Jubiläum: Zehn Jahre Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin

Es sollte ein großer ökumenischer Festgottesdienst mit Eucharistie und Ausstellung zum Monat der Diakonie werden, doch auch im Rogate-Kloster musste seit Beginn der Corona-Pandemie vieles ausfallen oder verschoben werden. Nun wird eine Eucharistie am Sonntag, 27. September 2020, an die Gründung der geistlichen Gemeinschaft vor zehn Jahren erinnern.

Bereits vor elf Jahren, am 9. September 2009, gründete sich die Vorgängerorganisation, die „Ökumenische Rogate-Initiative“ als Verein. Zwanzig Personen aus verschiedenen Kirchen und Initiativen taten sich zusammen, um insbesondere in Schöneberg regelmässig Gottesdienste miteinander zu feiern.

Aus der Gruppe heraus wurde am 29. September 2010 das Rogate-Kloster gegründet. Es ist seit Juni 2013 als geistliche Gemeinschaft Teil der Evangelischen Kirche Berlin–Brandenburg–schlesische Oberlausitz und seit dem 1. November 2016 vom Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland anerkannt. Seit seiner Gründung ist das Kloster Mitglied im Verbund der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesiche Oberlausitz.

Die Rogate-Mitglieder wirken neben Berlin in verschiedenen Bundesländern wie Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen und Niedersachsen (Friesland und Wilhelmshaven). Schwerpunkte des Engagement liegen dabei in innovativen Gottesdienstformaten wie der „Politikerkanzel“ oder Demokratieprojekten wie dem „Wangerlandsofa„.

Die stärkste Aufmerksamkeits des Kloster-Engagement erfahren der jährliche Eröffnungsgottesdienst zum Lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin sowie die Gottesdienste für Mensch und Tier. Lange Jahre lag der inhaltliche Schwerpunkt in der Begleitung Trauernder und von Andachten für Menschen, die an keiner Trauerfeier teilnehmen konnten. Die Gemeinschaft hat als Ziel, einen Konvent gemeinsamen Lebens und Arbeitens zu entwickeln. Dafür sucht sie einen Ort.

Termin: Sonntag, 27. September 2020 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum St. Michaelisfest und zum Monat der Diakonie. Orgel: Felicitas Eickelberg. Ort: Zwölf-Apostel-Kirche.

Voting für Demokratie-Projekt „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“

Mit unserem Demokratie-Projekt „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“ bewerben wir uns im Rahmen eines Vereinsvotings seit heute um eine (finanzielle) Unterstützung der Landesparkasse zu Oldenburg.

Freuen würde uns, wenn Sie uns mit Ihrer Stimme bzw. Ihrem Voting unterstützen würden.

Hier kommen Sie direkt auf unsere Vorstellungsseite mit der Möglichkeit zur Stimmabgabe.

Vielen Dank!

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Eine Auswahl der nächsten (geplanten) Rogate-Termine finden Sie hier:

Aktuell: Mitgliederversammlung des Rogate-Klosters wählt neuen Vorstand

Prof. Dr. Markus Beckmann (Nürnberg) und Florian Wiese (Wilhelmshaven) sind neu in den Vorstand des Trägervereins des Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin gewählt worden.

Die Mitgliederversammlung wählte einstimmig Gründungsmitglied Beckmann zum 2. Vorsitzenden und Wiese zum Schatzmeister des 2009 gegründeten Vereins. Wiese ist Ratsherr im Rat der Stadt Wilhelmshaven und gehört der SPD-Fraktion an. 1. Vorsitzender bleibt Br. Franziskus Aaron (Wilhelmshaven/Berlin). Durch die Neuwahl sind Dr. Christian Meier und Uta Willers-Urban (beide Berlin) aus dem Vorstand ausgeschieden. Beide waren zuvor zurückgetreten.

Das ökumenische Kloster ist seit 2013 durch die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und seit 2016 durch das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland anerkannt. Es besteht aus einer geistlichen Gemeinschaft, die seit ihrer Gründung in Berlin und seit 2017 in Wilhelmshaven und Friesland mit Demokratie-, Sozial und Kulturprojekten aktiv ist, darunter die Formate „Warum wählen?“,  „Zehn Reden für die Stadt“ sowie die „Politikerkanzel: Was mich treibt.“ Rogate ist zudem in Friesland-Wilhelmshaven im Interreligiösen Dialog engagiert.

Rogate-Förderverein verlegt Sitz nach Wilhelmshaven

Der Förderverein des Rogate-Klosters Sankt Michael wird künftig in Wilhelmshaven seinen Sitz haben. Die Mitgliederversammlung hat einstimmig eine entsprechende Satzungsänderung beschlossen.

Hintergrund für die Entscheidung ist das seit 2017 zunehmende Engagement der Rogate-Klosters in der Region Friesland-Wilhelmshaven. Die Rogate-Gottesdienst-Reihen „Politikerkanzel: Was mich treibt“, „Zehn Reden für die Stadt“ oder das Demokratieprojekt „Wangerlandsofa? Hör mal zu!“ hatten u.a. Alt-Bundespräsident Christian Wulff sowie verschiedene Mitglieder des Bundestages und niedersächsische Landesminister als Redner in die Banter Kirche (Wilhelmshaven) gelockt. 

Das 2010 gegründete Rogate-Kloster selbst wird seinen Hauptsitz in Berlin behalten. Die Anerkennung als Einrichtung und Geistliche Gemeinschaft der Evangelischen Kirche-Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist an ein spirituelles Leben vor Ort gebunden. Es ist Mitglied im Verbund der Diakonie. Die Mehrzahl der Rogate-Mitglieder leben im Ostdeutschland, auch daher wird das Kloster regelmässige öffentliche Angebote in der Hauptstadt anbieten, ein Büro unterhalten und Gottesdienste feiern. Letzteres ist derzeit durch die Corona-Pandemie erheblich eingeschränkt.

Das ökumenische Kloster ist seit 2013 von der evangelischen Landeskirche und seit 2016 durch das Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland anerkannt.

Website: www.KlosterBerlin.de

Kloster-Imkerei: Honig gibt es in Wilhelmshaven bei Tee Bakker

Im Frühjahr wurde er geschleudert: Jetzt wird unser Küstenhonig in den Handel gebracht. Aus der Rogate-Kloster-Imkerei ist die Sorte Frühjahrstracht, abgefüllt in 125g- und 250g-Gläsern, hier erhältlich:

  • Tee Bakker GmbH, Bismarckstraße 75, 26384 Wilhelmshaven-Heppens, Telefon 044 21-33 210, E-Mail: info@tee-bakker.de. Bitte die reduzierten Öffnungszeit beachten.

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Senator Klaus Lederer

Dr. Klaus Lederer (Foto: DiG/Trialon)

Es hätte so schön sein können. Wir hätten im Juli das 28. Lesbisch-schwule Stadtfest im Schöneberger Regenbogenkiez gefeiert, und schon zum zehnten Mal den ökumenischen Eröffnungsgottesdienst zu diesem Fest der Vielfalt. Verhindert wurde unser Zusammenkommen nicht von fundamentalistischen Feinden der Vielfalt – obwohl diese in den vergangenen zehn Jahren auch einiges versucht haben, um den Organisator*innen des Festgottesdienstes Knüppel zwischen die Beine zu werfen –, sondern von einer globalen Pandemie, die Hunderttausende Tote weltweit verursacht und unser soziales Leben radikal umgekrempelt hat. 

Dass in diesem Jahr Vieles anders ist, das klingt nach Monaten des Corona-Wahnsinns fast schon wie eine Worthülse. Aber es ist so – für alle ist eine völlig neue Situation entstanden.

Und immer gibt es die, die es besonders trifft: Gerade in der queeren Community sind die momentan geschlossenen Clubs und andere Kulturorte häufig weit mehr als „nur“ Freiräume.

Sie sind Orte des Austauschs, mehr noch als in der Mehrheitsgesellschaft, Orte der Begegnung und für viele – leider immer noch nötige – sichere Schutz- und Rückzugsorte.

Schutzräume, in denen die Akzeptanz und Toleranz da ist, die trotz aller über die Jahrzehnte erkämpften Rechte und Fortschritte längst nicht überall gegeben ist.

Dabei brauchen wir diese Schutzräume heute ganz besonders. Leider erleben wir in vielen Ländern der Welt, durchaus auch hierzulande, einen beunruhigenden Anstieg von Anfeindungen, Hass, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Unbedingt müssen wir daher wachsam bleiben gegenüber allen Tendenzen, die das Erreichte und mühsam Erkämpfte wieder zerstören wollen. Kämpfen wir weiter für unsere Rechte, für die Rechte aller!

Und feiern wir im Juli 2021, dann mit noch größerer Vorfreude als sonst, einen wunderbar bunten Stadtfest-Gottesdienst und ein vielfältiges, friedliches und solidarisches Motzstraßenfest in der Regenbogenstadt Berlin.

Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa, Berlin

Ein Ausschnitt aus dem Rogate-Eröffnungsgottesdienst 2011:


Fünf Fragen an: Hans-Joachim Janßen

Fünf Freitagsfragen an Hans-Joachim Janßen, einer der fünf Initiatoren des Volksbegehrens Artenvielfalt Niedersachsen, über die dramatische Gefährdung von Vögeln und Insekten, den Fahrplan für mehr Artenschutz und die Kritik an Absichtserklärungen.

Hans-Joachim Janßen (Bild: Sven Brauers)

Dipl-Ing. Hans-Joachim Janßen, geboren 1960, lebt am Jadebusen (Nordsee) und ist dort auch aufgewachsen. Er studierte an der Universität Hannover Landespflege und Naturschutz, dem sich ein Referendariat für den Verwaltungsdienst anschloss. Auch danach ist er weiterhin eng mit Naturschutzthemen verbunden: Beruflich schlossen sich Tätigkeiten unter anderem im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und in der Naturschutzbehörde des Landkreises Wesermarsch an, politisch war er in seiner Zeit als Landtagsabgeordneter (2013 bis 2017) und ist aktuell als Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen auch mit Naturschutzthemen befasst. Er ist unter anderem Mitglied beim NABU, dem BUND und der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems.

Rogate-Frage: Herr Janßen, wie steht es um den Artenschutz und die Artenvielfalt in Niedersachsen?

Hans-Joachim Janßen: Wie weltweit ist auch die Artenvielfalt in Niedersachsen dramatisch gefährdet. Von rund 360 Wildbienenarten stehen mehr als 60 Prozent auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten, von rund 11.000 untersuchten Tier- und Pflanzenarten sind rund 50 Prozent gefährdet. Feldvögel sind besonders im Rückgang begriffen: Bekassine und Uferschnepfe – zwei Arten, die auf Wiesen und Weiden brüten – haben in den vergangenen 35 Jahren Brutbestandsrückgänge von 81 beziehungsweise 67 Prozent erlitten.

Rogate-Frage: Sie haben eine Initiative für ein neues niedersächsisches Naturschutzgesetz gestartet. Was versprechen Sie sich davon?

Hans-Joachim Janßen: Mit dem Volksbegehren wollen wir das Niedersächsische Naturschutzgesetz sowie das niedersächsische Wasser- und das Waldgesetz so ändern, dass die Vielfalt unserer Arten in Niedersachsen ausreichend Lebensraum finden. Nur dann können unsere niedersächsischen Tier- und Pflanzenarten auch überleben. Konkret bedeutet das: Saumstrukturen wie Weg- und Feldraine, Hecken, Fledgehölze und Alleen, aber auch wertvolles Grünland und Gewässerränder werden geschützt. Pestizideinsatz wird in Schutzgebieten begrenzt, der Ökolandbau als eine Form der Landwirtschaft, die nachweislich der Artenvielfalt dient, soll ausgebaut werden. Eine naturverträgliche Bewirtschaftung des Landeswaldes wird vorgeschrieben,  die Versiegelung von Flächen soll bis 2030 halbiert und ab 2050 nur in dem Umfang zulässig sein, wie an anderer Stelle entsiegelt wird.

Rogate-Frage: Wer steht hinter Ihrem Bündnis und wie finanziert sich die Initiative?

Hans-Joachim Janßen: Das Volksbegehren Artenvielfalt wird getragen von den drei Organisationen Deutscher Berufs- und Erwerbs-Imker-Bund e.V. (DBIB), Bündnis 90/Die GRÜNEN Niedersachsen und NABU Niedersachen e.V.. Unterstützt wird das Volksbegehren von nunmehr über 180 Bündnispartnern: Organisationen, Verbände, Unternehmen, etc. Es kommen täglich mehr Unterstützer hinzu. Eine aktuelle Übersicht findet sich online unter hier.
Das Volksbegehren finanziert sich aus Spenden und Mitteln der Trägerorganisationen.

Rogate-Frage: Wie funktioniert das „Volksbegehren Artenvielfalt“?

Hans-Joachim Janßen: Wir haben am 29. April 2020 das Volksbegehren bei der niedersächsischen Landeswahlleiterin angemeldet. Am 13. Mai 2020 ist im Niedersächsischen Ministerialblatt das Volksbegehren bekannt gemacht worden und ist damit offiziell gestartet. In einer Vorphase müssen zunächst 25.000 Unterschriften innerhalb von sechs Monaten gesammelt werden. Wird die Unterschriftenzahl erreicht, beantragt der Initiatorenkreis die Zulassung bei der Landesregierung. Diese prüft, ob die hinterlegten Gesetze rechtskonform und verfassungsgemäß sind. Lässt die Landersregierung das Volksbegehren zu, müssen in den dann folgenden sechs Monaten insgesamt 610.000 Unterschriften zusammenkommen, das sind zehn Prozent der Wahlberechtigten in Niedersachsen. Dabei werden die Unterschriften aus der ersten Vorphase mitgezählt. Werden die 610.000 Unterschriften erreicht, ist das Volksbegehren erfolgreich und der Niedersächsische Landtag muss über die Gesetze des Volksbegehrens entscheiden. Nimmt der Landtag die Gesetze so wie vorgelegt oder mit geringen Änderungen an, ist das Verfahren erfolgreich abgeschlossen und besserer Natur- und Artenschutz wird Gesetz. Lehnt der Landtag die Gesetze des Volksbegehrens ab, ist innerhalb von sechs Monaten ein Volksentscheid durchzuführen, in dem alle Wahlberechtigten in Niedersachsen über die Volksbegehrensgesetze abstimmen. Das Volksbegehren ist angenommen, wenn die Mehrheit der Abstimmenden und mindestens 25 Prozent aller Wahlberechtigten für das Volksbegehren votiert.

Rogate-Frage: Wie beurteilen Sie den unter anderem von Umweltminister Olaf Lies initiierten „Niedersächsischen Weg“? Könnte dadurch das Volksbegehren überflüssig werden?

Hans-Joachim Janßen: Der Niedersächsische Weg ist eine reine Absichtserklärung, mehr aber auch nicht. Artenschutz braucht aber bindende gesetzliche Regelungen! Nur weil der Bauernverband zusammen mit der Landesregierung und Umweltverbänden eine Vereinbarung unterschreibt, wird kaum jemand darauf verzichten, am Gewässerrand zu düngen und zu spritzen oder Grünland, auf dem Wiesenvögel brüten, zu früh zu mähen sowie Hecken zu beseitigen oder in Naturschutzgebieten Pestizide einzusetzen. Es bleibt erlaubt, also wird es gemacht. Erst dauerhaft geltende und verbindliche Regelungen werden die Tiere und Pflanzen in Niedersachsen besser schützen. Die Absichtserklärung „Niedersächsischer Weg“ enthält – oft noch etwas vage formuliert – vieles, was wir mit unserem Volksbegehrensgesetz auch fordern. Es ist jetzt an der Landesregierung und den Fraktionen von SPD und CDU, einen entsprechend wirksamen Gesetzesvorschlag durch den Landtag zu bringen. Am einfachsten wäre es, sie würde unser fachlich und juristisch präzise ausformuliertes Gesetz zum Volksbegehren umsetzen. Solange kein wirksames Gesetz vorliegt, sammeln wir weiter Unterschriften für das Volksbegehren Artenvielfalt. Jetzt! 

Rogate: Vielen Dank, Herr Janßen, für das Gespräch!

Weitere Freitagsfragen (Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin ISSN 2367-3710) – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Eine Auswahl der nächsten (geplanten) Rogate-Termine finden Sie hier:

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Superintendent Carsten Bolz

Seit vielen Jahren hat sich der Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf zunächst gemeinsam mit engagierten Theologiestudierenden und dem Nachbarkirchenkreis Tempelhof-Schöneberg am Stadtfest rund um die Motzstraße beteiligt, die von Schöneberg bis nach Wilmersdorf führt. Der Stand in der Fuggerstraße war schon unser Stammplatz geworden. So ähnlich war es wohl mit dem Gottesdienst zur Eröffnung in der Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg: er hatte einen Stammplatz bekommen.

Superintenden Carsten Bolz (Bild: Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf)

In diesem Jahr findet beides nicht statt: der Gottesdienst nicht und das Stadtfest auf der Grenze zwischen den beiden Kirchenkreisen Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf nicht. Das ist der Lage geschuldet und bedauerlich – aber sachgerecht und nachvollziehbar. Wie das unterschiedliche, bunte Engagement an anderen Stellen aber zeigt, geben die beiden Kirchenkreise damit ihren „Stammplatz“ nicht auf. Unser Dabeisein beim Stadtfest hat in unsere Kirche hineingewirkt: in den letzten Jahren hat die Landeskirche den Stand unterstützt! Und so bleiben wir als Kirche auch in diesem Jahr sichtbar: im weltweiten Netz mit Beiträgen hier auf dieser Seite, mit einem Video aus Tempelhof-Schöneberg (#meinPflaster – mitten im queeren Kiez), mit einem Gottesdienst in der Marienkirche und mit Regenbogenfahnen an vielen Orten.

Das ist gut so – und im nächsten Jahr werden wir – so Gott will – unsere Stammplätze auch in der Zwölf-Apostel-Kirche und in der Fuggerstraße wieder einnehmen. Ich freue mich drauf!

Mit herzlichen Grüßen auch von meinem Kollegen Michael Raddatz aus Tempelhof-Schöneberg

Superintendent Carsten Bolz, Ev. Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf

Ein Ausschnitt aus dem Rogate-Eröffnungsgottesdienst 2011:


Angesichts der Corona-Pandemie können wir leider keine verlässlichen Angaben machen, wann wir wieder zu Rogate-Gottesdiensten und Veranstaltungen einladen können.

Eine Auswahl der geplanten Rogate-Termine:

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von MdB Mechthild Rawert

Mit Liebe den Regenbogen zum Leuchten bringen 

Es tut gut, dass Jubiläen gefeiert werden – normalerweise natürlich in natura, aber die Corona-Zeit hat viele von uns fit gemacht in der Online-Kommunikation.

Mechthild Rawert (Bild: privat)

Zehn Jahre Eröffnungsgottesdienst zum Lesbisch-schwulen Stadtfest Berlin

– bedeutet, zehn Jahre deutlich sichtbares Zusammenleben in Vielfalt, 

– bedeutet, die Würde einer jeden einzelnen Person in den Mittelpunkt stellen, 

– bedeutet, sich aktiv für gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleichen Respekt einzusetzen, 

– bedeutet, sich eindeutig gegen Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung zu positionieren.

Ein Markenkern des Eröffnungsgottesdienstes des Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin war und ist der Regenbogen. Als Mitglied der katholischen Kirche kann ich mir lebhaft vorstellen, wie schwierig es auch in anderen Konfessionen (gewesen) ist, die bunten Farben als Ausdruck für die Akzeptanz aller Mitglieder der LGBTTIQ*-Community zum Leuchten zu bringen. Dabei tut es gut wahrzunehmen, wie Vertreter*innen zahlreicher Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften mit diesem gemeinsamen Eröffnungsgottesdienst signalisieren, dass die Liebe zählt und dass es keine Liebe gibt, die wertvoller ist als eine andere. Dem Gemeindekirchenrat der Evangelischen Zwölf-Apostel-Kirche gebührt mein großer Dank.

Der Gottesdienst eröffnet das Lesbisch-schwule Stadtfest Berlin, welches längst eine weit über Schöneberg hinausreichende Institution ist. Politisch und in Feierlaune steht es Jahr für Jahr für Akzeptanz, Offenheit und Vielfalt – und das ist gut so. Ich begrüße es sehr, dass die Veranstaltenden das Zurschaustellen oder Tragen von Symbolen mit Bezug zur rechtsextremen Szene absolut nicht dulden.

Das Coronabedingt nun ins kommende Jahr getragene Motto „Wenn ich ein Engel wäre, dann…“ des diesjährigen Gottesdienstes taugt auch als Jahresmotto. Viele von uns denken doch in so manchen Situationen „da habe ich einen Schutzengel gehabt“. Nun wird uns bis zum Eröffnungsgottesdienst am Freitag, 16. Juli 2021, aufgetragen, selber ein Engel zu sein. Welcher Engel will ich sein – können diese doch zahlreiche Gestalten annehmen. Für wen möchte ich ein himmlisches Wesen sein? Welchem Leben möchte ich Zeichen schenken? Aufgabe über Aufgabe.

Wir werden es im Eröffnungsgottesdienst 2021 erfahren. Ich freue mich auf das Zusammenkommen vieler Engelswesen.

Mechthild Rawert, Mitglied des Deutschen Bundestages, SPD
Rückblick: Eröffnungsgottesdienst 2011

Zehn Jahre Rogate-Eröffnungsgottesdienste: Grußwort von Landespfarrerin Andrea Richter

Vielfalt, Diversität, Buntheit und Lebensfreude sind Ausdruck der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst! Wie gut ist es für unsere Stadt und für unsere Kirche, dass diese Freude am Leben auf dem schwul-lesbische Stadtfest von Jahr zu Jahr gefeiert wird!

Landespfarrerin Andrea Richter (Bild: privat)

Und wie bedauerlich, dass nun gerade das 10. Jubiläum am 17. Juli aufgrund der Pandemie ausfallen und aufs nächste Jahr verschoben werden musste.

Wir vermissen das Fest! Das Miteinander, die Musik, die Gespräche, die Informationsstände, das gute Essen. Wir vermissen den gemeinsamen Beginn mit einem Gottesdienst und so großartigen Gruppen wie „Männer Minne„.

Das Zeichen des Regenbogens leuchtet trotzdem! Immer wieder war er zu sehen, dieser „Bogen in den Wolken“ nach den Gott sei Dank reichlichen Regenschauern der letzten Wochen.

Wir brauchen dieses Zeichen bleibender Sehnsucht nach Versöhnung und friedlichem Zusammenleben. Der Bogen mahnt uns alle, die Augen offen zu halten, wo immer auf dieser Welt Gewalt ausgeübt wird und Menschen aufgrund ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung oder religiösen Zugehörigkeit diskriminiert und verfolgt werden! Er mahnt uns, hinzuschauen, den Mund aufzumachen und Einspruch zu erheben! Er lädt ein zum Beten und zum Handeln!

Gott sagt Ja zu dem von ihm erschaffenen Leben in Vielfalt und Fülle. Sie sollen erhalten bleiben – trotz aller Versäumnisse und Fehlläufe der Menschheitsgeschichte. Und alle Menschen in unserer Stadt sind dazu eingeladen, dieses Ja nachzuvollziehen und lebendig zu halten!

Ich danke dem Rogate-Kloster, ich danke allen, die in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, dass das schwul-lesbische Stadtfest gefeiert werden konnte. Und ich freue mich schon heute auf den 16. Juli 2021.

Dann sehen wir uns wieder! Bleibt alle behütet unter dem Zeichen des Regenbogens!

Pfarrerin Andrea Richter, Beauftragte für Spiritualität in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz