginnen, das ist eine gute Nachricht. Gern werde ich Ihre Bemühungen weiter mit Interesse und vor allem in meinem Gebet begleiten. Seien Sie der Güte Gottes befohlen!“

Bischof Hans-Jörg Voigt, Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK)

Aus dem Grußwort zur Gründung des Ökumenischen Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin.

Ein Grußwort aus Taizé:

„Wir Brüder freuen uns aber nicht nur auf das Jahresende, sondern ganz besonders auf die Vorbereitung des Treffens. Dabei hoffen wir die Kirche in Berlin in ihrer großen Vielfalt näher kennenzulernen, auch das das neu beginnende monastische Leben. Es ist sicher wichtig, dass das Rogate-Kloster sich nicht auf Taizé beruft, sondern einen eigenen Weg findet. Sicher treffen wir uns auch während der Vorbereitungszeit im Herbst.
Zum bevorstehenden Pfingstfest schicke ich Ihnen dieses Gebet von frère Roger:

Jesus, unser Friede, was du auf der Erde für die Deinen warst, bist du durch den Heiligen Geist ebenso für uns heute. In deinem Evangelium versicherst du uns: Ich werde euch niemals allein lassen, ich werde euch den Heiligen Geist senden, er wird Stärkung und Trost sein, er wird immer bei euch bleiben.

Herzliche Grüße!

frère Georg“

Aus dem Grußwort aus Taizé.

Lars Oberg: Rogate-Kloster ist Ort des Gebetes und der Diakonie.

Das vor einem Jahr, am 29. September 2010, gegründete Ökumenische Rogate-Kloster St. Michael zu Berlin zieht spirituell Interessierte aus verschiedenen Kirchen aber auch Kirchenferne nach Schöneberg. Es sind Menschen mit der Berufung zum Eintritt in den Orden oder in die Rogate-Gemeinschaft. Es gibt aber auch viele, die das Kloster im Freundeskreis unterstützen. Das Kloster ist Ort des Gebetes und der Diakonie für Menschen in verschiedenen Lebenslagen.

Der Einsatz der Rogate-Initiative für Opferschutz und gegen Gewalt beispielgebend und anerkannt im Kiez. Es ist wichtig und leider nicht selbstverständlich, hier einen kirchlichen Akteur zu erleben.

Das Rogate-Kloster initiierte mit Freiwilligen eine Suppenküche in der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, die seit Mai wöchentlich warme Mahlzeiten für bis zu 70 Menschen anbietet. Angebote für ältere und einsame Menschen an Wochenenden sind geplant. Rogate steht für den Einsatz mit Herz, Wort und Tat und leistet einen wichtigen Beitrag für den sozialen Zusammenhalt in unseren Kiezen in Schöneberg.

Über die Kloster-Gründung in Schöneberg freue ich mich, denn sie zeugt vom Gemeinsinn, der Freude am gemeinsamen Handeln und von der Hoffnung der Christen.

In der Vielfalt unseres Stadtteiles wäre es ein großer Gewinn, wenn es gelänge, dem Konvent nachhaltig Räume zum Leben und für das karitative Engagement zur Verfügung zu stellen und eine Anbindung an die bestehenden Strukturen zu befördern. Mit dem Konvent hoffe ich, dass die Kirchen das Projekt als Ausdruck der Vielfalt wohlwollend prüft und engagiert nach Möglichkeiten der Unterstützung sucht.

Den Gründern der Rogate-Initiative und des Klosters ist für ihren Einsatz, ihre Kreativität und Beharrlichkeit trotz vieler Widerstände zu danken.

Ich wünsche eine glückliche Hand bei allen Projekten und freue mich auf weitere Begegnungen.

Lars Oberg, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, in einem Grußwort zum einjährigen Bestehen des Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin am 29. September 2011.

Franz Maria Schwarz: „Ein Hoffnungszeichen, dass Gott am Werke ist.“

„Zu der Generation gehöre ich, die im Kindergarten noch gesungen hat: „Berlin wird wieder aufgebaut und alle sind dabei.“ In aller Bescheidenheit bin ich im Herzen bis heute dabei auch geistliche Aufbauarbeit mit zugestalten. Schon der aufrechte Wille und das Vorhaben „klösterliches Leben in ökumenischer Verbundenheit in Berlin“  zu beginnen, ist ein Hoffnungszeichen, dass Gott am Werke ist. Die „ Geburtswehen“ solch einen Schritt zu wagen, haben wir miterleben und begleiten dürfen.

Wir wünschen nicht als Besserwisser, sondern als Brüder des Konventes von Sankt Wigberti in Werningshausen/Thüringen Euch/Ihnen den Geist der Besonnenheit und der Freude, der Seelenstärke und die Kraft christlicher Versöhnung, die Geduld des Bauern bis zur Einbringung der Ernte und natürlich die Weitsicht auf  den kommenden Herrn. Lasst es uns wagen, „so lange Tag ist“ zum Segen und Heil aller, die wir auf der Suche sind. „Er wird´s wohl machen!“

In Christus verbunden und geeint Euer P. Franz Maria

Grußwort von Pater Franz Maria Schwarz OSW, Apostolischer Vorsteher des ökumenischen Benediktinerklosters St. Wigbert in Werningshausen.

Klaus Schlapps: „Orte in denen ohne Trennung gebetet und Eucharistie gefeiert werden kann.“

„Die Welt braucht geistige Zentren die die Liebe eines barmherzigen Gottes in die Welt hinaus und in die Herzen hineintragen. Orte in denen ohne Trennung gebetet und Eucharistie gefeiert werden kann. Orte in den man im Schweigen auf den Atem Gottes hören kann. Diese Orte brauchen wir. Deswegen beten wir und unterstützen wir diese Initiative von ganzem Herzen.“

Abt Klaus Schlapps OPR, Abtei St. Severin

Grußwort vom 29.9.2010 zur Gründung der Initiative für das Ökumenische Rogate-Kloster St. Michael zu Berlin

Volker Beck: Nächstenliebe und Respekt gelten für alle Menschen.

„Mit einander reden und lachen, freundlich und offen.“ – so will das Rogate-Kloster sich präsentieren. Das miteinander Reden praktiziert Ihr, indem ihr Euch den ökumenischen Auftrag gebt, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen unterschiedlicher christlicher Konfession gemeinsam beten und leben können. Offenheit beweist Ihr, indem Ihr Themen angeht, die nicht immer auf der Tagesordnung der großen Konfessionen stehen. Mit der Vesper zur Eröffnung des schwulesbischen Stadtfestes macht ihr deutlich: Nächstenliebe und Respekt gelten für alle Menschen. Das Ziel, die christlichen Kirchen zu einem Ort für alle — auch für Schwule und Lesben – zu machen, teile ich. Zu Eurem Mut und Euerm Engagement gratuliere ich und wünsche Euch viel Erfolg!

Volker Beck

Erster Parlamentarischer Geschäftsführer
Menschenrechtspolitischer Sprecher
der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen

Monika Thamm: Helfend und aufbauend eingreifen.

Sehr geehrter Ehrwürdiger Bruder Franziskus,

ich begrüße es sehr, dass sich eine christliche Gemeinschaft im Schöneberger Norden sozial engagiert. Dieser Bezirksteil leidet unter etlichen sozialen Problemen: Straßenprostitution, hoher Anteil von Hartz-IV-Familien, Kinderarmut, Probleme im Zusammenhang mit hohem Emigrantenanteil in der Bevölkerung usw.

Daraus erwachsen Spannungen zwischen den Menschen. Einhergehend mit den Problemen ist aber auch ein Verlust der Werteorientierung  zu verzeichnen: Ob es sich nun um die sog. bürgerlichen Tugenden handelt oder schlicht um die gegenseitige Achtung von Mensch zu Mensch dreht – Armut, sozialer Abstieg, schlechte Zukunftsaussichten verbinden sich oft mit dem Verlust von Selbstwertgefühl und das wiederum ist oft die Wurzel von mangelnder Verankerung in unserer Gesellschaft und fehlendem Verantwortungsgefühl für sich selbst und/oder Andere.

Eine Einrichtung wie die Ihre kann hier helfend und aufbauend eingreifen – sei es durch menschliche Nähe, praktische soziale Hilfe und Unterstützung.

Ihre Arbeit verdient Respekt und Anerkennung durch Politik und Gesellschaft.

Monika Thamm, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, in einem Grußwort zum einjährigen Bestehen des Rogate-Klosters am 29. September und zum zweijährigen Gründungstag der Rogate-Initiative e.V. am 9. September.

Thomas Birk: Aktivitäten folgen christlichen Ansatz.

Liebe Gemeinschaft des Rogate-Klosters, lieber Frater Franziskus,

zum doppelten Jubiläum meine herzlichsten Glückwünsche! Es tut gut zu wissen, dass es Christen gibt, die sich ausdrücklich gegen Homophobie engagieren und für die Akzeptanz sexueller Vielfalt werben – und das im Zeichen der Ökumene.

Eure vielfältigen Aktivitäten gegen soziale Kälte und Intoleranz folgen einem wahrhaft christlichen Ansatz! Leider haben wir noch einen weiten Weg vor uns, bis die Erkenntnis, dass gleichgeschlechtliche Liebe Respekt und Anerkennung verdient, auch von katholischen Würdenträgern geteilt wird. Als Atheist aus kirchlichem Elternhaus freut es mich, wenn christlicher Glaube einmal so anders gelebt wird. Ihr seid damit eine Bereicherung für Berlin, für den Schöneberger Norden aber auch für die queere Community.

Ich wünsche dem Rogate-Kloster ein langes Leben, bald ein schönes Zuhause und viel Erfolg beim Wirken nach innen und außen!

Thomas Birk, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Bündnis 90/Die Grünen zum 1. Jahrestag der Gründung des Ökumenischen Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin.

Schwusos Berlin: Rogate ist ein wichtiger Bündnispartner in dieser Stadt.

„An dieser Stelle möchten wir allen Mitgliedern und Aktiven der Rogate-Initiative für ihr Engagement danken und zum ersten Jahrestag von Herzen alles Liebe und Gute und für die Zukunft viel Kraft und Ausdauer wünschen.

Wir möchten Euch ermutigen, weiterhin für Eure Arbeit zu kämpfen. Denn Toleranz, Respekt und Anerkennung von Vielfalt sind Werte, auf die es ankommt und für die es sich weiter zu kämpfen lohnt.

Wir freuen uns weiter auf die bereits mehrfach erprobte gute Zusammenarbeit mit Frater Franziskus und dem Kloster-Konvent. Rogate ist ein wichtiger Bündnispartner in dieser Stadt, um eine Welt in Vielfalt und mit der Akzeptanz gleichgeschlechtlich Lebensformen zu erreichen.“

André Rostalski
Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Schwusos in der Berliner SPD,
Pascal Kaun, Stellvertretender Landesvorsitzender.

Hinweis: Den Gottesdienstplan für den Monat Oktober finden Sie hier.

Zitiert: Den Geist der Gemeinschaft und Nächstenliebe in der Stadt gesät.

Liebe Brüder des Rogate-Ordens,
liebe Mitglieder der Rogate-Gemeinschaft,
liebe Freunde und Unterstützer der Rogate-Initiative,

„wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“, so klingen im Lied die Worte des Evangelisten Matthäus, „da bin ich mitten unter ihnen“. Seit nunmehr einem Jahr hat Berlin einen weiteren Ort des christlichen Miteinanders – das Rogate-Kloster.

Dieses Kloster ist kein „verschlossener Ort“ wie es die Wurzel des Wortes, lateinisch „claustrum“, vermuten lässt. Im Gegenteil: Mitten in der Stadt findet sich die Gemeinschaft zusammen an ganz unterschiedlichen Orten im Gebet. Katholiken und Protestanten, Fromme und Fragende, Frauen und Männer, Kirchennahe und –ferne. In der Vielfalt liegt die Kraft. Ihre Gemeinschaft ermöglicht einen Austausch, der Räume öffnet, Brücken schlägt und Widersprüche aushält.

In Radio, Fernsehen und unseren Online-Angeboten berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg täglich über die Vielfalt der Metropole. Über ihren Reichtum, die Reibungen, die entstehen, die Herausforderungen, die ihr entspringen. Ausgerechnet in Berlin, einem Ort der christlichen Diaspora, leben Angehörige von über 100 Religionsgemeinschaften miteinander. Die weltoffene Stadt braucht Menschen, die integrieren und den Dialog zwischen den Religionen vorantreiben.

Im Sinne der historischen Wurzeln seines Namens hat das Kloster den Geist der Gemeinschaft und Nächstenliebe hier in der Stadt gesät. Ich wünsche Ihnen, dass die spirituellen Impulse auf fruchtbaren Boden fallen. Fahren Sie eine gute Ernte ein, in diesem Herbst und in vielen folgenden.

Dagmar Reim, Intendantin Rundfunk Berlin-Brandenburg, in einem Grußwort zum einjährigen Bestehen des Rogate-Klosters.

Hinweis und Einladung zum Jubiläum: Montag, 3. Oktober, 15.oo Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier (mit Tiersegnung). Eine filmische Einladung dazu hier:

Zitiert: Rogate-Kloster ist Ort des Gebetes und der Diakonie.

Das vor einem Jahr, am 29. September 2010, gegründete Ökumenische Rogate-Kloster St. Michael zu Berlin zieht spirituell Interessierte aus verschiedenen Kirchen aber auch Kirchenferne nach Schöneberg. Es sind Menschen mit der Berufung zum Eintritt in den Orden oder in die Rogate-Gemeinschaft. Es gibt aber auch viele, die das Kloster im Freundeskreis unterstützen. Das Kloster ist Ort des Gebetes und der Diakonie für Menschen in verschiedenen Lebenslagen.

Der Einsatz der Rogate-Initiative für Opferschutz und gegen Gewalt beispielgebend und anerkannt im Kiez. Es ist wichtig und leider nicht selbstverständlich, hier einen kirchlichen Akteur zu erleben.

Das Rogate-Kloster initiierte mit Freiwilligen eine Suppenküche in der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, die seit Mai wöchentlich warme Mahlzeiten für bis zu 70 Menschen anbietet. Angebote für ältere und einsame Menschen an Wochenenden sind geplant. Rogate steht für den Einsatz mit Herz, Wort und Tat und leistet einen wichtigen Beitrag für den sozialen Zusammenhalt in unseren Kiezen in Schöneberg.

Über die Kloster-Gründung in Schöneberg freue ich mich, denn sie zeugt vom Gemeinsinn, der Freude am gemeinsamen Handeln und von der Hoffnung der Christen.

In der Vielfalt unseres Stadtteiles wäre es ein großer Gewinn, wenn es gelänge, dem Konvent nachhaltig Räume zum Leben und für das karitative Engagement zur Verfügung zu stellen und eine Anbindung an die bestehenden Strukturen zu befördern. Mit dem Konvent hoffe ich, dass die Kirchen das Projekt als Ausdruck der Vielfalt wohlwollend prüft und engagiert nach Möglichkeiten der Unterstützung sucht.

Den Gründern der Rogate-Initiative und des Klosters ist für ihren Einsatz, ihre Kreativität und Beharrlichkeit trotz vieler Widerstände zu danken.

Ich wünsche eine glückliche Hand bei allen Projekten und freue mich auf weitere Begegnungen.

Lars Oberg, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, in einem Grußwort zum einjährigen Bestehen des Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin am 29. September 2011.

Unser Programm zum Jubiläum:

Zum Jubiläum ein Vortragekreuz?! Die Spendenaktion für das Rogate-Kloster finden Sie hier.


Zitiert: In der kirchenfernen Stadt Berlin zur Verankerung des Glaubens beitragen.

„Wer an seinem Nächsten vorübergeht, der geht auch an Gott vorüber.“
Martin Luther (1483-1546)

Ein Kloster für alle christlichen Konfessionen in Deutschlands Hauptstadt zu errichten, ist eine ebenso fortschrittliche wie wegweisende Idee. Das Ökumenische Rogate-Kloster Sankt Michael hat es mit der Eröffnung am 29. September 2010 vermocht, einen Ort der Hoffnung und Offenheit für alle — auch für Schwule und Lesben — zu schaffen, in dem ohne Trennung gebetet werden kann. Gerade in einer kirchenfernen Stadt wie Berlin kann dies zu einer stärkeren Verankerung des christlichen Glaubens beitragen.

„Freundlich und offen füreinander, so wie Augustinus (Confessiones 4,8,13) das gemeinsame Leben beschreibt, so wollen wir unser neues Kloster in Berlin aufbauen.“ Nach diesem Motto lebt das Rogate-Kloster seine Offenheit und Toleranz gegenüber verschiedenster Konfessionen und Lebensarten aus. Bei meinem Besuch im Rogate Kloster am 17. Juni 2011 anlässlich einer Vesper zur Eröffnung des schwul-lesbischen Stadtfestes habe ich aus den Predigten immer eines herausgehört: Die Bestrebungen des Klosters sind, so wie auch schon Martin Luther predigte, die Nächstenliebe und Respekt vor allen Menschen. Das unterstütze ich gerne.

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Rogate-Kloster einen wichtigen Beitrag im konfessionsübergreifenden Dialog leistet und Anlaufstelle für alle Gläubigen sein wird.

Auf diesem Wege gratuliere ich Ihrem Mut und Ihrer Hingabe und wünsche Ihnen noch viele erfolgreiche sowie erfüllende Jahre!

Herzliche Grüße

Dr. Jan-Marco Luczak, Mitglied des Deutschen Bundestags, Wahlkreisabgeordneter für Tempelhof-Schöneberg, in einem Grußwort zum einjährigen Bestehen des Rogate-Klosters.

Das Programm zum Jubiläum:

  • Sonntag, 25. September,, 19.oo Uhr, Rogate-Konzert. Schola Cantorum, einer der besten Chöre Norwegens, konzertiert in der Zwölf-Apostel-Kirche. Eintritt frei. Kollekte erbeten.
  • Montag, 3. Oktober, 15.oo Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier (mit Tiersegnung). Eine filmische Einladung dazu hier:

     

Zitiert: Aktivitäten folgem christlichen Ansatz.

Liebe Gemeinschaft des Rogate-Klosters, lieber Frater Franziskus,

zum doppelten Jubiläum meine herzlichsten Glückwünsche! Es tut gut zu wissen, dass es Christen gibt, die sich ausdrücklich gegen Homophobie engagieren und für die Akzeptanz sexueller Vielfalt werben – und das im Zeichen der Ökumene.

Eure vielfältigen Aktivitäten gegen soziale Kälte und Intoleranz folgen einem wahrhaft christlichen Ansatz! Leider haben wir noch einen weiten Weg vor uns, bis die Erkenntnis, dass gleichgeschlechtliche Liebe Respekt und Anerkennung verdient, auch von katholischen Würdenträgern geteilt wird. Als Atheist aus kirchlichem Elternhaus freut es mich, wenn christlicher Glaube einmal so anders gelebt wird. Ihr seid damit eine Bereicherung für Berlin, für den Schöneberger Norden aber auch für die queere Community.

Ich wünsche dem Rogate-Kloster ein langes Leben, bald ein schönes Zuhause und viel Erfolg beim Wirken nach innen und außen!

Thomas Birk, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Bündnis 90/Die Grünen zum 1. Jahrestag der Gründung des Ökumenischen Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin.

Das Programm zum Jubiläum:

    • Sonntag, 25. September,, 19.oo Uhr, Rogate-Konzert. Schola Cantorum, einer der besten Chöre Norwegens, konzertiert in der Zwölf-Apostel-Kirche. Eintritt frei. Kollekte erbeten.
    • Montag, 3. Oktober, 15.oo Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier (mit Tiersegnung). Eine filmische Einladung dazu hier: