Presseschau: „Ein Stück Himmel auf Erden“

2016 08 13 Evangelischde

Ausschnitt von evangelisch.de

Sonnabend, 13. August 2016 | evangelisch.de

„Mönche in langen Kutten und Nonnen in dunkler Tracht, ein Leben in Abgeschiedenheit und in stiller Einkehr: Begriffe, die eng verknüpft sind mit der Vorstellung von einem Kloster. Doch weder das Kloster Kirchberg in Baden-Württemberg noch das Berliner Rogate-Kloster sind so ein klassisches Kloster. Als geistliche Gemeinschaften sind dennoch beide anerkannt. Und auch sonst haben das Land- und das Stadtkloster vieles miteinander gemein…“

Den Artikel von Luisa Heß finden Sie hier.

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Willkommen zu unseren nächsten Gottesdiensten:

  • Rogate Kl_Aushang_Eucharistie Diakonie-Sonntag_160616 KopieDienstag, 23. August 2016 | 19:00 Uhr, Vesper
  • Sonntag, 4. September 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum Diakonie-Sonntag „Barmherzigkeit: Größer als unser Herz“, am 16. Sonntag nach Trinitatis, mit einer Ausstellungseröffnung
  • Montag, 3. Oktober 2016 | 15:00 Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier. Predigt Pfarrerin Andrea Richter.
  • Sonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Gottesdienst mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde.
  • Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche.
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Fünf Fragen an: Dr. Jens-Martin Kruse, ev.-luth. Pfarrer in Rom

Fünf Freitagsfragen an Dr. Jens-Martin Kruse, Pfarrer der Evang.-luth. Christuskirche in Rom, über eine unverzagte Einladung an Papst Franziskus, die Reaktion des Vatikans und die Ökumene in Rom.

2016 Jens-Martin Kruse

Pfarrer Jens-Martin Kruse (Bild: privat)

Dr. Jens-Martin Kruse stammt aus Hamburg. Dort und in Wien studierte er evangelische Theologie. Seine Doktorarbeit schrieb er über die Anfänge der Reformation in Wittenberg. Seit 2008 Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Rom. In besonderer Weise engagiert er sich für die Ökumene und bringt die Stimme der evangelisch-lutherischen Kirche in den ökumenischen Dialog in Rom ein.

Rogate-Frage: Herr Pfarrer Kruse, wie sind Sie auf die Idee gekommen, den Papst einzuladen?

Jens-Martin Kruse: Es gibt in unserer Gemeinde in Rom schon eine gewisse Tradition von Begegnungen mit den Päpsten. Im Lutherjahr 1983 war Papst Johannes Paul II. bei uns zu Gast und im Jahr 2010 habe ich bereits mit Papst Benedikt XVI. in der Christuskirche einen evangelischen Gottesdienst gefeiert.

Zu Papst Franziskus gibt es vom Beginn seines Pontifikats an eine besondere Beziehung und Nähe, die vor allem in seiner Verkündigung des Evangeliums begründet ist. Gleich am Tag nach seiner Einführung war ich zu einer ersten Begegnung eingeladen. Der konkrete Anknüpfungspunkt für eine Einladung an Papst Franziskus in unsere Christuskirche war für mich die Predigt, die er bei dem ökumenischen Gottesdienst mit dem ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. in der Grabeskirche zu Jerusalem am 25. Mai 2014 gehalten hat. In dieser Predigt hat Papst Franziskus gesagt: „Wir müssen glauben, dass ebenso, wie der Stein vom Grab weggewälzt worden ist, auch alle Hindernisse ausgeräumt werden können, die der vollen Gemeinschaft zwischen uns noch im Wege stehen.“ Diese im Glauben an die Auferstehung Jesu begründete Hoffnung, dass die Einheit der Christenheit möglich ist, hat mich sehr berührt und ich habe daraufhin dem Papst einen Brief geschrieben und ihn eingeladen, mit unserer lutherischen Gemeinde gemeinsam einen Schritt in dieser Richtung weiterzugehen.

Rogate-Frage: Was passierte nach der Einladung?

Jens-Martin Kruse: Nur wenige Wochen später erhielt ich einen Anruf aus dem Vatikan und man teilte mir mit, dass Papst Franziskus unsere Kirche sehr gern besuchen wolle und wir einen passenden Termin dafür finden werden. Der große Vorteil in Rom besteht darin, dass viele Kirchenleute sich kennen und die Wege sehr kurz sind. Schon vom Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 her bin ich mit vielen Mitarbeitern im Päpstlichen Haus bekannt. Über die Jahre ist da viel Vertrauen gewachsen und die Vorbereitung des Besuches von Papst Franziskus lief sehr unkompliziert, konstruktiv und verlässlich. Die schwierigste Aufgabe bestand darin, dass wir für diese Begegnung ein völlig neues Format entwickeln musste. Papst Franziskus möchte vor allem Menschen aus der Gemeinde begegnen und sie kennenlernen. Während man bei den Besuchen von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gemeinsam nach der lutherischen Tradition Gottesdienst gefeiert hat, bestand die Begegnung mit Papst Franziskus aus Dialog und Abendgebet. Das ist ein entscheidendes Novum. Erstmals in der Geschichte der Ökumene fand im Rahmen einer solchen Begegnung ein echter Dialog statt. Drei Fragen wurden dem Papst von Gemeindemitgliedern gestellt, auf die er dann im Gespräch geantwortet hat. Daran anschließend haben wir dann ein Abendgebet gefeiert, bei dem Papst Franziskus über das Tages-Evangelium (Matthäus 25) gepredigt hat.

Rogate-Frage: Wie ist es, mit Papst Franziskus Gottesdienst zu feiern?

Jens-Martin Kruse: Es ist einfach wunderbar, Papst Franziskus zu begegnen, mit ihm Gottesdienst zu feiern, seine Auslegung des Evangeliums zu hören und zu erleben, wie er warmherzig, offen und interessiert auf Menschen zugeht. Beim Betreten unserer Christuskirche. am 15. November 2015, wurde er mit viel Applaus, herzlich, fröhlich und begeistert von den Gemeindemitgliedern begrüßt und er hat mit der derselben Herzlichkeit und Nähe, die er erfahren hat, geantwortet. Papst Franziskus macht es einem sehr leicht, ihm zu begegnen. Er ist offen, zugewandt und humorvoll. Er hat mich als seinen „fratello pastore“ angesprochen und von Anfang an haben wir gut miteinander agiert. Papst Franziskus versteht es einfach, Menschen anzusprechen und sie für das Evangelium zu interessieren. Der Besuch in der Christuskirche hat ihm sichtbar Freude bereitet. Er hat mit der Gemeinde gescherzt und es durfte gelacht werden. Und zugleich hat Papst Franziskus sehr ernsthaft und tiefgehend auf die Fragen geantwortet und in seiner Predigt die Rede Jesu vom Weltgericht auf die Situation der Ökumene hin ausgelegt.

Am Ende der Begegnung haben wir Gastgeschenke ausgetauscht. Von uns bekam der Papst ein Plakat, das die Kindergottesdienstkinder gestaltet hatten, einen Adventskranz und ein Mittagessen für bedürftige Menschen geschenkt. Uns hat Papst Franziskus einen Abendmahlskelch samt Patene für die Hostien geschenkt. Das ist ein sehr ausdrucksstarke Zeichen für unsere Hoffnung, dass eine gemeinsame Abendmahlsfeier möglich sein kann. Der Papst überreicht dieses Geschenk, wie ich hinterher erfahren habe, immer dem Ortsbischof, wenn er eine andere Diözese besucht. Damit bekommt das Geschenk noch eine weitere Bedeutungsebene und zeigt uns, dass der Papst unsere lutherische Gemeinde wirklich ernst nimmt.

Rogate-Frage: Welche Aussagen sind für Sie wichtig gewesen?

Jens-Martin Kruse: Die Ernsthaftigkeit mit der Papst Franziskus auf die Fragen der Gemeindemitglieder antwortete hat mich ebenso berühret wie der inhaltliche Gehalt seiner Antworten. Zwei Aussagen des Papstes sind für mich von besonderer Bedeutung: Zum einen hat Papst Franziskus darauf hingewiesen, dass alle Christen durch die Taufe zum Leib Christi gehören. Wenn man dies ernst nimmt, dann könne hier eine Möglichkeit liegen, dass Abendmahl bereits auf dem Weg zur Kirchengemeinschaft und nicht erst bei ihrem Erreichen gemeinsam zu feiern. Und zum anderen hat Papst Franziskus gesagt, dass jetzt die Zeit der versöhnten Verschiedenheit sei und wir mutig auf diesem Weg vorangehen sollen. Durch die Begegnung mit Papst Franziskus in unserer Christuskirche fühle ich mich sehr reich beschenkt und gestärkt, auf dem Weg zur sichtbaren Einheit der Christenheit unbekümmert weiterzugehen. Dabei ist Papst Franziskus für mich aufgrund der Art und Weise, wie er sein Papstamt vom Dienst eines Hirten her versieht, eine der großen Gestalten des christlichen Glaubens in unserer Zeit, und ich bin sehr dankbar, dass ich hier in Rom seinen Weg aus der Nähe beobachten und begleiten kann.

Rogate-Frage: Wie funktioniert die Ökumene in Rom?

Jens-Martin Kruse: Die Ökumene in Rom ist lebendig, international und innovativ. Vieles funktioniert viel einfacher und unkomplizierter als man das von außen her vermutet. Es sind vor allem drei Faktoren, die zu dieser wunderbaren Ökumene in Rom beitragen. Erstens sind alle christlichen Kirchen mit eigenen Gemeinden in Rom vertreten: Anglikaner, Methodisten, Orthodoxe, Lutheraner, Armenier, Kopten, Baptisten und natürlich die vielen ganz unterschiedlichen römisch-katholischen Kirchengemeinden, Einrichtungen und Bewegungen – von den Pfarrgemeinden über die geistlichen Bewegungen wie die Fokulare oder die Comunità Sant’Egidio, die päpstlichen Universitäten der Jesuiten, Benediktiner und Franziskaner bis hin zum Vatikan.

Zweitens leben, gestalten und feiern wir in der römischen Ökumene, was gegenwärtig an Gemeinschaft zwischen den Kirchen möglich ist und erfahren dabei immer wieder, wie nah wir uns als Kirchen bereits sind und wie bereichernd die ökumenischen Begegnungen für alle Christen sind. Drittens macht die Ökumene in Rom gegenwärtig besonders viel Freude, und das hat natürlich mit Papst Franziskus zu tun. Innerhalb kurzer Zeit ist er selber zu einem der entscheidenden Akteure und Impulsgeber der Ökumene geworden. Mit seinem eigenen Handeln zeigt Papst Franziskus, dass es für uns Christen keinen Grund für „ökumenische Zaudereien“ gibt. Vielmehr gilt es auf dem Weg zur sichtbaren Einheit der Christenheit mutig voranzugehen. So leben, gestalten und feiern wir die Ökumene in Rom mit einer Portion Unbekümmertheit, voller Gottvertrauen und gegenwärtig mit viel Rückenwind aus dem Vatikan.

Rogate: Vielen Dank, Herr Pfarrer Kruse, für das Gespräch!

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Sonntag, 4. September 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum Diakonie-Sonntag „Barmherzigkeit: Größer als unser Herz“, am 16. Sonntag nach Trinitatis, mit einer Ausstellungseröffnung
  • Montag, 3. Oktober 2016 | 15:00 Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier. Predigt von Pfarrerin Andrea Richter.
  • Sonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Gottesdienst mit Bischof Dr. Rogate Kl_Aushang_Eucharistie Allerheiligen_090316 KopieMatthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde
  • Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche
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Fünf Fragen an: Thomas Rachel, Ev. Arbeitskreis der CDU/CSU

2016 Thomas Rachel

Thomas Rachel (Bild: Büro Rachel)

Fünf Freitagsfragen an Thomas Rachel, Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU, über die historische Stärkung der Protestanten in seiner Partei, die Lehren aus der Nazi-Zeit und dem Ringen um die besten Lösungswege für die Allgemeinheit.

Der Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel ist seit November 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Seit 2012 hat er den Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Düren inne. Mitglied des Deutschen Bundestages ist er seit 1994. Seit 2015 ist er Mitglied des Rates der EKD.

Rogate-Frage: Herr Staatssekretär Rachel, wie kam es zur Gründung des „Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU“ (EAK) und welche Bedeutung hat er heute?

Thomas Rachel: Der EAK wurde 1952 in Siegen gegründet, nachdem der damalige Bundestagspräsident, Oberkirchenrat Dr. Hermann Ehlers, und andere der Ansicht waren, dass die Union evangelischer und katholischer Christen einer wesentlichen Stärkung der evangelischen Seite bedurfte. Um die evangelische Stimme in der Partei zu einen und zu stärken, die sich nach den menschenverachtenden Gräueln und Schrecken der Nazi-Zeit ganz bewusst die Orientierung am „C“ als selbstverpflichtende Aufgabe gestellt hatte, kam es zur Gründung des EAK. Damit war auch zugleich ein zentraler Appell verbunden: Nämlich der konkrete Aufruf an die evangelischen Christinnen und Christen in Deutschland zum eigenen, verantwortlichen politischen Engagement und zur Mitgestaltung. Nach dem weitest gehenden politischen Versagen des deutschen Protestantismus in der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus wurde dies nach 1945 geradezu als das dringlichste Gebot der Stunde empfunden.

Rogate-Frage: Welches Selbstverständnis steht hinter dem EAK und wie arbeitet er?

Thomas Rachel: Der Gründungsimpuls des EAK von damals ist im Grunde genommen bis heute hochaktuell: Als evangelische Christinnen und Christen in beiden Unionsparteien setzen wir uns für das politische Mitmachen ein. Eine freiheitliche, parlamentarische Demokratie ist keine „Zuschauer-Demokratie“, sondern lebt vom politischen Meinungswettstreit, dem persönlichen Sich-Einbringen und vom Ringen um die besten Lösungswege für die Allgemeinheit. Als evangelische Christinnen und Christen sind wir hier gefordert, uns selbst einzubringen. Hermann Ehlers sagte einmal sehr treffend: „Wir haben im deutschen Protestantismus viel zu lange die Vorstellung gehabt, dass man zwar sehr leicht Bürgermeister und Oberbürgermeister, Ratsherren und Landtagsabgeordnete, Staatssekretäre, Minister, Bundesminister und Bundestagsabgeordnete kritisieren könne, dass man aber das Vorrecht habe, sich von der Mitarbeit und dem Hineingehen in die gleiche Verantwortung peinlich fern zu halten, um in Neutralität und Objektivität um so gründlicher darüber urteilen zu können.

Der EAK ist der Zusammenschluss aller evangelischen Unionsmitglieder, die wegen ihres Glaubens und seiner Grundlagen in den Unionsparteien einen Beitrag zu einer vor Gott und den Menschen verantworteten Politik leisten wollen. Bei uns arbeiten aber genauso Menschen mit, die keine Mitglieder der Unionsparteien sind, er übernimmt insofern eine wichtige Brückenfunktion zwischen Partei sowie Kirche und Gesellschaft. Als Grundsatzforum der Union und als „Denkfabrik“ (Angela Merkel) ermöglicht der EAK Raum für offene Diskussionen und schafft Orientierung in Bezug auf alle politischen Themen, die insbesondere auch für Christinnen und Christen relevant sind. Insofern genießt er heute auch weit über die eigene Konfessionsgrenze hinaus Beachtung und Wertschätzung.

Rogate-Frage: Wie nah oder fern stehen Ihnen aktuelle kirchliche Positionen, beispielsweise in der Friedensethik oder in der Frage des Umgangs mit den Flüchtlingen an den Grenzen?

Thomas Rachel: Die Frage nach Nähe und Ferne zu kirchlichen Verlautbarungen kann man so nicht pauschal beantworten. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Und man muss auch sehen: Es gibt ja schon in der Evangelischen Kirche und Theologie die unterschiedlichsten Stimmen und Positionen zu den verschiedensten Themen. Da der EAK im gesamten Bundesgebiet vertreten ist und in allen Bundesländern arbeitet, bildet sich hier zunächst natürlich auch in durchaus vergleichbarer Weise das ganze, bunte Meinungsspektrum des Protestantismus ab, sozusagen von Schleswig bis Stuttgart. Dazu kommt, dass politische Entscheidungen und politisches Handeln nicht einfach nur aus der geradlinigen Umsetzung von ethisch-theologischen Prämissen oder Grundsätzen bestehen: Hier geht es vielmehr um die konkrete Verantwortung in ganz oft unübersichtlichen, hochkomplexen und schwierigen Gemengelagen.

Wir sehen das aktuell zum Beispiel an der Flüchtlingsfrage, die eine gewaltige historische Herausforderung darstellt, aber auch an der Notwendigkeit einer vernünftigen Friedenspolitik und Friedensarbeit in einer zunehmend zerrissenen und unfriedlicher werdenden Welt. Grundsätzlich kann man für den EAK sagen: Wir bejahen kirchliche Positionen, die hilfreiche Orientierungen für die politische Gewissensbildung und das entsprechende Handeln bereitstellen. Wir sind als bewusste „Verantwortungethiker“ (Max Weber) aber zugleich skeptisch gegenüber bloßen Schlagworten, Moralpredigten oder Gesinnungsparolen. Es reicht also mit anderen Worten nicht aus, das politisch Gute nur zu wollen (denn in diesem Wollen dürften sich grundsätzlich alle einig sein), sondern man muss über die Mittel, Wege und Konsequenzen des konkreten, politischen Handelns nachdenken, die dieses Ziel tatsächlich befördern helfen oder womöglich behindern. Darum geht der konstruktive, politische Streit.

Rogate-Frage: Wie sehr werden Sie selbst in Ihren politischen Entscheidungsprozessen von ihren christlichen Überzeugungen geleitet? Haben Sie ein Beispiel?

Thomas Rachel: Für mich ist mein Glaube ein unerlässlicher Kompass für die tagtäglich immer wieder neu begegnenden politischen Herausforderungen und Probleme. Der Kompass – um im Bilde zu bleiben – ersetzt keineswegs, dass man sich zuallererst selbst auf machen und sich einen Weg durch zum Teil unwirtliches und unübersichtliches Gelände bahnen muss. Aber ohne ihn wäre man doch verloren und hätte keine hinreichende Orientierung. Als wir zum Beispiel kürzlich im Deutschen Bundestag über das Gesetz zur Sterbebegleitung entschieden haben, war es sehr hilfreich, dass meine Evangelische Kirche hier eine zwar differenzierte, aber auch klare Position bezogen hat. Legalisierte Beihilfe zur Selbsttötung oder gar Tötung auf Verlangen sind auch nach meiner festen Glaubensüberzeugung die falschen Antworten auf die Nöte, Ängste und Sorgen Schwerstkranker und Sterbender.

Rogate-Frage: Die CDU wehrt sich – anders als beispielsweise die britischen Konservativen, die die Eheöffnung in Großbritannien durchgesetzt haben – gegen eine Gleichstellung der Lebenspartnerschaften homosexueller Paare mit der Ehe. Die Kanzlerin argumentierte mit einem „Bauchgefühl“. Warum tut sich die Union so schwer mit dem Abbau von Diskriminierungen gegen Lesben und Schwulen?

Thomas Rachel: In dieser Frage steckt leider bereits eine Unterstellung, die wir als CDU und CSU klar zurückweisen: Als Union kämpfen wir nämlich gegen jede Form von Diskriminierung Homosexueller. Wir achten und respektieren es, wenn Menschen – egal welchen Geschlechtes oder welcher sexuellen Orientierung auch immer – Verantwortung füreinander übernehmen. Wir sind aber ebenso klar dagegen, Unterschiedliches gleich zu behandeln. Deshalb sind wir auch gegen eine „Ehe für alle“, weil die Ehe von Mann und Frau in unseren Augen etwas Besonderes und Einzigartiges ist. Nur die Ehe schafft es aus eigener Kraft, aus einer Zweierbeziehung eine Familie werden zu lassen. Dieser generative Aspekt fehlt – aus sich selbst heraus – bei homosexuellen Lebenspartnerschaften.

Rogate: Vielen Dank, Herr Staatssekretär Rachel, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Rogate Kl_Aushang_Eucharistie 11 Sonntag n Trinitatis_160616 KopieSonntag, 7. August 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 11. Sonntag nach Trinitatis
  • Sonntag, 4. September 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum Diakonie-Sonntag „Barmherzigkeit: Größer als unser Herz“, am 16. Sonntag nach Trinitatis, mit einer Ausstellungseröffnung
  • Montag, 3. Oktober 2016 | 15:00 Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier. Predigt: Pfarrerin Andrea Richter.
  • Sonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Gottesdienst mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde.
  • Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche.
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Das Rogate-Kloster im August: Feier der Eucharistie

Willkommen zum August-Gottesdienst in der Rogate Kl_Aushang_Eucharistie 11 Sonntag n Trinitatis_160616 Kopiegastgebenden Ev. Zwölf-Apostel-Kirche Schöneberg:

Erreichbar ist die Zwölf-Apostel-Kirche mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Über die U-Bahnhöfe: Kurfürstenstraße (U1) Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4), per Bus: Kurfürstenstraße (M85, M48), Nollendorfplatz (M19, 187) und Gedenkstätte Dt. Widerstand (M29).

Fahrrad- und PKW-Stellplätze gibt es vor dem Gemeindezentrum und in der Genthiner Straße. Adresse: An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg.

Vorschau:

  • Sonntag, 4. September 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum Diakonie-Sonntag „Barmherzigkeit: Größer als unser Herz“, am 16. Sonntag nach Trinitatis, mit einer Ausstellungseröffnung
  • Montag, 3. Oktober 2016 | 15:00 Uhr, Rogate Kl_Postkarte_Mensch+Tier2016_080316 Kopie 2Gottesdienst für Mensch und Tier. Predigt: Pfarrerin Andrea Richter.
  • Sonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Gottesdienst mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde.
  • Sonntag, 3. Advent, 11. Dezember 2016 | 17:00 Uhr, Sternenkinder-Gottesdienst für verwaiste Eltern und ihre Angehörigen zum Worldwide Candle Lighting Day, mit Pastor Engelbert Petsch, Aktion “Die Flamme der Hoffnung”, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirche.
  • Unseren Fördervereinsflyer finden Sie hier.
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Fünf Fragen an: Erik Flügge, Autor und Geschäftsführer Squirrel & Nuts

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Erik Flügge (Bild: David Sievers)

Fünf Freitagsfragen an Erik Flügge, Autor „Der Jargon der Betroffenheit: Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt“, über die Kirche als eine Organisation mit unendlichem Potential, Kritik am „Wort zum Sonntag“ und die Leichtigkeit der Alltagssprache.

Erik Flügge, Jahrgang 1986, stammt aus Baden-Württemberg. Germanistik und Politikwissenschaften studierte er an der Universität Tübingen. Als Geschäftsführer leitet er die politische Strategieberatung Squirrel & Nuts GmbH in Köln.

Rogate-Frage: Herr Flügge, Sie haben eine lange und lebendige Geschichte mit der Kirche. Was mögen Sie an ihr?

Erik Flügge: Ich erlebe die Kirche als eine Organisation mit unendlichem Potential und unendlichem Durchhaltewillen. Schauen wir uns nur die Flüchtlingshilfe an. Auf Dauer funktioniert sie nur mit Kirche.

Rogate-Frage: Ab wann hat Sie die Kirchensprache gestört und warum? Was genau stört Sie an der Kirchensprache?

Erik Flügge: Ich war als Jugendlicher jeden Sonntag in der Kirche. Freiwillig, weil ich Oberministrant war. Gestört hat mich das, was dort gesagt wurde eigentlich schon immer. Mir schien jede Predigt belanglos. Schlimmer wurde es dann in der katholischen Jugendverbandsarbeit, an der ich alles schätze, außer ihre Gottesdienste. Die waren mir immer zu nah, zu übergriffig. Ständig musste ich etwas mit Tüchern, Energien und Kraftsteinen tun. Es schien mir beständig, ich müsste die 1970er nacherleben, obwohl ich erst nach diesem Jahrzehnt geboren wurde. Für mich war das immer unpassend.

Rogate-Frage: Das „Wort zum Sonntag“ kommt bei Ihnen auch nicht besser weg. Warum?

Erik Flügge: Weil es zu belanglos ist. Ich finde das dramatisch, dass man immer das Gefühl hat, peinlich berührt zu sein. Da muss es doch jemanden geben, für den man sich im Fernsehen nicht schämen muss. Und das liegt nicht nur an den Predigern im TV, sondern auch daran, dass das Format einfach schlecht gemacht ist. Die Einspielmusik, das Studio, das fehlende Publikum, das Zwanghafte Ablesen vom Teleprompter. Das ist alles so unnahbar, als wäre religiöse Verkündigung ein Nachrichtenkommentar. Ist sie aber nicht.

Rogate-Frage: Hatte die religiöse Sprache nicht immer auch andere Ausdrucksformen gefunden? Warum sollte gottesdienstliche Kommunikation sich nicht von der üblichen Kommunikation unterscheiden?

Erik Flügge: Wenn Sie mich fragen, dann liegt die Stärke religiöser Sprache im existenziellen Moment. Wenn wir trauern, zweifeln, verzweifeln, dann vermag religiöse Sprache in ihrer oft poetischen Form genau das richtige Angebot zu machen, um Halt zu geben. Damit funktioniert sie wie eine medizinische Heilung für die Seele. Deshalb sollten wir diese „Medizin“ auch nur sparsam einsetzen. Was mich an religiöser Sprache wirklich nervt, dass sie auch gänzlich belanglose Momente zwanghaft versucht mit Wichtigkeit aufzuladen. Das wirkt dann deplatziert und schlimmstenfalls peinlich.

Rogate-Frage: Was können wir in der Kirche konkret besser machen?

Erik Flügge: Ich möchte ganz bewusst keinen Fünf-Punkte-Ratgeber schreiben. Denn darum geht es nicht, ganz konkret zwei oder drei Dinge besser oder anders zu machen. Wir müssen uns in der Kirche um die Wirkung und Begrenzung unserer Sprache Gedanken machen und sie dann wohl dosiert einsetzen. Wo es nichts zu heilen gibt, da sollte eine Predigt, ein religiöser Text auch mit der Leichtigkeit der Alltagssprache auftrumpfen.

Rogate: Vielen Dank, Herr Flügge, für das Gespräch.

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: Rogatekloster.de

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Willkommen zu unseren nächsten öffentlichen Gottesdiensten in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin-Schöneberg:

  • Rogate Kl_Aushang_Eucharistie 11 Sonntag n Trinitatis_160616 KopieSonntag, 7. August 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 11. Sonntag nach Trinitatis
  • Sonntag, 4. September 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie zum Diakonie-Sonntag „Barmherzigkeit: Größer als unser Herz“, am 16. Sonntag nach Trinitatis, mit einer Ausstellungseröffnung
  • Montag, 3. Oktober 2016 | 15:00 Uhr, Gottesdienst für Mensch und Tier. Predigt: Pfarrerin Andrea Richter.
  • Sonntag, 23. Oktober 2016 | 10:00 Uhr, Eucharistie am 22. Sonntag nach Trinitatis, mit dem Botkyrka Kammarkör der Tumba Kirche, Schweden
  • Allerheiligen, Dienstag, 1. November 2016 | 19:00 Uhr, Gottesdienst mit Bischof Dr. Matthias Ring, Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bezirksbürgermeisterin  Angelika Schöttler, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, EKBO, Pfarrerin Andrea Richter, Spiritualitätsbeauftragte der EKBO, Dekan Ulf-Martin Schmidt, Alt-Katholische Gemeinde Berlin, Pastorin Dagmar Wegener, Baptistische Gemeinde Schöneberg, und Pfarrer Burkhard Bornemann, Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde.
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Aktuell: „Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt“

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Teilnehmende am Runden Tisch im Rathaus Schöneberg (Foto: Stephanie Kuhnen)

Gestern fand auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) im hstorischen Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg ein Runder Tisch von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften zu den Themen Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit statt.  Es nahmen Vertreterinnen  und Vertreter der Alt-Katholischen Kirche Berlin, der Baptisten Schöneberg, der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg, des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus, des Liberal-Islamischen Bundes sowie des Rogate-Klosters Sankt Michael zu Berlin teil. Ebenso beteiligte sich Imam Ludovic-Mohamed Zahed aus Frankreich an dem vertraulichen Austausch. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft  von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und fand auf Ihre Einladung hin im Rathaus statt.

Die Teilnehmenden am Runden Tisch verständigten sich unter anderem auf eine gemeinsame „Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt“ mit folgendem Wortlaut:

„Die am Runden Tisch beteiligten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sind sich darin einig, dass niemand aufgrund seiner sexuellen oder geschlechtlichen Identität benachteiligt und diskriminiert werden darf. Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit sind weder sündhaft noch krankhaft. Wir begrüßen die Vielfalt des Lebens. Keine Weltanschauungs- und Religionsfreiheit kann es rechtfertigen, dass Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender Rechte abgesprochen werden. Und dennoch findet diese Instrumentalisierung weltweit statt, so auch in Deutschland und dessen Bundeshauptstadt Berlin.

Es kann nicht dem Selbstverständnis von Gläubigen und Mitgliedern von Weltanschauungsgemeinschaften entsprechen, sich über die Abgrenzung zu und die Ausgrenzung von homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen zu definieren. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Jeder Mensch hat das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und Partnerschaft. Kein Mensch darf dazu genötigt werden, sich zwischen seinem Glauben oder seiner Weltanschauung und seiner sexuellen oder geschlechtlichen Identität entscheiden zu müssen.

Wir appellieren gemeinsam in unserer Vielfalt und Unterschiedlichkeit an alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, sich für nicht-heterosexuelle Menschen zu öffnen und sie gleichberechtigt in allen Bereichen des religiösen und weltanschaulichen Lebens teilhaben zu lassen. Auch als Arbeitgeber sind die jeweiligen Gemeinschaften und die ihnen zugehörigen Einrichtungen aufgerufen, Angestellte ohne jede Vorbehalte oder Auflagen hinsichtlich ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität gleichwertig zu behandeln und zu beschäftigen. Mit gleicher Offenheit ist auch Ehrenamtlichen zu begegnen.“

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Pressespiegel: „Schwuler Imam auf dem Christopher Street Day“

Freitag, 22. Juli 2016 | Deutschlandfunk „Tag für Tag

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Deutschlandfunk.de

„…Schwule, Lesben und Transsexuelle mit offenen Armen zu empfangen, das fällt bei weitem nicht nur Muslimen schwer. Bruder Franziskus nahm für das Rogate-Kloster Sankt Michael in Berlin-Schöneberg am Runden Tisch Teil, einer Gemeinschaft von Christen mit unterschiedlichen konfessionellen Hintergründen, teils lutherisch, teils reformiert, teils katholisch  Die Einrichtung wirbt mit dem Slogan: „Bibel  verstehen bewahrt vor Homophobie“.

„Die Öffnung und auch Gottesdienste insbesondere zu lesbischen Themen, schwulen Themen, Transthemen oder auch Intersexualität hat zum Teil auch zu Irritationen geführt bei manchen fundamentalistischen Kreisen. Ich sage das mal so vorsichtig mit Irritationen, weil es gab Morddrohungen, Gottesdienste mussten unter Polizeischutz stattfinden….“

Den Beitrag können Sie hier lesen und hier hören.

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